| Was bedeutet Dysplasie?
Dysplasie (altgriech.:dys =
schlecht [hier = fehl-], plassein = bilden, formen) bezeichnet hier eine
Fehlentwicklung von Geweben und Organen.
Im Zusammenhang mit der gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchung ist mit
Dysplasie die Veränderung von Zellen am Muttermund (Cervix uteri) gemeint. Das
Ergebnis des Abstriches wird in die Stufen Pap I bis V eingeteilt.
Wozu dient die
Dysplasiesprechstunde?
In unserer
Dysplasiesprechstunde werden sie von Ihrem Frauenarzt zu einer Zweitmeinung
beziehungsweise Weiterbehandlung überwiesen, wenn bei Ihnen der
Krebsvorsorgeabstrich (Pap-Abstrich),das Aussehen des Muttermundes, der Scheide oder der Schamlippen/Damm
ungewöhnlich verändert sind.
In diesen Fällen ist es in
unserer Spezialsprechstunde möglich,zwischen entzündlichen oder chronischen Erkrankungen des Genitals zu
unterscheiden. Weiterhin werden Krebsvorstufen (CIN I bis CIN III)
differenziert erkannt und mit neuesten konservativen oder, wenn nötig,
operativen Therapieverfahren möglichst schonend und gewebserhaltend geheilt.
Insbesondere bei Frauen mit
bestehendem Kinderwunsch, in der Schwangerschaft sowie bei Frauen, die auf
einen möglichstkleinen Eingriff bei
maximaler therapeutischer Sicherheit größten Wert legen, kann bei uns im Rahmen
einer sogenannten Differentialkolposkopie die genaue Stelle der
Zellveränderungen lokalisiert und wie nachfolgend im einzelnen beschrieben,
gezielt behandeltwerden.
Die Differentialkolposkopie
ist der wichtigste Untersuchungsschritt in der Dysplasiesprechstunde. Dabei
werdenam Untersuchungsstuhl mit einem Mikroskop der Muttermund, die Scheide
sowie die Schamlippenbetrachtet. Nach speziellen Anfärbungen ist es hiermit
möglich, die Art und die genaue Lage der Veränderungen zu erkennen. Wenn der
Verdacht auf eine Krebsvorstufe bestehen sollte, kann noch während der
Untersuchung eine kleine Gewebsprobe aus dem auffälligem Bereich entnommen
werden und zur feingeweblichen Untersuchung eingesandt werden.
Damit ist es in vielen Fällen
möglich, auf einen etwas größeren Eingriff, wie der nachfolgend beschriebenen
Konisation zu verzichten.Ist eine Konisation dennoch nötig, kann anhand der bei
der Differentialkolposkopie gewonnen Erkenntnisse über die Lage der Veränderungen
der Keil, der aus dem Muttermund entfernt wird, möglichst klein gehalten
werden.
Das Behandlungsspektrumreicht von bestimmten Salbenbehandlungen z.
B. bei Feigwarzen bis hin zuambulanten
operativen Eingriffen wie dieElektroschlingenabtragung, die Schlingenkonisation
(LOOP) und in speziellen Fällen dieKonisation mittels Argonbeamer.
Was ist die
Elektroschlingenabtragung ?
Die Elektroschlinge kann man
sich wie eine kleine dünneDrahtbirne
vorstellen, durch die Strom fließt. Es ist möglich, diesen dünnen Draht so zu
verbiegen und zu modellieren, wie es für die Schnittführung nötig ist. So kann
man blutungsfrei sehr flache Gewebsscheiben entfernen (z.B. Feigwarzen, ohne
gesundes Gewebe zu veröden).
Was heißt Schlingen
(LOOP)-Konisation?
Mittels sehr dünner
Drahtmatrizemit einem speziellen Stromfluß wird ein Keil aus dem Muttermund
blutungsfrei herausgeschnitten, sodass alle veränderten Zellen entfernt werden.
Gleichzeitig wird der Muttermund stabil genug für eine etwaige spätere
Schwangerschaft bleiben.
Was heißt Argonbaemer und
warum wird eine Konisation damit nur in speziellen Fällen durchgeführt?
Der Argonbeamer ist ein Gerät
mit einer kleinen stumpfen Klinge. Durch das Argongas in Verbindung mit Strom
entstehen spezielle Schnitteigenschaften, die eine sehr präzise Schnittführung
ermöglichen. Mit diesem Argonbeamer ist es also möglich, wenn nötig, einen
individuell geformten Keil (Konus) zu modellieren. Diese spezielle
Modellierung ist nur in Ausnahmefällennötig. Die Zellveränderungen folgen
gewöhnlich dem Drüsenverlauf am Muttermund, weshalb man am häufigsten als
Verfahren die Schlingenkonisation wählt.Sollten die Veränderungen atypisch, also anders sein, modellieren wir
diesen Keil individuell mittels Argonbeamer.
Unser diagnostisches und
therapeutisches Vorgehen lehnt sich streng an die neuesten Empfehlungen und
Leitlinien der führenden Fachgesellschaften (AG CPC, AGO, DGGG) an.
Weiterhin legen wir
besonderen Wert darauf, Sie ohne Zeitdruck und individuell zu untersuchen und
zu beraten.
Sprechzeiten: Dienstags 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr
In Ausnahmefällen auch individuell zu
vereinbaren.
Kontakt: Tel.: 09191-610-333
Verantwortlicher
Arzt: Christian Vulpescu Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe |