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Nürnberg/Forchheim – Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml überreichte im Presseclub im Dienstgebäude des Ministeriums am Gewerbemuseumsplatz dem Forchheimer Landrat Dr. Hermann Ulm und Bärbel Matiaske, der Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion Plus im Landkreis Forchheim,  einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 125.000 Euro für die Geburtshilfe des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz.   Huml betonte: „Werdende Mütter brauchen die Sicherheit, dass es eine ausreichende wohnortnahe und hochwertige Versorgung gibt. Mit unserem Förderprogramm Geburtshilfe unterstützen wir die Kommunen in Bayern dabei, die wohnortnahe Geburtshilfe zu erhalten.“ Mit dem Geburtshilfe-Förderprogramm unterstützt der Freistaat Bayern erstmals 26 Landkreise mit insgesamt rund 16 Millionen Euro dabei, die Defizite ihrer kleineren Geburtshilfestationen auszugleichen.

Zu den Zuwendungen des Freistaats kommt noch ein 15-prozentiger Eigenanteil des Landkreises Forchheim in Höhe von rund 22.000 Euro hinzu, also erhält des Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz knapp 150.000 Euro für die Geburtshilfe. Antragsteller und Zuwendungsempfänger ist jeweils der Landkreis, der den kompletten Betrag dann an das Klinikum weitergibt.

Voraussetzung für die Fördermaßnahme ist, dass sich der Landkreis dem ländlichen Raum zuordnen lässt und dass das Krankenhaus zwischen 300 und 800 Geburten pro Jahr betreut und dabei mindestens die Hälfte der Geburten in der Kommune abgedeckt hat. Im Klinikum Forchheim wurden 2018 – dem für die Antragstellung relevantem Jahr – 683 Geburten betreut. 2019 werden es fast 700 sein.

Landrat Dr. Hermann Ulm, der Mitglied des Aufsichtsrat der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmBH ist, sagt: „Diese Förderung ist ein wichtiger Baustein, dass die Geburtsstation in Forchheim bestehen kann und damit auch die medizinische Versorgung im Landkreis gewährleistet ist.“ Er ruft die Bevölkerung dazu auf die Geburtsstation fleißig zu nutzen.

Im Anschluss an die Übergabe in Nürnberg filmte der Bayerische Rundfunk in der Station für Geburtshilfe am  Klinikum in Forchheim. Der Beitrag wurde am gleichen Tag gesendet um 16 Uhr in der „Rundschau“ und in der „Frankenschau aktuell“ um 17.30 Uhr.

Forchheim – Dina Kern übernimmt ab sofort die stellvertretende Leitung der Station für Schlaganfallpatienten. Geschäftsführer Sven Oelkers gratuliert zur Beförderung und – weil die Ernennung am 6. Dezember stattfand – reiht sich der Nikolaus samt Engeln unter die Gratulanten.

Ab 2013 absolvierte die junge Frau aus Gößweinstein die dreijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der hausinternen Berufsfachschule für Krankenpflege. 2018 schloss sie erfolgreich die Weiterbildung an der Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe in Erlangen zur Stroke Nurse ab. In diesem halbjährigen Lehrgang wird ein umfassendes Wissen über medizinische Grundlagen des Schlaganfalls und dessen Behandlung vermittelt. Die Teilnehmer erlernen spezielle Konzepte und Fertigkeiten in der Schlaganfallversorgung, wobei der Schwerpunkt in der interdisziplinären Zusammenarbeit gesetzt wird.

Die 22-Jährige findet es schön dabei zu sein, wenn es besonders älteren Menschen mit Schlaganfall wieder besser geht. Dina Kern hat sich direkt nach der Ausbildung für die Schlaganfallstation entschieden: „Ich wollte unbedingt in diesem Team sein! Verlässliche Kollegen/Kolleginnen und tolles Arbeitsklima!“

Forchheim – In einem internen Audit wurde der Prozess der Schlaganfallversorgung am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz in der zentralen Notaufnahme, der Radiologie und der Station für Schlaganfälle hinsichtlich seiner Qualität überprüft.

Die Schlaganfalleinheit am Klinikum unter der Leitung von Oberärztin Barbara Willaczek ist Teil des SchlaganfallNetzwerk mit Telemedizin in Nordbayern, kurz „STENO“.

Unter anderem werden die strukturellen Gegebenheiten geprüft, das heißt die Personalstärke von Pflegern und Ärzten. Ebenso wichtig ist das Vorhandensein von Therapeuten wie Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie im Haus und ob diese Versorgung täglich zur Verfügung steht, also auch am Wochenende und feiertags.  Außerdem werden die Stukturvoraussetzungen begutachtet, das bedeutet über welche Ausstattung verfügt das Klinikum zur Diagnostik, wie Computertomographie, Magnetresonanztomographie sowie Gefäßultraschall. Im Anschluss werden die Zahlen mit den Qualitätsstandards verglichen, beispielsweise die durchschnittliche Zeitdauer bis der Patient die entsprechende Diagnostik und Therapie erhält. Dies wird anhand der Controllingdaten und der Vorgaben der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in der stationären Versorgung (BAQ) überprüft. Bei einem Rundgang durch alle involvierten Abteilungen werden die Bedingungen vor Ort inspiziert. Alle an der Schlaganfallversorgung beteiligten Berufsgruppen werden befragt. Am Ende werden bei einer Abschlussbesprechung Abweichungen, Hinweise und Empfehlungen ausgesprochen. Barbara Willaczek freut sich: „Es gab erfreulicherweise keine Abweichungen. Sehr angetan waren die Auditoren von der neuen Diagnostik der Perfusions-Computertomographie hier im Haus. Damit können Patienten auch einer entsprechenden Lysetherapie zugeführt werden, bei denen der Beginn der Schlaganfallsymptomatik unklar ist, weil diese beispielsweise im Schlaf aufgetreten ist. Dies nennt man Wake-up-Stroke.“

Geprüft wird jährlich durch Privatdozent Dr. Lorenz Breuer (Projektleitung, Qualitätsmanagement) und Mario Lorenz ( Klinisches Risikomanagement, Schulungsteam / Bereich Pflege).

Forchheim – Der Gedenktag des Bischofs von Myra – im Volksmund ist nur sein Vorname „Nikolaus“ bekannt – wurde auch am Klinikum am 6. Dezember gefeiert.

Nikolaus Stephan Dorn besucht mit Engeln Svenja Schmitt und Katharina Schwabe die Patienten. Die frischgebackene Mutter Susanne Zametzer freut sich doppelt: Am Nikolaustag wurde sie von Töchterchen Lena entbunden.

Forchheim – Nach dem Studium der Humanmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen begann Martin Kat seine Ausbildung zunächst noch als Arzt im Praktikum in der Unfallchirurgischen Klinik der FAU Erlangen und wechselte dann ins Stadtkrankenhaus Pegnitz, das seit 2005 zur Sana Kliniken AG gehört. Im Forchheimer Krankenhaus begann er 2001 zunächst in der Chirurgie unter Prof. Dr. med. Jürgen Tonak. Später wechselte er in die Unfallchirurgie unter Chefarzt Lehmann.  2010 bis 2013 kam der Wechsel in die Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie der Kliniken Dr.  Erler in Nürnberg. Dort konnte er wertvolle Erfahrungen in der konservativen Therapie chronischer und akuter Wirbelsäulenbeschwerden sammeln.

Seit seiner Rückkehr nach Oberfranken ist Martin Kat in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie tätig, lange auch im sogenannten Hintergrunddienst, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst nachts und am Wochenende.

Geschäftsführer Sven Oelkers und Chefarzt Dr. med. Uwe Lehmann gratulieren zu der Beförderung. Martin Kat freut sich über die die Ernennung.

Forchheim – Geschäftsführer Sven Oelkers ernannte Karina Bergmann und Nadine Abert (beide 27) zur Stationsleiterin bzw. zur stellvertretenden Stationsleiterin.

Karina Bergmann leitet ab sofort die Station mit den Schlaganfallpatienten. Die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin hat die Prüfung zur Stroke Nurse erfolgreich bestanden, ist also spezialisiert auf die Überwachung und Pflege von Schlaganfallpatienten. Während der halbjährigen Spezialweiterbildung an der Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe in Erlangen erweiterte sie ihr Wissen über die Anatomie des Gehirns und Risikofaktoren, die einen Schlaganfall begünstigen. Seit Anfang 2018 arbeitete sie bereits als stellvertretende Stationsleiterin. Sie liebt ihr Team. Dass man sich im Team wohlfühle, sei das A und O, findet sie. Karina Bergmann hat noch viel vor: Im Moment absolviert sie die Weiterbildung zur Stationsleitung.

Von den Weiterbildungsmöglichkeiten, die das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ermöglicht, ist auch Nadine Abert begeistert. Sie übernimmt die stellvertretende Leitung der Station Allgemeinchirurgie. 2009 lernte die Heroldsbacherin das Klinikum in Forchheim im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres kennen. Dem schloss sich die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Berufsfachschule im Klinikum an. 2017 schloss sie die Weiterbildung „Palliative care“ ab, ein Konzept zur Begleitung und Versorgung schwerkranker Menschen jeden Alters mit einer nicht mehr zu heilenden Grunderkrankung.

Die Chirurgie, ihr jetziges Arbeitsfeld, fand Nadine Abert anfangs abschreckend, wegen der offenen Wunden. Ihre Meinung änderte sie als sie die verschiedenen Verbandstechniken anwendete. Außerdem sei der Erfolg sichtbar, weil Wunden einfach schnell verheilen. Sie lobt die familiäre Stimmung im Haus. Es bestehe ein kollegiales Verhältnis zwischen Ärzten und Pflegern, niemand müsse Spalier stehen.

Forchheim – „Das Operationsequipment ist beeindruckend. Manches davon würde ich mir wünschen“, sagt Dr. med. Björn Mück, Oberarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Kempten. Er ist einer der Chirurgen von deutschlandweit rund 35 Spezialisten, die zum 9. Hernienexpertenworkshop auf Einladung von Chefarzt Dr. med. Bernhard Drummer, Leiter der Allgemeinchirurgischen Abteilung des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz, vom 21. bis 22. November nach Forchheim reisten. Auf der zweitägigen Veranstaltung treffen sich Chirurgen aus ganz Deutschland, um spezielle operative Techniken und chirurgische Problemfälle vorzustellen und zu diskutieren.

Unter einer „Hernie“ versteht man das Austreten von Eingeweiden aus der Bauchhöhle, umgangssprachlich als „Bruch“ bezeichnet. Bei einer laparoskopischen Operation (per Bauchspiegelung) eines Leistenbruches, den die Teilnehmer mithilfe der Datenübertragung und speziellen 3D-Brillen im Konferenzsaal verfolgen konnten, demonstrierte Chefarzt Dr. Bernhard Drummer die moderne Operationsausrüstung. Ein anwesender Medizinproduktevertreter ist beeindruckt: Die OP-Ausstattung im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz sei eine der Modernsten in Bayern. Neben den dreidimensionalen, extrem scharfen und hochauflösenden Bildern aus dem Inneren des Körpers, die am Klinikum in Forchheim bereits seit 2015 die Arbeit des Operateurs erleichtern, hat das Krankenhaus zwei Operationssäle auf dem neuesten Stand der Technik gehalten: Teile der laparoskopischen OP-Anlage wurden modernisiert, die von den Kliniken für Allgemeinchirurgie und Frauenheilkunde genutzt wird. Die Dokumentation aller bildgebenden Verfahren erfolgt über ein Übertragungssystem, mit dem der Mediziner herstellerunabhängig auf alle visuellen Daten zugreifen kann.

Dabeisein ohne den Operationssaal zu betreten

Stefan Schatz, Berater der Firma medika-Fachhandel für Medizinprodukte, erklärt die Vorteile: Mit dieser Mediaplattform sei es möglich, dass Chirurgen ortsungebunden die Operation mitverfolgen können. Das heißt die Operation kann live mit verfolgt werden. „Eine unglaubliche Zeitersparnis!“

Besseres Licht, Tiefen sind besser ausgeleuchtet

Dr. Bernhard Drummer ist besonders von den OP-Lampen begeistert: Es regelt sich die Beleuchtung selber: Bei herkömmlichen OP-Lampen wirft der Operateur einen Schatten. Bei der modernen Anlage fällt das Licht durch intelligente Ansteuerung der LED-Module automatisch aus einem anderen Winkel auf den Operationstisch. Das Lampensystem fokussiert automatisch, Leuchtfeldgröße, Lichtqualität und –helligkeit bleiben gleich.

Besser als das menschliche Auge

Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, schätzt das  Bildgebungsverfahren. „Die 3D-Technik und Auflösung sind deutlich besser, besser als das menschliche Auge!“, beschreibt er die Vorzüge für den Operateur.

Kürzere OP-Zeiten

Die optimierte OP-Ausstattung nutzt vor allem den Patienten. Durch die deutlich verbesserten Sichtverhältnisse ist das Risiko von unerwünschten Operationsereignissen entscheidend verringert. Die OP-Zeiten verringern sich, dadurch benötige der Patient geringere Narkosen und sei nach der Operation schneller wieder fit, so Stefan Schatz.

Prof. Dr. med. Jürgen Reiter, ehemals chirurgischer Chefarzt, besucht den Hernienexpertenworkshop seit seiner Gründung in Garmisch-Partenkirchen: „Bernhard Drummer, zu dem ich die Verbindung gehalten habe, versucht immer uns das Neueste, was es auf dem Markt gibt, bei den Workshops zu zeigen.“

Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

Bildunterschrift: Operationsteam bei einer Zwergfellhernien-OP mit Chefarzt Dr. Bernhard Drummer, Leitender Oberarzt Dr. Michael Sturm, Ilse Wolf (OP-Leitung), Jana Schmidt (angehende Ärztin im praktischen Jahr), Julia Schmidt (Instrumentierende), Dr. Franka Billes (Anästhesistin)

Forchheim – Fabian Knauer hat nach knapp zwei Jahren als Stellvertreter die Leitung der Station der Allgemeinchirurgie übernommen. 2011 lernte der heute 24-Jährige das Klinikum während des Freiwilligen Sozialen Jahres kennen. Dem schloss sich eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger bis 2015 an. Auf der Station der Inneren Medizin begann Fabian Knauer seine Tätigkeit und wechselte 2017 zur Station Allgemeinchirurgie. Nach einer erfolgreichen Fachweiterbildung „Leiten und Führen einer pflegerischen Einrichtung“ an der Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe in Erlangen ist Fabian Knauer jetzt Stationsleiter: „Auf meiner Station bekomme ich positive Rückmeldungen, dass ich trotz der jungen Jahre meine Rolle als Leiter gut füllen kann und dass meine Mitarbeiter mit mir reden können. Ich habe ein offenes Ohr und kann Dinge gut umsetzen.“

Warum findet alljährlich am 14. November ein Weltdiabetestag statt?

Dr. Elisabeth Dewald: Dass die Behandlung des Diabetes keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt die Tatsache, dass erst im Jahr 1921/22 durch die beiden Forscher Frederick Grant Banting und Charles Herbert Best die Entdeckung des Insulins gelang und damit der bahnbrechende Erfolg in der Behandlung dieser Erkrankung. Der 14. November ist der Geburtstag von Frederick Grant Benting. Um an seine und die Verdienste seiner Mitstreiter zu erinnern, wird alljährlich diesem Tag gedacht.

Wann wurde erstmals eine Behandlung des Diabetes mellitus möglich?

ED: Als einer der ersten Patienten erhielt der fünfjährige „Teddy“ Theodore Ryder im Jahr 1922 das zum Überleben notwendige Hormon. Zu diesem Zeitpunkt wog das Kind 12,5 kg und wäre an der Erkrankung verstorben, hätte es nicht die Entdeckung des Insulins gegeben. Nach wenigen Monaten kam er zur vollen Genesung und schrieb an den Forscher:
„Sehr geehrter Hr. Dr. Banting, ich wünschte, sie könnten mich jetzt sehen. Ich bin jetzt ein properer Junge geworden, mir geht es gut und ich kann auf Bäume klettern…“. Im Alter von 76 Jahren nach einem erfüllten Leben verstarb er ohne wesentliche Folgeerkrankungen seines Diabetes.

Die Forschung und Entwicklung nahm dann ab den 1960er Jahren stark zu, heute stehen uns eine Vielzahl von modernen Medikamenten, Insulinen und Hilfsmitteln zur Verfügung, die es erlauben, eine individuelle Therapie für jeden Diabetiker durchzuführen.

Wie häufig ist denn die Diabeteserkrankung in Deutschland?

ED: Ca. 95% aller Diabetesfälle sind dem sogenannten Diab. mell. 2 zuzuordnen. Aktuell geht man von etwa 7,2 Mio bekannten Typ 2-Diabetikern in Deutschland aus, die Zahl der unbekannten Typ-2-Diabetiker liegt nach Schätzungen ebenso hoch. Jährlich kommen 500.000 Neuerkrankungen hinzu. Der Anteil von Patienten mit Diabetes mellitus 2 in den Kliniken liegt bereits bei etwa 30% aller Klinikpatienten. Man beobachtet eine stark ansteigende Anzahl von Menschen mit Diabetes mellitus nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Die Fachwelt spricht bereits von einem sich ausbreitenden „Diabetes-Tsunami“.
Schwerwiegend sind in diesem Zusammenhang auch die Begleit-/Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus.

Mit Diabetes in der Klinik – was gibt es für Betroffene zu beachten?

ED: Trotz aller Fortschritte in der Behandlung des Diabetes kann ein Krankenhausaufenthalt manchmal nicht vermieden werden – sei es wegen einer entgleisten diabetischen Stoffwechsellage oder auch wegen einer anderen Erkrankung oder einer anstehenden Operation.

Dies bedeutet für Menschen mit Diabetes eine Veränderung ihrer täglichen Gewohnheiten, manche Diabetesmedikamente müssen z.B. vor einer Operation abgesetzt werden, Insulinmengen müssen angepasst werden, Infektionen und Therapeutika können den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben, Nüchtern-Phasen erfordern eine Anpassung der Diabetestherapie. Zudem ist aus Studien bekannt, dass Menschen mit Diabetes ein höheres Risiko für Komplikationen haben und dadurch auch die Verweildauer in der Klinik länger wird.

Um als Patient mit Diabetes selbst gut auf einen geplanten stationären Aufenthalt in der Klinik vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich, sich schon im Vorfeld mit dem Hausarzt oder dem behandelnden Diabetologen abzusprechen, die entsprechenden Unterlagen für die Klinik bereitzuhalten und das eigene Diabetes-Equipment in die Klinik mitzunehmen.

Die Auswahl einer geeigneten Klinik für Diabetiker erleichtert ein von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vergebenes Zertifikat, das für jeweils drei Jahre Gültigkeit besitzt, danach muss sich die Klinik einer erneuten Prüfung ihrer Qualitätsstandards unterziehen.

Das Klinikum Forchheim besitzt dieses Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet“ bereits seit 2014, im Oktober 2017 wurde die Klinik erfolgreich rezertifiziert.

Neben einer in Vollzeit tätigen Diabetologin stehen den Patienten im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz auch eine ärztliche Weiterbildungsassistentin zur Diabetologin sowie zwei Diabetesberater und auf allen Stationen diabetesversierte Pflegekräfte zur Verfügung, um die bestmögliche Versorgung von Diabetespatienten zu erzielen.

Warum findet die Erkrankung Diabetes mellitus in der öffentlichen Wahrnehmung noch zu wenig Beachtung, obwohl es eine Erkrankung mit so weitreichenden Folgen ist?

ED: Es handelt sich um eine Krankheit, die nicht weh tut, die man oft lange nicht bemerkt, obwohl sie schon vorhanden ist, die häufig als „ein bisschen Alterszucker“ verharmlost wird und die oft gleichgesetzt wird mit Verlust von Lebensqualität.

Worauf kommt es zusammenfassend in der Behandlung an?

ED: Diabetestherapie bedeutet in erster Linie Eigenverantwortlichkeit der Betroffenen in Kombination mit den heute so vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten.
Therapieerfolg und der Erhalt der Lebensqualität durch Vermeidung der Folgeschäden sind der Lohn.

