Category Archives: Allgemein

Forchheim, 10.09.2020 – Im Klinikcheck – einem gemeinsamen Projekt der Nürnberger Zeitung und dem Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg – konnte sich das zertifizierte Endoprothetikzentrum am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz bei der Bewertung einer Kniegelenksersatzoperation im Vergleich zum Vorjahr um zwei Klassen verbessern: Unter 24 bewerteten Krankenhäusern platzierte sich das Klinikum in der Klasse der überdurchschnittlich guten Häuser. Die Anzahl der Komplikationen, die Angemessenheit der Entscheidung zur Operation und die Zufriedenheit der Patienten mit ihrer Krankenhausbehandlung waren ausschlaggebend für die Bewertung. 

Hauptoperateur PD Dr. med. Uwe Lehmann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und  Unfallchirurgie am Klinikum in Forchheim, führt das gute Abschneiden auf den Einsatz der roboterarmassistierten Operationstechnik bei Kniegelenken zurück, die seit März 2018 angewandt wird. „Wir hatten im Referenzjahr keine einzige chirurgische Komplikation innerhalb von 90 bzw. 365 Tagen nach dem Eingriff. Bei den mehr als 200 Patienten, die wir mit der roboterarmassistierten Methode operiert haben, musste bislang niemand nachoperiert werden.“ Die Roboterarmassitenz besticht durch ihre Präzision beim Sägen des Prothesenbetts. Die Genauigkeit der navigierten Säge beträgt ein Zehntel Millimeter und ein Grad – viel präziser als alle bisherigen Verfahren.

Langer Leidensweg – genaue Vorteil-Nachteil-Evaluation

Der Entscheidung das Kniegelenk oder Teile davon durch eine Prothese ersetzen zu lassen gehen in der Regel viele schmerzerfüllte Jahre des Leidens voraus und konservative Therapiemaßnahmen helfen nicht mehr. In den meisten Fällen hat eine Arthrose die Struktur des Gelenks geschädigt. Uwe Lehmann beschreibt die Sorgfalt und das Augenmaß, mit dem der Eingriff in Erwägung gezogen wird: „Bei 187.000 Kniegelenken, die 2016 eingesetzt wurden, wird schnell die Kritik laut, dass dies zu viele seien. Wir prüfen deshalb ganz genau, ob sich der Patient eignet, sein Erkrankungsstadium, die Vorbehandlungen und mögliche Begleiterkrankungen. Erst wenn die Vorteile einer Operation offensichtlich überwiegen und eine Verbesserung der Lebensqualität durch die wiedergewonnene größere Beweglichkeit in Aussicht steht, raten wir zu einer Operation.“

Der Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement, der die Studie durchführt, merkt kritisch an, dass für einige Behandlungen eine längerfristige Betrachtung notwendig sei. So entstünden z.B. 30 Prozent aller Komplikationen nach dem Einsetzen eines künstlichen Gelenkes nach dem Krankenhausaufenthalt. Die Rückmeldungen aus den nachbehandelnden Rehabilitionskliniken seien aber ebenfalls positiv, beruhigt Operateur Dr. med. Franz Roßmeißl: „Die Mako-Patienten sind einfach weiter und schneller wieder fit.“ In den Studien benötigen sie weniger Physiotherapiestunden, Schmerzmittel und Liegedauer.

Rehabilitation

Dr. med. Stefan Middeldorf, Chefarzt der Orthopädischen Abteilung der Schön Klinik Bad Staffelstein, unterstreicht, dass das Reha-Ergebnis nach Endoprothetik vor allem durch patientenbezogene Eigenschaften, Alter, Grad der Mobilität vor der Operation und körperliche Dekonditionierung und Begleiterkrankungen variiere.

Prof. Dr. med. Bernd Kladny, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie der Rehabilitationsklinik in Herzogenaurach, erläutert die Vielschichtigkeit der oft langwierigen Heilungsverläufe nach Kniegelenkoperationen: „Im Vergleich zum Hüftgelenk ist das Kniegelenk mit weniger Weichteilen ausgestattet und biomechanisch viel komplexer aufgebaut – Denken Sie nur an die Kreuzbänder! Die stabilisierende Wirkung der Muskulatur muss wiederhergestellt werden. Meistens wird im Rahmen der Operation die Beinachse korrigiert, also X- oder O-Beine. Die Expertise von erfahrenen Operateuren trägt wesentlich zu einem positiven Ergebnis einer Knieendoprothese bei – und natürlich die Erwartungshaltung des Patienten.“ Wenn dieser sportlich sehr ambitioniert ist, ist die Erwartung an das Ergebnis höher als bei einem Menschen, der nur wieder im Alltag und seinem häuslichen Umfeld zurechtkommen möchte.

Die Haltbarkeit beträgt fünfzehn Jahre

Bei einer korrekten fachlichen Beurteilung, chirurgisch einwandfreiem Eingriff sowie komplikationslosem Verlauf kann von einer Haltbarkeit der Implantate von 15 Jahren und darüber hinaus ausgegangen werden.

Forchheim/Ebermannstadt, 2.10.2020 –  15 Medizinstudenten und Betreuer des Universitätsklinikum Erlangen lernten in einem Summercamp das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz und den Landkreis kennen. Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums, Landrat Dr. Hermann Ulm, und Geschäftsführer Sven Oelkers warben für den Landkreis Forchheim, denn fast zwei Drittel (64 Prozent) der 89 Hausärzte im Landkreis sind 50 Jahre alt oder älter. (Quelle: Gesundheitsregion plus).

Die BeLA-SummerSchool mit einem zweitägigen Programm an den zwei Standorten des Klinikums, Klettern in der Fränkischen Schweiz und Übernachtung auf Burg Feuerstein richtete sich an Studierende der Humanmedizin, die ins BeLA „Beste Landpartie“-Programm des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege aufgenommen wurden und gefördert werden. Im Rahmen dieses Programms verpflichten sich die angehenden Ärzte zur  Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in der ländlichen Region, in der das Praktische Jahr geleistet wurde. Der Direktor des Allgemeinmedizinischen Instituts des Universitätsklinikums, Prof. Dr. med. Thomas Kühlein, erläutert: „Die Zukunft der Hausarztmedizin wird anders als heute aussehen. Wir sehen die Tendenz sich in Gemeinschaftspraxen zusammen zu tun und die Arbeitsteilung – zwischen Haus- und Facharzt, auch zwischen Arzt und Medizinischem Fachangestellten – effizienter zu gestalten. Aktuell passiert eine Menge, um dem Landarztmangel zu begegnen. Dazu gehört auch das „Kompetenzzentrum Weiterbildung Allgemeinmedizin“, für das wir im Verbund mit den anderen allgemeinmedizinischen Lehrstühlen bayernweit das organisierende Institut sind.“

Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ist Vorreiter bei Förderung der Landärzte

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ist das erste der vier akademischen Lehrkrankenhäuser in Nordbayern, welches den Studierenden die Türen öffnet, um Hands-on-Erfahrungen zu sammeln und vielleicht die zukünftigen Mentoren für das Praktische Jahr kennenzulernen. Landrat Hermann Ulm hob in seiner Begrüßung die Vorzüge des Landkreises hervor: Einerseits profitiere dieser von global agierenden Arbeitgebern, wie den Siemens Heathineers, der guten Verkehrsanbindung und der Nähe der Städte Erlangen und Bamberg. Andererseits biete die Fränkische Schweiz mit ihren hervorragenden Gasthäusern  eine Mischung aus Landschaft und Ursprünglichkeit, die viel Raum zur Selbstverwirklichung lasse.

Großes Spektrum an Einsatzmöglichkeiten im Klinikum und bei niedergelassenen Ärzten

Sven Oelkers zeigte in seiner Ansprache konkret die Vorteile des regionalen Weiterbildungsverbunds Allgemeinmedizin auf, der die Organisation während der fünfjährigen allgemeinmedizinischen Weiterbildung übernimmt. Die Weiterbildung besteht aus verschiedenen Stationen, die teils in den beiden Krankenhäusern, teils bei niedergelassenen Ärzten absolviert werden müssen. Er hob die große Bandbreite der Zusatzqualifikationen der 23 teilnehmenden Hausärzte hervor, von der Phlebologie und Psychotherapie über Sportmedizin bis zur Notfallmedizin. Außerdem würden die Praxen sich in der Regel bei den Allgemeinmedizinern bewerben, nicht andersherum.

Wie am Frühstücksbuffet im Hotel könne der Arzt in Weiterbildung sich auch während seiner Stationen im Klinikum die Bereiche herauspicken, die er/sie vertiefen möchte. „Das Krankenhaus bietet Ihnen das gesamte Spektrum an medizinischen Herausforderungen, die Sie später in der Hausarztpraxis kennenlernen werden: Geriatrie und Kardiologie in Ebermannstadt und Innere Medizin, Chirurgie oder Intensivmedizin in Forchheim. Sie werden mit offenen Armen empfangen – Zuerst in der Klinik, dann in der Praxis“, versprach er.

Forchheim, 28.09.2020 – Anfang September haben 24 Schüler der Berufsfachschule für Pflege die Ausbildung zur Pflegefachkraft am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz begonnen. Dieser neue Ausbildungsberuf, eine Kombination aus Kranken-, Alten- und Kinderpflege,  beginnt mit einem zweijährigen generalistischen Teil und im dritten Lehrjahr können die angehenden Pflegefachkräfte ihr Wissen in dem von ihnen gewählten Spezialgebiet vertiefen.

Die dreijährige Ausbildung umfasst mindestens 2.100 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht und 2.500 Stunden Praxis. Die Ausbildungsvergütung beträgt im ersten Lehrjahr gut 1.100 Euro, 1.200 Euro im zweiten und 1.300 Euro im dritten Jahr.

Ein Schnupperpraktikum half bei der Berufswahl 

Auf die Frage, warum er die Ausbildung zur Pflegefachkraft gewählt hat, weist Christian Schwinn auf die Überzeugungskraft seiner Freundin.  Die sei Altenpflegerin und habe vom Beruf geschwärmt. Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Strullendorf komme er oft mit Menschen in Kontakt, denen man helfen muss,  sagt der frisch gewählte stellvertretende Klassensprecher. Vorher war der 32-Jährige als LKW-Fahrer tätig, ein einsamer Beruf, wie er findet. Ein Praktikum in der Akutpflege in der Steigerwaldklinik in Burgebrach gefiel ihm und nach dem Vorstellungsgespräch mit dem Schulleiter der Berufsfachschule, Andreas Schneider,  war der Vater von drei Kindern endgültig überzeugt davon einen Neuanfang zu wagen. Auf die Forchheimer Schule sei er durch das Internet aufmerksam geworden. Da eine große Zahl von Absolventen mit einer überdurchschnittlich guten Note abgeschnitten habe, belege das den hohen Standard der Ausbildung, so Christian Schwinn.

Gespannt auf den ersten Praxiseinsatz

Für Ronja Zegar aus Stegaurauch war es das erste Vorstellungsgespräch. „Eigentlich wollte ich Notfallsanitäterin werden“, erläutert die 16-Jährige.  Das Vorstellungsgespräch hat sie in lockerer Atmosphäre in Erinnerung. „Nicht von oben herab. Mir wurde einfach die Ausbildung genau erklärt und wir haben darauf geachtet, ob die Chemie stimmt“, erinnert sie sich. Anfang Oktober wird Ronja Zegar ihren ersten Praxiseinsatz im pädiatrischen Bereich der Geburtsstation und dann auf der gynäkologischen Station am Klinikum in Forchheim haben. Später möchte sie ihr Wissen in der Pädiatrie, Notaufnahme oder im psychiatrischen Bereich vertiefen.

Vorteile der neuen Ausbildung

Schulleiter Andreas Schneider sieht die Vorteile der neuen Ausbildung: Die/der Pflegefachfrau/-mann ist ein europaweit anerkannter Bildungsabschluss. Der gesamte Lehrstoff ist noch mehr auf die Sichtweise des Patienten ausgerichtet. „Die Pflege ist ein hochanspruchsvoller Beruf, denn es ist die verlässliche Pflegekraft,  die den Patienten durch dessen gesamten Krankenhausaufenthalt begleitet, und zumeist sogar den engsten Kontakt zu ihm hält“, unterstreicht er.

Forchheim, 21.09.2020 – Jährlich werden in Deutschland 135 000 Blinddärme entfernt, ein Routineeingriff, bei dem im Klinikcheck trotzdem Qualitätsunterschiede sichtbar werden. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz wurde in diesem Leistungsbereich als Top-Performer gewertet basierend auf den anonymisierten Abrechnungsdaten der AOK.

Bei insgesamt 117 AOK-Blinddarmentfernungen, die bewertet wurden, gab es lediglich zwei Komplikationen innerhalb von 90 Tagen nach dem Eingriff. Dr. med. Bernhard Drummer, Chefarzt der Allgemeinchirurgie am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, erläutert: „Wir entfernen den entzündeten Wurmfortsatz des Blinddarms prinzipiell minimal invasiv ( in Schlüsselochtechnik ), also mit einem Laparoskop ( Stabkamera ), welches über die Bauchdecke in den Bauchraum eingebracht wird.  Die Schmerzen sind geringer und nach zwei Tagen kann der Patient die Klinik wieder verlassen. Als eines der ersten Krankenhäuser, welches seit 1991 die sogenannte Schlüssellochchirurgie einsetzt, haben wir die größte Erfahrung mit dieser Operationstechnik. Wir freuen uns auch sehr über die hohe Weiterempfehlungsrate unserer Fachabteilung von 83 Prozent auf der `Weissen Liste‘. Unsere Patienten loben uns für unsere Kompetenz im Bereich der laparoskopischen Chirurgie, bei der postoperativen Versorgung und für unseren guten Teamgeist.“

Symptome

Eine Blinddarmentzündung – eigentlich Wurmfortsatzentzündung – kann in jedem Alter auftreten, aber 70 Prozent der Betroffenen erkranken zwischen dem 5. und 30. Lebensjahr mit einer besonders großen Häufung bei den 10- bis 15-Jährigen. Symptomatisch für eine Blinddarmentzündung sind starke Schmerzen im gesamten Bauchraum, besonders im rechten, unteren Teil des Bauches sowie eine Bauchdeckenspannung. Wenig später kommt es zum typischen „Loslaßschmerz“, der beim Eindrücken und Loslassen der Bauchdecke entsteht. Bei akuten und unklaren Bauchschmerzen, die länger als zwei Stunden andauern, ist unbedingt ein Arzt zu Rate zu ziehen. Bernhard Drummer beschreibt die Risiken: „Wenn die entzündete Darmwand einreißt, entstehen im Bauchraum Abszesse oder der Darminhalt fließt in die Bauchhöhle. Das hat dann eine ausgedehnte Entzündung des Bauchfelles zur Folge, die es auf jeden Fall zu verhindern gilt.“

Operativer Eingriff

Beim Nabel führt der Chirurg durch einen kleinen Schnitt ein Endoskop mit einer beleuchteten Kamera in die Bauchhöhle ein. Die notwendigen Instrumente werden durch zwei weitere kleine Schnitte im unteren Teil des Bauches eingeführt. Mittels eines Klammergerätes wird der Wurmfortsatz vom Dickdarm abgeschnitten und die Absetzungsstelle mit feinen Metallklammern sicher verschlossen. Der Wurmfortsatz wird dann über einen der drei kleinen Hautschnitte aus dem Bauchraum entfernt. Dann werden die drei Schnitte vernäht. Die Fäden lösen sich von selber auf, müssen also nicht gezogen werden.

Der Klinikcheck ist ein gemeinsames Projekt der Nürnberger Zeitung und dem Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg.

Zum Ranking: http://mediadb1.nordbayern.de/image/blinddarm-ranking.jpg

Forchheim, 8.09.2020 – Nach einer dreijährigen Ausbildung haben 14 Schülerinnen die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege an der Berufsfachschule für Pflege im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz erfolgreich abgeschlossen.

Vier Absolventinnen erhielten einen Staatspreis der Regierung von Oberfranken sowie eine Anerkennungsurkunde für herausragende Leistungen. Klinikumsgeschäftsführer Sven Oelkers freut sich sehr, dass sich die frischgebackenen Gesundheits- und Krankenpflegerinnen ausnahmslos für das Klinikum als neuen und alten Arbeitgeber entschieden haben: „Wenn sich jemand nach der Ausbildung für den Verbleib im Betrieb entscheidet, ist das wie ein Ritterschlag für den Arbeitgeber. Sie sind hier sehr willkommen und werden gebraucht.“

Die stellvertretende Landrätin Rosi Kraus gratuliert für den Landkreis Forchheim.

Schulleiter Andreas Schneider lobt:  „Wir sind mit Ihnen froh und stolz auf Ihre beeindruckenden Ausbildungserfolge. Sie haben nun in Ihrem „Rucksack“ eine Fülle von Wissen und Erkenntnissen, die Ihnen bei Ihrer täglichen Verantwortung für die PatientInnen nützlich sind. Sie alle bleiben uns im Klinikum erhalten und haben einen Arbeitsvertrag bekommen.“

Die Absolventinnen sind Myrielle Bechtold, Leonie Büttel, Bianca Dorsch, Ardisona Elshani, Lisa Marie Geßner, Antonia Heilmann, Miriam Ilgner, Corinna Kohlmann, Pia Kropp, Lisa Leibinger, Lisa Metzger, Sophie Reißenweber, Lisa Saffer und Lisa Wenzel.

Ausbildung zur Pflegefachfrau/Pflegefachmann

Seit Anfang September bildet die Berufsfachschule zur Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann aus. Die neue generalistische Ausbildung, die Kranken-, Alten und Kinderpflege kombiniert, berücksichtigt die fachlich gestiegenen Anforderungen an die Versorgung in der Pflege. Alle Auszubildenden erhalten zunächst zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung. Auszubildende, die im dritten Jahr die generalistische Ausbildung fortsetzen, erwerben den Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ bzw. „Pflegefachmann“ an der Berufsfachschule für Pflege am Klinikum.

Ausbildungsverbund Pflege Forchheim gegründet

Die neue Ausbildung bringt es mit sich, dass sich die angehenden Pflegekräfte nicht gleich zu Ausbildungsbeginn für die Kinderkranken-, Kranken- oder Altenpflege entscheiden müssen. Um dieser neuen Wahlfreiheit Rechnung zu tragen, unterzeichneten Geschäftsführer Sven Oelkers und Schulleiter Andreas Schneider  den Kooperationsvertrag des „Ausbildungsverbund Pflege für Landkreis Forchheim und Umgebung“, dem 16 Träger mit insgesamt 73 Einrichtungen angehören.

Andreas Schneider, der erste Vorsitzende des Verbundes, erläutert die Pluspunkte: „Durch die Zusammenarbeit in einem der größten Ausbildungsverbände in Bayern erweitern wir das Spektrum der Auszubildenden, da diese wohnortnah in einer spezialisierten Einrichtung lernen können und trotzdem eine umfassende Ausbildung erhalten. Durch die Synergien – nicht jede Einrichtung muss mehr die komplette Ausbildung stemmen sondern kann im Verbund bausatzartig Ausbildungsinhalte anbieten – werden wir die Anzahl der Ausbildungsplätze im Landkreis um zehn Prozent erhöhen.“

Sven Oelkers sieht die Vorteile: „Wir können im Rahmen der neuen Ausbildung unsere Ausbildungskapazitäten an der Schule um dreißig Prozent erhöhen Die Auszubildenden an unserer Berufsfachschule für Pflege der Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz können nun die praktischen Tätigkeiten der Ausbildung in der ambulanten Pflege, der Altenpflege und Akutpflege bei uns an den Standorten Forchheim und Ebermannstadt oder den Kooperationspartnern absolvieren.“

Landrat Hermann Ulm begrüßt den Zusammenschluss: „Wir haben ganz pragmatisch die Notwendigkeit gesehen, dass die Ausbildungsbetriebe dieses systemrelevanten Berufes durch eine bessere Vernetzung Kapazitäten entwickeln können, die den Auszubildenden zugutekommen. Die pflegebedürftigen Menschen in unserem Landkreis profitieren am meisten davon. Das ist, was zählt.“

Forchheim/Bielefeld/Neumünster, 17.09.2020 – „Ein Patient des Klinikums Bielefeld ist nach Verabreichung eines falschen Medikaments verstorben. Das Mittel, das der 26-jährige Mann bekommen habe, sei gar nicht für ihn gedacht gewesen, sondern für seinen krebskranken Zimmernachbarn, sagte ein Krankenhaussprecher.“; „Sie sollte die Kompressionsstrümpfe einer Patientin wechseln, doch stattdessen verabreichte eine Pflegerin in Neumünster eine hohe Dosis Schmerzmittel. Das hatte tödliche Folgen.“Schlagzeilen wie diese, die von Patientenverwechselungen handeln, sind ein Horrorszenario für jedes Krankenhaus.

„Im Gesundheitswesen soll niemand geschädigt werden!“ ist die Devise zum Tag der Patientensicherheit am 17. September 2020. In den Abendstunden wird der Eingangsbereich des Klinikums in Forchheim orange angestrahlt. Die Weltgesundheitsorganisation hat diese Aktion anlässlich des ersten weltweiten Patientengesundheitstages am 17. September 2019 ins Leben gerufen und zahlreiche Monumente, wie die ägyptischen Pyramiden von Gizeh, das königliche Opernhaus in Oman oder Bhutans größte Buddha-Statue Dordenma, wurden angestrahlt, um die öffentliche Wahrnehmung für das Thema Patientensicherheit zu steigern. Patientensicherheit beschreibt die Abwesenheit unerwünschter Ereignisse, darunter sind vermeidbare oder unvermeidbare, schädliche Vorkommnisse zur verstehen, die eher auf der Behandlung denn auf der Erkrankung beruhen.

Patienten einbeziehen
In diesem Jahr liegt der Fokus auf der Vermeidung von Patientenverwechselungen und Fehlmedikation. Die stellvertretende Risikomanagerin Katja Severa erläutert: „Wir wollen auch unsere Patienten einbeziehen und diese zur aktiven Vermeidung von Verwechslungen ermuntern.“ In einer Broschüre wird erläutert: „Wundern Sie sich nicht, wenn Sie mehrmals nach Ihrem Namen gefragt werden, z.B. vor Blutentnahmen, Untersuchungen und Operationen. Aktives Nachfragen durch unsere Mitarbeiter erhöht Ihre Sicherheit… Wenn Sie meinen, dass eine Verwechslung vorliegen könnte, äußern Sie bitte umgehend Ihre Bedenken.“

Barcodes und RFID-Chips helfen eine Verwechselung nahezu auszuschließen
Große Erwartungen setzt Chefarzt Dr. med. Ulrich von Hintzenstern, verantwortlich für das Qualitätsmanagement am Standort Forchheim, in die baldige Einführung von Patientenarmbändern. Diese gewährleisten eine schnelle und effektive Kontrolle der Identität des Patienten und speichern relevante Behandlungsdaten. „Mittels Barcode oder RFID-Chip (RFID steht für Radio Frequency Identification, engl. für Funkerkennung) und den dazugehörigen Lesegeräten kann auch festgestellt werden, ob das richtige Medikament beim richtigen Patienten landet“, beschreibt der Anästhesist die Technik. Das ersetze das Vier-Augen-Prinzip bei der Zusammenstellung der Präparate nicht, könne es aber ergänzen, sagt er. Der Medikationsplan kann als Datensatz hinterlegt werden und dem Patienten bei dessen Entlassung ausgehändigt werden

Wechsel von häuslicher zu klinischer Medikation
Eine weitere Quelle für unerwünschte Ereignisse ist eine Fehlmedikation durch den Wechsel der häuslichen Medikation bei stationärer Aufnahme ins Krankenhaus. Die Patientenbroschüre rät: „Bitte geben Sie alle Medikamente an, die Sie regelmäßig einnehmen, auch wenn es sich um freiverkäufliche, pflanzliche Arzneien oder sogenannte Nahrungsergänzungsmittel handelt. Während Ihres stationären Aufenthaltes erhalten Sie Ihre häusliche Medikation durch uns. Daher ist es möglich, dass sich Tabletten in Aussehen und Anzahl zu Ihrer gewohnten Medikation zu Hause unterscheiden.“

Hier legt das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) den konkreten Fahrplan fest. Bis Ende des Jahres 2020 müssen Krankenhäuser über einen sogenannten E-Health-Konnektor verfügen, der die Daten wie Notfalldatensatz, Medikationplan, Vorerkrankungen der elektronischen Patientenakte (EPA) auslesen kann. Ein Konnektor ermöglicht den Datenaustausch von verschiedenen Leistungserbringern im Gesundheitswesen, wie zwischen Hausarzt, Apotheke und Krankenhaus.

Strukturierte Risikominimierung
Die Sicherheit des Patienten sowie die Vermeidung von Schadensfällen bei der Patientenversorgung sind das oberste Ziel des klinischen Risikomanagements. Im Klinikum am Standort Forchheim gibt es insgesamt elf Risikobereiche, die jeweils von einem Risikoverantwortlichen in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Abteilungen betreut werden. Ziel ist es, Arbeitsabläufe innerhalb der Abteilungen und in der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit zu optimieren. Zweimal im Jahr werden die Risikosituationen des Hauses überprüft und gegebenenfalls Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet. Das Risikomanagement-Lenkungsteam trifft sich ebenfalls zweimal im Jahr, um über die aktuelle Risikosituation zu beraten und Möglichkeiten zur Verbesserung zu diskutieren.

Forchheim, 24.08.2020 – Erneut wurde die Geburtshilfe des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz im Klinikcheck – einem gemeinsamen Projekt der Nürnberger Zeitung und dem Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg – als Top-Performer bewertet. Im Vergleich mit 15 Krankenhäusern aus dem Raum Nürnberg und Umgebung schnitt das Klinikum überdurchschnittlich gut ab. Dr. med. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde, sieht das Konzept der optimalen Versorgung rund um die Entbindung bestätigt: „Wir freuen uns sehr  über die hohe Weiterempfehlungsrate unserer Patientinnen von 89 Prozent bei aktuell 128 Bewertungen auf der Weissen Liste. Danke!“

Die Eingruppierung des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz in die Gruppe der besten Kliniken erfolgte anhand der gesetzlich vorgeschriebenen veröffentlichten Daten aus dem Qualitätsbericht 2018 sowie den Abrechnungsdaten der AOK aus dem Zeitraum 2015 – 2017. Daraus geht unter anderem hervor, dass die Zeitspanne zwischen der Entscheidung für einen Notfallkaiserschnitt und dem Eingriff  in Forchheim bei allen Fällen weniger als 20 Minuten betrug. Innerhalb der drei Gruppen, Top-, Middle- und Low-Performer, werden die Krankenhäuser nach der Anzahl der Entbindungen sortiert. Stefan Weingärtler gibt zu denken: „Mit 672 Entbindungen im Referenzjahr 2018 werden wir leider niemals auf Platz eins landen, weil die Kliniken mit höheren Fallzahlen weiter oben stehen.“ Er hebt die Vorteile der Geburtshilfe am Klinikum in Forchheim hervor: „Wer auf Ruhe, familiäre Atmosphäre sowie Vertrautheit Wert legt, muss nicht auf die Sicherheit einer Klinik verzichten, kann bei uns in Geborgenheit entbinden und dennoch auf eine optimale medizinische Versorgung bei der Geburt sowie danach zählen.“

Weniger stark gewichtet gehen die Weiterempfehlungen sowohl für die Fachabteilung wie für das gesamte Krankenhaus in der „Weissen Liste“, ein Projekt der Bertelsmann Stiftung und den Dachverbänden der Patienten- und Verbraucherorganisationen, in die Bewertung ein. Insgesamt sprachen 83 Prozent der Befragten dem Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz eine Empfehlung auf der Weissen Liste aus bei aktuell 543 Bewertungen für den Standort Forchheim und 201 Bewertungen für den Standort Ebermannstadt.

