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Forchheim/Ebermannstadt, 22. Dez. 2021 – Thorsten Glauber, bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, überreichte 100 Geschenkpakete für die Mitarbeiter des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz, die am Heiligabend an beiden Standorten in Forchheim und Ebermannstadt arbeiten.

Thorsten Glauber richtet sich an die Belegschaft: „In herausfordernden Zeiten müssen wir Verantwortung füreinander übernehmen. Ihnen allen gebührt deshalb mein herzlichster Dank und Respekt für Ihren unermüdlichen Einsatz. Auch im Jahr 2021 haben wir die Corona-Pandemie dank Ihnen gut bewältigt! – auch zwischen den Jahren.“
In den Kartons befinden sich Fruchtsäfte. Bei der Wahl der Geschenke wurde auf Regionalität und Umweltverträglichkeit Wert gelegt. Das Geschenk stammt aus einem Familienbetrieb in dritter Generation aus Heroldsbach.
Die Früchte, aus denen die Saftspezialitäten gekeltert wurden, stammen von Bäumen privater Gärten rund um die Mosterei in Heroldsbach, zu der private Gartenfreunde ihre Früchte direkt zur Verarbeitung bringen können.
Die Kronkorkenflaschen wurden im Mehrwegsystem durchschnittlich mindestens bereits 40-mal neu befüllt – durch die Ersparnis von zahlreichen PET-Flaschen ein Gewinn für Umwelt und Klima. Hierauf wurde aber auch bei der Verpackung Wert gelegt. Diese stammt ebenfalls direkt aus Franken.
Der Präsentkarton wurde von einer Forchheimer Firma mit einem weiteren Standort in Coburg gefertigt. Die fränkischen Schmankerl sind in Holzwolle einer Korbwarenfirma aus Lichtenfels gebettet. Die Klinikleitungen an beiden Standorten bedanken sich für die Gaben.

Bundeswehreinsatz am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz im Rückblick

Forchheim, 13. Dez. – Von Anfang bis Mitte Dezember unterstützten zehn Soldaten der Stabs-/Fernmeldekompanie der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim (Baden-Württemberg) auf den Pflegestationen des Forchheimer Klinikums. Hier waren die Soldaten auf den Stationen Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Innere Medizin, Isolierstation und auf der Interdisziplinären Intensivstation eingesetzt, allerdings nicht im pflegerischen, sondern im administrativen Bereich.

Helfer in Uniform

Hauptfeldwebel Marius Horn, Gefechtsstandgruppenführer in der Stabs-/Fernmeldekompanie, blickt auf die Zeit in der Amtshilfe zurück: „Zur Entlastung des Klinikpersonals übernahmen meine Männer und ich all die Tätigkeiten, die nicht am Patienten waren. Wir waren in zwei Schichten aufgeteilt. Die Frühschicht begann um 06:00 Uhr und endete um 13:00 Uhr. Die Spätschicht ging von 13:00 Uhr bis 20:00 Uhr. In dieser Zeit erledigten wir Aufgaben außerhalb des pflegerischen Bereichs, also: Betten machen, Essen verteilen, das Geschirr wieder zurückbringen und die Zimmer reinigen, in denen keine Patienten mehr waren. Als Verantwortlicher vor Ort hielt ich außerdem Verbindung zu unserer Kompanie in Müllheim und mit dem Verbindungskommando aus dem Kreis Forchheim.“ Eine neue Erfahrung außerhalb des militärischen Alltages.

Schäufele, Kloß mit Soß und Bier?

Auf die Frage, wie ihm als Connaisseur der französischen Küche das fränkische Essen geschmeckt habe, antwortete Hauptfeldwebel Horn: „Schäufele kenne ich tatsächlich von daheim, die haben mir schon immer geschmeckt. Insgesamt war das Essen sehr gut – vor allem im Krankenhaus.“ Auf die Frage, ob er denn auch schon bayerisches Bier gekostet habe, antwortete er: „Bier habe ich hier noch gar nicht getrunken.“ Mit einem Schmunzeln fügte er hinzu: „Ich trinke da aber lieber Pils, Bayern gehört ja eher der Weizenfraktion an.“

Doch nicht nur das Essen sorgte für angenehme Abwechslung, auch die schöne Umgebung der fränkischen Schweiz bot die Gelegenheit nach dem anstrengenden Dienst einmal abzuschalten.

Klasse Leistung

Für ihn und seine Kameraden sei der Einsatz relativ kurzfristig angeordnet worden, erklärte Marius Horn. Dank der guten Aufnahme an der neuen Arbeitsstelle hatten sich die Soldaten schnell in das neue Aufgabengebiet eingearbeitet. Wie wichtig ihre Arbeit war, zeigten die durchweg positiven Reaktionen von Patienten und Klinikpersonal. Entsprechend groß waren die Wertschätzung und die Dankbarkeit.

Erfahrungsgewinn

„Was wir auf jeden Fall mitnehmen können ist ein Erfahrungsgewinn. Ein Krankenhaus ist sehr speziell in vielen Belangen. Wir haben festgestellt, dass hier die jeweiligen Stationsteams sehr, sehr gut miteinander zusammenarbeiten können und dass es hier wichtig ist, dass die Teams als Team auch funktionieren.“  Am 15. Dezember reisten die zehn jungen Männer zurück zu ihrer Einheit an die deutsch-französische Grenze in Südbaden. Ob sie ein weiteres Mal zur Amtshilfe nach Forchheim kommen, ist ungewiss.

Das Hebammenteam Forchheim grüßt alle Schwangeren, alle werdenden Eltern, sowie alle Eltern, die ihr Glück schon in den Armen halten und wünscht ein ruhiges besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2022.

Heute laden wir Sie auf unseren letzten „Quartalspaziergang“ des Jahres 2021 durch den Kreißsaal ein und informieren Sie, was sich in der Zwischenzeit getan hat, oder was auch beim Alten geblieben ist.

Sarah Staudenmayer und Julia Schädlbauer verstärken das Hebammenteam 

Wir freuen uns sehr, dass zwei neue Hebammen frischen Wind in unser Team bringen. Sarah Staudenmayer und Julia Schädlbauer sind zwei junge Kolleginnen, die den Kreißsaal mit tollen neuen Ideen und viel Engagement bereichern. Beide kommen aus großen Kliniken und brennen für eine behutsame Geburtshilfe in entspannter, familiärer Atmosphäre.

Weiterhin ist es so, dass wir Sie -coronabedingt- zur Geburtsanmeldung nicht persönlich im Kreißsaal begrüßen dürfen und meist erst persönlich kennenlernen, wenn sich Ihr Baby auf den Weg macht. Trotzdem sind wir hoch motiviert und können Ihnen alles zur Geburt anbieten, was Ihr Herz begehrt und lassen Sie in aller Ruhe und Ihrem Tempo Ihr Baby zur Welt bringen. Ihre Begleitperson darf Ihnen während der gesamten Geburt als Halt und Stütze beiseite stehen.

Um Sie und uns vor Corona zu schützen, werden Sie beim Betreten des Kreißsaals auf Corona getestet und können dann auch gerne ein Familienzimmer beziehen, um die erste Zeit als kleine Familie von Anfang an zusammen genießen zu können. Ihnen stehen alle möglichen Methoden der Schmerzlinderung zur Verfügung.

Anmeldung per Mail 

Die Anmeldung zur Geburt zwischen der 32. und 36.SSW läuft bequem per Mail/Fax/Post, indem Sie sich die Unterlagen entweder auf unserer Homepage im Bereich Geburtshilfe unter der Rubrik „rund um die Geburt“ herunterladen, von uns per Mail (krs@klinikum-forchheim.de) anfordern oder direkt im Haus an der Pforte abholen. Persönliche Gesprächstermine sind selbstverständlich trotzdem möglich und finden werden unter Berücksichtigung der Infektionsrichtlinien statt.

Um Ihnen Einblicke über unsere Arbeit und in unsere Räumlichkeiten zu ermöglichen, haben wir einen Imagefilm, eine virtuelle Kreißsaalführung und Informationen zur Geburt im Klinikum Forchheim Fränkische Schweiz für Sie bereitgestellt. Den link hierzu erhalten Sie auch gerne per Mail. Schreiben Sie uns einfach mal – wir sind in dieser besonderen Zeit gerne für Sie da!

Wir grüßen herzlich,

Ihr Hebammenteam Forchheim

Forchheim, 15.Dez. 21 – Privatdozent Dr. med. Giuseppe Filiberto Vercellino ist seit Oktober 2021 der neue leitende Oberarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz.

Der 56-Jährige stammt aus Turin, arbeitete als Gynäkologe seit 2007 an der Charité in Berlin, wo er 2014 promovierte, 2015 zum Privatdozenten habilitierte inklusive Lehrbefähigung und Lehrbefugnis und dort immer noch unterrichtet.

Thema der Doktorarbeit: Gebärmutterhalskrebs

Seine Doktorarbeit handelt von einer experimentellen Studie über die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs bei einem Tumor, der größer als 2 cm ist. Auf einen Tumordurchmesser bis zu 2 cm beschränkt sind bis dato die aktuellen Leitlinien, die eine fortpflanzungserhaltende Therapie empfehlen durch ein Operationsverfahren, bei dem Teile des Gebärmutterhalses und des Gebärmutterkörpers bei Metastasenfreiheit nicht entfernt werden. Diese sogenannte radikale Trachelektomie wurde 1994 entwickelt.

Primär- und Sekundärprävention

Auch heute noch sterben pro Jahr rund 1.700 Frauen in Deutschland an Gebärmutterhalskrebs. Doch es gibt Primär- und Sekundärprävention, die dieser Krebsform den lebensbedrohlichen Schrecken nehmen. Zu der Primärprävention zählt die HPV-Impfung für Mädchen bevor sie Geschlechtsverkehr haben. Studien belegen, dass 80 bis 100 Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung in Deutschlang schon einmal in Kontakt war mit Humanen Papillomviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Die Übertragung erfolgt durch intime Haut- und enge Körperkontakte wie Petting oder beim Sex. Eine Ansteckung ist schon beim ersten sexuellen Kontakt möglich. Daher sollte die Impfung vor dem ersten Sex abgeschlossen sein.  Ein regelmäßiger PAP-Test (Papanicolaou-Test, Abstrich von Zellen am Gebärmutterhals), der ab dem 35. Lebensjahr mit einem HPV Test kombiniert werden kann, stellt die Sekundärprävention dar, mit deren Hilfen die Zahl dieser Krebserkrankung stark reduziert werden konnte.

Tailormade Medicine

Dr. Giuseppe Vercellino sieht in der sogenannten ‚Tailormade Medicine‘ – eine auf die einzelne Patientin zugeschnittene Behandlung – die Zukunft der Medizin: „Ich habe echt eine Leidenschaft für meine Arbeit als Arzt und jede Person sollte am besten individuell betrachtet und behandelt werden.“ Sein Credo lautet „Primum non nocere, secundum cavere, tertium sanare“ (erstens nicht schaden, zweitens vorsichtig sein, drittens heilen) und ist in Verbindung mit dem hippokratischen Eid die Leitlinie seines Handelns.

Auf der Durchreise in Jena gelandet

Dass der Gynäkologe, der fünf Sprachen fließend spricht, in Deutschland sesshaft geworden ist, war purer Zufall, erinnert er sich. Seit 1991 war er in Turin als Frauenarzt tätig und 2001 verschlug es ihn für ein Jahr als Fach- und Assistenzarzt an die gynäkologische Abteilung der Universitätsklinik in Jena.

Patientinnen individuell behandeln

Den Wechsel an das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz begründet er mit seinem Wunsch mehr auf seine Patientinnen eingehen zu können. In großen Kliniken würden Ärzte sehr viel Wert auf ihr berufliches Weiterkommen legen, so Vercellino. In seinen bisherigen Kliniken ging es oft darum, Karriere machen zu können. Dies ist nicht immer nur zum Vorteil der Patientinnen-Versorgung. Das Ziel seiner operativen Tätigkeit lautet: „Der beste Chirurg ist der, der am wenigsten operiert, weil er weiß, was er operieren muss“. Dieses Ziel kann der Privatdozent unter den Gegebenheiten in Forchheim ideal verwirklichen.

Neben seinem Spezialgebiet Gebärmutterhalskrebs ist er außerdem Experte auf dem Gebiet des Endometriumkarzinoms – einer Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut – und beschäftigt sich mit Endometriose.

Sein Fachgebiet – Endometriose, ‚Chamäleon der Gynäkologie‘

Unter Endometriose, die auch ‚Chamäleon der Gynäkologie‘ genannt wird, weil die Symptome – Krämpfe, Übelkeit, Bauchschmerzen, Regelschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr – so vielfältig sind, versteht man die Ansiedlung von gebärmutterschleimhautähnlichem Gewebe außerhalb der Gebärmutter. Dieses Gewebe verhält sich wie die Gebärmutterschleimhaut: Es blutet während der Menstruation und kann Zysten und Entzündungen verursachen. Für betroffene Frauen können die zyklischen Schmerzen so dominierend sein, dass sie eine Entfernung der Gebärmutter in Betracht ziehen. Es gibt keine Heilung. Erst der Übergang in die Wechseljahre verschafft Abhilfe.

Dr. Giuseppe Vercellino hat vor allem gelernt seinen Patientinnen gut zuzuhören. Er vergleicht: „Wenn man 50-jährige Frauen bittet, eine 100-Meter-Strecke zu laufen, werden da ganz unterschiedliche Zeiten rauskommen, weil jede ein Individuum ist.“ Das biologische Alter unterscheidet sich. „Ich stelle gezielte Fragen. Ist die Frau sexuell aktiv? Was sind die Rahmenbedingungen? Gab es in der Familie vergleichbare Erkrankungen?“

Superhappy in Forchheim

In Forchheim ist der Frauenarzt ‚superhappy‘. Mittlerweile ist er mit seiner Frau, die aus den Philippinen stammt, in die Königsstadt gezogen. Er habe keine Kinder, „aber tonnenweise Nichten!“  Als Hobby zählt er das gemeinsame Kochen mit seiner Frau auf und Fahrradfahren als sportlichen Ausgleich. Er liest und verreist gerne.

1. Woran kann man erkennen, dass ein Krankenhaus „patientensicher“ ist?
Leider gibt es derzeit keine verlässlichen Datengrundlage für Vergleichslisten zur Patienten-sicherheit in Krankenhäusern. Das liegt daran, dass Patientensicherheit nicht einrichtungsübergreifend mit den gleichen, verpflichtenden Indikatoren gemessen wird. Deshalb können Patient:innen sich nicht wirklich vorab informieren, sondern sind auf ihre Erfahrungen während eines Aufenthalts angewiesen. Wichtige Punkte, auf die man achten sollte, sind zum Beispiel

  • Das Personal wirkt nicht gehetzt, sondern hat Zeit, auf die Patient:innen einzugehen, zum Beispiel wenn diese Hilfe benötigen oder Fragen haben.
  • Patient:innen werden sorgfältig aufgenommen und es werden Vorkehrmaßnahmen für die sichere Patientenidentifikation (zum Beispiel Patientenidentifikationsarmband) getroffen.
  • Patient:innen werden zu ihrer regelmäßigen Medikamenteneinnahme befragt und sie bekommen Informationen darüber, welche Umstellungen während des Krankenhausaufenthalts vorgenommen werden.
  • Personal wäscht und desinfiziert regelmäßig die Hände, auch unmittelbar vor Patient:innenkontakt und weist auch auf Händewaschen und Händedesinfektion für Patient:innen und Besuch hin.
  • Es wird darauf geachtet, dass Patient:innen nicht stürzen.
  • Das medizinische und pflegerische Personal erklärt vor und nach Untersuchungen und Eingriffen klar und deutlich, wie Patient:innen mit ihrem Verhalten zu ihrer eigenen Sicherheit beitragen können.
  • Es gibt ein Screening auf mitgebrachte multiresistente Erreger und einen klar geregelten Prozess, um Übertragungen vorzubeugen.
  • Es gibt Möglichkeiten für Nachfragen, falls Behandlungsmaßnahmen unklar sind. Zum Beispiel ist die Visite so angelegt, dass Patient:innen Fragen stellen können.
  • Es gibt Rückmelde-Möglichkeiten, wenn man unzufrieden ist oder um Verbesserungsvorschläge anzubringen.
  • Patient:innen werden dazu ermutigt und unterstützt, sofort Bescheid zu geben, wenn man sie mit dem falschen Namen anspricht oder ihnen andere Probleme der Patientensicherheit auffallen.
  • Das Krankenhaus bereitet vor allem die Entlassung intensiv vor, damit die Patient:innen danach nicht vermeidbare Risiken erleben. Zum Beispiel gibt es ein Entlassgespräch, in dem erläutert wird, wie man sich zu Hause verhalten sollte, wann man wieder eine Behandlung oder Nachkontrolle aufsuchen sollte, wie sich die Medikation geändert hat und vieles mehr.

2. Das Krankenhauszukunftsgesetz forciert die Digitalisierung im Krankenhaus. Bei welchen von der Förderthemen sehen Sie einen besonderen Mehrwert für die Patientensicherheit? 
Generell ist es schwierig, zu sagen, dass bestimmte Vorhaben besonders wichtig für die Patientensicherheit sind und andere weniger. Nur ein Beispiel: Datensicherheit im Sinne des Schutzes vor unbefugten Zugriffen, Veränderungen und Datenverlust mag auf den ersten Blick nicht so zentral für die Patientensicherheit wirken, wenn man aber einmal erlebt hat, welche Risiken entstehen, wenn ein Krankenhaus Opfer eines Hackerangriffs ist und die IT ausfällt, dann ändert man diese Meinung. Es gibt da kein „mehr oder weniger wichtig“. Was wir betonen ist aber, dass man alle Prozesse – und davon gibt es im Krankenhaus wirklich viele – daraufhin überprüfen muss, ob eine IT-Unterstützung geeignet ist, die Prozesse sicherer zu machen. Ein gutes Beispiel ist da die Arzneimitteltherapiesicherheit, bei der es von Übertragungsfehlern über mangelhafte Interaktionskontrolle bis hin zum fehlerlosen Medikamentenstellen viel Verbesserungspotential gibt. Und umgekehrt müssen alle Prozesse, die digitalisiert werden, fortlaufend daraufhin überprüft werden, ob aus der Digitalisierung selbst beziehungsweise ihrer Umsetzung nicht wiederum Sicherheitsrisiken entstehen. Nicht umsonst hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit diesem ganzen Themenkomplex eine umfassende Handlungsempfehlung gewidmet: https://www.aps-ev.de/wp-content/uploads/2018/05/2018_APS-HE_Digit_RM.pdf

3. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz setzt Patientenarmbänder ein, um die Identität des Patienten zu kontrollieren und relevante Behandlungsdaten zu spei-chern. Wo sehen Sie weitere Schritte für ein Haus der Grund- und Regelversorgung die Patientensicherheit zu gewährleisten/zu erhöhen?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Jedes Haus sollte ein aktives Berichts- und Lernsystem (critical incident reporting system, CIRS) haben. Schauen Sie sich vor Ort an, in welchen Zusammenhängen besonders viele Vorkommnisse oder solche mit besonders schweren potentiellen Folgen gemeldet werden. In diesen Bereichen lohnt es sich, zu recherchieren, ob digitale Unterstützungssysteme geeignet sind, die Patientensicherheit zu erhöhen. Mein Tipp wäre, dass Arzneimitteltherapiesicherheit dabei sicher auftauchen wird, aber vor allem sollte man auf den Bedarf vor Ort reagieren.

4. Können Sie mir Daten senden, aus denen hervorgeht, dass Patienten in den letzten 10 Jahren sicherer geworden sind? Welche Indikatoren wären das?
Wie oben erwähnt gibt es solche Indikatoren bisher nicht. Es wäre auch methodisch nicht sauber, nur die Zahl der (erfolgreichen) Behandlungsfehlerverfahren oder das Auftreten bestimmter Schwerwiegender Ereignisse zu zählen (was im Übrigen nicht verpflichtend bundesweit getan wird und noch weniger transparent ist). Das Aktionsbündnis Patientensicherheit setzt sich dafür ein, hier in Zukunft mehr Transparenz zu schaffen, nicht um Schuldige zu suchen, sondern um mehr Hinweise darauf zu bekommen, wie groß in welchen Bereichen der Handlungsbedarf ist und um zu erreichen, dass Patientensicherheit zum Entscheidungskriterium in den Einrichtungen und der Gesundheitspolitik wird.

Forchheim, 13. Dez. 2021 – Im Jahr 2020 wurden in Deutschland rund 6200 Behandlungen im
Krankenhausbereich beanstandet – und durch die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen bei den Ärztekammern bewertet. Um solche Probleme zu vermeiden, richtet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ein verstärktes Augenmerk auf die Patientensicherheit. Alle Maßnahmen, die möglich sind, um Schäden in Zusammenhang mit dem Krankenhausaufenthalt zu vermeiden, werden kontinuierlich überprüft und optimiert.

Operationssaal – ein Hochrisikobereich

Katja Severa, stellvertretende Qualitätsmanagementbeauftragte am Forchheimer Standort, zählt den Operationsbereich zum Hochrisikobereich: „Hier ist viel interprofessionelle Zusammenarbeit gefordert zwischen den Teams – zwischen den OP- und Anästhesie- Pflegekräften sowie den Ärzten – da kann es zu Missverständnissen kommen, deshalb müssen alle Beteiligten eine Sicherheitscheckliste abarbeiten bevor der Patient in den OP- Bereich gebracht wird.“ Zuerst wird die Identität der Patienten überprüft – dann, dass die Patienten auf dem richtigen OP-Tisch gelagert werden und ob die Seitenmarkierung stimmt. Die Sicherheitscheckliste wurde 2008 von der WHO entwickelt und umfasst 19 Punkte rund um eine Operation, die beachtet werden müssen. Kann es z.B. zu Komplikationen während der Narkose kommen, weil der Patient im Vorfeld Blutverdünnungsmittel genommen hat? Nach der Narkoseeinleitung kommt die „Team-Time out“-Phase vor dem ersten Schnitt in die Haut.
Der Operateur und das Team stellen den Patienten nochmal vor. Liegt der „richtige“ Patient auf dem OP-Tisch und ist der vorgesehene Eingriff der „richtige“? Erst wenn alle Fragen abgeprüft sind, beginnt die Operation.

Um die Identität jederzeit zweifelsfrei feststellen zu können, erhält jeder stationäre Patient des Klinikums ein Patientenarmband mit einem Barcode, der mit einem Scanner ausgelesen werden kann. Patientenidentifikation, Name, Geschlecht und Geburtsdatum sind hinterlegt und können mit der elektronisch geführten Patientenakte abgeglichen werden.

Gefahr bei der Medikamentengabe

Das Klinikum an der Wiesent verfügt außerdem über eine elektronische Arzneimitteldatenbank, die den originalen Medikationsplan zuerst in der Krankengeschichte automatisiert abgespeichert, bevor eine Änderung und Neuausstellung durchgeführt wird.
Der Medikationsplan lässt sich auch auf die Krankenkassenkarte schreiben: Für die Patienten ein enormer Vorteil, da bereits ausgestellte Medikationspläne für Behandlungen oder Weiterbehandlungen digital zur Verfügung stehen. Außerdem kann schneller eine Unverträglichkeit festgestellt werden. Die Datenbank ersetzt aber nicht das sogenannte Vier- Augen-Prinzip beim Zusammenstellen der Medikamente. Das bedeutet, dass sich zwei Pflegekräfte gegenseitig kontrollieren. Auch am nächsten Tag, wenn die zusammengestellten Tabletten ausgegeben werden, wird noch einmal die Richtigkeit anhand der elektronischen Patientenkurve überprüft.

