Vorbereitungen für den medizinischen Ernstfall treffen

Beim „Tag des Patienten“ im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz haben die Teilnehmer von
Experten erfahren, welche Vorkehrungsmaßnahmen in medizinischen Grenzsituationen wichtig sind.
Patientenfürsprecherin Sandra Roth hat in einem Vortrag außerdem ihre wertvolle Arbeit im Klinikum
Forchheim-Fränkische Schweiz vorgestellt.

Dem geliebten Partner passiert ein schwerer Unfall und die bessere Hälfte kann im
Krankenhaus beim Kampf um Leben und Tod plötzlich nichts mehr entscheiden: Für viele Menschen ist diese Situation eine schreckliche Vorstellung, die es unbedingt zu vermeiden gilt. Sven Oelkers,
Geschäftsführer des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz, hat zum Start in den „Tag des
Patienten“ am Freitag daran erinnert, dass diese „Horrorvision“ durch das im letzten Jahr
verabschiedete „Ehegatten-Notvertretungsrecht“ zum Glück rechtlich zumindest etwas entschärft
worden sei. „Trotzdem bleibt es für Patienten weiterhin sehr wichtig, sich mit allen
Vorsorgemaßnahmen wie der Betreuungsverfügung oder der Vorsorgevollmacht rechtzeitig
auseinanderzusetzen“, betonte Oelkers und dankte Patientenfürsprecherin Sandra Roth, die sich
ehrenamtlich seit 2020 vorbildlich für die Patienten in Stadt und Landkreis Forchheim einsetzt, für die
Organisation des gelungenen Patiententages. Ulrike Jochemczyk vom Hospizverein Forchheim konnte
den zahlreichen Zuhörern ebenfalls nur dazu raten, sich beispielsweise noch vor einer
Demenzerkrankung mit den rechtlichen Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen. „Das neue
Ehegatten-Notvertretungsrecht ist gut, gilt aber beispielsweise nur für sechs Monate.“ Besser sei es
daher, eine Patientenverfügung beispielsweise gemeinsam mit dem Ehepartner auszufüllen. Was
möchte ich, wenn die Lebenskräfte einmal zu Ende gehen? Schriftlich fixierte Antworten auf diese
Fragen würden im Rahmen der Patientenverfügung die rechtliche Position des Angehörten im Notfall
tatsächlich stärken. Mit einer notariell beglaubigten Vorsorgevollmacht könnten sich Eheleute noch
besser absichern, sagte Ulrich Müller, Fachanwalt für Medizinrecht, im seinem Vortrag. Diese
Möglichkeit sei beispielsweise bei großen Vermögenswerten empfehlenswert. Eine
Betreuungsverfügung sei auch für Familien mit erwachsenen Kindern interessant. „Wir haben es
unseren Kindern regelrecht aufgenötigt, um im Falle eines Falles entscheiden zu können“, sagte
Müller und Jochemczyk nickte zustimmend. „Die Patientenverfügung ist die erste, wichtige Stufe. Eine Vollmacht kann ich abgeben, damit im Ernstfall noch mehr Entscheidungen für mich getroffen werden können“, sagte Jochemczyk vom Forchheimer Hospizverein und betonte, dass alle Absicherungen ohne eine wichtige Eigenschaft nicht funktionieren würden. „Ohne Vertrauen geht es nicht. Wir sind im Ernstfall darauf angewiesen, wie andere Menschen mit unseren Verfügungen und Wünschen umgehen“, betonte Jochemczyk. Mit Vertrauen hat auch die ehrenamtliche Arbeit von der
Patientenfürsprecherin am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ganz viel zu tun. „Ich habe mich
vorher im Besuchsdienst ehrenamtlich engagiert und bin dann als Patientenfürsprecherin vom
Gesundheitsministerium berufen und von der Klinik beauftragt worden“, berichtete Sandra Roth von
dem Beginn ihrer genauso herausfordernden wie segensreichen Tätigkeit. „Jeder Mensch kommt mit
anderen Anliegen, das macht meine Arbeit so besonders.“ Um Patienten die Angst zu nehmen, höre
sie manchmal vor wichtigen Operationen einfach nur zu. „Viele wollen sich einfach mal alles von der
Seele reden.“ Als Vermittlerin zwischen Ärzten, Pflegern und Patienten versuche Roth für einen
harmonischen Klinikalltag zu sorgen, erklärte Roth und betonte, dass Lob und Kritik für das
Funktionieren eines Krankenhauses wichtig seien. „Ich bin unabhängig und kann immer den kurzen
Dienstweg wählen“, freute sich Roth und betonte, dass eine Patientenfürsprecherin auch für
Angehörige aktiv werden könne. Ganz wichtig sei allerdings, dass Roth in jedem Fall rechtzeitig
informiert werde. „Ich muss immer offiziell beauftragt werden, um wirklich helfen zu können“,
erklärte Roth und dankte allen Referenten und Teilnehmern beim „Tag des Patienten“ für die
anregenden Vorträge und die engagierten Debatten rund um sensible Themen wie
Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Mehr über die Arbeit der Patientenfürsprecherin am
Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gibt es im Internet unter
www.klinikumforchheim.de/patientenfuersprecher.

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