(Das Interview führte Franka Struve, Pressesprecherin des Klinikums-Forchheim-Fränkische Schweiz)

Forchheim – Der Klassenraum der neuen ersten Klasse der Berufsfachschule für Pflege ist gut gefüllt. 20 Schülerinnen und Schüler lernen die Grundlagen der chemischen Desinfektionsmethoden. Sie vereinen fünf verschiedene Nationalitäten und der Altersunterschied zwischen der jüngsten 16-jährigen Schülerin und dem ältesten Schüler beträgt 36 Jahre. Seit Anfang Oktober 2019 läuft die dreijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege.

Alexandra Arnold aus Heiligenstadt hat bereits eine Ausbildung als Medizinische Fachangestellte abgeschlossen. Bei der Entbindung ihres Sohnes ist sie zum ersten Mal im Klinikum in Forchheim gewesen. Eine Freundin, die das Examen zur Gesundheits- und Krankenpflegerin bereits an der Berufsfachschule abgeschlossen hat, hat ihr die Ausbildung empfohlen. Die 28-Jährige ist positiv überrascht, wie wichtig die Anliegen der Schüler hier genommen werden: „Jeder unterstützt den anderen. In unserer Klassengemeinschaft achtet man darauf, wenn es jemandem mal nicht ganz so gut geht.“ Die sehr große Chance, als Pflegekraft vom Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz übernommen zu werden, sieht Alexandra Arnold als weiteren Pluspunkt.

Sarah Heimann (17) hat vorher die Fachoberschule besucht. Sie sei schon immer an medizinischen Themen interessiert, arbeite beim BRK mit, habe sich als Schulsanitäterin engagiert, sagt sie. Außerdem helfe sie gerne Menschen. Auf das Klinikum als Ausbildungsstätte ist sie gekommen, weil die Großmutter dort ebenfalls beschäftigt ist. Besonders gespannt ist sie auf den praktischen Teil der Ausbildung: Ab dem 18. November arbeiten die Schüler mit auf der Station.

Alleinstellungsmerkmal – der direkte Draht von Lernenden und Lehrenden

Der neue Schulleiter, Andreas Schneider, der Anfang August seine Tätigkeit am Klinikum aufgenommen hat, sieht im Praxisbezug ein Alleinstellungsmerkmal der Forchheimer Schule: Ärzte und andere Berufsgruppen im Haus beteiligten sich aktiv am Unterricht als Lehrende und gewähren den Schülern Einblick in ihre Tätigkeit, unterstreicht er. Gemeinsam mit seinem Team hat Andreas Schneider eine konkrete Strategie seines Bereiches aufgestellt zur Sicherung der pflegerischen Versorgung.

Umsetzung des Pflegeberufegesetzes

Eine besondere Herausforderung sieht der 54-Jährige in der praktischen Umsetzung des Pflegeberufegesetzes, das die Ausbildung von Alten-, Kinder-, Gesundheits- und Krankenpflegern vereinheitlichen soll. Dieses Gesetz gilt für alle Ausbildungen, die ab dem 1. Januar 2020 begonnen werden. Nach diesem Datum können Auszubildende an der Berufsfachschule für Pflege die Berufsbezeichnung „Pflegefachmann“, bzw. „-fachfrau“ erwerben. Der diesjährige Jahrgang der Schulanfänger ist der letzte, der die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger durchläuft.

Auf dem Foto ©Franka Struve: von l. n. r.: • Die neue erste Klasse der Berufsfachschule für Pflege – Shaker Sagbani, Lehrkraft Katharina Zobel, Andrea Fitigau, Elena Vetter, Luisa Grampp, Sadegh Mesbahzadeh, Ulrich Faber, Julia Becker, Alexandra Arnold, Selina Mathes, Milena Beßler, Maximilian Drummer, Annelie Merkel, Sarah Heimann, genau davor Sandra Rahner, Fabian Brütting, genau davor Schulleiter Andreas Schneider und Lehrkraft Barbara Meixner.

Forchheim – Bis in das oberste Stockwerk des Klinikums informierten Anbieter an Messeständen über gesundheitliche Themen rund um das Älterwerden auf der Senioren- und Gesundheitsmesse Seniofit, die zum 12. Mal stattfand, dieses Jahr unter dem Motto „Mobilität auf Rädern“.

Mobil im Alter

„Einfach mal zum Kaffee trinken fahren. Freunde besuchen, wann Sie wollen.“ Diese Mobilität verspricht Ingolf Gebhart, der mit der Vorstellung seiner knallroten Elektroscooter und dem zusammenklappbaren Scooter-Reisemobil viel Aufmerksamkeit auf sich zog.

Das weltweit erste spurstabile, transportable Vorsatzrad für Rollstühle demonstrieren Christian Drummer und Dominik Herrmann aus Kirchehrenbach. Seit einem Verkehrsunfall 2012 ist Dominik Herrmann querschnittsgelähmt. Aus persönlichem Antrieb entwickelten beide das Vorsatzrad, welches man mit nur einer Hand lenken kann und das es ermöglicht, beispielsweise über die Kopfsteinpflaster der Forchheimer Innenstadt kraftsparender und sicherer zu fahren.

Ersatzhaare nach einer Chemotherapie

Ein Novum auf der Messe ist der Stand des „Haus Einklang“: Friseurmeister Henrik Gottstein hilft Menschen, die auf Grund einer Chemotherapie ihre Haare verloren haben, mit Ersatzhaar. Visagistin Juliette Gottstein erklärt: „Die Beschaffenheit von Haut und Haar ist das erste, was man morgens beim Blick in den Spiegel wahrnimmt.“ Viele Patienten, die ihre Haare verloren haben, litten erheblich unter dem Verlust. In Zusammenarbeit mit einer Heilpraktikerin soll das Selbstbewusstsein wieder aufgebaut werden.

Direkter Kontakt zu Medizinern

Viele Gäste der Seniofit suchten auch das persönliche Gespräch mit den Ärzten des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz. Leonhard Schmitt und Klaus Pfeiffer sprachen mit Dr. Bernhard Drummer, Chefarzt der Allgemeinchirurgie, über Nabelbrüche und Leisten-Operationen. Ehefrau Ingrid Pfeiffer informiert sich bei Dr. Uwe Lehmann, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, über die Behandlung von Hüftschmerzen. Ein Ehepaar aus Erlangen, das das erste Mal auf der Messe ist, wundert sich über die Vielfältigkeit und Größe der Ausstellung. Diese werde sehr gut angenommen, finden sie. Beide hören sich den Vortrag des neuen leitenden Oberarztes der Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. Andreas Langenbach an zum Thema Sportverletzungen. Der Ärztliche Direktor des Klinikstandortes Ebermannstadt, Prof. Dr. Eberhard Kuon, redet über die Herausforderungen der Palliativmedizin, Dr. Judith Neglein, Oberärztin der Intensivstation spricht über „Narkose im Alter“ und Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, Ärztlicher Direktor in Forchheim, klärt über die Organspende auf. Über „Behandlung von Inkontinenz“ referiert Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, und Dr. Gabriele Egelseer, Leiterin der Notaufnahme erklärt die Patienteneinschätzung. Diabetologin Dr. Elisabeth Dewald und Ernährungsberaterin Sabine Lamprecht veranschaulichen gesundheitsfördernde Ernährung anhand von kleinen, einfach zuzubereitende Gerichten und Chefarzt Dr. Klaus Swoboda führt durch die Radiologie.

Aktiv und fit

„Selbst aktiv werden“, propagiert Annette Hüttmann, die für das Gesundheitsamt des Landkreises Seniorensport anbietet. Umringt von sportlichen Senioren verwendet sie elastische Schlaufenbahnen für muskelaufbauende einfache Übungen, um im Alter fit zu bleiben.

Der ASB ist mit dem ehrenamtlichen Besuchshundedienst auf der Seniofit vertreten. Auf Wunsch besuchen die Hundeführer mit ihren Hunden Altersheime, Kindergärten, Schulen und Einrichtungen der Tagespflege. Rund 35 Hunde haben den Eignungstest bestanden und bauen den Kontakt zwischen Tier und Mensch auf. Kinder lernen den Umgang mit Hunden während bei Menschen in einer Pflegeeinrichtung die Freude am Streicheln im Vordergrund steht. Die „Pelznasengruppe“ aus Gremsdorf geht regelmäßig mit rund sieben Personen, davon einige mit Handicap, und mindestens zwei bis drei Hunden spazieren, erläutert Monika Faber vom ASB Forchheim.

Nach Angaben des Veranstalters Oswald Media konnte die Messe mit rund 1.300 Besuchern an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen.

Forchheim – Zum 1. Oktober 2019 hat Dr. med. Andreas Langenbach seine Stelle als leitender Oberarzt angetreten.

Der 41-Jährige hat bereits als Assistenzarzt zwischen 2007 und 2011 am Forchheimer Klinikum gearbeitet, später dann als Fach- und schließlich Oberarzt in der unfallchirurgischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen unter Prof. Dr. Friedrich Frank Hennig.

Die Perspektive sich in einer leitenden Position weiter zu entwickeln und zusammen mit Chefarzt PD Dr. Uwe Lehmann die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie in Zukunft zu gestalten, brachte den Orthopäden und speziellen Unfallchirurgen wieder zurück in die Königsstadt. Das Medizinstudium absolvierte der gebürtige Hannberger an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen. Berufsbegleitend schloss er 2018 noch ein Masterstudium in Betriebswirtschaft und Gesundheitsökonomie ab.

Spezialisiert hat sich Andreas Langenbach auf minimalinvasive Eingriffe an Schulter- und Kniegelenk. Das kommt dem Sportmediziner zugute, wenn er die Sportler vom Handballclub Erlangen und der Spielvereinigung Greuther Fürth im stationären Bereich mitbetreut.

Privat spielt der Vater einer 9-jährigen Tochter gerne Fußball und Golf und geht gerne Laufen.

Forchheim – „Das Knie ist ein sehr komplexes Gelenk, welches weit mehr Funktionen hat als ein einfaches Scharnier“, erläutert PD Dr. med. Uwe Lehmann, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, im Rahmen der Vortragsreihe des Fördervereins Klinikum Forchheim e.V. im gut besuchten Konferenzsaal. 

Abwägen zwischen Lebensqualität und Symptomen

Diese Komplexität des Gelenkes, welches durch Bänder und Sehnen stabilisiert und durch Zugkräfte der Muskeln bewegt wird, erschwere den Ersatz durch ein künstliches Implantat. Unumwunden räumt Dr. Lehmann ein, dass rund zwei von fünf Patienten Probleme mit einer Kniegelenksprothese haben. Er empfiehlt daher genau abzuwägen zwischen den Symptomen, die mit einem Verschleiß der Knorpelmasse einhergehen, und der verbleibenden Lebensqualität. Wenn jeder Schritt schmerzt, man abends vor Schmerzen keinen Schlaf findet oder nachts deswegen aufwacht und man maximal 100 Meter zu Fuß bewältigen kann, sollte man einen künstlichen Ersatz von Teilen des Kniegelenkes oder des gesamten Gelenkes in Erwägung ziehen, so Dr. Lehmann.

Zertifizierte Erfahrung

Die Operateure des zertifizierten Endoprothetikzentrums Forchheim (EndoFo), Dr. Uwe Lehmann, Dr. Roßmeißl, Jürgen Waibel und Dr. Wolfgang Müller, haben sich auf das Einsetzen von Endoprothesen spezialisiert, das sind Implantate, welche dauerhaft im Körper bleiben und ein Gelenk ersetzen. Zusammen bringt das EndoFo-Team mehr als 150 Jahre Erfahrung in der Endoprothetik mit aus mehr als 10.000 Prothesenimplantationen.

Seit März 2018 operieren die Experten mit einem roboterarmassistierten System. Im Vorfeld des Eingriffs wird eine spezielle Planungs-Computertomografie (CT) angefertigt, die die individuelle Anatomie des Patienten erfasst. Das daraus resultierende 3D- Modell dient als Planungsgrundlage der Prothese. Die Schlittenprothese oder Totalendoprothese wird für jeden Patienten individuell in das 3D-Modell eingepasst.

Funktionsweise

Während der Operation nutzt der Operateur die roboterarmunterstützte Technologie zum Sägen des Prothesenbetts. Dabei werden Punkte am offenen Knie gemessen und die Daten an einen Computer übertragen. Ein Medizinproduktspezialist begleitet die gesamte Operation, plant mit dem Operateur die exakte Positionierung der Prothese und nimmt die Feinabstimmung der Bänderspannung vor. Die Genauigkeit der Säge beträgt ein 1/10 Millimeter und ein Grad. Bei einer Abweichung von der Planung stoppt der Sägevorgang automatisch. Keine Bänder- oder Nervenstrukturen können beschädigt werden.

Beweglicher, weniger Schmerzen, geringere Revisionsrate

Dr. Lehmann zieht ein Resümee nach den ersten 18 Monaten mit der neuen Technologie: „In Punkto Präzision und Patientensicherheit ist die computerunterstütze Technik unschlagbar.“

Eine Umfrage unter den im Klinikum Forchheim Operierten ergab, dass die roboterunterstützt-Operierten wesentlich zufriedener mit ihrem Beweglichkeit waren (Note 2,1) als die herkömmlich Operierten (Note 2,8).

Internationale Studien aus den USA, Australien und Schweden legen nahe, dass ein manueller Teilgelenkflächenersatz am Knie bei mehr als vier Prozent der Patienten einen erneuten Eingriff innerhalb von zwei Jahren nach sich zieht, während die roboterarm-assistierte Methode nur einen zweiten Eingriff bei etwas mehr als einem Prozent der Patienten erfordert.

Datenerhebungen zeigen, dass der Schmerzmittelverbrauch nach der Operation geringer ist, die Liegezeiten kürzer und die frühfunktionelle Erholung rascher bei der roboterarmassistierten Methode eintritt als bei herkömmlich Operierten.

Erfahrungen am eigenen Leib

Die persönlichen Erfahrungen von Gerda und Helmut Zinner aus Neunkirchen am Brand untermauern die positiven Ergebnisse: Helmut Zinner hatte bereits ein herkömmlich operiertes Kniegelenk und ließ sich im Mai das zweite Knie mit roboterarm-assistierter Technik operieren. Seine Frau hat das linke Knie mit der neuen Technologie in Forchheim operieren lassen: „Mir ging es während der ersten OP und auch seitdem gut von Anfang an. Deswegen bin ich sehr zuversichtlich und lasse mir jetzt auch das zweite Knie machen“, sagt sie. Ihr Mann geht ins Fitnessstudio und kann eine halbe Stunde auf dem Laufband laufen.

Anschließend stellten die Interessierten viele Fragen, zum Beispiel nach der MRT-Tauglichkeit und der Lebensdauer der Prothesen. Dr. Lehmann antwortete, dass die Prothesen MRT-tauglich seien und eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren hätten.

Forchheim – Der Begriff ‚Entsenden‘ bedeutet ‚jemandem mit einem bestimmten Auftrag an einen Ort schicken‘. Bei dem Entsendungsgottesdienst in der Kapelle im Klinikum wurden acht Ehrenamtliche gefeiert, die in das Krankenhaus entsandt werden, um den Patienten ein Gesprächspartner zu sein. Alle haben einen Kurs der katholischen und evangelischen Klinikseelsorge erfolgreich absolviert. Die Gesprächsangebote sind freiwillig, nicht konfessions- oder religionsgebunden und unterliegen der Schweigepflicht.

Gesundheit von Seele und Körper

In seiner Ansprache spannt Pastoralreferent Dietmar Denzler einen weiten Bogen: Im Markusevangelium, in der von der Heilung eines Gelähmten erzählt wird, wird Jesus als Heiler – als Arzt der Seele und des Körpers – beschrieben. Der Mediziner Hippokrates von Kos stellt das ärztliche Handeln in den Mittelpunkt, der Mensch ist ein Teil des wunderbaren Kosmos. Der persische Gelehrte Ibn Sina (latinisiert Avicenna) veröffentlicht den ‚Kanon der Medizin‘ und Hildegard von Bingen revolutioniert die Klostermedizin. Dietmar Denzler beschreibt die Fortschritte in der Medizin vom Ospedale di Santa Maria della Scala, eines der ältesten europäischen Krankenhäuser in Siena, über die anatomischen Studien Leonardo da Vincis bis hin zu Antibiotika und Magnetresonanztomographien in der Neuzeit. Die Wechselwirkung von Seele und Körper und die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind seit der Antike Gegenstand von zahlreichen Abhandlungen. Während sich Mediziner mehr mit körperlichen Leiden beschäftigen, bleibe heute nur wenig Zeit für die Seelsorge, die Sorge um die Seele, so der katholische Theologe. Er kritisiert die Diktatur der Ökonomie in der Medizin und hebt den Stellenwert des Besuchsdienstes hervor, „damit die Menschen nicht allein gelassen sind mit ihren Fragen nach Krankheit und Tod.“

Unverzichtbarer Besuchsdienst

Sven Oelkers, Geschäftsführer des Klinikums, beschreibt das Krankenhaus als einen besonderen Ort, an dem der Kranke zwar professionelle Hilfe auf hohem Niveau erhalte, aber das Persönliche bleibe oft außen vor. Darunter litten besonders jene Patienten, die nicht von Angehörigen und Freunden besucht werden, so Sven Oelkers. An die Ehrenamtlichen gewandt, sagt er: „Sie verringern diese Lücke. Der Besuchsdienst ist ein unverzichtbarer Teil des Klinikums.“

Zeit als Ausdruck von Menschlichkeit

Der evangelische Pfarrer Ulrich Bahr beschreibt die schwierigen und belastenden Situationen für den Kranken selbst und für Angehörige und Pflegende. Die Motivation der Ehrenamtlichen des Besuchsdienstes könne ganz unterschiedlich sein. Neben einer spezifisch religiösen Grundhaltung im Sinne der Nachfolge Jesu stünden Mitgefühl für die Nächsten, Dankbarkeit und die Hoffnung, eigene Erfahrungen im Umgang mit Krankheit und Leid weitergeben zu können. Auch der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, unterstreicht, dass das Wichtigste, was man geben könne, die eigene Zeit sei als ein Ausdruck von Menschlichkeit.

Elf Jahre Besuchsdienst

Elvira Weber aus Effeltrich hat sich Zeit genommen: Seit rund elf Jahren ist sie im Besuchsdienst in der Klinik in Ebermannstadt aktiv und wechselt jetzt nach Forchheim. Eine Freundin hatte sie damals auf dieses Ehrenamt aufmerksam gemacht. „Man nimmt auch ganz viel mit“, sagt sie. In der Regel besucht sie ein Mal pro Woche die Patienten in der geriatrischen Rehabilitation für zwei, drei Stunden. Nur einmal habe sie ein Jahr ausgesetzt, weil ihre Schwiegereltern krank wurden und sie diese zu Hause gepflegt habe. „Das war zu viel!“

Landrat Dr. Hermann Ulm, Bürgermeister und Franz Streit gratulierten den Ehrenamtlichen. Die Gruppe ‚Joe Corino‘ (ital. für ‚Kleiner Chor‘) der St. Josef-Gemeinde aus Buckenhofen übernahm die musikalische Begleitung mit Judith Klaus (Gesang), Christine Dornheim (Klarinette), Werner Barthelmann (Gitarre) und Sigrid Lauger (Rhythmus).

Zum Tag der Patientensicherheit am 17. September informiert das Klinikum zur Sicherheitskultur:

Die Weltgesundheitsversammlung ist das höchste Entscheidungsorgan der Weltgesundheitsorganisation und befürwortete bei der diesjährigen Tagung im Mai die Einrichtung eines weltweiten Tags der Patientensicherheit am 17. September. Katja Severa, stellvertretende Risikomanagerin am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, erläutert, wie mittels einer strukturierten Analyse der Risiken unerwünschte Ereignisse bei Patienten, die das ungewollte Ergebnis einer Behandlung im Krankenhaus sein können, vermieden werden.   

Eine Situation im Klinikum, die zwei Leben bedrohte, konnte entschärft werden: Bei einer massiv übergewichtigen Schwangeren musste nachts ein Notfallkaiserschnitt durchgeführt werden, da sich der Zustand des ungeborenen Kindes akut verschlechtert hatte. Bei der notfallmäßigen Narkoseeinleitung misslang das Einbringen eines Beatmungsschlauchs in die Luftröhre. Die Narkoseärztin reagierte unverzüglich in dieser extrem kritischen Situation und wechselte sofort, wie in den Arbeitsanweisungen beschrieben und oftmals geübt, zu „Plan B“ und sicherte den Atemweg mit einer Kehlkopfmaske.