Geburtshilfe mit Spezialisierung auf Beckenboden

Das Klinikum nimmt Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche auf. Der zertifizierte Beckenbodenchirurg Chefarzt Dr. med. Stefan Weingärtler bietet am Klinikum in Forchheim eine beckenbodenorientierte Geburtshilfe an. Unter Berücksichtigung bestimmter Faktoren vor, unter und nach der Geburt lassen sich spätere Probleme mit Senkung und Inkontinenz positiv beeinflussen.

Link zur Infografik: http://mediadb1.nordbayern.de/pics/geburtshilfe-ranking.jpg

Forchheim, 17.08.2020 – Am 1. September 2020 tritt Dr. med. Hannes Seuß seine Stelle als Chefarzt der Radiologie im Klinikum Forchheim an. Der gebürtige Bayreuther konnte sich im Bewerbungsverfahren durchsetzen, weil er aufzeigte, wie das Potenzial dieses Fachbereiches gehoben werden kann.

Die Radiologie ist für jedes Krankenhaus ein kostenintensiver Bereich, weil – neben anderen Kosten – die Anschaffung der hochkomplexen Geräte für bildgebende Verfahren teuer ist. Hannes Seuß ist begeistert von der Ausstattung in Forchheim und Ebermannstadt: „Die  Geräte sind top!“ Jetzt müsse man die Abläufe verbessern, so der ärztliche Qualitätsmanager, der vorher als Oberarzt am Universitätsklinikum Erlangen in der Radiologie tätig war. Sein oberstes Ziel ist es, die Leistungen der Radiologie schnell und im interdisziplinären Austausch zu erbringen, damit kein Patient länger liegen muss, weil er auf die Radiologie wartet.  Als Spezialist für CT-gesteuerte Interventionen, wie minimalinvasive Biopsie-Entnahmen oder lokale Tumortherapien, möchte er diese Leistungen auch hier in Forchheim etablieren.

Bildgebende Verfahren

Das Spektrum der bildgebenden Verfahren ist vielfältig. Vergleichsweise einfach ist ein konventionelles Röntgenbild, ein T1-mapping des Herzens ist komplexer. Zur Festlegung der richtigen Therapie eines Schlaganfalls kann sehr schnell ein Perfusions-CT angefertigt werden, denn jede Sekunde zählt!

Nachfrage nach radiologischen Leistungen steigt

Die Zahl der radiologischen Leistungen in Krankenhäusern steigt kontinuierlich, weil immer neue Fragestellungen mit bildgebenden Methoden beantwortet werden können. Zum Beispiel kann eine Verengung der Herzkranzgefäße mittlerweile mit einer Computertomographie ermittelt werden oder ein Brustkrebs, der in der Röntgen-Mammographie unsichtbar ist, mittels Magnetresonanztomographie enttarnt werden.

Der Ärztliche Direktor am Standort Forchheim, Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann, begrüßt den Neuzugang: „Wir freuen uns, dass wir Herrn Dr. Seuß für das Klinikum gewinnen konnten. In den beiden Häusern kennt jeder jeden und deshalb sind die Kommunikationswege kurz. Das ist sehr vorteilhaft, wenn man gestalten möchte.“

Zur Person

Hannes Seuß ist 34 Jahre alt, hat in Erlangen Medizin studiert und studiert weiterhin an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität den Master of Health Business Administration. Nach seiner Station als Assistenzarzt im Kantonsspital St. Gallen wechselte er 2014 nach Mittelfranken an das Universitätsklinikum Erlangen, wo er Anfang 2020 zum Oberarzt ernannt wurde. Er lebt mit seiner Partnerin, ebenfalls Radiologische Oberärztin, in Nürnberg, Kinder hat er keine, „sind aber in Planung“ und in seiner Freizeit fährt er auf bis zu 600 km-lange Bikepacking-Touren quer durch Franken. Sportlich engagierte er sich als Kunst-, Turm- und Klippenspringer, wobei 20 m beim Swiss Open Cliff Diving Championship seine größte Höhe war. In dieser Zeit ist er auch Teil der deutschen Splash-Diving Nationalmannschaft gewesen und erreichte das Finale der Weltmeisterschaft.

Foto: v.l. Geschäftsführer Sven Oelkers, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, Dr. med. Hannes Seuß und Dr. med. Gerald Beck, Leitender Oberarzt der Radiologie

Forchheim,  8.07.2020 – Viel fehlt nicht, dann hätte Klaus Swoboda sein 25. Dienstjubiläum im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gefeiert. Am 1. November 1996 begann er seine Tätigkeit als Chefarzt für die neu gegründete Röntgenabteilung am alten Forchheimer Städtischen Krankenhaus in der Spitalstr. 4. Im Juli wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Sowohl Geschäftsführer Sven Oelkers als auch der ärztliche Direktor Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann dankten dem scheidenden Chefarzt der Radiologie im Namen aller Mitarbeiter für die geleisteten Dienste und verabschiedeten ihn mit einem großen Blumenstrauß in den Ruhestand.

„Chefarzt Dr. Klaus Swoboda prägte über ein Vierteljahrhundert lang die Radiologie im Forchheimer Krankenhaus und hat sie fachlich und technisch weiter ausgebaut“, so Sven Oelkers. Zehn Jahre, bis Ende 2017, vertrat der Radiologe die leitenden Ärzte des Forchheimer Klinikums als ärztlicher Direktor und damit Teil der Betriebsleitung zusammen mit dem Krankenhausdirektor und der Pflegedirektorin. Als Vorsitzender der Hygienekommission hat er sich insbesondere um die Krankenhaushygiene verdient gemacht. Im Krankenhausvergleichsreport der Universität Freiburg von 2018/2019 liegt der Antibiotikaverbrauch des Klinikums bei Kliniken mit weniger als 400 Betten weiterhin im guten Durchschnitt. Die Verabreichung von Arzneistoffen mit einem breiten antimikrobiellen Wirkspektrum begünstigt die Entwicklung von Resistenzen bei Bakterien und anderen Mikroorganismen.

Bei der Bauplanung Strahlenweg berücksichtigen
Nach spannenden Episoden in seinem Arbeitsleben befragt, fallen dem Chefarzt die Planung und der Bau des Kankenhausneubaus in der Krankenhausstraße 10 ein. Bei der Konzeption der Röntgenabteilung war sein Sachverstand gefragt, als es um die Anordnung und Ausrichtung der Röntgengeräte ging. Diese sollten so platziert sein, dass der Strahlenweg nicht auf wartende Patienten und Personal gerichtet sind: „Wir haben die Anordnung der Geräte in der Planungsphase immer wieder umgestellt und die Architekten fast zur Weißglut getrieben“, erinnert sich der 64-Jährige schmunzelnd.
Eine große technische Neuerung stellte anlässlich des Umzuges in den Neubau die Umstellung vom klassischen Röntgenfilm mit Naßentwicklung auf die elektronische Speicherfolientechnik dar, welche die digitale Bildnachbearbeitung und –Speicherung ermöglichte.

Moderne, leistungsstarke Geräte für bildgebende Verfahren
Die Anschaffung des 1-Tesla Kernspintomographen „Harmony“ im Jahr 2000 erweiterte das Spektrum des damaligen Städtischen Krankenhauses: Dieses schonende, praktisch risikolose Verfahren, auch Magnetresonanztomographie genannt, setzt ein starkes Magnetfeld und elektromagnetische Wellen ein, um die unterschiedlichen Gewebestrukturen und deren krankhafte Veränderungen sichtbar zu machen. Wichtige Einsatzgebiete sind die präzise Darstellung von Entzündungen, die Früherkennung von Tumoren und die Darstellung von krankhaften Gefäßprozessen. Mittlerweile wurde das Gerät durch ein deutlich stärkeres 3-Tesla-Gerät ersetzt.
2016 wurde die Ausstattung der Radiologie um einen neuen strahlungsärmeren Computertomographen, dem CT „Somatom Definition AS 64“ ergänzt, welcher mit 64 Zeilen/Schichten pro Rotation eine längere Untersuchungsstrecke und höhere Bildqualität erlaubt.

„Früher wollte ich eigentlich Internist werden“, gesteht der Radiologe: “Es haben nur noch zwei Jahre gefehlt, aber dann war eine passende Röntgenstelle in Straubing frei.“ Rückblickend habe die Arbeit Spaß gemacht, sei aber auch stressig gewesen mit oftmals mehr als 40 Arbeitsstunden pro Woche.
Am Ende seiner Dienstzeit möchte er sich bei allen seinen Mitarbeitern bedanken, auf die er sich 100 prozentig verlassen konnte, namentlich bei Dr. Gerald Beck, leitender Oberarzt, Karola Zirnsack, leitende MFA und seiner Chefsekretärin Ingrid Stirnweiß.

Dr. Klaus Swoboda (64) ist in Herrsching am Ammersee geboren und aufgewachsen. Er besuchte das Max-Born-Gymnasium in Germering. An der Uni Regensburg studierte er vorklinische Medizin, dann setzte er sein Studium am Klinikum Rechts der Isar in München fort. Von 1981 bis 1983 war Klaus Swoboda als Wehrpflichtiger Stabsarzt für 15 Monate bei der Bundeswehr. Es folgten Assistenzarzttätigkeiten (Inneres und Röntgendiagnostik) in Regensburg und in Straubing, Facharztprüfung für Radiologische Diagnostik 1991 und von 1992 bis 1996 Oberarzt am Klinikum Passau. Dr. Klaus Swoboda ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne, 28 und 30 Jahre alt.

v.l. Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, Dr. Klaus Swoboda, Sven Oelkers vor dem Klinikum am Standort Forchheim

Forchheim, 16.07.2020 – Andreas Schwarz, Mitglied im Haushaltsausschuss  und Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestags, informierte sich auf seiner Sommertour im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz über die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf das kommunale Krankenhaus. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums, Landrat Dr. Hermann Ulm, begrüßte den Bundestagsabgeordneten im Haus in Forchheim.

2018 erwirtschaftete das Klinikum einen Ertrag von rund 40 Mio. Euro. Für das Corona-Jahr 2020 kann Sven Oelkers, Geschäftsführer der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH, keine Prognose aufstellen. Er rechnet mit einem starken Rückgang an Behandlungsfällen an beiden Standorten für 2020 bei gleichbleibenden Kosten. Das bisherige Finanzierungssystem mit Fallpauschalen – die Vergütung von stationären Leistungen pro Behandlungsfall – müsse überprüft werden, so Oelkers. Die durch das Finanzierungssystem geforderte jährliche Steigerung der Fallzahlen sei nicht mit der hohen Zahl der Isolierfälle durch COVID-19 oder anderen ansteckenden Krankheiten vereinbar, wenn in einem Mehrbettzimmer nur ein zu isolierender Patient liege. Durch die Aufforderung auf elektive, also planbare, Eingriffe zu verzichten, schiebe das Klinikum eine Welle von Operationen vor sich her, welche nicht einfach nachgeholt werden können, weil die Kapazitäten, wie Personal, verfügbare Betten oder Zeitfenster im Operationssaal, begrenzt seien bei gleichzeitig laufendem „Normalbetrieb“ unter Corona Bedingungen. Der Geschäftsführer regt an, die Krankenhausfinanzierung grundlegend zu reformieren: „Die Coronapandemie mit OP-Absagen und entsprechender Isolierung von Verdachtsfällen sind mit den Anforderungen des aktuellen Finanzierungssystems, der ständigen Leistungssteigerung, unvereinbar“, sagt er. Für das Ausnahmejahr 2020 fordert Sven Oelkers das corona-bedingte Defizit für die Kliniken auszugleichen. „Das ist nicht bezahlbar“, erwidert Andreas Schwarz.

Denkweise anschubsen

Der Bundestagsabgeordnete möchte Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen: „Wenn wohnortnahe Krankenhäuser  als Daseinsvorsorge wahrgenommen würden, wären wir alle froh und hätten keine Sorgen für die Zukunft. Aber vielleicht tragen die letzten Monate dazu bei, die Denkweise in  eine andere Richtung zu schubsen. Die Aufgabe der Politik muss es sein jetzt etwas zu ändern.“

Testung von Krankenhausmitarbeitern auf das Coronavirus

Sven Oelkers erbost sich: „Am Anfang hieß die Devise ‚Koste es was es wolle‘, jetzt verlieren wir uns im Kleinklein.“ Als Beispiel nennt er die politische Zusage, dass sich in Bayern jeder auf das Coronavirus testen lassen dürfe. Die notwendigen Formulare für die Kostenübernahme der präventiven Testung für Krankenhausmitarbeiter seien aber nach wie vor nicht verfügbar. Die Intention zur Entlastung der Krankenhäuser sei gut gedacht in vielen Gesetzesentwürfen und Initiativen, aber die Resultate, welche nach dem Gesetzgebungsverfahren bei den Kliniken ankommen, seien eher krankenhausfeindlich, kritisiert der Diplom-Kaufmann.

Andreas Schwarz bittet den Geschäftsführer des Klinikums, aufzuzeigen wo konkreter Handlungsbedarf bestehe. Er werde diese Punkte bei den Gesundheitsministern Melanie Huml und Jens Spahn vorbringen. Der Ärztliche Direktor des Klinikums am Standort Forchheim, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, dankt Andreas Schwarz für den Besuch: „Es ist sehr schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben.“

Foto: Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

v.l. Kathrin Hamler  (Betriebsratsvorsitzende Klinikum), Prof. Dr. Jürgen Gschossmann (Chefarzt, Ärztlicher Direktor Standort Forchheim), Dr. Hermann Ulm (Landrat Forchheim, Aufsichtsratsvorsitzender Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmbH), Sven Oelkers (Geschäftsführer Klinikum), MdB Andreas Schwarz  (Mitglied im Haushaltsausschuss  und Rechnungsprüfungsausschuss) und Elisabeth Battran (Pflegedirektorin Klinikum)

Forchheim, Juni 2020 – Monika Sebald, die seit September 2019 den kath. Kindergarten St. Anna leitet, hat viel vor: Sie hat das offene pädagogische Konzept eingeführt,  bei dem die Kinder im Alter von zweieinhalb Jahren bis zum Grundschulalter je nach Neigung einen Funktionsraum aufsuchen können, wie die Puppenecke oder den Bastelraum. Für das Lichtzimmer im St. Anna Kindergarten kommen zwei Tageslichtprojektoren des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz gerade recht.   

Die Vorsitzende des Fördervereins des kath. Kindergarten St. Anna, Katharina Zobel, die an der Berufsfachschule für Pflege am Klinikum unterrichtet, verband das Praktische mit dem Nützlichen: Die Berufsfachschule verwendet seit Neuestem Dokumentenkameras, um die Präsentationen und Erläuterungen an die Leinwand zu beamen. Die zwei Tageslichtprojektoren werden nicht mehr gebraucht. Kurzerhand fragte sie beim Schulleiter, Andreas Schneider, und der Geschäftsführung des Klinikums an, ob diese als Spende an den Kindergarten übergeben werden können.

Im Kindergarten sind die Overhead-Projektoren heiß begehrt: Monika Sebald erläutert: „In unserem Lichtzimmer haben wir bereits zwei kleine Leuchtkugeln installiert. Mit Materialien, wie Glitzersteinen, können die Kinder Muster bilden. Mit den Licht-Projektoren können wir Schattenspiele an die Wand werfen und durch zusätzliches Material, wie bunte Legeplättchen, regen wir die Phantasie der Kinder an.“

Sie dankt für den „großen Gewinn“, der viele Gestaltungsmöglichkeiten lässt. Schulleiter Andreas Schneider freut sich, dass die Geräte weiter verwendet werden können und mit Begeisterung von den Kindern angenommen werden.

Bei dem offenen Konzept sind die 13 Erzieher des kath. Kindergartens St. Anna für die verschiedenen Räume zuständig, geben dort den Kindern verschiedene Impulse, damit sich jedes Kind nach seinem eigenen Entwicklungsrhythmus entfalten kann. Die rund 100 Kindergartenkinder entscheiden, was sie in der Spielzeit machen möchten. Geregelt sind Essenszeiten und die Zeit im Freien. Dieser Ansatz ermöglicht den Kindern ihre eigene Neigungen und Wünsche zu leben.

Forchheim, 13.07.20 –  Die Firma Schweizer GmbH spendet dem Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz 400 Infekt-Protect-Shields med und „Ohren-Helden“, das sind verstellbare Maskenhaltebänder, die – um den Nacken gelegt – den Mundschutz fixieren. Der Ohren-Held wird als Ergänzung der Schutzausrüstung bei den Mitarbeitern eingesetzt, um Druckstellen hinter den Ohren zu vermeiden. Der Gesichtsschutz  ist speziell für alle Personen mit Kundenkontakt im Nahbereich konzipiert worden. Die med-Variante ist als persönliche Schutzausrüstung (PSA nach DIN EN 166: 2001 Kategorie II) zertifiziert.

Alfred Schüttinger, Geschäftsführer der Schweizer GmbH, überreichte die Spende im Klinikum an den dortigen Geschäftsführer, Sven Oelkers, und an den ärztlichen Direktor,  Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann und Mitarbeiterinnen. Sven Oelkers dankt: „Die Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Schutzkleidung und Medikamenten während der Pandemie haben gezeigt, wie störanfällig globale Lieferketten sind. Es ist beruhigend, dass regionale Unternehmen vor Ort verlässlich produzieren und liefern.“

Prof. Dr. Gschossmann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, fügt hinzu: „Sowohl der Gesichtsschutz als auch die Maskenhaltebänder sind gut durchdacht, aus hautverträglichem Material und einfach zu verwenden. Absolut arbeitsalltagstauglich! Vielen Dank!“

Forchheim, 2./3.07.2020 – Alle Jahre wieder werden die Prozessabläufe in allen Fachbereichen im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz stichprobenartig hinsichtlich ihrer Konformität mit den Normen der ISO 9001 untersucht. Das Klinikum am Standort Forchheim hat heuer das Qualitätsmanagement-Audit sehr gut bestanden. Auditorin der Firma DEKRA Certification GmbH, Elinor Lorenz-Ginschel, erläutert: „Letztendlich dienen diese Prüfungen – die Sicherung der Abläufe – dem obersten Ziel, die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten.“

Fragenstellen gehört zum Beruf eines Auditors wie Mehl zum Brotbacken: Wie viele Patientenplätze hat die Abteilung? Wie viele Betten davon sind heute belegt? Ist die Patientenakte in elektronischer Form vorhanden oder noch als Papier? Wo sieht man die ärztliche Anamnese, wo die pflegerische Vorgeschichte einer Krankheit? Elinor Lorenz-Ginschel achtet bei den Abläufen, die ein Patient des Klinikums von der Aufnahme bis zur Entlassung durchläuft, besonders auf die Dokumentation, Aufklärung, Einweisung und Schulung des Personals und die Kommunikation unter Einhaltung der Schweigepflicht und Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung.

Auf der gerade geprüften Station gibt es wenig zu bemängeln. Der Pflegestatus der Patienten ist übersichtlich dokumentiert, die Vitalzeichen und Fieberkurve werden gleich bei der Aufnahme oder Übernahme von der Notaufnahme festgehalten. Beim Wundmanagement lobt sie die Fotodokumentation der Wunden, damit man die Veränderungen vergleichen kann. Für chronische Wunden empfiehlt sie die Einrichtung eines Expertenstandards über den Wundmanager, den es bereits am Klinikum gibt, hinaus. Kritisch schaut sie auf eine Aufklärungsbroschüre: „Die wurde 2009 das letzte Mal aktualisiert. Das ist schon lange her.“

Einen letzten Blick wirft sie in den Medizinschrank. Wer dokumentiert den Verbrauch? Sie notiert sich, dass die bei Betäubungsmitteln die Rezeptnummer auf der Ein- und Ausgabenliste zu vermerken sind. Bei Haupt- und Nebenabweichungen von der Norm erhält das Klinikum eine Frist zum Nachbessern.

Katja Severa, stellvertretende Qualitätsmanagementbeauftragte des Klinikums Forchheim, erklärt: „Ziel des Qualitätsmanagements am Klinikum ist eine kontinuierliche Verbesserung der Strukturen, Prozesse und Ergebnisse im gesamten Krankenhaus. Im Mittelpunkt steht die bestmögliche Patientenversorgung unter den von Gesetzgeber und Kostenträger vorgegebenen Rahmenbedingungen.“

Die Erst-Zertifizierung nach DIN ISO 9001 wurde bereits im Jahr 2004 durchgeführt. Eine erneute Zertifizierung findet alle drei Jahre statt. Dazwischen wird der Qualitätsstatus durch jährliche Überwachungsaudits bewertet. Bei einem Audit untersuchen speziell geschulte Auditoren, ob Prozesse, Anforderungen und Richtlinien die geforderten Standards erfüllen.

Forchheim, 22.06.2020 – In den ersten Monaten der Coronapandemie war es den Seelsorgern, Pastoralreferent Dietmar Denzler (kath.) und Pfarrer Ulrich Bahr (ev.) nicht möglich, Patientinnen und Patienten auf den Stationen im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz zu besuchen und im persönlichen Gespräch zu begleiten. Krankenschwester Elena Betz ließ sich etwas einfallen und versorgte von Ostern bis Pfingsten alle Patienten in Forchheim mit Sinnsprüchen und Gebeten zum Frühstück.

Auf den laminierten Kärtchen, die jeder Patient auf seinem Frühstückstablett finden konnte, stehen Stellen aus der Bibel, wie: „Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen. Kohelet 3,1.4“ oder Zitate von Dietrich Bonhoeffer, dem evangelischen Theologen. Täglich suchte sich die 25-jährige einen anderen Sinnspruch aus, der ab 7.15 Uhr als Gruß aus der Küche dem Frühstück beigelegt wurde.

Die Krankenschwester aus Oesdorf spürt insbesondere bei älteren Menschen das Bedürfnis nach seelsorgerlicher Begleitung. Auch die Krankenkommunion für Gläubige, die wegen Krankheit nicht an der heiligen Messe teilnehmen können, konnte nicht stattfinden.

Sie schildert: „Ich bin ein sehr gläubiger Mensch. Im Fernstudium studiere ich katholische Theologie an der Domschule in Würzburg. Ich möchte, dass die ökumenische Seelsorge nicht zu kurz kommt. Vielen Menschen, die hier im Krankenhaus liegen, ist der Glaube ganz wichtig.“

Bei den Patienten sei die Aktion gut angekommen, so Elena Betz. Viele hätten die Kärtchen gesammelt oder sich gegenseitig vorgelesen.

Forchheim, 10.06.2020 – Seit Januar 2019 ist das Fresenius Multifiltrate Pro Dialyse-Gerät auf der Intensivstation des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz im Einsatz. Seitdem können Patienten, die an einem akuten Nierenversagen erkranken, auf der Intensivstation des Klinikums Forchheim dialysiert werden. Bei diesem Verfahren wird das Blut durch Stoffaustausch an einer speziellen Membran gereinigt, von besonderer Bedeutung auch bei schweren Verläufen von COVID-19.
Kurzfristig genehmigte der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Hermann Ulm die Anschaffung eines zweiten, baugleichen Gerätes. Der Landrat  übergibt das Gerät an den Geschäftsführer Sven Oelkers und Dr. med. Ulrich von Hintzenstern, Chefarzt der Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikstandort Forchheim.
Sven Oelkers sagt: „Danke für die schnelle und unkomplizierte Zusage vom Aufsichtsratsvorsitzenden. Wir haben zu Beginn der Corona Thematik schnell festgestellt, dass neben Beatmungsgeräten auch das Thema Dialyse in dem Zusammenhang eine wichtige Rolle spielt und entsprechend mit der Ergänzung eines weiteren Geräts gehandelt.“
Landrat Hermann Ulm unterstreicht: „ Es war richtig, rasch zu reagieren und unser Haus optimal vorzubereiten. Ein wichtiger Baustein für die Versorgung in der Corona-Krise.“
Oberbürgermeister Dr. Uwe Kirschstein hebt die medizinische Bedeutung der Dialyse in der Notfallmedizin hervor und freut sich: „Erst vor einigen Tagen hat unser Klinikum vier neue Beatmungsgeräte bekommen und nun können wir, gerade jetzt in der Corona-Zeit, mit einem weiteren Dialysegerät unsere Intensivmedizin weiter unterstützen.“
Für Ulrich von Hintzenstern ist es wichtig, diese Therapie vor Ort im Forchheimer Klinikum durchführen zu können: „Die Verlegung von Patienten, die in einem kritischen Zustand sind, ist nicht einfach und für den Patienten oft gefährlich. Die Patienten profitieren davon, wenn das Nierenversagen, das im Rahmen einer schweren Erkrankung auftreten kann, sofort behandelt werden kann.“
Siebzig Prozent dieser Form des Nierenversagens können erfolgreich behandelt werden. Es tritt nach großen und komplizierten Operationen, vor allem bei vorbestehendem Nierenschaden auf. Ebenso ist ein Nierenversagen bei anderen schweren Erkrankungen, wie z.B. bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, Lungenentzündung oder Blutvergiftung möglich. Auch bei schwer verlaufenden Formen von COVID-19 tritt Nierenversagen gehäuft auf.
Durch ein akutes Nierenversagen kann in kurzer Zeit eine lebensbedrohliche Situation eintreten, da der Körper den Elektrolythaushalt nicht mehr ausgleichen kann und viele Stoffwechselprodukte nicht mehr ausgeschieden werden können. Eine rasche Dialyse kann in diesem Fall die Nierenfunktion ersetzen. Mit dem modernen Verfahren der Zitratdialyse können auch frisch operierte Patienten dialysiert werden, ohne dass ein hohes Risiko für eine Nachblutung besteht.
Eine Dialyse-Behandlung erstreckt sich oft über mehrere Wochen. Deshalb ist Ulrich von Hintzenstern froh, dass dem Klinikum Forchheim jetzt ein zweites Dialysegerät zur Verfügung steht.

Forchheim 06.06.2020 – Zum Tag der Organspende richtet sich der Transplantationsbeauftragte am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, Chefarzt Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, an die Öffentlichkeit: „Bitte treffen Sie eine Entscheidung zur Organspende und dokumentieren Sie diese!“ In 60 Prozent der Fälle, in der eine Organspende möglich ist, sei der Wille des Verstorbenen nicht bekannt, erläutert der Ärztliche Direktor am Standort Forchheim.

Seit 1983 wird immer am ersten Samstag im Juni auf das Thema Organspende hingewiesen. Coronapandemiebedingt ist die Bereitschaft Organe zu spenden europaweit gesunken. In Deutschland ist am 1. April 2019 das „Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende“ in Kraft getreten.

Chefarzt Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, begrüßt die mediale Beachtung, die dieses Thema begleitet: „Es gibt einen so großen Mangel an Spenderorganen, dass wir in Deutschland, einem der hochentwickelten Länder der Welt, eine erschreckend hohe Zahl an Patienten haben, die ohne eine rechtzeitige Organspende sterben müssen. Dies ist traurige Realität, die leider in der öffentlichen Diskussion oft vergessen wird.“ Er appelliert deshalb, dass sich jeder zu diesem Thema Gedanken machen sollte, unabhängig davon, ob die letztendliche persönliche Entscheidung für oder gegen Organspende ausfällt. „Schließlich kann es jeden von uns treffen, dass man in einen Zustand gelangt, der nur durch eine Organspende überlebt werden kann“, so der Ärztliche Direktor des Klinikums Gschossmann.

 Forchheim, 11.05.2020 – Ende April 2020 wurden am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz vier neue Beatmungsgeräte in Betrieb genommen. Was ist bei der maschinellen Beatmung zu beachten und welche Besonderheiten gibt es bei der Beatmung von Patienten mit COVID-19? Dr. med. Ulrich von Hintzenstern, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, und Dr. med. Andrea Neumann, Funktionsoberärztin der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz geben Antworten.

