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Forchheim, 19. Oktober 2020 – Der Förderverein des Klinikums Forchheim e.V. lud zu einem Vortrag von Prof. Dr. Oliver Schöffski ein über den NZ-Klinikcheck, einer Zusammenarbeit der Nürnberger Zeitung mit dem Lehrstuhl Gesundheitsmanagement an der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg. Dabei werden mehr als 40  Krankenhäuser im Umkreis von 50 km in und um Nürnberg anhand von Qualitätsdaten miteinander verglichen und ein Ranking für die bewerteten Leistungen – die medizinischen Behandlungen – erstellt.

Die Ergebnisse des Klinikchecks werden seit 2016 veröffentlicht. Neu ist in diesem Jahr die Fünf-Jahres-Übersicht. Hier erweist sich das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz als Musterschüler, wie Prof. Schöffski anhand der kontinuierlichen Verbesserung bei verschiedenen Indikationen darlegt.  So steigerte sich das Krankenhaus bei der Behandlung einer Lungenentzündung in den vergangenen fünf Jahren von Stufe 3 in die Stufe 1 der Top-Performer in diesem Jahr. Ähnliches gilt für die operative Entfernung des Wurmfortsatzes des Blinddarms. Hier stand das Klinikum 2016 auf den unteren Rängen. Heuer hat es sich in der ersten Kategorie etabliert. Auch bei der operativen Entfernung der Gallenblase erklomm das Klinikum von Stufe 3 im Jahr 2016 eine sehr gute Platzierung im vergangenen Jahr und erhält aktuell ein gutes Ranking. Konstant gute Fachbereiche hebt Prof. Schöffski ebenfalls hervor – die Geburtshilfe am Klinikum wird durchgängig als gut oder sehr gut bewertet.

Er unterstreicht, dass Leistungsbereiche eines Krankenhauses, die im Ranking in einer hell- oder dunkelgrünen Kategorie eingestuft sind – wie die Knieendoprothetik des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz – für solide, gute Qualität sprechen. „Ins Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz kann man ohne Bedenken gehen“, sagt er.

Abstimmung mit den Füssen und Anregung für Krankenhäuser

Das NZ-Klinikranking soll einerseits die potentiellen Patienten informieren und andererseits das Qualitätsbewusstsein bei den Krankenhäusern verstärken. Das Ranking unterstützt auch niedergelassene Mediziner bei der Suche nach der besten Klinik für ihre Patienten, die oft nicht die Zeit haben, sich in komplexe Qualitätsberichte einzulesen.                                              

Fünf-Jahres-Übersicht, Detailinfos und Fallzahlen im 200 km-Radius

Neben der Fünf-Jahres-Übersicht werden auch die Krankenhäuser mit den höchsten Fallzahlen im 200 km Radius veröffentlicht sowie Detailinformationen bestehend aus den medizinischen Qualitätsinformationen und der Patientenweiterempfehlungsrate der Weissen Liste, einem kosten- und werbefreien Internetportal.

Die Fallzahlen eines Leistungsbereiches tragen wesentlich zur Positionierung innerhalb einer Kategorie bei, wobei die Studie davon ausgeht, dass eine höhere Fallzahl mit einer höheren Expertise einhergeht.

Die Eingruppierung in eine der Kategorien „Beste“, „Mittlere“ und „Schlechteste“  oder eine Zwischenstufe der maximal fünf Kategorien erfolgt über die Daten aus den Qualitätsberichten, die jedes Krankenhaus veröffentlichen muss, genauer gesagt aus den Qualitätsindikatoren, die dem IQTiG – dem Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen – gemeldet werden. Gleichgewichtet werden diese mit anonymisierten AOK-Routinedaten kombiniert. Innerhalb der Kategorie entscheiden die Fallzahlen über die Platzierung, die durch die Patientenweiterempfehlungsrate noch variieren kann.