Den glimpflichen Ausgang dieses dramatischen Vorfalls – ohne Schaden für Mutter und Kind – führt Katja Severa als Beispiel für erfolgreiches Risikomanagement auf: Die „Sicherung des schwierigen Atemwegs“ wurde am Klinikum in Forchheim als Achillesferse jeder Vollnarkose identifiziert. Daraufhin wurden standardisierte Arbeitsanweisungen erstellt, in denen die verschiedenen Möglichkeiten zur Atemwegssicherung systematisch dargestellt wurden. Zusätzlich werden diese Verfahren regelmäßig in der Praxis geübt, um im Notfall fit zu sein.

Aus Fehlern lernen

Zu den Aufgaben, die die stellvertretende Anästhesiepflegeleiterin seit März übernommen hat, gehören sämtliche Maßnahmen zur Analyse, Bewertung, Überwachung, Steuerung und Kontrolle von Risiken im Klinikum, eng verbunden mit dem Qualitätsmanagement im Haus. Besonders wichtig sei es, ein Umdenken in den Köpfen aller Beteiligten voranzutreiben, unterstreicht sie: „Weg von Vertuschung – hin zu „Lernen aus Beinahe-Fehlern“!“ Unterstützt wird sie dabei unter anderem vom Critical Incident Reporting System, einem Fehlermeldesystem, bei dem Mitarbeiter des Hauses anonym und sanktionsfrei riskante Konstellationen aus dem klinischen Alltag darstellen können.

Schweizer Käse Modell

Eine kritische Situation kann dadurch entstehen, dass mehrere zufällige Konstellationen zusammen auftreten: „Übergewichtige Schwangere“ und „Notfallkaiserschnitt“. Wie beim Stapeln von Schweizer Käse-Scheiben die Löcher zufällig aufeinanderliegen und eine „barrierefreie Bahn“ ermöglichen, kann das Zusammenfallen von ungünstigen Faktoren zu einem katastrophalen Ergebnis führen. Aufgabe des Risikomanagements ist es, auf mehreren Ebenen Barrieren einzubauen. Vorreiter im Risikomanagement waren die Luft- und Raumfahrt. Diese Bereiche sind wie das Gesundheitswesen gekennzeichnet durch hochkomplexe Arbeitsabläufe und den Anspruch aller Beteiligter nach maximaler Sicherheit.

Strukturierte Risikominimierung

Die Sicherheit des Patienten sowie die Vermeidung von Schadensfällen bei der Patientenversorgung sind das oberste Ziel des klinischen Risikomanagements. Im Klinikum am Standort Forchheim gibt es insgesamt elf Risikobereiche, die jeweils von einem Risikoverantwortlichen in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Abteilungen betreut werden. Ziel ist es, Arbeitsabläufe innerhalb der Abteilungen und in der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit zu optimieren. Zweimal im Jahr werden die Risikosituationen des Hauses überprüft und gegebenenfalls Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet. Das Risikomanagement-Lenkungsteam trifft sich ebenfalls zweimal im Jahr, um über die aktuelle Risikosituation zu beraten und Möglichkeiten zur Verbesserung zu diskutieren.

Altdorf – Ein Kniegelenkersatz ist möglicherweise unvermeidlich, wenn Schmerzmittel, Cremes und Spritzen nicht mehr helfen und das Leitersteigen zur Qual wird. Diese Erfahrung machte Gerhard Hain aus Altdorf bei Nürnberg.

Wenn Gerhard Hain über die Stadt Rom spricht, kommt er ins Schwärmen: die kleinen Cafés, die Sprache, die Mentalität. Als er damals in Rom beruflich tätig war, hing einfach ein Schild an der Bürotür „Chiuso per sciopero! – Geschlossen wegen Streik!“, wenn die Mittagspause einmal etwas länger dauern sollte. Daher empfand der 75-Jährige den begrenzten Aktionsradius bei Städtereisen als größte Einschränkung: „Ich schaue mir gerne Monumente an. Früher war ich von früh bis spät zu Fuß in der ‚ewigen Stadt‘ unterwegs. Durch die Schmerzen im Knie bin ich an das Hotel und Umgebung gefesselt gewesen.“ Vor zehn Jahren ließ er eine Gelenkspiegelung durchführen mit der Diagnose, dass von der Knorpelmasse des Meniskus nicht mehr viel vorhanden war. Der pensionierte Leiter eines kommunalen Bildungs- und Kompetenzzentrums litt unter einem andauernden Stechen im rechten Knie, das bei Belastung stärker wurde. Als das Wort ‚Knieprothese‘ zum ersten Mal fiel, war er geschockt.

Kniegelenkersatz, computergenau berechnet

Er recherchierte im Internet und stieß auf Artikel zu ‚roboterarm-assistierter Chirurgie‘. Dabei handelt es sich um eine Computertechnologie für endoprothetische Eingriffe. Im Vorfeld des Eingriffs wird eine spezielle Planungs-Computertomographie (CT) angefertigt. Mit dieser wird die individuelle Anatomie des Patienten erfasst. Das daraus resultierende 3D-Modell dient als Planungsgrundlage der Prothese, zunächst aus rein anatomischen Gesichtspunkten. Vor der Knie-OP wird unter Narkose die zukünftige Position des Implantates so angepasst, dass die Bänder in Beugung und Streckung optimal gespannt werden. Während der Operation nutzt der Operateur die roboterarmgestützte Technologie zum Sägen des Prothesenbetts. Bei einer Abweichung von der Planung stoppt der Sägevorgang automatisch. Die Genauigkeit der roboterarmunterstützten Säge beträgt 1/10 Millimeter.

Lernen aus der Metallverarbeitung

Gerhard Hain ist überzeugt: „Es gibt keinen Handwerker, der von sich behaupten kann, dass er per Hand auf ein Zehntel Millimeter genau fräsen kann. Wenn es um Präzision geht, wird in der Metallindustrie auch computergestützt gearbeitet – mit CNC-Fräsen. Das ist heute selbstverständlich. Warum sollte es in der Medizin nicht auch so sein?“

Zwei Knie, zwei neue Gelenke

Zuerst wurde er in einem Klinikum in Unterfranken vorstellig, wo er abgewiesen wurde: Zu schwer! In Forchheim ließ sich der 120 Kilo-Mann von Hauptoperateur Dr. Franz Roßmeißl im Juli 2018 das rechte Knie unter Zuhilfenahme des Mako®-Roboterarms operieren. Eine Knietotalendoprothese ersetzt seitdem das gesamte Kniegelenk. Er erinnert sich: „Während der ersten drei Tage nach der Operation konnte ich die Schmerzmittel selber dosieren. Mir ging es verhältnismäßig gut.“ Er lobt die kompetente Hilfe der Physiotherapeuten am Klinikum, die ihn kurz nach der OP auf die Beine gestellt haben und am dritten oder vierten Tag das Treppensteigen geübt haben. Als er am sechsten Tag in die Reha entlassen wurde, konnte er das operierte Knie bereits im rechten Winkel beugen. Gerhard Hain ist nach wie vor überzeugt von der höheren Genauigkeit dieser Technologie: „Ich bin eigentlich ein Patient nach und vor der Operation. Leider habe ich jetzt Schmerzen im linken Kniegelenk und warte auf einen weiteren OP-Termin.“ Der behandelnde Orthopäde Dr. Franz Roßmeißl bestätigt: „Auch bei übergewichtigen Patienten funktioniert die Methode sehr gut. Die exakte Positionierung der Prothese sorgt für gute Beweglichkeit und hohe Zufriedenheit.“

Erfahrungen nach 18 Monaten roboterarm-assistierter Chirurgie

Auch andere Mako®-Patienten bewerten das Resultat des Eingriffes in Forchheim positiv: Sechs Wochen nach der OP waren diese wesentlich zufriedener mit ihrer neu erlangten Beweglichkeit als die Vergleichsgruppe. In einer englischen Studie von 40 herkömmlich Operierten und 40 Patienten mit Mako®-Knietotalendoprothese wiesen Letztere weniger postoperative Schmerzen auf, konnten nach kürzerer Zeit das gestreckte Bein heben und haben ihren Krankenhausaufenthalt um fast 30 Prozent verkürzt. Knapp hundert wissenschaftliche Studien und unabhängige Prothesenregisterdaten zeigen bessere funktionelle Ergebnisse und niedrigere Revisionsraten, erforderten also weniger häufig einen Folgeeingriff.

Am Montag, den 16. September 2019, um 19 Uhr berichtet Privat-Dozent Dr. Uwe Lehmann, Chefarzt der Unfallchirurgie, im Konferenzsaal des Klinikums in Forchheim, Krankenhausstr. 10, im Rahmen der Vortragsreihe der Freunde und Förderer Klinikum Forchheim e.V. über Erfahrungen nach 18 Monaten Roboterarm-assistierter Chirurgie mit Mako®. Seit Einführung dieser Technologie im März 2018 wurden mehr als hundert Patienten auf diese Weise operiert. Der Hauptoperateur referiert auch über Rückmeldungen und Umfrageergebnisse der Patienten und Reha-Kliniken.

Interessierte sind herzlich willkommen zu der kostenfreien Veranstaltung – ohne Anmeldung.

(Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz) Gerhard Hain kann nach erfolgreicher Knie-OP wieder eine Bierkiste heben.

 Forchheim – Zehn Schüler der Krankenpflege feierten den erfolgreichen Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz.

„Ab jetzt sind Ihre Eltern nicht mehr verantwortlich für Sie!“, gibt der Klinikgeschäftsführer Sven Oelkers den Absolventen der Berufsfachschule für Krankenpflege mit auf den Weg und gleichzeitig lädt er all jene zur Rückkehr ein, die nach der Ausbildung einen anderen Arbeitgeber als das Klinikum gefunden haben: Es sei gut über den eigenen Tellerrand zu schauen, aber „wenn Ihre Erwartungen nicht erfüllt werden, stehen die Türen des Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz jederzeit für Sie offen“, betont er. Alle examinierten Krankenpfleger haben schon einen Arbeitsvertrag in der Tasche, ein Teil bleibt dem Standort Forchheim erhalten, andere zieht es in die nähere Umgebung. Eine Absolventin beginnt ihre Arbeit in einem Krankenhaus in Hamburg. Betriebsratsvorsitzende Kathrin Hamler fasst sich kürzer: „Kommt wieder! Wir brauchen Euch!“

Alleinstellungsmerkmal – der direkte Draht von Lernenden und Lehrenden

Der neue Schulleiter, Andreas Schneider, der Anfang August seine Tätigkeit am Klinikum aufgenommen hat, hebt die Bedeutung des Pflegeberufes hervor und dankt besonders den Ärzten und anderen Berufsgruppen im Haus, wie dem technischen Leiter, dass sich diese aktiv am Unterricht als Lehrende beteiligten und den jungen Menschen Einblick in ihre Tätigkeit gewährten. Der 53-Jährige sieht in diesem Praxisbezug ein Alleinstellungsmerkmal der Forchheimer Schule.

Oberfrankenweit ein sehr gutes Ergebnis

Der Prüfungsvorsitzende der Regierung von Oberfranken, Dr. Reinhard Schuberth, trägt die ausgezeichneten Noten vor: Der Gesamtdurchschnitt der Prüfungsnoten beträgt 1,76. Drei Absolventinnen haben einen exzellenten Notendurchschnitt besser als 1,33 erzielt: Julia Baumgärtner, Sophia Nieswandt und Lena Bundgaard erhalten als besondere Anerkennung den Staatspreis der Regierung von Oberfranken. Der leitende Medizinaldirektor bescheinigt ein „sehr gutes Ergebnis“ oberfrankenweit und hebt hervor, dass das Niveau anspruchsvoller sei als vor 20 Jahren, da man früher schlechte Noten ausgleichen konnte.

Lena Bundgaard (23) hat sich für die Ambulanz am Klinikum als nächste Etappe ihrer Karriere entschieden. Die abwechslungsreiche Arbeit im Team habe ihr schon während des Praxisunterrichts gefallen und die gute Zusammenarbeit mit den Ärzten, sagt sie. Sie sei gut durch die Ausbildung gekommen, nur die Ungewissheit während der Prüfungen am Ende habe ihr Unbehagen bereitet, weil sie nicht wusste, ob sie bestanden habe. „Ich hatte Glück mit den mündlichen Fragen: Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Epilepsie sind drangekommen.“

Auf dem Foto v.l. die Absolventen Sophie Trilsch, Sophia Nieswandt, Julia Baumgärtner, Lena Bundgaard, Lena Beck, Naomi Yalico, Michael Rüther, Simon Wunderlich, Oliver Neuner, Franziska Burkard und Schulleiter Andreas Schneider (Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz)

Forchheim – Seit August 2019 ist Andreas Schneider neuer Leiter unserer Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz.

Er folgt auf Simone Rehberg, die in Elternzeit ist. Eine Herausforderung sieht der 53-Jährige in der Umsetzung des neuen Pflegeberufegesetzes mit der generalistischen, international anerkannten Ausbildung von Pflegefachfrauen/-männer. Der erste Lehrgang wird im September 2020 an unserem Hause beginnen. Der Familienvater und Krankenpfleger aus Siegen bestand 1992 das 2. Staatsexamen in Anästhesie- und Intensivpflege am Universitätsspital Zürich. In Niedersachsen absolvierte er ein berufspädagogisches Akademiestudium, während er als Fachkrankenpfleger auf Intensivstationen tätig war. 2008 schloss er ein Masterstudium in Health Care Management an der Universität Salzburg ab. Er wirkte 12 Jahre in Pflegeschulen und leitete eine Fachweiterbildungsstätte. In den vergangenen sieben Jahren war er als Pflegedirektor der Sozialstiftung Bamberg verantwortlich für den Pflegedienst mit rund 1.800 Mitarbeitern. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehören u.a. Bücher und Fachartikel zu den Themen Wissensmanagement, Demenzsensibilität in Kliniken sowie zur Entwicklung der Unternehmenskultur. Er ist Lehrbeauftragter der Ev. Hochschule Nürnberg im Fachbereich Pflegewissenschaft, Prozess- und Qualitätsmanagement. Gemeinsam mit seinem Team hat Andreas Schneider eine konkrete Strategie seines Bereiches aufgestellt – zur Sicherung der pflegerischen Versorgung aller Patienten unserer Häuser und damit als Beitrag zum Ganzen.

Forchheim – Prof. Amal Al-Hashmi aus dem Oman ist die Präsidentin der Omanischen Schlaganfallgesellschaft. Sie besuchte die Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Erlangen am 22. August 2019.

Ein Schwerpunkt dabei war der Austausch über die telemedizinische Schlaganfallversorgung im Schlaganfallnetzwerk mit Telemedizin in Nordbayern STENO und die mögliche Anwendung von Telemedizin zur Schlaganfallbehandlung im Oman. In diesem Rahmen besuchte sie auch das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, wo sie von Chefarzt Prof. Dr.Jürgen Gschossmann willkommen geheißen und durch die Klinik geführt wurde. Hierbei lag der Fokus auf der Notambulanz, dem Telekonsilraum und der Stroke Unit, um die Schlaganfallbehandlung in einer telemedizinischen angebundenen, nicht-neurologisch geführten Abteilung kennen zu lernen. Sie zeigte sich beeindruckt von der hochqualitativen Schlaganfallversorgung im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz und der engen und gut organisierten Zusammenarbeit mit der Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Erlangen im Rahmen des STENO-Netzwerks. Prof. Amal Al-Hashmi arbeitet im Royal Hospital in Maskat und organisiert die Schlaganfallversorgung im Oman. Auf ihre Initiative geht auch die Gründung der ersten fünf Stroke Units im Oman zurück.

Schlaganfall-Einheit

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz verfügt über eine von deutschlandweit über 300 zertifizierten Stroke Units. Konkret handelt es sich dabei um eine von deutschlandweit 13 telemedizinisch vernetzten Stroke Units (Telestroke Unit). Die Stroke Unit-Zertifizierung und Rezertifizierung durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) erfolgt regelmäßig in dreijährigen Abständen.

Auf der Telestroke Unit unter der Leitung von Oberärztin Barbara Willaczek, die in der Klinik für Innere Medizin angesiedelt ist, arbeitet ein interdisziplinäres Behandlungsteam aus Fachärzten für Innere Medizin, speziell geschultem Pflegepersonal (Stroke Nurses), Sprach- und Schlucktherapeuten, Ernährungstherapeuten, Physio- und Ergotherapeuten sowie Sozialpädagoginnen. Die neurologische Expertise steht in Form von täglichen Visiten eines neurologischen Facharztes zur Verfügung. Rund um die Uhr steht darüber hinaus ein Experte aus den drei STENO-Zentren Erlangen, Bayreuth und Nürnberg via Telemedizin zur Verfügung.

Forchheim – Geschäftsführer Sven Oelkers ernannte Diana Hahn zur Funktionsoberärztin der Allgemeinchirurgie.

Unterbrochen von einem zweijährigen Intermezzo am St. Theresien-Krankenhaus in Nürnberg ist die Bambergerin seit Oktober 2011 am Klinikum in Forchheim tätig, zuletzt als Assistenzärztin. Während ihrer täglichen Arbeit möchte sich die 39-Jährige auf Zwerchfellbrüche, die Refluxkrankheit und die damit einhergehenden Probleme wie Sodbrennen spezialisieren. Sie ist sehr zufrieden mit dem Spektrum der Allgemeinchirurgie und hebt die Abteilung hervor. Chefarzt der Allgemeinchirurgie Dr. Bernhard Drummer gibt das Lob zurück: „Ich freue mich, dass Diana bei uns geblieben ist.“ Sven Oelkers beglückwünschte Diana Hahn zur neuen Aufgabe, eine Stufe vor der Fachärztin.

Forchheim  – Der Klinikcheck der Nürnberger Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement an der Universität Erlangen-Nürnberg bewertete die stationär behandelte Operation von Eileitern und Eierstöcken von 24 Krankenhäusern in Nürnberg und Umgebung, die diese Leistung anbieten. Mit einer vergleichsweise großen Fallzahl von knapp 360 Operationen im Referenzjahr und einer sehr hohen Weiterempfehlungsrate von 90 Prozent für die Klinik für Frauenheilkunde konnte sich das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz auf dem zweiten Platz in der Gruppe „Top-Performer“ behaupten.

Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, erläutert: „Die Eingriffe an den weiblichen Eileitern und Eierstöcken gehen von der einfachen Zyste bis zum Eierstocks-Krebs. Wir führen diese Eingriffe, außer bei Krebs, minimalinvasiv durch und achten vor allem bei jüngeren Frauen darauf, nur wenn nötig und möglichst organerhaltend zu operieren.“

Zysten, Goldnetz und Inkontinenz

Zysten am Eierstock, mit Gewebe und/oder Flüssigkeit gefüllte Blasen, treten bei Frauen im geschlechtsreifen Alter häufig auf und sind an sich kein Grund zur Besorgnis, wenn sie gutartig sind. Erst wenn diese mit zunehmender Größe auf das umliegende Gewebe drücken, kann ein Eingriff erforderlich sein. Neben der Entfernung von Zysten hat sich das Team um Dr. Stefan Weingärtler auf Senkungs- und Inkontinenzprobleme bei Frauen spezialisiert. Diese treten vermehrt ab dem 45. Lebensjahr auf. Außerdem wendet der Gynäkologe bei extrem starken Menstrationsblutungen ein neuartiges Verfahren an, die sogenannte Endometriumablation, bei der mittels eines Goldnetzes die Gebärmutterschleimhaut in nur 90 Sekunden verödet wird. Die Methode ist nur für Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch geeignet und auch bei Hochrisikopatienten mit Blutgerinnungsstörungen und Herzerkrankungen durchführbar. Eine bösartige Veränderung der Gebärmutterschleimhaut muss vorab ausgeschlossen werden. Die Behandlung von Gebärmutterknoten und Schleimhautwucherungen zählt ebenfalls zum Leistungsspektrum der Klinik für Frauenheilkunde.