Wann müssen Patienten auf einer Intensivstation beatmet werden?

Andrea Neumann: „Immer wenn ein Lungenversagen auftritt. Ausgangspunkt ist eine Einschränkung der Sauerstoffanreicherung des Blutes und/oder Minderung der Kohlendioxidausscheidung, wie sie z.B. bei einer Lungenentzündung vorkommen kann.“

Was sind die Ziele der maschinellen Beatmung?

Ulrich von Hintzenstern: „Wir haben drei Hauptziele: Prinzipiell geht es um die die kontrollierte Zufuhr von Sauerstoff und den Abtransport von Kohlendioxid, um die entsprechenden Werte, die man mit einer Blutgasanalyse messen kann, zu normalisieren. Da eine Lunge durch Beatmung auch geschädigt werden kann, versuchen wir dies durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu verhindern. Und ab der ersten Sekunde einer Beatmung haben wir die schnellstmögliche Entwöhnung vom Beatmungsgerät, d.h. die eigenständige Übernahme von Atemarbeit und Atemsteuerung durch den Patienten im Auge. Ansonsten „schmilzt“ die Atemmuskulatur in allerkürzester Zeit.“

Welche Arten von Beatmungsformen gibt es?

Andrea Neumann :„Unterschieden wird zwischen kontrollierter Beatmung, unterstützender Beatmung und Spontanatmung. Zwischen diesen Beatmungsformen gibt es auch verschiedene Zwischenformen, so z.B. kontrollierte Beatmung mit Spontanatmungsmöglichkeit oder Spontanatmung mit Unterstützung.“

Wie funktioniert eine kontrollierte Beatmung?

Ulrich von Hintzenstern: „Bei einer künstlichen Beatmung wird die Arbeit der Atemmuskulatur durch eine Maschine übernommen. Dazu wird dem Patienten ein Schlauch, ein sogenannter Tubus, in die Luftröhre eingeführt. Zur Einatmung wird über den Tubus Luft in die Lunge gepumpt und die Lunge dehnt sich auf. Nach einer voreingestellten Zeitdauer öffnet sich das Ausatemventil des Beatmungsgerätes und die Luft strömt wieder passiv aus der Lunge.“

Welche Besonderheiten gibt es bei der Beatmung von Patienten mit COVID-19 („Corona“)

Andrea Neumann: „Bei der Beatmung von COVID-19-Patienten werden wir mit allen Problemen der Therapie des akuten Lungenversagens konfrontiert. Die große Herausforderung ist es dabei, die Lunge durch die erforderliche aggressive Beatmung nicht weiter zu schädigen. Mittlerweile existiert ein wissenschaftlich anerkanntes Schema, bei dem durch viele aufeinander abgestimmte Maßnahmen die Beatmung von COVID-19-Patienten mit einer schweren Lungenentzündung festgelegt ist. Eine Maßnahme, die sich in dem Zusammenhang sehr bewährt hat, ist die Bauchlagerung des beatmeten Patienten, durch die u.a. der Gasaustausch der Lunge eindeutig verbessert wird. Wenn sich durch den konzentrierten Einsatz aller intensivmedizinischen Maßnahmen keine Stabilisierung des Gasaustausches beim schweren akuten Lungenversagen erzielen lässt, kann als „allerletzte Rettungsmaßnahme“ die Anlage einer sogenannten extrakorporalen Lungenunterstützung, abgekürzt ECMO, erwogen werden. Dieses Therapieverfahren, bei dem lebensbedrohliche Komplikationen auftreten können, wird nur in spezialisierten Zentren durchgeführt.

Voraussetzung für die Anwendung ist eine kritische Abwägung bezüglich der Prognose der Grunderkrankung, das Ausmaß der Begleiterkrankungen sowie der Wille des Patienten.“

Was ist an dem Vorwurf dran, dass „Corona-Patienten“ besonders häufig sterben, wenn sie beatmet werden?

Ulrich von Hintzenstern: „Schwerstkranke COVID-19-Patienten müssen oft aufgrund eines akuten Lungenversagen beatmet werden, andernfalls würden sie kurze Zeit später sterben. Zusätzlich haben die meisten dieser Patienten noch massive lebensbedrohliche Probleme mit anderen Organen, so z.B. mit dem Herzen oder der Niere. Es liegt auf der Hand, dass sich solche Patienten, die sich in einem absolut kritischen Zustand befinden, häufiger sterben, als gesündere. Was ganz klar betont werden muss: Kein Mensch wird „einfach so“ beatmet, sondern immer nur, wenn es keine sinnvolle Alternative gibt!“.

Hintergrund:.

Bei rund 80 % der Infektionen verläuft die „Corona-Krankheit“ nur mit Fieber oder einer leichten Lungenentzündung; bei etwa 15 % der Fälle verläuft sie schwerer, und in etwa 5 % so kritisch, dass die Patienten intensivmedizinisch behandelt werden müssen.

Forchheim/Ebermannstadt, 8.05.2020 – Ab dem 9. Mai sind Besucher wieder im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz zugelassen. Geschäftsführer Sven Oelkers bittet alle Besucher eindringlich: „Vermeiden Sie unnötige Besuche und beachten Sie die Regeln!“

  • Ein Besucher pro Patienten-/Bewohnerzimmer. Der Besucher des Patienten/Bewohners sollte während des gesamten Klinikaufenthaltes eine gleichbleibende Person aus dem Kreis der Familie sein. Diese Kontaktperson wird vom Patienten/Betreuer festgelegt.
  • Besucher müssen sich am Empfang melden und die ausgefüllte Checkliste einreichen, die hier  verfügbar ist. In Ebermannstadt liegt die Registrierung am Empfang aus.
  • Besuch nur einmal pro Tag max. 30 Minuten
  • Hygienische Händedesinfektion
  • Mund-Nasenschutz anlegen vor Betreten der Gebäude

Patientenzimmer

  • Vor dem Eintritt ins Patientenzimmer hygienische Händedesinfektion
  • Korrekten Sitz des Mund-Nasenschutzes überprüfen
  • Der Patient sollte während des Besuches ebenfalls einen Mund-Nasenschutz tragen, wenn es aus gesundheitlichen Gründen möglich ist
  • Mindestabstand von 1,5 m zum besuchenden Patienten und den Mitpatienten halten
  • Keinen direkten Kontakt mit dem Patienten herstellen
  • Patientenzimmer während des Besuches nicht verlassen

Verlassen der Klinik

  • Besucher melden sich beim Verlassen des Klinikums beim Empfang ab
  • Den ggfs. von der Klinik erhaltenen Mund-Nasenschutz an der Pforte abgeben

Besuchszeiten Forchheim, Krankenhausstraße 10

  • Normalstationen: Besuchszeit von 14.00h – 16.00h
  • Intensivstation: Besuchszeit nach telefonischer Vereinbarung mit der Intensivstation
  • Isolierstation: Keine Besuche möglich

Die Regelungen für  werdende Väter bei der Entbindung, Besucher von  Patienten in einer palliativen Situation und  von Kindern bis zum 12. Lebensjahr bleiben unverändert.

Forchheim, 6.05.2020 – Am fünften Mai war der Welt-Händehygienetag, eine Initiative der Weltgesundheitsorganisation. Händehygiene ist ein einfacher, aber sehr wirksamer Schritt gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz kommt der Hygiene eine sehr hohe Bedeutung zu, und zwar nicht nur in „keimfreien Bereichen“ wie Operationssälen, sondern flächendeckend im gesamten Haus. Welche zusätzlichen Maßnahmen hat das Klinikum ergriffen, um Patienten und Personal vor Infektionen zu schützen?

Viele Orte werden mit bestimmten Gerüchen in Verbindung gebracht. Jugendherbergen mit Hagebuttentee, Sporthallen mit Körperschweiß und Krankenhäuser werden mit dem Geruch von Desinfektionsmittel assoziiert.

Die gründliche Flächendesinfektion ist aber nur eine der zahlreichen Maßnahmen erläutert Hygienefachkraft Annette Drummer: „Das Coronavirus ist ein Erreger von vielen, die hochansteckend sind. Wir erfassen und bewerten auch multiresistente Erreger bei Patienten und agieren dementsprechend, beispielsweise das Bakterium MRSA (methicillin-resistenter Staphylococcus aureus), welches gegen die meisten Antibiotika unempfindlich ist. Für jeden Erreger werden die passenden, wirksamen Mittel eingesetzt“, erläutert sie.

Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts

Um die Übertragungswege von infektiösen Erkrankungen zu unterbrechen, hat die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut Empfehlungen für Krankenhäuser ausgesprochen, die einige Aspekte umfassen, an die der Laie nicht denkt: So gehört zur Hygiene die Art der Unterbringung des Patienten – meist im Einzelzimmer, Tragen von Schutzkleidung, Verwenden von speziellen Desinfektionsmitteln, etc. Die Empfehlungen umfassen Handlungsanweisungen zur Vermeidung der Infektionsübertragung durch Medizinprodukte, Wäsche, Geschirr oder Abfall. Allein der fünf Seiten lange Reinigungs-Desinfektionsplan für die Intensivstation im Forchheimer Klinikum beschreibt genau wer sich, wie oft, wann und womit die Hände desinfizieren muss, wie Instrumente gereinigt werden, wie Blutentnahmekissen, elektronische Fieberthermometer, Schwesternrufanlage, Arbeitsflächen, Untersuchungsstühle und Blutdruckmanschetten nach Benutzung aufbereitet werden müssen. Für jeden Bereich gibt es einen spezifisch abgestimmten Plan, der regelmäßig an die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts angepasst wird.

Händedesinfektion, Schutzkleidung

Durch den coronapandemie-bedingten Mangel hat die persönliche Schutzausrüstung besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Diese trägt das Krankenhauspersonal, wenn es in direkten Kontakt mit an Covid-19 erkrankten Patienten tritt, bestehend aus Atemschutz, Schutzbrille, Schutzhandschuhe, Kittel sowie Haube.

Zur hygienischen Händedesinfektion ist beim Coronavirus der Einsatz begrenzt viruzider Mittel ausreichend.

Beim Intubieren und Extubieren eines Coronapatienten zur künstlichen Beatmung ist besondere Vorsicht ist geboten. Hier ist das Tragen von FFP 2-Masken Pflicht. Die positiv getesteten Patienten werden über einen extra Raum in den Operationssaal eingeschleust. Spezielle Vorrichtungen saugen Keime aus dem OP-Feld, wie z. B. bei der Kauterisierung – der Blutstillung mittels elektrischen Stroms. Nach jeder Operation werden generell alle Flächen gereinigt und desinfiziert – ob mit oder ohne Coronavirus.

Mund-Nasen-Schutz für die Reinigung der Patientenzimmer

Für Manuela Egelseer, die seit 25 Jahren für das Forchheimer Krankenhaus als Reinigungskraft tätig ist, hat sich nicht viel geändert: Sie trägt jetzt den Mund-Nasen-Schutz routinemäßig während der gesamten Arbeitszeit und auf der Coronastation die volle Schutzausrüstung, wenn sie Patientenzimmer reinigt. Einmalhandschuhe, die für jedes Zimmer gewechselt werden, gehörten schon vorher zum Standard. Die Arbeit beginnt um 7.30 Uhr mit dem Abholen des Standzettels und dem Bestücken des Reinigungswagens, der auf der jeweiligen Station steht. Die Schicht endet um 14.30 Uhr. In der Zeit schafft Manuela Egelseer 24 Patientenzimmer und 15 Nebenräume. Für jedes Zimmer gibt es frische Utensilien: die Wischtücher sind rot für die Toilette und gelb für Waschbecken und Dusche im Bad. Es gibt zwei verschiedene Wischmopps – weiß für das Bad und blau-weiß für das Zimmer. Sorgfältig wischt sie alle Flächen mit Desinfektionsmittellösung ab: Türkliniken, Fensterbänke, die Stühle, der Tisch, den Touchscreen am Patientenbett, Schalter, Lampen, Schranktüren, Armaturen. Sie reinigt gründlich die Toilette, wischt den Toilettensitz ab. Der Behälter für das Händedesinfektionsmittel wird ausgetauscht, die Einmalpapierhandtücher aufgefüllt und der Müll rausgebracht. Zuletzt wischt sie den Boden im Zimmer und im Bad, dann geht es weiter zum nächsten Patientenzimmer. Die Räume, in denen ein Patient mit einer ansteckenden Krankheit liegt, werden als letztes geputzt, damit nicht versehentlich Keime verschleppt werden. Umfangreicher ist die Arbeit, wenn ein Patient entlassen wird. Dann wird das gesamte Patientenzimmer leergeräumt und von oben bis unten penibel wischdesinfiziert.

Foto@Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

Manuela Egelseer wischt mit dem Wischmop die Patientenzimmer aus.

Forchheim, 23.04.2020 – Am 26. März wurde Josef K. (74) mit dem Rettungsdienst in das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz eingeliefert. Er war an Covid-19 erkrankt infolge einer Coronavirusinfektion. Vier Tage später verlegte ihn Katrin Wenz, Oberärztin für Innere Medizin und ärztliche Leiterin der Station mit Corona-Patienten, auf die Intensivstation, wo er intubiert an ein Beatmungsgerät angeschlossen wurde und kreislaufunterstützende Medikamente erhielt. Die künstliche Beatmung dauerte eineinhalb Wochen bis einen Tag vor Karfreitag. Eine Woche später wurde Josef K. wieder auf die Normalstation verlegt und am 23. April als geheilt entlassen. Die mehrfachen Testungen auf das Coronavirus sind wiederholt negativ. 

Auf die Frage, was er als erstes tun möchte, wenn er wieder zu Hause ist, zögert Josef K. nicht: „Eine Leberkässemmel essen!“  Der pensionierte Architekt wurde im März informiert, dass er mit einem positiv auf das Coronavirus Getesteten in Kontakt war. Er und seine Lebensgefährtin  ließen sich auf das Virus testen: das Ergebnis war bei beiden positiv. Der 74-Jährige verspürte nicht die üblichen Symptome – Hustenreiz, Verlust des Geruchssinn, Halsschmerzen – aber er fühlte sich mit jedem Tag schlechter: „Mir ging es nicht gut. Ich hatte keinen Appetit.“ Dieser Zustand dauerte drei, vier Tage. Dann kamen Schüttelfrost und hohes Fieber hinzu. Er entschloss er sich, den Notdienst anzurufen und wies beim Anruf auf die Coronavirusinfektion hin.  Außer Bluthochdruck brachte Josef K. keine Vorerkrankungen mit. Der rüstige Senior spielte früher regelmäßig Tennis, fuhr Ski und Fahrrad.

Unzureichende Sauerstoffversorgung

Katrin Wenz beschreibt: „Herr K. hatte bei seiner Ankunft im Klinikum Probleme mit der Atmung. Er wirkte erschöpft, eine Folge der unzureichenden Sauerstoffversorgung.“ Sein Zustand sei kritisch gewesen, als er auf die Intensivstation verlegt wurde. Einige Patienten atmen schneller, vielleicht 30 statt zehn- oder zwölfmal in der Minute. Josef K. litt an einer schweren Lungenentzündung, einer Viruspneumonie. Außerdem entwickelte er eine sogenannte Superinfektion („super“ lateinisch für „über“). Das durch das Virus geschwächte Immunsystem des Patienten wird zusätzlich von Bakterien befallen. „Das hat die Behandlung noch komplizierter gemacht“, so Katrin Wenz. Nachdem der Oberpfälzer die Akutphase überwunden hatte, besserte sich sein Gesundheitszustand von Tag zu Tag. „Gekämpft haben Sie, Herr K.“, lobt die Oberärztin.

Zeitgefühl verloren

An diese Phase kann sich Josef K. nicht erinnern. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren und erinnert sich nur, dass er sich beim Aufwachen ausgeschlafen fühlte. Während er narkotisiert war, habe er sehr intensive Träume gehabt, „wie aus einem James-Bond-Film“. Als angehender Architekt war er selber mit der Planung eines Krankenhausgebäudes beschäftigt gewesen und während der Zeit auf der Intensivstation wähnte er sich in diesem Krankenhaus aus seiner Studienzeit.

„Warum es gerade mich so schwer erwischt hat, weiß ich nicht“, rätselt Josef K. „Vielleicht habe ich eine besonders hohe Virusdosis abbekommen.“ Er warnt: „Man kann im Vorhinein schlecht einschätzen, wie gefährlich, wie stark die Viruserkrankung ist.“

Besuchsverbot und telefonische Auskunft

Er sagt: „Es ist mir und meiner Familie ein besonderes Anliegen dem gesamten Team auf der Intensivstation zu danken für die wertvolle Arbeit und stete Bereitschaft den Angehörigen telefonisch Auskunft über den augenblicklichen Gesundheitszustand zu geben.“

„Wenn man jemanden aufgrund des strikten Besuchsverbots über mehrere Wochen nicht sehen darf, sind vertrauensvolle telefonische Kontakte so wichtig“, erinnert sich die Lebenspartnerin.

Bei seiner Entlassung aus dem Klinikum in Forchheim geht es Josef K. gut. Nach der Verlegung auf die Normalstation habe er am Anfang wenig Appetit gehabt, aber jetzt könne er normal essen und trinken. Bei der Gelegenheit lobt er das „hervorragende“ Essen. „Ich fühle mich wie vorher“, sagt er. Er freut sich darauf seine Partnerin, Kinder und Enkelkinder wiederzusehen und seine Freunde.

Seine Partnerin hat die Covid-19-Erkrankung in einer viel milderen Version überstanden. Die Forchheimerin durchlitt zwei Tage die Symptome „wie bei einer schweren Grippe“. Danach ging es ihr spürbar besser.

Foto@Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

Freude darüber, dass Josef K. das Klinikum als geheilt verlassen kann. In der Mitte: Josef K. v.l. Dr. med. Judith Neglein, Horst Braun, Nadine Abert, rechts: Mareike Nurnus, Oberärztin Katrin Wenz, Ärztlicher Direktor Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann

Forchheim, 25.04.2020 – Bei einer schweren COVID-19 Erkrankung kann die Lunge den lebenswichtigen Austausch mit Sauerstoff im Körper nicht mehr gewährleisten. Der Patient muss künstlich beatmet werden. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz hat durch den Kauf und die Inbetriebnahme von vier neuen komplexen Hochleistungsgeräten seine Kapazitäten auf der Intensivstation erweitert.

Es handelt sich um vier fahrbare Intensivbeatmungsgeräte der Schweizer Firma Hamilton Medical: C3 mit Luftbefeuchter H900 und HighFlow O2, die aufgebaut, geprüft und in Betrieb genommen werden. Anschließend werden Ärzte und Intensivpflegekräfte in die Handhabung unterwiesen.

Der Geschäftsführer des Klinikums, Sven Oelkers, sagt: „Mit der Erweiterung der Ausstattung um vier Beatmungsgeräte und den dann zur Verfügung stehenden zwölf Intensivbetten am Standort Forchheim sind wir gut gerüstet für die weitere Versorgung der COVID-19 Patienten im Landkreis Forchheim. Mein Dank gilt dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege für die schnelle Zusage und finanzielle Unterstützung.“ Dem schließt sich auch Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hermann Ulm an: „Es ist gut zu wissen, dass unser Klinikum für den Ernstfall gut aufgestellt ist. Dafür war auch die Beschaffung der Geräte geboten.“

„Mehr als 300 Beatmungsgeräte wurden bereits an Krankenhäuser in Bayern ausgeliefert, weitere werden in den nächsten Tagen verteilt. Dies geschieht angepasst an die aktuelle COVID-19-Ausbruchssituation vor Ort. Hinzu kommen Geräte, die auf Initiative der Krankenhäuser selbst über eigene Kontakte bestellt wurden, wie im Fall von Forchheim. Für sie übernimmt der Freistaat die Kosten zu 100 Prozent“, erläutert die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml.

„Am 31. März wurden die Geräte von uns beantragt, am 1. April kam die Zusage vom Leitenden Ministerialrat des Referates 22, so dass umgehend die Bestellung erfolgen konnte. Knapp drei Wochen später sind die Gerätschaften einsatzbereit – nicht selbstverständlich in der aktuellen Zeit, wo medizinisches Gerät und Verbrauchsmaterial aufgrund der hohen Nachfrage fast nicht verfügbar sind. Eine große Anerkennung auch für unseren Einkauf am Klinikum unter Leitung von Herrn Oliver Amon, der durch sein Engagement die schnelle Beschaffung ermöglicht hat,“ so Geschäftsführer Sven Oelkers.

Zur Ausstattung einer Intensivstation gehören neben einem Beatmungsgerät Monitore, an denen die Vitaldaten des Patienten abgelesen werden können, Spritzen-, Infusionspumpen und natürlich erfahrenes Fachpersonal. „Diesem sei an der Stelle ganz herzlich gedankt für den tollen Einsatz in diesen ungewöhnlichen Zeiten“, sagt Sven Oelkers.

Der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann, betont: „Obwohl sich aktuell die Dramatik dieser Pandemie abschwächt, gilt es weiterhin wachsam zu bleiben. Die zusätzlichen Beatmungsgeräte tragen dazu bei, dass wir für eine mögliche zweite Coronawelle noch besser aufgestellt sind.“

Dr. med. Ulrich von Hintzenstern, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Standort Forchheim, erläutert: „Je schwerer das Lungenversagen infolge einer Coronavirus-Infektion ist, desto invasiver muss die Beatmung sein, d.h. der Patient wird kontrolliert beatmet ohne Eigenatmungsanteil. Mit diesen neuen Beatmungsgeräten können sämtliche modernen invasiven und nichtinvasiven Beatmungsformen durchgeführt werden.“

Bei der nicht-invasiven Beatmung wird die eigenständige Atmung mit einer Überdruckmaske (CPAP – continuous positive airway pressure) unterstützt. Diese Form der Beatmung ist für viele kritische Corona-Patienten sehr hilfreich und man benötigt keine Narkose.

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz hat sich für diesen Modelltyp entschieden, weil die Intensivstation bereits über ein Intensivbeatmungsgerät der Firma Hamilton verfügt.

Ulrich von Hintzenstern erklärt: „Von allen bisher vorhandenen Intensivbeatmungsgeräten zeichnet sich dieses Gerät durch die intelligenteste und zukunftsorientierte Technologie aus. Daher war es unser Ziel, die zusätzlichen Bettplätze am Standort Forchheim mit Geräten dieser Technologie auszustatten, um alle Formen von Beatmungsproblemen von Intensivpatienten inkl. des akuten Lungenversagens, wie sie z.B. im Zusammenhang mit einer schweren „Corona-Infektion“ entstehen können, optimal therapieren zu können.“

Theoretisch können im Klinikum am Standort Forchheim 270 Plätze an die Sauerstoffleitungen angeschlossen werden. Der Druck genügt, um maximal 130 Patienten gleichzeitig zu beatmen. Der Inhalt des Sauerstofftanks mit einem Volumen von 5.145 kg Sauerstoff reicht aus, um zwölf Patienten ca. 22 Tage ununterbrochen mit 100 prozentigem O2 zu beatmen, wenn kein zusätzlicher Verbrauch stattfindet.

Hintergrund: 

  • Täglich tagt im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz das Krisenteam, bestehend aus Geschäftsführung, Chefärzten, Pflegeleitung und Hygienebeauftragten, um die aktuelle, sich stetig ändernde Informationslage für die Planung des Pandemiefalls zu berücksichtigen. „Wir bereiten uns, unter den täglich wechselnden Rahmenbedingungen, bestmöglich auf die Versorgung der COVID-19 Patienten vor“, sagt der Geschäftsführer, Sven Oelkers.
  • Neueinteilung der Stationen: Bei der logistischen Neueinteilung der Stationen hatte die strikte Trennung der positiv auf den Coronavirus Getesteten von den Verdachtsfällen und den Nichtinfizierten oberste Priorität. Eine Station ist zur Isolierstation umgewandelt worden. Dort werden die bestätigten Verdachtsfälle unabhängig vom Fachgebiet aufgenommen.
  • Eine zweite Station ist zu einer weiteren Isolierstation umgewandelt worden. Dort werden die ungeklärten Verdachtsfälle behandelt, bis ein positives oder negatives Ergebnis vom Labor vorliegt.
  • Auf der Intensivstation werden auch die COVID-19 Patienten intensivmedizinisch versorgt. Die Anzahl der Intensivbetten mit Beatmungsgeräten wurde in den Planungen von acht Plätzen mit 7 Beatmungsgeräten auf zwölf Plätze erhöht.
  • Klinikumsmitarbeiter schützen: Um zu verhindern, dass sich Mitarbeiter des Klinikums anstecken, wird Personal, welches vom Gesundheitsamt als Kontaktperson der ersten Kategorie (direkter ungeschützter Kontakt mit positiven Fall, mindestens 15 Minuten) eingestuft wurde, grundsätzlich auf SARS-CoV-2 untersucht und ist für 14 Tage nach Kontakt zur erkrankten Person häuslich abzusondern, auch wenn die betroffene Person keine Symptome entwickelt.
  • Aktuelle Zahlen: 197 Infizierte im Landkreis Forchheim, davon sind bereits 150 genesen; aktuell befinden sich im Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz zwei Personen auf der Normalstation und eine Person auf der Intensivstation

Foto @Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz  „Installation Beatmungsgeräte Aufwachraum“ (v.l. Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, Dr. Ulrich von Hintzenstern, Gesundheitsministerin Melanie Huml, Geschäftsführer Sven Oelkers)

Forchheim, 20.04.2020 – Seit Mitte April nimmt die Geburtshilfe am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz werdende Mütter wieder zur Entbindung auf. Vom 30. März bis 15. April war die Geburtshilfe als Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der Mütter und Mitarbeiter geschlossen, da vier Hebammen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Alle Entbindungen, die im Zeitraum vor der Schließung stattgefunden haben, sind negativ getestet und symptomfrei. In der ersten drei Tagen der Wiedereröffnung fanden bereits sechs Geburten im Klinikum Standort Forchheim statt, davon zwei Kaiserschnitte.

Dr. med. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, unterstreicht: „Wir sind sehr erleichtert und froh, dass es allen betroffenen Mitarbeiterinnen besser geht.“ Während der Schließung wurden alle Hebammen und Mitarbeiter im Zweitagesabstand auf das Virus getestet. Nur die Negativgetesteten dürfen weiter in der Geburtshilfe und Neugeborenen Station arbeiten. „Wir erhalten die Testergebnisse von dem Labor, mit dem wir schon lange zusammenarbeiten, innerhalb von 24 Stunden und können so sehr zügig und zuverlässig eine mögliche Ansteckungsgefahr überprüfen“, so Stefan Weingärtler.

Von Japan nach Forchheim

Der kleine Rei Watanabe ist eines der beiden Kaiserschnittbabys. Er kam am 16. April um 8.32 Uhr mit 3.190 Gramm auf die Welt und ist der Jüngste von drei Kindern. Die Familie Watanabe stammt aus Japan, aus der Präfektur Kanagawa bei Tokio. Der Vater arbeitet für ein großes Medizintechnikunternehmen in Forchheim. Eigentlich war die Mutter Masami wegen der Schließung zur Entbindung bei einem anderen Krankenhaus registriert. Aber kurzentschlossen wechselte sie wieder zum Klinikum in Forchheim, weil sie in der Nähe der Familie sein wollte.