Die Daten, die für die Erstellung der Rangliste verwendet werden, sind veröffentlicht und frei zugänglich. Auf der Internetseite des Lehrstuhls wird allerdings kritisch angemerkt, dass die Ergebnisse mit zeitlichem Verzug veröffentlicht werden. So basieren die aktuellen Resultate auf Informationen aus dem Jahr 2018.

Kein kommerzielles Interesse

Prof. Dr. Schöffski betont in seinem Vortrag, dass kein kommerzielles Interesse bei der Erstellung des Rankings bestehe: „Alles wird aus den eigenen, mickrigen Lehrstuhlmitteln finanziert.“

Heuer werden in 17 Folgen verschiedene Indikationen beschrieben – einige bewertete Krankenhausleistungen sind auch fachabteilungsübergreifend , wie die Wundversorgung.

Lebenslauf Prof. Dr. Oliver Schöffski

Oliver Schöffski (Jahrgang 1961) erhielt sein Diplom im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Hannover 1990. Ein Jahr später erwarb er den Titel „Master of Public Health“ an der Medizinischen Hochschule Hannover. 1994 promovierte und 1999 habilitierte er an der Universität Hannover. Bis Oktober 2000 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Versicherungsbetriebslehre und als Managing Director der Forschungsstelle für Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung der Universität Hannover tätig. Seit 2000 ist Prof. Schöffski Inhaber des Lehrstuhls für Gesundheitsmanagement der Universität Erlangen-Nürnberg.

Foto: Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

Bildunterschrift: Der Ärztliche Direktor am Standort Forchheim, Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann (links), und der Geschäftsführer der Klinikum Forchheim Fränkische Schweiz gGmbH, Sven Oelkers (rechts), danken Prof. Dr. Oliver Schöffski für den Vortrag.

Forchheim/Ebermannstadt, 2.10.2020 –  15 Medizinstudenten und Betreuer des Universitätsklinikum Erlangen lernten in einem Summercamp das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz und den Landkreis kennen. Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums, Landrat Dr. Hermann Ulm, und Geschäftsführer Sven Oelkers warben für den Landkreis Forchheim, denn fast zwei Drittel (64 Prozent) der 89 Hausärzte im Landkreis sind 50 Jahre alt oder älter. (Quelle: Gesundheitsregion plus).

Die BeLA-SummerSchool mit einem zweitägigen Programm an den zwei Standorten des Klinikums, Klettern in der Fränkischen Schweiz und Übernachtung auf Burg Feuerstein richtete sich an Studierende der Humanmedizin, die ins BeLA „Beste Landpartie“-Programm des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege aufgenommen wurden und gefördert werden. Im Rahmen dieses Programms verpflichten sich die angehenden Ärzte zur  Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in der ländlichen Region, in der das Praktische Jahr geleistet wurde. Der Direktor des Allgemeinmedizinischen Instituts des Universitätsklinikums, Prof. Dr. med. Thomas Kühlein, erläutert: „Die Zukunft der Hausarztmedizin wird anders als heute aussehen. Wir sehen die Tendenz sich in Gemeinschaftspraxen zusammen zu tun und die Arbeitsteilung – zwischen Haus- und Facharzt, auch zwischen Arzt und Medizinischem Fachangestellten – effizienter zu gestalten. Aktuell passiert eine Menge, um dem Landarztmangel zu begegnen. Dazu gehört auch das „Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin“, für das wir im Verbund mit den anderen allgemeinmedizinischen Lehrstühlen bayernweit das organisierende Institut sind.“

Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ist Vorreiter bei Förderung der Landärzte

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ist das erste der vier akademischen Lehrkrankenhäuser in Nordbayern, welches den Studierenden die Türen öffnet, um Hands-on-Erfahrungen zu sammeln und vielleicht die zukünftigen Mentoren für das Praktische Jahr kennenzulernen. Landrat Hermann Ulm hob in seiner Begrüßung die Vorzüge des Landkreises hervor: Einerseits profitiere dieser von global agierenden Arbeitgebern, wie den Siemens Heathineers, der guten Verkehrsanbindung und der Nähe der Städte Erlangen und Bamberg. Andererseits biete die Fränkische Schweiz mit ihren hervorragenden Gasthäusern  eine Mischung aus Landschaft und Ursprünglichkeit, die viel Raum zur Selbstverwirklichung lasse.