Die Studie untersucht vierzehn Leistungsbereiche

Nach wissenschaftlichen Kriterien haben die Forscher PD Dr. Martin Emmert und Prof. Oliver Schöffski von der Universität Nürnberg-Erlangen am Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Zeitung insgesamt 43 Kliniken im Umkreis von 50 Kilometern um Nürnberg anhand von öffentlich zugänglichen Qualitätsberichten, Abrechnungsdaten der AOK, Fallzahlen und Daten zur Patientenzufriedenheit der Weissen Liste bewertet.

Dabei werden 14 Leistungsbereiche mit insgesamt 295 veröffentlichungspflichtigen Indikatoren bewertet, von Hüft-und Knieoperationen, Geburtshilfe, Brustkrebs-Operationen, Eingriffe an der Halsschlagader, am Herzen und an der Gallenblase bis zur Behandlung von Prostatabeschwerden. Der Klinikcheck wurde 2016 eingeführt und veröffentlicht jährlich ab Anfang Juni die Ergebnisse. Nicht alle Leistungen bietet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz an.

Forchheim – Katrin Wenz wurde von Geschäftsführer Sven Oelkers zur Oberärztin der Inneren Medizin ernannt. Der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, lobt seine Mitarbeiterin: „Frau Wenz hat sich von Anfang an bewährt. Souverän entscheidet sie, was wichtig ist und was unwichtig.“ Mit ihrer ruhigen, verbindlichen Art sei die Station in besten Händen, sagt er: „Ich hoffe, dass wir lange mit Dir zusammenarbeiten.“

Am 1. Januar 2010 begann Katrin Wenz ihre Tätigkeit am Klinikum Forchheim mit dem Ziel einen Facharzttitel zu erwerben. Für die fünfjährige Weiterbildung zur Fachärztin sei es sehr vorteilhaft gewesen, dass sie diese komplett in einem Haus – im Klinikum – absolvieren konnte, erklärt sie. So erhalte man eine allgemeininternistische Ausbildung, lerne das ganze Spektrum dieses medizinischen Fachgebietes kennen bei kontinuierlicher Begleitung durch einen Chefarzt, Dr. Gschossmann. Die Internistin hat sich auf Gastroenterologie und Ultraschalldiagnostik spezialisiert. Die Pädiatrie (Kinderheilkunde) und Rheumatologie zählen zu ihren Steckenpferden.

Forchheim – Der Klinikcheck der Nürnberger Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement an der Universität Erlangen-Nürnberg bewertete 28 Krankenhäuser in und um Nürnberg hinsichtlich ihrer Leistungen bei der Entfernung von Gallenblasen. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz schnitt überdurchschnittlich gut ab und zählt zu der Gruppe der „Top-Performer“. Chefarzt der Allgemeinchirurgie, Dr. Bernhard Drummer, sagt: „Wir sind so erfolgreich, weil wir die größte Erfahrung in Nordbayern mit der sogenannten Schlüssellochchirurgie haben. Unser Krankenhaus war eines der ersten, das 1991 diese minimal-invasive Technik eingesetzt hat.“ Die Gallenblase samt Gallensteinen wird am Klinikum in Forchheim in der Regel laporoskopisch (minimal-invasiv) entfernt mittels kleiner Schnitte, durch die die Instrumente und Kameraoptik eingeführt werden.

Die genauen Ursachen von Gallensteinen sind unbekannt. Fest steht aber, dass bestimmte Faktoren das Erkrankungsrisiko erhöhen. In der Folge von Gallensteinen kann es zu einer Entzündung kommen, welche eine operative Entfernung der Gallenblase unabdingbar macht. In der Gallenblase wird die in der Leber produzierte Galle, die die Verdauung von Fetten möglich macht, eingedickt und gespeichert. Die Blase ist nicht lebensnotwendig, weil die Galle ohne sie direkt in den Zwölffingerdarm geleitet wird. In seltenen Fällen können Gallensteine in den Hauptgang gelangen oder dort selbst gebildet werden, auch diese können im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ohne Bauchschnitt entfernt werden.

Komplikationen wie Infektionen und Blutungen gehen in die Klinikcheck-Bewertung ein: einerseits durch die Aussagen der standardisierten Qualitätsberichte, die jedes Krankenhaus veröffentlichen muss, und andererseits durch die  AOK-Abrechnungsdaten, die Aufschluss darüber geben, ob weitere Behandlungen notwendig waren (Revisionsrate). Besonders die AOK-Routinedaten bescheinigen dem Klinikum Forchheim  ein „Besser als der Durchschnitt“. Im Referenzjahr wurden 159 Gallenblasen entfernt.

Vierzehn Leistungsbereiche

Beim Klinikcheck werden 14 Leistungsbereiche mit insgesamt 295 veröffentlichungspflichtigen Indikatoren bewertet, von Hüft-und Knieoperationen, Geburtshilfe, Brustkrebs-Operationen, Eingriffe an der Halsschlagader, am Herzen und an der Gallenblase bis zur Behandlung von Prostatabeschwerden. Der Klinikcheck wurde 2016 eingeführt und veröffentlicht jährlich ab Anfang Juni die Ergebnisse. Nicht alle Leistungen bietet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz an.

Forchheim – Durch den unkritischen Einsatz von Antibiotika in Praxen und Kliniken sowie in der Tiermast entwickeln sich Resistenzen bei Bakterien und anderen Mikroorganismen gegen diese Medikamente. Vor rund einem Jahr hat sich das Antibiotic Stewardship (ABS)-Team gebildet, bestehend aus den zertifizierten ABS-Expertinnen Dr. Andrea Neumann und dr. med. (Univ. Pécs) Ágnes Ujváriné Porkoláb, die die Resistenzlage und den Antiinfektiva-Verbrauch des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz überwachen.

Das Klinikum Forchheim Fränkische Schweiz nimmt seit Gründung des ABS-Teams einen Spitzenplatz ein bei der Vergabe von Schmalspektrum-Penicillinen (SSP) im Vergleich zu anderen Krankenhäusern mit weniger als 400 Betten. Es gehört damit zu den zehn Prozent der Krankenhäuser mit dem höchsten Einsatz an SSP. Die Verabreichung von Arzneistoffen mit einem breiten antimikrobiellen Wirkspektrum, zum Beispiel den sogenannten Carbapenemen, konnte dagegen erheblich reduziert werden. Dies ergab eine Auswertung von Daten aus der kontinuierlichen Antiinfektiva-Überwachung des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker in Kooperation mit der Abteilung Infektiologie des Universitätsklinikum Freiburg und der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (ADKA-if-DGI-Projekt, www.antiinfektiva-surveillance.de).“Früher wurden Antibiotika viel zu lange und viel zu breit eingesetzt“, erklärt die ABS-Expertin Dr. Andrea Neumann dazu.

Der Antibiotika-Verbrauch sagt aber noch nichts über die richtige Verwendung aus. Das Antibiotic Stewardship-Team hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Verordnungsqualität von Antiinfektiva am Klinikum weiter zu verbessern, die Patientenversorgung zu optimieren und die Entwicklung von weiteren Resistenzen zu verhindern. Die Überlebenschancen von Patienten mit Infektionen steigen grundsätzlich, wenn ein ABS-Experte in die Behandlung eingebunden ist. Daher treffen sich die beiden Ärztinnen regelmäßig mit den Stationsärzten, besprechen die Antibiotika-Medikation, entscheiden, ob diese beibehalten werden soll und empfehlen Änderungen, wenn notwendig.

Neben der zunehmenden Resistenzentwicklung von Bakterien und anderer Mikroorganismen zählen die stark eingeschränkte Entwicklung neuer Antiinfektiva mit innovativem Wirkmechanismus und der Mangel an klinischen Infektiologen zu den Herausforderungen der modernen Medizin.

Das Klinikum Forchheim hat neuerdings die Möglichkeit, Antibiotika-Spiegel bestimmen zu lassen um eine optimale individuelle Dosierung zu ermöglichen. Dafür werden die Blutproben im hauseigenen Labor vorbereitet und anschließend nach Heroldsberg in das Labor des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung von Prof. Dr. Fritz Sörgel verschickt.

Forchheim – Zum dritten Mal in Folge zählt die Geburtshilfe des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz zu den Besten im Klinikcheck. Im Vergleich mit 15 Kliniken, die diese Leistung anbieten, rangiert das Krankenhaus in der ersten Gruppe der „Top-Performer“. Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dr. Stefan Weingärtler, ist stolz auf den Erfolg: „Wir bieten eine familiäre, natürliche und beckenbodenorientierte Geburtshilfe an. Dies erreichen wir durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie einem top besetzten, teamfähigen Hebammen-, Schwestern- und Ärzte-Team.“

Für die Eingruppierung in eine der drei Qualitätsgruppen „Top-, Middle- und Low-Performer“ wurden die Daten der externen stationären Qualitätssicherung herangezogen und gewichtet. Aus dem Qualitätsbericht 2017 des Forchheimer Klinikums ist beispielsweise ersichtlich, dass 193 Kinder mit Kaiserschnitt zur Welt kamen, im Vergleich zu anderen Krankenhäusern eine sehr niedrige Kaiserschnittrate von 28 Prozent! (Aktueller Stand: 23 Prozent)

Die Anzahl der Geburten am Klinikum Forchheim – im Referenzjahr 2017 waren das 670 – legt die Platzierung innerhalb einer der Gruppen fest. Das Klinikum nimmt Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche auf. Beim Wettbewerb um den ersten Platz sind größere Kliniken klar im Vorteil, weil sie höhere Fallzahlen aufweisen. Ein weiterer Aspekt sind die Weiterempfehlungen sowohl für die Fachabteilung wie für das gesamte Krankenhaus in der „Weissen Liste“, ein Projekt der Bertelsmann Stiftung und den Dachverbänden der Patienten- und Verbraucherorganisationen. Hier konnte die Frauenheilkunde und Geburtshilfe punkten: Von den aktuell 80 Bewertungen empfahlen 92 Prozent diese Fachabteilung. Über 90 Prozent derjenigen, die einen Erfahrungsbericht eingereicht haben, waren zufrieden mit der ärztlichen Versorgung und pflegerischen Betreuung. Insgesamt haben 82 Prozent der knapp 550 Bewertungen das Klinikum Forchheim weiterempfohlen.

Die Studie untersucht vierzehn Leistungsbereiche

Nach wissenschaftlichen Kriterien haben die Forscher PD Dr. Martin Emmert und Prof. Oliver Schöffski von der Universität Nürnberg-Erlangen am Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Zeitung insgesamt 43 Kliniken im Umkreis von 50 Kilometern um Nürnberg anhand von öffentlich zugänglichen Qualitätsberichten, Abrechnungsdaten der AOK, Fallzahlen und Daten zur Patientenzufriedenheit der Weissen Liste bewertet.

Dabei werden 14 Leistungsbereiche mit insgesamt 295 veröffentlichungspflichtigen Indikatoren bewertet, von Hüft-und Knieoperationen, Geburtshilfe, Brustkrebs-Operationen, Eingriffe an der Halsschlagader, am Herzen und an der Gallenblase bis zur Behandlung von Prostatabeschwerden. Der Klinikcheck wurde 2016 eingeführt und veröffentlicht jährlich ab Anfang Juni die Ergebnisse. Nicht alle Leistungen bietet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz an.

Forchheim – Pflegeberufe sind körperlich anstrengend. Damit die Fürsorge für andere nicht zur eigenen Erkrankung führt, lernen die Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz in einem halbtägigen Kurs der AOK-Direktion Bamberg-Forchheim rückenschonendes Verhalten und Entspannungsübungen untermauert mit theoretischem Wissen.

Mit Energie und guter Laune zeigt Diplom-Sportlehrerin Dorothea Hilgert, wie sich kleinere Übungen auch währen der Arbeitszeit durchführen lassen und den Rücken entlasten. „Nach gezielten Dehn- Streck- und Kräftigungsübungen werden Spannungsschmerzen in der Muskulatur weniger und man fühlt sich besser“, stellt eine Teilnehmerin fest.

Konzipiert für Schüler der Berufsfachschule

Das besondere Augenmerk bei diesem Workshop liegt auf der richtigen Balance des Muskel- und Knochenapparats. Durch den Umgang mit bettlägerigen Patienten und das dafür erforderliche Heben, Schieben und Ziehen wird der Körper einseitig belastet und der Rücken beansprucht. Daher geht Dorothea Hilgert auch auf das richtige Bücken, Heben und Tragen mit Drehbewegungen ein. Der Workshop wird den Auszubildenden zum ersten Mal angeboten und wurde extra für sie konzipiert. Die Referentin für betriebliches Gesundheitsmanagement lobt Betriebe, die ihre Verantwortung ernst nehmen und die Mitarbeitergesundheit fördern: „Wir begrüßen es sehr, dass wir den Pflegeschülern schon zum Zeitpunkt der Ausbildung Gesundheitswissen vermitteln, damit sie den Beruf ohne Beschwerden lange ausüben können und Freude daran haben.“ Bereits im Frühjahr organisierte die AOK-Gesundheitskasse einen Aktionstag für die gesamte Belegschaft des Klinikums. Bei allen Angeboten im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung stehen wahlweise Themen aus den drei Säulen zur Gesunderhaltung im Focus: Ernährung, Bewegung und Umgang mit Stress.

Yoga und progressive Muskelentspannung

Gänzlich stressfrei fühlt man sich nach den Entspannungsübungen von Physiotherapeutin Ilka Kürsten. Auf Yogamatten liegend erklärt sie den Schülern die richtige Atmung und lenkt das Bewusstsein weg von der abstrakten Gedankenwelt, hin zum eigenen Körpergefühl. Sie verwendet neben Atemübungen Elemente der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson, die dazu anleiten Verspannungen wahrzunehmen und aufzulösen.

Ins Ziel auf dem Wackelbrett

Zum spielerischen Koordinations- und Reaktionstraining lädt AOK-Firmenkundenbetreuer Wolfgang Mallmann mit einem Computerspiel. Mithilfe von Balanceübungen auf einem kreisförmigen Brett, das mit Sensoren verkabelt ist, werden unter Inanspruchnahme aller stabilisierender Muskeln verschiedenen Spiele bewältigt. „Der Spaßfaktor ist riesig“, sagt eine Teilnehmerin.

Schulleiterin Simone Rehberg hebt hervor: „Ich finde es gut, dass präventive Angebote von der AOK für unsere Schüler angeboten werden. Die Gesundheits- und Krankenpflegeschüler lernen dadurch, die eigene Gesundheit zu erhalten und auf die Körperhaltung zu achten.“

Forchheim  – Einigen Hebammen, die sich spät angemeldet hatten, musste abgesagt werden, denn die hundert Plätze im Konferenzraum waren voll belegt als das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz in Kooperation mit dem Landratsamt zum Hebammenkongress einlud.

Landrat Dr. Herman Ulm zeigte sich angesichts der hohen Teilnehmerzahl begeistert und lud diese in seiner Begrüßung ein, gleich im Landkreis Forchheim zu bleiben, denn hier besteht ein Hebammenengpass in der ambulanten Betreuung: Bei weit über 1.000 Geburten stehen nur 16 niedergelassene Hebammen zur Verfügung.

Steilvorlage Rückkehrprogramm für Hebammen

Die Schirmherrin der Veranstaltung, Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Gesundheitsausschuss Emmi Zeulner aus Lichtenfels, lieferte mit ihrer Position zur im Bundeskabinett beschlossenen Hebammenausbildung mit Pflichtstudium eine Steilvorlage:  Sie fordert die Möglichkeit einer Nachtitulierung für alle Hebammen, die vor der endgültigen  Umstellung ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Außerdem spricht sie sich für ein gesetzlich geregeltes, finanziell attraktives Rückkehrprogramm für Hebammen aus, die längere Zeit im Beruf pausiert haben. Schließlich regt sie an, dass das Hebammenstudium in Nordbayern angeboten werden solle, damit es auch zukünftig „Hebammen made in Oberfranken“ gäbe.

Hebammenvermittlungsportal

Nach der Entbindung verlässt jede fünfte Mutter die Geburtsstation am Klinikstandort Forchheim ohne eine Wochenbettversorgung. Daher warb Bärbel Matiaske, die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus im Gesundheitsamt, für das Vermittlungsportal für Hebammenhilfe, das seit Juni online ist unter www.hebammeforchheim.de.

Natürliche Geburtshilfe und Beckenbodenschutz

Im Anschluss referierten Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Frauenklinik am Klinikum, und Petra Loher-Fischer, leitende Hebamme, über neue Aspekte der beckenbodenorientierten Geburtshilfe. Die große Belastung für den Beckenboden durch die Schwangerschaft legt bei vielen Frauen den Grundstein für spätere Beschwerden, die vielleicht erst zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auftreten. Ein Kaiserschnitt kann dieses Problem nicht lösen, so dass die Geburtshilfe des Klinikums eine möglichst natürliche Geburtshilfe vorzieht.

Frauen besser behandeln

„S 3-Leitlinie zur Geburt am Termin“ klingt nach einem staubtrockenen Thema, aber Prof. Dr. Frank Louwen, Leiter der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Goethe Universität in Frankfurt, hat Großes vor: Er möchte Frauen besser behandeln. Diese würden oft unterdiagnostiziert. So gehe ein Herzinfarkt bei Männern häufig mit heftigen Schmerzen in der Brust einher, die in den Arm ausstrahlten. Viele Frauen klagten aber über Bauchschmerzen und dadurch werde der Infarkt zu spät erkannt, erläuterte Prof. Louwen. Abhilfe sollen medizinische Leitlinien schaffen. Das sind Feststellungen, die Ärzte, Patienten und Angehörige anderer Gesundheitsberufe über Behandlungsmethoden mit dem besten Therapieerfolg informieren. Die höchste Qualität weisen die sogenannten evidenz- und konsensbasierten S 3 Leitlinien auf. Diese haben alle Elemente einer systematischen Entwicklung durchlaufen, inklusive regelmäßiger Überprüfung. Leider ist eine S 3 Leitlinie teuer, zwischen 200.000 und 250.000 Euro, daher gibt es diese lediglich für häufige Krankheitsbilder, zum Beispiel Darmkrebs. Für Krankheitsbilder bei Frauen existieren nur wenige dieser Leitlinien. Die von Prof. Louwen initiierte Deutsche Stiftung Frauengesundheit hat sich zum Ziel gesetzt, jährlich eine neue Leitlinie zu erstellen. Die Wirkung der Leitlinien sei groß, so Prof. Louwen. Der Fachzeitschrift „Frauenarzt“ mit einer Auflage von mehr als 20.000 Exemplaren, in der die Leitlinien veröffentlicht werden, könne sich kein Gynäkologe entziehen, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin. Er warb um Unterstützung für die Stiftung.

Zusammenarbeit in der Freiberuflichkeit

Die Leiterin der Fort- und Weiterbildungsakademie DiaLog von Diakonio – bis Mitte des Jahres Diakonie Neuendettelsau – Sigrid Schlecht-Reichert zeigte Aspekte der Zusammenarbeit unter Hebammen in der Freiberuflichkeit auf und erläuterte worauf man bei einer Kooperation achten sollte.

Stillbegleitung des saugschwachen Kindes

Schließlich sprach Lehrhebamme Manuela Burkhardt über die Stillbegleitung des saugschwachen Kindes. Sie gab zahlreiche praktische Tipps, wie beispielsweise die Mutter ihrem Kind mit einer angeborenen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte helfen kann, Muttermilch zu trinken.

 

Anne Schwick von der Hebammenpraxis Berg und Tal in Heroldsberg, die mit drei Kolleginnen zum Kongress kam, war vom Vortrag von Prof. Louwen begeistert: „Toll, wie er ein so trockenes Thema charismatisch und unterhaltsam aufbereitet hat“, schwärmte sie.

Eine andere Teilnehmerin fand die Ratschläge für das saugschwache Kind sehr gut und nimmt die Anregungen für die Betreuung im Wochenbett mit. Die Resonanz der befragten Teilnehmer war insgesamt sehr positiv.

Forchheim – Sieben Ehrenamtliche, die den Kurs der katholischen und evangelischen Klinikseelsorge am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz erfolgreich beendet haben, werden nun regelmäßig auf Stationen des Krankenhauses anzutreffen sein.