Partner dürfen bei der Geburt dabei sein

Stefan Weingärtler erklärt: „Auch während der Corona-Pandemie möchten wir den Partnern die Erfahrung der Geburt ihres Kindes nicht vorenthalten. Sie dürfen bei der Geburt dabei sein. Eine Ausnahme ist der Kaiserschnitt. Hier darf der Partner leider nicht mit in den Operationssaal.“ Vorher muss er/sie die Besuchercheckliste, die online auf der Homepage des Klinikums www.klinikum-forchheim.de steht, ausfüllen und am Empfang abgeben – Leiden Sie aktuell unter akuten Atemproblemen, Husten, Schnupfen, Krankheitsfühl, Fieber über 37,9 ° C? Hatten Sie in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einem bestätigten Corona-Infizierten? Erst wenn alle Fragen verneint werden ist ein Eintritt ins Krankenhaus möglich. Das Tragen von einem Mund-Nase-Schutz während des Aufenthalts im Gebäude ist eine Voraussetzung. Sogar eine Unterbringung im Familienzimmer ist möglich, wenn die Kapazitäten ausreichen. „Bleiben Sie, wenn möglich, als geschlossene kleine Familie in dem Familienzimmer, laufen Sie nicht im Haus umher“, bittet der Frauenarzt Weingärtler.

Partnerbesuch der Wöchnerin ist erlaubt

Die Wöchnerinnen dürfen ebenfalls vom Partner besucht werden: Ein Mal pro Tag ohne eine zeitliche Begrenzung. „Mit der ‚Einmal-pro-Tag-Regelung‘ wollen wir vermeiden, dass die Partner ständig kommen und gehen. Auch die U2 Untersuchungen können in den Familien- oder Wöchnerinnen-Zimmern durchgeführt werden, um Menschenansammlungen im Kinderzimmer zu vermeiden. Dies liegt aber im Ermessen des Kinderarztes“, erläutert Stefan Weingärtler.

Hintergrund: 2019 wurden 717 Kinder im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz geboren. Wiederholt wurde die Geburtshilfe des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz im Klinikcheck der Nürnberger Zeitung als ‚Top-Performer‘ ausgezeichnet.

Foto: Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz – Masami und der kleine Rei Watanabe einen Tag nach der Geburt.

Forchheim, 17.04.2020 – Für Patienten, die mit einem Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion in das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz stationär aufgenommen werden, ist die Situation auf der Intensiv- sowie auf den Isolierstationen am Standort Forchheim teilweise belastend und geprägt von Ungewissheit. Auch der persönliche Kontakt zu Ärzten und Pflegekräften gestaltet sich schwieriger, weil das medizinische Personal komplett vermummt ist mit FFP-Maske, Schutzbrille oder -visier, Kopfbedeckung, Schutzanzug und Einmalhandschuhen, entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Die Gesichter sind nicht zu erkennen, die Mimik kann man nur an den Augen ablesen.

Zwei Krankenschwestern und eine Ärztin der Intensivstation haben sich spontan entschlossen, ein Porträtfoto von sich über dem Schutzanzug zu tragen und sich auf einem Gruppenfoto als ‚Corona-Truppe im Schutzanzug mit einem Lächeln im Gesicht‘ zu präsentieren. Mit dieser Aktion wollen sie allen ‚Corona-Patienten‘ Mut machen und zeigen, dass hinter jedem Klinikmitarbeiter in Schutzkleidung ein Mensch steckt, der sich mit positiver Energie dafür einsetzt, dass die ‚Corona-Patienten‘ wieder gesund werden!

Hintergrund: Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz hat am Standort Forchheim zwei Isolierstationen mit je 40 Betten eingerichtet. In der einen Station werden Verdachtsfälle bis zum Vorliegen des Testergebnisses untergebracht, in der anderen bestätigte Fälle.

Bildunterschrift: Die beiden Krankenschwestern und die Ärztin mit Porträtfotos.

Forchheim 11.04.2020 – Carmen Ziegler, die auf der Station mit den Coronaviruspositiven Patienten als Krankenschwester arbeitet, freut sich über den Besuch ihres Cousins im Forchheimer Krankenhaus. Das ist Prof. Dr.-Ing. Dietmar Drummer, Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Kunststofftechnik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er lässt es sich nicht nehmen die ersten 1.000 Schutzbrillen, die an seinem Lehrstuhl produziert wurden, persönlich während der Osterfeiertage in seiner Geburtsstadt Forchheim auszuliefern. Brillen, die auf der Station von Carmen Ziegler dringend benötigt werden.

Eigentlich forschen die Wissenschaftler an dem Lehrstuhl zu Themen der additiven Fertigung, Faserverbundkunststoff, Leichtbau und Verbindungstechniken, aber im Moment stellen Doktoranden, Studenten, Verwaltungsmitarbeiter, technische und wissenschaftliche  Mitarbeiter im 3-Schicht-System 6.000 bis 8.000 Schutzbrillen pro Tag her, an sieben Tagen pro Woche. Unterstützung erhalten sie von vielen Helfern aus dem Department Maschinenbau und der Mechanik- und Elektronikwerkstatt der Technischen Fakultät, der Neue Materialien Fürth GmbH, dem Bayerischen Polymerinstitut sowie von der Universitätsleitung und dem Personalrat.

Hilferuf der Klinik war Auslöser

Auslöser für die Umstellung des Lehrstuhls, der seit dem 9. April bereits 30.000 Brillen produziert hat, war ein Hilferuf des Universitätsklinikums Erlangen. Schutzbrillen und – masken, die dem Krankenhauspersonal für die Versorgung von an COVID-19 Erkrankten vom Robert-Koch-Institut empfohlen werden, sind am Markt nur noch schwer erhältlich. Die Corona-Pandemie hat für alle Krankenhäuser zu Versorgungsproblemen mit allen Teilen, die zur Schutzausrüstung gehören, geführt. Dr. med. Ulrich von Hintzenstern, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, erfuhr von der inneruniversitären Hilfestellung zwischen Lehrstuhl und Erlanger Klinikum und fragte kurzerhand an, ob nicht auch das Akademische Lehrkrankenhaus der Friedrich-Alexander-Universität – das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz – beliefert werden könne. Am gleichen Tag stand der Liefertermin für zwei Tage später fest.

Prokurist Oliver Amon, der am Standort Forchheim für das Klinikum u.a. den zentralen Einkauf leitet, weiß ein Lied von der erschwerten Beschaffung in Corona-Zeiten zu singen: „Wir brauchen eigentlich alles, was zu der persönlichen Schutzausrüstung gehört: FFP3- Atemmasken, Schutzanzüge und Mund-Nasen-Schutz sind besonders knapp. Wir benötigen Margen in der Größenordnung von 5.000 bis 20.000 Stück und dauerhafte, verlässliche Lieferketten. Die Schutzbrillen vom Lehrstuhl für Kunststofftechnik sind uns eine große Hilfe. Vielen Dank für die Unterstützung und Solidarität in diesen schwierigen Zeiten! Mit den Brillen sind unsere Pflegekräfte und Ärzte auch weiterhin sehr gut ausgestattet, denn unsere Mitarbeiter sind das wichtigste Hab und Gut bei der Bewältigung der Krise. Die gilt es zu schützen.“

Die Hilfe bleibt in der Familie – im Großen wie im Kleinen

Dietmar Drummer ist es wichtig, dass ein Akademisches Lehrkrankenhaus beliefert wird: „Dann bleibt es sozusagen ‚in der Familie‘, denn wir können im Moment ausschließlich das Universitätsklinikum beliefern, prüfen aber, inwieweit wir auch darüber hinaus unterstützen können“, sagt er. Der 48-Jährige versteht die kurzfristigen Produktionsaktivitäten des Lehrstuhls als temporäre Nothilfe, um eklatante Lücken zu schließen. Bei den Brillen handele es sich nicht um ein marktgängiges Produkt, sondern um eine Soforthilfe. „Neben der gerade angelaufenen Eigenproduktion bauen wir Netzwerkstrukturen auf, so dass in wenigen Wochen die Industrie übernehmen kann.“

Bei der Entwicklung des Prototypens standen die Eigenschaften ‚kostengünstig‘, ‚in hohen Stückzahlen, schnell produzierbar‘ und ‚Wegwerfartikel zur Vermeidung möglicher Infektionsketten‘ im Vordergrund. „Mithilfe des 3-D-Drucks konnten wir nicht in den gewünschten Mengen produzieren, deshalb haben wir auf spritzgegossene Teile und lasergeschnittene Folien zurückgegriffen“, erläutert Dietmar Drummer.

Prof. Dr.-Ing. Dietmar Drummer wurde 1971 in Forchheim geboren. Er gehörte zum ersten Jahrgang, der 1990 am neu gegründeten Ehrenbürg-Gymnasium seine Abiturprüfung ablegte. Nach dem Abschluss seines Studiums der Fertigungstechnik mit Schwerpunkt Kunststofftechnik und Höherer Mechanik arbeitete er von 1997 bis 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am LKT im Bereich der Mehrkomponentenspritzgießtechnik und Hochgefüllter Kunststoffe. Dort war er zuletzt als Oberingenieur und Stellvertreter des damaligen Lehrstuhlinhabers, Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Gottfried W. Ehrenstein, tätig. Er promovierte schließlich zum Thema „Verarbeitung und Eigenschaften kunststoffgebundener Dauermagnete“ im Oktober 2004 und erhielt für diese ausgezeichnete Arbeit im März des darauf folgenden Jahres den Promotionspreis der Technischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg. Anschließend wechselte Prof. Drummer in den industriellen Bereich. Seit 2004 leitete er das Technologiemanagement der Oechsler AG und war als Prokurist verantwortlich für die Aufgabengebiete Technologiemanagement, Verfahrensentwicklung, Technisches Angebotswesen, Materialprüfung, Marketing und PR sowie Patente. Gleichzeitig war er Lehrbeauftragter der Universität Erlangen-Nürnberg. Von April 2004 bis Oktober 2007 führte er die Lehrveranstaltungen im Bereich der Kunststofftechnik zum Thema „Einführung in die Produktionstechnik“ und anschließend zum Thema „Qualitätssicherung beim Spritzgießen“ durch. Seit 1. Mai 2009 ist er als Nachfolger von Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg Inhaber des Lehrstuhls für Kunststofftechnik der Universität Erlangen-Nürnberg. Quelle: https://www.lkt.tf.fau.de/das-team/aktuelle-mitarbeiter/drummer-dietmar/ Homepage Lehrstuhl für Kunststofftechnik

Foto: Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz; Bildunterschrift: v.l. Prokurist Oliver Amon dankt Prof. Dr. Dietmar Drummer für die 1000 Schutzbrillen.

Forchheim, 10.04.2020 – Unsere Geburtshilfe kann voraussichtlich wie geplant am 15.04.2020 wieder starten. Leider finden im Moment keine Informationsabende ‚Geburtshilfe“ statt. Deshalb haben wir dieses kleine Video gedreht und laden ein zu einer virtuellen Kreißsaalführung.

Kreißsaalführung

Forchheim, 30.03.2020 – Aufgrund eines bestätigten COVID-19 Falles ist die Geburtshilfe am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz bis nach Ostern geschlossen. Dr. med. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Fachabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe, im Interview:

Herr Dr. Weingärtler, war dieser Schritt – die Schließung der Geburtshilfe – notwendig und wenn ja, warum dann nur zwei Wochen?

Dr. Stefan Weingärtler: Wir haben die Geburtshilfe für Neuaufnahmen geschlossen als reine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der werdenden Mütter und der Mitarbeiter.

Während der nächsten vierzehn Tage werden alle Mitarbeiter, die Patientenkontakt haben, mehrmals getestet, so dass wir nach Ablauf dieser Zeit sehr sicher sein können, dass die Mitarbeiter, die die Schwangeren und Wöchnerinnen betreuen, nicht das Coronavirus weitergeben können. Zu Geburtsanmeldungen für die Zeit danach steht jedoch täglich von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr eine Hebamme im Kreißsaal telefonisch zur Verfügung (Telefonnummer 09191 610 334).

Sind Schwangere durch das Coronavirus stärker gefährdet?

Ich beziehe mich in meinen Antworten auf die neuesten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Demnach scheinen Schwangere dem Coronavirus (SARS-CoV-2) nicht exponierter zu sein als alle anderen. Wir gehen davon aus, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome aufweist, vorausgesetzt es liegen keine Herz- oder Lungenerkrankungen vor.

Was gilt, wenn Schwangere engen Kontakt zu Personen hatten, die auf COVID-19 positiv getestet wurden?

Diese wenden sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen telefonisch an ihr zuständiges Gesundheitsamt oder rufen den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117, sowie Ihren Frauenarzt/ärztin. Dieser klärt über alle weiteren Maßnahmen auf. Wir haben unsere betroffenen Patientinnen bereits selbst informiert und an das Gesundheitsamt weitergeleitet. Sie werden dann automatisch vom Gesundheitsamt kontaktiert.

Das SARS-CoV-2 ist ein Virus, das Symptome wie Fieber, trockenen Husten und Abgeschlagenheit verursacht. Auch Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost können auftreten. Die Erkrankung wird von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Zeit von Ansteckung zum Erkrankungsbeginn kann 14 Tage betragen, im Mittel 5 bis 6 Tage. Die Diagnose wird mit einem Abstrichbefund aus dem Mund- und Rachenbereich gestellt. Aktuell sind noch keine Behandlungsmöglichkeiten oder Impfungen bekannt.

Was sollen Schwangere tun, wenn diese positiv auf das Coronavirus getestet wurde?

Wenn werdende Mütter positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sollten diese sich telefonisch an den Frauenarzt wenden und mit diesem die Diagnose besprechen. Wenn sie keine oder leichte Symptome haben und keine Risikofaktoren für Komplikationen bei ihnen oder weiteren Personen im Haushalt vorliegen (z. B. relevante chronische Grunderkrankungen), bleiben sie unter Betreuung durch einen behandelnden Arzt isoliert zu Hause.

Welche Auswirkungen hat eine diagnostizierte Infektion auf das Ungeborene?

Es gibt weder Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten noch darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übertragen werden kann. Allerdings ist die Datenbasis sehr klein. Bei den bisher dokumentierten Schwangerschaften war keines der Neugeborenen infiziert. Es wurden keine Auffälligkeiten bei Mutter und Kind berichtet.

Was sollen isolierte werdende Mütter tun?

Schwangere, denen geraten wurde, sich selbst zu isolieren, sollten im Haus bleiben und 14 Tage lang den Kontakt mit anderen vermeiden. Das Robert Koch Institut (RKI) gibt konkrete Anweisungen unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/ambulant.html.

Was ist mit vorgeburtlichen Terminen in der Selbstisolation bei einer möglichen beziehungsweise bestätigten Coronavirus-Infektion?

Die zuständige Frauenärztin bzw. der Frauenarzt erwägt, ob der routinemäßige vorgeburtliche Termin ohne Schaden für Mutter und/oder Kind heraus gezögert werden kann, bis die Isolation endet.

Wenn der Termin nicht warten kann, werden die erforderlichen Vorkehrungen getroffen, damit die Schwangere den Termin wahrnehmen kann.

Wie wirkt sich eine bestätigte Infektion mit COVID-19 auf die Geburt aus?

Es gibt bis jetzt keine Anhaltspunkte dafür, dass nicht vaginal entbunden werden kann. Wenn eine Atemwegserkrankung vorliegt, kann eine Kaiserschnittgeburt erforderlich sein. Generell empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), einen Kaiserschnitt nur dann durchzuführen, wenn dies medizinisch gerechtfertigt ist. Frauen mit Verdacht auf oder mit bestätigter Coronavirus- Infektion können auch eine PDA haben. Das Klinikum Forchheim- Fränkische Schweiz verwendet kein Lachgas, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Was passiert, wenn die Wehen während der Selbstisolation einsetzen?

Bitte im Kreißsaal des Klinikums anrufen, auf die vermutete oder bestätigte Coronavirus-Infektion hinweisen und sich vom Geburtsteam beraten lassen.

Kann das Coronavirus auf das Neugeborene übertragen werden?

Bis jetzt ist darüber noch wenig bekannt. Schwangere in einer Studie, bei denen im dritten Schwangerschaftstrimester eine Coronavirus- Infektion diagnostiziert wurde, haben das Virus im Mutterleib nicht an ihre Babys weitergegeben.

Wird das Neugeborene auf Coronavirus getestet?

Ja, wenn zum Zeitpunkt der Geburt des Babys ein Coronavirus bei der Mutter vermutet oder bestätigt wurde, wird das Kind auf Coronavirus getestet.

Kann die Mutter beim Baby bleiben, wenn das Coronavirus bei ihr vermutet oder bestätigt wird?

Ja, wenn sie das möchte unter der Voraussetzung, dass es dem Baby gut geht. Diese Empfehlung kann sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.

Ist stillen erlaubt?

Ja. Im Moment gibt es keine Hinweise darauf, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Die Vorteile des Stillens überwiegen die potenziellen Risiken einer Übertragung des Coronavirus. Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie sorgfältiges Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch das Tragen eines Mundschutzes eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern. Diese Empfehlung kann sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.

Forchheim 29.03.2020 – Aufgrund eines Verdachtsfalles einer Covid-19 Infektion wird die Geburtshilfe am Standort Forchheim vorläufig für mehr als zwei Wochen geschlossen, bis einschließlich dem 14. April 2020.

Gebärende, die stationär aufgenommen sind oder die bereits entbunden wurden, werden weiter im Klinikum behandelt. Eine Hebamme hat sich möglicherweise extern mit dem Coronavirus angesteckt. Zum Schutz der werdenden Mütter und der Mitarbeiter hat sich das Klinikum entschieden, die Abteilung Geburtshilfe vorübergehend zu schließen, damit alle Mitarbeiter aus dem Bereich, die direkten Patientenkontakt haben, getestet werden können und die Ergebnisse vorliegen.

Für werdende oder frisch gebackene Mütter: Das Gesundheitsamt setzt sich mit Ihnen in Verbindung, falls Sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten. Diejenigen, die bereits einen Termin haben, werden vom Klinikum kontaktiert.

Forchheim, 27.03.2020 – Für die Seelsorger und Mitarbeiterinnen des ökumenischen Besuchsdienstes ist es momentan nicht möglich, Patientinnen und Patienten auf den Stationen im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz zu besuchen und im persönlichen Gespräch zu begleiten. Auch die regelmäßigen Gottesdienste in der Kapelle entfallen.

Die beiden Seelsorger, Pastoralreferent Dietmar Denzler und Pfarrer Ulrich Bahr, unterstreichen die Bedeutung von persönlichen Gesprächen: „In Freud und Leid, in Krankheit und Sorge, sind Menschen miteinander verbunden. In Gesprächen hilft uns das Erzählen, das Zuhören und einfach Nähe und Wohlwollen zu spüren. Derzeit ist körperliche Nähe außerhalb der Familie praktisch nicht mehr möglich wegen der Sorge um die Lungenkrankheit Covid-19. Hilfreich kann hier ein Gespräch am Telefon sein. Im persönlichen Gespräch weitet sich der Blick. Für diese telefonische Seelsorge möchten wir für Sie da sein.“ Ihr Angebot richtet sich auch explizit an die Mitarbeiter des Klinikums.

Die beiden Seelsorger sind in dieser Zeit für Patienten/innen, Angehörige und Mitarbeiter telefonisch erreichbar:

Pastoralreferent Dietmar Denzler: täglich 14.00 – 17.00 Uhr, Tel. 0176 – 55470438

Pfarrer Ulrich Bahr: täglich Tel. 09131-43467 (hier meldet sich evtl. der Anrufbeantworter, auf dem ein Rückrufwunsch hinterlassen werden kann)

Die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden und Pfarreien in Forchheim bieten darüber hinaus auf ihren Internetseiten vielfältige geistliche Impulse und Andachten an, die Trost und Ermutigung in dieser außergewöhnlich schwierigen Zeit bieten möchten.

https://ssb-fo-mitte.de/corona-angebote
https://www.forchheim-evangelisch.de/online-andachten-und-geistliche-impulse

Forchheim, 23.03.2020 – Täglich tagt im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz das Krisenteam, bestehend aus Geschäftsführung, Chefärzten, Pflegeleitung und Hygienebeauftragten, um die aktuelle, sich stetig ändernde Informationslage für die Planung des Pandemiefalls zu berücksichtigen. „Wir bereiten uns unter den täglich wechselnden Rahmenbedingungen bestmöglich auf die Versorgung der COVID-19 Patienten vor“, sagt Geschäftsführer Sven Oelkers.

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landkreises Forchheim steht in ständigem Kontakt mit dem Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz. Landrat Dr. Hermann Ulm: „Es ist gut zu wissen, dass die Strukturen im Landkreis funktionieren. Die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Institutionen arbeiten überaus engagiert und besonnen. Danke jedem Einzelnen dafür.“

In einem Schreiben lobt Geschäftsführer Sven Oelkers die Teamleistung und Flexibilität aller Berufsgruppen, die in den nächsten Wochen die Herausforderung der aktuellen Corona-Situation meistern müssen.

Neueinteilung der Stationen
Bei der logistischen Neueinteilung der Stationen hatte die strikte Trennung der positiv auf den Coronavirus Getesteten von den Verdachtsfällen und den Nichtinfizierten oberste Priorität.
Eine Station mit 40 Betten ist in einem ersten Schritt zur Isolierstation umgewandelt worden. Dort werden Verdachtsfälle bis zum Vorliegen des Testergebnisses untergebracht. Im Moment sind dort fünf Patienten stationär untergebracht. Bestätigte Verdachtsfälle werden auf einer weiteren geschlossenen Isolierstation mit weiteren 40 Betten unabhängig vom Fachgebiet aufgenommen. Die Patienten, die nicht infiziert sind, werden dann auf die normale, jeweils spezialisierte Station des Fachbereiches verlegt.

In der Station der Unfallchirurgie sind auch die Patienten der Allgemeinchirurgie untergebracht. Auf der Intensivstation werden auch die COVID-19 Patienten intensivmedizinisch versorgt. Dort wird im Moment ein Patient behandelt. Die Anzahl der Intensivbetten mit Beatmungsgeräten wird in den Planungen auf zwölf erhöht. „So sind wir sehr gut für zukünftige Fälle und Entwicklungen vorbereitet“ so Prof. Gschossmann, Ärztlicher Direktor.

Schutz der älteren Menschen am Standort in Ebermannstadt
Am Klinikstandort in Ebermannstadt sollen keine Coronaverdachtsfälle aufgenommen werden. Im Pflegezentrum und in der geriatrischen Abteilung sind dort nämlich genau die Personen untergebracht, die zur Risikogruppe zählen.

„Zusätzlich wurde ein flexibler Personalpool zusammengestellt, der abhängig vom Aufkommen der Coronavirusinfizierten variabel eingesetzt werden kann. In dieser außergewöhnlichen Situation arbeiten wir eng zusammen, um bestens vorbereitet zu sein und gemeinsam alles zum Wohl der Bevölkerung unseres Landkreises zu tun“ so einstimmig Landrat Dr. Hermann Ulm und Geschäftsführer Sven Oelkers.

Forchheim, 17.03.2020 – Auszug aus der Pressemitteilung des Landkreis Forchheim:

Aktuell acht bestätigte Fälle im Landkreis
Im Landkreis Forchheim gibt es vier weitere bestätigte Fälle. Alle Personen befinden sich in Quarantäne. Eine Person ist aktuell im Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz.
Das Klinikum hatte bereits eine Infektionsstation in Vorbereitung der Corona-Situation eingerichtet. Dort wird der positiv getestete Patient entsprechend medizinisch versorgt. „Es gelten alle Hygiene- und Quarantänemaßnahmen, die für solch einen Fall vorgesehen sind. Mit der Situation wird verantwortungsvoll umgegangen, es besteht momentan kein Anlass zur Beunruhigung“ erklärt der Ärztliche Direktor des Klinikums Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann.
Alle Kontaktpersonen wurden bereits vom Gesundheitsamt verständigt und befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Besuch in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Seniorenheimen
Für das Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz gilt an beiden Standorten in Forchheim und Ebermannstadt ein generelles Besuchsverbot. Dies gilt auch für alle Pflegeeinrichtungen und Seniorenheime im Landkreis Forchheim. Besuche werden verboten, um ältere und kranke Menschen zu schützen.

Forchheim, 9.03.2020 – Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz hat ein Coronavirus Arbeitsteam bestehend aus Ärzten, Pflegern und Hygiene-Verantwortlichen zusammengestellt und eine Informationsansage unter der Nummer 09191- 610600 eingerichtet.

Das SARS-CoV-2 ist ein Virus, das Symptome wie Fieber, trockenen Husten und Abgeschlagenheit verursacht. Auch Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost können auftreten. Die Erkrankung wird von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Zeit von Ansteckung zum Erkrankungsbeginn kann 14 Tage betragen, im Mittel 5 bis 6 Tage.

Begründete Verdachtsfälle sind Personen mit oben genannten Symptomen und Aufenthalt in einem Risikogebiet in den letzten 14 Tage vor Symptombeginn oder mit direktem ungeschützten Kontakt zu einem bestätigten COVID-19 Patienten. Diese Personen sollen gemäß RKI-Richtlinie zuhause bleiben und sich umgehend telefonisch mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefon­nummer 116 117 kontaktieren. Sie werden beraten und das weitere Vorgehen besprochen. Die Kassenärztliche Vereinigung stellt unter 116117 bei Bedarf einen Fahrdienst zur Verfügung, der zu Hause den Abstrich vornimmt.

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz befolgt die aktuellen Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI), die täglich aktualisiert werden. Siehe www.rki.de

Es werden am Klinikum keine Abstriche ohne Vorliegen eines begründeten Verdachts vorgenommen. Patienten mit begründetem Coronainfektionsverdacht oder vom Gesundheitsamt vorgestellte Patienten bitten wir, sich am Ambulanzeingang neben dem Haupteingang an der Klingel zu melden und nicht das Wartezimmer zu betreten. Mitarbeiter der Pflege leiten die Personen dann zum Abstrich weiter.

Auch das Bundesministerium für Gesundheit hat eine Hotline für Fragen von Bürgern zu dem Thema eingerichtet. Diese ist unter 030 346465100  und für Auslandsrückkehrer laut Homepage des RKI unter 0800 0117722 erreichbar.

In der allgemeinen Bevölkerung sind die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz sowie zum Schutz von anderen Personen vor der Ansteckung mit Erregern respiratorischer Infektionen eine gute Händehygiene, richtiges Husten und Niesen und das Einhalten eines Mindestabstandes (ca. 1 bis 2 Meter) von krankheitsverdächtigen Personen.

Forchheim, 7.03.2020 – Bei knapp 100 Ausstellern auf der 20. Ausbildungsmesse war auch die Berufsfachschule für Pflege erfolgreich vertreten.

Forchheim 28.02.2020 – Die langfristige Sicherung einer leistungsfähigen medizinischen Grund- und Notfallversorgung im ländlichen Raum war Thema eines Fachgesprächs im Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz. Parl. Staatssekretär MdB Thomas Silberhorn (CSU) hatte dazu den für Gesundheitspolitik zuständigen stellv. Vorsitzenden der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, MdB Dr. Georg Nüßlein (CSU), eingeladen.

Margit Hallmann, Prokuristin am Standort Forchheim, und Ulla König, Prokuristin und Standortleiterin in Ebermannstadt, sowie die Ärztlichen Direktoren Prof. Dr. med. Gschossmann und Prof. Dr. med. Eberhard Kuon informierten über die Situation der Kliniken Forchheim und Ebermannstadt, den Fachkräftemangel und die Belastung durch steigenden bürokratischen Aufwand. Auf Kritik stieß die Reform des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Ein Dialog auf Augenhöhe sei zwischen dem MDK und der Klinik kaum möglich.

„Was die Kliniken vor allem brauchen, ist Planungssicherheit“, sagte Dr. med. Bernhard Drummer, Chefarzt der Fachabteilung für Allgemeinchirurgie.
„Immer rigidere Regulierungen und Vorgaben, die zu noch mehr Bürokratie führen, erschweren uns die Arbeit und binden Personal“, so Drummer. Für mehr Eigenverantwortung der Kliniken plädierte in diesem Zusammenhang auch MdB Thomas Silberhorn. „Wir müssen die Kliniken mit den erforderlichen Ressourcen, aber auch mit Vertrauen ausstatten, um eine qualitativ hochwertige und flächendeckende medizinische Versorgung zu gewährleisten“, sagte der Abgeordnete.