Großes Spektrum an Einsatzmöglichkeiten im Klinikum und bei niedergelassenen Ärzten

Sven Oelkers zeigte in seiner Ansprache konkret die Vorteile des regionalen Weiterbildungsverbunds Allgemeinmedizin auf, der die Organisation während der fünfjährigen allgemeinmedizinischen Weiterbildung übernimmt. Die Weiterbildung besteht aus verschiedenen Stationen, die teils in den beiden Krankenhäusern, teils bei niedergelassenen Ärzten absolviert werden müssen. Er hob die große Bandbreite der Zusatzqualifikationen der 23 teilnehmenden Hausärzte hervor, von der Phlebologie und Psychotherapie über Sportmedizin bis zur Notfallmedizin. Außerdem würden die Praxen sich in der Regel bei den Allgemeinmedizinern bewerben, nicht andersherum.

Wie am Frühstücksbuffet im Hotel könne der Arzt in Weiterbildung sich auch während seiner Stationen im Klinikum die Bereiche herauspicken, die er/sie vertiefen möchte. „Das Krankenhaus bietet Ihnen das gesamte Spektrum an medizinischen Herausforderungen, die Sie später in der Hausarztpraxis kennenlernen werden: Geriatrie und Kardiologie in Ebermannstadt und Innere Medizin, Chirurgie oder Intensivmedizin in Forchheim. Sie werden mit offenen Armen empfangen – Zuerst in der Klinik, dann in der Praxis“, versprach er.

Forchheim, 16.07.2020 – Andreas Schwarz, Mitglied im Haushaltsausschuss  und Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestags, informierte sich auf seiner Sommertour im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz über die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf das kommunale Krankenhaus. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, Landrat Dr. Hermann Ulm, begrüßte den Bundestagsabgeordneten im Haus in Forchheim.

2018 erwirtschaftete das Klinikum einen Ertrag von rund 40 Mio. Euro. Für das Corona-Jahr 2020 kann Sven Oelkers, Geschäftsführer der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, keine Prognose aufstellen. Er rechnet mit einem starken Rückgang an Behandlungsfällen an beiden Standorten für 2020 bei gleichbleibenden Kosten. Das bisherige Finanzierungssystem mit Fallpauschalen – die Vergütung von stationären Leistungen pro Behandlungsfall – müsse überprüft werden, so Oelkers. Die durch das Finanzierungssystem geforderte jährliche Steigerung der Fallzahlen sei nicht mit der hohen Zahl der Isolierfälle durch COVID-19 oder anderen ansteckenden Krankheiten vereinbar, wenn in einem Mehrbettzimmer nur ein zu isolierender Patient liege. Durch die Aufforderung auf elektive, also planbare, Eingriffe zu verzichten, schiebe das Klinikum eine Welle von Operationen vor sich her, welche nicht einfach nachgeholt werden können, weil die Kapazitäten, wie Personal, verfügbare Betten oder Zeitfenster im Operationssaal, begrenzt seien bei gleichzeitig laufendem „Normalbetrieb“ unter Corona Bedingungen. Der Geschäftsführer regt an, die Krankenhausfinanzierung grundlegend zu reformieren: „Die Coronapandemie mit OP-Absagen und entsprechender Isolierung von Verdachtsfällen sind mit den Anforderungen des aktuellen Finanzierungssystems, der ständigen Leistungssteigerung, unvereinbar“, sagt er. Für das Ausnahmejahr 2020 fordert Sven Oelkers das corona-bedingte Defizit für die Kliniken auszugleichen. „Das ist nicht bezahlbar“, erwidert Andreas Schwarz.