Sie besuchen für zwei bis drei Stunden pro Woche Patienten und helfen dabei mit einer Krankheit umzugehen, spenden Trost. Eine Absolventin, Sandra Roth, sieht in dem Besuchsdienst einen besonderen Dienst an der Gesellschaft: „Es ist wichtig, dass man Leuten Zeit schenkt und ein offenes Ohr hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Kranke gerne mit Außenstehenden unterhalten, weil wir objektiver sind als Familienangehörige. Wir reden nicht nur über die Erkrankung. Die Patienten, die ich kennengelernt habe, sind dankbar, dass man Zeit hat, dass man da ist.“ Besonders wichtig sei es, unterstreicht Sandra Roth, dass „die Geschichte im Krankenzimmer bleibt“. Man dürfe den Kummer der Patienten nicht mit nach Hause nehmen, gibt sie zu bedenken.

Pastoralreferent Dietmar Denzler erläutert: „Die Krankenhausseelsorge und ihr neuer Besuchsdienst bringen Werte ein, die im Krankenhausalltag leicht zur kurz kommen: Zeit zum Zuhören – dazu individuelle Ausdrucksformen für Hoffnungen und Ängste, für Erinnerungen und Pläne, ja sogar einen Raum für den Glauben und das Gebet. Das alles gehört zum ganzen Menschen dazu, besonders im Krankheitsfall.“ Alle Gesprächsangebote sind freiwillig, nicht konfessions- oder religionsgebunden und unterliegen der Schweigepflicht.

Mit Pfarrer Oliver Mathias Leslie und Pastoralreferent Dietmar Denzler von der katholischen Kirche und Pfarrer Ulrich Bahr von der evangelischen Kirche sind drei Hauptamtliche in der Krankenhausseelsorge tätig; dazu die Seelsorger aus der Region, die über den Mitarbeiter am Empfang des Klinikums angefordert werden können.

Pfarrer Ulrich Bahr betont: „Wir sind sehr dankbar für den Kurs, der von Anfang an auf großes Interesse gestoßen ist. Der Forchheimer Besuchsdienst wird sich künftig auch mit dem Besuchsdienst der Klinik in Ebermannstadt gemeinsam treffen für Austausch und Fortbildung.“

Kontakt ökumenischer Besuchsdienst: Pfarrer Ulrich Bahr, ulrich.bahr@elkb.de, Tel. 09131 43467

Forchheim – Seit Januar 2019 ist das Fresenius Multifiltrate Pro Dialyse-Gerät auf der Intensivstation des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz im Einsatz. Dadurch können Patienten, die im Rahmen der Intensivtherapie früher bei akutem Nierenversagen in andere Krankenhäuser verlegt werden mussten, jetzt im Klinikum in Forchheim dialysiert werden. Bei diesem Verfahren wird das Blut durch Stoffaustausch an einer semipermeablen Membran gereinigt. Dr. Judith Neglein, Oberärztin der Intensivstation am Klinikum, ist erleichtert: „Die Verlegung von Patienten, die in einem kritischen Zustand sind, ist nicht einfach. Für den Patienten ist es sehr vorteilhaft, wenn das Nierenversagen, das im Rahmen einer schweren Erkrankung auftreten kann, sofort behandelt werden kann.“

70 Prozent dieser Form des Nierenversagens sind reversibel. Es kann nach großen und komplizierten Operationen, vor allem bei vorbestehendem Nierenschaden, auftreten. Ebenso ist bei anderen schweren Erkrankungen wie z.B. Bauchspeicheldrüsenentzündung, Lungenentzündung oder Blutvergiftungen anderer Ursache ein Versagen der Nieren möglich. Infolge eines akuten Nierenversagens kann in kurzer Zeit  eine lebensbedrohliche Situation eintreten, da der Körper den Elektrolythaushalt nicht mehr ausbalancieren kann und viele Stoffwechselprodukte nicht mehr ausgeschieden werden können. Eine rasche Dialyse kann die Nierenfunktion ersetzen. Mit dem modernen Verfahren der Citratdialyse können auch frisch operierte Patienten dialysiert werden, ohne dass ein hohes Risiko einer Nachblutung besteht.

Das neue Dialyse-Gerät wird nicht in der ambulanten Dialysetherapie angewandt, sondern ist ausschließlich der Intensivtherapie vorbehalten. Bisher konnten laut Oberärztin Judith Neglein. etliche Patienten mit dem neuen Gerät erfolgreich behandelt werden.

Forchheim  – Über den Beschluss des Kabinetts der Bayerischen Staatsregierung vom 9. Juli 2019, dass das Bauvorhaben „Ergänzungsmaßnahmen“ mit Fördermitteln in Höhe von 20,4 Mio. Euro des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz  in das Krankenhausbauprogramm 2020 aufgenommen wurde, freut sich der Geschäftsführer des Klinikums, Sven Oelkers.

„Die Aufnahme in das Bauprogramm ist eine Bestätigung unseres Vorhabens die Akut- und Intensivfälle in Forchheim zu bündeln und die Leistungen der beiden fusionierten Häuser Klinikum Forchheim und Klinik Fränkische Schweiz fokussiert und spezialisiert anbieten zu können“, sagt er. „Die Klinikfusion war ein notwendiger Schritt. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Die Umsetzung des medizinischen Konzeptes im Rahmen des Zusammenschlusses beider Kliniken kann nur mit einer baulichen Erweiterung einhergehen. Konkret werden in Forchheim die Notaufnahme und Intensivstation erweitert. Beide Bereiche haben die räumlichen Kapazitätsgrenzen längst erreicht. Damit die interventionelle Kardiologie von Ebermannstadt nach Forchheim ziehen kann, werden zwei neue Kathederlabore in Forchheim gebaut. Auch in den Funktionsbereichen und Personalumkleiden wird es Erweiterungen geben.

Nach Erhalt des Förderbescheids umfassen die nächsten Schritte die Ausschreibungen der einzelnen Maßnahmen. Der Baubeginn soll 2020 erfolgen. Landrat des Landkreises Forchheim Dr. Herman Ulm und Oberbürgermeister Stadt Forchheim Dr. Uwe Kirschstein freuen sich, dass es die geplanten Maßnahmen am Standort Forchheim zügig umgesetzt werden können mit dem Ziel einer klaren Profilbildung des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz und einer Erweiterung des Spektrums der medizinischen Versorgung in Stadt und Landkreis Forchheim. 

Hintergrund

Zum 1.1.2019 fusionierten das Klinikum Forchheim (225 Betten) und die Klinik Fränkische Schweiz (85 Betten +120 Betten Geriatrische Rehabilitation und Pflegezentrum) zum Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz mit zwei Gesellschaftern, Landkreis Forchheim und städtische Stiftung. Mit mehr als 1.000 Mitarbeitern ist das Klinikum der zweitgrößte Arbeitgeber im Landkreis.

Forchheim – Bereits 1966 besangen die Rolling Stones in ihrem Song „Mother’s little helper“, wie die gestresste Mutter Zuflucht nimmt zur beruhigenden Wirkung der „kleinen gelben Pille“ mit dem Wirkstoff Diazepan, besser bekannt unter dem Markennamen Valium®. Mit dieser musikalischen Einlage begann der Arzneimittel- und Dopingexperte Prof. Dr. Fritz Sörgel seinen Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe der Freunde und Förderer des Klinikums Forchheim e.V. mit dem Titel „Doping – Schneller, höher, weiter in Sport und Gesellschaft“.

Amphetamine, Methylphenidat und Modafinil heißen heutzutage die „kleinen Helfer“ – Stimulanzien und stimulans-ähnliche Substanzen, die die geistige Leistungsfähigkeit steigern sollen. Der Wunsch das eigene Potential durch Einnahme von Substanzen aller Art zu steigern sei nicht nur Spitzensportlern vorbehalten, so Prof. Sörgel. Als Beispiel zieht er den 1996 verstorbenen ungarischen Mathematiker Paul Erdös heran, der sich auf dem Gebiet der Kombinatorik, Graphen- und Zahlentheorie einen Namen gemacht hat. Dieser wettete 1979 um 500 Dollar, dass er es schaffen würde 30 Tage ohne Aufputschmittel durchzuhalten. Er verzichtete auf Kaffee, Koffeintabletten und Amphetamine und gewann die Wette. Erdös meinte aber, diese Wette hätte die Mathematik um einen Monat zurückgeworfen, da er während dieser Zeit keinen Gedanken zu Papier gebracht habe.

Arzneimittelmissbrauch versus Doping

Auch bei Turnierschachspielern, Künstlern und Kampffliegern ist die Einnahme von Stimulanzien, Antidementiva, Antidepressiva und Betablockern – gegen Lampenfieber! – weit verbreitet. Prof. Sörgel warnt davor, diesen Arzneimittelmissbrauch zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit als „Doping“ zu bezeichnen. Der Begriff „Doping“ sei die Bezeichnung für die Einnahme von verbotenen Substanzen beziehungsweise Methoden, allein zur Steigerung von sportlichen Leistungen. Schlagwörter wie „Doping fürs Haar“ seien zu vermeiden, fordert der Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Heroldsberg.

Erfolgreich bis zum Tod

Wie weit Spitzensportler bereit sind zu gehen erläutert der Wissenschaftler anhand vom „Goldman-Dilemma“. 1982 stellte der US-amerikanische Arzt und Publizist Bob Goldman 198 Eliteathleten die Frage, ob diese bereit wären eine Substanz einzunehmen, die sportlichen Erfolg garantiert, aber innerhalb von fünf Jahren den eigenen Tod zur Folge hätte. Die Hälfte der Befragten bejahte diese. Dabei werden die Methoden des Dopings immer drastischer: Um beim Blutdoping das mit roten Blutkörperchen angereicherte Eigenblut im Flugzeug zu transportieren wurde den Athleten vor Antritt des Fluges bis zu ein Liter Blutkonzentrat in den Kreislauf infundiert. Nach der Landung wurde es wieder abgezapft. Der Sportler ist Transporteur des Eigenblutkonzentrats mit unvorhersehbaren Folgen für seine Gesundheit. Die neueste Entwicklung scheint der Einsatz von Kobalt zu sein. Das Schwermetall hat in geringen Mengen den gleichen Effekt wie das Blutdoping-Mittel Epo. Die Doping-Kontrolleure scheiterten bisher an folgendem Problem: „Sie können nur das finden, was sie suchen“, erklärt Prof. Sörgel, und „Jeder Einsatz von Doping ist vom Wissensstand in der Chemie abhängig.“ Zum ersten Mal würden jetzt „Non-target-Screenings“ bei der Dopingkontrolle angewandt, die es erlauben Aussagen über unbekannte, unerwartete Substanzen in der Probe zu treffen.

Die hochkarätige Zuhörerschaft – darunter zwei ehrenamtliche Dopingkontrolleure, ein Vertreter der Dopingbeauftragten des Bayerischen Triathlon Verbands – stellte Fragen zu vergangenen Dopingfällen, wie denen von Lance Armstrong und Jan Ulrich. Stefan Pohl wies darauf hin, dass die Nationale Anti Doping Agentur NADA Programme aufgelegt habe mit dem Ziel in Sportvereinen Kinder, Eltern und Trainer für das Thema zu sensibilisieren und vor den Gefahren der Leistungsmanipulation zu schützen.

Klinikumsgeschäftsführer Sven Oelkers überreichte zum Dank für den Vortrag ein kleines Geschenk.

Forchheim – Im Klinikcheck punktet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz beim Einsetzen von künstlichen Hüftgelenken. Das Krankenhaus belegt in der ersten Performance-Gruppe den dritten Platz von insgesamt 27 Kliniken, die diese Leistung anbieten, und zählt damit zu den „Top-Performern“. Für die Eingruppierung ausschlaggebend sind zwei Komponenten – die Daten aus der externen stationären Qualitätssicherung und der Routine- und Abrechnungsdaten der AOK. Die Platzierung innerhalb einer der fünf Gruppen gibt Aufschluss über die Fallzahlen. Dr. Uwe Lehmann, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Forchheim, unterstreicht: „Die Eingruppierung spiegelt die langjährige kontinuierliche Verbesserung der einzelnen Abläufe von der OP-Vorbereitung bis zur Nachsorge wieder und die Umsetzung der regelmäßig durchgeführten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen in allen beteiligten Bereichen.“

Nach wissenschaftlichen Kriterien haben die Forscher PD Dr. Martin Emmert und Prof. Oliver Schöffski von der Universität Nürnberg-Erlangen am Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement in Zusammenarbeit mit einer Tageszeitung insgesamt 43 Kliniken im Umkreis von 50 Kilometern um Nürnberg anhand von öffentlich zugänglichen Qualitätsberichten, Abrechnungsdaten der AOK, Fallzahlen und Daten zur Patientenzufriedenheit der „Weissen Liste“ bewertet.

Vierzehn Leistungsbereiche

Dabei werden 14 Leistungsbereiche mit insgesamt 295 veröffentlichungspflichtigen Indikatoren bewertet, von Hüft-und Knieoperationen, Geburtshilfe, Brustkrebs-Operationen, Eingriffe an der Halsschlagader, am Herzen und an der Gallenblase bis zur Behandlung von Prostatabeschwerden. Der Klinikcheck wurde 2016 eingeführt und veröffentlicht jährlich ab Anfang Juni die Ergebnisse. Nicht alle Leistungen bietet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz an. Da die Daten, die der Studie zugrunde liegen, in einem Zeitraum vor 2018 erhoben wurden, bilden sie neuere Entwicklungen nicht ab. So erzielte das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz seit Einführung der roboterarmassistierten Chirurgie bei Kniegelenkersatz-Operationen im April 2018 bei einer internen Befragung gute Ergebnisse. Die Mako®-Patienten waren sechs Wochen nach der OP wesentlich zufriedener mit ihrer neu erlangten Beweglichkeit als die herkömmlich Operierten.

Forchheim – Durch Beschluss der Bayerischen Landesärztekammer vom Mai 2019 erhielt die Internistin und Diabetologin Dr. Elisabeth Dewald die volle Befugnis, Ärzte in der Zusatzweiterbildung im Schwerpunktfach Diabetologie am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz auszubilden.

Diese 18-monatige Weiterbildung muss nachgewiesen werden, um die Prüfung Diabetologie (WO 2004) nach den Richtlinien der Bayerischen Landesärztekammer abzulegen.

Vor allem für niedergelassene Ärzte bietet diese Weiterbildungsmöglichkeit am Klinikum Forchheim die Chance, ihre jungen Nachwuchsärzte schwerpunktmäßig zu fördern und deren Ausbildungsspektrum zu vergrößern.

Dr. Elisabeth Dewald reichte den Antrag im Oktober 2018 ein, sie musste einen detaillierten Lehrplan erarbeiten sowie die fachliche Kompetenz neben weiteren logistischen Voraussetzungen darlegen. Nach Prüfung durch die Bayerische Landesärztekammer und Vorstandsbeschluss wurde die Befugnis erteilt. Inhaltlich orientiert sich die Weiterbildung an der zweijährigen Zusatzqualifizierung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) mit dem gesamten Spektrum aller Grundlagen, Therapieformen und Begleiterkrankungen des Diabetes mellitus.

Laut Statistik (2017) des Bayerischen Amtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sind im Landkreis Forchheim knapp 10.600 ambulante Patienten mit Diabetes mellitus ansässig. Im Vergleich zu anderen Regierungsbezirken in Bayern weist Oberfranken die größte Dichte von Erkrankten auf. Vier Diabetologen sind im Landkreis in diabetologisch orientierten Hausarztpraxen in Forchheim und in Ebermannstadt tätig.

Forchheim – Bei einem Unfall, einer Krankheit oder altersbedingt ist es manchmal nicht mehr möglich, seine Angelegenheiten selbst zu regeln. Enge Angehörige oder Ehepartner haben nach derzeitigem Gesetzesstand nicht automatisch die gesetzliche Vollmacht und das Amtsgericht muss einen Betreuer, also eine Art amtlichen Vormund, bestellen. Notar Martin Reiß erläuterte im Rahmen der Vortragsreihe der Freunde und Förderer des Klinikums Forchheim e.V. drei Verfügungen, die Vorsorge treffen sollen gegen eine Fremdbestimmung im Krankheitsfall. Die Bestuhlung im Konferenzsaal des Klinikums reichte nicht aus, um den mehr als 100 Interessierten einen Platz bieten zu können.

Betreuungsrecht

Ist ein Erwachsener nicht mehr geschäftsfähig und kann daher seine Angelegenheiten nicht mehr selbst besorgen, wird für ihn auf Antrag oder von Amts wegen vom zuständigen Amtsgericht (Betreuungsgericht) ein Betreuer bestellt (§ 1896 BGB), der dann unter Aufsicht des Gerichts den Betreuten rechtlich vertritt. Betreuer kann eine natürliche Person (z.B. Angehöriger oder Berufsbetreuer), eine Behörde oder ein Betreuungsverein sein. Eine gesetzliche Vollmacht des Ehegatten besteht nicht.

Dabei soll der Betreuer nach den Wünschen des Betreuten ausgewählt werden und handeln. Es ist möglich, diese „Wünsche“ in einer Betreuungsverfügung (§ 1901 a BGB) bereits in gesunden Tagen festzuschreiben – typischer Inhalt: Wer soll Betreuer werden, wer nicht? Welches Heim (welches nicht)? Die Betreuung ändert nichts an der Geschäftsfähigkeit des Betreuten in lichten Momenten. Mit Ausnahme bei angeordnetem Einwilligungsvorbehalt liegt also keine Entmündigung vor.

Martin Reiß zählte die Nachteile einer gesetzlichen Betreuung auf, insbesondere die Schwerfälligkeit bei der Entscheidung über Unternehmensführung und über Grundstücke, die der erforderlichen Überwachung des Betreuers und der Genehmigung durch das Betreuungsgericht geschuldet sei. Für den Betreuten seien Schenkungen und Übergaben – beispielsweise die Hofübergabe – praktisch unmöglich, so der Notar.

Vorsorgevollmacht

Will man eine Betreuung vermeiden, kann man über eine Vorsorgevollmacht einen Bevollmächtigten bestellen. Dieser entscheidet dann aufgrund dieser Vollmacht für den Geschäftsunfähigen, so dass kein Betreuer benötigt wird. In der Vollmacht kann man über die Grenzen des Betreuungsrechtes hinaus festlegen, was der Bevollmächtigte darf. Typischerweise enthalten ist eine Generalvollmacht, aber auch die Befugnis zur Entscheidung über persönliche Angelegenheiten des Vollmachtgebers, etwa ob an ihm eine Operation durchgeführt werden oder er in ein Heim oder eine Anstalt eingeliefert werden darf. Die Vollmacht kann an eine oder mehrere Personen erteilt werden. Eine Vollmacht sollte aber nur erteilt werden, wenn man dem Bevollmächtigten uneingeschränkt vertraut. Soll der Bevollmächtigte auch Grundstücksgeschäfte tätigen können, oder hat der Vollmachtgeber eine Firma, muss die Vollmacht mindestens notariell beglaubigt werden. Eine Bankvollmacht muss entweder beglaubigt oder bei der Bank direkt erteilt werden.

Patientenverfügung

Auf ein Sterben in Würde konzentriert sich eine Patientenverfügung. Der Patient kann Anordnungen treffen, ob er/sie am Lebensende unter Ausschöpfung aller Mittel der modernen Medizin am Leben erhalten werden will, oder ob eine „Lebensverlängerung um jeden Preis“ abgelehnt wird. Gerade wenn die Situation nicht eindeutig ist, kann so Sicherheit für alle Beteiligten – Ärzte und Angehörige – geschaffen werden. Wenn das Gesetz auch keine besondere Form fordert, fördert eine schriftliche Niederlegung unter fachlicher Beratung doch die Rechtsklarheit. Damit die Patientenverfügung umgesetzt werden kann, sollte eine Vertrauensperson gleichzeitig als Bevollmächtigter oder Betreuer bestellt werden. Von eigenen Formulierungen, wie „Ich möchte nicht an Maschinen angeschlossen werden“ rät der Notar ab, da sie oft unerwartete Risiken und Nebenwirkungen haben können.