Neben weiteren Vertretern der Klinik nahmen auch Landrat Dr. Hermann Ulm, MdL Michael Hoffmann und Udo Schönfelder, Vorsitzender der CSU- Stadtratsfraktion in Forchheim, an dem Gespräch teil. MdB Dr. Nüßlein bedankte sich bei den Ärzten und der Leitung für den offenen Austausch. „Es ist unheimlich wichtig, zu sehen, wie Gesetze in der Praxis wirken und angewendet werden“, sagte Dr. Nüßlein. „Ich nehme viele wichtige Anregungen mit nach Berlin.“

Forchheim, 9.3.2020 – Obwohl zusätzliche Stühle in den Konferenzraum gestellt wurden, reichte der Platz nicht aus für die mehr als 100 Interessierten, die den Vortrag von Dr. med. Ulrich von Hintzenstern, Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, hören wollten. Der Vortrag stellt verschiedene Denkansätze zum Tod und damit auch zum Leben vor. Ulrich von Hintzenstern möchte zum Nachdenken anregen, denn „den Tod hat noch keiner überlebt. Er tritt zu 100 Prozent ein!“

Die Inspiration für den Vortragstitel erhielt der Anästhesist von der 28-jährigen Nina Martin, die für einen Zeitungsverlag schildert, wie sich ihr Blickwinkel änderte als sie erfuhr, dass sie wegen einer nicht erkannten Herzrhythmusstörung schon 25 Mal beinahe am plötzlichen Herztod gestorben wäre. Im Laufe der Recherche stieß der Vortragende auf den Begriff „Tod von Forchheim“, der während des Dreißigjährigen Krieges entstanden zu sein scheint, als die Forchheimer besonders unter den Kriegswirren zu leiden hatten und deshalb elend aussahen. Dies sei aber nicht das Thema, so von Hintzenstern.

Was ist der beste Tod?

Als Antwortversuch zieht Ulrich von Hintzenstern Parallelen zur griechischen Mythologie, wie die Brüder Hypnos und Thanatos, der Gott des Schlafes und den Gott des sanften Todes.     Ein weiteres Brüderpaar, Kleobis und Biton, sterben jung und schön im Schlaf. Dies regte den Lyriker Eugen Roth (gest.1976) zu einem Gedicht an: „In alten Büchern steht geschrieben, dass jung stirbt, wen die Götter lieben. Wobei sie nicht gleich jeden hassen, den sie noch länger leben lassen.“

Wissenschaftlicher analysiert der Mediziner Richard Smith die Frage und vergleicht fünf Arten zu sterben, den plötzlichen Tod, den langsamen Tod, den Tod durch Organversagen, den Tod durch Krebs und Selbstmord. Er konstatiert, dass der Tod durch eine Krebserkrankung der beste Tod sei. Beim plötzlichen Tod gebe es keine Möglichkeit, die Dinge ins Reine zu bringen und Abschied zu nehmen. Der langsame Tod, zum Beispiel durch Demenz, bringe die Auslöschung der Persönlichkeit mit sich. Multi-Organversagen beschreibt Smith als Höllenritt bei schwerer Krankheit oder im hohen Alter. Zum Selbstmord verweist Ulrich von Hintzenstern auf das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 26. Februar diesen Jahres.

Entgegen der weitbreiteten Wunschvorstellung zu Hause sterben zu wollen, beschreibt der Vortragende die Realität: 50 Prozent der Deutschen sterben im Krankenhaus, 25 Prozent zu Hause, 20 Prozent im Pflegeheim, auf der Palliativstation und im Hospiz je 2,5 Prozent.

Möchten Sie unsterblich sein?

Auch der Schweizer Schriftsteller Max Frisch (gest. 1991) widmet sich in dem zweiten Tagebuch dem Thema Tod und stellt Fragen: „Möchten Sie wissen, wie Sterben ist?“, „Wem gönnen Sie ihren eigenen Tod?“ Abschließend regt Ulrich von Hintzenstern an, sich frühzeitig mit dem eigenen Ableben auseinander zu setzen und Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht bereit zu haben, wenn man nicht die Einstellung – Nach mir die Sintflut! – vertritt.

Jahreshauptversammlung des Fördervereins

Der erste Vorsitzende Franz Streit dankte Ulrich von Hintzenstern für den Vortrag und eröffnete die Sitzung. Er ließ die Aktivitäten des Fördervereins im vergangenen Jahr Revue passieren und in einer Gedenkminute dachten alle Anwesenden an den früheren Vorsitzenden des Fördervereins, den ehemaligen Oberbürgermeister Franz Stumpf, der am 9. April 2019 verstarb. Dieser habe sich viele Jahre für den Förderverein eingesetzt, denn Wirtschaft, Soziales und Gesundheit waren die Schwerpunkte seines Wirkens für die Stadt Forchheim, so Franz Streit.

Sechs Mitglieder wurden für ihre 15-jährige Mitgliedschaft im Förderverein geehrt: Dr. Barbara Willaczek, Dr. Bernhard Drummer, Helma Gösswein, Cornelia Klumm, Hans Pohl und Anneliese Schneider-Bauer.

Anschließend gab der Schatzmeister des Fördervereins, Sven Oelkers, Auskunft über den Finanzstatus:

Ende 2018 verfügte der Verein über 20.798 Euro liquide Mittel, Ende 2019 über 13.569 Euro. Ausgaben waren u. a.

  • Schreinerarbeiten für einen Sarg, um den Hinterbliebenen der Sternenkinder eine würdevolle Beerdigungszeremonie zu ermöglichen,
  • Leasinggebühren für das Elektroauto, welches u.a. für Fortbildungsfahrten verwendet wird,
  • Fortbildung von Mitarbeitern, wie beispielsweise das Deeskalationstraining für Mitarbeiter der Notaufnahme
  • Laptop für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Fördervereins,
  • Anzeigen, Plakate, Geschenke
  • Zuschuss zur Gesundheitsmesse
  • Adipositas-Tag
  • Hebammenkongress
  • Rettungstag

Die Kassenprüfer, Gerhard Käding und Alexander Brehm, bestätigten die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung über den Prüfungszeitraum und empfahlen der Mitgliederversammlung dem Schatzmeister und dem Vorstand die Entlastung auszusprechen. Vorstand und Schatzmeister wurden bei der anschließenden Abstimmung einstimmig von den anwesenden Mitgliedern entlastet.

Forchheim 21.02.2020 – Prüfen, rufen, drücken – dies sind die drei einprägsamen Schlagwörter, die Dr. med. Franka Billes, Anästhesistin am Klinikum Forchheim Fränkische Schweiz, und Dr. Péter Pálffy vom Rotary Club Forchheim rund 60 Schülern der siebten Klassen des Ehrenbürggymnasiums ans Herz legen, wenn jemand in einer Notsituation ist und nicht ansprechbar. Bei dem Projekt „Schüler retten Leben“, welches 2017 vom Rotary Club Forchheim initiiert wurde, dreht sich alles um das Herz, genauer gesagt, um die richtige Durchführung einer Herzdruck-massage. In zwei Durchgängen à 60 Schüler lernen die 13-Jährigen die ersten Schritte der Wiederbelebung bei Herzstillstand.

In etwa 90.000 Fällen pro Jahr sterben Menschen am plötzlichen Herztod in Deutschland. Leider führen hierzulande nur 15 Prozent der Bevölkerung eine Herzdruckmassage durch, im Vergleich zu 65 Prozent in Norwegen und 60 Prozent in Schweden, wo die Notfallversorgung ein Unterrichtsfach ist. Viele haben Angst, etwas falsch zu machen.

Nur wer nichts macht, macht etwas falsch

Diese Bedenken wischt Franka Billes, die auch als Notärztin im Einsatz ist, resolut zur Seite: „Nur wer nichts macht, macht etwas falsch“, betont sie.  12- und 13-jährige Jugendliche sind kräftemäßig bereits in der Lage, diese lebensrettende Massage durchzuführen, denn nach Ablauf von maximal fünf Minuten erleidet das Gehirn irreparable Schäden, wenn es nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Der Rettungsdienst ist aber im Durchschnitt frühestens 10 Minuten nach dem Notruf am Einsatzort – zu spät!

Prüfen, rufen, drücken

Die Fachärztin erklärt „Zuerst muss ich prüfen, ob die Person mich hört, ob sie atmet.“ Wenn nicht, sollte man den Notruf 112 wählen und sich an die fünf W-Wörter erinnern: Wer meldet den Notfall? Wo ist es passiert? Was ist passiert? Wie viele Personen sind betroffen? Und Warten auf mögliche Rückfragen.

Bei der anschließenden Herzdruckmassage drücken die Schüler kraftvoll die Mitte des Brustkorbes der Wiederbelebungspuppen mit einer Geschwindigkeit von 100 Mal pro Minute. Um sich diese Geschwindigkeit einzuprägen, schallt „Highway to Hell“ von AC/DC aus dem Lautsprecher. Dieser Hardrock-Song hat die 100 Taktschläge pro Minute, die für die Massage notwendig sind. Für Liebhaber der spanischen Musik bietet sich auch „La Macarena“ mit derselben Taktzahl an.

Von einer Mund-zu-Mund Beatmung rät Franka Billes ab: „Die allerwenigsten Menschen können diese Methode effektiv anwenden. Die kontinuierliche Herzdruckmassage bis zum Eintreffen von Sanitätern ist entscheidend.“

Sie geht auf Fragen ein: „Was ist, wenn die Lippen blau sind und voll ekliger Schaum und Sabber rausläuft?“ „Kann man mich verklagen, wenn ich bei der Herzdruckmassage eine Rippe breche?“

Gemeinsames Projekt

Die jährliche Fortführung von „Schüler retten Leben“ wird vom Rotary Club Forchheim und dem Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz unterstützt. Alle sechs weiterführenden Schulen wurden damals auch vom Rotary Club Forchheim jeweils mit einem Satz Wiederbelebungspuppen ausgestattet. Schuldirektor Karl-Heinz Schoofs freut sich, dass sich die Aktion „Schüler retten Leben“ etabliert hat. Diese Einübung der Erste-Hilfe-Maßnahmen für Siebtklässler sei unerlässlich für den Notfall ebenso wie der Dienst der rund zehn Schulsanitätern – Schüler, die an der Schule Erste-Hilfe leisten.

Forchheim, 18.02.2020 – Eine Rechnung zu prüfen ist ein alltäglicher Vorgang: Wurden die vereinbarten Leistungen erbracht, der gewünschte Artikel geliefert? Wenn alles stimmt, zahlt der Auftraggeber den Rechnungsbetrag. Ungleich komplexer gestalten sich Abrechnungen im Gesundheitswesen, besonders wenn es um Vergütungen von Krankenhausleistungen durch die Krankenkassen geht. 

Das MDK-Reformgesetz, welches zum 1.1.2020 in Kraft getreten ist, soll hier Abhilfe schaffen. Die Idee, die hinter der Reform steht: Die Dienste, die die erbrachten Krankenhausleistungen prüfen sowie deren Abrechnung mit den Krankenkassen, sollen künftig als eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts einheitlich unter der Bezeichnung „Medizinische Dienste“ (MD) geführt werden und damit unabhängiger von den Krankenkassen werden.

Verwaltungswahnsinn

MdB Andreas Schwarz (SPD), Mitglied im Haushaltsausschuss  und Rechnungsprüfungsausschuss, der für das Amt des Landrates im Landkreis Bamberg zur Kommunalwahl 2020 kandidiert, nahm einen Vormittag lang an der Prüfung von 50 Fällen, also der Krankenhausbehandlung von 50 stationären Patienten, teil. Für diese exemplarischen Abrechnungen des Klinikums Forchheim mit einem Gesamtvolumen von rund 270.000 Euro wurde der Medizinische Dienst Bayern mit einer ärztlichen, gutachterlichen Stellungnahme beauftragt, das heißt, diese Abrechnungen sind von der Krankenkasse zur Prüfung an den MD gegeben worden. Dieser prüft dann vor Ort in den Kliniken die abgerechneten Fälle, ob die angegebenen Leistungen auch tatsächlich dokumentiert und erbracht worden sind. Andreas Schwarz fasst seine Eindrücke zusammen: „Wir treiben uns in den Verwaltungswahnsinn!“

Aufrechnungsverbot muss gelten

Er sieht zwei Bereiche, die modifiziert werden müssen: Die strikte gesetzliche Verankerung, dass die gestellten Krankenhausrechnungen von den Krankenkassen vollständig (ohne Abschlag oder Einbehalt) gezahlt werden müssen, und die Regelung der Strafzahlung von 300 Euro bei einer Rechnungskorrektur, gerade wenn es um die Änderung der Verweildauer oder erbrachter Leistungen geht.

Das MDK-Reformgesetz hat eigentlich zum Ziel die Aufrechnung von Rückforderungen der Krankenkassen gegen Vergütungsansprüche der Krankenhäuser nur noch in festgelegten Ausnahmefällen zuzulassen. Aufgrund einer Übergangsregelung der Spitzenverbände der Krankenkassen und Krankenhäuser bis zum Abschluss einer Prüfverfahrensvereinbarung können Krankenkassen aber weiter aufrechnen. Im Gegenzug dürfen Krankenhäuser weiterhin Rechnungen nachkorrigieren.

Dies führt dazu, dass den Krankenhäusern – auch dem Klinikum in Forchheim–Fränkische Schweiz gGmbH – wertvolle Liquidität entzogen wird: Das Krankenhaus bleibt auf den Kosten der Behandlung sitzen und kann nur den teuren, langwierigen und ungewissen Klageweg beschreiten. Der Geschäftsführer des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz, Sven Oelkers, findet es gut, dass Andreas Schwarz als Vertreter und Mitentscheider des Bundestags sich die Zeit nimmt eine MDK-Prüfung zu begleiten. Damit kann man den Entscheidern in Berlin vor Ort zeigen, welche Probleme in der Praxis durch das MDK-Reformgesetz in den Kliniken entstehen und wo dringender Änderungsbedarf besteht.

Mindestens-300 Euro-Aufschlag für beanstandete Krankenhausrechnungen

Die Gesetzesänderung des Absatz 3 des § 275 Sozialgesetzbuch V wird begründet: Für Krankenhäuser wird eine Strafzahlung in Höhe von 10 Prozent auf die Differenz zwischen dem ursprünglich vom Krankenhaus berechneten Rechnungsbetrag und dem nach der Abrechnungsprüfung durch den Medizinischen Dienst geänderten Rechnungsbetrag eingeführt, mindestens aber 300 Euro. Neben der gestaffelten Prüfquote soll ein weiterer Anreiz für Krankenhäuser geschaffen werden, „regelkonforme“ Rechnungen zu stellen.

Beim Blick auf die praktische Umsetzung stellt Andreas Schwarz fest: „Die Beanstandung der Rechnung und damit einhergehenden Strafzahlungen sind Auslegungssache und gehen an der medizinischen Realität in den Kliniken vorbei. Die medizinischen Entscheidungen, die vor rund einem dreiviertel Jahr – als der Patient stationär im Klinikum behandelt wurde – getroffen wurden, kann man fachlich so oder so sehen. Im Nachhinein ist man schlauer und kann beurteilen, ob der Patient hätte entlassen werden können oder lieber noch einen Tag länger stationär bleiben sollte. Aber zum Zeitpunkt des Krankenhausaufenthaltes liegen beispielsweise einige Untersuchungsergebnisse noch nicht vor. Wichtig ist doch, dass dem Patienten geholfen wird. Wenn eine Weiterbehandlung in einem Pflegeheim oder einer Rehaeinrichtung nicht nahtlos möglich ist, kann man nicht die Klinik dafür zusätzlich mit mindestens 300 Euro finanziell bestrafen.“

Der Bundestagsabgeordnete wehrt sich dagegen, dass die Ausgaben für die medizinische Versorgung an die Kommunen delegiert werden: „Wir werden immer älter. Wir müssen uns der Belastung von steigenden Gesundheitskosten stellen.“

Hintergrund:

Das Aufrechnungsverbot ergibt sich aus § 109 Abs. 6 Satz 1 SGB V:

Gegen Forderungen von Krankenhäusern, die aufgrund der Versorgung von ab dem 1. Januar 2020 aufgenommenen Patientinnen und Patienten entstanden sind, können Krankenkassen nicht mit Ansprüchen auf Rückforderung geleisteter Vergütungen aufrechnen.

Die Kompetenz davon abzuweichen hat der Gesetzgeber für GKV-Spitzenverband und DKG gleich danach in Satz 2 normiert:

Die Aufrechnung ist abweichend von Satz 1 möglich, wenn die Forderung der Krankenkasse vom Krankenhaus nicht bestritten wird oder rechtskräftig festgestellt wurde. In der Vereinbarung nach § 17c Absatz 2 Satz 1 des Krankenhausfinanzierungsgesetzes können abweichende Regelungen vorgesehen werden.

Die Vereinbarung nach § 17c Absatz 2 Satz 1 KHG ist die PrüfvV. In der Übergangs-PrüfvV heißt es in § 1 Abs. 3 Satz 2:

Außerhalb eines Prüfverfahrens vorgenommene, nach Maßgabe der geltenden Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zulässige Aufrechnungen von Erstattungsansprüchen der gesetzlichen Krankenkassen gegen Vergütungsansprüche der Krankenhäuser sind ebenfalls weiterhin möglich.

Forchheim – Insgesamt 18 Kinder der Pfarreien St. Johannes Don Bosco, St. Anna und St. Johannes der Täufer aus Reuth besuchten das Forchheimer Klinikum im Rahmen des Kindertreffs. Der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, gab einen kleinen Einblick über Möglichkeiten der medizinischen Behandlung im Krankenhaus. Der Kindertreff, der vom Pfarreienverbund Forchheim-Ost organisiert wird, findet ein Mal pro Monat statt und die Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren unternehmen dabei auch Besuche bei der Polizei, Ausflüge zum Minigolfplatz oder Basteln.

Forchheim – In einer Feierstunde überreichte Sven Oelkers, Geschäftsführer des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz, den Berufsschülern Franziska Pipp und Julius Christian Walter die Nominierungsurkunden. Damit dürfen beide am Vorentscheid der Deutschen Meisterschaft der Pflege am 17. März 2020 in Scheinfeld (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) teilnehmen.

Die erwarteten rund 130 Teilnehmer aus Bayern und Baden-Württemberg müssen in einer Klausur ihr Wissen unter Beweis stellen. Träger des Wettbewerbs ist der Deutsche Verein zur Förderung pflegerischer Qualität e.V. Für den Vorentscheid übernimmt die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml die Schirmherrschaft. Der Endausscheid des Bundeswettbewerbs findet Mitte Juni 2020 in Berlin statt. Als erster Preis winkt eine Reise nach New York im Gesamtwert von 2.000 € plus 250 € Taschengeld; Pokal, Medaille und Urkunde für die Teilnahme am Wettbewerb gibt es auch.

Sven Oelkers wendet sich an die Nominierten: „Wir freuen uns sehr, dass Sie die Berufsfachschule des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz beim Vorentscheid vertreten. Das ist die kleine Olympiade in der Pflegeausbildung!“ Die positive Darstellung des Pflegeberufs sei ein wesentlicher Aspekt des Wettbewerbs – die Vielseitigkeit im Umgang mit Menschen, das erforderliche Know-How und die Kenntnis der anspruchsvollen Techniken. „Wir drücken Ihnen die Daumen“, betont Sven Oelkers und sichert Unterstützung zu.

Andreas Schneider, der Leiter der Berufsfachschule, blickt über die Staatsgrenzen hinaus. Nach einem Sieg in der Deutschen Meisterschaft stehen die Teilnahmen an den Euroskills – der Europameisterschaft der Berufe– im österreichischen Graz und schließlich an den WorldSkills auf dem Programm. Er trainiert die  Auszubildenden und gibt ihnen mit auf den Weg: „Wer sich entschieden hat zu kämpfen, sollte sich auch entschließen zu siegen.“

Voraussetzung für die Nominierung der Auszubildenden im zweiten oder dritten Ausbildungsjahr sind überdurchschnittliche schulische Leistungen, mindestens die Note 2,0 auf dem letzten Zeugnis sowie herausragende Persönlichkeitseigenschaften. Auf die Frage, warum sie sich für die Teilnahme entschieden hat, erzählt die 21-jährige Franziska Pipp: „Ich habe erstmal mit meiner Familie und meinen Freunden über die Möglichkeit der Teilnahme gesprochen. Wir waren uns einig, dass das eine gute Chance für mich ist. Daraus kann nur etwas Positives für mich entstehen.“

Julius Christian Walter (20) freut sich ebenso über die Nominierung: „Man kann schon stolz sein. Natürlich sind auch andere in unserer Klasse sehr gut, so dass ich die Nominierung auch als Auszeichnung für uns alle sehe. Beim Vorentscheid werden wir unser Bestes geben.“

Forchheim/Ebermannstadt  – Sandra Roth wurde von Geschäftsführer Sven Oelkers zur Patientenfürsprecherin ernannt. Die 36-Jährige arbeitet ehrenamtlich und ist daher unabhängig und nicht weisungsgebunden. Sie vertritt die Interessen der Patienten und deren Angehörigen und vermittelt zwischen diesen und dem Klinikum.

Gefragt sind Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprecher bei allen Anliegen rund um den Krankenhausaufenthalt, den persönlichen Umgang zwischen Krankenhauspersonal und Patientinnen und Patienten bis hin zu vermuteten Behandlungsfehlern. Sie ergänzen das Beschwerdemanagement in Krankenhäusern und unterliegen der Schweigepflicht, das heißt sie dürfen die anvertrauten Informationen nur mit Einverständnis der Patienten weitergeben.

Sandra Roth ist gespannt, was auf sie zukommt: „Ich freue mich, dass ich die Aufgabe übernehmen darf. Sicher ist die Hemmschwelle für den Patienten geringer, wenn er oder sie sich an mich als unabhängige Fürsprecherin wenden und ihre Beschwerde vorbringen kann. Die Aufgabe überschneidet sich auch mit dem ökumenischen Besuchsdienst, für den ich mich bereits engagiere. Bei diesem Dienst wurden hin und wieder schon Anliegen an mich herantragen.“

Geschäftsführer Sven Oelkers erläutert: „Frau Roth wird das Miteinander zwischen unseren Patienten und unseren Mitarbeitern vertrauensvoll unterstützen. Sie ist ein großer Gewinn für die Patienten und ich bin dankbar, dass Frau Roth diese wichtige Aufgabe übernimmt.“

Der Ärztliche Direktor des Klinikums in Forchheim, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, ergänzt: „In einem Krankenhaus geht es nicht nur um objektive medizinisch-pflegerische Fragen, sondern ebenso sehr um Fragen des subjektiven Empfindens! Daher ist es eine gute Sache, dass wir jetzt mit Frau Roth diese wichtige Funktion besetzt haben und eine Anlaufstelle geschaffen haben.“

Patienten und Angehörige können Sandra Roth mittwochs von 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung im Klinikum in Forchheim, Krankenhausstr. 10, im Büro des Sozialdienstes persönlich antreffen und telefonisch erreichen.

Außerhalb der Sprechzeit können sie ihre Anliegen per E-Mail übermitteln an patientenfuersprecher@klinikum-forchheim.de

Forchheim – Caspar, Melchior und Balthasar waren schon am 3. Januar 2020 im Krankenhaus und schrieben in großen Buchstaben C+M+B+2020 an die Kapelle im Klinikum. Das steht für „Christus mansionem benedicat – Der Herr segne dieses Haus“. Die Sternsinger, die dieses Jahr zu viert sind und eigentlich Maurice, Letizia, Carolin und Philipp heißen, sammeln für die aktuelle Sternsingeraktion „Frieden im Libanon“.

Forchheim – Erneut bewerteten die Mehrheit der Patienten die Leistungen des Klinikums am Standort Forchheim mit „Gut“ bis „Sehr gut“. Am Jahresende 2019 wurden Fragebögen an diejenigen der 180 stationären Patienten ausgeteilt, welche die 15 Fragen beantworten wollten und dazu auch in der Lage waren. 79 ausgefüllte Fragebögen wurden ausgewertet.

Die Fragen befassen sich mit der Zufriedenheit des Patienten mit den ärztlichen Leistungen, mit den Leistungen des Pflegepersonals und nicht direkt dem Heilungsprozess zuzuordnenden Leistungen, wie Küche und Hygiene. Abschließend kann der Patient angeben, ob er das Klinikum weiterempfehlen würde. Auf der Zufriedenheitsskala bedeutet eine eins „sehr zufrieden“, eine fünf „unzufrieden“.

Besonders freut sich der Leiter des Klinikums, Sven Oelkers, über die durchschnittliche Note zur Weiterempfehlung, eine 1,55! Mehr als die Hälfte der Befragten vergaben eine glatte Eins. Den Behandlungserfolg konnten viele der Patienten, die im Krankenhaus lagen, nicht abschließend einschätzen und gaben keine Antwort (29 der Befragten). Der Durchschnitt der Antworten liegt hier bei 1,66.

Bei Ärzten und Pflegepersonal sehr gut aufgehoben gefühlt

Bei den Ärzten und dem Pflegepersonal fühlte sich ein Großteil der Patienten sehr gut aufgehoben. Auf die jeweils erste Frage „Wie beurteilen Sie die medizinische/fachliche Betreuung durch die Ärzte/das Pflegepersonal?“ gaben sie im Durchschnitt eine glatte Eins. Die Bestnote von 1,37 erhielt das Pflegepersonal auf die Frage nach dem persönlichen Umgang. Dies spiegeln auch die Kommentare wieder, für die Platz am Ende des Fragebogens ist: „Das Pflegepersonal und Ärzte waren sofort da, wenn ich Hilfe brauchte. Sie hüpfen wie die Hasen!“ und „Lob: Pflegepersonal sehr freundlich und hilfsbereit, Ärzte nehmen sich Zeit für Gespräch.“

Nach den Wartezeiten befragt, vergaben die Patienten hier nur eine Zwei, der schlechteste Wert des 15 Punkte-Fragenkatalogs. Geschäftsführer Sven Oelkers räumt der Verbesserung der Wartezeiten – besonders in der Notaufnahme – Priorität ein.

 

Lob für Küche, Physiotherapie und Sozialdienst

Komplimente gab es für das Küche: 38 der Befragten bewerteten das Essen mit „Sehr gut“. Einige wünschen sich mehr Obst und Gemüse, Rohkost oder generell mehr Abwechslung.

Ein explizites Lob in den Kommentaren gab es für die Physiotherapeuten und den Sozialdienst am Klinikum. Diese zwei Leistungsbereiche wurden mit dem Fragebogen nicht erfasst.

Sven Oelkers dankt allen, die mitgemacht haben, für die Zeit und Mühe: „Sie haben uns mit Ihren Antworten sehr geholfen, auf Schwachstellen aufmerksam gemacht und uns mit Ihrem Lob in unserer Arbeit bestätigt.“

Forchheim –  Für 25-jährige, 40-jährige Betriebszugehörigkeit sowie zur Pensionierung wurden zum ersten Mal Mitarbeiter beider Häuser des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz bei einer Feier am 9. Dez. 2019 gemeinsam geehrt. Ein Novum ist auch der Ort der Ehrung: Die Geschäftsleitung des Krankenhauses lud alle Geehrten zu einem feierlichen Abendessen in ein Forchheimer Restaurant ein. 

Geschäftsführer Sven Oelkers unterstreicht: „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass so viele Mitarbeiter so lange ihrem Betrieb treu bleiben. Ich denke, dass Sie sich in Ihrem Hause – sei es am Standort Forchheim oder Ebermannstadt – wohl fühlen und gerne dort arbeiten. Denjenigen, die den Schritt in den „Unruhestand“ gegangen sind, wünsche ich alles Gute.“

Die insgesamt 20 Geehrten erhielten eine Ehrenurkunde ausgestellt von Kerstin Schreyer, der Bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales. Außerdem überreichten Sven Oelkers, Ulla König, Prokuristin am Standort Ebermannstadt, und Margit Hallmann, Prokuristin am Standort Forchheim, eine kleine Anerkennung für die langjährige Tätigkeit sowie weiße Orchideen.