Denkweise anschubsen

Der Bundestagsabgeordnete möchte Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen: „Wenn wohnortnahe Krankenhäuser  als Daseinsvorsorge wahrgenommen würden, wären wir alle froh und hätten keine Sorgen für die Zukunft. Aber vielleicht tragen die letzten Monate dazu bei, die Denkweise in  eine andere Richtung zu schubsen. Die Aufgabe der Politik muss es sein jetzt etwas zu ändern.“

Testung von Krankenhausmitarbeitern auf das Coronavirus

Sven Oelkers erbost sich: „Am Anfang hieß die Devise ‚Koste es was es wolle‘, jetzt verlieren wir uns im Kleinklein.“ Als Beispiel nennt er die politische Zusage, dass sich in Bayern jeder auf das Coronavirus testen lassen dürfe. Die notwendigen Formulare für die Kostenübernahme der präventiven Testung für Krankenhausmitarbeiter seien aber nach wie vor nicht verfügbar. Die Intention zur Entlastung der Krankenhäuser sei gut gedacht in vielen Gesetzesentwürfen und Initiativen, aber die Resultate, welche nach dem Gesetzgebungsverfahren bei den Kliniken ankommen, seien eher krankenhausfeindlich, kritisiert der Diplom-Kaufmann.

Andreas Schwarz bittet den Geschäftsführer des Klinikums, aufzuzeigen wo konkreter Handlungsbedarf bestehe. Er werde diese Punkte bei den Gesundheitsministern Melanie Huml und Jens Spahn vorbringen. Der Ärztliche Direktor des Klinikums am Standort Forchheim, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, dankt Andreas Schwarz für den Besuch: „Es ist sehr schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben.“

Foto: Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

v.l. Kathrin Hamler  (Betriebsratsvorsitzende Klinikum), Prof. Dr. Jürgen Gschossmann (Chefarzt, Ärztlicher Direktor Standort Forchheim), Dr. Hermann Ulm (Landrat Forchheim, Aufsichtsratsvorsitzender Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH), Sven Oelkers (Geschäftsführer Klinikum), MdB Andreas Schwarz  (Mitglied im Haushaltsausschuss  und Rechnungsprüfungsausschuss) und Elisabeth Battran (Pflegedirektorin Klinikum)

Forchheim, Juni 2020 – Monika Sebald, die seit September 2019 den kath. Kindergarten St. Anna leitet, hat viel vor: Sie hat das offene pädagogische Konzept eingeführt,  bei dem die Kinder im Alter von zweieinhalb Jahren bis zum Grundschulalter je nach Neigung einen Funktionsraum aufsuchen können, wie die Puppenecke oder den Bastelraum. Für das Lichtzimmer im St. Anna Kindergarten kommen zwei Tageslichtprojektoren des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz gerade recht.   

Die Vorsitzende des Fördervereins des kath. Kindergarten St. Anna, Katharina Zobel, die an der Berufsfachschule für Pflege am Klinikum unterrichtet, verband das Praktische mit dem Nützlichen: Die Berufsfachschule verwendet seit Neuestem Dokumentenkameras, um die Präsentationen und Erläuterungen an die Leinwand zu beamen. Die zwei Tageslichtprojektoren werden nicht mehr gebraucht. Kurzerhand fragte sie beim Schulleiter, Andreas Schneider, und der Geschäftsführung des Klinikums an, ob diese als Spende an den Kindergarten übergeben werden können.

Im Kindergarten sind die Overhead-Projektoren heiß begehrt: Monika Sebald erläutert: „In unserem Lichtzimmer haben wir bereits zwei kleine Leuchtkugeln installiert. Mit Materialien, wie Glitzersteinen, können die Kinder Muster bilden. Mit den Licht-Projektoren können wir Schattenspiele an die Wand werfen und durch zusätzliches Material, wie bunte Legeplättchen, regen wir die Phantasie der Kinder an.“

Sie dankt für den „großen Gewinn“, der viele Gestaltungsmöglichkeiten lässt. Schulleiter Andreas Schneider freut sich, dass die Geräte weiter verwendet werden können und mit Begeisterung von den Kindern angenommen werden.