Er gab Ratschläge, wie man im Internet Informationen zu diesen drei Arten der Verfügung erhält und empfahl die Beratung durch einen Anwalt oder Notar, insbesondere dann, wenn Immobilien im Spiel seien, ein großes Vermögen oder eine Unternehmensnachfolge.

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Zuhörer viele Fragen: Wo soll eine Verfügung aufbewahrt werden, damit diese bei einem Unfall gefunden werden kann? Welche Pflichten entstehen den Bevollmächtigten/Betreuern aus der Willenserklärung des Vollmachtgebers?

Forchheim – Auch dieses Jahr beteiligt sich das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz an der Aktion „Saubere Hände“. Händehygiene ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen persönlichen Gesundheitspflege, aber auch eine vorbeugende Maßnahme zum Schutz von Patienten, Personal und Angehörigen vor Ansteckung mit Erregern.

Svenja Schmitt, Schülerin der Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege erklärt, wie die Händedesinfektion korrekt durchgeführt wird:

Mit einer ausreichenden Menge an Händedesinfektionsmittel wird die gesamte Handfläche innen und außen benetzt. Auch Fingerkuppen und Fingerzwischenräume müssen eingerieben werden. Mindestens 30 Sekunden Zeit nimmt das Einreiben der Hände in Anspruch. Svenja Schmitt, die sich während ihrer Arbeit mehrmals täglich die Hände vor und nach Patientenkontakt desinfiziert, achtet besonders darauf, dass auch wirklich alle Hautpartien benetzt sind. Am Aktionsstand in der Eingangshalle des Klinikums überprüft Hygienefachkraft Annette Drummer mit einer UV-Lampe, ob auch die gesamte Haut mit dem Desinfektionsmittel befeuchtet wurde. Unter der Schwarzlichtlampe leuchten die Hautpartien, die mit Desinfektionsmittel benetzt wurden, hellblau.

Die deutschlandweite Kampagne „Aktion Saubere Hände“ setzt sich seit 2008 in Zusammenarbeit mit der WHO für Qualitätssicherung und verbesserte Hygienestandards auf der Basis von internationaler Forschungsarbeit und nationaler Hygieneleitlinien ein.

Für das Krankenhauspersonal werden fünf Situationen aufgezeigt, in der eine Händedesinfektion notwendig wird, um sich selbst und andere vor potentiell krankmachenden Erregern zu schützen.

  • Vor dem Patientenkontakt
  • Vor aseptischen (keimfreien) Tätigkeiten, wie Verbandswechsel, Umgang mit intravenösen Medikamenten
  • Nach Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien, wie Urin oder Erbrochenem
  • Nach Patientenkontakt
  • Nach Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarer Umgebung des Patienten, beispielsweise mit dem Nachttisch des Patienten

Für die Umsetzung dieser Maßnahmen erhält das teilnehmende Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ein Zertifikat. Geschäftsführer Sven Oelkers richtet sich an Angehörige und Verwandte, die Patienten im Klinikum besuchen: „Unterstützen Sie den Heilungsprozess Ihrer Lieben und wenden Sie die Händedesinfektion vor und nach Patientenkontakt konsequent an!“

Korrekte Händedesinfektion

Forchheim – Fast genau dreißig Jahre nach ihrem ersten Arbeitstag im alten Forchheimer Krankenhaus am 17. April 1989 übernimmt Oberärztin Gabriele Egelseer ab Mai 2019 die Leitung der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz. Die Fachärztin für Allgemeinchirurgie hat sich auf Schilddrüsenoperationen und laparoskopische Eingriffe spezialisiert. Ihre Erfahrungen bei der Behandlung von kindlichen Leistenbrüchen und in der Kinderchirurgie, die es im Krankenhaus in der Bamberger Straße noch gab, kommen ihr zugute, wenn die Unfallopfer Kinder sind.

Die Forchheimerin, die jahrelang als Notärztin im Einsatz war, hat sich vorgenommen: „Die Notaufnahme des Klinikums ist immer das Aushängeschild eines Hauses. Zusammen mit meinem Team möchte ich unsere Abläufe optimieren, damit die Patienten bestmöglich versorgt sind.“ Gabriele Egelseer ist enthusiastisch, dass sie die geplante bauliche Erweiterung der Notaufnahme mitgestalten darf. Zum Neuanfang wünscht sie sich eine gute, konstruktive Zusammenarbeit mit allen Abteilungen im Haus und in Ebermannstadt sowie mit Geschäftsführer Sven Oelkers. Dieser hebt hervor, dass Gabriele Egelseer die Abläufe und Strukturen im Haus sehr gut kenne. Er sichert Unterstützung bei der Umsetzung dieser herausfordernden Aufgabe zu, um eine bestmögliche Patientenversorgung zu gewährleisten, und wünscht Gabriele Egelseer viel Erfolg.

Herr Dr. Lehmann, seit rund einem Jahr wenden Sie ein roboterarmassistiertes Operationsverfahren beim Kniegelenkersatz an. Welche Vorteile entstehen daraus für den Patienten?

Dr. Uwe Lehmann: Mit dem MAKOplastie®, mit der wir bereits mehr als 100 Patienten operiert haben, können wir viel präziser – auf 1/10 Millimeter genau – das Prothesenbett sägen. Vorher wird die Prothese exakt positioniert und zu Beginn der Operation noch eine Feinabstimmung der Bänderspannung vorgenommen. Bei einer Befragung unserer Mako®-Patienten sechs Wochen nach der OP waren diese wesentlich zufriedener mit ihrer neu erlangten Beweglichkeit. In einer englischen Vergleichsstudie von 40 herkömmlich Operierten und 40 Patienten mit Mako®-Knietotalendoprothese wiesen Letztere weniger postoperative Schmerzen auf, konnten nach kürzerer Zeit das gestreckte Bein heben und haben ihren Krankenhausaufenthalt um fast 30 Prozent verkürzt. Knapp hundert wissenschaftliche Studien und unabhängige Prothesenregisterdaten zeigen bessere funktionelle Ergebnisse und niedrigere Revisionsraten, erforderten also weniger häufig einen Folgeeingriff.

Wie funktioniert diese neue Technologie?

Dr. Uwe Lehmann: Zuerst wird eine spezielle Planungs-Computertomografie (CT) angefertigt, die die individuelle Anatomie des Patienten erfasst. Das daraus resultierende 3D- Modell dient als Planungsgrundlage der Prothese. Während der Operation nutzt der Operateur die roboterarmunterstützte Technologie zum Sägen des Prothesenbetts. Bei einer Abweichung von der Planung stoppt der Sägevorgang automatisch. Keine Bänder- oder Nervenstrukuren können beschädigt werden.

Müssen gesetzlich Krankenversicherte für diese Operation zuzahlen?

Dr. Uwe Lehmann: Nein, es entstehen keine zusätzlichen Kosten für gesetzlich oder privat versicherte Patienten.

Danke für das Gespräch!

MAKO Patienteninformationsveranstaltung

Forchheim 8. April 2019 – Sven Oelkers freut sich, dass zwei Mitarbeiter, die bereits im Klinikum Forchheim gelernt haben, in führende Positionen aufgerückt sind. Lena Obenauf leitet die Endoskopie und Marco Nimmerrichter wird stellvertretender Stationsleiter der Unfallchirurgie.

Der Geschäftsführer unterstreicht: „Wir versuchen, dass das hier erworbene Wissen innerhalb unseres Hauses weitergegeben wird. Das ist uns gelungen.“
Lena Obenauf hat bereits während ihrer Ausbildung in der Endoskopie gearbeitet. Der Chefarzt der Inneren Medizin, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, lobt das hohe Engagement und Fachwissen, mit dem sich Lena Obenauf als stellvertretende Leitung in der Endoskopie bewährt hat.
Marco Nimmerrichter interessiert sich mehr für die Chirurgie: „Bei den Internisten muss man erst suchen, in der Chirurgie ist die Verletzung offensichtlich!“ Außerdem sei die Arbeit auf der Unfallchirurgie zielorientiert, weil man den Erfolg während des Patientenaufenthaltes wahrnehmen könne, sagt der Gesundheits- und Krankenpfleger. Der ärztliche Direktor Jürgen Gschossmann weist auf das kleine Jubiläum hin – seit zehn Jahren ist Marco Nimmerrichter für das Klinikum tätig.

Forchheim, 3. April 2019 – Ein parteiübergreifender Vorschlag zur doppelten Widerspruchslösung bei der Organspende soll mehr Patienten helfen ein Spenderorgan zu bekommen. Die Rede ist vom doppelten Widerspruch: Einerseits kann jemand, der nicht Spender sein möchte, sich in einem Bundesregister eintragen lassen. Andererseits können auch Angehörige der Organspende widersprechen. Zeitgleich zur Vorlage des Gruppenantrags zur Widerspruchslösung ist am 1. April 2019 das Gesetz für bessere Strukturen in der Organspende (GZSO) in Kraft getreten.

Durch das Gesetz soll die Zahl der Organspenden erhöht und so mehr Menschenleben gerettet werden. Krankenhäuser sollen mehr Zeit und Geld für Organtransplantationen bekommen. Transplantationsbeauftragte haben mehr Zeit und Befugnisse, Krankenhäuser werden angemessen vergütet und Empfänger haben die Möglichkeit Angehörigen des Spenders in einem anonymisierten Schreiben zu danken.

Transplantationsbeauftragter am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ist Chefarzt Prof.  Dr. Jürgen Gschossmann. Er begrüßt die Initiative zur doppelten Widerspruchslösung: „Es gibt einen großen Mangel an Spenderorganen, die wir Patienten zuführen können, die ohne eine Organspende nicht überleben können. Jedes Jahr versterben in Deutschland tausende von Patienten wegen Organmangel.“ Eine doppelte Widerspruchslösung fordere jeden auf, sich – unabhängig von der persönlichen Entscheidung – Gedanken zu diesem wichtigen Thema zu machen, so Gschossmann.

Im Rahmen der Vortragsreihe der Freunde und Förderer des Klinikums Forchheim e.V. referiert Prof. Dr. Gschossmann am 25. November 2019 zur Widerspruchslösung bei der Organspende im Klinikum in Forchheim. Interessierte sind willkommen. Der Eintritt ist frei.

Kommentar zu Änderungen bei der Organspende

Forchheim, 28. März 2019 – Vorsichtig drückt Moritz Mayr das Infrarot-Fieberthermometer in die Ohrmuschel des Patienten. 36,8 °Celsius meldet er an Schwester Waltraud und entfernt die Einmalplastikschutzkappe. Der Elfjährige begleitet einen Vormittag lang Gesundheits- und Krankenpfleger bei ihrer Arbeit im Klinikum im Rahmen der Aktion Girls-und Boys-Day. Ziel der bundesweiten Aktion ist es, Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 Berufe und Studienfächer erkunden zu lassen, in denen das jeweils eigene Geschlecht noch unterrepräsentiert ist.

Eigentlich möchte Moritz Rettungssanitäter werden: „Ich helfe gerne Menschen und als Sanitäter weiß man nicht, was auf einen zukommt.“ Außerdem reize es ihn, dass er im Rettungswagen bei Rot über die Ampel fahren darf, fügt er schmunzelnd hinzu. Der Rettungssanitäter muss einen ausführlichen Lehrgang, der 520 Stunden umfasst, absolvieren. Viele Hilfsorganisationen wie die Malteser oder der Arbeiter-Samariter-Bund und private Rettungsdienstschulen bieten den Kurs an. Ein Schnupperpraktikum im Rettungswagen gibt es nicht, weil dieser jederzeit für eine Einsatzfahrt bereit sein muss. Daher hat sich der Eggolsheimer Mittelschüler für das Klinikum in Forchheim entschieden und weil seine Tante hier schon einmal Patientin war. In der Notaufnahme trifft er auf Clemens Stein, der sich vom Rettungsdienst Nürnberg innerhalb von drei Jahren zum Notfallsanitäter ausbilden lässt. Ein Notfallsanitäter ist der Verantwortliche in einem Rettungswagen. Der Beruf ist die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst. Clemens Stein durchläuft während seiner Ausbildung Praktika in verschiedenen Abteilungen in Krankenhäusern und arbeitet zurzeit in der Notaufnahme in Forchheim.

Schwester Waltraud bringt Moritz anschließend bei, wie er Patientenbetten vorsichtig um die Ecke lenkt. Eine Frau hat einen Schlaganfall erlitten und muss jetzt im Bett in die Schlaganfalleinheit zur Überwachung gefahren werden. Neben Fiebermessen hilft der Junge auch die Manschette zum Blutdruckmessen anzulegen. Es gibt den systolischen und den diastolischen Wert, erklärt Schwester Waltraud. Außerdem zeigt sie, wie der Blutzucker gemessen wird: Mit einem kleinen Piekser wird ein Blutstropfen aus dem Finger erzeugt, der anschließend auf den Zuckergehalt überprüft wird. Moritz ist zurückhaltend: „Ich hätte Angst, dass ich beim Pieksen etwas anderes treffen würde.“

Am Ende des halbtägigen Praktikums ist der Junge erschöpft von den vielen neuen Eindrücken. Ob er einmal Rettungssanitäter werden möchte oder doch lieber Pflegefachmann weiß er noch nicht.

Neue Pflegeausbildung an der Berufsfachschule für Krankenpflege

Demnächst bildet die Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum in Forchheim nicht mehr zum Gesundheits- und Krankenpfleger aus, sondern zum Pflegefachmann oder zur –fachfrau. Die Ausbildung ruht auf zwei Säulen: dem theoretischen Unterricht in der Berufsfachschule für Krankenpflege und den praktischen Lernerfahrungen im Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz und anderen Einsatzorten.

Die Vergütung entspricht den Vorgaben des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst (TVöD). Im ersten Ausbildungsjahr beträgt das Gehalt rund 1.140 Euro/Monat.

Forchheim 18.03.2019 – Die Neuwahlen des Vorstandes, der für drei Jahre gewählt wird, standen auf der Tagesordnung der Mitgliederhauptversammlung des Fördervereins des Klinikums Forchheim nachdem der alte Vorstand satzungsgemäß entlastet wurde.

Herbert Wolfrum als Geschäftsführer und Alt-OB Franz Stumpf als Rechnungsprüfer traten nicht mehr an. Der erste Vorsitzende Franz Streit bedankte sich sehr herzlich. Franz Stumpf habe außerordentliche Verdienste für das Klinikum Forchheim erbracht. Herbert Wolfrum habe sich durch seine absolute Verlässlichkeit und sein Verständnis für größere Zusammenhänge ausgezeichnet. Er sei bestens im Haus vernetzt. Wolfrum war von 2001 bis zu seiner Pensionierung stellvertretender Geschäftsführer des Klinikums Forchheim und ebenso lang ist er im Vorstand des Fördervereins aktiv. Oliver Amon, Prokurist am Klinikstandort Forchheim, wurde zum neuen Geschäftsführer des Vereins gewählt und Alexander Brehm, Vorstand der Volksbank Forchheim e.G., ist neuer Revisor. Die beiden Rechnungsprüfer – neben Alexander Brehm prüft Gerhard Käding – gehören nicht dem Vorstand an, da sie diesen kontrollieren. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden per Akklamation in ihrem Amt bestätigt. Franz Streit und Dr. Uwe Kirschstein bleiben erster und zweiter Vorsitzender, die Finanzen hütet Schatzmeister Sven Oelkers, Andreas Rudl engagiert sich als Schriftführer. Beisitzer sind Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, Dr. Bernhard Drummer und Dr. Wolfgang Dratz.

Mobil zwischen den Standorten
Franz Streit berichtete über die Aktivitäten des Fördervereins und warb für kommende Fachvorträge. Insbesondere der Vortrag von Prof. Dr. Fritz Sörgel, Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Heroldsberg, am 24. Juni zum Thema „Doping – eine Plage des Sports und ihre gesellschaftlichen Folgen“ zeige, dass sich der Verein am Puls der Zeit bewege. Er dankte Alexander Brehm stellvertretend für die Volksbank dafür, dass diese dem Förderverein für die Dauer von vier Jahren ein Elektroauto, ein Smart fourtwo EQ, zur Verfügung stelle. Das Auto sei für Mitarbeiterfahrten und zum „Sprung zwischen den Klinikstandorten Forchheim und Ebermannstadt“ gedacht, erläuterte Alexander Brehm und unterstrich die regionale Verantwortung der Volksbank.
Abschließend legte Franz Streit dar, dass eine Zusammenlegung des Fördervereins Forchheim und der Fördergesellschaft in Ebermannstadt vorerst nicht angedacht sei, da die Vereine sehr unterschiedlich strukturiert seien.

Krankenhausplanungsausschuss bestimmt weitere Fusionsschritte
Klinikumgeschäftsführer Sven Oelkers zeigte die weiteren Schritte des Zusammenschlusses der beiden Kliniken auf. Wesentlich für die Umsetzung des medizinischen Konzeptes sei die Bewilligung der beantragten Baumaßnahmen am Standort Forchheim im bayerischen Krankenhausplanungsausschuss. Durch den Umbau können Akutbereiche nach Forchheim verlegt werden und die psychosomatische Abteilung wird in Ebermannstadt ausgebaut. Geplant ist der Umzug der interventionellen Kardiologie – die Behandlung von Erkrankungen des Herzens – von Ebermannstadt nach Forchheim und die Einrichtung von zwei Herzkatheterlaboren. Derzeit ist in Ebermannstadt neben den 67 internistischen Betten Platz für 60 geriatrische Betten und 18 Betten für die Psychosomatik. Diese Abteilung soll auf 36 Betten erweitert werden, wenn die Kardiologie in Forchheim angesiedelt ist.
Von den veranschlagten 25 Mio. Euro Baukosten seien 22 Mio. Euro förderfähig, erklärt Sven Oelkers, d. h. diese können durch Drittmittel finanziert werden.

Forchheim –Das Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz hilft gemeinsam mit der Apotheke am Klinikum und der Marien-Apotheke vor Ort, indem hier Sachspenden für die Diabetesbehandlung gesammelt werden. Über das Forchheimer Engagement für das Projekt „Insulin zum Leben“ berichtet die Deutsche Apotheker Zeitung in ihrer Online-Ausgabe.

„Murakoze“ heißt „Danke“ auf Kinyarwanda, einer Bantusprache, die in Ruanda, Kongo und Uganda gesprochen wird, und dieses Wort hört Projektleiterin Heidrun Schmidt-Schmiedebach sehr oft, denn in diesen Ländern ist lebensnotwendiges Insulin oft Mangelware. Viele Diabetiker können sich das lebenserhaltende Hormon nicht leisten   und Hilfsmittel zur Diabetesbehandlung sind rar. Seit Ende des Jahres 2018 engagiert sich das Klinikum unter der Federführung von Diabetologin Dr. Elisabeth Dewald für das Projekt.

Apotheker Andreas Rudl erklärt: „„Es geht in dem Projekt darum, dass man haltbares Insulin, welches in Deutschland nicht mehr in den Handel gebracht werden kann, nachdem es die Apotheke einmal verlassen hat, noch einem guten Zweck zuführt.“ Die Apotheke am Klinikum Forchheim und die Marienapotheke bieten in diesem Zusammenhang den Service an, das Insulin und die Hilfsmittel zu sammeln, auf Brauchbarkeit zu überprüfen und anschließend an die zentrale Sammelstelle von „Insulin zum Leben“ in Rastatt zu schicken. Er freue sich über das Mitwirken weiterer Apotheken, unterstreicht er.

Dr. Elisabeth Dewald, die die Teilnahme an dem Projekt in Forchheim initiiert hat, bittet daher um Mithilfe: „Wenn Sie nicht mehr benötigtes, haltbares Insulin oder auch Teststreifen für Blutzuckermessgeräte oder andere Hilfsmittel für Diabetiker haben, werfen sie dies nicht weg, sondern bringen sie es zu uns – das Insulin am besten direkt aus der Kühltasche/Kühlschrank, damit die Kühlkette nicht so lange unterbrochen wird“.

Die Spenden  – verschlossene Insulinpatronen, Durchstechflaschen, Einmalpens, Teststreifen zu allen Blutzuckermessgeräten, Pennadeln, Lanzetten, wenn möglich, in Originalverpackung und mit einer Haltbarkeit von mindestens noch vier Monaten usw. – nimmt sowohl Dr. Elisabeth Dewald im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, Krankenhausstraße 10, in Forchheim entgegen als auch die Apotheke am Klinikum und die Marien-Apotheke in der Gerhart-Hauptmann-Str. 19, von hier aus werden sie weitergeleitet an eine zentrale Sammel- und Versandstelle. Von dort gelangen sie

in Länder wie der Dem. Rep. Kongo, Ruanda und Uganda als auch nach Peru, Bolivien und Gambia.