25 Jahre: Gerd Dippacher, Marion Chavez, Carmen Behm, Heinrich Wölfel, Tanja Müller Lidia Halimowa, Helene Senger, Nicole Zeitler, Petra Puchinger, Dr. Elisabeth Kühn, Stilla Körberlein

40 Jahre: Anna Hack, Julie Schmidt, Ilse Wolf, Irina Langguth

Pensioniert: Maria Schütz, Anita Saffer, Anna Hack, Maria Skorupa, Ute Reiss und Reinhilde Kreller

Großes Gruppenfoto (Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz) stehend v.l. Ulla König, Sven Oelkers, Ilse Wolf, Gerd Dippacher, Julie Schmidt, Ute Reiss, dahinter Marion Chavez, Carmen Behm, Anita Saffer, Tanja Müller, Heinrich Wölfel, Marion Schütz, Helene Senger, Lidia Halimowa, Petra Puchinger, Irina Langguth, Elisabeth Battran, Reinhilde Keller, Waltraud Bürkner, Margit Hallmann, Nicole Zeitler, Dr. Elisabeth Kühn

sitzend v.l.: Maria Skorupa, Anna Hack, Stilla Körberlein

Nürnberg/Forchheim – Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml überreichte im Presseclub im Dienstgebäude des Ministeriums am Gewerbemuseumsplatz dem Forchheimer Landrat Dr. Hermann Ulm und Bärbel Matiaske, der Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion Plus im Landkreis Forchheim,  einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 125.000 Euro für die Geburtshilfe des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz.   Huml betonte: „Werdende Mütter brauchen die Sicherheit, dass es eine ausreichende wohnortnahe und hochwertige Versorgung gibt. Mit unserem Förderprogramm Geburtshilfe unterstützen wir die Kommunen in Bayern dabei, die wohnortnahe Geburtshilfe zu erhalten.“ Mit dem Geburtshilfe-Förderprogramm unterstützt der Freistaat Bayern erstmals 26 Landkreise mit insgesamt rund 16 Millionen Euro dabei, die Defizite ihrer kleineren Geburtshilfestationen auszugleichen.

Zu den Zuwendungen des Freistaats kommt noch ein 15-prozentiger Eigenanteil des Landkreises Forchheim in Höhe von rund 22.000 Euro hinzu, also erhält des Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz knapp 150.000 Euro für die Geburtshilfe. Antragsteller und Zuwendungsempfänger ist jeweils der Landkreis, der den kompletten Betrag dann an das Klinikum weitergibt.

Voraussetzung für die Fördermaßnahme ist, dass sich der Landkreis dem ländlichen Raum zuordnen lässt und dass das Krankenhaus zwischen 300 und 800 Geburten pro Jahr betreut und dabei mindestens die Hälfte der Geburten in der Kommune abgedeckt hat. Im Klinikum Forchheim wurden 2018 – dem für die Antragstellung relevantem Jahr – 683 Geburten betreut. 2019 werden es fast 700 sein.

Landrat Dr. Hermann Ulm, der Mitglied des Aufsichtsrat der Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gGmBH ist, sagt: „Diese Förderung ist ein wichtiger Baustein, dass die Geburtsstation in Forchheim bestehen kann und damit auch die medizinische Versorgung im Landkreis gewährleistet ist.“ Er ruft die Bevölkerung dazu auf die Geburtsstation fleißig zu nutzen.

Im Anschluss an die Übergabe in Nürnberg filmte der Bayerische Rundfunk in der Station für Geburtshilfe am  Klinikum in Forchheim. Der Beitrag wurde am gleichen Tag gesendet um 16 Uhr in der „Rundschau“ und in der „Frankenschau aktuell“ um 17.30 Uhr.

Forchheim – Dina Kern übernimmt ab sofort die stellvertretende Leitung der Station für Schlaganfallpatienten. Geschäftsführer Sven Oelkers gratuliert zur Beförderung und – weil die Ernennung am 6. Dezember stattfand – reiht sich der Nikolaus samt Engeln unter die Gratulanten.

Ab 2013 absolvierte die junge Frau aus Gößweinstein die dreijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der hausinternen Berufsfachschule für Krankenpflege. 2018 schloss sie erfolgreich die Weiterbildung an der Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe in Erlangen zur Stroke Nurse ab. In diesem halbjährigen Lehrgang wird ein umfassendes Wissen über medizinische Grundlagen des Schlaganfalls und dessen Behandlung vermittelt. Die Teilnehmer erlernen spezielle Konzepte und Fertigkeiten in der Schlaganfallversorgung, wobei der Schwerpunkt in der interdisziplinären Zusammenarbeit gesetzt wird.

Die 22-Jährige findet es schön dabei zu sein, wenn es besonders älteren Menschen mit Schlaganfall wieder besser geht. Dina Kern hat sich direkt nach der Ausbildung für die Schlaganfallstation entschieden: „Ich wollte unbedingt in diesem Team sein! Verlässliche Kollegen/Kolleginnen und tolles Arbeitsklima!“

Forchheim – In einem internen Audit wurde der Prozess der Schlaganfallversorgung am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz in der zentralen Notaufnahme, der Radiologie und der Station für Schlaganfälle hinsichtlich seiner Qualität überprüft.

Die Schlaganfalleinheit am Klinikum unter der Leitung von Oberärztin Barbara Willaczek ist Teil des SchlaganfallNetzwerk mit Telemedizin in Nordbayern, kurz „STENO“.

Unter anderem werden die strukturellen Gegebenheiten geprüft, das heißt die Personalstärke von Pflegern und Ärzten. Ebenso wichtig ist das Vorhandensein von Therapeuten wie Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie im Haus und ob diese Versorgung täglich zur Verfügung steht, also auch am Wochenende und feiertags.  Außerdem werden die Stukturvoraussetzungen begutachtet, das bedeutet über welche Ausstattung verfügt das Klinikum zur Diagnostik, wie Computertomographie, Magnetresonanztomographie sowie Gefäßultraschall. Im Anschluss werden die Zahlen mit den Qualitätsstandards verglichen, beispielsweise die durchschnittliche Zeitdauer bis der Patient die entsprechende Diagnostik und Therapie erhält. Dies wird anhand der Controllingdaten und der Vorgaben der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in der stationären Versorgung (BAQ) überprüft. Bei einem Rundgang durch alle involvierten Abteilungen werden die Bedingungen vor Ort inspiziert. Alle an der Schlaganfallversorgung beteiligten Berufsgruppen werden befragt. Am Ende werden bei einer Abschlussbesprechung Abweichungen, Hinweise und Empfehlungen ausgesprochen. Barbara Willaczek freut sich: „Es gab erfreulicherweise keine Abweichungen. Sehr angetan waren die Auditoren von der neuen Diagnostik der Perfusions-Computertomographie hier im Haus. Damit können Patienten auch einer entsprechenden Lysetherapie zugeführt werden, bei denen der Beginn der Schlaganfallsymptomatik unklar ist, weil diese beispielsweise im Schlaf aufgetreten ist. Dies nennt man Wake-up-Stroke.“

Geprüft wird jährlich durch Privatdozent Dr. Lorenz Breuer (Projektleitung, Qualitätsmanagement) und Mario Lorenz ( Klinisches Risikomanagement, Schulungsteam / Bereich Pflege).

Forchheim – Der Gedenktag des Bischofs von Myra – im Volksmund ist nur sein Vorname „Nikolaus“ bekannt – wurde auch am Klinikum am 6. Dezember gefeiert.

Nikolaus Stephan Dorn besucht mit Engeln Svenja Schmitt und Katharina Schwabe die Patienten. Die frischgebackene Mutter Susanne Zametzer freut sich doppelt: Am Nikolaustag wurde sie von Töchterchen Lena entbunden.

Forchheim – Nach dem Studium der Humanmedizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen begann Martin Kat seine Ausbildung zunächst noch als Arzt im Praktikum in der Unfallchirurgischen Klinik der FAU Erlangen und wechselte dann ins Stadtkrankenhaus Pegnitz, das seit 2005 zur Sana Kliniken AG gehört. Im Forchheimer Krankenhaus begann er 2001 zunächst in der Chirurgie unter Prof. Dr. med. Jürgen Tonak. Später wechselte er in die Unfallchirurgie unter Chefarzt Lehmann.  2010 bis 2013 kam der Wechsel in die Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie der Kliniken Dr.  Erler in Nürnberg. Dort konnte er wertvolle Erfahrungen in der konservativen Therapie chronischer und akuter Wirbelsäulenbeschwerden sammeln.

Seit seiner Rückkehr nach Oberfranken ist Martin Kat in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie tätig, lange auch im sogenannten Hintergrunddienst, dem ärztlichen Bereitschaftsdienst nachts und am Wochenende.

Geschäftsführer Sven Oelkers und Chefarzt Dr. med. Uwe Lehmann gratulieren zu der Beförderung. Martin Kat freut sich über die die Ernennung.

Forchheim – Geschäftsführer Sven Oelkers ernannte Karina Bergmann und Nadine Abert (beide 27) zur Stationsleiterin bzw. zur stellvertretenden Stationsleiterin.

Karina Bergmann leitet ab sofort die Station mit den Schlaganfallpatienten. Die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin hat die Prüfung zur Stroke Nurse erfolgreich bestanden, ist also spezialisiert auf die Überwachung und Pflege von Schlaganfallpatienten. Während der halbjährigen Spezialweiterbildung an der Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe in Erlangen erweiterte sie ihr Wissen über die Anatomie des Gehirns und Risikofaktoren, die einen Schlaganfall begünstigen. Seit Anfang 2018 arbeitete sie bereits als stellvertretende Stationsleiterin. Sie liebt ihr Team. Dass man sich im Team wohlfühle, sei das A und O, findet sie. Karina Bergmann hat noch viel vor: Im Moment absolviert sie die Weiterbildung zur Stationsleitung.

Von den Weiterbildungsmöglichkeiten, die das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ermöglicht, ist auch Nadine Abert begeistert. Sie übernimmt die stellvertretende Leitung der Station Allgemeinchirurgie. 2009 lernte die Heroldsbacherin das Klinikum in Forchheim im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres kennen. Dem schloss sich die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Berufsfachschule im Klinikum an. 2017 schloss sie die Weiterbildung „Palliative care“ ab, ein Konzept zur Begleitung und Versorgung schwerkranker Menschen jeden Alters mit einer nicht mehr zu heilenden Grunderkrankung.

Die Chirurgie, ihr jetziges Arbeitsfeld, fand Nadine Abert anfangs abschreckend, wegen der offenen Wunden. Ihre Meinung änderte sie als sie die verschiedenen Verbandstechniken anwendete. Außerdem sei der Erfolg sichtbar, weil Wunden einfach schnell verheilen. Sie lobt die familiäre Stimmung im Haus. Es bestehe ein kollegiales Verhältnis zwischen Ärzten und Pflegern, niemand müsse Spalier stehen.

Forchheim – „Das Operationsequipment ist beeindruckend. Manches davon würde ich mir wünschen“, sagt Dr. med. Björn Mück, Oberarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Kempten. Er ist einer der Chirurgen von deutschlandweit rund 35 Spezialisten, die zum 9. Hernienexpertenworkshop auf Einladung von Chefarzt Dr. med. Bernhard Drummer, Leiter der Allgemeinchirurgischen Abteilung des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz, vom 21. bis 22. November nach Forchheim reisten. Auf der zweitägigen Veranstaltung treffen sich Chirurgen aus ganz Deutschland, um spezielle operative Techniken und chirurgische Problemfälle vorzustellen und zu diskutieren.

Unter einer „Hernie“ versteht man das Austreten von Eingeweiden aus der Bauchhöhle, umgangssprachlich als „Bruch“ bezeichnet. Bei einer laparoskopischen Operation (per Bauchspiegelung) eines Leistenbruches, den die Teilnehmer mithilfe der Datenübertragung und speziellen 3D-Brillen im Konferenzsaal verfolgen konnten, demonstrierte Chefarzt Dr. Bernhard Drummer die moderne Operationsausrüstung. Ein anwesender Medizinproduktevertreter ist beeindruckt: Die OP-Ausstattung im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz sei eine der Modernsten in Bayern. Neben den dreidimensionalen, extrem scharfen und hochauflösenden Bildern aus dem Inneren des Körpers, die am Klinikum in Forchheim bereits seit 2015 die Arbeit des Operateurs erleichtern, hat das Krankenhaus zwei Operationssäle auf dem neuesten Stand der Technik gehalten: Teile der laparoskopischen OP-Anlage wurden modernisiert, die von den Kliniken für Allgemeinchirurgie und Frauenheilkunde genutzt wird. Die Dokumentation aller bildgebenden Verfahren erfolgt über ein Übertragungssystem, mit dem der Mediziner herstellerunabhängig auf alle visuellen Daten zugreifen kann.

Dabeisein ohne den Operationssaal zu betreten

Stefan Schatz, Berater der Firma medika-Fachhandel für Medizinprodukte, erklärt die Vorteile: Mit dieser Mediaplattform sei es möglich, dass Chirurgen ortsungebunden die Operation mitverfolgen können. Das heißt die Operation kann live mit verfolgt werden. „Eine unglaubliche Zeitersparnis!“

Besseres Licht, Tiefen sind besser ausgeleuchtet

Dr. Bernhard Drummer ist besonders von den OP-Lampen begeistert: Es regelt sich die Beleuchtung selber: Bei herkömmlichen OP-Lampen wirft der Operateur einen Schatten. Bei der modernen Anlage fällt das Licht durch intelligente Ansteuerung der LED-Module automatisch aus einem anderen Winkel auf den Operationstisch. Das Lampensystem fokussiert automatisch, Leuchtfeldgröße, Lichtqualität und –helligkeit bleiben gleich.

Besser als das menschliche Auge

Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, schätzt das  Bildgebungsverfahren. „Die 3D-Technik und Auflösung sind deutlich besser, besser als das menschliche Auge!“, beschreibt er die Vorzüge für den Operateur.

Kürzere OP-Zeiten

Die optimierte OP-Ausstattung nutzt vor allem den Patienten. Durch die deutlich verbesserten Sichtverhältnisse ist das Risiko von unerwünschten Operationsereignissen entscheidend verringert. Die OP-Zeiten verringern sich, dadurch benötige der Patient geringere Narkosen und sei nach der Operation schneller wieder fit, so Stefan Schatz.

Prof. Dr. med. Jürgen Reiter, ehemals chirurgischer Chefarzt, besucht den Hernienexpertenworkshop seit seiner Gründung in Garmisch-Partenkirchen: „Bernhard Drummer, zu dem ich die Verbindung gehalten habe, versucht immer uns das Neueste, was es auf dem Markt gibt, bei den Workshops zu zeigen.“

Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

Bildunterschrift: Operationsteam bei einer Zwergfellhernien-OP mit Chefarzt Dr. Bernhard Drummer, Leitender Oberarzt Dr. Michael Sturm, Ilse Wolf (OP-Leitung), Jana Schmidt (angehende Ärztin im praktischen Jahr), Julia Schmidt (Instrumentierende), Dr. Franka Billes (Anästhesistin)

Forchheim – Fabian Knauer hat nach knapp zwei Jahren als Stellvertreter die Leitung der Station der Allgemeinchirurgie übernommen. 2011 lernte der heute 24-Jährige das Klinikum während des Freiwilligen Sozialen Jahres kennen. Dem schloss sich eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger bis 2015 an. Auf der Station der Inneren Medizin begann Fabian Knauer seine Tätigkeit und wechselte 2017 zur Station Allgemeinchirurgie. Nach einer erfolgreichen Fachweiterbildung „Leiten und Führen einer pflegerischen Einrichtung“ an der Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe in Erlangen ist Fabian Knauer jetzt Stationsleiter: „Auf meiner Station bekomme ich positive Rückmeldungen, dass ich trotz der jungen Jahre meine Rolle als Leiter gut füllen kann und dass meine Mitarbeiter mit mir reden können. Ich habe ein offenes Ohr und kann Dinge gut umsetzen.“

Warum findet alljährlich am 14. November ein Weltdiabetestag statt?

Dr. Elisabeth Dewald: Dass die Behandlung des Diabetes keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt die Tatsache, dass erst im Jahr 1921/22 durch die beiden Forscher Frederick Grant Banting und Charles Herbert Best die Entdeckung des Insulins gelang und damit der bahnbrechende Erfolg in der Behandlung dieser Erkrankung. Der 14. November ist der Geburtstag von Frederick Grant Benting. Um an seine und die Verdienste seiner Mitstreiter zu erinnern, wird alljährlich diesem Tag gedacht.

Wann wurde erstmals eine Behandlung des Diabetes mellitus möglich?

ED: Als einer der ersten Patienten erhielt der fünfjährige „Teddy“ Theodore Ryder im Jahr 1922 das zum Überleben notwendige Hormon. Zu diesem Zeitpunkt wog das Kind 12,5 kg und wäre an der Erkrankung verstorben, hätte es nicht die Entdeckung des Insulins gegeben. Nach wenigen Monaten kam er zur vollen Genesung und schrieb an den Forscher:
„Sehr geehrter Hr. Dr. Banting, ich wünschte, sie könnten mich jetzt sehen. Ich bin jetzt ein properer Junge geworden, mir geht es gut und ich kann auf Bäume klettern…“. Im Alter von 76 Jahren nach einem erfüllten Leben verstarb er ohne wesentliche Folgeerkrankungen seines Diabetes.

Die Forschung und Entwicklung nahm dann ab den 1960er Jahren stark zu, heute stehen uns eine Vielzahl von modernen Medikamenten, Insulinen und Hilfsmitteln zur Verfügung, die es erlauben, eine individuelle Therapie für jeden Diabetiker durchzuführen.

Wie häufig ist denn die Diabeteserkrankung in Deutschland?

ED: Ca. 95% aller Diabetesfälle sind dem sogenannten Diab. mell. 2 zuzuordnen. Aktuell geht man von etwa 7,2 Mio bekannten Typ 2-Diabetikern in Deutschland aus, die Zahl der unbekannten Typ-2-Diabetiker liegt nach Schätzungen ebenso hoch. Jährlich kommen 500.000 Neuerkrankungen hinzu. Der Anteil von Patienten mit Diabetes mellitus 2 in den Kliniken liegt bereits bei etwa 30% aller Klinikpatienten. Man beobachtet eine stark ansteigende Anzahl von Menschen mit Diabetes mellitus nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Die Fachwelt spricht bereits von einem sich ausbreitenden „Diabetes-Tsunami“.
Schwerwiegend sind in diesem Zusammenhang auch die Begleit-/Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus.

Mit Diabetes in der Klinik – was gibt es für Betroffene zu beachten?

ED: Trotz aller Fortschritte in der Behandlung des Diabetes kann ein Krankenhausaufenthalt manchmal nicht vermieden werden – sei es wegen einer entgleisten diabetischen Stoffwechsellage oder auch wegen einer anderen Erkrankung oder einer anstehenden Operation.

Dies bedeutet für Menschen mit Diabetes eine Veränderung ihrer täglichen Gewohnheiten, manche Diabetesmedikamente müssen z.B. vor einer Operation abgesetzt werden, Insulinmengen müssen angepasst werden, Infektionen und Therapeutika können den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben, Nüchtern-Phasen erfordern eine Anpassung der Diabetestherapie. Zudem ist aus Studien bekannt, dass Menschen mit Diabetes ein höheres Risiko für Komplikationen haben und dadurch auch die Verweildauer in der Klinik länger wird.

Um als Patient mit Diabetes selbst gut auf einen geplanten stationären Aufenthalt in der Klinik vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich, sich schon im Vorfeld mit dem Hausarzt oder dem behandelnden Diabetologen abzusprechen, die entsprechenden Unterlagen für die Klinik bereitzuhalten und das eigene Diabetes-Equipment in die Klinik mitzunehmen.

Die Auswahl einer geeigneten Klinik für Diabetiker erleichtert ein von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vergebenes Zertifikat, das für jeweils drei Jahre Gültigkeit besitzt, danach muss sich die Klinik einer erneuten Prüfung ihrer Qualitätsstandards unterziehen.

Das Klinikum Forchheim besitzt dieses Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet“ bereits seit 2014, im Oktober 2017 wurde die Klinik erfolgreich rezertifiziert.

Neben einer in Vollzeit tätigen Diabetologin stehen den Patienten im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz auch eine ärztliche Weiterbildungsassistentin zur Diabetologin sowie zwei Diabetesberater und auf allen Stationen diabetesversierte Pflegekräfte zur Verfügung, um die bestmögliche Versorgung von Diabetespatienten zu erzielen.

Warum findet die Erkrankung Diabetes mellitus in der öffentlichen Wahrnehmung noch zu wenig Beachtung, obwohl es eine Erkrankung mit so weitreichenden Folgen ist?

ED: Es handelt sich um eine Krankheit, die nicht weh tut, die man oft lange nicht bemerkt, obwohl sie schon vorhanden ist, die häufig als „ein bisschen Alterszucker“ verharmlost wird und die oft gleichgesetzt wird mit Verlust von Lebensqualität.

Worauf kommt es zusammenfassend in der Behandlung an?

ED: Diabetestherapie bedeutet in erster Linie Eigenverantwortlichkeit der Betroffenen in Kombination mit den heute so vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten.
Therapieerfolg und der Erhalt der Lebensqualität durch Vermeidung der Folgeschäden sind der Lohn.

(Das Interview führte Franka Struve, Pressesprecherin des Klinikums-Forchheim-Fränkische Schweiz)

Forchheim – Der Klassenraum der neuen ersten Klasse der Berufsfachschule für Pflege ist gut gefüllt. 20 Schülerinnen und Schüler lernen die Grundlagen der chemischen Desinfektionsmethoden. Sie vereinen fünf verschiedene Nationalitäten und der Altersunterschied zwischen der jüngsten 16-jährigen Schülerin und dem ältesten Schüler beträgt 36 Jahre. Seit Anfang Oktober 2019 läuft die dreijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege.

Alexandra Arnold aus Heiligenstadt hat bereits eine Ausbildung als Medizinische Fachangestellte abgeschlossen. Bei der Entbindung ihres Sohnes ist sie zum ersten Mal im Klinikum in Forchheim gewesen. Eine Freundin, die das Examen zur Gesundheits- und Krankenpflegerin bereits an der Berufsfachschule abgeschlossen hat, hat ihr die Ausbildung empfohlen. Die 28-Jährige ist positiv überrascht, wie wichtig die Anliegen der Schüler hier genommen werden: „Jeder unterstützt den anderen. In unserer Klassengemeinschaft achtet man darauf, wenn es jemandem mal nicht ganz so gut geht.“ Die sehr große Chance, als Pflegekraft vom Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz übernommen zu werden, sieht Alexandra Arnold als weiteren Pluspunkt.

Sarah Heimann (17) hat vorher die Fachoberschule besucht. Sie sei schon immer an medizinischen Themen interessiert, arbeite beim BRK mit, habe sich als Schulsanitäterin engagiert, sagt sie. Außerdem helfe sie gerne Menschen. Auf das Klinikum als Ausbildungsstätte ist sie gekommen, weil die Großmutter dort ebenfalls beschäftigt ist. Besonders gespannt ist sie auf den praktischen Teil der Ausbildung: Ab dem 18. November arbeiten die Schüler mit auf der Station.

Alleinstellungsmerkmal – der direkte Draht von Lernenden und Lehrenden

Der neue Schulleiter, Andreas Schneider, der Anfang August seine Tätigkeit am Klinikum aufgenommen hat, sieht im Praxisbezug ein Alleinstellungsmerkmal der Forchheimer Schule: Ärzte und andere Berufsgruppen im Haus beteiligten sich aktiv am Unterricht als Lehrende und gewähren den Schülern Einblick in ihre Tätigkeit, unterstreicht er. Gemeinsam mit seinem Team hat Andreas Schneider eine konkrete Strategie seines Bereiches aufgestellt zur Sicherung der pflegerischen Versorgung.

Umsetzung des Pflegeberufegesetzes

Eine besondere Herausforderung sieht der 54-Jährige in der praktischen Umsetzung des Pflegeberufegesetzes, das die Ausbildung von Alten-, Kinder-, Gesundheits- und Krankenpflegern vereinheitlichen soll. Dieses Gesetz gilt für alle Ausbildungen, die ab dem 1. Januar 2020 begonnen werden. Nach diesem Datum können Auszubildende an der Berufsfachschule für Pflege die Berufsbezeichnung „Pflegefachmann“, bzw. „-fachfrau“ erwerben. Der diesjährige Jahrgang der Schulanfänger ist der letzte, der die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger durchläuft.

Auf dem Foto ©Franka Struve: von l. n. r.: • Die neue erste Klasse der Berufsfachschule für Pflege – Shaker Sagbani, Lehrkraft Katharina Zobel, Andrea Fitigau, Elena Vetter, Luisa Grampp, Sadegh Mesbahzadeh, Ulrich Faber, Julia Becker, Alexandra Arnold, Selina Mathes, Milena Beßler, Maximilian Drummer, Annelie Merkel, Sarah Heimann, genau davor Sandra Rahner, Fabian Brütting, genau davor Schulleiter Andreas Schneider und Lehrkraft Barbara Meixner.

Forchheim – Bis in das oberste Stockwerk des Klinikums informierten Anbieter an Messeständen über gesundheitliche Themen rund um das Älterwerden auf der Senioren- und Gesundheitsmesse Seniofit, die zum 12. Mal stattfand, dieses Jahr unter dem Motto „Mobilität auf Rädern“.

Mobil im Alter

„Einfach mal zum Kaffee trinken fahren. Freunde besuchen, wann Sie wollen.“ Diese Mobilität verspricht Ingolf Gebhart, der mit der Vorstellung seiner knallroten Elektroscooter und dem zusammenklappbaren Scooter-Reisemobil viel Aufmerksamkeit auf sich zog.

Das weltweit erste spurstabile, transportable Vorsatzrad für Rollstühle demonstrieren Christian Drummer und Dominik Herrmann aus Kirchehrenbach. Seit einem Verkehrsunfall 2012 ist Dominik Herrmann querschnittsgelähmt. Aus persönlichem Antrieb entwickelten beide das Vorsatzrad, welches man mit nur einer Hand lenken kann und das es ermöglicht, beispielsweise über die Kopfsteinpflaster der Forchheimer Innenstadt kraftsparender und sicherer zu fahren.

Ersatzhaare nach einer Chemotherapie

Ein Novum auf der Messe ist der Stand des „Haus Einklang“: Friseurmeister Henrik Gottstein hilft Menschen, die auf Grund einer Chemotherapie ihre Haare verloren haben, mit Ersatzhaar. Visagistin Juliette Gottstein erklärt: „Die Beschaffenheit von Haut und Haar ist das erste, was man morgens beim Blick in den Spiegel wahrnimmt.“ Viele Patienten, die ihre Haare verloren haben, litten erheblich unter dem Verlust. In Zusammenarbeit mit einer Heilpraktikerin soll das Selbstbewusstsein wieder aufgebaut werden.