Bei dem offenen Konzept sind die 13 Erzieher des kath. Kindergartens St. Anna für die verschiedenen Räume zuständig, geben dort den Kindern verschiedene Impulse, damit sich jedes Kind nach seinem eigenen Entwicklungsrhythmus entfalten kann. Die rund 100 Kindergartenkinder entscheiden, was sie in der Spielzeit machen möchten. Geregelt sind Essenszeiten und die Zeit im Freien. Dieser Ansatz ermöglicht den Kindern ihre eigene Neigungen und Wünsche zu leben.

Forchheim, 13.07.20 –  Die Firma Schweizer GmbH spendet dem Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz 400 Infekt-Protect-Shields med und „Ohren-Helden“, das sind verstellbare Maskenhaltebänder, die – um den Nacken gelegt – den Mundschutz fixieren. Der Ohren-Held wird als Ergänzung der Schutzausrüstung bei den Mitarbeitern eingesetzt, um Druckstellen hinter den Ohren zu vermeiden. Der Gesichtsschutz  ist speziell für alle Personen mit Kundenkontakt im Nahbereich konzipiert worden. Die med-Variante ist als persönliche Schutzausrüstung (PSA nach DIN EN 166: 2001 Kategorie II) zertifiziert.

Alfred Schüttinger, Geschäftsführer der Schweizer GmbH, überreichte die Spende im Klinikum an den dortigen Geschäftsführer, Sven Oelkers, und an den ärztlichen Direktor,  Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann und Mitarbeiterinnen. Sven Oelkers dankt: „Die Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Schutzkleidung und Medikamenten während der Pandemie haben gezeigt, wie störanfällig globale Lieferketten sind. Es ist beruhigend, dass regionale Unternehmen vor Ort verlässlich produzieren und liefern.“

Prof. Dr. Gschossmann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, fügt hinzu: „Sowohl der Gesichtsschutz als auch die Maskenhaltebänder sind gut durchdacht, aus hautverträglichem Material und einfach zu verwenden. Absolut arbeitsalltagstauglich! Vielen Dank!“

Forchheim, 25.04.2020 – Bei einer schweren COVID-19 Erkrankung kann die Lunge den lebenswichtigen Austausch mit Sauerstoff im Körper nicht mehr gewährleisten. Der Patient muss künstlich beatmet werden. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz hat durch den Kauf und die Inbetriebnahme von vier neuen komplexen Hochleistungsgeräten seine Kapazitäten auf der Intensivstation erweitert.

Es handelt sich um vier fahrbare Intensivbeatmungsgeräte der Schweizer Firma Hamilton Medical: C3 mit Luftbefeuchter H900 und HighFlow O2, die aufgebaut, geprüft und in Betrieb genommen werden. Anschließend werden Ärzte und Intensivpflegekräfte in die Handhabung unterwiesen.

Der Geschäftsführer des Klinikums, Sven Oelkers, sagt: „Mit der Erweiterung der Ausstattung um vier Beatmungsgeräte und den dann zur Verfügung stehenden zwölf Intensivbetten am Standort Forchheim sind wir gut gerüstet für die weitere Versorgung der COVID-19 Patienten im Landkreis Forchheim. Mein Dank gilt dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege für die schnelle Zusage und finanzielle Unterstützung.“ Dem schließt sich auch Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hermann Ulm an: „Es ist gut zu wissen, dass unser Klinikum für den Ernstfall gut aufgestellt ist. Dafür war auch die Beschaffung der Geräte geboten.“

„Mehr als 300 Beatmungsgeräte wurden bereits an Krankenhäuser in Bayern ausgeliefert, weitere werden in den nächsten Tagen verteilt. Dies geschieht angepasst an die aktuelle COVID-19-Ausbruchssituation vor Ort. Hinzu kommen Geräte, die auf Initiative der Krankenhäuser selbst über eigene Kontakte bestellt wurden, wie im Fall von Forchheim. Für sie übernimmt der Freistaat die Kosten zu 100 Prozent“, erläutert die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml.