Forchheim – Aufgerufen von der Felix Burda Stiftung, der Stiftung LebensBlicke und dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. steht der Monat März im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Unter dem Motto „Es gibt kein zu jung für Darmkrebs. Rede mit Deiner Familie!“ engagieren sich Medien, Gesundheitsorganisationen und Kliniken für die Vorsorge. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz informiert.

Nach Prostata- bzw. Brustkrebs sind bösartige Neubildungen des Dickdarms und des Mastdarms die zweithäufigste Krebserkrankung laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch Institut. Deutschlandweit erkranken jährlich 73.000 Menschen an dem kolorektalen Karzinom, das im Colon (Dickdarm) und/oder im Mastdarm entsteht und 95 Prozent aller bösartigen Darmtumore ausmacht. Noch beunruhigender ist, dass Darmkrebs auch die zweithäufigste Krebstodesursache darstellt. Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, ärztlicher Direktor in Forchheim und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum, erklärt warum: „Bei vielen wird das kolorektale Karzinom erst diagnostiziert, wenn es sich schon in fortgeschrittenen Stadien (III und IV) befindet. Leider gibt es keine charakteristischen Symptome – Patienten klagen über allgemeine abdominelle Beschwerden oder Änderung der Stuhlgewohnheiten – so dass viele sich zu spät untersuchen lassen. Einige leiden auch an Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Müdigkeit oder allgemeiner Leistungsminderung.“

Im Wachstumsstadium III und IV liegt die Wahrscheinlichkeit des Patienten die nächsten fünf Jahre zu überleben bei rund 60 Prozent beziehungsweise acht Prozent.

Früherkennung durch Darmspiegelung

Karzinome entwickeln sich fast immer aus Wucherungen, die sich in der Schleimhaut des Dickdarms bilden, sogenannten Darmpolypen. Aber nicht alle Polypen entwickeln sich zu einem Krebs – und wenn, dauert es viele Jahre. Eine Möglichkeit zur Vorbeugung ist die Darmspiegelung (Koloskopie), bei der Polypen entfernt werden können. Die Darmspiegelung stellt die wichtigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs dar. Gastroenterologe (Magen-, Darmspezialist) Prof. Gschossmann untersucht dabei den Darm mit Hilfe eines schlauchartigen Instruments, dem Endoskop. Während der Untersuchung können die Polypen entfernt werden und so die Entstehung des Kolonkarzinoms drastisch reduziert werden. Obwohl die Untersuchung selbst nur 20 bis 30 Minuten dauert, sollte man sich zwei Tage Zeit nehmen, weil vorher der Darm mittels einer Abfuhrlösung gereinigt werden muss und hinterher benötigt man Ruhe.

Was passiert bei einer Darmspiegelung?

Die Spiegelung kann ambulant vorgenommen werden. Durch ein kurz vor der Behandlung verabreichtes Beruhigungsmittel empfinden die meisten Patienten die Koloskopie als schmerzfrei. Über den After wird das flexible Endoskop, bei dem Bild und Licht mittels Videochip übertragen werden, in den Dickdarm eingeführt. Der Arzt lässt Kohlendioxid in den Darm strömen, damit sich dieser weitet und die Darmschleimhaut gut sichtbar ist. Im Vergleich zu Luft hat Kohlendioxid hat den Vorteil, dass es schneller wieder ausgeatmet werden kann und den Darm verlässt. Diese Eigenschaft vermindert Blähungen nach der Untersuchung.

Nun schiebt der Experte das Endoskop, das sich von außen steuern lässt, bis an die Grenze von Dickdarm zu Dünndarm oder auch in das Ende des Dünndarmes vor. Bei der Sigmoidoskopie wird nur der erste Teil des Dickdarms untersucht, deshalb ist eine Koloskopie effektiver und im Sinne einer vollständigen Beurteilung des Dickdarms stets zu bevorzugen. Beim langsamen Herausziehen des Gerätes betrachtet der Gastroenterologe die Darmschleimhaut. Die kleine Kamera, die sich an der Spitze des Endoskops befindet, überträgt die Bilder auf einen Monitor. Gestielte Polypen können mit einer Elektroschlinge, die am Endoskop befestigt ist, abgetrennt werden. Flache Polypen werden erhöht durch das Einspritzen von Medikamenten und werden dann ebenfalls mit der Elektroschlinge entfernt.

„Die Vorsorgekoloskopie ist der Goldstandard der Vorsorgeuntersuchungen“, erklärt Prof. Gschossmann und empfiehlt diese routinemäßig gemäß der Vorsorgeempfehlungen durchführen zu lassen. Wenn diese vom Patienten abgelehnt wird, bleiben als 2. Wahl alternative Untersuchungsverfahren wie die Sigmoidoskopie oder der jährlich durchzuführende fäkale Bluttest (Test auf verstecktes Blut im Stuhl).

Risikofaktoren

Ungünstige Ernährungsgewohnheiten erhöhen das Darmkrebsrisiko, wie z.B. zu fettreiche und faserarme Kost. Ebenso in der Diskussion befinden sich stark gesalzenes, gepökeltes oder geräuchertes als möglichen Auslöser für Darmkrebs. Rauchen und Bewegungsarmut sind ebenfalls negative Faktoren.

Prävention

Ein gesunder Lebensstil mit normalem Körpergewicht und regelmäßiger körperlicher Aktivität gilt als optimale primäre Vorsorge. In einer Studie mit 150.000 untersuchten Personen hat sich ein um 40 Prozent reduziertes Erkrankungsrisiko ergeben, wenn die Probanden pro Woche sieben Stunden zügig spazieren gegangen sind.

Forchheim – TV-Oberfranken hat Christopher Uttenreuther, der sein Körpergewicht halbiert hat, vor und nach seiner operativen Adipositas-Therapie begleitet und sendet am Donnerstag, den 28. Februar 2019, um 18.30 Uhr in der Sendung „TVO Vital“ zum ersten Mal seine Erfolgsgeschichte. Danach wird sie in der Mediathek unter www.tvo.de veröffentlicht.

Im Tausch gegen 117 kg Körpergewicht hat Christopher Uttenreuther Vieles bekommen: Nach Jahren der Arbeitslosigkeit hat der 32-Jährige seit September 2018 einen Arbeitsplatz als Landschaftsgärtner in Erlangen. Er ist mit Sarah Loskarn (25) zusammen, die er in der Adipositas-Selbsthilfegruppe kennengelernt hat. Beide erwarten in sieben Wochen ein Kind und die Hochzeitsplanungen haben begonnen.

Der Gaiganzer hatte es schwer – im wahrsten Sinne des Wortes – denn vor etwas mehr als einem Jahr wog er 233 kg. Alles hatte er schon versucht: Bereits als 6-Jähriger machte er die erste Kur mit dem Ziel abzunehmen. Es folgte eine Odyssee an gescheiterten Versuchen. Der Jugendliche probierte mit Diäten und Sport sein Gewicht im Zaum zu halten, aber es half nicht. Seine Freundin bringt es auf den Punkt: „Abnehmen ist Kopfsache, aber wenn man erst einmal im Teufelskreis aus Versagensangst und Resignation steckt, ist es sehr schwer einen Ausweg zu finden.“

Begleiterkrankungen und operativer Eingriff

Der leitende Oberarzt der Allgemeinchirurgie, Dr. Michael Sturm, erklärt: „Wir haben die lange Leidensgeschichte von Herrn Uttenreuther gesehen und wussten, dass er die Grenze überschritten hat, ab der er es alleine nicht mehr schaffen kann.“ Viele Begleiterscheinungen, die Adipositas mit sich bringt, fanden die Mediziner vor, wie Bluthochdruck, Diabetes und nächtliches Aussetzen der Atmung. Nach eineinhalb Jahren Vorbereitungszeit entschied sich der junge Mann auf Anraten des Adipositas-Teams am Klinikum Forchheim zu einer Magenteilresektion (Magenschlauch ), das heißt, dass von dem Magen, der vorher rund 3.000 ml Volumen fasste, ein Teil mit 2.800 ml Volumen operativ entfernt wird. Neben der geringeren Aufnahmefähigkeit des Magens vermindert sich beim Patienten auch schlagartig das Hungergefühl, denn die Zellen, welche die Produktion der Magensäure stimulieren, werden ebenfalls zum Teil entfernt. Es gibt Hinweise darauf, dass nach einer Sleeve-Gastrektomie der Magen geringere Mengen des sogenannten Hungerhormons „Ghrelin“ produziert und dadurch der Appetit zusätzlich reduziert wird. Gleichzeitig werden appetitzügelnde Botenstoffe freigesetzt. Dazu gehören beispielsweise „GLP-1“ und „Peptid YY“.

Körperlich belastbar und stabil

Christopher Uttenreuther, der im Dezember 2017 operiert wurde, ist jetzt in der Stabilisierungsphase. Sein Körpergewicht halbierte sich auf 116 kg. Er ist körperlich belastbar und schafft es locker, die Treppen bis zum zweiten Stock des Klinikums zu steigen, ohne außer Atem zu kommen. Der behandelnde Arzt Michael Sturm unterstreicht, dass der Patient nach der Operation nicht allein gelassen werden darf, sondern dass ein individuelles Ernährungskonzept konsequent eingehalten werden müsse. Er freut sich mit dem Familienvater, dass dieser einen Arbeitsplatz gefunden hat, bei dem auch körperliche Belastung gefordert wird. Für Christopher Uttenreuther ist es ein Erfolgserlebnis, dass er seine Kleidung in normalen Bekleidungsgeschäften kaufen kann und nicht nur aus dem Katalog: „Ich trage jetzt Größe XL, vorher war es Größe 6XL!“ Seine alte Hose – Größe 78 – hat er sich aufbewahrt

Adipositas

Zwei Drittel aller Männer (67 Prozent) und die Hälfte aller Frauen (53 Prozent) sind übergewichtig. Nach Angabe der „Studie zur Gesundheit Erwachsener“ des Robert-Koch-Instituts sind ein Viertel der Erwachsenen stark übergewichtig, also adipös. Der Wert, der als Indikator für Fettleibigkeit dient, ist der Body Mass Index (BMI), der sich aus dem Körpergewicht in kg geteilt durch die Körpergröße in m zum Quadrat errechnen lässt. Bei einem BMI größer als 30 spricht man von Fettleibigkeit. Diese nimmt überproportional zu, so dass die Weltgesundheitsorganisation bereits von einer Pandemie – einer länder- und kontinentübergreifenden Ausbreitung der Krankheit –  spricht. Für das Jahr 2030 geht die Organisation von 3,3 Mrd. Übergewichtigen weltweit aus. Zum Vergleich: 1980 waren 750 Mio. Menschen übergewichtig.

Forchheim – Erneut wurde das Ernährungsteam am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz von der ESPEN (European Society of Parenteral and Enteral Nutrition) für die Teilnahme am „nutritionDay“ am 15. November 2018, einem Aktionstag zu Erfassung ernährungsmedizinischer Situationen in Kliniken und Pflegeheimen, ausgezeichnet. Die Idee von nutritionDay ist es, teilnehmenden Krankenhäusern nach Beantwortung von Fragebögen ein strukturiertes Feedback über die Qualität der klinischen Ernährungstherapie zu geben. Mit dieser Rückmeldung sollen die Beteiligten auch für das Thema Mangelernährung sensibilisiert werden.

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz punktete im weltweiten Vergleich mit seinen Therapiemaßnahmen der Mangelernährung. Ernährungsmedizinerin Dr. Elisabeth Dewald freut sich über die Auszeichnung: „Die schnelle Erfassung und Behandlung der Mangelernährung ist ein wesentlicher Schwerpunkt der Ernährungstherapie am Klinikum in Forchheim. Wir versuchen, die körperliche Konstitution unserer Patienten zu verbessern, das Immunsystem zu stärken und den Muskelabbau zu verhindern, wie es bei langen Liegezeiten oft der Fall ist.“ Die Behandlung von Mangelernährung ist schon seit Jahren ein etablierter Schwerpunkt in Diagnostik und Therapie am Klinikum Forchheim.

Folgen der Mangelernährung

Die Folgen einer Mangelernährung für stationäre Patienten sind schwerwiegend: signifikant erhöhte Komplikationsraten im Therapieverlauf der Grunderkrankung, längere Liegedauer im Krankenhaus, aber auch eine erhöhte Rate für Letalität wurden in Studien nachgewiesen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Mangelernährung sind komplex: schwerwiegende, meist chronische Erkrankungen wie Tumorleiden, Schlaganfälle mit Schluckstörungen oder Demenzerkrankungen führen dazu, dass die Betroffenen mengenmäßig nicht mehr genügend Nahrung zu sich nehmen können, Gewicht verlieren und Muskelmasse abbauen, was wiederum zu einer zunehmenden Schwächung des Körpers und des Immunsystems führt. Erschwerend kommen dann noch Faktoren wie Appetitverlust, schlechter Zahnstatus vor allem bei älteren Patienten, soziale Isolation oder eine nötige, komplexe Medikamenteneinnahme hinzu.

Screening-Verfahren 

Um diese Risikopatienten schnell und gezielt zu erfassen und die nötige Therapie einzuleiten, gibt es am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz schon seit Jahren ein etabliertes Screening-Verfahren zur Erfassung einer Mangelernährung. In der sich anschließenden Ernährungstherapie für Risikopatienten arbeiten Pflegekräfte, Ärzte, Klinikküche und das Ernährungsteam eng zusammen, erstellen Ernährungspläne, spezielle Kostformen werden angeboten, hochkalorische Trinknahrung wird eingesetzt, parenterale und enterale Ernährung sind ein weiterer Behandlungsschwerpunkt des Ernährungsteams.

Das Ernährungsteam am Klinikum Forchheim:
• Oberärztin Dr. Elisabeth Dewald, Internistin, Diabetologin, Ernährungsmedizin, Leitung des Ernährungsteams
• Sabine Lamprecht, Ernährungsberaterin DKL/DGE, Diätassistentin, Diabetesberaterin DDG
• Dominik Schrenker, Diabetesberater DDG, Diätassistent
• Petra Thomas, Sekretariat

Forchheim – Seit Ende des Jahres 2018 engagiert sich das Klinikum Forchheim –
Fränkische Schweiz gemeinsam mit der Apotheke am Klinikum und der Marien-
Apotheke unter der Federführung von Diabetologin Dr. Elisabeth Dewald für das Projekt „Insulin zum Leben“. In Entwicklungsländern ist lebensnotwendiges Insulin oft Mangelware, für viele Menschen unerschwinglich und Hilfsmittel zur Diabetesbehandlung sind rar.

Apotheker Andreas Rudl erläutert: „In Deutschland darf ein Medikament, welches einmal die Apotheke verlassen hat, nicht an einen anderen Patienten erneut abgegeben werden.“ Durch diese Regelung wird das lebensnotwendige Insulin weggeworfen, wenn ein Diabetiker zum Beispiel eine andere Insulinart benötigt. Angebrochene Verpackungen landen ebenfalls mit dem wertvollen Inhalt im Müll.

In Entwicklungsländern herrscht dagegen ein Mangel an Insulin. Eine Insulinflasche kostet ca. 50% und mehr eines durchschnittlichen Monatseinkommens, Hilfsmittel wie Blutzuckermessgeräte sind Luxusgegenstände.
Elisabeth Dewald, die die Teilnahme an dem Projekt in Forchheim initiiert hat, bittet daher um Mithilfe: „Wenn Sie nicht mehr benötigtes, haltbares Insulin oder auch Teststreifen für Blutzuckermessgeräte haben, werfen sie dies nicht weg, sondern bringen sie es zu uns – das Insulin am besten direkt aus der Kühltasche/Kühlschrank, damit die Kühlkette nicht so lange unterbrochen wird“.

Die Spenden (verschlossene Insulinpatronen, Durchstechflaschen, Einmalpens, Teststreifen zu allen Blutzuckermessgeräten, Pennadeln, Lanzetten, wenn möglich, in Originalverpackung und mit einer Haltbarkeit von mindestens noch vier Monaten)
nimmt sowohl Dr. Elisabeth Dewald im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, Krankenhausstraße 10, in Forchheim entgegen als auch die Apotheke am Klinikum und die Marien-Apotheke in der Gerhart-Hauptmann-Str. 19, von hier aus werden sie weitergeleitet an eine zentrale Sammel- und Versandstelle.

Ein erstes Paket, vollgepackt mit Insulin und Hilfsmitteln, konnte vom Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gemeinsam mit der Apotheke am Klinikum sowie der Marienapotheke bereits im Dezember verschickt werden.

Die Projektleiterin von „Insulin zum Leben“ Heidrun Schmidt-Schmiedebach setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Spenden in Länder wie Peru, Bolivien, Ecuador, Gambia, Kongo, Ruanda, Tansania, Uganda, Bulgarien, Seychellen, Russland, Indien, Malediven, Usbekistan, Kambodscha und auf die Philippinen gelangen. Sie wurde 2011 für ihr Engagement mit dem Ersten Thomas-Fuchsberger-Preis ausgezeichnet.

Forchheim – 50 Tröster-Teddys hat die Kinderhilfe Eckental dem Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz überreicht, die vom Familienhotel Friedrichshof in Obertrubach gesponsert sind.

Ein Aufenthalt im Krankenhaus ist für Kinder manchmal mit Schmerzen oder Angst vor der Behandlung verbunden. Lindernd wirkt es sich aus, wenn ein Kuscheltier aufmunternd zur Seite steht. Sven Oelkers, Geschäftsführer des Klinikums, sagt: „Wir freuen uns, dass wir die Tröster-Teddys haben. Für die Behandlung sind die Kuscheltiere sehr hilfreich zum Trösten und Beruhigen. Wir danken dem Familienhotel Friedrichshof für die Spende! Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Teddys bei den kleinen Patienten lange einen Platz im Kinderzimmer haben.“

Corinna Steffl von der Kinderhilfe Eckental ergänzt: „Für uns ist es ein gutes Gefühl, wenn eine Mutter bei uns anruft, um einen Knuddel-Ralphi nachzubestellen, der genauso aussieht, wie der, den ihr Kind bei einem Krankenhausaufenthalt vor fünf Jahren bekommen hat. Dann wissen wir, dass der Tröster-Teddy gut angekommen ist und lieb gewonnen wurde.“

Mit dem „Knuddel-Ralphi“ unterstützt die Kinderhilfe Eckental seit Jahren kranke und verletzte Kinder, die notfallmäßig behandelt werden müssen. Die Organisation stattet öffentliche oder gemeinnützige Krankenhäuser und Rettungsdienste mit Tröster-Teddys aus, organisiert Clownvisiten auf den Krankenstationen und unterstützt Kinderheime und Kinderhospiz mit Materialien (z.B. Bücher, Lernmittel, Spiel- und Bastelmaterial).

Forchheim – Dr. Norbert Sperke, Leiter der Fachabteilung für Neurochirurgie am Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz, erklärt: „Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen oder anderweitig ein Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit der Wirbelsäule verursachen, werden im Laufe ihres Lebens mit großer Wahrscheinlichkeit an chronischen Rückenschmerzen leiden.“ Diese Schmerzen können nur bedingt medikamentös erfolgreich behandelt werden, wobei bis zu einem gewissen Grad die Physiotherapie hilfreich ist. Je nach Ursache der Beschwerden kann dann eine operative Behandlung sinnvoll sein.