Internes Fehlermeldesystem

Anfang 2022 wird auch das neue, internetbasierte CIRS-Portal einsatzfähig sein. Die Kommunikation läuft über das Intranet. CIRS steht auf englisch für „Critical Incident Reporting System“ – auf deutsch: „Fehlermeldesystem von kritischen Ereignissen“. „Das hilft uns aus den Fehlern, die im Haus passieren, zu lernen. Das Portal bietet Mitarbeitern an, Fehler und optimierungsfähige Abläufe oder missglückte Prozesse anonym und vertraulich zu schildern, damit bei einer Häufung Fehlerquellen behoben und Prozesse umstrukturiert werden können.“
Die Risikomanagerin unterstreicht: „Uns ist es wichtig, dass auch positive Ereignisse gemeldet werden. Wenn jemand auf einer Station ein Problem erkannt hat und es innerhalb der Abteilung gelöst wird, dann können andere von diesem Wissen profitieren und letzten Endes ist es ja auch tatsächlich so, dass die meisten Handlungen positiv sind und die Fehler gering.“

Zertifikatslehrgang ‚Fokus Mensch – Patientensicherheit aktiv gestalten‘

Um das Wissen weiter zu vertiefen ist Katja Severa eine der ersten, die berufsbegleitend den neuen fünfmonatigen Zertifikatslehrgang „Fokus Mensch – Patientensicherheit aktiv gestalten“ an der TU München absolviert. Nach erfolgreichem Abschluss Anfang 2022 ist sie die Patienten sicherheitsbeauftragte des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz.

Forchheim, 07. Dez. 2021 – Was passiert, wenn in einer öffentlichen Einrichtung wie dem Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz der Strom plötzlich ausfällt? Die Notrufnummern beim Technischen Hilfswerk OV Forchheim und der Stadtwerke Forchheim klingeln
und es ist Eile geboten. Wenn in einer kritischen Infrastruktur der Strom ausfällt, dann zählen oft Sekunden. Am vergangenen Wochenende wurde genau dieses Szenario geübt, um bestmöglich auf solche Situationen vorbereitet zu sein.

Immer auf den Ernstfall vorbereitet sein
„Notfallübungen sind das A und O, um im Ernstfall feste Ablaufpläne zu haben, die bereits in Übungen getestet, besprochen und immer wieder auch nachjustiert werden, damit alles bei einem Notfall reibungslos läuft,“ fasst Mathias Seitz, Leiter der Abteilung Netze und Grundsatzplanung der Stadtwerke Forchheim, die Notfallübung im Klinikum zusammen.

„Das Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz verfügt selbstverständlich über ein Notfallaggregat, welches einen Stromausfall in Sekunden kompensieren kann, dennoch ist es wichtig, immer mehrere Notfalloptionen zu haben und genau dafür haben wir gemeinsam mit den Stadtwerken Forchheim und dem THW Forchheim die Fremdversorgung mit einem mobilen Notstromaggregat geprobt,“ erläutert Dipl.-Ing. Thomas Müller, Technischer Leiter des Klinikums in Forchheim. „Das Notstromaggregat des THW ist das Backup für unsere Notstromversorgung. Unser eigenes Notstromaggregat ist gut automatisiert und springt automatisch an, wenn der Strom ausfällt, aber beim externen Gerät müssen wir hier manuell Umschaltungen vornehmen und das muss geübt werden anhand einer Checkliste.“
Das klinikumseigene Notstromaggregat leistet 500 kVA und kann die lebenswichtigen Bereiche mit Strom versorgen, wie Computertomografen, Magnetresonanztomografen, Operationssaal, Intensivstation, Kreißsaal, Notaufnahme und Teile der Küche. Bei Ausfall des Notstromaggregats beliefern drei Stunden lang noch Batterien die wichtigsten Verbraucher des Hauses mit Strom. Dann müsste evakuiert werden oder das Notstromaggregat des THW muss angeschlossen sein. Auch bei Wartungsarbeiten könnte das THW-Gerät zum Einsatz kommen: solange das klinikumseigene Gerät nicht zur Verfügung steht, muss auf einen externen Generator zurückgegriffen werden.

Mit 400 kVA die Stromversorgung sicherstellen
Das Notstromaggregat im Besitz des Landratsamt Forchheim wird vom Technischen Hilfswerk OV Forchheim betreut und verfügt über ein mobiles Notstromaggregat mit 400 kVA, welches sich schnell und unkompliziert mit dem bestehenden Stromnetz synchronisieren lässt. Danach speist das Aggregat mit einer Leistung von 320 kWatt in das Stromnetz ein und kann im Inselbetrieb zur Versorgung von großen Gebäuden vollständig die Versorgung übernehmen oder das bestehende Netz unterstützen. „Für uns ist es immer wieder ein Gewinn Übungen gemeinsam mit den Stadtwerken Forchheim und in diesem Fall mit dem Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz durchzuführen, da wir ein großes Netzwerk an freiwilligen Helfern haben und somit vielen von ihnen die Möglichkeit geben können, Notfallszenarien zu üben, um im Ernstfall gerüstet zu sein und bereits Routine mitzubringen,“ ergänzt Martin Bühl, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit des THW Forchheim.

Berlin, Forchheim, 7. Dez. 2021 – Bereits seit Oktober 2020 können Ärztinnen und Ärzte auch mittels Videosprechstunde die Arbeitsunfähigkeit von Versicherten feststellen. Allerdings gilt dies bislang nur für die Versicherten, die in der Arztpraxis bereits bekannt sind. Zukünftig können auch Patientinnen und Patienten per Videosprechstunde krankgeschrieben werden, die der Vertragsärztin oder dem Vertragsarzt unbekannt sind.

Einen entsprechenden Beschluss hat der Gemeinsamen Bundes-ausschuss (G-BA), das höchste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, gefasst. Unterschiede gibt es jedoch bei der Dauer der erstmaligen Krankschreibung: Für in der Arztpraxis unbekannte Versicherte ist diese bis zu drei Kalendertage möglich, für bekannte Versicherte bis zu sieben Kalendertage.

Auch das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im Klinikum in Forchheim bietet Videosprechstunden für Patienten, die persönlich vor Ort in der Praxis waren, und – neuerdings – für unbekannte Versicherte. Sowohl Dr. Ekkehardt Templer als auch Dr. Lothar Unterburger, beide D-Ärzte für Arbeits- und Schulunfälle und Fachärzte für Chirurgie und Unfallchirurgie, sind virtuell verfügbar.

Die Anmeldung zum Videogespräch kann sowohl online über die Homepage des Klinikums https://www.klinikumforchheim.de/medizinisches-versorgungszentrum/  oder herkömmlich per Telefon über die Anmeldung des MVZ unter der Nummer 09191 610710 erfolgen. Online werden Termine am Montag und Dienstag von 8 bis 15 Uhr angeboten. Bei einer telefonischen Vereinbarung ist die Terminvergabe flexibler und es können zusätzliche Termine frei vergeben werden. Die Patientin nennt dabei ihre E-Mail-Adresse und erhält daraufhin per E-Mail einen Zugangslink.

Über diesen Anmeldelink geht die Patientin dann ins Online Videosystem und trifft auf den Arzt ihrer Wahl. Bei unbekannten Patienten, die noch nicht bei Dr. Templer oder Dr. Unterburger in Behandlung waren, halten diese die Versichertenkarte in die Kamera. Der behandelnde Arzt fertigt einen Screenshot an, um die Krankenkassendaten ins Praxissystem einzugeben. In diesem Fall verzichten die Krankenkassen auf eine digitale Bestätigung des sonst üblichen Versichertenstatus.

„Für Patienten, die bereits im System hinterlegt sind, sind Rezeptausstellungen und Krankschreibungen bis zu sieben Tagen in der aktuellen epidemiologischen Lage durch den Gesetzgeber legal erlaubt“, erläutert Dr. Ekkehardt Templer.

Die Übermittlung der Krankschreibung erfolgt bisher noch per Post und kostet den Versicherten nichts, denn die Portokosten werden aufgrund der derzeitigen Coronasituation durch die Krankenkassen übernommen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KVB) und der Gesetzgeber arbeiten an einer Online-Lösung zur Übermittlung der digitalen Krankmeldung (eAU) und des Online Rezeptes. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll Anfang 2022 eingeführt werden.

Forchheim, 03. Dez. 2021 – Zunächst bis zum 15. Dezember unterstützen zehn Soldaten der Stabs-/Fernmeldekompanie in Mühlheim (Baden-Württemberg) das Klinikum in Forchheim.

Pflegerische Erfahrung oder eine medizinische Ausbildung bringen die jungen Männer nicht mit, aber einige waren bereits mehrmals über das ganze Jahr verteilt auf Amtshilfe im Einsatz, andere sammeln Ersterfahrung. Untergebracht sind sie auf Burg Feuerstein.

Die Soldaten werden eingesetzt bei der Versorgung der Patienten sowie für die Mithilfe bei den täglichen Abläufen auf den Pflegestationen, genauer gesagt auf den Stationen Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Innere Medizin, Isolierstation und auf der Interdisziplinären Intensivstation. Sie helfen bei der Essensversorgung.

Versorgung mit frischer Wäsche, Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten und das Aufrüsten der Patientenbetten stehen auf der Aufgabenliste.

Pflegedienstdirektorin Elisabeth Battran sagt: „Wir freuen uns sehr, dass wir dieseUnterstützung haben. Sie sind sehr willkommen.“

Nürnberg, 9. Nov. 2021 – Gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Emmert von der Universität Bayreuth hat Prof. Dr. Oliver Schöffski vom Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement des Fachbereichs Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg die Methodik des Klinikchecks entworfen und wertet mit seinem Team jährlich die Informationen von rund 50 Krankenhäusern in und um Nürnberg aus. Das sind Daten, die deutsche Krankenhäuser verpflichtend dokumentieren müssen und die vom Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) erhoben werden. Außerdem gehen anonyme AOK-Routine-Daten in die Bewertung mit ein sowie Fallzahlen und Patientenbewertungen der Weissen Liste. www.weisse-liste.de

Detailinformationen zum Projekt finden sich hier: https://www.gm.rw.fau.de/forschung/projekte/laufende-projekte/qualitaetsberichterstattung/

Wöchentlich berichten die Nürnberger Zeitung – und seit diesem Jahr – die Nürnberger Nachrichten, Nordbayerischen Nachrichten und www.nordbayern.de über das Ranking der 14 verschiedenen Leistungsbereiche vom Kniegelenkersatz bis zur Geburtshilfe.

Die Behandlungsqualität des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz wurde in zehn Leistungsbereichen bewertet: Kniegelenkersatz, Gallenblasenentfernung, Herzkatheter, Brustkrebsbehandlung, künstliches Hüftgelenk, Leistenhernie, gynäkologische Operationen, Herzschrittmacher, Behandlung einer Lungenentzündung und Geburtshilfe.

Die Sprecherin des Klinikums, Franka Struve, sprach mit Prof. Dr. Oliver Schöffski:

Franka Struve: Nach welchen Kriterien werden die Leistungsbereiche oder die Indikationen ausgewählt?

Prof. Dr. Oliver Schöffski: Wir haben die Zielsetzung, Patienten in Kliniken zu steuern, in denen sie für ihre Indikation bestmöglich versorgt werden. Und deshalb ist ein wichtiges Auswahlkriterium, dass eine Maßnahme im Krankenhaus planbar sein muss. Es nützt nichts, wenn ich einen Notfall, wie z.B. einen Schlaganfall habe und es wichtig ist, dass ich schnell überhaupt eine Klinik erreiche und ich auch keinen Einfluss auf die Auswahl einer Klinik habe. Planbare Maßnahmen sind zum Beispiel eine Hüftendoprothese (künstliches Hüftgelenk), eine Geburt oder die Behandlung eines Mammakarzinoms (Brustkrebs). Hier hat der Patient mehrere Wochen, manchmal sogar Monate Zeit zu überlegen: Welches ist das Krankenhaus, in das ich gehen möchte? Das erste Auswahlkriterium ist also die Planbarkeit, das zweite Kriterium ist die Wählbarkeit. Wählbarkeit bedeutet, dass es in der Region eine Auswahl geben muss. Wenn eine Maßnahme oder eine bestimmte Operation nur in einer einzigen Klinik im Umkreis von 50 Kilometern durchgeführt werden, hat man keine Chance eine Auswahl zu treffen. Es muss eine Konkurrenz zwischen Krankenhäusern geben bezüglich der einzelnen Maßnahmen, die dort vorgenommen werden.

Hat sich die Auswahl der Indikationen im Lauf der Zeit geändert?

Es gibt einen leichten Wandel, der allerdings nicht so sehr von uns abhängt, sondern von den Vorgaben der gesetzlichen Qualitätssicherung von IQTIG – Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen. Das Institut fragt nicht in jedem Jahr die gleichen Indikationen ab und daran orientieren wir uns. Wo wir keine Daten vorliegen haben, können wir keine Auswertung vornehmen, nichtsdestotrotz gibt es ab und zu mal etwas Neues, wie das Hygienemanagement.

Welche Schlussfolgerungen kann der medizinische Laie ziehen, wenn dem Krankenhaus eine unauffällige Qualität und das Erreichen des Zielkorridors bescheinigt wird?

Die Krankenhäuser sind verpflichtet jährlich bestimmte Qualitätsinformationen an das IQTIG zu melden. Dort werden diese Informationen gesammelt, aggregiert und es wird ein Bereich festgelegt, in dem etwas unauffällig ist. Wenn bei einer bestimmten Operation es unauffällig ist, wenn zwischen 85 und 95 Prozent der Patienten keine Zweitoperation benötigen und das Krankenhaus hat Daten in diesem Bereich, dann ist es unauffällig. Wenn man allerdings plötzlich sieht, dass nur in 70 Prozent der Fälle eine weitere Operation nicht notwendig ist, dann ist man eben auffällig. Diese Auffälligkeit hat etwas mit nicht optimaler Qualität zu tun. Kurz gesagt: Je mehr und je häufiger bei den bestimmten Indikatoren ein Leistungserbringer unauffällig ist, desto besser.

Die Fallzahlen spielen auch eine Rolle für die Reihung innerhalb einer Gruppe. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz kann in der Geburtshilfe nie auf Platz eins stehen, weil es zahlenmäßig auf 800 Geburten pro Jahr begrenzt ist. Hat sich im Laufe Ihrer Untersuchungen die Idee verstetigt, dass eine höhere Fallzahl mit einer besseren Qualität einhergeht? 

Das Klinikum Forchheim kann mit einer geringeren Fallzahl nur dann nicht auf Platz eins stehen, wenn es Kliniken mit mehr Fällen gibt, die bezüglich der Indikatoren genauso gut abschneiden. Bezüglich der Fallzahlen zeigt ein Blick in die Literatur: Je häufiger eine Operation durchgeführt wird, desto höher ist die Qualität. Diese Aussage kann am oberen Ende irgendwann kippen, wenn ‚Fließbandmedizin‘ praktiziert wird, aber im Großen und Ganzen ist dieser Zusammenhang für die meisten Indikationen nachgewiesen. Übrigens ermutigen wir bei unseren Schlussfolgerungen nicht dazu, nur das Krankenhaus auf Platz eins aufzusuchen, sondern wir sagen, dass alle Krankenhäuser im grünen Bereich gleichwertig gut sind und eine Qualität quasi nachgewiesen haben. Rein kapazitätsmäßig wird es gar nicht funktionieren, dass in einem Haus sämtliche Geburten stattfinden. Von daher ist diese Anzahl der sogenannten Prozeduren, also die Anzahl der Geburten, bei uns kein erstrangiges Kriterium, sondern nur ein weiteres, um innerhalb der einzelnen (farblich gekennzeichneten) Gruppen zu differenzieren. Ob man im grünen Bereich an erster, zweiter oder dritter Stelle ist, das hängt von den Fallzahlen ab.

Beim Klinikcheck handelt es sich nicht um einen Vergleich, sondern um eine Bewertung. Könnte es theoretisch sein, dass alle Krankenhäuser im grünen Bereich sind?

Genau, es ist eine absolute Bewertung, keine relative Bewertung. Das bedeutet, dass es nicht immer Kliniken im roten oder gelben Bereich geben muss. Alle betrachteten Kliniken können im grünen Bereich sein, wenn sie eine unauffällige Qualität nachweisen. Wenn alle Geburtshilfen im grünen Bereich sind, wird innerhalb des Bereichs nach Patientenzufriedenheit, Empfehlungsrate und der Anzahl der Prozeduren, die durchgeführt werden, differenziert.

Verwenden Sie die Qualitätsberichte, die beim G-BA (G-BA, Gemeinsamer Bundesausschuss, das höchste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen), eingereicht werden, oder auch die von den Kliniken selbst veröffentliche Qualitätsberichte?

Wir verwenden ausschließlich die Daten aus Quellen, von denen wir annehmen, dass die Daten dort qualitätsgesichert sind, und das sind in erster Linie die G-BA Daten, die dem IQTIG gemeldet werden. Die zweite wichtige Quelle sind die AOK-Routinedaten, wenn sie für die entsprechende Indikation vorhanden sind.

Softwareprogramme, z. B. GeDoWin, helfen den Kliniken Indikatoren, die einen Qualitätssicherungsbogen auslösen, Revue passieren zu lassen, bevor diese Daten das Haus verlassen. Inwieweit können Krankenhäuser ihre Qualitätsberichte mittels Qualitätssicherungsmonitoring optimieren?

Ja, das können sie, aber das ist nicht unser Ziel! Wir verfolgen zwei Ziele:  Wir wollen erstens eine ‚Abstimmung mit Füßen‘ erreichen, das heißt, wir hoffen, dass Patienten sich Kliniken aussuchen, die in unserem Ranking tendenziell weit oben stehen. Die anderen Kliniken werden dann merken, dass plötzlich weniger Patienten kommen und werden sich überlegen, woran das liegt, und werden – so unsere Hoffnung – versuchen ihre Qualität zu verbessern. Infolgedessen werden Qualitätssicherungsmaßnahmen eingeführt, damit das Krankenhaus in den nächsten Jahren in den Rankings besser abschneidet. Das ist unser zweites Ziel: Qualitätsverbesserungen in den Kliniken.

Technische Optimierungen, die dafür sorgen, dass ein Haus im Ranking einen höheren Platz erreicht, sind nicht unser Ziel. Es gibt kleine Stellschrauben, an denen man drehen kann, um im Ranking besser abzuschneiden, ohne aber die Qualität wirklich zu verbessern.

Wenn man mit Beratungsunternehmen über Marketingmaßnahmen von Krankenhäusern spricht, ist viel die Rede von Einweiser-Marketing, also von der Bewerbung von niedergelassenen Ärzten, die einen Patienten in ein Krankenhaus überweisen. Hat der Klinikcheck auch diese Zielgruppe im Visier?

Im Rahmen unserer großen Befragungen haben wir zum Beispiel bei allen Orthopäden in Nürnberg nachgehakt, inwieweit sie das Ranking überhaupt zur Kenntnis nehmen. Erstens, wissen sie von dem Klinikcheck? Und zweitens, wenn ja, bauen sie es in ihre Entscheidungsfindung ein? Wenn sie es einbauen, verwenden sie dann eher die positiven Informationen, das heißt, sie empfehlen eine gut gerankte Klinik, oder die negativen, das heißt, sie raten vom Besuch einer schlecht gerankten Klinik ab? In den letzten Jahren haben wir nur in einer der beiden großen Nürnberger Zeitschriften, die einen Marktanteil von rund zehn Prozent hat, die Ergebnisse des Klinikchecks veröffentlicht. Da war der Bekanntheitsgrad bei den niedergelassenen Ärzten nicht allzu hoch. Wir gehen davon aus, dass der Klinikcheck in den nächsten Jahren deutlich bekannter sein wird, da wir jetzt ein zehn Mal so großes Verbreitungsgebiet durch die Einbeziehung der zweiten großen Nürnberger Zeitung haben. Einige Ärzte beziehen die Ergebnisse des Klinikchecks in die Empfehlung für die Patienten teilweise mit ein, allerdings noch nicht in dem Ausmaß, wie es sein könnte.

Wie hat sich das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz entwickelt?

Es hat sich sehr gut entwickelt. In diesem Jahr haben wir zum sechsten Mal das Ranking durchgeführt und man sieht eine sehr deutliche Tendenz von der allerersten Erhebung, die 2016 durchgeführt wurde, bis zum heutigen Zeitpunkt, dass die Platzierung des Klinikums Forchheim innerhalb dieser sechs Jahre deutlich besser geworden ist. Dominierten in der Anfangszeit eher die schlechteren Platzierungen, ist man jetzt fast durchgängig in den Spitzengruppen vertreten. Generell kann man sagen: das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ist besser geworden, woran auch immer das liegt, vielleicht ein wenig an den Anreizen, die unser Klinik-Check setzt.

Aufgrund der Coronapandemie werden die Fallzahlen vermutlich einbrechen oder zurückgehen. Wie wirkt sich das auf die Bewertung aus?

Unsere Zahlen hinken immer eineinhalb bis zwei Jahre dem aktuellen Geschehen hinterher. Bereits die Kliniken liefern Vergangenheitsdaten. Ehe diese dann gesichtet werden und Rücksprache genommen wird, ehe die Daten bei uns landen und ausgewertet werden, vergehen in der Regel eineinhalb bis zwei Jahre. Wenn die Coronapandemie sich auf die Fallzahlen niederschlägt und diese zurückgehen, ist das für unser Ranking kein Problem, weil wir die Fallzahlen in ‚oberes Drittel‘, ‚mittleres Drittel‘ und ‚unteres Drittel‘ unterteilen. Wenn sich Corona bei allen Häusern gleichmäßig auswirkt, hätte man keine Unterschiede. Es kommt nur zu Verschiebungen, wenn die Maximalversorger vielleicht gar keine Hüftendoprothesen mehr machen, weil hier sämtliche Betten für Corona gebraucht werden, und das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz hat keine oder wenig Corona-Patienten und führt nur noch Hüftendoprothesen-Operationen durch. Wie gesagt, die Fallzahlen sind nachrangig. Die wichtigsten Daten sind die Qualitätsindikatoren, die vom IQTIG ausgewertet werden.

Methode – am Beispiel der Auswertung ‚Einsetzen eines Hüftgelenkersatzes‘

Beim Einsetzen eines Hüftgelenkersatz existieren zwei Hauptdatenquellen für unser Ranking: Die Daten der gesetzlichen Qualitätssicherung (IQTIG) und Daten aus den AOK Routinedaten. Zwei Datenquellen ermöglichen eine bessere Differenzierung als eine. Wenn die Hüftendoprothese in einem Klinikum sowohl beim IQTIG als auch bei der AOK in der Spitzengruppe gelistet wird, also im oberen Drittel, dann wird diese Leistung im Klinikcheck dem grünen Bereich zugeordnet:  Spitze plus Spitze ist insgesamt Spitze. Wenn die Daten aus einem der beiden Quellen auffällig sind, also Spitze plus zweiter Platz oder zweiter Platz plus Spitze, rangiert dieser Leistungsbereich bei unserem Ranking in der zweiten Gruppe im hellen Grün. Mittels eines Algorithmus wird ein Leistungsbereich je nach Kombination einer der fünf Gruppen zugewiesen. Bei der Hüftendoprothese können fünf Cluster unterschieden werden mit den Farben Dunkelgrün, Hellgrün, Gelb, Orange und Rot. Wenn nur Daten vom IQTIG vorhanden sind, ist die Einteilung gröber in ‚oberes Drittel‘, ‚mittleres Drittel‘ und ‚unteres Drittel‘.

Im nächsten Schritt erfolgt die Sortierung innerhalb einer Gruppe. Dazu werden die Fallzahlen herangezogen und nach Größe absteigend geordnet. Platz 1 und 2 innerhalb einer Gruppe sind noch fast gleichwertig, ebenso die mittleren Plätze 3 und 4 und die unteren Plätze, im Beispiel Platz 5 und 6. Im letzten Schritt legt die Patientenweiterempfehlungsrate den endgültigen Platz fest. Die Patientenempfehlungen müssen dabei abteilungsbezogen sein, sich nicht auf das gesamte Krankenhaus beziehen.

Welche vom IQTIG generierten Daten werden für den Klinikcheck herangezogen?

Die Krankenhäuser sind verpflichtet, je nach Indikation bestimmte Kennzahlen zu liefern.  Beim Einsetzen eines Hüftgelenkersatz ist das zum Beispiel die Wieder-Operationsrate, die Sturzprophylaxe oder die Komplikationsrate. Für das Ranking haben wir im vergangenen Jahr sechs Indikatoren aufgenommen. Es wird überprüft, ob die Werte der Qualitätsindikatoren im unauffälligen Bereich liegen. Wenn man bei allen Indikatoren unauffällig ist, spricht das für eine hohe Behandlungsqualität und es erfolgt eine Eingruppierung in die Spitzengruppe.

Wer legt die Indikatoren fest?

Die Indikatoren, die die Kliniken an das IQTIG liefern, sind gesetzlich vorgegeben und von zuständigen Fachgesellschaften als relevant befunden worden. Allerdings wird diese Relevanz bei einigen Indikatoren kritisch diskutiert. Dieses Problem können wir als Gesundheitsökonomen nicht lösen, sondern müssen es an die Ärzteschaft zurückspielen. Hier muss ein Konsens gefunden werden, welche Indikatoren relevant sind und erhoben werden sollten.

Forchheim, 25. Nov. 2021 – Einen ganzen Karton voll mit selbstgenähter Sternenkinderbekleidung übergab die Vorsitzende des Vereins ‚Gemeinsam für Sternenkinder und Frühchen in Franken‘, Kerstin Strampfer-Ilkiz, an Alexandra Kreller und den Leitenden Oberarzt Dr. Guiseppe Vercellino vom Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz. Der Karton enthält kleine Decken, Kerzen, winzige Mützchen und Abschiedsschiffchen.

Der eingetragene Verein ‚Gemeinsam für Sternenkinder und Frühchen in Franken‘ wurde 2019 gegründet. Hervorgegangen aus einer Initiative von betroffenen Eltern, die sich alle ehrenamtlich engagieren, ermöglicht die Eintragung als Verein die Annahme von Spenden, in erster Linie Sachspenden, aber auch Geldspenden. Um die zehn Frauen engagieren sich derzeit aktiv mit ihren Handarbeiten und versorgen somit einige Krankenhäuser in der Umgebung mit ihren Spenden für Sternenkinder.

Sternen- oder auch Schmetterlingskinder werden Kinder genannt, die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben. Alexandra Kreller, die sich für das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz um die Betreuung der Eltern und die Beisetzung der Sternenkinder kümmert, beschreibt die Situation: „Die Eltern erfahren oftmals vom niedergelassenen Frauenarzt die Diagnose, dass das Kind im Mutterleib verstorben ist und kommen dann direkt ins Klinikum und sind völlig unvorbereitet auf diese Situation. Das ist ein sehr emotionaler Moment.“

Um den Abschied zu erleichtern und das Unvermeidliche für sich selbst anzunehmen, helfen kleine, schöne Hilfsmittel, so Alexandra Kreller. Das Kind kann in ein Schiffchen gebettet werden und dadurch würdig Abschied genommen werden. Daher seien die Gaben des Vereins sehr willkommen.

Jedes Jahr Ende November werden Sternenkinder, die im Klinikum Forchheim zur Welt kommen, gemeinsam am neuen Friedhof in Forchheim beigesetzt.

Ebermannstadt, 10. Nov. 2021 – Fünfzehn Aussteller ließen es sich nicht nehmen unter gültigen Coronaauflagen auf der Hausmesse der Realschule für die Ausbildung in ihren Betrieben zu werben. Auch die Arbeitsagentur war vertreten. Rund 150 Besucher, Schüler der 9. und 10. Klassen und deren Eltern, nahmen das Angebot wahr.

Emely und Sophie (beide 14 Jahre alt, Namen von Red. geändert) interessieren sich für den Pflegeberuf. Emely hat schon früher gerne die Sendung ‚Klinik Südring‘ im Fernsehen geschaut. Aufgrund ihrer familiären Situation hat sie im Moment mehr mit Krankenhäusern zu tun. Der medizinische Bereich habe sie schon von klein auf interessiert, sagt sie.

Als Quintessenz des Informationsabends nimmt sie mit, dass sie sich um ein Praktikum im Klinikum bewerben wird, um herauszufinden, ob sie dort später arbeiten möchte oder vielleicht doch eher in einem anderen medizinischen Bereich.  Neben dem Stand der Berufsfachschule für Pflege schauen sich die beiden noch die Informationstische der Fachoberschule, Bundeswehr und Polizei an. Sophie findet einen Karrierestart mit Fachhochschulreife interessant. Ihre Mutter begleitet die Tochter, denn selbst mit Schulabschluss als 16-Jährige habe man noch nicht wirklich eine Ahnung, was man für das Leben wolle. Grundsätzlich könne man mittels Praktikums einfach gucken, welche Möglichkeiten es gibt und was gefällt.

Schulleiter Andreas Schneider ist zufrieden mit den zahlreichen Gesprächen mit den Schülern: „Die Interessierten sind sehr gut informiert und die Fragen kenntnisreich und detailliert. Viele haben konkret den Plan sich um einen Praktikumsplatz zu bewerben.“

Forchheim, 26. Oktober 2021 – Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz erhält einen Sonderpreis aus dem Wettbewerb um den Ausbildungsförderpreis, einer Initiative der Vereinigten Raiffeisenbanken und der Wirtschaftsförderung des Landkreises Forchheim. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert.

Die Berufsfachschule für Pflege am Klinikum hatte sich beworben und als Highlight die persönliche Atmosphäre im Betrieb und in der Schule genannt. Dozenten arbeiten auch im Praxisbetrieb mit, wie als Arzt/Ärztin oder Pflegekraft, und die Übernahmequote beträgt nahezu 100 Prozent.

Dr. Andreas Rösch von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Forchheim würdigt das Engagement: „Die konsequente Öffentlichkeitsarbeit zum Berufsbild Pflege und das strukturierte Praxisanleiter-Ausbilderkonzept der Berufsfachschule für Pflege am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz haben die Jury überzeugt. Außerdem wollten wir mit dem Sonderpreis die Bedeutung von Dienstleistungsberufen allgemein und die generalistische Pflegeausbildung im Besonderen hervorheben im Kontrast zu den anderen Preisträgern, allesamt aus der metallverarbeitenden Industrie.“

Schulleiter und Vorstand des Ausbildungsverbunds Pflege, Andreas Schneider, freut sich: „Das ist eine ganz tolle Auszeichnung, die mir zeigt, dass die gemeinsamen Anstrengungen für eine besonders gute Ausbildung im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege aufgefallen sind, dass diese gewürdigt werden und dass auch die in der Praxis Verantwortlichen entsprechend damit ausgezeichnet sind.“

Von den elf teilnehmenden Unternehmen wurden fünf mit einem Preis ausgezeichnet. Das 500-Euro-Preisgeld wird für besondere Ausbildungsaktionen, beispielsweise eine Studienreise, verwendet.

Forchheim, 28. Oktober 2021 – Mit einer niedrigen Fallzahl – knapp 50 Brustkrebsoperationen im Referenzjahr 2019 – gelang es dem Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz als Top-Performer an vierter Stelle im Klinikcheck-Ranking zu stehen.  Die Gynäkologie am Klinikum in Forchheim kooperiert mit dem Brustzentrum der Sozialstiftung Bamberg, welches von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Senologie zertifiziert ist. Die Tumorkonferenz – eine Besprechung aller medizinisch am Fall beteiligten Fachärzte – findet krankenhausübergreifend in Bamberg statt. Diese Zusammenarbeit garantiert, dass die Behandlung den gängigen Standardempfehlungen auf dem neuesten Stand des Wissens erfolgt. 

Der Klinikcheck ist ein wissenschaftliches Projekt der Friedrich-Alexander-Universität, der Universität Bayreuth und der Nürnberger Zeitung und den Nürnberger Nachrichten, welches das Vorgehen von 20 Krankenhäusern in und um Nürnberg bei Operationen der Brust bewertet. Allerdings ist Brustkrebs nicht gleich Brustkrebs und eine Operation ist nicht immer die optimale Behandlung. Dr. med. Jutta Fiedler, Oberärztin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, gibt Einblick in die verschiedenen Therapien.

Die Gewebeuntersuchung legt die weiteren Behandlungsschritte fest

Wenn Frauen in das Brustzentrum der Klinik kommen, wurden sie von der niedergelassenen Frauenärztin überwiesen, weil die Erstdiagnostik einen auffälligen Befund ergeben hat. Bevor eine Therapieplanung erfolgt, wird eine histologische Absicherung, also eine Gewebeuntersuchung, durchgeführt. In örtlicher Betäubung und ultraschallkontrolliert wird bei der Mammastanzbiopsie eine kleine Gewebeprobe entnommen, im Durchmesser einer Kugelschreibermiene, die ein spezialisierter Pathologie untersucht, ob der Knoten gutartig oder bösartig ist.

Bösartig

Ist die Diagnose Brustkrebs feingeweblich gesichert, wird überprüft, ob die Tumorzell-oberfläche Hormonrezeptoren aufweist oder ob das HER2 Antigen vorhanden ist, wie bei ca. 20 % aller an Brustkrebs erkrankten Frauen. Die Buchstaben HER stehen für humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor. Wenn dieses Eiweiß nachgewiesen wird, neigen die Brustkrebszellen zu einem verstärkten Wachstum und eine Antikörpertherapie kommt infrage. Bei der Tumorzellgraduierung (G1 – G3) wird ermessen, wie sehr sich die Krebszellen im Aussehen und Wachstumsverhalten von normalen Brustdrüsenzellen unterscheiden. Je höher das Grading, umso aggressiver wächst der Tumor. Anhand der Informationen über die Hormonrezeptoren und das Zellwachstum entscheidet sich in der Tumorkonferenz, ob eine sogenannte neoadjuvante Chemotherapie sinnvoll ist, das heißt, die systemische Therapie erfolgt vor der Operation ambulant im Klinikum in Forchheim.

Antikörpertherapie und Antihormontherapie

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielschichtig. Die Antikörpertherapie setzt bevorzugt vor einer eventuellen Operation ein. Zwei Medikamente blockieren das HER2-Protein, so dass die Zelle aufhört zu wachsen: Trastuzumab und Pertuzumab.  Die Kombination der beiden in Verbindung mit einer Chemotherapie hat sich in Studien als erfolgreich erwiesen. Diese sogenannte duale Blockade ist auch in der metastasierten Situation zugelassen.

Auch weibliche Hormone können das Tumorwachstum anregen. Wenn Östrogenhormonrezeptoren auf den Tumorzellen nachgewiesen werden, bietet sich eine Antihormontherapie an, die in der Regel nach einer Operation durchgeführt wird. Aromatasehemmer blockieren die Bildung des Enzyms Aromatase, das zur Östrogenherstellung postmenopausal notwendig ist. Sie werden bevorzugt nach den Wechseljahren angewandt, weil eine Hormonbildung im Eierstock nicht mehr stattfindet. Tamoxifen hingegen besetzt örtlich die Östrogen-Rezeptoren und wird in erster Linie bei Frauen vor den Wechseljahren eingesetzt.

Wenn eine Operation unvermeidlich ist, wünschen die meisten Patientinnen einen brusterhaltenden Eingriff. Die Überlebensdaten sind unabhängig von der Operationsmethode – Brusterhalt im Vergleich mit dem radikalen Entfernen der Brüste – gleich gut, daher wird in über 70% der Fälle brusterhaltend operiert. Es gibt allerdings Befundkonstellationen, bei denen die Entfernung der Brust weiterhin zu empfehlen ist.

Pathologische Komplettremission

Ziel der Chemotherapie in Kombination mit anderen Präparaten ist die sogenannte pathologische Komplettremission, das bedeutet, dass der Tumor nach Abschluss der Systemtherapie vollständig entfernt ist. Es folgt die Operation. „Wenn die Pathologin in dem entnommenen Gewebe keine bösartigen Zellen mehr nachweisen kann, dann sprechen wir von der pathologischen Komplettremission, ein Sechser im Lotto“, bezeichnet Dr. Fiedler diesen Erfolg. Sie schränkt aber ein, dass diese Situation nicht immer erreicht werden kann. Der Regressionsgrad am Präparat legt die Beurteilung der Wirksamkeit der Chemotherapie nach der Operation fest. – Wie ausgedehnt hat sich der Tumor feingeweblich zurückgebildet?

Kein erhöhtes Rückfallrisiko

Die adjuvante Behandlung zielt prinzipiell auf Heilung, die durch ein Ausbleiben von Brustkrebs innerhalb von zehn Jahren definiert ist. In der Erstbehandlung wird zur Anwendung gebracht, was nach dem heutigen Wissensstand möglich ist. Sie ruht auf mehreren Säulen – wenn zum Beispiel brusterhaltend operiert wird, ist ein wichtiges Standbein die anschließende Bestrahlung. Die Nachbehandlung erfolgt je nach Tumorbiologie auf hormoneller Ebene oder mit Antikörpertherapie, oder mit Chemotherapie, wenn indiziert und nicht neoadjuvant (vor OP) erfolgt. Außerdem wird im Rahmen der engmaschigen Nachsorge jährlich die Mammographie beidseitig durchgeführt zur intensiven Kontrolle und Überwachung der Brust.

Psychologische Begleitung

Für Menschen, die erfahren, dass sie an Brustkrebs leiden, ist diese Information meistens eine große seelische Belastung, da sie sich nicht krank fühlen und der Ausgang ungewiss ist. Wenn Bedarf an psychologischer Unterstützung besteht, gibt es einerseits die Möglichkeit diese fachliche Hilfe im Bereich der niedergelassenen Kollegen/innen hinzuzuholen oder eine psychoonkologische Begleitung wird ambulant in Anspruch genommen. Wenn akut schnell psychotherapeutische Hilfe vonnöten ist, berichtet die Oberärztin von guten Erfahrungen in Zusammenarbeit mit den Kollegen der psychiatrischen Tagesklinik im Ärztehaus, die von der Bamberger Psychiatrie organisiert wird.

„Wir führen mit den Patientinnen die Erstgespräche von der Diagnosestellung an, veranlassen die Vorstellung im Tumorboard Bamberg, erläutern die empfohlenen Therapien und leiten diese in die Wege. Wir können hier in der Gynäkologie im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz die   Systemtherapie (Chemo-, Antikörpertherapie) ambulant ausführen, sowie die Brustoperationen (brusterhaltend mit Wächterlymphknotenentfernung, oder wenn nötig die Brustentfernung) durchführen.  Wir begleiten die Patientin von Beginn an durch den langen Weg der Therapie.  Die Gesprächsführung ist uns sehr wichtig, um den Patienten die Ängste zu nehmen. Wenn ein Brustkrebs im Anfangsstadium entdeckt wird, hat die Patient eine sehr gute Chance auf Heilung. In der Nachsorge bieten wir zusätzlich Kontrolluntersuchungen zur Nachsorge beim jeweiligen Frauenarzt an“, sagt Dr. Jutta Fiedler.

Forchheim/Ebermannstadt, 27. Okt. 2021 – Die Behandlungsergebnisse aus dem Jahr 2019 von insgesamt 209 Fällen von nicht im Krankenhaus erworbener Lungenentzündung brachten dem Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz eine erneute Einstufung in der Gruppe der Top-Performer im Klinikcheck ein. Hierbei handelt es sich um ein wissenschaftliches Projekt der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Bayreuth in Kooperation mit der Nürnberger Zeitung und den Nürnberger Nachrichten. Weitere Leistungskategorien, für die das Klinikum bis dato die Klassifikation ‚Top-Performer‘ im Klinikcheck 2021 erhalten hat, sind Knieendoprothetik, Herzkatheter-Eingriffe, Brustkrebsoperationen, gynäkologische Operationen und das Einsetzen eines Herzschrittmachers. Im Referenzjahr 2019 gab es noch keine statistisch relevanten Covid-19-Erkrankungen.

Pneumonie: Symptome, Erreger und Covid-19

Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Fachbereiches Innere Medizin am Standort Forchheim, erläutert die Vorgehensweise bei einer Lungenentzündung: In Deutschland erkranken geschätzte 500.000 Menschen zu Hause oder in ihrem üblichen Umfeld an einer Pneumonie, knapp ein Drittel von ihnen muss im Krankenhaus behandelt werden. Eine Entzündung der Lungenbläschen oder des Lungenzwischengewebes bewirkt, dass der Sauerstoff nicht mehr so gut in das menschliche Blut gelangt und die Sauerstoffsättigung des Blutes abnimmt.

Typische Symptome sind Schüttelfrost und Fieber, das schnell 40 ° C überschreiten kann. Husten kommt hinzu und die Betroffenen fühlen sich oft schlapp. Viele klagen über Atembeschwerden. Einige Patienten atmen schneller und haben einen erhöhten Pulsschlag, weil der Körper die verringerte Sauerstoffaufnahme ausgleicht. Lippen und Fingernägel verfärben sich bläulich, wenn der Sauerstoffmangel akut ist.

Es ist zu differenzieren, ob es sich um eine ambulant erworbene Infektion handelt oder um eine im Krankenhaus erworbene Entzündung, weil sich die Erreger unterscheiden. Ursächlich für ambulant erworbene Lungenentzündungen sind häufig Bakterien. Mittels eines SARS-CoV-2 Schnelltests und eines PCR-Tests, die in der Notaufnahme durchgeführt werden, kann eine Covid-19-Infektion ausgeschlossen werden. Der Serum PCT-Wert, der auf bakterielle Infektionen im Blut anspricht, ist ein Indikator für eine bakterielle Entzündung und kann im hauseigenen Labor innerhalb von 30 Minuten ermittelt werden. Ein Röntgenbild gibt Auskunft über Ausmaß und Lage der Entzündung. Die weitere Behandlung richtet sich nach dem Erreger.

Therapie

Bei bakteriellen Entzündungen ist die Gabe von Breitspektrum-Antibiotika notwendig. „Im Klinikum in Forchheim verwenden wir in der Regel Ampicillin und Sulbactam. Früher hat man diese Medikamente über einen langen Zeitraum verabreicht, heute empfehlen die Leitlinien eine Medikation von rund fünf Tagen.“ Für die volle Funktionsfähigkeit der Bronchien muss auch der Schleim aus den Atemwegen entfernt werden. Dies geschieht entweder durch Abhusten oder durch Absaugen der Atemwege, Klopfmassagen und Atemübungen.

Wenn die Sauerstoffversorgung mangelhaft ist, wird in einigen Fällen Sauerstoff über eine Nasenbrille zugeführt. „Die Indikation zur künstlichen Beatmung auf der Intensivstation bleibt zum Glück die Ausnahme“, sagt Jürgen Gschossmann.

Jürgen Gschossmann unterstreicht: „Wichtig ist, dass eine Lungenentzündung schnell erkannt wird und nicht als einfache Erkältung verharmlost wird. Im Klinikum garantiert ein hochqualifiziertes Team aus Ärzten, Pflegekräften und Physiotherapeuten die kontinuierliche Behandlung bis zur Genesung.“

Infos zum Gesundheits- und Krankenpfleger (w/m/d) am Klinikum

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Forchheim, 1. Okt. 2021 – Im Klinikcheck, einer Kooperation der Friedrich-Alexander-Universität, der Universität Bayreuth und der Nürnberger Zeitung und den Nürnberger Nachrichten, wurde das Vorgehen von 24 Krankenhäusern beim erstmaligen Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks verglichen. Das Endoprothetikzentrum Endofo am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz brachte im Jahr der Datenerhebung 2019 solide Leistungen und wird als guter Performer in der zweiten Gruppe eingestuft.  

Beim Vergleich sind neben den Informationen aus dem Qualitätsbericht die AOK-Routine Daten für die Eingruppierung relevant, denn diese liefern Erkenntnisse zum Behandlungserfolg über den Tag der Entlassung aus dem Krankenhaus hinaus. Bei den Indikatoren ‚Ungeplante Folge-Operation bis zu 365 Tage nach dem Eingriff‘ und ‚Chirurgische Komplikationen innerhalb von 90 bzw. 365 Tagen nach dem Eingriff‘ liegt das Klinikum im Mittelfeld mit durchschnittlichen Werten.

Hüftgelenkserkrankung Coxarthrose

Die bekannteste und häufigste Hüftgelenkserkrankung ist die Coxarthrose, ein Verschleiß des Gelenkknorpels. Dr. Marco Grosso, ein Operateur des Endoprothetikzentrums, erläutert bei einer Informationsveranstaltung die Voraussetzungen für eine Hüfttotalendoprothese (Hüft-TEP), also einen vollständigen Ersatz sowohl der Hüftpfanne wie auch des Hüftkopfes anhand der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU). Demnach soll eine Hüft-TEP-Operation nur bei radiologisch nachgewiesener fortgeschrittener Coxarthrose (Kellgren & Lawrence Grad 3 oder 4) erfolgen. Die Indikationsstellung zur Hüft-TEP kommt infrage, wenn Patientinnen, trotz vorangegangener konservativer Therapie, über hohen subjektiven Leidensdruck berichten hinsichtlich hüftbezogener Beschwerden (Schmerzen, Funktionseinschränkungen, Einschränkungen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens) und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Wie läuft die Operation ab?

Privatdozent Dr. Uwe Lehmann, Chefarzt der Unfallchirurgie am Klinikum, beschreibt die Operation: „Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk.  Die Komponenten, die eingesetzt werden – die Pfanne und der Kopf mit Schaft – müssen in der richtigen Neigung und in der richtigen Anteversion eingesetzt werden. Der Schaft muss fest verankert sein und auch die Länge des Beines muss richtig bemessen sein, da es sonst zu einer Verrenkung des Gelenks, einer Luxation, kommt.“ Die Planung vor der Operation mithilfe von Softwareprogrammen minimiert Komplikationen während des Eingriffs, wie Brüche oder ein zu großer Schaft.  Der Hauptoperateur gibt zu denken, dass die Chirurgie immer noch ein Handwerk sei und ein guter Chirurg ein akustisches Empfinden habe, um zu ermessen, ob die Prothese passt.  Außerdem sei ein sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen vonnöten, um die Prothese optimal einzusetzen. Minimalinvasive Schnitte sieht der Experte kritisch: Die freigelegten Muskelstränge und Weichteile müssen für einen freien Zugang zum Gelenk verschoben werden. Bei kleinen Zugängen kann es zu Drucknekrosen kommen, das heißt, dass das Gewebe abstirbt. Außerdem ist die Sicht eingeschränkt, um die Prothese exakt einzusetzen.

Während der Operation wird die Beweglichkeit überprüft sowie die Neigung zur Verrenkung. „Wir überprüfen über die endgradigen Bewegungen, dass es weder zu einer vermehrten Verlängerung noch zu einer Verrenkung kommt. Es gibt aber Extrembewegungen, wie ein Sturz, die dann zu einer Luxation führen können.“ Uwe Lehmann unterstreicht die muskuläre Komponente eines Patienten. Bei einem Trainierten halten die Muskeln den Prothesenkopf in der Pfanne.

Das Material der Gleitpaarung-Prothesen, die am Klinikum am häufigsten eingesetzt wird, ist Titan für die zementfreie Pressfit-Pfanne und den Prothesenschaft. In die Pfanne wird als Gleitschicht ultrahochvernetztes Polyethylen eingesetzt. Auf den Konus des Prothesenschaftes wird ein Keramikkopf aufgesetzt, der mit dem Polyethylen-Einsatz artikuliert. Die Standard-Antwort auf die Frage nach der Haltbarkeit laute 15 Jahre, aber mehrere Faktoren beeinflussen den Erhalt der Funktionsfähigkeit – das Körpergewicht, die Art der Beanspruchung, wobei der Polyethyleneinsatz der empfindlichste Punkt der Konstruktion sei, so der Chefarzt.

Endoprothetikzentrum Endofo

Um die qualitativ hochwertige Durchführung dieser komplexen Operation zu gewährleisten, wird das Endoprothetikzentrum einmal im Jahr zertifiziert. Die Hauptoperateure Dr. Uwe Lehmann, Dr. Franz Roßmeißl, Jürgen Waibel, Dr. Susanne Esper und demnächst Dr. Mario Grosso müssen mindestens 50 Gelenkersatzoperationen pro Jahr nachweisen.  Erstoperateure weisen nach, dass sie in einem Zeitraum von zwei Jahren 100 Operationen durchgeführt haben, die von einem Hauptoperateur begleitet worden sind.

Dr. Uwe Lehmann sagt: „Pro Jahr führe ich sicherlich weit über 100 Operationen an Hüfte oder Knie durch und bei einem Großteil operiere ich selbst, denn bei Patienten, die von mir operiert werden wollen, führe ich den Eingriff durch.“  2019 wurden 189 Hüftgelenkersatzoperationen am Klinikum durchgeführt, eine normale Zahl für ein Haus dieser Größe. „Es gibt natürlich Endoprothetikzentren, die nichts anderes machen als Prothesen einzusetzen, aber wir sind hier keine Fabrik und eine gewisse Individualität geht vielleicht in so einem Riesenapparat verloren. Hier kennt der Patient noch seinen Operateur und das ist sicherlich ein bisschen persönlicher“, schließt der Fachmann.

Ebermannstadt, 23. Sept. 2021 – Zum wiederholten Male glänzt die Kardiologie des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz mit einer sehr guten Bewertung im Klinikcheck, einem Klinikvergleich des Lehrstuhls für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und dem Institut für Medizinmanagement der Universität Bayreuth in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Zeitung und den Nürnberger Nachrichten. Bei der Untersuchung der Herzkranzgefäße mittels Herzkatheter steht das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz auf dem dritten Platz in der Reihe der Top-Performer von 19 bewerteten Krankenhäusern, die in und um Nürnberg diesen Eingriff durchführen.

Herzkatheteruntersuchung

Die Herzkatheteruntersuchung wird bei vollem Bewusstsein unter örtlicher Betäubung an der Einstichstelle im Herzkatheterlabor durchgeführt. Vom Handgelenk oder von der Leiste aus wird mittels Führungsdraht ein kleiner Kunststoffschlauch (der Katheter) über die Schlagader bis zum Herz vorgeschoben. Über diesen Katheter wird Röntgen-Kontrastmittel gespritzt, um die Herzkranzgefäße darzustellen. Wird eine Engstelle oder sogar ein Verschluss festgestellt, kommt der entscheidende Vorteil der Herzkatheteruntersuchung im Vergleich mit anderen nicht-invasiven Methoden wie der Computertomographie zur Darstellung, denn in der gleichen Sitzung werden die Koronararterien wieder durchgängig gemacht. Diese Technik heißt Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie (PTCA). Im Falle einer nachgewiesenen bedeutsamen Stenose kann über einen Draht ein Ballon bis zur Engstelle vorgebracht und mit einem gewissen Druck entfaltet werden. Um in diesem Bereich eine erneute Verengung zu verhindern, werden während derselben Untersuchung kleine metallnetzartige Gefäßstützen in das Blutgefäß eingesetzt (sogenannte Stents). Die Stents sind heutzutage überwiegend beschichtet, damit der behandelte Bereich nicht wieder zuwächst.

Erfolgsfaktor erfahrene Kardiologen

Die AOK-Routine-Daten, die für die Einstufung in die verschiedenen Gruppen – grün für überdurchschnittliche Qualität, gelb für durchschnittliches Abschneiden, rot für diejenigen Kliniken mit auffälligen Indikatoren oder unterdurchschnittlicher Qualität – bescheinigen dem Klinikum Forchheim- Fränkische Schweiz signifikant wenige Komplikationen innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff. Dr. Samir Murad, Chefarzt der Kardiologie, erklärt einen Erfolgsfaktor des Standorts Ebermannstadt: „Alle Kardiologen, die im invasiven Herzkatheterbereich tätig sind, haben eine Berufserfahrung von mindestens 10 Jahren.“

Vorbeugen mit gesundem Lebensstil

Unser Lebensstil ist in großen Maßen für die Entstehung der koronaren Herzkrankheit verantwortlich“, betont Dr. Samir Murad und empfiehlt die Vermeidung von Risikofaktoren insbesondere Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung, etc.

Diese Risikofaktoren führen zu Risikokrankheiten wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen. „Zur Vorbeugung der koronaren Herzerkrankung spielt eine gesunde Ernährung, körperliche Bewegung, optimale Blutdruck-/ Cholesterinwert-/ sowie Blutzuckereinstellung bei Diabetikern eine sehr große Rolle“, sagt der Kardiologe.

Vor Corona-Zeiten hat die Klinik in der Fränkischen Schweiz auch eine Kardio-Sportgruppe organisiert.

Wer sind die Patienten?

Auf die Frage, wie die Patienten zur Behandlung mittels Herzkatheteruntersuchung die Klinik  aufsuchen, antwortet der Chefarzt: „Überwiegend sind es vier Gruppen von Patienten, die zu uns kommen: Die erste Gruppe sind Patienten, die durch einen niedergelassenen Kollegen mit V.a. Herzkrankheit eingewiesen werden, die zweite Gruppe sind Patienten mit unklarem Krankheitsbild, die zur weiteren Abklärung kommen, bei denen die nicht-invasive Diagnostik den dringenden Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit gibt. Die dritte Gruppe bilden die akuten Notfälle via Notarzt oder Rettungswagen/Krankenwagen mit Verdacht bzw. mit bestätigtem Herzinfarkt. Diese sind besonders kritisch, jedoch durch die 24-stündige Herzinfarktbereitschaft an 365 Tagen im Jahr werden die Patienten umgehend auf die Verdachtsdiagnose untersucht und gegebenenfalls unmittelbar ins Herzkatheterlabor gebracht. Die vierte Gruppe sind Verlegungen aus anderen Krankenhäusern ohne invasive Abteilung.“

Forchheim, 14. Sept. 2021 – Das Wechselbad der Gefühle steht den 10 frischgebackenen Gesundheits- und Krankenpflegern noch ins Gesicht geschrieben. Am Morgen wurden sie mündlich geprüft und direkt im Anschluss bei einer kleinen Feier geehrt und die Urkunden überreicht: Lea Brand, Lisa Helmert, Laura Hoffmann, Selina Nögel, René Stühler, Franziska Pipp, Peter Gräfe, Anna-Lena Nögel, Julius Christian Walter und Theresa Ackermann.

Die fünf Letztgenannten erhalten zudem von der Regierungspräsidentin der Regierung von Oberfranken, Heidrun Piwernetz, eine besondere Anerkennung für einen hervorragenden Abschluss mit einem Notendurchschnitt von 1,5 oder besser.

Auf die Frage, was ihr an der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin gefallen habe, führt Anna-Lena Nögel die Vielseitigkeit an: „Wir durften ja alle Stationen durchlaufen und haben Mega-Unterstützung von der Schule bekommen, alles in einem total schönen Ambiente.“ Ab Oktober beginnt sie ihre Arbeit auf der Intensivstation im Forchheimer Klinikum: „Ich bin sehr gespannt auf die kommende Zeit und dann möchte ich mich auch gerne weiterbilden lassen.“ Sieben Absolventen werden vom Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz übernommen. Andere beginnen ein Medizinstudium, wechseln an eine andere Klinik.

Klinikumsgeschäftsführer Sven Oelkers gratuliert zum erfolgreichen Abschluss und wünscht einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt. „Nach der großen ersten Etappe der erfolgreichen Ausbildung steht Ihnen bei uns natürlich die Tür offen für Fachweiterbildungen z.B. im Bereich der OP-Pflege, Anästhesie- und Intensivpflege.“

Oberbürgermeister Dr. Uwe Kirschstein beglückwünscht die Absolventen als Aufsichtsrats-vorsitzender der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH. Es sei wichtig, in das Berufsleben mit einer guten und soliden Ausbildung zu starten. „Die Berufsfachschule für Pflege genießt einen sehr guten Ruf. Das freut mich. Das Thema Klinikum und Gesundheitsversorgung liegt mir sehr am Herzen auch wegen meiner eigenen Ausbildung, die ich zu einem Großteil in verschiedenen Krankenhäusern verbracht habe.“

Beeindruckend in den mündlichen Prüfungen

Schulleiter Andreas Schneider ist beeindruckt. Auf der letzten Meile – bei den mündlichen Prüfungen – hätten die Kandidaten richtig Gas gegeben und bei den mündlichen Prüfungen überzeugt: „Sie haben in den drei Jahren einen großen Rucksack an Know-how, an Erfahrungen, an Techniken und Methoden, an Begegnungen mit Menschen gesammelt, die auf Ihre Hilfe angewiesen waren, und denen Sie zur Seite standen. Das haben Sie sehr gut geschafft. Jetzt wünschen wir Ihnen, dass Sie aus diesem Rucksack auch in Ihrer beruflichen Zukunft schöpfen können.“

Mit griechischen Philosophen auf der Suche nach dem Glück

Klassenleiterin Sandra Prell zitiert den griechischen Philosophen Demokrit (400 v. Christi) „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“ Die Frage nach dem Glück im Beruf sei auch Teil des Unterrichts und die Schüler zählten ein erfolgreiches Begleiten und Genesung der Patienten auf,  Sicherheit des Arbeitsplatzes, faire Bezahlung, freundliche Kollegen, Work-Life-Balance, Humor zur Förderung eines guten, vertrauensvollen Arbeitsklimas sowie Wertschätzung für das berufliche Wirken. Die Pädagogin wünscht viel Glück für die Zukunft.

 

Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann

Seit Januar 2020 ersetzt die generalistische Pflegeausbildung die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Sie dauert drei Jahre. Theoretischer Unterricht mit Lerneinheiten zu Gesundheits- und Krankenpflege und berufsbezogenen Grundlagen aus den Bereichen Medizin, Recht, Soziologie und Psychologie wechselt sich ab mit praktischen Einsätzen auf den verschiedenen Stationen im Klinikum in Forchheim und Ebermannstadt.  11 Wochen in einer Altenpflegeeinrichtung sowie weitere 11 Wochen bei einem ambulanten Pflegedienst sind vorgesehen. Außerdem folgen Einsätze in der psychosomatischen Abteilung in Ebermannstadt.

 

Mitglied im Ausbildungsverbund Pflege

Andreas Schneider, Vorstand des Ausbildungsverbundes Pflege, hebt hervor: „Die Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH ist zudem als starkes Mitglied im Ausbildungsverbund Pflege des Landkreises Forchheim und Umgebung ein besonders attraktiver Ausbildungsbetrieb, weil sich die Auszubildenden auf eine verlässliche Ausbildungsorganisation und nochmal breiter gefächerte Einsatzbereiche in ihrer näheren Umgebung verlassen können. Der Ausbildungsstart ist am 01.09.2022. Interessierte wenden sich einfach über beratung@pflegeausbildung-forchheim.de an mich.“

Forchheim, 17. Sept. 2021 – Zum Welttag der Patientensicherheit erstrahlte in den Abendstunden das Klinikumsgebäude in Forchheim in Orange. Der diesjährige Tag der Patientensicherheit, eingerichtet von der Weltgesundheitsorganisation und national ausgerufen vom Aktionsbündnis Patientensicherheit, stand unter dem Motto „Sicher vom ersten Atemzug an“.

Auf seiner Homepage schreibt das Aktionsbündnis: „Das Engagement für Patientensicherheit ist unverzichtbar, im Alltag und ganz besonders in Krisenzeiten, wie wir sie seit über einem Jahr erleben. Es braucht eine echte Sicherheitskultur auf allen Ebenen: von der Gesundheitspolitik auf Regierungsebene über Behandelnde bis zu den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern.“ Mehr als 100 Einrichtungen in Deutschland nahmen an der Aktion teil. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz beteiligt sich seit 2019 am Tag der Patientensicherheit.

Die Sicherheit des Patienten sowie die Vermeidung von Schadensfällen bei der Patientenversorgung sind das oberste Ziel des klinischen Risikomanagements am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz.

Neben der abendlichen Illuminierung beteiligte sich auch die Berufsfachschule für Pflege am Aktionstag. Die neuen Auszubildenden der Generalistik entwickelten verschiedenen Projekte zum Mitmachen, Anschauen, Informieren für alle interessierten Patienten, Mitarbeiter und Besucher unter anderem zu den Themen: sicherer Umgang mit Neugeborenen durch Videoüberwachung des Eingangsbereichs des Kinderzimmers, Umgang mit Schutzausrüstung und Sturzprophylaxe.

Forchheim/Ebermannstadt, 6. Sept. 2021 – Mit 22 Auszubildenden zur generalistischen Pflegeausbildung und fünf weiteren Auszubildenden geht das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz zum Ausbildungsbeginn an den Start.

Personalleiterin Margit Hallmann freut sich über den Nachwuchs: „Wir haben auch in diesem Jahr sehr gute Bewerbungen erhalten und wünschen unseren neuen Auszubildenden viel Erfolg. Der Start ins Berufsleben ist ein bedeutender Schritt und wir legen großen Wert auf eine qualifizierte Ausbildung in allen Bereichen.“

Drei Schulabsolventen beginnen die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten am Standort Forchheim und Ebermannstadt. In Forchheim arbeitet auch eine angehende Kauffrau für Büromanagement und ein zukünftiger Fachinformatiker Systemintegration. Eine der Auszubildenden hat bereits ein freiwilliges soziales Jahr am Klinikum absolviert.

Andreas Schneider, Schulleiter der Berufsfachschule für Pflege und Vorstand des Ausbildungsverbundes Pflege des Landkreises Forchheim, unterstreicht, dass der Verbund die Zahl der Ausbildungsplätze leicht steigern konnte. Für die Plätze an der Berufsfachschule für Pflege gab es sogar eine Nachrückerliste. „Wir haben den Standort Ebermannstadt stärker einbezogen für die Einsatzplanung der Auszubildenden, so dass diese zum Teil eineinhalb Jahre in der Fränkischen Schweiz eingesetzt werden. Wir wollen die Einrichtungen des Klinikums in Ebermannstadt noch attraktiver machen, so dass beide Standorte gleichermaßen profitieren.“

Die Auszubildenden sind zwischen 16 und 35 Jahre alt. Vier unterschiedliche Nationalitäten sind vertreten. 17 junge Leute kommen aus dem Landkreis Forchheim, einige aus der Region Bamberg und Erlangen-Höchstadt.

Ebermannstadt, 20. August 2021 – Die unreflektierte Gabe von Breitspektrumantibiotika – das sind Medikamente, die mit ihrer Wirkung ein breites Spektrum an Bakterien erfassen – begünstigt die Bildung von Resistenzen bei Bakterien und anderen Mikroorganismen. Insbesondere für immungeschwächte Menschen können diese multiresistenten Erreger (MRE) gefährlich sein, wenn sie zu einer Infektion führen. Daher sind Krankenhäuser angehalten, Antibiotic-Stewardship-beauftragte (ABS-) Ärzte auszubilden und ABS-Teams zu bilden.

Dr. med. Rüdiger Clemenz, leitender Oberarzt der Intensivstation in Ebermannstadt, ist seit Juli 2021 zertifizierter ABS-Experte nach erfolgreichem Abschluss der Fortbildung. Nach dem Basiskurs (drei Module à zwei Tage) besteht das erforderliche Seminar der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie aus drei Wochenkursen (Fellow-Kurs, Advanced-Kurs und Expert-Kurs), wobei letzterer mit einer Projektarbeit abgeschlossen werden muss.

Gezielte, kurze Behandlung mit Schmalspektrum-Penicillinen

Ziel ist es, die Strategien zur Sicherung der rationalen Antibiotika-Anwendung umzusetzen. „Konkret bedeutet es, dass wir je nach Krankheitsbild gezielt und möglichst schmal – also mit Schmalspektrum-Penicillinen – agieren, kurz behandeln und, wenn möglich, auf eine orale Folgetherapie umstellen, also weg von der intravenös verabreichten Medikation‚ per Spritze‘“, erläutert Dr. Clemenz.

Als leitender Oberarzt, Hygienebeauftragter Arzt und ABS-Experte in Personalunion ist der gebürtige Erlanger täglich bei der Visite auf der Intensivstation dabei. Diese ABS-Visiten dienen der regelmäßigen Beurteilung der antibiotischen Therapien: Was ist die Ursache für die Verordnung? Stimmt die Auswahl der Substanzen, ihre Dosierung und die Art und Weise der Medikamentengabe? Ist die Therapiedauer angemessen? Auch auf den anderen Stationen bietet er Antibiotikavisiten an und leitet die Kollegen bei der Umsetzung der Empfehlungen an. Außerdem erstellt und aktualisiert er die hausinternen, standardisierten Vorgehensweisen zu bestimmten Krankheitsbildern wie Sepsis (Blutvergiftung), Pneumonie (Lungenentzündung), Harnwegsinfekten und Staphylococcus aureus-Bakteriämien (Infektion verursacht durch dieses Bakterium). Zur kontinuierlichen Verbrauchsüberwachung werden die Daten der beliefernden Apotheke des Universitätsklinikums Erlangen ausgewertet.

Antibiotikavisiten steigern und gemeinsame Leitlinien erstellen

Als ABS-beauftragter Arzt möchte Dr. Clemenz die Antibiotikavisiten in Zukunft noch ausdehnen, sodass er einmal pro Woche auf allen Stationen in Ebermannstadt mit den zuständigen Ärzten die Medikamentengabe für die Patienten mit Antibiotikatherapie besprechen sowie Impulse geben kann, was sich ändern und verbessern ließe. In Zusammenarbeit mit dem ABS-Team in Forchheim sollen die hausinternen Antibiotika-Listen vereinheitlicht und die Leitlinien gemeinsam erstellt werden. Auf der Intensivstation wird bei bestimmten Krankheitsbildern wie Staphylococcus aureus-Bakteriämie oder Endokarditis (Herzklappenentzündung) per Dauerinfusion mittels einem Perfusor – einer Spritzenpumpe – Antibiotika injiziert. Hier arbeitet die Klinik in Ebermannstadt seit Neuestem im Rahmen der Antibiotikaspiegelbestimmung, die zur individualisierten, patientengerechten Festlegung der Dosis notwendig ist, mit dem Labor des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung unter Leitung von Prof. Dr. Fritz Sörgel in Heroldsberg zusammen.

Drug Monitoring – modernste Behandlungsmöglichkeiten

Prof. Dr. Fritz Sörgel sagt: „Dies ist ein Beispiel wie auch in einer kleineren Klinik modernste Behandlungsmöglichkeiten angewendet werden. Mit dem Drug Monitoring dürfte die Ebermannstädter Klinik in ihrer Leistungsfähigkeit im oberen Drittel von vergleichbar großen Häusern stehen.

Über die Zusammenarbeit ist es möglich, dass der Standort in der Fränkischen Schweiz von den Erfahrungen anderer Kollegen in großen nationalen wie internationalen Kliniken Tipps für die eigene Therapie bekommt.“

Dieser Umgang mit Antibiotika in Ebermannstadt sei auch aus umweltpolitischer Sicht vorbildlich, so der Arzneimittelexperte: Über Dosierungen werde vermieden, dass Substanzen aus dem Krankenhaus in die Umwelt kommen und zur weiteren Resistenzbildung beitragen können.

Das Hebammenteam Forchheim grüßt heute ganz herzlich alle Schwangeren und alle werdenden Eltern mit einer kleinen Geschichte, die vielleicht an einen Sommerurlaub im Gebirge erinnert.

Zuvor noch ein paar Informationen zur Anmeldung für die Geburt in unserem Kreißsaal. Wenn Sie das Klinikum Forchheim Fränkische Schweiz als Geburtsort auswählen, ist es erforderlich sich zwischen der 32. und 36.SSW bei uns anzumelden. Eine Anmeldung ist auch nötig, wenn Sie nur „vielleicht“ bei uns entbinden wollen, dass wir besser personell planen können.

Die Anmeldung verläuft entspannt von zu Hause aus per Mail/Fax/Post, indem Sie sich die Unterlagen entweder auf unserer Homepage im Bereich Geburtshilfe unter der Rubrik „rund um die Geburt“ herunterladen, von uns per Mail (krs@klinikum-forchheim.de) anfordern oder direkt im Haus an der Pforte abholen.

Außerdem informieren wir Sie mit einem Imagefilm, einer virtuellen Kreißsaalführung und einem Film über die Geburt im Klinikum Forchheim Fränkische Schweiz, die Sie per link abrufen können.

Natürlich begleiten wir Sie weiterhin liebevoll, persönlich und kompetent und Sie können in entspannter und familiärer Atmosphäre in aller Ruhe und Ihrem Tempo Ihr Baby zur Welt bringen. Ihre Begleitperson kann weiterhin während der gesamten Geburt an Ihrer Seite bleiben und auch gerne nach der Geburt mit Ihnen und Ihrem Baby im Familienzimmer die ersten Tage verbringen.

Wenn Sie sich auf die Geburt vorbereiten, denken Sie vermutlich auch daran, wie es wohl sein wird, was richtig und was falsch ist, ob es sehr weh tun wird, wann es los geht usw.

Hierzu möchten wir Ihnen folgende Worte mit auf den Weg geben: Geburt kann man nicht „machen“ – die Geburt passiert einfach, ohne dass wir viel richtig oder falsch machen können. Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Körper weiß, wie das geht und die Kraft dazu hat. Anatomisch ist er dazu fast immer in der Lage.

Stellen Sie sich doch mal eine große Bergtour vor. Ihr Kind bestimmt, wann es reif genug ist für den Aufstieg und gibt Ihnen das richtige „Bauchgefühl“ als Signal. Ihr Bergführer ist die Hebamme, die Sie jederzeit nach dem Weg fragen können und die Ihnen Unterstützung und Begleitung anbietet. Auf dem Weg bis zum Gipfel geht es hauptsächlich darum, Ihren  Körper und Ihr Baby gut zusammen arbeiten zu lassen. Das kann sowohl durch verschiedene Atemtechniken und Positionen unterstützt werden, als auch durch Homöopathie, Kräuterheilkunde, Akupunktur oder bestimmte geburtshilfliche Medikamente bis hin zur PDA, welche bei Ihrer Bergtour sozusagen eine Gondel bedeuten kann; mit deren Hilfe Sie eine schwierige Bergpassage überwinden können. Eine geburtshilfliche PDA (=Periduralanästhesie ist eine Form der Betäubung, um Schmerzen in der unteren Körperregion zu lindern) erhalten Sie durch unsere Fachärzte der Anästhesie zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wir bieten die PDA auch als „PCEA“-Pumpe an, mit der Sie Ihre Schmerzausschaltung selbst regulieren können.

Kurz vor dem Gipfelkreuz, wenn der Muttermund offen ist und das Baby sich in Ihr Becken eindreht, kommen Sie in eine sehr aktive Phase und werden merken, dass Sie jetzt richtig gut mithelfen können, dass Ihr Baby geboren wird. Gleich ist es soweit – Sie haben es fast geschafft! Glückshormone werden ausgeschüttet und geben Ihnen Kraft nach oben auf den Gipfel zu stürmen.

Wir freuen uns, Sie ab der 36+0SSW auf Ihrer „Bergtour“ zu begleiten und wünschen Ihnen bis dahin eine wunderschöne Schwangerschaft.

Falls Sie noch keine Hebamme finden konnten, bieten wir Ihnen in Zusammenarbeit mit der Hebammenpraxis Ebermannstadt eine Wochenbettsprechstunde in den Räumen der UGeF Notfall-Praxis / Krankenhausstraße 8 in Forchheim an. Kontaktdaten hierfür: 0151-70080124 oder  anmeldung@hp-ebs.de

Wir grüßen herzlich,

Ihr Hebammenteam Forchheim

Forchheim, 07. August 2021 – Im Klinikcheck – einem gemeinsamen Projekt der Nürnberger Zeitung/Nürnberger Nachrichten und dem Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg – wurden die Leistungen bei einer Kniegelenkersatzoperation des zertifizierten Endoprothetikzentrums am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz sehr gut bewertet. Mit drei weiteren Häusern teilt sich das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz einen Platz in der ersten Ranking-Kategorie, den Top-Performern. 24 Krankenhäuser in und um Nürnberg, die diese Leistung anbieten, wurden verglichen.

Die Anzahl der Komplikationen, die Angemessenheit der Entscheidung zur Operation und die Zufriedenheit der Patienten mit ihrer Krankenhausbehandlung waren ausschlaggebend für die Bewertung.

Roboterarmassistierte Chirurgie

Hauptoperateur PD Dr. med. Uwe Lehmann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum in Forchheim, sieht sich bestätigt in der Entscheidung roboterarmassistierte Operationstechnik bei Kniegelenken einzuführen: Im März 2018 war das Klinikum am Standort Forchheim deutschlandweit eines der wenigen Krankenhäuser, die diese viel präzisere Technologie eingeführt hat. Mit knapp 350 Mako®-Operationen haben unsere Operateure im Endoprothikzentrum Forchheim (EndoFO) oberfrankenweit die größte Erfahrung mit dem Instrument.“  Im Vorfeld des Eingriffs wird eine spezielle Planungs-Computertomografie (CT) angefertigt, die die individuelle Anatomie des Patienten erfasst. Das daraus resultierende 3D- Modell dient als Planungsgrundlage der Prothese. Während der Operation nutzt der Operateur die roboterarmunterstützte Technologie zum Sägen des Prothesenbetts. Dabei werden Punkte am offenen Knie gemessen und die Daten an einen Computer übertragen. Die exakte Positionierung der Prothese und die Feinabstimmung der Bänderspannung errechnet das Gerät während der Operation. Diese Technologie verspricht eine höhere Präzision und Patientensicherheit. Die Genauigkeit der Säge beträgt ein 1/10 Millimeter und ein Grad. Bei einer Abweichung von der Planung stoppt der Sägevorgang automatisch. Bänder und Weichteile werden nicht geschädigt.

Ist eine Prothese notwendig?

Die AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) gibt Leitlinien heraus, wann eine Knieendoprothese in Betracht kommt. So muss für die Indikation zur Knie-TEP, also eines kompletten Kniegelenkersatzes, Knieschmerz, Nachweis eines Strukturschadens (Arthrose, Osteonekrose) bei dem das Knorpelgewebe im Gelenk so geschädigt ist, dass Knochen auf Knochen reibt, Versagen konservativer Therapiemaßnahmen, auf die Kniegelenkerkrankung bezogene Einschränkung der Lebensqualität und subjektiver Leidensdruck dokumentiert sein. Eine konservative Therapie sollte über mindestens drei bis sechs Monate erfolglos durchgeführt worden sein. Uwe Lehmann berichtet aus dem Alltag: „Patienten, die eine Knieprothese in Erwägung ziehen, haben oft einen jahrelangen, schmerzerfüllten Leidensweg hinter sich und ihr Bewegungsradius und damit auch die Lebensqualität ist massiv eingeschränkt.“

Nach dem Krankenhausaufenthalt

Rund zehn bis zwanzig Prozent der Patienten sind mit dem Behandlungsergebnis nach dem Einsetzen eines künstlichen Gelenkes nach dem Krankenhausaufenthalt nicht oder nicht vollständig zufrieden. Das Ausmaß an Patientenzufriedenheit hängt dabei wesentlich vom Grad der Erreichung der vom Patienten gesetzten Ziele ab. Bei einer Befragung der Patienten sechs Wochen nach der OP, die mit Mako®-Roboterarmassistenz operiert wurden, waren diese wesentlich zufriedener mit ihrer neu erlangten Beweglichkeit als die herkömmlich Operierten.

Die Haltbarkeit beträgt fünfzehn Jahre

Bei einer korrekten fachlichen Beurteilung, chirurgisch einwandfreiem Eingriff sowie komplikationslosem Verlauf kann von einer Haltbarkeit der Implantate von 15 Jahren und darüber hinaus ausgegangen werden. Für Patienten, egal ob gesetzlich oder privat versichert, entstehen keine zusätzlichen Kosten.

Ebermannstadt, 6. August 2021 – Das Team um den Chefarzt der Kardiologie, Dr. Samir Murad, setzte am 4. August einem 78-jährigen Patienten als eines der ersten Krankenhäuser im Landkreis Forchheim das Micra™ AV-System – den weltweit kleinsten Schrittmacher – ein, der völlig ohne Kabel auskommt und eine atrioventrikuläre (AV) Synchronität bereitstellt. Aufgrund einer Gefäßanomalie beim Patienten war der Einsatz eines herkömmlichen Schrittmachers nicht möglich. Dieser neue Herzschrittmacher wurde für die Behandlung von Patienten mit AV-Block entwickelt.

Die sogenannte Kardiokapsel kommt mit einem Zehntel der Größe herkömmlicher Schrittmacher aus und kann deswegen minimalinvasiv direkt ins Herz implantiert werden. Es sind keine Elektroden oder eine chirurgische „Tasche“ unter der Haut erforderlich, der Schrittmacher ist dadurch für den Patienten unsichtbar. Dr. Murad sieht auch im geringeren Infektionsrisiko einen Vorteil für den Patienten sowie in der geringeren Komplikationsanfälligkeit, weil das Gerät keine Sonden hat.

„Dies ist ein großer Fortschritt in der medizinischen Versorgung von Schrittmacherpatienten“, sagt Chefarzt Dr. Samir Murad, „weil wir nun auch AV-Block-Patienten kabellos mit der Kardiokapsel versorgen können“.

Ein AV-Block ist eine Herzkrankheit, bei der die elektrische Reizleitung zwischen den Kammern des Herzens (Vorhöfe und Ventrikel) gestört ist. Schrittmacher, die verbreitetste Behandlungsmethode bei AV-Block, tragen zur Wiederherstellung des normalen Herzrhythmus bei und lindern Symptome wie Kurzatmigkeit, Schwindel oder Ohnmacht etc., indem sie die elektrische Aktivität der Vorhöfe und Ventrikel koordinieren. Wenn dieser Prozess – als AV-Synchronität bekannt – erreicht ist, sind Patienten gesünder, haben eine bessere Lebensqualität und die Durchblutung vom linken Ventrikel ist wieder erhöht.

In Deutschland tragen etwa 500.000 Menschen einen Herzschrittmacher. Jährlich werden ca. 35.000 Patienten davon mit einem AV-Block-Leiden versorgt. (Quelle: Jahresbericht 2017 des Deutschen Herzschrittmacher- und Defibrillator-Registers)

Historisch gesehen werden Patienten mit AV-Block mit konventionellen Zweikammer-Schrittmachern behandelt, die in den oberen Brustraum unter die Haut unterhalb des Schlüsselbeins implantiert werden und mit dem Herzen anhand von dünnen Kabeln, sogenannten „Elektroden“, verbunden werden.

Das Micra AV-System entspricht der Größe einer Vitamintablette (siehe Foto). Zusätzlich zum Vorgängermodell hat der Micra AV einen integrierten Sensor, der kontinuierlich die Herzaktivität und -taktung eines Patienten erkennt, auswertet und dadurch eine koordinierte Stimulation zwischen Ventrikel und Vorhof ermöglicht, also AV-Synchronität herstellt.

Micra AV erhielt im März 2020 die CE-Zulassung für Europa und somit auch für Deutschland.

Forchheim, 06. August 2021 – Während der Sommermonate passieren viele Unfälle mit Schneidegeräten.

Was muss man tun, wenn Körperteile verletzt oder gar abgetrennt wurden? Dr. med. Philipp Blanke, der neue leitende Oberarzt der Unfallchirurgie, der seit dem 20. Juli 2021 für das Klinikum in Forchheim praktiziert, gibt Tipps:

Zuerst empfiehlt der Unfallchirurg in solchen Fällen schnellstmöglich medizinische Hilfe aufzusuchen, da jede Verletzung individuell sei. Bei abgetrennten Fingern komme es beispielsweise darauf an, welcher Finger betroffen ist und auf welcher Höhe. Grundsätzlich werden Fingerreplantationen ausschließlich von spezialisierten Handchirurgen vorgenommen.

„Sie sollten das Implantat kühlen und es in das Krankenhaus mitbringen. Am besten legen Sie das abgetrennte Körperteil in eine Plastiktüte und diese stecken Sie in einen Eisbeutel. Rufen Sie den Rettungsdienst für den Transport.“

Er desillusioniert: „Viele denken, ich komme dann mit meinem Finger und der wird wieder angenäht und alles wird gut. Das ist aber in der Regel nicht der Fall.“ Damit ein Implantat wieder angenäht werden kann, erfordert es unter anderem möglichst saubere Wundverhältnisse und einen relativ glatten Schnitt auch durch den Knochen. Bei Abtrennungen durch Rasenmäher oder Kreissäge sind die Gewebe allerdings häufig so zerstört, dass eine Replantation nicht oder nur schwer möglich ist. Inwieweit aus der Replantation auch eine gute Funktion der Gliedmaße resultiert, ist postoperativ häufig nicht absehbar. Oft ist eine ordentliche Amputation funktionell besser als eine Replantation.

Was muss man bei Knochenbrüchen beachten?

Dr. Blanke gibt zu bedenken, dass die meisten Menschen initial nicht einschätzen können, ob es sich wirklich um einen Knochenbruch handelt. Es entsteht eine Schwellung, sie fühlen Schmerzen. Wenn jemand beim Gehen umknickt, kann der Außenknöchel gebrochen sein oder das Außenband gezerrt oder gerissen sein. Ein Bruch von Innen- und Außenknöchel kann unter Umständen eine komplette Instabilität des Sprunggelenkes zur Folge haben. Wenn der Betroffene also vor Schmerzen nicht mehr auftreten kann und der Fuß ist stark angeschwollen, dann ist eine Abklärung im Klinikum der richtige Weg.  Wenn der Schmerz nicht zu stark und die Schwellung moderat ist und man den Fuß noch bewegen und vielleicht sogar belasten kann, kann man unter Umständen die Stelle kühlen und vielleicht noch den nächsten Tag abwarten. Sollte jedoch ein Knochenbruch angenommen werden, weil etwa ein Knochenende aus der Haut sticht, oder wenn Schmerzen und Schwellung massiv sind, empfiehlt Dr. Blanke unmittelbar und sofort ins Krankenhaus zu kommen. Wesentlich sei eine realistische Selbsteinschätzung, wie schwer jemand verunfallt ist und im Zweifelsfall ist Vorsicht und der Weg ins Krankenhaus anzuraten.

Schwerpunkt Alterstraumatologie

Seine Schwerpunkte setzt der 55-Jährige in den Bereichen Endoprothetik, Alterstraumatologie und Fußchirurgie. Seit 2009 ist er zertifiziert durch die Gesellschaft für Fußchirurgie. Im Christlichen Klinikum Unna leitete er die Unfallchirurgie und die zentrale Notaufnahme in Personalunion. Dort verantwortete er auch, von Seiten der Klinik für Unfallchirurgie, den Aufbau eines alterstraumatologischen Zentrums in Zusammenarbeit mit der Klinik für Geriatrie.  Am Klinikum in Forchheim möchte Dr. Philipp Blanke die alterstraumatologische Behandlung weiter optimieren, denn der überwiegende Teil der Patienten des Klinikums Forchheim wird in fortgeschrittenem Alter stationär aufgenommen.

„Ich glaube, dass man dem demographischen Wandel Rechnung tragen muss. Hierbei ist wichtig zu erkennen und zu akzeptieren, dass die sich Bedürfnisse und Erwartungen älterer Menschen im Hinblick auf Ihre spezifische medizinische Versorgung deutlich geändert haben“, sagt der gebürtige Frankfurter, der mit Frau und Tochter in Marktbreit in der Nähe von Würzburg lebt.

Forchheim, 21. Juli 2021 – In den bevorstehenden Sommerferien können die Temperaturen im Landkreis Forchheim auf 25° bis 30° Celsius steigen. Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann, Ärztlicher Direktor des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz am Standort Forchheim und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, erläutert den Unterschied zwischen Hitzschlag und Hitzekollaps.

Beide Formen der Körperüberhitzung entstehen entweder durch Außeneinwirkung (Sonnenstrahlen) oder durch körperliche Aktivitäten. Ein Hitzekollaps geht einher mit starkem Schwitzen bei hohen Temperaturen. Bei einem Hitzschlag steigt die rektale Temperatur im Inneren des Körpers auf 40° Celsius und mehr. Die Wärmeregulation entgleist, weshalb eine Temperaturmessung z. B. unter den Achseln ein verfälschtes Ergebnis liefert. Ein Hitzschlag, der bei Betroffenen folgende Anzeichen auslöst, ist immer ein medizinischer Notfall:  Erhöhter, schwacher Puls, heiße, hochrote, trockene Haut, Erbrechen, Krämpfe und Kopfschmerzen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch. Bei Bewusstseinsstörungen und – im Extremfall Bewusstlosigkeit – muss sofort ein Arzt hinzugezogen werden. Hier ist schnelles Handeln wichtig:

Die Erste-Hilfe-Maßnahmen vor dem Eintreffen des Notarztes:

  • Den Betroffenen sofort aus der Sonne/ der warmen Umgebung holen. Flach lagern.
  • Kühlen! Kleider öffnen, feuchte Tücher auflegen, kaltes Wasser verwenden.
  • Trinken! Wenn die Person bei Bewusstsein ist und sich nicht erbricht, sind leicht salzhaltige Getränke besonders bei starkem Schwitzen hilfreich. Kein Alkohol!

Der Gesundheitszustand von Menschen mit Hitzschlag kann sich rasch verschlechtern. „Bitte lassen Sie diese nicht allein“, warnt der Mediziner.

Kinder (insbesondere Babys) sind besonders gefährdet, weil ihr Wärmehaushalt noch nicht so effektiv austariert ist wie bei Erwachsenen. Sie ‚überhitzen‘ viel schneller. Prof. Dr. Jürgen Gschossmann mahnt: „Lassen Sie Kinder und Tiere bei hohen Temperaturen nicht allein im Auto – auch nicht für kurze Zeit, auch nicht, wenn diese gerade friedlich schlafen.“

Forchheim, 12. Juli 2021 – Der Fachbereich Allgemeinchirurgie des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz ist Mitglied der Deutsche Schilddrüsenzentrum GmbH, einer Informationsplattform rund um die Schilddrüse und deren Behandlungsmöglichkeiten – inklusive garantierter Qualitätskontrolle. Hier haben sich Kliniken angeschlossen, die sich schwerpunktmäßig mit der Schilddrüsenchirurgie beschäftigen, wie das Krankenhaus in Forchheim. Dieter Regnet, Oberarzt der Allgemeinchirurgie am Standort Forchheim, im Gespräch mit Radio Bamberg:

Anatomie und Funktion der Schilddrüse, Symptome einer Erkrankung

Die Symptome bei einer Schilddrüsenerkrankung sind vielseitig: Hitzegefühl, Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme oder -zunahme, aufgedunsenes Gesicht, Nervosität oder Schlaflosigkeit können Anzeichen für eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse sein. Wenn ein Knoten auf das umgebende Gewebe, Luftröhre oder Speiseröhre drückt, kann ein Gefühl entstehen wie ein ‚Kloß im Hals‘ – eine Schluckbehinderung. Oder der Betroffene leidet an Atemnot, weil die Luftröhre eingeengt wird, zunächst bei Belastung und im Verlauf vielleicht in Ruhe in Rückenlage bei zusätzlich einwirkender Schwerkraft. Das schmetterlingsförmige Organ mit einer Größe von rund 25 ml beim Mann und 18 ml bei der Frau regelt die Produktion und Freisetzung der beiden Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin). Das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) wird von der Hirnanhangsdrüse gebildet und reguliert die Bildung dieser beiden Schilddrüsenhormone. Dieter Regnet, Oberarzt am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, beschreibt die Schilddrüse als Motor für den Stoffwechsel:  Die Schilddrüsenhormone regulieren die Herzfrequenz und haben Einfluss auf zahlreiche Körperfunktionen: Sexualität, Energieverbrauch, die Körperwärmeregulierung, Magen und Darm, Nerven, Muskeln, Herz, Kreislauf und die Gemütslage. Besonders in der frühkindlichen Entwicklung kann eine Fehlfunktion der Schilddrüse zu körperlichen und geistigen Wachstumsverzögerungen führen.

Schilddrüsenknoten

Da Deutschland ein Jodmangelgebiet ist, hat fast jeder Über-60-jährige Schilddrüsenknoten, die ggf. kontrollbedürftig sind. Die Schilddrüse gleicht den Mangel an Jod mit Wachstum aus und dieser ständige Wachstumsreiz führt zu vermehrter Knotenbildung in der Schilddrüse. Ein Drittel der Deutschen ist im Laufe des Lebens von einer Schilddrüsenerkrankung betroffen. Eine Struma oder im Volksmund ‚Kropf‘ bedeutet erst mal nichts anderes als eine Schilddrüsenvergrößerung, die man – je nach Größe – selbst ertasten kann. Es gibt sogenannte ‚warme‘ und ‚kühle‘ Knoten und es gibt indifferente Knoten. Alle haben bestimmte Eigenheiten und ein individuelles Risiko, dass ein Tumor entstehen könnte.

Welcher Arzt ist wofür zuständig?

Um herauszufinden, in welcher Form die Schilddrüse betroffen ist, führt der Hausarzt oder der hausärztliche Internist eine strahlenfreie Schilddrüsenultraschalluntersuchung durch. Wenn Teile der Schilddrüse auf dem Ultraschallbild eher dunkel aussehen, muss untersucht werden, ob sie Verkalkungen haben, vermehrt durchblutet sind. Auch wenn sichtbare Knoten auffällig aussehen, wird weiter untersucht. Die Blutwertuntersuchung der Schilddrüsenhormone T3, T4 und TSH sagt dann etwas über die Funktion aus, ob evtl. eine Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion vorliegt.

Bei Auffälligkeiten der Form oder der Funktion erfolgt eine Überweisung an den Nuklearmediziner, der mittels einer Szintigraphie die Aktivitäten in der Schilddrüse visualisiert. „Viel Aktivität kennzeichnet einen ‚warmen‘ Knoten, wenig oder keine Aktivität einen ‚kalten‘ Knoten.  Ein kalter Knoten kann aber auch durch Zysten, also flüssigkeitsgefüllte Gewebsanteile hervorgerufen werden. Wenn der Szintigraphiebefund mit dem Ultraschallbefund und der Laboruntersuchung korreliert – wenn also die Stelle des szintigrafisch kalten Knotens mit dem auffälligen Knoten im Ultraschall zusammenfällt, dann können wir von einem kalten Knoten sprechen, der zu wenig produziert und diese Knoten haben ein gewisses Potential, dass sie bösartig werden können“, erläutert Dieter Regnet.

Das Risiko einer bösartigen Gewebeveränderung beim Vorliegen eines kalten Knotens liegt bei ungefähr fünf Prozent. Eine Feinnadelpunktion schafft Klarheit, die von einem Nuklearmediziner oder Endokrinologen durchgeführt wird.  Aus dem Knoten werden unter örtlicher Betäubung Zellen gewonnen, die pathologisch untersucht werden. Einige Gewebeveränderungen (follikuläre Neoplasie), kann man erst nach vollständiger Entnahme der Schilddrüsen in ‚gutartig‘ und ‚bösartig‘ klassifizieren.

Eine Alternative zum invasiven Eingriff ist die Radiojodtherapie. Dabei reichert sich ein radioaktives Medikament, das vom Nuklearmediziner gespritzt wird, in der Schilddrüse an. Es hat nur einen sehr kurzen Strahlungsweg von 0,5 Millimeter und reduziert die Schilddrüsenaktivität in diesem sehr begrenzten Bereich. Den Vorteil der Operation sieht der Chirurg Dieter Regnet in der feingeweblichen Untersuchung des entfernten Materials.  „Bei der Radiojodtherapie hat man erst nach einem halben oder einem Jahr Gewissheit, wieviel von der Schilddrüse oder von dem Knoten zerstört sind, und in der Zwischenzeit ist die Hormonlage etwas unsicher und muss häufig kontrolliert werden“, sagt er.

Wann operieren?

Eine Operation zur Gewebeentfernung ist bei Tumorverdacht angezeigt, bei mechanischer Behinderung durch Knoten und wenn bei einem heißen Knoten bzw. einer generalisierten Überfunktion die Gabe von schilddrüsenbremsenden Medikamenten über einen längeren Zeitraum zu starke Nebenwirkungen (Leber, Blutbildveränderung) verursacht.

Schilddrüsenspezialist Dieter Regnet erläutert: „In der Regel ist es so, dass der Patient schon mit Befunden zu uns kommt, weil uns der Gesetzgeber vorschreibt, dass alles was ambulant gemacht werden kann, ambulant gemacht werden muss. Der Patient kommt mit Anamnese und Ultraschalluntersuchung vom Hausarzt, mit der szintigrafischen Untersuchung vom nuklearmedizinischen Kollegen und den Laboruntersuchungen zu uns und wir schauen uns diese Befunde an. Häufig kommt der Patient schon mit einer Empfehlung von Nuklearmediziner, dass die Schilddrüse entfernt werden sollte.“

Fünf verschiedene Tumorarten

Das papilläre Schilddrüsenkarzinom kommt am häufigsten vor (70% aller Schilddrüsenkarzinome). Bei diesem Karzinomtyp ist die natürliche Lebenserwartung, wenn es ausreichend behandelt ist, normalerweise nicht beeinträchtigt.

Das follikuläre Karzinom hat eine ähnlich gute Lebenserwartung, kann aber Fernmetastasen bilden.

Die dritte Tumorart nennt sich das ‚wenig differenzierte‘ Schilddrüsenkarzinom. Es hat eine etwas schlechtere Ausgangslage.

Das ‚entdifferenzierte‘ Schilddrüsenkarzinom hat eine sehr schlechte Prognose, ist aber sehr selten und tritt in der Regel erst im hohen Lebensalter auf.

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom ist eine von den C-Zellen der Schilddrüse ausgehende Form des Schilddrüsenkarzinoms. Diese Zellart produziert ein Hormon, das für den Kalziumhaushalt wichtig ist, das sogenannte Calcitonin. Hier ist eine Operation ebenfalls zwingend notwendig.

Wenn die pathologische Untersuchung nach Feinnadelpunktion oder die feingewebliche Schnelluntersuchung während der Operation eine bösartige Gewebeveränderung bestätigt, kommt es darauf an, welche Art Tumor vorliegt und wie groß dieser Tumor ist. Manchmal reicht es, nur einen Schilddrüsenlappen zu entfernen. Wenn bei der vorhergehenden Ultraschalluntersuchung Lymphknotenveränderungen zu sehen waren, werden diese bei der Operation mit entfernt.

Hormonersatz?

Je mehr Schilddrüsengewebe operativ entfernt wird, desto mehr müssen die fehlenden Hormone durch Tabletteneinnahme ersetzt werden. „Wenn die Hälfte der Schilddrüse entfernt wird – also ein Lappen – würde man vorübergehend Hormone ersetzen, aber auf Dauer reicht auch unter Umständen der eine Lappen aus, um die Funktion zu übernehmen“, erklärt Dieter Regnet. Die tägliche Tablette nimmt man am besten eine halbe Stunde vor dem Frühstück ein, weil der Wirkstoff da am besten aufgenommen wird.  Die ersten Kontrollen nach einer Operation sollten nach vier bis sechs Wochen erfolgen, um festzustellen, ob der Hormonpegel richtig eingestellt ist. Danach reichen Kontrollen im halbjährlichen bis jährlichen Abständen aus.

Autoimmunerkrankungen Hashimoto Thyreoiditis und Morbus Basedow

Es gibt auch unterschiedliche Arten von Schilddrüsenentzündungen. Zwei Formen der entzündlichen Autoimmunerkrankung sind bekannt: Die Hashimoto Thyreoiditis; diese ist weit verbreitet. Sie muss in der Regel nicht operiert, aber kontrolliert werden, weil die Schilddrüse im Verlauf der Erkrankung in ihrer Funktion, evtl. schubweise, immer mehr abnimmt mit dem Resultat einer Schilddrüsenunterfunktion, die mit Hormonen nachgesteuert werden muss. Bei der Basedowschen Erkrankung entstehen im Körper – ohne dass man so genau weiß, warum – Antikörper, die die gleiche Wirkung haben wie das schilddrüsenstimmulierende Hormon TSH aus der Hirnanhangsdrüse. Die Symptome ähneln denen einer Schilddrüsenüberfunktion mit schnellem Puls und Aufgeregtheit. In der Hälfte der Fälle treten Augensymptome (Exophthalmus) auf. Die Antikörper wirken nicht nur an der Schilddrüse, sondern auch an den Augenmuskeln oder am Fettgewebe hinter dem Auge:  Das Auge fängt an zu wachsen und drückt den Augapfel immer weiter nach vorne. Das kann dazu führen, dass der Patient das Lid nicht mehr komplett schließen kann oder dass durch diese Augenmuskelverdickung die Augenbewegung eingeschränkt ist und der Patient Doppelbilder sieht.

Der Morbus Basedow wird zunächst medikamentös behandelt und kommt hierunter evtl. zum Stehen. Weitere Behandlungsoptionen sind auch hier die Radiojodtherapie und die operative Schilddrüsenentfernung. Wobei eine begleitende Augensymptomatik am ehesten auf eine operative Entfernung der Schilddrüse anspricht, evtl. mit einer zusätzlichen Bestrahlungstherapie.

Kontakt: Klinik für Allgemeinchirurgie, Tel: 09191 610-201, dieter.regnet@klinikum-forchheim.de

Forchheim, 17. Juni 2021 – Seit heute bietet die Firma Baby Smile Fotografie GmbH & Co KG aus Chemnitz wieder ein professionelles Fotoshooting für Neugeborene.

Innerhalb von 24 Stunden nach der Entbindung vereinbart Baby Smile einen Termin auf dem Zimmer der frisch gebackenen Mutter. Eines der Fotos wird auf einem Link der Internetseite des Klinikums in der Baby-Galerie unter www.babygalerie24.de/de_DE/forchheim/ veröffentlicht, wenn die Eltern dies möchten.  Auf diese Weise können Freunde und Verwandte, die weiter entfernt sind oder die mit einem Besuch warten wollen, einen ersten Blick auf den Neuankömmling werfen. Als Willkommensgeschenke erhalten alle Eltern eine Glückwunschkarte mit einem Foto, ein Video, ein Foto in der Online-Babygalerie und sie können sich ein Baby-Kuscheltusch mit eingesticktem Namen fertigen lassen.

Satt und sauber

Wenn das Baby unruhig ist oder die Mutter sich nicht wohl fühlt, kommt die Fotografin zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal vorbei. Am einfachsten sei es, Babys zu fotografieren, wenn diese satt und sauber seien, beschreibt sie die besonderen Herausforderungen. Die meisten Neugeborenen werden schlafend abgelichtet.

Ihre Ausrüstungsgegenstände, einen Fotoapparat, eine Kuscheldecke und dekoratives Kinderspielzeug, hält sie im Kinderzimmer des Klinikums parat. Auf Wunsch nimmt sie auch eine kleine Videosequenz vom Neugeborenem auf: Das Video – mit Musik unterlegt – kann man als E-Mail oder SMS versenden.

Baby Smile Produkte

Die Eltern erhalten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus einen Zugangscode zu einem persönlichen Bilderalbum. Dort können Eltern die entstandenen Fotos anschauen und bei darüber hinaus Produkte nach Belieben zusammenstellen und käuflich erwerben. Eltern kaufen in jedem Fall nur das, was auch gefällt. Eine Abnahmepflicht besteht nicht. Ein erstes Bild vom Babybauch und ein Bild in der Glückwunschkarte erhalten Sie als Geschenk der Klinik.

Virtuelle Kreißsaalführungen

Viele Informationen rund um die Geburt sind weiterhin online parat. Auf dem Youtube-Kanal des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz können Interessierte an einer virtuellen Kreißsaalführung teilnehmen (Link https://www.youtube.com/watch?v=e5AZAts_VVE) oder sich Informationen zur Entbindung anhören.

Forchheim, 11. Juni 2021 – Regelmäßig werden unterschiedliche Bereiche des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz durch die Firma DEKRA Certification GmbH hinsichtlich der Qualitätsstandards überprüft. Dieses Jahr wurde unter anderen die Haustechnik im Klinikum von Auditorin Elinor Lorenz-Ginschel unter die Lupe genommen.

Sichere Stromversorgung

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz verfügt am Standort Forchheim über zwei voneinander unabhängige Stromversorgungen: Zum einen bezieht es Strom von den Forchheimer Stadtwerken und im Notfall springt die Sicherheitsstromversorgung ein. Einmal im Jahr simuliert die Haustechnik unter Leitung von Diplom-Ingenieur Thomas Müller einen Blackout – Die Stromversorgung von außen fällt weg. Dann muss der hauseigene Generator innerhalb von 15 Sekunden hochfahren und die Haustechniker überprüfen, ob alles so funktioniert, wie es funktionieren muss und soll. Über mehrere Stunden versorgt der Generator kritische Bereiche wie Kreißsaal, Notaufnahme, Intensivstation, die auch noch zusätzlich mit Batterien gepuffert sind, mit Strom, damit die jeweilige Operation, Entbindung oder andere wichtige Eingriffe noch zu Ende geführt werden können. Wichtig ist hier auch die rasche Kommunikation mit allen Mitarbeitern des Klinikums, denn bei einem Blackout muss jeder zusätzliche Stromverbrauch durch Wasserkocher und Kaffeemaschine vermieden werden. „Sonst geht der Generator in die Knie“, erläutert der Leiter Technischer Dienst Thomas Müller.

Vor der ersten Inbetriebnahme des Generators wird mithilfe einer Ohm’schen Lastbank, ein elektrischer Widerstand, die Wirkleistung gemessen. „Dieser Generator ist für 500 kVA (Kilovoltampere) ausgelegt und wurde bei der Abnahme durch den TÜV bis an seine Leistungsgrenze und darüber belastet“, erinnert sich Thomas Müller: „Wir haben immer mehr Last zugeschaltet und dann haben die Widerstandsblöcke richtig schön zu glühen angefangen. Wir dachten: Es geht, es geht.. und irgendwann kommt man an die Grenze. Das ist so, als ob man jemanden festhält, der gerade mit seinem Mofa wegfahren will.  Dann ist es aus! Irgendwann geht der Generator halt komplett in die Knie.“

Für die monatlichen Testprotokolle, bei denen der Generator laufen gelassen wird, und die Beobachtungsparameter interessiert sich Elinor Lorenz-Ginschel. „Es geht um die systematische Identifikation von Risiken und Chancen. Mit unvorhersehbaren Ereignissen zu rechnen ist Teil dieses Risikomanagements“, sagt sie.

Bei dieser Form der Qualitätsprüfung steht der jeweilige Prozess im Krankenhaus im Vordergrund, weil sich ein gewünschtes Ergebnis besser erreichen lässt, wenn Tätigkeiten und dazugehörige Ressourcen als Prozess geleitet und gelenkt werden. Die Prozesse müssen festgelegt und überprüfbar sein, um gleichartige und wiederholbare Qualitätsstandards sicher zu stellen.  Kennzahlen unterstützten bei der Messung der Prozesseffizienz und zeigen auf, wie ein Verlauf verbessert werden kann.

Fehlermeldungen

Ein weiteres Augenmerk richtet die Auditorin auf den Ablauf bei Fehlermeldungen. Sie bemängelt, dass Mitarbeiter mittels des hauseigenen Meldesystems zwar der Haustechnik einen Fehler anzeigen können, aber die Haustechnik kann darauf nicht antworten.  Wenn die Tür zum Rettungsfahrzeug defekt ist, sehen Mitarbeiter der Haustechnik auf dem Computer, wer aus welcher Abteilung für welchen Raum einen Fehler gemeldet hat.  Das Nichtfunktionieren der Tür ist ein gravierender Fehler und wird von der Haustechnik mit hoher Priorität eingestuft, muss vor Ort angesehen und schnell behoben werden.

Diejenige, die den Fehler gemeldet hat, erhält aber keine Rückmeldung, dass die Haustechnik das Problem bearbeitet und diese Bearbeitung als hoch eingestuft haben. Sie weiß nicht: Wurde die Fehlermeldung gelesen oder nicht? Sie meldet den Fehler also zusätzlich über die Telefon Hotline. Die Fehlermeldung ist im Computer hinterlegt als Historie, die relevant wird, wenn in der darauffolgenden Nacht die Tür erneut nicht geht. Aber der Meldeprozess ist nicht optimal, weil zweifach gemeldet werden muss: einmal über das Computernetzwerk und einmal über das Telefon.

Pro Jahr bearbeitet die Haustechnik 4000 bis 5000 Meldungen, die von Mitarbeitern generiert werden.  Zusätzlich kommen rund 100.000 Hinweise und automatische Störungen technischer Art der Gebäudeleittechnik, wenn die Lüftung ausfällt oder eine Pumpe. Die Temperaturregelung meldet, wenn es zu warm oder zu kalt ist.

Wartungsverträge

Elinor Lorenz-Ginschel lässt sich auch die Wartungsübersicht und Dokumente zur Fremdfirmeneinweisung vorlegen. In einer Excel-Tabelle sieht man die jeweilige Firma, was gewartet werden muss und in welchem zeitlichen Abstand.  Sie informiert sich über bestehende Wartungsverträge. Thomas Müller erklärt: „Früher hat man gesagt, dass Wartungsverträge zu teuer seien.  Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass diejenigen mit Wartungsverträgen von Handwerkerfirmen überhaupt noch bedient werden. Anders bekommt man keinen Termin.“

Bei der Besprechung am Ende des Audits gibt Elinor Lorenz-Ginschel Empfehlungen und setzt Fristen für Prozessverbesserungen.

Die Prozessorientierung, die der Qualifizierung nach ISO9001 zugrunde liegt, geht davon aus, dass ein erwünschtes Ergebnis sich besser erreichen lässt, wenn zusammengehörige Tätigkeiten und dazugehörige Ressourcen als transparenter Prozess verstanden wird.  Der Einsatz von Ressourcen, wie Mitarbeiter, soll optimiert werden, mögliche Fehlerquellen sind feststellbar und im Ergebnis werden qualitätsbezogenen Kosten optimiert.

Forchheim, 27. Mai 2021- Wie vermeidet man angesichts einer zu kleinen Intensivstation, dass Operationen verschoben oder abgesagt werden müssen oder Schwerstverletzte anderen Krankenhäusern zugewiesen werden? Wie setzt man die Erfahrungen mit Covid-19 um, mit strengen Auflagen für die Isolierung von intensivpflichtigen Patienten? Wie wird man den gestiegenen Anforderungen gerecht für den Betrieb einer erweiterten Notfallversorgung in der Notaufnahme, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)* beschlossen hat? Wie kann die Klinikfusion der ehemals selbständigen Häuser Klinikum Forchheim und Klinik Fränkische-Schweiz gelingen?

Der erste Spatenstich mit dem Bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek für den Erweiterungsbau am Standort Forchheim bildet den Auftakt für die strategische Neuausrichtung der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, die aus dem Zusammenschluss der beiden Häuser hervorgegangen ist. Mit der Erweiterung der Intensivstation und Notaufnahme und der Bereitstellung von Räumlichkeiten für die Kardiologie werden die Leistungen der beiden fusionierten Häuser fokussiert und spezialisiert. Die Notfall- und Intensivfälle werden in Forchheim gebündelt.

Sven Oelkers, Geschäftsführer der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, erläutert: „Mit dem Erweiterungsbau setzen wir das medizinische Konzept der Fusion um. Aber die Welt bleibt nicht stehen. Durch immer neue Vorgaben, die berücksichtigt werden müssen, entwickeln wir entsprechend die medizinischen Strukturen weiter. Diese müssen den Vorgaben des G-BA entsprechen, um zukunftsfähig zu sein. Unser Ziel ist die bestmögliche Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung im Landkreis mit den Standorten in Forchheim und Ebermannstadt zu ermöglichen.“

Medizinisches Konzept

Das medizinische Konzept sieht vor, dass die interventionelle Kardiologie von Ebermannstadt nach Forchheim verlagert wird, wo auch die Schlaganfallversorgung und komplexe Gastroenterologie zentralisiert werden. Intensivbeatmungsfälle werden nach der Erweiterung in Forchheim behandelt. In Ebermannstadt wird das gesamte Spektrum der akuten und rehabilitativen Geriatrie und die Psychosomatik den Schwerpunkt bilden. Ergänzt wird das Spektrum durch das Pflegezentrum mit seinem stationären und ambulanten Leistungsangebot.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek betont: „Wir machen unsere Kliniken fit für die Zukunft. Das erfordert kontinuierlich Investitionen in Gebäude und Ausstattung. Wir haben die Maßnahme schon im ersten Jahr der Antragstellung direkt im Jahreskrankenhausbauprogramm 2020 eingeplant und fördern den Ausbau mit rund 22 Millionen Euro. Die Fördersumme soll dabei anteilig auch aus dem Krankenhausstrukturfonds kommen. Das ist gut investiertes Geld, das unmittelbar der Versorgung der Menschen zugutekommt.“

Modernste medizinische Behandlung

Oberbürgermeister der Stadt Forchheim, Dr. Uwe Kirschstein, Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, sagt: „Klasse, dass durch die bauliche Vergrößerung die neuesten und modernsten Behandlungsmethoden für unsere Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen. Mit rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spielt das Klinikum auch als einer der größten Arbeitgeber für die Stadt Forchheim eine gewichtige Rolle.“

Zukunftsfähige Notfallversorgung

Landrat Dr. Hermann Ulm, Aufsichtsratsmitglied der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, unterstreicht: „Der Erweiterungsbau am Standort Forchheim sichert uns die Notfallversorgung für den gesamten Landkreis Forchheim. Kreistag und Stadtrat haben mit dem Beschluss zur Fusion die Zeichen der Zeit erkannt, nachdem die krankenhauspolitischen Vorgaben die Bündelung von Intensivmedizin, Notaufnahme und Kardiologie an einem Standort erzwingen. Im Zusammenspiel von Notärzten, Rettungsdiensten und Klinik wird dadurch eine hochmoderne, zukunftsfähige Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger entstehen.“

Zahlen zum Erweiterungsbau

Knapp 30 Mio. Euro sind für die Baukosten Erweiterungsbau Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz vorgesehen:

Gesamt:                                  27.858.200 €

Förderfähig:                           21.662.000 €

Nicht förderfähig:                      6.196.200 €

Zeitplan mit drei Bauabschnitten

  1. Baubeginn März 2021 mit bauvorbereitenden Maßnahmen – Baustellenzufahrt, Verlegung der Liegendkrankenzufahrt für Rettungswagen und Verlegung eines Sauerstofftanks aus dem Baufeld.
  2. Juni 2021 Beginn der Tiefbau- und Rohbauarbeiten, Abbruch vorhandener Betonkonstruktionen, das Herstellen der notwendigen Anschlussflächen sowie die Sicherung der Bestandsflächen. Dann folgen die Gründungsarbeiten, die Rohbauarbeiten, Fassaden- und Dachkonstruktionen sowie die Ausbauarbeiten.
  3. Endoskopie und Kardiologie werden erst nach Bezug der neuen, umgebauten Flächen angepasst.

Ende 2023       Gesamtfertigstellung

*G-BA – Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen.

Virtuelle Rundgänge sind nicht nur innovativ, sondern erweisen sich nun auch in Zeiten von Corona, in welcher Betriebsbesichtigungen, Praktika oder Messen nicht möglich sind, als lösungsorientierte Alternative.

Bereits seit 2019 stellt die Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim mit ihrem VR-Projekt die Städte und Landkreise Bamberg und Forchheim als attraktive und moderne Arbeits- und Lebensregion dar. Dabei stehen die Arbeitgeber*innen der Region im Fokus und damit die Möglichkeit sich potentiellen Fachkräften zu präsentieren.

So zeigt sich auch das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz in einem virtuellen Rundgang unter https://vr.wir-bafo.de/unternehmen/klinikum-forchheim/. Andreas Schneider, Leiter der Berufsfachschule für Pflege, äußert sich begeistert über die fertige VR-Tour und hofft, Auszubildende für das Klinikum gewinnen zu können: „Ohne den direkten Kontakt ist es viel schwieriger, die Interessenten zu erreichen. Mithilfe der VR-Tour geben unsere derzeitigen Auszubildenden Einblicke in die Intensivstation, Patientenzimmer und Station. Über die Verlinkung auf unserer Homepage www.klinikumforchheim.de/unser-klinikum/berufsfachschule-2/ erreichen wir viele.“ Mit der VR-Tour informiert das Klinikum Forchheim Fränkische Schweiz auch auf der virtuellen Ausbildungsmesse für den Landkreis Forchheim www.berufsinfomesse-forchheim.de/ über Berufe, die am Klinikum ausgebildet werden. Neben der Ausbildung zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann bildet das Klinikum auch in folgenden Berufen aus: Medizinische/r Fachangestellte/r, Kaufleute für Büromanagement und Fachinformatiker/in für Systemintegration. Das Angebot richtet sich an männliche, weibliche und diverse Interessierte.

Gemeinsam mit regionalen Agenturen produziert die WiR. hochwertige und interaktive Rundgänge, welche die Nutzer*innen durch die Räume der Unternehmen navigieren und Informationen zu Ausbildungsberufen geben. Die detailreichen 360°-Panoramaaufnahmen erzeugen bleibende Eindrücke bei den Betrachter*innen.

An verschiedenen Schulen im Landkreis soll bald die Möglichkeit entstehen, virtuelle Betriebsrundgänge live mit Ansprechpartner*innen aus den Unternehmen zu erleben. Schüler*innen gewinnen so auch in Pandemiezeiten Einblicke in Betriebe der Region und werden in ihrer Berufsorientierung unterstützt.

Alle VR-Touren finden Sie auf dem VR-Portal der WiR. unter www.vr.wir-bafo.de/ und können direkt im Browser des PCs oder Smartphones geöffnet werden. Da neben der Arbeit auch das Lebensumfeld eine wichtige Rolle spielt, finden Sie im VR-Portal zusätzlich Freizeithighlights und Sehenswürdigkeiten der Region.

Mit der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim (WiR.) arbeiten die Städte und Landkreise Bamberg und Forchheim seit beinahe 20 Jahren zur wirtschaftlichen Entwicklung beider Städte und Landkreise erfolgreich zusammen. Hierzu setzt die WiR. Projekte, Vorträge und Workshops zu aktuellen Herausforderungen, Chancen und Trends um und bildet gleichzeitig eine Plattform zur Vernetzung der Akteure untereinander. Weitere Infos zur WiR.: https://wir-bafo.de/presse/

Forchheim 12. Mai 2021 – Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen
im Erwachsenenalter. Rund 60 Prozent der Betroffenen sind dauerhaft auf Therapie,
Hilfsmittel oder Pflege angewiesen. Je schneller ein Schlaganfall behandelt wird,
desto größer sind die Chancen auf eine komplette Heilung. Die Schlaganfalleinheit am
Klinikum unter der Leitung von Oberärztin Barbara Willaczek ist Teil des
SchlaganfallNetzwerk mit Telemedizin in Nordbayern, kurz „STENO“. Durch
telemedizinische Anbindung des Krankenhauses an die drei auf die Versorgung akuter
Schlaganfälle spezialisierten Zentren erhalten die Menschen im Einzugsgebiet des
Klinikums schnellen Zugang zu einer wohnortnahen Versorgung durch ausgewiesene
Schlaganfallexperten.

Bei einer Rezertifizierung wurde Ende April der Prozess der Schlaganfallversorgung am
Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz in der zentralen Notaufnahme, der Radiologie und
der Station für Schlaganfälle hinsichtlich seiner Qualität überprüft. Die Rezertifizierung findet
alle drei Jahre statt. Privatdozent Dr. med. Hans-Christian Koennecke, Chefarzt der Klinik für
Neurologie mit Stroke Unit am Klinikum im Friedrichshain in Berlin, ist medizinischer Auditor
und erläutert: „Eine Rezertifizierung verstetigt die Qualität in der Schlaganfallbehandlung. Die
Schlaganfalleinheit am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz unterzieht sich immer
wieder einer Überprüfung und durchläuft einen Lernprozess: Wo gibt es noch
Verbesserungspotential?“

Was wird geprüft?
Unter anderem werden die strukturellen Gegebenheiten geprüft, das heißt die
Personalstärke von Pflegern und Ärzten. Ebenso wichtig ist das Vorhandensein von
Therapeuten wie Physiotherapie, Ernährungsteam, Logopädie und Ergotherapie im Haus.
Außerdem werden die Strukturvoraussetzungen begutachtet, das bedeutet über welche
Ausstattung verfügt das Klinikum zur Diagnostik, wie Computertomographie,
Magnetresonanztomographie sowie Gefäßultraschall. Im Anschluss werden die Zahlen mit
den Qualitätsstandards verglichen, beispielsweise die durchschnittliche Zeitdauer bis der
Patient die entsprechende Diagnostik und Therapie erhält. Dies wird anhand der
Controllingdaten und der Vorgaben der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft für
Qualitätssicherung in der stationären Versorgung (BAQ) überprüft. Bei einem Rundgang
durch alle involvierten Abteilungen werden die Bedingungen vor Ort inspiziert. Alle an der
Schlaganfallversorgung beteiligten Berufsgruppen werden befragt. Am Ende werden bei
einer Abschlussbesprechung Abweichungen, Hinweise und Empfehlungen ausgesprochen.
„Die Kliniken haben zur Verbesserung in der Regel drei Jahre Zeit bis zum nächsten Audit.
Ich habe hier einen positiven Eindruck erhalten“, sagt Auditor Hans-Christian Koennecke.

Forchheim, 5. Mai 2021 – Trotz Lockerung der Corona-Regeln bleibt für viele Arbeitnehmer die Arbeit in den eigenen vier Wänden Status quo. Die Physiotherapeutinnen am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, Tanja Amon und Anna-Maria Deinhardt, geben Anleitungen, wie man mit einfachen Dehn- und Kräftigungsübungen fit im Homeoffice bleibt.

Tanja Amon, Leiterin der Physiotherapie, unterstreicht: „Geben Sie acht auf eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, bewegen Sie sich viel, so können Sie bei Telefonaten aufstehen und herumgehen, und nutzen Sie die Mittagspause aktiv, um an die frische Luft zu gehen.“ Wenn möglich, sollte das Homeoffice in einem separaten Raum eingerichtet sein.

Dehnung der Nacken- und Unterarmmuskulatur

Sie zeigt, wie die Nackenmuskulatur gedehnt werden kann: „Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl, die Füße stehen hüftbreit fest auf dem Boden. Strecken Sie die Wirbelsäule, indem Sie den Scheitel des Kopfes nach oben schieben. Senken Sie beide Schultern zum Boden, ziehen Sie Ihr Kinn ein und legen Sie das linke Ohr Richtung linke Schulter. Strecken Sie Ihren rechten Arm zum Boden, bis Sie eine Dehnung im Bereich der seitlichen Nackenmuskulatur spüren. Wichtig ist das gleichmäßige Ein- und Ausatmen zwei- bis drei Mal. Wechseln Sie anschließend zur anderen Seite. Drei Wiederholungen pro Seite werden empfohlen.“

Kräftigungsübungen

Zur Kräftigung empfiehlt sich die Squats-Übung, sagt Anna-Maria Deinhardt: „Stellen Sie Ihre Füße schulterbreit und leicht nach außen gedreht auf den Boden. WICHTIG: Knie und Zehenspitzen zeigen immer in die gleiche Richtung! Spannen Sie den Körper an und halten Sie den Rücken gerade. Beugen Sie die Knie langsam, der Po schiebt sich dabei nach hinten, strecken Sie die Arme dabei dynamisch nach vorne. Die Knie sollten nicht über die Zehenspitzen hinausragen. Bringen Sie den Körper kraftvoll zurück in die Ausgangsposition, indem Sie Druck auf die Fersen ausüben. Wiederholen Sie das Ganze in drei Intervallen 20 Mal.“

Diese und weitere Übungen lassen sich ohne Sportgeräte durchführen, eine Yogamatte für Übungen am Boden reicht. Eine kleine Serie mit Video-Anleitung findet sich auf der Facebook- und Instagram-Seite des Klinikums. https://www.facebook.com/KlinikumForchheimFraenkischeSchweiz

und auf Instagram Reels   #klinikum_forchheim_fs

Forchheim, 5. Mai 2021 – Zum internationalen Tag der Hebammen lädt das Hebammenteam im Forchheimer Klinikum ein auf einen Spaziergang durch den Kreißsaal und informiert über Neuigkeiten.

Die neue leitende Hebamme, Susi Geburzi, blickt auf 30 Jahre Hebammentätigkeit zurück und bringt ihre Erfahrungen aus verschiedenen Kliniksettings und der außerklinischen Geburtshilfe ein. Die 53-Jährige sieht sich als Begleiterin der werdenden Eltern, die hilft, die Wünsche und Vorstellungen des Paares gut umzusetzen unter Berücksichtigung des psychosozialen Kontextes: „Wenn eine Frau sagt, dass sie keinerlei Interventionen möchte, also so natürlich wie möglich gebären möchte, dann versuchen wir das umzusetzen, aber wir zeigen auch die Machbarkeit auf. Als Klinik für Geburtshilfe haben wir hier einfach Standards einzuhalten. Wir sprechen mit dem Paar und suchen einen Konsens.“ Außerdem unterrichtete Susi Geburzi bis vor Ausbruch der Corona-Pandemie Yoga für Schwangere. Trotz Babybauches liessen sich viele Übungen durchführen. Sie unterstreicht: „Besonders unter der Geburt ist Bewegung total wichtig, weil sich der Kopf des Kinders und das Becken der Mutter finden müssen, damit das Kind bei der Geburt in einer günstigen Position im Becken ist.

Informieren und anmelden in Coronazeiten

Die Anmeldung zwischen der 32. und 36. SSW kann von Zuhause erledigt werden. Die nötigen Anmeldungsunterlagen zum Downloaden sind auf der Homepage des Klinikums (www.klinikumforchheim.de) im Bereich Geburtshilfe unter der Rubrik „rund um die Geburt“ zu finden oder können per Mail angefordert werden: krs@klinikum-forchheim.de. An der Pforte im Klinikum liegen Umschläge mit den Unterlagen zum Mitnehmen.  Telefonisch ist der Kreißsaal zu erreichen unter 09191-610 15002 oder 610 334. Persönliche Gesprächstermine sind trotz Corona möglich und finden unter Berücksichtigung der Infektionsrichtlinien statt.

Auf dem Youtube-Kanal des Klinikums informiert außerdem ein Imagefilm, eine virtuelle Kreißsaalführung und ein Infofilm zur Geburt im Klinikum Forchheim Fränkische-Schweiz.

https://www.youtube.com/channel/UChbwwsD-i-dqoKXpUPTHWkw

Eine Begleitperson kann während der gesamten Geburt an der Seite der werdenden Mutter bleiben und nach der Geburt im Familienzimmer die ersten Tage verbringen. Alle Methoden der Schmerzlinderung stehen zur Verfügung.

Nach der Geburt – Wochenbettambulanz

Für die Erstversorgung der Wöchnerinnen, die – besonders für die Sommermonate Juni bis September- keine Hebamme finden konnten, bietet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz in Zusammenarbeit mit der Hebammenpraxis Ebermannstadt eine Wochenbettsprechstunde in den Räumen der UGeF Notfall-Praxis / Krankenhausstraße 8 in Forchheim an. Termine hierfür sind ab Mitte Juni 2021 über die Anmeldung der Hebammenpraxis Ebermannstadt (0151-70080124 oder  anmeldung@hp-ebs.de) möglich.

Forchheim, 30.04.2021 – Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) für Chirurgie und Unfallchirurgie am Klinikum in Forchheim bietet online Videosprechstunden an. Ein Patient, der sich schon einmal in der Praxis von Dr. Ekkehardt Templer und Dr. Lothar Unterburger registriert hat, ruft an unter 09191 610-710 oder schreibt eine E-Mail an anmeldung@mvz-fo.de und erhält dann eine Antwortmail mit Angabe des Termins, Zugangslink und -code. Zum vereinbarten Zeitpunkt treffen sich Arzt und Patient online. Seit Öffnung des MVZ Anfang April 2021 hat Dr. Ekkehardt Templer bereits rund 15 Videosprechstunden abgehalten. Sogar die Begutachtung und Befundung der Erkrankung kann per Video geschehen. Die Beratung eignet sich nicht für alle Erkrankungen, erläutert der Chirurg. So müssen Knochenbrüche wie immer vor  Ort untersucht werden.  „Dieses Angebot richtet sich an jene, die den direkten Kontakt in der Praxis scheuen und wird besonders gut von Berufstätigen angenommen“, sagt Ekkehardt Templer.  Rezepte und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen werden per Post gesendet.

Forchheim, 20.04.2021 – Das Röntgengerät in der Radiologie musste ausgetauscht werden und rund drei Kilometer vom Klinikum entfernt wurde Ersatz gefunden: Das Röntgensystem Ysio X.pree von Siemens Healthineers wird in Forchheim gefertigt und wurde im März 2021 im Klinikum aufgebaut. Siemens Healthineers stellte 2020 mit Ysio X.pree das weltweit erste intelligente Röntgensystem vor, das mit integrierter Künstlicher Intelligenz (KI) die Erstellung von Röntgenaufnahmen und damit die tägliche Routine optimiert.

Mit der Inbetriebnahme des geleasten Röntgensystems ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Klinikum und Siemens Healthineers verknüpft: So ist das Forchheimer Klinikum ein Referenzhaus für Siemens Healthineers, in dem sich Kunden das Röntgensystem im klinischen Betrieb ansehen können.

„Für uns ist das eine wichtige Kooperation. Unsere Kunden können sich direkt mit Anwendern und Ärzten über das System austauschen. Wir als Hersteller bekommen konstruktives Feedback, das uns bei der ständigen Weiterentwicklung unserer Systeme hilft“, sagt Carsten Bertram, bei Siemens Healthineers Leiter des in Forchheim ansässigen Geschäftsgebietes X-ray Products.

Sven Oelkers, Geschäftsführer der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, blickt in die Zukunft: „Wenn es die Corona-Inzidenzwerte wieder zulassen, freuen wir uns sehr, dass wir als Referenzort Kunden von Siemens Healthineers unsere Radiologie zeigen können. Vielleicht kommen auch noch andere Geräte für Demonstrationszwecke infrage.“

In Forchheim entwickelt und gefertigt

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, Oberbürgermeister Dr. Uwe Kirschstein, freut sich, dass ein Ysio X.pree am Klinikum in Forchheim installiert und in Betrieb genommen wurde: „Ein tolles Angebot für die Bürgerinnen und Bürger, für die Patienten des Klinikums in der Notaufnahme und auch für die stationären Patienten. Ich freue mich ganz besonders und persönlich, weil ich auch eine Zeit lang bei Siemens Healthineers tätig war und auch am Ysio X.pree selbst mit entwickelt habe. Insofern freue ich mich, dass ein Teil meiner Entwicklung der früheren Jahre – das Gerät heute ist natürlich ein Nachfolger – im Klinikum steht und ich das heute besichtigen konnte und da eine gute Dienstleistung für die Menschen zur Verfügung steht.“

Landrat Dr. Hermann Ulm ist überzeugt: „Das Klinikum ist damit auf dem neuesten technischen Stand. Für alle Patientinnen und Patienten aus dem Landkreis Forchheim und der Region ist das ein großer Gewinn. Ebenso die bewährte Kooperation unseres Klinikums mit Siemens Healthineers.“ Der Chefarzt der Radiologie, Dr. Hannes Seuß, erklärt die Vorteile: „Das Röntgensystem Ysio X.pree hilft mit Künstlicher Intelligenz unter anderem bei der Vorbereitung von Aufnahmen. Basierend auf den Bildern der 3D-Kamera erkennt der KI-basierte Algorithmus zum Beispiel automatisch den Brustkorb und stellt so den optimalen Aufnahmebereich und die Parameter ein. Diese Funktionalitäten geben uns die Chance, das Gerät stets optimal einzusetzen und uns stärker auf unsere Patienten zu konzentrieren.“  Außerdem verfügt das Röntgensystem Ysio X.pree über eine automatische Systempositionierung, die sich individuell an das Alter und den Allgemeinzustand des Patienten anpasst. Es fährt schnell und präzise in die benötigte Untersuchungsposition und erspart den Radiologieassistenten sehr viel manuelle Arbeit.

Das Röntgensystem im klinischen Alltag

Das Ziel ist ein Bild, das alle nötigen Informationen bei möglichst geringer Strahlenbelastung enthält, denn Röntgen ist nach wie vor die häufigste Form der diagnostischen Bildgebung.

So werden im Durchschnitt täglich rund 200 Röntgenaufnahmen im Klinikum in Forchheim angefertigt. Bestimmte Verletzungen, die geröntgt werden müssen, treten jahreszeitlich auf. So sei der Frühling die Saison für ‚Handwerkerverletzungen‘, denen sich im Sommer die Sportverletzungen – insbesondere Fahrradunfälle – anschließen, gefolgt von Sturzverletzungen im Herbst und Winter, erklärt Dr. Hannes Seuß.

Forchheim, 30. März 2021 – Seit Anfang März 2021 kann im Klinikum Fränkische-Schweiz bei Verstorbenen mit Einverständnis der Angehörigen eine pathologische Untersuchung des Leichnams, eine sogenannte Obduktion, durchgeführt werden. Das Klinikum arbeitet dabei mit dem Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Erlangen zusammen, das in solchen Fällen einen Pathologen nach Forchheim schickt.

Dr. med. Ulrich von Hintzenstern, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum, erläutert: „Auch im Klinikum sterben Menschen. Eine Obduktion kann den Angehörigen sowie den Ärzten und dem Pflegepersonal helfen, die vermutete Todesursuche, die ohne eine Obduktion oft mit einer gewissen Unsicherheit behaftet ist, zu verstehen. Eventuell können sogar Schlüsse für die Lebenden daraus gezogen werden. Die Verwandten erhalten so in den allermeisten Fällen eine definitive Gewissheit, woran ihr Angehöriger gestorben ist.“

Lag ein bösartiger Tumor oder eine Stoffwechselerkrankung vor? Haben Herz oder Nieren versagt? Gibt es Anzeichen für ein Erbleiden oder eine seltene Erkrankung, die noch nicht erforscht wurde?

Wenn bei der Obduktion eine erbliche Erkrankung festgestellt wird, können sich die lebenden Familienmitglieder damit auseinandersetzen und bei Bedarf ärztliche Beratung in Anspruch nehmen. Andererseits beruhigt der Ausschluss einer Erbkrankheit und gibt Sicherheit.

Auch berufsbedingte Erkrankungen werden mittels einer Autopsie entdeckt und können Entschädigungsleistungen für die Angehörigen ermöglichen.

Wie wird obduziert?

Wenn der Verstorbene oder ein Hinterbliebener einer Obduktion zustimmen, wird diese von speziell ausgebildeten Ärzten (Pathologen) vorgenommen. Die Organe werden dabei gründlich untersucht, aufgearbeitet und von prominenten Veränderungen werden kleine Gewebeproben zur feingeweblichen Untersuchung entnommen.

Der Leichnam wird durch wenige gezielte Schnitte eröffnet, so dass er nach der Obduktion ohne Auffälligkeiten aufgebahrt werden kann. Durch die Obduktion verschiebt sich der Beerdigungstermin nicht. Die Obduktion dient ausschließlich der zweifelsfreien Feststellung der Todesursache. Eine weitere Aufarbeitung des Gewebes, wie beispielsweise im Rahmen von Forschungsuntersuchungen bei Tumorerkrankungen oder seltenen Krankheitsbildern, werden nur nach Rücksprache und Einverständnis der Angehörigen durchgeführt. Den Angehörigen entstehen keine Kosten. Diese werden vom Klinikum bzw. der Krankenkasse übernommen.

Pathologischer Bericht

Direkt im Anschluss an die Obduktion werden den Ärzten sowie dem Pflegepersonal die Ergebnisse demonstriert, die auf Wunsch den Angehörigen mitgeteilt werden. Zudem besteht in der Demonstration die Möglichkeit die in der Obduktion auffälligen Befunde in den Kontext der Krankengeschichte zu setzen und somit ein umfassendes Bild zu erhalten. Später wird noch ein schriftlicher Abschlussbericht durch die Pathologen erstellt, der ebenfalls die Ergebnisse der feingeweblichen Untersuchungen erhält. Dieser Bericht wird an die behandelnden Ärzte geschickt und der Krankengeschichte beigefügt. Der Hausarzt des Verstorbenen erhält den Bericht auf Wunsch und kann so die Angehörigen informieren.

Forchheim, 16. März 2021 – Das Arbeiten im Homeoffice stellt viele vor neue Ernährungsherausforderungen: Wenig Bewegung, eine durcheinandergebrachte Routine und die Nähe zum Kühlschrank sind gefährlich.

Wie kann eine einfache und gesunde Ernährung im häuslichen Büro aussehen? Was tun, um unnötige Homeoffice-Kilos zu vermeiden?

Sabine Lamprecht, Ernährungsberaterin am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, gibt einfache Tipps, die jeder umsetzen kann.

Gut geplant – die richtige Vorratshaltung

Füllen Sie Ihre Vorratsschränke mit gesunden, möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln wie Gemüse, Obst sowie eiweißreichen Produkten wie Quark, Eier, Fisch, Linsen, Nüsse und Kerne. Diese sorgen für langanhaltende Sättigung und nehmen den Heißhunger. Vollkornprodukte wie Vollkornreis- nudeln, Couscous, Kartoffeln und Co. sind lagerfähig und liefern Energie und Ballaststoffe. Gesunde Fette wie Rapsöl, Olivenöl oder Leinöl sorgen für die Aufnahme von lebensnotwendigen Fettsäuren und gehören in jede Homeoffice-Küche.

Feste Essenszeiten

Geregelte Pausen und feste Essenszeiten geben Struktur in Ihren Arbeitsalltag. Genießen Sie Ihr Frühstück, bevor Sie sich an den Arbeitsplatz setzen. Planen Sie feste Pausen ein und vermeiden Sie das Essen vor dem Computer. So behalten Sie den Überblick!

Ausreichend Trinken

Neben gesunder Ernährung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Trinken Sie mind. 1, 5 Liter – besser 2 Liter – Wasser oder ungesüßten Tee. Wem das zu langweilig ist, der kann ganz einfach ein „Aromawasser“ zubereiten. Zitrone, Limette, Minze und Früchte einfach dem Wasser zugeben, das gibt Geschmack und zügelt den Appetit.

Fertigprodukte aufpeppen

Oftmals muss es schnell gehen. Fertiggerichte lassen sich mit frischen Zutaten kombinieren und dadurch aufwerten. Für etwas mehr Geschmack und Vitamine erhält die Fertigpizza frisches Gemüse und während sie im Ofen backt, ist noch Zeit für die Zubereitung eines bunten Salates. Auch hier kann ein schon fertig geputzter Salat mit Möhren, Tomaten und Gurken gut ergänzt werden. Pasta aus dem Kühlregal kann anstatt einer Sahnesauce mit einer Gemüsesauce verfeinert werden. Pfannengerichte erhalten mit frischen Kräutern oder Sprossen mehr Pep.

Richtig snacken

Wie wäre es statt Schokoriegel und Keksen mit einer Handvoll Mandeln oder Walnusskernen, einer Zartbitterschokolade oder ungezuckerten Trockenfrüchten? Sie geben richtig Power und stillen den Süßhunger. Aber Vorsicht! Teilen Sie sich die Portionen ein und nehmen Sie nicht die ganze Packung mit an den Schreibtisch. Generell gilt: Nichts Essbares in greifbarer Nähe!

Bleiben Sie in Bewegung

Die Mittagspause ist ideal für einen Spaziergang an der frischen Luft. Verbinden Sie Ihre Alltagsaktivität mit Bewegung, genießen Sie z.B. das Streamen Ihrer Lieblingsserie auf dem Hometrainer.

Fazit

Einige Dinge, so zeigt die Corona-Pandemie, können wir nicht beeinflussen. Unser Essverhalten liegt hingegen in der Hand jedes Einzelnen. Warum also nicht die Herausforderung als Möglichkeit ansehen und unser Ernährungsverhalten hinterfragen und in positive Verhaltensweisen umwandeln.

Das Adipositas-Zentrum Oberfranken im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz berät zur Ernährung und zur Gewichtsreduktion.

Telfon.nr.: 09191/ 610-784 oder per E-Mail: ernaehrung@klinikum-forchheim.de

Forchheim, 5. März 2021 – Ausgerufen von der 2001 gegründeten Felix Burda Stiftung, der Stiftung LebensBlicke und dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V., engagieren sich in diesem Monat Medien, Gesundheitsorganisationen, Unternehmen, Städte, Kliniken und Privatpersonen für die Darmkrebsvorsorge. Felix Burda, der Namensgeber der Stiftung, und Sohn von Dr. Christa Maar und Verleger Prof. Dr. Hubert Burda, starb im Alter von 33 Jahren 2001 an Darmkrebs.

Nach Prostata- bzw. Brustkrebs sind bösartige Neubildungen des Dickdarms und des Mastdarms die zweithäufigste Krebserkrankung laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch Institut. Deutschlandweit erkranken jährlich 73.000 Menschen an dem kolorektalen Karzinom, das im Colon (Dickdarm) und/oder im Mastdarm entsteht und 95 Prozent aller bösartigen Darmtumore ausmacht. Noch beunruhigender ist, dass Darmkrebs auch die zweithäufigste Krebstodesursache darstellt. Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, ärztlicher Direktor in Forchheim und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum, erklärt warum: „Bei vielen wird das kolorektale Karzinom erst diagnostiziert, wenn es sich schon in fortgeschrittenen Stadien (III und IV) befindet. Leider gibt es keine charakteristischen Symptome – Patienten klagen über allgemeine abdominelle Beschwerden oder Änderung der Stuhlgewohnheiten – so dass viele sich zu spät untersuchen lassen. Einige leiden auch an Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Müdigkeit oder allgemeiner Leistungsminderung.“

Im Wachstumsstadium III und IV liegt die Wahrscheinlichkeit des Patienten die nächsten fünf Jahre zu überleben bei rund 60 Prozent beziehungsweise acht Prozent.

Früherkennung durch Darmspiegelung

Karzinome entwickeln sich fast immer aus Wucherungen, die sich in der Schleimhaut des Dickdarms bilden, sogenannten Darmpolypen. Aber nicht alle Polypen entwickeln sich zu einem Krebs – und wenn, dauert es viele Jahre. Eine Möglichkeit zur Vorbeugung ist die Darmspiegelung (Koloskopie), bei der Polypen entfernt werden können. Die Darmspiegelung stellt die wichtigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs dar. In der Regel kann die Darmspiegelung als ambulante Untersuchung durchgeführt werden. Gastroenterologe (Magen-, Darmspezialist) Prof. Gschossmann untersucht dabei den Darm mit Hilfe eines schlauchartigen Instruments, dem Endoskop. Während der Untersuchung können die Polypen entfernt werden und so die Entstehung des Kolonkarzinoms drastisch reduziert werden. Obwohl die Untersuchung selbst nur 20 bis 30 Minuten dauert, sollte man sich zwei Tage Zeit nehmen, weil vorher der Darm mittels einer Abfuhrlösung gereinigt werden muss und hinterher benötigt man Ruhe.

„Die Vorsorgekoloskopie ist der Goldstandard der Vorsorgeuntersuchungen“, erklärt Prof. Gschossmann und empfiehlt diese routinemäßig gemäß der Vorsorgeempfehlungen durchführen zu lassen. Wenn diese vom Patienten abgelehnt wird, bleiben als 2. Wahl alternative Untersuchungsverfahren wie der fäkale Bluttest (Test auf verstecktes Blut im Stuhl).

Risikofaktoren

Sabine Lamprecht, Ernährungsberaterin des Klinikums sagt: „Ungünstige Ernährungsgewohnheiten erhöhen das Darmkrebsrisiko, wie z.B. zu fettreiche und faserarme Kost. Ebenso in der Diskussion befinden sich stark gesalzenes, gepökeltes oder geräuchertes als möglichen Auslöser für Darmkrebs. Rauchen und Bewegungsarmut sind ebenfalls negative Faktoren.“

Prävention

Ein gesunder Lebensstil mit normalem Körpergewicht und regelmäßiger körperlicher Aktivität gilt als optimale primäre Vorsorge. In einer Studie mit 150.000 untersuchten Personen hat sich ein um 40 Prozent reduziertes Erkrankungsrisiko ergeben, wenn die Probanden pro Woche sieben Stunden zügig spazieren gegangen sind.

Forchheim, 25. Feb. 2021 – Das Klinikum hat einen großen Schritt zur Erweiterung der Patientenversorgung gemacht, denn durch den Aufbau eines medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) für Chirurgie und Unfallchirurgie werden in diesen Bereichen jetzt auch ambulante Facharztleistungen ohne Krankenhausaufenthalt angeboten. Finanziert wird das MVZ durch die beiden Gesellschafter des Klinikums, den Landkreis Forchheim und die Vereinigten Pfründnerstiftungen, mit jeweils einem Betrag von 200.000 Euro.

Geschäftsführer Sven Oelkers unterstreicht die Vorteile: „Stationäre und ambulante Versorgung an einem Ort bedeutet kurze Wege für unsere Patienten. Auch die ambulante Vor- und Nachsorge der stationären Behandlung kann über das MVZ mit abgebildet werden, das heißt, die Nachsorge nach Operationen und Eingriffen kann hier stattfinden und die Fachüberweisung in andere Bereiche.“

Und weiter sagt er:„In Zukunft sind das MVZ und die operativ tätigen Abteilungen am Klinikum in der Lage, gemeinsame Ausbildungen ihrer Assistenzärzte im Hinblick auf die Facharztweiterbildungen anzubieten. Dies kommt vor allem der Behandlung unserer Patienten zugute.“

„Die Umsetzung der sektorenübergreifenden Versorgung ist in ärztlicher als auch in technischer Hinsicht gewährleistet“, betont Dr. med. Lothar Unterburger. „Der ambulante Bereich unterscheidet sich in betriebswirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht sehr vom stationären. Dies betrifft vor allem die kassenrechtlichen Angelegenheiten und Vorschriften.“ Und Dr. med. Ekkehardt Templer fügt hinzu: “Wir haben nach jahrzehntelanger Tätigkeit in eigener Praxis das Knowhow von der ersten Minute an medizinisch und technisch voll durchzustarten. Das garantieren auch unsere gemeinsamen langjährigen Mitarbeiterinnen (MFA), die uns auf dem gemeinsamen neuen Weg begleiten.“

Eigens dafür haben die bisher niedergelassenen Fachärzte für Chirurgie und Unfallchirurgie, Dr. Ekkehardt Templer und Dr. Lothar Unterburger, ihre kassenärztliche Zulassung auf das Klinik MVZ übertragen.

Hier bieten sie weiterhin persönlich ihre gewohnten Leistungen an: Dr. Templer als Spezialist für den Knie- und Schulterbereich, Dr. Unterburger als Experte bei allen Leiden rund um den Fuß. Er behandelt aber auch Verletzungen und Erkrankungen an den Extremitäten, inklusive der Hand, an der Wirbelsäule und am Rumpf. Er bietet zudem Akupunktur an. Dr. Templer ist zusätzlich stationär operierender Belegarzt am Klinikum.

Dr. Lothar Unterburger praktiziert bereits seit 1993 als niedergelassener Facharzt und hat sich auf die konservative und operative Behandlung von Fußleiden spezialisiert. Pro Jahr führt er 350 Fußoperationen durch, davon circa 70 Hallux-valgus-Operationen, also die Korrektur der Fehlstellung der Großzehe. Die ambulante Behandlung von Leistenbrüchen, sonstigen Hernien und die Proktologie runden sein Leistungsspektrum ab. Akupunktur wendet er an bei Schmerzzuständen, „die man sonst nicht mehr in den Griff bekommt.“

Dr. Ekkehardt Templer hat sich als Spezialist für komplexe Therapien der Gelenke einen Namen gemacht. Hierzu gehören kamerageführte hochspezialisierte Operationen (Arthroskopien) der Kreuzbänder, der Menisken als auch des geschädigten Knorpels. Weitere minimal invasive Techniken betreffen Instabilitäten der Kniescheibe (MPFL Plastiken), des Sprunggelenkes (Bandverletzungen) sowie der Schulter (Sehnenrisse). Bei allen Gelenken ist die Vermeidung einer Arthrose oberstes Ziel. Der gebürtige Erlanger praktiziert seit nunmehr 17 Jahren als niedergelassener Facharzt in Forchheim. Er kehrt als Ärztlicher Leiter des MVZ wieder an seine langjährige Arbeitsstätte ans Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz zurück.

Beide Chirurgen sind als berufsgenossenschaftliche Durchgangsärzte zugelassen, das heißt, sie sind spezialisiert auf die Behandlung von Arbeits-, Schul- und Wegeunfällen. Ein Durchgangsarzt – kurz: D-Arzt – ist ein Facharzt für Chirurgie oder Orthopädie mit Schwerpunkt Unfallchirurgie, der auf Grund seiner langjährigen Berufserfahrung von der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) eine entsprechende Zulassung erhalten hat.

Sven Oelkers unterstreicht: „Zusammen mit der bestehenden Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie und dem Endoprothesenzentrum ist das Klinikum mit seinem MVZ rundum gut aufgestellt.“

Medizinisches Versorgungszentrum

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sind rechtlich selbständige Versorgungseinrichtungen, in denen z.B. mehrere Fachärzte / Fachärztinnen zusammenarbeiten. MVZ sind als Leistungserbringer in der vertragsärztlichen Versorgung inzwischen etabliert und stellen ein wichtiges Bindeglied bei der Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung dar. Die Eigentümerin des neu gegründeten MVZ Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz GmbH ist zu 100 Prozent die Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, die Dachorganisation der beiden Häuser in Forchheim und Ebermannstadt.

MVZ Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz
Dr. med. Ekkehardt Templer
Dr. med. Lothar Unterburger
Krankenhausstr. 10 in Forchheim.
Tel. 09191 610 710 (Sekretariat)
Telefonische Erreichbarkeit zur Terminvereinbarung ab 1. März 2021
Ab 1.4.2021 ist das Team des MVZ persönlich für Sie da.

Forchheim, 23. Feb. 2021 – Die LKWs des Logistikunternehmens mit Sitz in Forchheim mussten nicht weit fahren als sie im Januar ein über sieben Tonnen schweres Gerät zum Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz transportierten und in die Radiologie wuchteten. Es ist der 3-Tesla-Magnetresonanztomograph Magnetom Vida  der Firma Siemens Healthineers, hergestellt in Erlangen, der ein älteres Gerät ersetzt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, Oberbürgermeister Dr. Uwe Kirschstein, und Landrat Dr. Hermann Ulm ließen sich vom Chefarzt der Radiologie, Dr. med. Hannes Seuß, die Eigenschaften dieses Neuzuganges erläutern. Die Funktionsweise demonstriert der Radiologe an einer Wassermelone.

Hannes Seuß sagt: „Es ist keine Revolution der Bildgebung, sondern eine Evolution, der nächste große Schritt. Das Magnetfeld ist homogener, die Gradienten stärker und die Sequenzen vielfältiger. Dadurch entstehen aussagekräftigere Bilder und bessere Diagnosen.“

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Uwe Kirschstein, der vor seiner Zeit als Oberbürgermeister selbst als Entwickler und Software-Ingenieur bei Siemens Healthineers tätig war, freute sich sichtlich über die Nähe zu den Produkten aus seiner früheren Wirkungsstätte und schwärmt: „In Punkto Bildqualität gibt es einfach nichts Besseres am Markt – damit liegt unser Klinikum in Forchheim weiter auf Weltniveau.“

„Ich freue mich, dass wir mit diesem innovativen Gerät eine der modernsten Radiologien Deutschland für unser Klinikum schaffen konnten“, so Landrat Dr. Hermann Ulm.

Die Magnetresonanztomografie, auch unter dem Namen Kernspintomographie bekannt, arbeitet ohne Röntgenstrahlen. Das MRT-System besteht aus einem großen Magneten, einer Antenne, die Radiowellen sendet und empfängt, und einem Computer, der die Signale in Bilder umwandelt und am Monitor darstellt. Die Auflösung dieser Bilder ist bei modernen Magnetresonanztomographen so hoch, dass selbst Stoffwechselvorgänge im Gehirn und anderen Organen sehr präzise untersucht werden können.

Der 3-Tesla-MR- Magnetom Vida

Laut Hersteller setzt in der personalisierten MR-Bildgebung das 3-Tesla-System Magnetom Vida mit seiner BioMatrix-Technologie neue Maßstäbe: Es verfügt über einen besonders leistungsstarken und effizienten Magneten mit einem intuitiven Bedienkonzept, das Hard- und Software zum Vorteil von Patient und Nutzer geschickt vereint. So kann der Patient durch die integrierte Bedienoberfläche Select&GO mit nur einem Klick positioniert werden und durch die Unterstützung des mobilen Tisches mit eDrive können auch adipöse Patienten mühelos zum Scanner transportiert werden. Die großen Volumina des Magnetom Vida werden durch fließende und sanfte Formen optisch verkleinert, angenehmes Moodlight beleuchtet die Front sowie die Magnetöffnung und verbessert so die Patientenerfahrung. (Quelle : Siemens Healthineers)

Forchheim, 19. Feb. 2021 – Einen Scheck über 3.000 Euro für die Fortbildung von Ärzte- und Pflegepersonal überreicht Alexander Brehm, Vorstand der Volks- und Raiffeisenbank Bamberg-Forchheim an Franz Streit, den Vorsitzenden des Fördervereins Klinikum Forchheim – Freunde und Förderer e.V..

Franz Streit spricht ein großes Dankeschön aus: „Die Volksbank ist für die Menschen in der Region wirklich da. Das Elektroauto, welches sie seit 2019 dem Klinikum zur Verfügung stellt, tut dem Haus gute Dienste und für diese Spende findet sich auch eine gute Verwendung für die Fortbildung unserer Mitarbeiter, was ja letztendlich wieder unseren Patienten zugutekommt.“

Alexander Brehm antwortet: „Wir als Volksbank sind in der Region für die Region und diesen Anspruch nehmen wir ernst. Wir wollen es nicht nur sagen, sondern auch etwas tun. Die Coronakrise hat in diesem speziellen Fall als Katalysator den digitalen Anpassungsprozess bei der Aus- und Weiterbildung beschleunigt. Das stellt uns alle vor Herausforderungen! Und genau an der Stelle wollen wir unterstützen, damit am Ende des Tages die Bürger und die Patienten, also die breite Öffentlichkeit, von dieser Spende profitieren.“

Der Schatzmeister des Fördervereins, Sven Oelkers, beschreibt, wofür die 3.000 Euro verwendet werden: „Viele Mitarbeiter nehmen an Online-Seminaren teil, so beispielsweise die Auszubildenden der Berufsfachschule für Pflege, die das erforderliche Wissen über die CNE-Plattform (engl. Abkürzung „Certified Nursing Education“) erlernen. Mit dem Geld können wir weitere Module kaufen, die die Wissensvermittlung noch anschaulicher machen. Ich sage ‚Danke!‘“

 

Foto: Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

Bildunterschrift: v.l. Alexander Brehm (Vorstand der VR Bank Bamberg-Forchheim), Mathias Schick (Leiter Firmenkundenberatung VR Bank Bamberg-Forchheim, Franz Streit (Vorsitzender des Fördervereins Klinikum Forchheim), Oliver Amon (Geschäftsführer des Fördervereins), Sven Oelkers (Geschäftsführer des Klinikums und Schatzmeister des Fördervereins).

Forchheim, 18. Feb. 2021 – Die Hebammen des Forchheimer Kreißsaals wollen nun mindestens vier Mal im Jahr ihre Schwangeren und werdenden Eltern, aber auch die frischgebackenen jungen Familien auf einem „Spaziergang“ durch den Kreißsaal mit aktuellen Infos und Neuigkeiten versorgen.

Der erste „Quartalsspaziergang“ führt in den grünen Kreißsaal, in dem Oberärztin Zeynep Günes und Hebamme Martina Steck Auskunft geben zum Thema ‚Geburt mit Maske‘. Der „grüne“ Kreißsaal wurde gewählt, weil es der größte ist und man hier sehr gut Abstand halten kann.

Wie ist denn die aktuelle Situation? Müssen die Frauen unter der Geburt durchgehend eine Maske tragen?

Zeynep Günes: Laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) wird die Empfehlung zum Tragen einer Maske ausgesprochen. An diese Empfehlung halten wir uns auch und bitten die Frauen oder Paare um entsprechende Bedeckung von Mund und Nase bei Betreten des Kreißsaals. Wir selbst schützen uns ebenfalls mit einer FFP2 Maske.

Und wenn die Wehen wirklich stark sind?

Martina Steck: Das Wohlbefinden der Gebärenden steht immer und besonders bei kräftiger Wehentätigkeit im Vordergrund. Keine Gebärende muss Angst davor haben, dass sie gezwungen wird die Maske dauerhaft zu tragen. Wir lassen die Frau natürlich auch nicht alleine, wenn sie die Maske abnimmt.

Wie verläuft das Testverfahren auf Corona?

Martina Steck: Bei Betreten des Kreißsaals ist das Tragen einer FFP 2 Maske Pflicht. Wir testen sowohl Schwangere, als auch Begleitperson auf Corona mittels Abstrich im Kreißsaal. Bei einem geplanten Termin findet der Abstrich nach Möglichkeit in der Teststation im Haus statt.

Was hat sich bei der Betreuung der Schwangeren unter der Geburt geändert?

Martina Steck: Gar nichts. Natürlich wird jede Frau, die zu uns zur Geburt kommt, persönlich und liebevoll begleitet. Die Gebärende steht im Mittelpunkt Die werdende Mutter kann jederzeit alle Bedürfnisse und Wünsche äußern und sich mit der Hebamme und dem Ärzteteam besprechen. Das größte Ziel ist ein gutes Geburtserlebnis.

Gibt es bezüglich der Begleitperson Neuigkeiten?

Martina Steck: Nein, die Begleitperson gehört als wichtige Stütze im Kreißsaal an die Seite der Gebärende. Allerdings sollte kein Wechsel von Begleitpersonen stattfinden und die getestete Begleitperson bis zur eigentlichen Geburt im Klinikum bleiben.

Bekommt die Gebärende auf Wunsch auch eine PDA?

Zeynep Günes: Ja. Sie bekommt weiterhin jede Möglichkeit der Schmerzlinderung, die sie möchte.

Martina Steck: Nach wie vor ist es jederzeit möglich unter der Geburt im Kreißsaal eine PDA zu erhalten.

Welche Einschränkungen gibt es nun eigentlich in Coronazeiten im Kreißsaal?

Zeynep Günes: Leider sehen wir die Schwangere oft bis zur Geburt nicht.

Martina Steck: Das kommt daher, dass wir keine persönlichen Anmeldetermine durchführen. Die Anmeldeunterlagen können von den Schwangeren an der Pforte im Klinikum abgeholt werden, auf der Homepage des Klinikums im Expertenbereich „Geburtshilfe“ unter der Rubrik „rund um die Geburt“ runtergeladen und ausgedruckt werden oder auch per Mail: krs@klinikum-forchheim.de angefordert werden. Mit den ausgefüllten und unterschriebenen Unterlagen wird eine Akte angelegt und die Hebammen bieten telefonisch die Beantwortung aller Fragen an.

Wir verlassen uns darauf, dass die Schwangere uns alle Neuigkeiten rund um ihre Schwangerschaft umgehend per Mail oder unter der Telefonnummer 09191 / 610 -15002 mitteilt. Die Aktualität und Vollständigkeit ihrer Krankengeschichte ist für uns eine wichtige Voraussetzung für eine optimale Betreuung unter der Geburt.

Was sind denn wichtige Neuigkeiten? Ob es ein Mädchen oder ein Junge ist?

Martina Steck: Nein, wir freuen uns über alle kleine Mädchen und alle kleinen Jungen. Momentan haben die Mädels die Nase vorn. Wichtige geburtshilfliche Neuigkeiten wären z.B. Änderung der   Kindslage, Bluthochdruck oder Schwangerschaftsdiabetes.

Also gibt es derzeit keine persönlichen Termine?

Zeynep Günes: Doch, bei eben diesen Besonderheiten oder speziellen Risiken, bei einem vorausgegangenen Kaiserschnitt oder bei dem Wunsch nach einem Kaiserschnitt erhalten die Schwangeren einen Termin zum Geburtsmodusgespräch.

Martina Steck: Für den Geburtsmodus vereinbaren wir mit der Schwangeren einen persönlichen Termin. Zu diesem Gespräch muss eine Überweisung des betreuenden Frauenarztes vorgelegt werden.

Zeynep Günes: Außerdem vereinbaren wir mit den Frauen auch weiterhin am Wochenende und an Feiertagen einen Termin zur Vorsorge, wenn sie über den errechneten Termin gehen, oder eine Einleitung besprochen werden muss.

Martina Steck: Ja, und natürlich nehmen wir auch weiterhin die Patientinnen an, die von ihren Frauenärzt*innen zu uns geschickt werden, weil eine spezielle Kontrolluntersuchung gemacht werden muss.

Wie ist es auf Station?

Zeynep Günes: Die Besucherregelung umfasst nur den Vater des Neugeborenen. Dieser wird bei Betreten des Klinikums in der Teststation auf Corona getestet und muss eine FFP2 Maske tragen.

Martina Steck: Wir bieten aber auch weiterhin unsere Familienzimmer an, dass die frischgebackenen Eltern die erste Zeit mit Ihrem Baby gemeinsam verbringen können.

Forchheim, 15. Feb. 2021 – Die Ausbildung zur Pflegefachkraft besteht aus theoretischen und praktischen Unterrichtsblöcken mit Stationen im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, in der ambulanten Pflege und in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Klinikum am Michelsberg in Bamberg. Welche Auswirkungen auf die Berufsausbildung hat die Coronapandemie?

Andreas Schneider, der Schulleiter der Berufsfachschule für Pflege und erster Vorsitzender des Ausbildungsverbund Pflege des Landkreis Forchheim, erläutert: „Wir haben den theoretischen Unterricht im Rahmen der Pandemie umgestellt und praktizieren Distanzunterricht. Eine Schule ohne Schüler ist überhaupt nicht schön!  Wir gehen über das Medium E-Mail, über persönliche Telefonsprechstunden und wir verwenden die Wissensplattform CNE (engl. Abkürzung „Certified Nursing Education“), ein internetgestütztes Angebot vom Thieme Verlag, dem renommiertesten Verlag für Pflege und Medizin. Auf dieser Plattform mit Videos und Demonstrationen können Lerneinheiten bearbeitet werden und die Schüler können auch zuhause ihre Zertifikate erwerben. Sie absolvieren Tests zu bestimmten Themen, die wir entsprechend vorgeben und dann auch nachbesprechen. In diesem Dreiklang aus E-Mail, Telefon und Internet CNE Plattform fahren wir bis jetzt recht gut.“

Ambulanter Pflegedienst

Theresa Ackermann (19 Jahre) ist im dritten Ausbildungsjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin im Moment in Ebermannstadt im ambulanten Pflegedienst tätig: „Also ich finde, dass sich gar nicht so viel geändert hat. Natürlich gibt es die Maskenpflicht, aber es wird auf Station immer noch so viel erlernt wie sonst auch. Klar, wenn man die Intensivstation anschaut, besteht natürlich eine Ausnahmesituation mit den Corona- oder Covid-19 Patienten. Aber auf der normalen Station hat sich der Alltag eigentlich nicht viel geändert. Am Standort Ebermannstadt werde ich sehr oft mit dem Antigenschnelltest getestet und einmal in der Woche bekomme ich einen PCR-Test.“

Berufswahl

Auf die Frage, ob sie ihre Berufswahl noch einmal überdenken möchte, antwortet die Heiligenstädterin: „Nein. Ich habe den Beruf von meinem Vater vermittelt bekommen, der Rettungssanitäter ist. Ich finde es faszinierend, dass man die verschiedenen Erkrankungen erkennt, verschiedene Wunden sieht, etwas über die Behandlungsmöglichkeiten erfährt. Auf der Intensivstation habe ich mitbekommen, dass man den Patienten, die intubiert sind oder die ein Tracheostoma nach einem Luftröhrenschnitt haben, schon mit Kleinigkeiten eine Freude bereiten kann. Sie bedanken sich tausendmal. Klar, gibt es Stress, vor allem auf der Intensivstation mit den Corona Patienten, aber wenn ich die Fortschritte der Patienten sehe, mache ich das sehr, sehr gerne und freue mich auch drauf.

Stationen im Krankenhaus

Im Vergleich der ambulanten Pflege zu den stationären Bereichen im Krankenhaus lerne man das Umfeld kennen, wie die Patienten leben, sagt die angehende Gesundheits- und Krankenpflegerin. Bei den Hausbesuchen erfahre man viel mehr vom häuslichen Umfeld der Klienten und deren Angehörigen. Auf den Stationen sehe man die Patienten nur im Krankenhaus, manchen gehe es nicht gut, einige hätten Heimweh. Theresa Ackermann ist stolz auf das Erreichte und geht zuversichtlich in die Prüfungen: „Mich persönlich interessiert die Chirurgie und die Gynäkologie, weil ich es interessant finde Operationen vor- und nachzubereiten, aber auch die Wundpflege, das Wundmanagement, die verschiedenen Verbände oder Phasen der Wundheilung. Ich sehe mich später im stationären Bereich oder in der Intensiv-OP-Weiterbildung.“

Berufsfachschule für Pflege im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

Die Berufsfachschule für Pflege in Forchheim findet sie klasse und ist froh sich dafür entschieden zu haben, „weil es hier ein familiäres Umfeld gibt. Man weiß, zu wem man bei Fragen gehen muss und kennt die Ansprechpartner. In einem Kurs sind rund 20 Personen. Es ist also nicht so riesig. Innerhalb der Klasse hat man einen anderen Bezug zu Mitschülern und auch zu den anderen zwei Kursen.“

 

Die Berufsfachschule für Pflege verfügt insgesamt über 60 Ausbildungsplätze, in der Klasse, die am 1. September 2021 beginnt, sind noch Plätze frei. Die dreijährige Ausbildung besteht einerseits aus dem Unterricht mit Lerneinheiten zu Gesundheits- und Krankenpflege und berufsbezogenen Grundlagen, z. B. aus den Bereichen Medizin, Recht und Psychologie, andererseits aus den praktischen Einsätzen auf den verschiedenen Stationen im Klinikum Forchheim und Ebermannstadt (Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe, Intensivstation, Psychosomatik, Akutgeriatrie u. a.) und in der ambulanten Krankenpflege. Mehr Informationen unter https://www.klinikumforchheim.de/unser-klinikum/berufsfachschule-2/

Lias-Maxim Ritthaler heißt das erste Neugeborene, welches 2021 im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz auf die Welt kam. Ganz genau um 11.54 Uhr war es soweit. Stolze 3575 g Körpergewicht bringt der neue Erdenbürger auf die Waage bei einer Größe von 54 cm. Mutter Petra Völlner ist erleichtert: „Von der ersten Wehe bis zur Geburt hat es 16 Stunden gedauert – Das würde ich als anstrengend bezeichnen.“ An die schlaflosen Nächte hat sich die 29 Jahre junge Mutter zusammen mit ihrem Partner Fabian Ritthaler schon gewöhnt: Lias-Maxim hat bereits einen 4-jährigen Bruder.

Die Geburt verlief komplikationslos. Der kleine Lias-Maxim hätte auch das letztgeborene Baby des Jahres 2020 hätte sein können. Der errechnete Geburtstermin war eigentlich der 28. Dezember. Auf die Frage warum Petra Völlner sich für die Geburtshilfe am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz entschieden hat, antwortet die Forchheimerin : „Ich wohne in Forchheim und habe mein erstes Kind auch im Klinikum zur Welt gebracht und war sehr zufrieden.“
Die Hebamme Yvonne Köstner, die die erste Geburt des Jahres begleitet hat, erläutert: „Bei rund 680 Kindern, die im Forchheimer Krankenhaus im vergangenen Jahr geboren wurden, davon 27 Prozent von ihnen mit Kaiserschnitt, ist das auch für mich als Hebamme ein angenehmes Arbeitsumfeld, sehr familiär. Und wir würden uns übrigens auch über Hebammenzuwachs freuen.“

Auf dem Bild (privat) v. l.: Dr. Jamila Hagge-Masoud, Petra Völlner mit Lias-Maxim, Hebamme Yvonne Köstner und Fabian Ritthaler.