„Am 31. März wurden die Geräte von uns beantragt, am 1. April kam die Zusage vom Leitenden Ministerialrat des Referates 22, so dass umgehend die Bestellung erfolgen konnte. Knapp drei Wochen später sind die Gerätschaften einsatzbereit – nicht selbstverständlich in der aktuellen Zeit, wo medizinisches Gerät und Verbrauchsmaterial aufgrund der hohen Nachfrage fast nicht verfügbar sind. Eine große Anerkennung auch für unseren Einkauf am Klinikum unter Leitung von Herrn Oliver Amon, der durch sein Engagement die schnelle Beschaffung ermöglicht hat,“ so Geschäftsführer Sven Oelkers.

Zur Ausstattung einer Intensivstation gehören neben einem Beatmungsgerät Monitore, an denen die Vitaldaten des Patienten abgelesen werden können, Spritzen-, Infusionspumpen und natürlich erfahrenes Fachpersonal. „Diesem sei an der Stelle ganz herzlich gedankt für den tollen Einsatz in diesen ungewöhnlichen Zeiten“, sagt Sven Oelkers.

Der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann, betont: „Obwohl sich aktuell die Dramatik dieser Pandemie abschwächt, gilt es weiterhin wachsam zu bleiben. Die zusätzlichen Beatmungsgeräte tragen dazu bei, dass wir für eine mögliche zweite Coronawelle noch besser aufgestellt sind.“

Dr. med. Ulrich von Hintzenstern, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Standort Forchheim, erläutert: „Je schwerer das Lungenversagen infolge einer Coronavirus-Infektion ist, desto invasiver muss die Beatmung sein, d.h. der Patient wird kontrolliert beatmet ohne Eigenatmungsanteil. Mit diesen neuen Beatmungsgeräten können sämtliche modernen invasiven und nichtinvasiven Beatmungsformen durchgeführt werden.“

Bei der nicht-invasiven Beatmung wird die eigenständige Atmung mit einer Überdruckmaske (CPAP – continuous positive airway pressure) unterstützt. Diese Form der Beatmung ist für viele kritische Corona-Patienten sehr hilfreich und man benötigt keine Narkose.

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz hat sich für diesen Modelltyp entschieden, weil die Intensivstation bereits über ein Intensivbeatmungsgerät der Firma Hamilton verfügt.

Ulrich von Hintzenstern erklärt: „Von allen bisher vorhandenen Intensivbeatmungsgeräten zeichnet sich dieses Gerät durch die intelligenteste und zukunftsorientierte Technologie aus. Daher war es unser Ziel, die zusätzlichen Bettplätze am Standort Forchheim mit Geräten dieser Technologie auszustatten, um alle Formen von Beatmungsproblemen von Intensivpatienten inkl. des akuten Lungenversagens, wie sie z.B. im Zusammenhang mit einer schweren „Corona-Infektion“ entstehen können, optimal therapieren zu können.“

Theoretisch können im Klinikum am Standort Forchheim 270 Plätze an die Sauerstoffleitungen angeschlossen werden. Der Druck genügt, um maximal 130 Patienten gleichzeitig zu beatmen. Der Inhalt des Sauerstofftanks mit einem Volumen von 5.145 kg Sauerstoff reicht aus, um zwölf Patienten ca. 22 Tage ununterbrochen mit 100 prozentigem O2 zu beatmen, wenn kein zusätzlicher Verbrauch stattfindet.