Bei dem im Folgenden beschriebenen minimal-invasiven Operationsverfahren wird die Schmerzweiterleitung blockiert. Die Ursache des Schmerzes – der Verschleiß der Wirbelsäule – kann allerdings nur bedingt behoben werden. Wenn eine arthrotische Veränderung der Facettengelenke (kleine Wirbelgelenke) Schuld an der dauerhaften Pein ist, punktiert Norbert Sperke mit einer dünnen Nadel das Wirbelgelenk und injiziert eine schmerzreduzierende Medikamentenkombination. Dr. Sperke beschreibt das Problem: „Die Injektion muss alle sechs bis acht Wochen neu gesetzt werden. Wenn der Patient gleichzeitig gerinnungshemmende Medikamente einnimmt, müssen diese vorher abgesetzt werden und der Quick-Wert, der die Geschwindigkeit der Blutgerinnung angibt, erhöht sich. Das Thromboserisiko steigt dann für den Patienten und das erneute Einstellen des Quick-Wertes ist umständlich. Ich möchte meinen Patienten nachhaltig helfen.“
Deshalb verödet der Spezialist für rückenmarksnahe zentrale Schmerztherapie jetzt den schmerzleitenden Nerv mithilfe eines Gerätes, das ein wenig an einen Küchenmixer erinnert.

Kombination aus Hitze und Rotation
Durch einen minimalinvasiven Zugang wird unter Röntgenkontrolle ein etwa bleistiftdickes Instrument an das Gelenk geführt. Zuerst wird ein Kirschner-Draht durch einen 5 bis 10 mm langen Schnitt auf den zu behandeln Punkt gesetzt. Ein sogenannter Dilator – eine Röhre, die aussieht wie eine Kugelschreiberhülle, wird über den Kirschner-Draht gestülpt. Sie schafft Platz für die kleine Fräse, die das Gewebe an der Gelenkkapsel abträgt. Eine Narkose ist notwendig, weil der Eingriff schmerzhaft ist.
„Durch die Kombination aus Hitze und Rotation besteht eine höhere Chance auf eine langfristige Besserung“, erläutert der Neurochirurg.
Der Vorteil gegenüber der herkömmlichen thermischen Methode bestehe darin, dass ein Wiederzusammenwachsen der Schmerznerven verhindert werde, weil das entstehende Narbengewebe an der Gelenkskapsel die erneute Verbindung erschwere.

Seit zwei Jahren verbreitet sich diese Methode in den Vereinigten Staaten. Dr. Sperke ist überzeugt, dass sich die sogenannte Rotacapsulation auch in Deutschland durchsetzen wird: „Ich finde schon, dass es sich bei dem Verfahren um eine Revolution handelt“, sagt der Neurotraumatologe, der für die Spineart Academy, die weltweit bereits von mehr als 400 Neurochirurgen besucht wurde, Schulungen und Operationsdemonstrationen durchführt.
Im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz wird diese Leistung als kassenärztliche Leistung angeboten.

Forchheim – Laut einer Studie der DAK-Gesundheit zu den guten Vorsätzen für das Jahr 2019 wird der Wunsch nach einer gesünderen Ernährung von 49 Prozent der Befragten geäußert. Dr. Elisabeth Dewald, Internistin, Ernährungsmedizinerin und Diabetologin am Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz, erläutert die zehn Regeln der Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) für eine vollwertige, ausgewogene Ernährung

  1. Lebensmittelvielfalt genießen – Wählen Sie überwiegend pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Getreide und Kartoffeln, denn diese liefern viele Nährstoffe, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Kein Lebensmittel allein enthält alle Nährstoffe. Deshalb ist es sinnvoll, die pflanzlichen Lebensmittel durch tierische Lebensmittel wie Milch, Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier zu ergänzen und zu kombinieren. Je abwechslungsreicher Sie essen, desto besser.
  2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“ – Essen Sie mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag. Dazu gehören auch Hülsenfrüchte, wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen sowie (ungesalzene) Nüsse. Zum Thema Fruchtsäfte regt Dr. Dewald an, den Saft direkt zur Mahlzeit zu sich zu nehmen, weil er dann geringer verstoffwechselt wird. Zwischen den Mahlzeiten getrunken, werden die Kalorien des Saftes dagegen voll aufgenommen und das begünstigt wiederum eine Gewichtszunahme.
    Eine Übersichtsstudie aus den USA hat ergeben, dass für Vitamintabletten bei ausgewogener Ernährung kein Benefit nachgewiesen werden kann. Eindeutig positiv bei Gefäßerkrankungen wirkt sich dagegen der Verzehr von Obst, Gemüse und Salat aus.
  3. Vollkorn wählen – Bei Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl ist die Vollkornvariante die beste Wahl, weil es länger sättigt, mehr Nährstoffe enthält und die darin vorkommenden Ballaststoff senken das Risiko für Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Dickdarmkrebs und Herz- und Kreislauferkrankungen.
    Vollkorn ist allerdings nicht für jedermann geeignet: Bei akuten Entzündungen des Darmes, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder Reizdarm ist es nicht empfohlen.
  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen – Milch und Milchprodukte (Joghurt und Käse) können täglich konsumiert werden, Fisch ein- bis zweimal pro Woche und Fleisch nicht mehr als 300 bis 600 g pro Woche. Vermehrter Verzehr von rotem Fleisch erhöht das Risiko für Dickdarmkrebs um 30 Prozent.
  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen – Bevorzugen Sie pflanzliche Öle wie zum Beispiel Rapsöl oder Olivenöl. Vermeiden Sie versteckte Fette, die oft in Wurst, Gebäck, Süßwaren, Fast Food und Fertigprodukten enthalten sind.
  6. Zucker und Salz einsparen – Mit Zucker gesüßte Getränke und Lebensmittel sind nicht empfehlenswert, da sie meist nährstoffarm sind und unnötige viele Kalorien enthalten sowie das Kariesrisiko erhöhen. Würzen Sie kreativ mit Kräutern und Gewürzen und reduzieren Sie den Anteil salzreicher Lebensmittel.
  7. Am besten Wasser trinken – Dr. Dewald empfiehlt ca. 1,5 Liter Wasser pro Tag. Damit ist nicht „Aquavit“ gemeint, denn alkoholische Getränke sind kalorienreich und bergen gesundheitliche Risiken. Mineralwasser kann je nach Inhaltsstoffen ein wichtiger Lieferant von Calcium und Magnesium sein.
  8. Schonend zubereiten – Garen Sie Lebensmittel so lange wie nötig und so kurz wie möglich, mit wenig Wasser und wenig Fett. Vermeiden Sie beim Braten, Grillen, Backen und Frittieren das Verbrennen von Lebensmitteln, hier können sich krebserregende Stoffe bilden.
  9. Achtsam essen und genießen – Lassen Sie sich Zeit, denn ein Sättigungsgefühl tritt erst 15 bis 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit ein.
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben – Vollwertige Ernährung und körperliche Aktivität gehören zusammen. Pro Tag 30 bis 60 Minuten moderate körperliche Aktivität fördern Ihre Gesundheit und helfen Ihnen dabei, Ihr Gewicht zu regulieren.

Die Ernährungsmedizinerin zeigt ganz einfache Tricks, wie man die Lebensmittelmenge richtig einschätzen kann. Eine Portionsgröße entspricht in etwa der Menge, die auf eine Handfläche passt, also zum Beispiel eine kleine Orange oder ein mittelgroßer Apfel.

Dr. Dewald stellt auch den neuen Food Scanner zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung vor, welches im vergangenen Jahr vom bayerischen Ernährungsministerium vorgestellt wurde. Mittels Infrarotmessung kann festgestellt werden, ob ein Lebensmittel bereits verdorben ist oder nicht.

Generell gilt: Genuss statt Menge, um die „healthy life years“ zu verlängern, die Jahre ohne Krankheit. Eine falsche Ernährung kann zu Übergewicht führen mit Folgeerkrankungen wie Diabetes, erhöhte Infektanfälligkeit, erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Thrombose, Herzinfarkt sowie Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden.

Folgende Kurse bietet das Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz am Standort Forchheim, Krankenhausstraße 10, zum Thema Ernährung an. Info und Anmeldung für alle Kurse bei Ernährungs- und Diabetesberaterin Sabine Lamprecht unter 0 91 91-610 -784.

Der Kurs „Abnehmen ganz einfach“ ist geeignet für Personen mit leichtem bis mittlerem Übergewicht (BMI 25 bis unter 35) und zeigt, worauf es beim Abnehmen ankommt und wie das Wunschgewicht langfristig gehalten werden kann.
Der Kurs ist zertifiziert und wird von vielen Krankenkassen bezuschusst.
Termine: 22.01.; 05.02.; 12.02.; 19.02.; 12.03.; 19.03.; 02.04.; 09.04. jeweils von 17.30 – 19.00 Uhr:

Essen und Trinken für Zwei? So geht´s!
Abwechslungsreiche Ernährung für Mutter und Kind.
Termine: 07.02. + 14.02.2019 von 17.30 – 19.00 Uhr

Nahrungsmittelallergien beim Kind – wie kann ich vorbeugen?
Termine: 28.02.2019 von 17.30 – 19.00 Uhr

Ambulante Ernährungsberatung
Wir erfüllen die von den gesetzlichen Krankenkassen geforderte Anbieterqualifikation für ambulante Ernährungsberatungen in Einzel- und Gruppenschulungen. Dieses Angebot gilt für alle Krankheitsbilder und steht allen Interesssenten offen. Unser Spektrum umfasst die gesamte Bandbreite ernährungsbedingter Probleme von Übergewicht, Diabetes, Magen-Darmerkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten bis hin zu Mangelernährung und Ernährung bei Krebs.

Forchheim/Ebermannstadt – Was Arbeitgeber in ihrer Region wertvoll macht, wissen die dort lebenden Menschen am besten. Das Marktforschungsinstitut ServiceValue hat im Auftrag der Zeitschrift WirtschaftsWoche die Bewohner von 106 Landkreisen und 34 kreisfreien Städten in der Region Süd befragt, wie sie den Wert von insgesamt 3804 regionalen Arbeitgebern für das Gemeinwohl beurteilen. Für den Landkreis Forchheim gaben die 100 Befragten dem Klinikum Forchheim und der Klinik Fränkische Schweiz die besten Noten auf die Frage „Was sind die wertvollen Arbeitgeber Ihrer Region?“, so dass beide Krankenhäuser die ersten beiden Plätze belegen.

Der Geschäftsführer der beiden Kliniken, Sven Oelkers, freut sich über das Ergebnis welches den Mitarbeitern in beiden Häusern gilt: „Wir sind sehr stolz, dass das Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz im Landkreis als Arbeitgeber für das Gemeinwohl so geschätzt wird und danken für die Anerkennung. Es zeigt, was die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen tagtäglich für einen tollen Einsatz für unsere Patienten bringen und dass den Menschen eine erstklassige medizinische Versorgung in Wohnortnähe sehr wichtig ist.“

Die Berichterstattung mit der Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgte am 07.01.2019 online unter dem Titel „Der Süden hat die größte Weltkonzerndichte“. https://www.wiwo.de/erfolg/trends/wiwo-ranking-wertvolle-arbeitgeber-der-sueden-hat-die-groesste-weltkonzerndichte/23834418.html

Pro Landkreis wurden 100 Einwohner gebeten, die aus ihrer Sicht „wertvollsten Arbeitgeber für das Gemeinwohl der Region“ anzugeben und auf einer Skala von 0 bis 5 zu bewerten.
Bei der Befragung war es nicht relevant, ob die Befragten zufällig selbst Mitarbeiter der Unternehmen waren oder ob sie überhaupt Einblick in die Unternehmensstrukturen hatten. Die Außenwirkung beziehungsweise das Image des Arbeitgebers standen im Mittelpunkt. Manchmal spielten auch die Bekanntheit und der Ruf als großer Arbeitgeber eine Rolle.

Die Ergebnisse zeigen, dass Einrichtungen wie die Lebenshilfe, Feuerwehr, Kliniken, Behindertenwerkstätten und Pflegeheime einen hohen Stellenwert in den Augen der Menschen vor Ort haben.

Das Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz ist mit rund 980 Mitarbeitern der zweitgrößte Arbeitgeber im Landkreis Forchheim.

Forchheim – „Gut“ bis „Sehr gut“ bewerteten die meisten der Patienten die Leistungen des Klinikums Forchheim bei einer Patientenumfrage Mitte Dezember 2018. „Eine erfreulich hohe Rücklaufquote von fast 75 Prozent zeigt das Interesse der Patienten an der Befragung“, unterstreicht Geschäftsführer Sven Oelkers. Die Fragen befassen sich mit der Zufriedenheit des Patienten mit den ärztlichen Leistungen, mit den Leistungen des Pflegepersonals und nicht direkt dem Heilungsprozess zuzuordnenden Leistungen, wie Küche und Hygiene. Abschließend kann der Patient angeben, ob er das Klinikum weiterempfehlen würde und es gibt Platz für Kommentare. Auf der Zufriedenheitsskala bedeutet eine eins „sehr zufrieden“, eine fünf „unzufrieden“.

Bei den Ärzten und dem Pflegepersonal fühlte sich ein Großteil der Patienten sehr gut aufgehoben. Auf die jeweils erste Frage „Wie beurteilen Sie die medizinische/fachliche Betreuung durch die Ärzte/das Pflegepersonal?“ gaben sie im Durchschnitt eine glatte eins, eine Verbesserung zum Vorjahr um 0,22 Punkte beziehungsweise 0,07 Punkte bei der Pflege.

Nur eine zwei gab es auf die Frage nach den Wartezeiten für Patienten. Eine konsequente Berücksichtigung dieser wichtigen Facette der Behandlung wird in Zukunft zu einem besseren Ergebnis führen, sagt Geschäftsführer Sven Oelkers.

Sternchen für die Küche
Daheim schmeckt’s am besten! – Naturgemäß reagieren die Patienten auf die Frage „Waren Sie mit dem Essen zufrieden?“ etwas zurückhaltender. Diese Thematik erhielt aber die meisten persönlichen Kommentare, wie „Essen sehr gut“. Hier vergaben die Patienten die Note 1,7, fast 9 Prozent besser als im vergangenen Jahr (1,86).

Die stellvertretende Küchenleitung Andrea Rittmayer freut sich über die gute Bewertung: „Alle Gerichte werden hier im Haus täglich frisch zubereitet. Es werden bevorzugt regionale Lieferanten ausgesucht, um dem Patienten eine ausgewogene Ernährung anbieten zu können. Denn Frische und Qualität stehen im Krankenhaus Forchheim an erster Stelle.“
Diese Tatsache sei in der heutigen Zeit leider nicht mehr selbstverständlich. Immer öfter würden Krankenhäuser von Zentralküchen beliefert, erläutert die gelernte Köchin.

Insgesamt bietet das Küchenteam drei Hauptkostformen an: Vollkost, leichte Kost und fleischfreie Kost. Zudem werden Patienten mit speziellen Ernährungsproblemen – insbesondere aufgrund von onkologischen, geriatischen, gastroenterologischen oder stoffwechselbedingten Erkrankungen – von einem geschulten Ernährungsteam betreut und auf die für sie bestimmte Kostform eingestellt.

Menüassistenten helfen bei der Auswahl
Im Rahmen der festgelegten Kostform bestimmt der Patient am Tag vorher, was er am nächsten Tag zu Essen wünscht. Eine Menüassistentin hilft bei der Auswahl – Kaiserbrötchen oder Mehrkornbrötchen? Eines oder zwei? – und tippt die gewünschten Speisen und Beilagen auf dem Tablet ein. Auch Sonderwünsche sind im Rahmen der täglichen Speiseplanung für das Küchenteam kein Problem.

Ausbaufähiger Internetempfang
Neben sehr vielen freundlichen und lobenden Worten ist ein weiterer Punkt, der von den Patienten im Kommentarfeld angesprochen wurden, der ausbaufähige Internetempfang im Krankenhaus. „Die Rückmeldungen werden ernst genommen und verfolgt“, sagt Sven Oelkers. „Aufgrund der letztjährigen Umfragen haben wir einen Warmgetränkeautomaten im Eingangsbereich aufgestellt und die Patienten-TV-Geräte am Bett durch neue ersetzt. Die Beispiele zeigen, dass die Hauptthemen erfolgreich im Sinne der Patienten umgesetzt werden. Auch zum Ergebnis der aktuellen Umfrage und dem Thema Internetgeschwindigkeit kann man so viel verraten, dass an dem Thema intensiv gearbeitet wird, um die Geschwindigkeit zu verbessern“, teilt Sven Oelkers mit.

Forchheim – Jedes Jahr ziehen die Sternsinger am 6. Januar von Haustür zu Haustür und sammeln für Not leidende Kinder in der ganzen Welt. Am 4. Januar 2019 erschienen sie im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz. 

Wofür stehen eigentlich die Zahlen und Buchstaben am Türstock? 

20*C+M+B+19. Das aktuelle Jahr, in dem Fall 2019, steht getrennt am Anfang und am Ende. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Zugleich ist er Zeichen für Christus. Die Buchstaben C+M+B stehen für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Die drei Kreuze bezeichnen den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Mit diesen Zeichen segneten die Sternsinger die Kapelle im Klinikum in Forchheim. Der Gottesdienst wurde über den hauseigenen Fernsehkanal in die Patientenzimmer übertragen.

Forchheim – Prof. Li He, Präsidentin der chinesischen Schlaganfallgesellschaft der Provinz Sichuan, besuchte Ende Dezember 2018 das Klinikum Forchheim, um sich über die telemedizinische Schlaganfallversorgung im Schlaganfallnetzwerk zu informieren.

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz verfügt als Mitglied im Netzwerk neben der zertifizierten Telestroke Unit unter der Leitung von Barbara Willaczek damit über ein erweitertes Behandlungsspektrum. Im Beisein von Dr. Lorenz Breuer,
STENO-Projektleiter und Oberarzt am Universitätsklinikum Erlangen, informierte sie sich über die Funktionsweise der „Telemedizinischen Konsultation“.

Die Neurologin Li He praktiziert am West China Hospital der Sichuan Universität in Chengdu, der Provinzhauptstadt mit 14,42 Mio. Einwohnern. Das Krankenhaus verfügt über 4.300 Betten, versorgt Patienten im Umkreis von 100 km und ist das Zweitbeste in einem Ranking der Fudan University. Der wissenschaftliche und technologische Einfluss des Krankenhauses steht an erster Stelle in China.

Begleitet wurde Prof. Li He von Hongjun He, der für die Stiftung Deutsch-Chinesischer Technologieaustausch (DCTA) in Düsseldorf arbeitet. Die Stiftung koordiniert und fördert Vorträge, Fachtagungen, die Vorführung von neuartigen Behandlungsmethoden und Materialien und unterstützt Kooperationsprojekte in beiden Ländern.
Honjun He vergleicht Bayern mit Sichuan: „Es ist dort auch bergig wie hier.“ In ländlichen, medizinisch teils unterversorgten Gebieten könnte auch in Sichuan mithilfe der Telemedizin die räumliche Distanz zwischen Patienten und Arzt oder zwischen zwei Ärzten überbrückt werden. Schlaganfälle können so schnell diagnostiziert und therapiert werden. Bei einem Schlaganfall – einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn oder einer Hirnblutung – ist schnelle und kompetente Hilfe lebenswichtig. Durch Telemedizin wird die Expertise zum Patienten gebracht.

Schlaganfall-Einheit
Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz verfügt über eine von deutschlandweit über 300 zertifizierten Stroke Units. Konkret handelt es sich dabei um eine von deutschlandweit 13 telemedizinisch vernetzten Stroke Units (Telestroke Unit). Die Stroke Unit-Zertifizierung und Rezertifizierung durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) erfolgt regelmäßig in dreijährigen Abständen.
Auf der Telestroke Unit unter der Leitung von Oberärztin Barbara Willaczek, die in der Klinik für Innere Medizin angesiedelt ist, arbeitet ein interdisziplinäres Behandlungsteam aus Fachärzten für Innere Medizin, speziell geschultem Pflegepersonal (Stroke Nurses), Sprach- und Schlucktherapeuten, Ernährungstherapeuten, Physio- und Ergotherapeuten sowie Sozialpädagoginnen. Die neurologische Expertise steht in Form von täglichen Visiten eines neurologischen Facharztes zur Verfügung. Rund um die Uhr steht darüber hinaus ein Experte aus den drei STENO-Zentren Erlangen, Bayreuth und Nürnberg via Telemedizin zur Verfügung.

Foto v.l.n.r. Hongjun He (Deutsch-Chinesischer Technologieaustausch (DCTA) Stiftung), Dr. Lorenz Breuer (Universitätsklinikum Erlangen), Prof. Li He (West China Hospital Chengdu, Sichuan Provinz), Dr. Barbara Willaczek, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann