Chefarzt Dr. Singh: „Rückschmerzen können wir heilen“
Wer mit zunehmendem Alter über chronische Rückenschmerzen klagt, könnte unter einem kleinen Bruch eines Wirbelsäulenkörpers leiden. Dagegen könnte eine kleine Operation wahre Wunder bewirken, hat Chefarzt Dr. Sagar Singh vom Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz im Rahmen eines Fachvortrages auf Einladung des Fördervereins erklärt.
Rückenschmerzen kennt fast jeder. Die Ursachen sind fast genauso vielfältig wie die Zahl der Betroffenen. „Wer über chronische Rückenschmerzen klagt, könnte unter einer osteoporotischen Wirbelkörperfraktur leiden“, erklärte Dr. Sagar Singh, Chefarzt für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie im Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz am Standort in Forchheim, im Rahmen eines Fachvortrages auf Einladung des Fördervereins. Wer besonders im fortgeschrittene Alter von ständigen Rückenschmerzen geplagt wird, könnte in Folge von altersbedingtem Knochenschwund (Osteoporose) einen Wirbelbruch erlitten haben. „Wenn auch nur ein einziger Wirbel einen noch so kleinen Bruch aufweist, hat das häufig negative Folgen für die gesamte Wirbelsäule“, erläuterte Chefarzt Dr. Singh die Ursachenkette. „Frauen sind leider häufiger betroffen als Männer.“ Auch Risikofaktoren wie Alkohol und Nikotin könnten die Qualität der Knochen neben zunehmendem Alter vermindern. Leider würden Brüche der Wirbelkörper in der Praxis häufig nicht erkannt, weil Röntgenaufnahmen im Liegen und nicht im Stehen durchgeführt werden. Aus diesem genauso einfachen wie fatalen Grund wüssten viele Betroffene häufig nicht, dass ein feiner Bruch eines kleines Wirbelkörpers der Auslöser für die starken Schmerzen ist. Ein äußerliches Merkmal für Osteoporose ist laut Dr. Singh beispielsweise eine abnehmende Körpergröße. Ist schon ein Wirbelkörper gebrochen, gibt es ebenfalls auffällige Anzeichen. „Dann erinnert das Hautbild auf dem Rücken an einen Tannenbaum“, erklärte Dr. Singh und zeigte auf ein Beispielbild eines Betroffenen mit den symptomatischen Hautfalten.
Glücklicherweise können Menschen neben Osteoporose auch Rückenschmerzen vermeiden. Neben Diäten würden sich auch Sport und Fitness positiv auswirken. „Ich rate meinen Patienten immer: Schonen Sie sich nicht! Bleiben Sie nicht zuhause auf dem Sofa. Gehen Sie nach draussen und bleiben Sie in Bewegung!“ Egal ob Spaziergang oder Yogastudio – nur durch eine regelmäßige Beanspruchung könnten Knochen und Muskeln trainiert werden. Wenn konservative Methoden nicht mehr ausreichen, empfiehlt Dr. Singh eine operative Aufrichtung des Wirbelkörpers. „Wir machen einen ganz kleinen Schnitt und spritzen in den betroffenen Wirbelkörper etwas Knochenzement.“ Der Eingriff dauert nur eine Viertelstunde. Direkt nach der Operation könnten die Patienten sofort wieder laufen. „Mit dieser Methode bin ich wirklich sehr zufrieden. Rund 90 Prozent meiner Patienten brauchen sogar keine starken Schmerzmittel nach der OP.“ Leider würden beispielsweise Orthopäden wohl aus Unkenntnis gelegentlich noch vor Komplikationen warnen. In der Praxis würden Verletzungen des empfindlichen Spinalkanals bei der Behandlung der Wirbelbrüche überhaupt nicht auftreten. Dafür seien die modernen OP-Methoden viel zu genau. „Ich mache nur einen zwei Millimeter großen Schnitt. Häufig muss die kleine Wunde sogar überhaupt nicht genäht werden, weil ein Hautpflaster ausreicht“, hat Dr. Singh im Rahmen des Vortrages auf Einladung des rund 250-köpfigen Fördervereins erklärt, der im letzten Jahr beispielsweise wieder die Studienfahrt der Pflegeauszubildenden bezuschusst und zahlreiche Vorträge im Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz veranstaltet hat. Zum Abschluss eines gelungenen Abends sind nicht nur verdiente Mitglieder für 25-jährige Mitglied geehrt worden. Chefarzt Dr. Singh hat Betroffenen auch noch einen praktischen Tipp auf den Weg gegeben. „Kommen Sie bei Beschwerden in meine Wirbelsäulensprechstunde am Dienstagvormittag ins Klinikum Forchheim. Viele tollen Ärzte aus meinem Team sind auch in unserem Medizinischen Versorgungszentrum MVZ gleich gegenüber von unserem Klinikum hier in Forchheim in der Krankenhausstraße beinahe täglich im Rahmen von Wirbelsäulensprechstunden für Sie jederzeit erreichbar.“
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