Hintergrund: 

  • Täglich tagt im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz das Krisenteam, bestehend aus Geschäftsführung, Chefärzten, Pflegeleitung und Hygienebeauftragten, um die aktuelle, sich stetig ändernde Informationslage für die Planung des Pandemiefalls zu berücksichtigen. „Wir bereiten uns, unter den täglich wechselnden Rahmenbedingungen, bestmöglich auf die Versorgung der COVID-19 Patienten vor“, sagt der Geschäftsführer, Sven Oelkers.
  • Neueinteilung der Stationen: Bei der logistischen Neueinteilung der Stationen hatte die strikte Trennung der positiv auf den Coronavirus Getesteten von den Verdachtsfällen und den Nichtinfizierten oberste Priorität. Eine Station ist zur Isolierstation umgewandelt worden. Dort werden die bestätigten Verdachtsfälle unabhängig vom Fachgebiet aufgenommen.
  • Eine zweite Station ist zu einer weiteren Isolierstation umgewandelt worden. Dort werden die ungeklärten Verdachtsfälle behandelt, bis ein positives oder negatives Ergebnis vom Labor vorliegt.
  • Auf der Intensivstation werden auch die COVID-19 Patienten intensivmedizinisch versorgt. Die Anzahl der Intensivbetten mit Beatmungsgeräten wurde in den Planungen von acht Plätzen mit 7 Beatmungsgeräten auf zwölf Plätze erhöht.
  • Klinikumsmitarbeiter schützen: Um zu verhindern, dass sich Mitarbeiter des Klinikums anstecken, wird Personal, welches vom Gesundheitsamt als Kontaktperson der ersten Kategorie (direkter ungeschützter Kontakt mit positiven Fall, mindestens 15 Minuten) eingestuft wurde, grundsätzlich auf SARS-CoV-2 untersucht und ist für 14 Tage nach Kontakt zur erkrankten Person häuslich abzusondern, auch wenn die betroffene Person keine Symptome entwickelt.
  • Aktuelle Zahlen: 197 Infizierte im Landkreis Forchheim, davon sind bereits 150 genesen; aktuell befinden sich im Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz zwei Personen auf der Normalstation und eine Person auf der Intensivstation

Foto @Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz  „Installation Beatmungsgeräte Aufwachraum“ (v.l. Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, Dr. Ulrich von Hintzenstern, Gesundheitsministerin Melanie Huml, Geschäftsführer Sven Oelkers)

Forchheim – In einer Feierstunde überreichte Sven Oelkers, Geschäftsführer des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz, den Berufsschülern Franziska Pipp und Julius Christian Walter die Nominierungsurkunden. Damit dürfen beide am Vorentscheid der Deutschen Meisterschaft der Pflege am 17. März 2020 in Scheinfeld (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) teilnehmen.

Die erwarteten rund 130 Teilnehmer aus Bayern und Baden-Württemberg müssen in einer Klausur ihr Wissen unter Beweis stellen. Träger des Wettbewerbs ist der Deutsche Verein zur Förderung pflegerischer Qualität e.V. Für den Vorentscheid übernimmt die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml die Schirmherrschaft. Der Endausscheid des Bundeswettbewerbs findet Mitte Juni 2020 in Berlin statt. Als erster Preis winkt eine Reise nach New York im Gesamtwert von 2.000 € plus 250 € Taschengeld; Pokal, Medaille und Urkunde für die Teilnahme am Wettbewerb gibt es auch.

Sven Oelkers wendet sich an die Nominierten: „Wir freuen uns sehr, dass Sie die Berufsfachschule des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz beim Vorentscheid vertreten. Das ist die kleine Olympiade in der Pflegeausbildung!“ Die positive Darstellung des Pflegeberufs sei ein wesentlicher Aspekt des Wettbewerbs – die Vielseitigkeit im Umgang mit Menschen, das erforderliche Know-How und die Kenntnis der anspruchsvollen Techniken. „Wir drücken Ihnen die Daumen“, betont Sven Oelkers und sichert Unterstützung zu.

Andreas Schneider, der Leiter der Berufsfachschule, blickt über die Staatsgrenzen hinaus. Nach einem Sieg in der Deutschen Meisterschaft stehen die Teilnahmen an den Euroskills – der Europameisterschaft der Berufe– im österreichischen Graz und schließlich an den WorldSkills auf dem Programm. Er trainiert die  Auszubildenden und gibt ihnen mit auf den Weg: „Wer sich entschieden hat zu kämpfen, sollte sich auch entschließen zu siegen.“

Voraussetzung für die Nominierung der Auszubildenden im zweiten oder dritten Ausbildungsjahr sind überdurchschnittliche schulische Leistungen, mindestens die Note 2,0 auf dem letzten Zeugnis sowie herausragende Persönlichkeitseigenschaften. Auf die Frage, warum sie sich für die Teilnahme entschieden hat, erzählt die 21-jährige Franziska Pipp: „Ich habe erstmal mit meiner Familie und meinen Freunden über die Möglichkeit der Teilnahme gesprochen. Wir waren uns einig, dass das eine gute Chance für mich ist. Daraus kann nur etwas Positives für mich entstehen.“

Julius Christian Walter (20) freut sich ebenso über die Nominierung: „Man kann schon stolz sein. Natürlich sind auch andere in unserer Klasse sehr gut, so dass ich die Nominierung auch als Auszeichnung für uns alle sehe. Beim Vorentscheid werden wir unser Bestes geben.“

Forchheim –  Für 25-jährige, 40-jährige Betriebszugehörigkeit sowie zur Pensionierung wurden zum ersten Mal Mitarbeiter beider Häuser des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz bei einer Feier am 9. Dez. 2019 gemeinsam geehrt. Ein Novum ist auch der Ort der Ehrung: Die Geschäftsleitung des Krankenhauses lud alle Geehrten zu einem feierlichen Abendessen in ein Forchheimer Restaurant ein. 

Geschäftsführer Sven Oelkers unterstreicht: „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass so viele Mitarbeiter so lange ihrem Betrieb treu bleiben. Ich denke, dass Sie sich in Ihrem Hause – sei es am Standort Forchheim oder Ebermannstadt – wohl fühlen und gerne dort arbeiten. Denjenigen, die den Schritt in den „Unruhestand“ gegangen sind, wünsche ich alles Gute.“

Die insgesamt 20 Geehrten erhielten eine Ehrenurkunde ausgestellt von Kerstin Schreyer, der Bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales. Außerdem überreichten Sven Oelkers, Ulla König, Prokuristin am Standort Ebermannstadt, und Margit Hallmann, Prokuristin am Standort Forchheim, eine kleine Anerkennung für die langjährige Tätigkeit sowie weiße Orchideen.

25 Jahre: Gerd Dippacher, Marion Chavez, Carmen Behm, Heinrich Wölfel, Tanja Müller Lidia Halimowa, Helene Senger, Nicole Zeitler, Petra Puchinger, Dr. Elisabeth Kühn, Stilla Körberlein

40 Jahre: Anna Hack, Julie Schmidt, Ilse Wolf, Irina Langguth

Pensioniert: Maria Schütz, Anita Saffer, Anna Hack, Maria Skorupa, Ute Reiss und Reinhilde Kreller

Großes Gruppenfoto (Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz) stehend v.l. Ulla König, Sven Oelkers, Ilse Wolf, Gerd Dippacher, Julie Schmidt, Ute Reiss, dahinter Marion Chavez, Carmen Behm, Anita Saffer, Tanja Müller, Heinrich Wölfel, Marion Schütz, Helene Senger, Lidia Halimowa, Petra Puchinger, Irina Langguth, Elisabeth Battran, Reinhilde Keller, Waltraud Bürkner, Margit Hallmann, Nicole Zeitler, Dr. Elisabeth Kühn

sitzend v.l.: Maria Skorupa, Anna Hack, Stilla Körberlein