Direkter Kontakt zu Medizinern

Viele Gäste der Seniofit suchten auch das persönliche Gespräch mit den Ärzten des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz. Leonhard Schmitt und Klaus Pfeiffer sprachen mit Dr. Bernhard Drummer, Chefarzt der Allgemeinchirurgie, über Nabelbrüche und Leisten-Operationen. Ehefrau Ingrid Pfeiffer informiert sich bei Dr. Uwe Lehmann, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, über die Behandlung von Hüftschmerzen. Ein Ehepaar aus Erlangen, das das erste Mal auf der Messe ist, wundert sich über die Vielfältigkeit und Größe der Ausstellung. Diese werde sehr gut angenommen, finden sie. Beide hören sich den Vortrag des neuen leitenden Oberarztes der Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. Andreas Langenbach an zum Thema Sportverletzungen. Der Ärztliche Direktor des Klinikstandortes Ebermannstadt, Prof. Dr. Eberhard Kuon, redet über die Herausforderungen der Palliativmedizin, Dr. Judith Neglein, Oberärztin der Intensivstation spricht über „Narkose im Alter“ und Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, Ärztlicher Direktor in Forchheim, klärt über die Organspende auf. Über „Behandlung von Inkontinenz“ referiert Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, und Dr. Gabriele Egelseer, Leiterin der Notaufnahme erklärt die Patienteneinschätzung. Diabetologin Dr. Elisabeth Dewald und Ernährungsberaterin Sabine Lamprecht veranschaulichen gesundheitsfördernde Ernährung anhand von kleinen, einfach zuzubereitende Gerichten und Chefarzt Dr. Klaus Swoboda führt durch die Radiologie.

Aktiv und fit

„Selbst aktiv werden“, propagiert Annette Hüttmann, die für das Gesundheitsamt des Landkreises Seniorensport anbietet. Umringt von sportlichen Senioren verwendet sie elastische Schlaufenbahnen für muskelaufbauende einfache Übungen, um im Alter fit zu bleiben.

Der ASB ist mit dem ehrenamtlichen Besuchshundedienst auf der Seniofit vertreten. Auf Wunsch besuchen die Hundeführer mit ihren Hunden Altersheime, Kindergärten, Schulen und Einrichtungen der Tagespflege. Rund 35 Hunde haben den Eignungstest bestanden und bauen den Kontakt zwischen Tier und Mensch auf. Kinder lernen den Umgang mit Hunden während bei Menschen in einer Pflegeeinrichtung die Freude am Streicheln im Vordergrund steht. Die „Pelznasengruppe“ aus Gremsdorf geht regelmäßig mit rund sieben Personen, davon einige mit Handicap, und mindestens zwei bis drei Hunden spazieren, erläutert Monika Faber vom ASB Forchheim.

Nach Angaben des Veranstalters Oswald Media konnte die Messe mit rund 1.300 Besuchern an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen.

Forchheim – Zum 1. Oktober 2019 hat Dr. med. Andreas Langenbach seine Stelle als leitender Oberarzt angetreten.

Der 41-Jährige hat bereits als Assistenzarzt zwischen 2007 und 2011 am Forchheimer Klinikum gearbeitet, später dann als Fach- und schließlich Oberarzt in der unfallchirurgischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen unter Prof. Dr. Friedrich Frank Hennig.

Die Perspektive sich in einer leitenden Position weiter zu entwickeln und zusammen mit Chefarzt PD Dr. Uwe Lehmann die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie in Zukunft zu gestalten, brachte den Orthopäden und speziellen Unfallchirurgen wieder zurück in die Königsstadt. Das Medizinstudium absolvierte der gebürtige Hannberger an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen. Berufsbegleitend schloss er 2018 noch ein Masterstudium in Betriebswirtschaft und Gesundheitsökonomie ab.

Spezialisiert hat sich Andreas Langenbach auf minimalinvasive Eingriffe an Schulter- und Kniegelenk. Das kommt dem Sportmediziner zugute, wenn er die Sportler vom Handballclub Erlangen und der Spielvereinigung Greuther Fürth im stationären Bereich mitbetreut.

Privat spielt der Vater einer 9-jährigen Tochter gerne Fußball und Golf und geht gerne Laufen.

Forchheim – „Das Knie ist ein sehr komplexes Gelenk, welches weit mehr Funktionen hat als ein einfaches Scharnier“, erläutert PD Dr. med. Uwe Lehmann, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, im Rahmen der Vortragsreihe des Fördervereins Klinikum Forchheim e.V. im gut besuchten Konferenzsaal. 

Abwägen zwischen Lebensqualität und Symptomen

Diese Komplexität des Gelenkes, welches durch Bänder und Sehnen stabilisiert und durch Zugkräfte der Muskeln bewegt wird, erschwere den Ersatz durch ein künstliches Implantat. Unumwunden räumt Dr. Lehmann ein, dass rund zwei von fünf Patienten Probleme mit einer Kniegelenksprothese haben. Er empfiehlt daher genau abzuwägen zwischen den Symptomen, die mit einem Verschleiß der Knorpelmasse einhergehen, und der verbleibenden Lebensqualität. Wenn jeder Schritt schmerzt, man abends vor Schmerzen keinen Schlaf findet oder nachts deswegen aufwacht und man maximal 100 Meter zu Fuß bewältigen kann, sollte man einen künstlichen Ersatz von Teilen des Kniegelenkes oder des gesamten Gelenkes in Erwägung ziehen, so Dr. Lehmann.

Zertifizierte Erfahrung

Die Operateure des zertifizierten Endoprothetikzentrums Forchheim (EndoFo), Dr. Uwe Lehmann, Dr. Roßmeißl, Jürgen Waibel und Dr. Wolfgang Müller, haben sich auf das Einsetzen von Endoprothesen spezialisiert, das sind Implantate, welche dauerhaft im Körper bleiben und ein Gelenk ersetzen. Zusammen bringt das EndoFo-Team mehr als 150 Jahre Erfahrung in der Endoprothetik mit aus mehr als 10.000 Prothesenimplantationen.

Seit März 2018 operieren die Experten mit einem roboterarmassistierten System. Im Vorfeld des Eingriffs wird eine spezielle Planungs-Computertomografie (CT) angefertigt, die die individuelle Anatomie des Patienten erfasst. Das daraus resultierende 3D- Modell dient als Planungsgrundlage der Prothese. Die Schlittenprothese oder Totalendoprothese wird für jeden Patienten individuell in das 3D-Modell eingepasst.

Funktionsweise

Während der Operation nutzt der Operateur die roboterarmunterstützte Technologie zum Sägen des Prothesenbetts. Dabei werden Punkte am offenen Knie gemessen und die Daten an einen Computer übertragen. Ein Medizinproduktspezialist begleitet die gesamte Operation, plant mit dem Operateur die exakte Positionierung der Prothese und nimmt die Feinabstimmung der Bänderspannung vor. Die Genauigkeit der Säge beträgt ein 1/10 Millimeter und ein Grad. Bei einer Abweichung von der Planung stoppt der Sägevorgang automatisch. Keine Bänder- oder Nervenstrukturen können beschädigt werden.

Beweglicher, weniger Schmerzen, geringere Revisionsrate

Dr. Lehmann zieht ein Resümee nach den ersten 18 Monaten mit der neuen Technologie: „In Punkto Präzision und Patientensicherheit ist die computerunterstütze Technik unschlagbar.“

Eine Umfrage unter den im Klinikum Forchheim Operierten ergab, dass die roboterunterstützt-Operierten wesentlich zufriedener mit ihrem Beweglichkeit waren (Note 2,1) als die herkömmlich Operierten (Note 2,8).

Internationale Studien aus den USA, Australien und Schweden legen nahe, dass ein manueller Teilgelenkflächenersatz am Knie bei mehr als vier Prozent der Patienten einen erneuten Eingriff innerhalb von zwei Jahren nach sich zieht, während die roboterarm-assistierte Methode nur einen zweiten Eingriff bei etwas mehr als einem Prozent der Patienten erfordert.

Datenerhebungen zeigen, dass der Schmerzmittelverbrauch nach der Operation geringer ist, die Liegezeiten kürzer und die frühfunktionelle Erholung rascher bei der roboterarmassistierten Methode eintritt als bei herkömmlich Operierten.

Erfahrungen am eigenen Leib

Die persönlichen Erfahrungen von Gerda und Helmut Zinner aus Neunkirchen am Brand untermauern die positiven Ergebnisse: Helmut Zinner hatte bereits ein herkömmlich operiertes Kniegelenk und ließ sich im Mai das zweite Knie mit roboterarm-assistierter Technik operieren. Seine Frau hat das linke Knie mit der neuen Technologie in Forchheim operieren lassen: „Mir ging es während der ersten OP und auch seitdem gut von Anfang an. Deswegen bin ich sehr zuversichtlich und lasse mir jetzt auch das zweite Knie machen“, sagt sie. Ihr Mann geht ins Fitnessstudio und kann eine halbe Stunde auf dem Laufband laufen.

Anschließend stellten die Interessierten viele Fragen, zum Beispiel nach der MRT-Tauglichkeit und der Lebensdauer der Prothesen. Dr. Lehmann antwortete, dass die Prothesen MRT-tauglich seien und eine Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren hätten.

Forchheim – Der Begriff ‚Entsenden‘ bedeutet ‚jemandem mit einem bestimmten Auftrag an einen Ort schicken‘. Bei dem Entsendungsgottesdienst in der Kapelle im Klinikum wurden acht Ehrenamtliche gefeiert, die in das Krankenhaus entsandt werden, um den Patienten ein Gesprächspartner zu sein. Alle haben einen Kurs der katholischen und evangelischen Klinikseelsorge erfolgreich absolviert. Die Gesprächsangebote sind freiwillig, nicht konfessions- oder religionsgebunden und unterliegen der Schweigepflicht.

Gesundheit von Seele und Körper

In seiner Ansprache spannt Pastoralreferent Dietmar Denzler einen weiten Bogen: Im Markusevangelium, in der von der Heilung eines Gelähmten erzählt wird, wird Jesus als Heiler – als Arzt der Seele und des Körpers – beschrieben. Der Mediziner Hippokrates von Kos stellt das ärztliche Handeln in den Mittelpunkt, der Mensch ist ein Teil des wunderbaren Kosmos. Der persische Gelehrte Ibn Sina (latinisiert Avicenna) veröffentlicht den ‚Kanon der Medizin‘ und Hildegard von Bingen revolutioniert die Klostermedizin. Dietmar Denzler beschreibt die Fortschritte in der Medizin vom Ospedale di Santa Maria della Scala, eines der ältesten europäischen Krankenhäuser in Siena, über die anatomischen Studien Leonardo da Vincis bis hin zu Antibiotika und Magnetresonanztomographien in der Neuzeit. Die Wechselwirkung von Seele und Körper und die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind seit der Antike Gegenstand von zahlreichen Abhandlungen. Während sich Mediziner mehr mit körperlichen Leiden beschäftigen, bleibe heute nur wenig Zeit für die Seelsorge, die Sorge um die Seele, so der katholische Theologe. Er kritisiert die Diktatur der Ökonomie in der Medizin und hebt den Stellenwert des Besuchsdienstes hervor, „damit die Menschen nicht allein gelassen sind mit ihren Fragen nach Krankheit und Tod.“

Unverzichtbarer Besuchsdienst

Sven Oelkers, Geschäftsführer des Klinikums, beschreibt das Krankenhaus als einen besonderen Ort, an dem der Kranke zwar professionelle Hilfe auf hohem Niveau erhalte, aber das Persönliche bleibe oft außen vor. Darunter litten besonders jene Patienten, die nicht von Angehörigen und Freunden besucht werden, so Sven Oelkers. An die Ehrenamtlichen gewandt, sagt er: „Sie verringern diese Lücke. Der Besuchsdienst ist ein unverzichtbarer Teil des Klinikums.“

Zeit als Ausdruck von Menschlichkeit

Der evangelische Pfarrer Ulrich Bahr beschreibt die schwierigen und belastenden Situationen für den Kranken selbst und für Angehörige und Pflegende. Die Motivation der Ehrenamtlichen des Besuchsdienstes könne ganz unterschiedlich sein. Neben einer spezifisch religiösen Grundhaltung im Sinne der Nachfolge Jesu stünden Mitgefühl für die Nächsten, Dankbarkeit und die Hoffnung, eigene Erfahrungen im Umgang mit Krankheit und Leid weitergeben zu können. Auch der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, unterstreicht, dass das Wichtigste, was man geben könne, die eigene Zeit sei als ein Ausdruck von Menschlichkeit.

Elf Jahre Besuchsdienst

Elvira Weber aus Effeltrich hat sich Zeit genommen: Seit rund elf Jahren ist sie im Besuchsdienst in der Klinik in Ebermannstadt aktiv und wechselt jetzt nach Forchheim. Eine Freundin hatte sie damals auf dieses Ehrenamt aufmerksam gemacht. „Man nimmt auch ganz viel mit“, sagt sie. In der Regel besucht sie ein Mal pro Woche die Patienten in der geriatrischen Rehabilitation für zwei, drei Stunden. Nur einmal habe sie ein Jahr ausgesetzt, weil ihre Schwiegereltern krank wurden und sie diese zu Hause gepflegt habe. „Das war zu viel!“

Landrat Dr. Hermann Ulm, Bürgermeister und Franz Streit gratulierten den Ehrenamtlichen. Die Gruppe ‚Joe Corino‘ (ital. für ‚Kleiner Chor‘) der St. Josef-Gemeinde aus Buckenhofen übernahm die musikalische Begleitung mit Judith Klaus (Gesang), Christine Dornheim (Klarinette), Werner Barthelmann (Gitarre) und Sigrid Lauger (Rhythmus).

Zum Tag der Patientensicherheit am 17. September informiert das Klinikum zur Sicherheitskultur:

Die Weltgesundheitsversammlung ist das höchste Entscheidungsorgan der Weltgesundheitsorganisation und befürwortete bei der diesjährigen Tagung im Mai die Einrichtung eines weltweiten Tags der Patientensicherheit am 17. September. Katja Severa, stellvertretende Risikomanagerin am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, erläutert, wie mittels einer strukturierten Analyse der Risiken unerwünschte Ereignisse bei Patienten, die das ungewollte Ergebnis einer Behandlung im Krankenhaus sein können, vermieden werden.   

Eine Situation im Klinikum, die zwei Leben bedrohte, konnte entschärft werden: Bei einer massiv übergewichtigen Schwangeren musste nachts ein Notfallkaiserschnitt durchgeführt werden, da sich der Zustand des ungeborenen Kindes akut verschlechtert hatte. Bei der notfallmäßigen Narkoseeinleitung misslang das Einbringen eines Beatmungsschlauchs in die Luftröhre. Die Narkoseärztin reagierte unverzüglich in dieser extrem kritischen Situation und wechselte sofort, wie in den Arbeitsanweisungen beschrieben und oftmals geübt, zu „Plan B“ und sicherte den Atemweg mit einer Kehlkopfmaske.

Den glimpflichen Ausgang dieses dramatischen Vorfalls – ohne Schaden für Mutter und Kind – führt Katja Severa als Beispiel für erfolgreiches Risikomanagement auf: Die „Sicherung des schwierigen Atemwegs“ wurde am Klinikum in Forchheim als Achillesferse jeder Vollnarkose identifiziert. Daraufhin wurden standardisierte Arbeitsanweisungen erstellt, in denen die verschiedenen Möglichkeiten zur Atemwegssicherung systematisch dargestellt wurden. Zusätzlich werden diese Verfahren regelmäßig in der Praxis geübt, um im Notfall fit zu sein.

Aus Fehlern lernen

Zu den Aufgaben, die die stellvertretende Anästhesiepflegeleiterin seit März übernommen hat, gehören sämtliche Maßnahmen zur Analyse, Bewertung, Überwachung, Steuerung und Kontrolle von Risiken im Klinikum, eng verbunden mit dem Qualitätsmanagement im Haus. Besonders wichtig sei es, ein Umdenken in den Köpfen aller Beteiligten voranzutreiben, unterstreicht sie: „Weg von Vertuschung – hin zu „Lernen aus Beinahe-Fehlern“!“ Unterstützt wird sie dabei unter anderem vom Critical Incident Reporting System, einem Fehlermeldesystem, bei dem Mitarbeiter des Hauses anonym und sanktionsfrei riskante Konstellationen aus dem klinischen Alltag darstellen können.

Schweizer Käse Modell

Eine kritische Situation kann dadurch entstehen, dass mehrere zufällige Konstellationen zusammen auftreten: „Übergewichtige Schwangere“ und „Notfallkaiserschnitt“. Wie beim Stapeln von Schweizer Käse-Scheiben die Löcher zufällig aufeinanderliegen und eine „barrierefreie Bahn“ ermöglichen, kann das Zusammenfallen von ungünstigen Faktoren zu einem katastrophalen Ergebnis führen. Aufgabe des Risikomanagements ist es, auf mehreren Ebenen Barrieren einzubauen. Vorreiter im Risikomanagement waren die Luft- und Raumfahrt. Diese Bereiche sind wie das Gesundheitswesen gekennzeichnet durch hochkomplexe Arbeitsabläufe und den Anspruch aller Beteiligter nach maximaler Sicherheit.

Strukturierte Risikominimierung

Die Sicherheit des Patienten sowie die Vermeidung von Schadensfällen bei der Patientenversorgung sind das oberste Ziel des klinischen Risikomanagements. Im Klinikum am Standort Forchheim gibt es insgesamt elf Risikobereiche, die jeweils von einem Risikoverantwortlichen in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Abteilungen betreut werden. Ziel ist es, Arbeitsabläufe innerhalb der Abteilungen und in der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit zu optimieren. Zweimal im Jahr werden die Risikosituationen des Hauses überprüft und gegebenenfalls Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet. Das Risikomanagement-Lenkungsteam trifft sich ebenfalls zweimal im Jahr, um über die aktuelle Risikosituation zu beraten und Möglichkeiten zur Verbesserung zu diskutieren.

Altdorf – Ein Kniegelenkersatz ist möglicherweise unvermeidlich, wenn Schmerzmittel, Cremes und Spritzen nicht mehr helfen und das Leitersteigen zur Qual wird. Diese Erfahrung machte Gerhard Hain aus Altdorf bei Nürnberg.

Wenn Gerhard Hain über die Stadt Rom spricht, kommt er ins Schwärmen: die kleinen Cafés, die Sprache, die Mentalität. Als er damals in Rom beruflich tätig war, hing einfach ein Schild an der Bürotür „Chiuso per sciopero! – Geschlossen wegen Streik!“, wenn die Mittagspause einmal etwas länger dauern sollte. Daher empfand der 75-Jährige den begrenzten Aktionsradius bei Städtereisen als größte Einschränkung: „Ich schaue mir gerne Monumente an. Früher war ich von früh bis spät zu Fuß in der ‚ewigen Stadt‘ unterwegs. Durch die Schmerzen im Knie bin ich an das Hotel und Umgebung gefesselt gewesen.“ Vor zehn Jahren ließ er eine Gelenkspiegelung durchführen mit der Diagnose, dass von der Knorpelmasse des Meniskus nicht mehr viel vorhanden war. Der pensionierte Leiter eines kommunalen Bildungs- und Kompetenzzentrums litt unter einem andauernden Stechen im rechten Knie, das bei Belastung stärker wurde. Als das Wort ‚Knieprothese‘ zum ersten Mal fiel, war er geschockt.

Kniegelenkersatz, computergenau berechnet

Er recherchierte im Internet und stieß auf Artikel zu ‚roboterarm-assistierter Chirurgie‘. Dabei handelt es sich um eine Computertechnologie für endoprothetische Eingriffe. Im Vorfeld des Eingriffs wird eine spezielle Planungs-Computertomographie (CT) angefertigt. Mit dieser wird die individuelle Anatomie des Patienten erfasst. Das daraus resultierende 3D-Modell dient als Planungsgrundlage der Prothese, zunächst aus rein anatomischen Gesichtspunkten. Vor der Knie-OP wird unter Narkose die zukünftige Position des Implantates so angepasst, dass die Bänder in Beugung und Streckung optimal gespannt werden. Während der Operation nutzt der Operateur die roboterarmgestützte Technologie zum Sägen des Prothesenbetts. Bei einer Abweichung von der Planung stoppt der Sägevorgang automatisch. Die Genauigkeit der roboterarmunterstützten Säge beträgt 1/10 Millimeter.

Lernen aus der Metallverarbeitung

Gerhard Hain ist überzeugt: „Es gibt keinen Handwerker, der von sich behaupten kann, dass er per Hand auf ein Zehntel Millimeter genau fräsen kann. Wenn es um Präzision geht, wird in der Metallindustrie auch computergestützt gearbeitet – mit CNC-Fräsen. Das ist heute selbstverständlich. Warum sollte es in der Medizin nicht auch so sein?“

Zwei Knie, zwei neue Gelenke

Zuerst wurde er in einem Klinikum in Unterfranken vorstellig, wo er abgewiesen wurde: Zu schwer! In Forchheim ließ sich der 120 Kilo-Mann von Hauptoperateur Dr. Franz Roßmeißl im Juli 2018 das rechte Knie unter Zuhilfenahme des Mako®-Roboterarms operieren. Eine Knietotalendoprothese ersetzt seitdem das gesamte Kniegelenk. Er erinnert sich: „Während der ersten drei Tage nach der Operation konnte ich die Schmerzmittel selber dosieren. Mir ging es verhältnismäßig gut.“ Er lobt die kompetente Hilfe der Physiotherapeuten am Klinikum, die ihn kurz nach der OP auf die Beine gestellt haben und am dritten oder vierten Tag das Treppensteigen geübt haben. Als er am sechsten Tag in die Reha entlassen wurde, konnte er das operierte Knie bereits im rechten Winkel beugen. Gerhard Hain ist nach wie vor überzeugt von der höheren Genauigkeit dieser Technologie: „Ich bin eigentlich ein Patient nach und vor der Operation. Leider habe ich jetzt Schmerzen im linken Kniegelenk und warte auf einen weiteren OP-Termin.“ Der behandelnde Orthopäde Dr. Franz Roßmeißl bestätigt: „Auch bei übergewichtigen Patienten funktioniert die Methode sehr gut. Die exakte Positionierung der Prothese sorgt für gute Beweglichkeit und hohe Zufriedenheit.“

Erfahrungen nach 18 Monaten roboterarm-assistierter Chirurgie

Auch andere Mako®-Patienten bewerten das Resultat des Eingriffes in Forchheim positiv: Sechs Wochen nach der OP waren diese wesentlich zufriedener mit ihrer neu erlangten Beweglichkeit als die Vergleichsgruppe. In einer englischen Studie von 40 herkömmlich Operierten und 40 Patienten mit Mako®-Knietotalendoprothese wiesen Letztere weniger postoperative Schmerzen auf, konnten nach kürzerer Zeit das gestreckte Bein heben und haben ihren Krankenhausaufenthalt um fast 30 Prozent verkürzt. Knapp hundert wissenschaftliche Studien und unabhängige Prothesenregisterdaten zeigen bessere funktionelle Ergebnisse und niedrigere Revisionsraten, erforderten also weniger häufig einen Folgeeingriff.

Am Montag, den 16. September 2019, um 19 Uhr berichtet Privat-Dozent Dr. Uwe Lehmann, Chefarzt der Unfallchirurgie, im Konferenzsaal des Klinikums in Forchheim, Krankenhausstr. 10, im Rahmen der Vortragsreihe der Freunde und Förderer Klinikum Forchheim e.V. über Erfahrungen nach 18 Monaten Roboterarm-assistierter Chirurgie mit Mako®. Seit Einführung dieser Technologie im März 2018 wurden mehr als hundert Patienten auf diese Weise operiert. Der Hauptoperateur referiert auch über Rückmeldungen und Umfrageergebnisse der Patienten und Reha-Kliniken.

Interessierte sind herzlich willkommen zu der kostenfreien Veranstaltung – ohne Anmeldung.

(Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz) Gerhard Hain kann nach erfolgreicher Knie-OP wieder eine Bierkiste heben.

 Forchheim – Zehn Schüler der Krankenpflege feierten den erfolgreichen Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz.

„Ab jetzt sind Ihre Eltern nicht mehr verantwortlich für Sie!“, gibt der Klinikgeschäftsführer Sven Oelkers den Absolventen der Berufsfachschule für Krankenpflege mit auf den Weg und gleichzeitig lädt er all jene zur Rückkehr ein, die nach der Ausbildung einen anderen Arbeitgeber als das Klinikum gefunden haben: Es sei gut über den eigenen Tellerrand zu schauen, aber „wenn Ihre Erwartungen nicht erfüllt werden, stehen die Türen des Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz jederzeit für Sie offen“, betont er. Alle examinierten Krankenpfleger haben schon einen Arbeitsvertrag in der Tasche, ein Teil bleibt dem Standort Forchheim erhalten, andere zieht es in die nähere Umgebung. Eine Absolventin beginnt ihre Arbeit in einem Krankenhaus in Hamburg. Betriebsratsvorsitzende Kathrin Hamler fasst sich kürzer: „Kommt wieder! Wir brauchen Euch!“

Alleinstellungsmerkmal – der direkte Draht von Lernenden und Lehrenden

Der neue Schulleiter, Andreas Schneider, der Anfang August seine Tätigkeit am Klinikum aufgenommen hat, hebt die Bedeutung des Pflegeberufes hervor und dankt besonders den Ärzten und anderen Berufsgruppen im Haus, wie dem technischen Leiter, dass sich diese aktiv am Unterricht als Lehrende beteiligten und den jungen Menschen Einblick in ihre Tätigkeit gewährten. Der 53-Jährige sieht in diesem Praxisbezug ein Alleinstellungsmerkmal der Forchheimer Schule.

Oberfrankenweit ein sehr gutes Ergebnis

Der Prüfungsvorsitzende der Regierung von Oberfranken, Dr. Reinhard Schuberth, trägt die ausgezeichneten Noten vor: Der Gesamtdurchschnitt der Prüfungsnoten beträgt 1,76. Drei Absolventinnen haben einen exzellenten Notendurchschnitt besser als 1,33 erzielt: Julia Baumgärtner, Sophia Nieswandt und Lena Bundgaard erhalten als besondere Anerkennung den Staatspreis der Regierung von Oberfranken. Der leitende Medizinaldirektor bescheinigt ein „sehr gutes Ergebnis“ oberfrankenweit und hebt hervor, dass das Niveau anspruchsvoller sei als vor 20 Jahren, da man früher schlechte Noten ausgleichen konnte.

Lena Bundgaard (23) hat sich für die Ambulanz am Klinikum als nächste Etappe ihrer Karriere entschieden. Die abwechslungsreiche Arbeit im Team habe ihr schon während des Praxisunterrichts gefallen und die gute Zusammenarbeit mit den Ärzten, sagt sie. Sie sei gut durch die Ausbildung gekommen, nur die Ungewissheit während der Prüfungen am Ende habe ihr Unbehagen bereitet, weil sie nicht wusste, ob sie bestanden habe. „Ich hatte Glück mit den mündlichen Fragen: Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Epilepsie sind drangekommen.“

Auf dem Foto v.l. die Absolventen Sophie Trilsch, Sophia Nieswandt, Julia Baumgärtner, Lena Bundgaard, Lena Beck, Naomi Yalico, Michael Rüther, Simon Wunderlich, Oliver Neuner, Franziska Burkard und Schulleiter Andreas Schneider (Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz)

Forchheim – Seit August 2019 ist Andreas Schneider neuer Leiter unserer Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz.

Er folgt auf Simone Rehberg, die in Elternzeit ist. Eine Herausforderung sieht der 53-Jährige in der Umsetzung des neuen Pflegeberufegesetzes mit der generalistischen, international anerkannten Ausbildung von Pflegefachfrauen/-männer. Der erste Lehrgang wird im September 2020 an unserem Hause beginnen. Der Familienvater und Krankenpfleger aus Siegen bestand 1992 das 2. Staatsexamen in Anästhesie- und Intensivpflege am Universitätsspital Zürich. In Niedersachsen absolvierte er ein berufspädagogisches Akademiestudium, während er als Fachkrankenpfleger auf Intensivstationen tätig war. 2008 schloss er ein Masterstudium in Health Care Management an der Universität Salzburg ab. Er wirkte 12 Jahre in Pflegeschulen und leitete eine Fachweiterbildungsstätte. In den vergangenen sieben Jahren war er als Pflegedirektor der Sozialstiftung Bamberg verantwortlich für den Pflegedienst mit rund 1.800 Mitarbeitern. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehören u.a. Bücher und Fachartikel zu den Themen Wissensmanagement, Demenzsensibilität in Kliniken sowie zur Entwicklung der Unternehmenskultur. Er ist Lehrbeauftragter der Ev. Hochschule Nürnberg im Fachbereich Pflegewissenschaft, Prozess- und Qualitätsmanagement. Gemeinsam mit seinem Team hat Andreas Schneider eine konkrete Strategie seines Bereiches aufgestellt – zur Sicherung der pflegerischen Versorgung aller Patienten unserer Häuser und damit als Beitrag zum Ganzen.

Forchheim – Prof. Amal Al-Hashmi aus dem Oman ist die Präsidentin der Omanischen Schlaganfallgesellschaft. Sie besuchte die Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Erlangen am 22. August 2019.

Ein Schwerpunkt dabei war der Austausch über die telemedizinische Schlaganfallversorgung im Schlaganfallnetzwerk mit Telemedizin in Nordbayern STENO und die mögliche Anwendung von Telemedizin zur Schlaganfallbehandlung im Oman. In diesem Rahmen besuchte sie auch das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, wo sie von Chefarzt Prof. Dr.Jürgen Gschossmann willkommen geheißen und durch die Klinik geführt wurde. Hierbei lag der Fokus auf der Notambulanz, dem Telekonsilraum und der Stroke Unit, um die Schlaganfallbehandlung in einer telemedizinischen angebundenen, nicht-neurologisch geführten Abteilung kennen zu lernen. Sie zeigte sich beeindruckt von der hochqualitativen Schlaganfallversorgung im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz und der engen und gut organisierten Zusammenarbeit mit der Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Erlangen im Rahmen des STENO-Netzwerks. Prof. Amal Al-Hashmi arbeitet im Royal Hospital in Maskat und organisiert die Schlaganfallversorgung im Oman. Auf ihre Initiative geht auch die Gründung der ersten fünf Stroke Units im Oman zurück.

Schlaganfall-Einheit

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz verfügt über eine von deutschlandweit über 300 zertifizierten Stroke Units. Konkret handelt es sich dabei um eine von deutschlandweit 13 telemedizinisch vernetzten Stroke Units (Telestroke Unit). Die Stroke Unit-Zertifizierung und Rezertifizierung durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) erfolgt regelmäßig in dreijährigen Abständen.

Auf der Telestroke Unit unter der Leitung von Oberärztin Barbara Willaczek, die in der Klinik für Innere Medizin angesiedelt ist, arbeitet ein interdisziplinäres Behandlungsteam aus Fachärzten für Innere Medizin, speziell geschultem Pflegepersonal (Stroke Nurses), Sprach- und Schlucktherapeuten, Ernährungstherapeuten, Physio- und Ergotherapeuten sowie Sozialpädagoginnen. Die neurologische Expertise steht in Form von täglichen Visiten eines neurologischen Facharztes zur Verfügung. Rund um die Uhr steht darüber hinaus ein Experte aus den drei STENO-Zentren Erlangen, Bayreuth und Nürnberg via Telemedizin zur Verfügung.

Forchheim – Geschäftsführer Sven Oelkers ernannte Diana Hahn zur Funktionsoberärztin der Allgemeinchirurgie.

Unterbrochen von einem zweijährigen Intermezzo am St. Theresien-Krankenhaus in Nürnberg ist die Bambergerin seit Oktober 2011 am Klinikum in Forchheim tätig, zuletzt als Assistenzärztin. Während ihrer täglichen Arbeit möchte sich die 39-Jährige auf Zwerchfellbrüche, die Refluxkrankheit und die damit einhergehenden Probleme wie Sodbrennen spezialisieren. Sie ist sehr zufrieden mit dem Spektrum der Allgemeinchirurgie und hebt die Abteilung hervor. Chefarzt der Allgemeinchirurgie Dr. Bernhard Drummer gibt das Lob zurück: „Ich freue mich, dass Diana bei uns geblieben ist.“ Sven Oelkers beglückwünschte Diana Hahn zur neuen Aufgabe, eine Stufe vor der Fachärztin.

Forchheim  – Der Klinikcheck der Nürnberger Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement an der Universität Erlangen-Nürnberg bewertete die stationär behandelte Operation von Eileitern und Eierstöcken von 24 Krankenhäusern in Nürnberg und Umgebung, die diese Leistung anbieten. Mit einer vergleichsweise großen Fallzahl von knapp 360 Operationen im Referenzjahr und einer sehr hohen Weiterempfehlungsrate von 90 Prozent für die Klinik für Frauenheilkunde konnte sich das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz auf dem zweiten Platz in der Gruppe „Top-Performer“ behaupten.

Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, erläutert: „Die Eingriffe an den weiblichen Eileitern und Eierstöcken gehen von der einfachen Zyste bis zum Eierstocks-Krebs. Wir führen diese Eingriffe, außer bei Krebs, minimalinvasiv durch und achten vor allem bei jüngeren Frauen darauf, nur wenn nötig und möglichst organerhaltend zu operieren.“

Zysten, Goldnetz und Inkontinenz

Zysten am Eierstock, mit Gewebe und/oder Flüssigkeit gefüllte Blasen, treten bei Frauen im geschlechtsreifen Alter häufig auf und sind an sich kein Grund zur Besorgnis, wenn sie gutartig sind. Erst wenn diese mit zunehmender Größe auf das umliegende Gewebe drücken, kann ein Eingriff erforderlich sein. Neben der Entfernung von Zysten hat sich das Team um Dr. Stefan Weingärtler auf Senkungs- und Inkontinenzprobleme bei Frauen spezialisiert. Diese treten vermehrt ab dem 45. Lebensjahr auf. Außerdem wendet der Gynäkologe bei extrem starken Menstrationsblutungen ein neuartiges Verfahren an, die sogenannte Endometriumablation, bei der mittels eines Goldnetzes die Gebärmutterschleimhaut in nur 90 Sekunden verödet wird. Die Methode ist nur für Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch geeignet und auch bei Hochrisikopatienten mit Blutgerinnungsstörungen und Herzerkrankungen durchführbar. Eine bösartige Veränderung der Gebärmutterschleimhaut muss vorab ausgeschlossen werden. Die Behandlung von Gebärmutterknoten und Schleimhautwucherungen zählt ebenfalls zum Leistungsspektrum der Klinik für Frauenheilkunde.

Die Studie untersucht vierzehn Leistungsbereiche

Nach wissenschaftlichen Kriterien haben die Forscher PD Dr. Martin Emmert und Prof. Oliver Schöffski von der Universität Nürnberg-Erlangen am Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Zeitung insgesamt 43 Kliniken im Umkreis von 50 Kilometern um Nürnberg anhand von öffentlich zugänglichen Qualitätsberichten, Abrechnungsdaten der AOK, Fallzahlen und Daten zur Patientenzufriedenheit der Weissen Liste bewertet.

Dabei werden 14 Leistungsbereiche mit insgesamt 295 veröffentlichungspflichtigen Indikatoren bewertet, von Hüft-und Knieoperationen, Geburtshilfe, Brustkrebs-Operationen, Eingriffe an der Halsschlagader, am Herzen und an der Gallenblase bis zur Behandlung von Prostatabeschwerden. Der Klinikcheck wurde 2016 eingeführt und veröffentlicht jährlich ab Anfang Juni die Ergebnisse. Nicht alle Leistungen bietet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz an.

Forchheim – Katrin Wenz wurde von Geschäftsführer Sven Oelkers zur Oberärztin der Inneren Medizin ernannt. Der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, lobt seine Mitarbeiterin: „Frau Wenz hat sich von Anfang an bewährt. Souverän entscheidet sie, was wichtig ist und was unwichtig.“ Mit ihrer ruhigen, verbindlichen Art sei die Station in besten Händen, sagt er: „Ich hoffe, dass wir lange mit Dir zusammenarbeiten.“

Am 1. Januar 2010 begann Katrin Wenz ihre Tätigkeit am Klinikum Forchheim mit dem Ziel einen Facharzttitel zu erwerben. Für die fünfjährige Weiterbildung zur Fachärztin sei es sehr vorteilhaft gewesen, dass sie diese komplett in einem Haus – im Klinikum – absolvieren konnte, erklärt sie. So erhalte man eine allgemeininternistische Ausbildung, lerne das ganze Spektrum dieses medizinischen Fachgebietes kennen bei kontinuierlicher Begleitung durch einen Chefarzt, Dr. Gschossmann. Die Internistin hat sich auf Gastroenterologie und Ultraschalldiagnostik spezialisiert. Die Pädiatrie (Kinderheilkunde) und Rheumatologie zählen zu ihren Steckenpferden.

Forchheim – Der Klinikcheck der Nürnberger Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement an der Universität Erlangen-Nürnberg bewertete 28 Krankenhäuser in und um Nürnberg hinsichtlich ihrer Leistungen bei der Entfernung von Gallenblasen. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz schnitt überdurchschnittlich gut ab und zählt zu der Gruppe der „Top-Performer“. Chefarzt der Allgemeinchirurgie, Dr. Bernhard Drummer, sagt: „Wir sind so erfolgreich, weil wir die größte Erfahrung in Nordbayern mit der sogenannten Schlüssellochchirurgie haben. Unser Krankenhaus war eines der ersten, das 1991 diese minimal-invasive Technik eingesetzt hat.“ Die Gallenblase samt Gallensteinen wird am Klinikum in Forchheim in der Regel laporoskopisch (minimal-invasiv) entfernt mittels kleiner Schnitte, durch die die Instrumente und Kameraoptik eingeführt werden.

Die genauen Ursachen von Gallensteinen sind unbekannt. Fest steht aber, dass bestimmte Faktoren das Erkrankungsrisiko erhöhen. In der Folge von Gallensteinen kann es zu einer Entzündung kommen, welche eine operative Entfernung der Gallenblase unabdingbar macht. In der Gallenblase wird die in der Leber produzierte Galle, die die Verdauung von Fetten möglich macht, eingedickt und gespeichert. Die Blase ist nicht lebensnotwendig, weil die Galle ohne sie direkt in den Zwölffingerdarm geleitet wird. In seltenen Fällen können Gallensteine in den Hauptgang gelangen oder dort selbst gebildet werden, auch diese können im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ohne Bauchschnitt entfernt werden.

Komplikationen wie Infektionen und Blutungen gehen in die Klinikcheck-Bewertung ein: einerseits durch die Aussagen der standardisierten Qualitätsberichte, die jedes Krankenhaus veröffentlichen muss, und andererseits durch die  AOK-Abrechnungsdaten, die Aufschluss darüber geben, ob weitere Behandlungen notwendig waren (Revisionsrate). Besonders die AOK-Routinedaten bescheinigen dem Klinikum Forchheim  ein „Besser als der Durchschnitt“. Im Referenzjahr wurden 159 Gallenblasen entfernt.

Vierzehn Leistungsbereiche

Beim Klinikcheck werden 14 Leistungsbereiche mit insgesamt 295 veröffentlichungspflichtigen Indikatoren bewertet, von Hüft-und Knieoperationen, Geburtshilfe, Brustkrebs-Operationen, Eingriffe an der Halsschlagader, am Herzen und an der Gallenblase bis zur Behandlung von Prostatabeschwerden. Der Klinikcheck wurde 2016 eingeführt und veröffentlicht jährlich ab Anfang Juni die Ergebnisse. Nicht alle Leistungen bietet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz an.

Forchheim – Durch den unkritischen Einsatz von Antibiotika in Praxen und Kliniken sowie in der Tiermast entwickeln sich Resistenzen bei Bakterien und anderen Mikroorganismen gegen diese Medikamente. Vor rund einem Jahr hat sich das Antibiotic Stewardship (ABS)-Team gebildet, bestehend aus den zertifizierten ABS-Expertinnen Dr. Andrea Neumann und dr. med. (Univ. Pécs) Ágnes Ujváriné Porkoláb, die die Resistenzlage und den Antiinfektiva-Verbrauch des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz überwachen.

Das Klinikum Forchheim Fränkische Schweiz nimmt seit Gründung des ABS-Teams einen Spitzenplatz ein bei der Vergabe von Schmalspektrum-Penicillinen (SSP) im Vergleich zu anderen Krankenhäusern mit weniger als 400 Betten. Es gehört damit zu den zehn Prozent der Krankenhäuser mit dem höchsten Einsatz an SSP. Die Verabreichung von Arzneistoffen mit einem breiten antimikrobiellen Wirkspektrum, zum Beispiel den sogenannten Carbapenemen, konnte dagegen erheblich reduziert werden. Dies ergab eine Auswertung von Daten aus der kontinuierlichen Antiinfektiva-Überwachung des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker in Kooperation mit der Abteilung Infektiologie des Universitätsklinikum Freiburg und der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (ADKA-if-DGI-Projekt, www.antiinfektiva-surveillance.de).“Früher wurden Antibiotika viel zu lange und viel zu breit eingesetzt“, erklärt die ABS-Expertin Dr. Andrea Neumann dazu.

Der Antibiotika-Verbrauch sagt aber noch nichts über die richtige Verwendung aus. Das Antibiotic Stewardship-Team hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Verordnungsqualität von Antiinfektiva am Klinikum weiter zu verbessern, die Patientenversorgung zu optimieren und die Entwicklung von weiteren Resistenzen zu verhindern. Die Überlebenschancen von Patienten mit Infektionen steigen grundsätzlich, wenn ein ABS-Experte in die Behandlung eingebunden ist. Daher treffen sich die beiden Ärztinnen regelmäßig mit den Stationsärzten, besprechen die Antibiotika-Medikation, entscheiden, ob diese beibehalten werden soll und empfehlen Änderungen, wenn notwendig.

Neben der zunehmenden Resistenzentwicklung von Bakterien und anderer Mikroorganismen zählen die stark eingeschränkte Entwicklung neuer Antiinfektiva mit innovativem Wirkmechanismus und der Mangel an klinischen Infektiologen zu den Herausforderungen der modernen Medizin.

Das Klinikum Forchheim hat neuerdings die Möglichkeit, Antibiotika-Spiegel bestimmen zu lassen um eine optimale individuelle Dosierung zu ermöglichen. Dafür werden die Blutproben im hauseigenen Labor vorbereitet und anschließend nach Heroldsberg in das Labor des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung von Prof. Dr. Fritz Sörgel verschickt.

Forchheim – Zum dritten Mal in Folge zählt die Geburtshilfe des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz zu den Besten im Klinikcheck. Im Vergleich mit 15 Kliniken, die diese Leistung anbieten, rangiert das Krankenhaus in der ersten Gruppe der „Top-Performer“. Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dr. Stefan Weingärtler, ist stolz auf den Erfolg: „Wir bieten eine familiäre, natürliche und beckenbodenorientierte Geburtshilfe an. Dies erreichen wir durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie einem top besetzten, teamfähigen Hebammen-, Schwestern- und Ärzte-Team.“

Für die Eingruppierung in eine der drei Qualitätsgruppen „Top-, Middle- und Low-Performer“ wurden die Daten der externen stationären Qualitätssicherung herangezogen und gewichtet. Aus dem Qualitätsbericht 2017 des Forchheimer Klinikums ist beispielsweise ersichtlich, dass 193 Kinder mit Kaiserschnitt zur Welt kamen, im Vergleich zu anderen Krankenhäusern eine sehr niedrige Kaiserschnittrate von 28 Prozent! (Aktueller Stand: 23 Prozent)

Die Anzahl der Geburten am Klinikum Forchheim – im Referenzjahr 2017 waren das 670 – legt die Platzierung innerhalb einer der Gruppen fest. Das Klinikum nimmt Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche auf. Beim Wettbewerb um den ersten Platz sind größere Kliniken klar im Vorteil, weil sie höhere Fallzahlen aufweisen. Ein weiterer Aspekt sind die Weiterempfehlungen sowohl für die Fachabteilung wie für das gesamte Krankenhaus in der „Weissen Liste“, ein Projekt der Bertelsmann Stiftung und den Dachverbänden der Patienten- und Verbraucherorganisationen. Hier konnte die Frauenheilkunde und Geburtshilfe punkten: Von den aktuell 80 Bewertungen empfahlen 92 Prozent diese Fachabteilung. Über 90 Prozent derjenigen, die einen Erfahrungsbericht eingereicht haben, waren zufrieden mit der ärztlichen Versorgung und pflegerischen Betreuung. Insgesamt haben 82 Prozent der knapp 550 Bewertungen das Klinikum Forchheim weiterempfohlen.

Die Studie untersucht vierzehn Leistungsbereiche

Nach wissenschaftlichen Kriterien haben die Forscher PD Dr. Martin Emmert und Prof. Oliver Schöffski von der Universität Nürnberg-Erlangen am Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Zeitung insgesamt 43 Kliniken im Umkreis von 50 Kilometern um Nürnberg anhand von öffentlich zugänglichen Qualitätsberichten, Abrechnungsdaten der AOK, Fallzahlen und Daten zur Patientenzufriedenheit der Weissen Liste bewertet.

Dabei werden 14 Leistungsbereiche mit insgesamt 295 veröffentlichungspflichtigen Indikatoren bewertet, von Hüft-und Knieoperationen, Geburtshilfe, Brustkrebs-Operationen, Eingriffe an der Halsschlagader, am Herzen und an der Gallenblase bis zur Behandlung von Prostatabeschwerden. Der Klinikcheck wurde 2016 eingeführt und veröffentlicht jährlich ab Anfang Juni die Ergebnisse. Nicht alle Leistungen bietet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz an.

Forchheim – Pflegeberufe sind körperlich anstrengend. Damit die Fürsorge für andere nicht zur eigenen Erkrankung führt, lernen die Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz in einem halbtägigen Kurs der AOK-Direktion Bamberg-Forchheim rückenschonendes Verhalten und Entspannungsübungen untermauert mit theoretischem Wissen.

Mit Energie und guter Laune zeigt Diplom-Sportlehrerin Dorothea Hilgert, wie sich kleinere Übungen auch währen der Arbeitszeit durchführen lassen und den Rücken entlasten. „Nach gezielten Dehn- Streck- und Kräftigungsübungen werden Spannungsschmerzen in der Muskulatur weniger und man fühlt sich besser“, stellt eine Teilnehmerin fest.

Konzipiert für Schüler der Berufsfachschule

Das besondere Augenmerk bei diesem Workshop liegt auf der richtigen Balance des Muskel- und Knochenapparats. Durch den Umgang mit bettlägerigen Patienten und das dafür erforderliche Heben, Schieben und Ziehen wird der Körper einseitig belastet und der Rücken beansprucht. Daher geht Dorothea Hilgert auch auf das richtige Bücken, Heben und Tragen mit Drehbewegungen ein. Der Workshop wird den Auszubildenden zum ersten Mal angeboten und wurde extra für sie konzipiert. Die Referentin für betriebliches Gesundheitsmanagement lobt Betriebe, die ihre Verantwortung ernst nehmen und die Mitarbeitergesundheit fördern: „Wir begrüßen es sehr, dass wir den Pflegeschülern schon zum Zeitpunkt der Ausbildung Gesundheitswissen vermitteln, damit sie den Beruf ohne Beschwerden lange ausüben können und Freude daran haben.“ Bereits im Frühjahr organisierte die AOK-Gesundheitskasse einen Aktionstag für die gesamte Belegschaft des Klinikums. Bei allen Angeboten im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung stehen wahlweise Themen aus den drei Säulen zur Gesunderhaltung im Focus: Ernährung, Bewegung und Umgang mit Stress.

Yoga und progressive Muskelentspannung

Gänzlich stressfrei fühlt man sich nach den Entspannungsübungen von Physiotherapeutin Ilka Kürsten. Auf Yogamatten liegend erklärt sie den Schülern die richtige Atmung und lenkt das Bewusstsein weg von der abstrakten Gedankenwelt, hin zum eigenen Körpergefühl. Sie verwendet neben Atemübungen Elemente der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson, die dazu anleiten Verspannungen wahrzunehmen und aufzulösen.

Ins Ziel auf dem Wackelbrett

Zum spielerischen Koordinations- und Reaktionstraining lädt AOK-Firmenkundenbetreuer Wolfgang Mallmann mit einem Computerspiel. Mithilfe von Balanceübungen auf einem kreisförmigen Brett, das mit Sensoren verkabelt ist, werden unter Inanspruchnahme aller stabilisierender Muskeln verschiedenen Spiele bewältigt. „Der Spaßfaktor ist riesig“, sagt eine Teilnehmerin.

Schulleiterin Simone Rehberg hebt hervor: „Ich finde es gut, dass präventive Angebote von der AOK für unsere Schüler angeboten werden. Die Gesundheits- und Krankenpflegeschüler lernen dadurch, die eigene Gesundheit zu erhalten und auf die Körperhaltung zu achten.“

Forchheim  – Einigen Hebammen, die sich spät angemeldet hatten, musste abgesagt werden, denn die hundert Plätze im Konferenzraum waren voll belegt als das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz in Kooperation mit dem Landratsamt zum Hebammenkongress einlud.

Landrat Dr. Herman Ulm zeigte sich angesichts der hohen Teilnehmerzahl begeistert und lud diese in seiner Begrüßung ein, gleich im Landkreis Forchheim zu bleiben, denn hier besteht ein Hebammenengpass in der ambulanten Betreuung: Bei weit über 1.000 Geburten stehen nur 16 niedergelassene Hebammen zur Verfügung.

Steilvorlage Rückkehrprogramm für Hebammen

Die Schirmherrin der Veranstaltung, Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Gesundheitsausschuss Emmi Zeulner aus Lichtenfels, lieferte mit ihrer Position zur im Bundeskabinett beschlossenen Hebammenausbildung mit Pflichtstudium eine Steilvorlage:  Sie fordert die Möglichkeit einer Nachtitulierung für alle Hebammen, die vor der endgültigen  Umstellung ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Außerdem spricht sie sich für ein gesetzlich geregeltes, finanziell attraktives Rückkehrprogramm für Hebammen aus, die längere Zeit im Beruf pausiert haben. Schließlich regt sie an, dass das Hebammenstudium in Nordbayern angeboten werden solle, damit es auch zukünftig „Hebammen made in Oberfranken“ gäbe.

Hebammenvermittlungsportal

Nach der Entbindung verlässt jede fünfte Mutter die Geburtsstation am Klinikstandort Forchheim ohne eine Wochenbettversorgung. Daher warb Bärbel Matiaske, die Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregion plus im Gesundheitsamt, für das Vermittlungsportal für Hebammenhilfe, das seit Juni online ist unter www.hebammeforchheim.de.

Natürliche Geburtshilfe und Beckenbodenschutz

Im Anschluss referierten Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Frauenklinik am Klinikum, und Petra Loher-Fischer, leitende Hebamme, über neue Aspekte der beckenbodenorientierten Geburtshilfe. Die große Belastung für den Beckenboden durch die Schwangerschaft legt bei vielen Frauen den Grundstein für spätere Beschwerden, die vielleicht erst zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auftreten. Ein Kaiserschnitt kann dieses Problem nicht lösen, so dass die Geburtshilfe des Klinikums eine möglichst natürliche Geburtshilfe vorzieht.

Frauen besser behandeln

„S 3-Leitlinie zur Geburt am Termin“ klingt nach einem staubtrockenen Thema, aber Prof. Dr. Frank Louwen, Leiter der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Goethe Universität in Frankfurt, hat Großes vor: Er möchte Frauen besser behandeln. Diese würden oft unterdiagnostiziert. So gehe ein Herzinfarkt bei Männern häufig mit heftigen Schmerzen in der Brust einher, die in den Arm ausstrahlten. Viele Frauen klagten aber über Bauchschmerzen und dadurch werde der Infarkt zu spät erkannt, erläuterte Prof. Louwen. Abhilfe sollen medizinische Leitlinien schaffen. Das sind Feststellungen, die Ärzte, Patienten und Angehörige anderer Gesundheitsberufe über Behandlungsmethoden mit dem besten Therapieerfolg informieren. Die höchste Qualität weisen die sogenannten evidenz- und konsensbasierten S 3 Leitlinien auf. Diese haben alle Elemente einer systematischen Entwicklung durchlaufen, inklusive regelmäßiger Überprüfung. Leider ist eine S 3 Leitlinie teuer, zwischen 200.000 und 250.000 Euro, daher gibt es diese lediglich für häufige Krankheitsbilder, zum Beispiel Darmkrebs. Für Krankheitsbilder bei Frauen existieren nur wenige dieser Leitlinien. Die von Prof. Louwen initiierte Deutsche Stiftung Frauengesundheit hat sich zum Ziel gesetzt, jährlich eine neue Leitlinie zu erstellen. Die Wirkung der Leitlinien sei groß, so Prof. Louwen. Der Fachzeitschrift „Frauenarzt“ mit einer Auflage von mehr als 20.000 Exemplaren, in der die Leitlinien veröffentlicht werden, könne sich kein Gynäkologe entziehen, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pränatal- und Geburtsmedizin. Er warb um Unterstützung für die Stiftung.

Zusammenarbeit in der Freiberuflichkeit

Die Leiterin der Fort- und Weiterbildungsakademie DiaLog von Diakonio – bis Mitte des Jahres Diakonie Neuendettelsau – Sigrid Schlecht-Reichert zeigte Aspekte der Zusammenarbeit unter Hebammen in der Freiberuflichkeit auf und erläuterte worauf man bei einer Kooperation achten sollte.

Stillbegleitung des saugschwachen Kindes

Schließlich sprach Lehrhebamme Manuela Burkhardt über die Stillbegleitung des saugschwachen Kindes. Sie gab zahlreiche praktische Tipps, wie beispielsweise die Mutter ihrem Kind mit einer angeborenen Lippen-Kiefer-Gaumenspalte helfen kann, Muttermilch zu trinken.

 

Anne Schwick von der Hebammenpraxis Berg und Tal in Heroldsberg, die mit drei Kolleginnen zum Kongress kam, war vom Vortrag von Prof. Louwen begeistert: „Toll, wie er ein so trockenes Thema charismatisch und unterhaltsam aufbereitet hat“, schwärmte sie.

Eine andere Teilnehmerin fand die Ratschläge für das saugschwache Kind sehr gut und nimmt die Anregungen für die Betreuung im Wochenbett mit. Die Resonanz der befragten Teilnehmer war insgesamt sehr positiv.

Forchheim – Sieben Ehrenamtliche, die den Kurs der katholischen und evangelischen Klinikseelsorge am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz erfolgreich beendet haben, werden nun regelmäßig auf Stationen des Krankenhauses anzutreffen sein.

Sie besuchen für zwei bis drei Stunden pro Woche Patienten und helfen dabei mit einer Krankheit umzugehen, spenden Trost. Eine Absolventin, Sandra Roth, sieht in dem Besuchsdienst einen besonderen Dienst an der Gesellschaft: „Es ist wichtig, dass man Leuten Zeit schenkt und ein offenes Ohr hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Kranke gerne mit Außenstehenden unterhalten, weil wir objektiver sind als Familienangehörige. Wir reden nicht nur über die Erkrankung. Die Patienten, die ich kennengelernt habe, sind dankbar, dass man Zeit hat, dass man da ist.“ Besonders wichtig sei es, unterstreicht Sandra Roth, dass „die Geschichte im Krankenzimmer bleibt“. Man dürfe den Kummer der Patienten nicht mit nach Hause nehmen, gibt sie zu bedenken.

Pastoralreferent Dietmar Denzler erläutert: „Die Krankenhausseelsorge und ihr neuer Besuchsdienst bringen Werte ein, die im Krankenhausalltag leicht zur kurz kommen: Zeit zum Zuhören – dazu individuelle Ausdrucksformen für Hoffnungen und Ängste, für Erinnerungen und Pläne, ja sogar einen Raum für den Glauben und das Gebet. Das alles gehört zum ganzen Menschen dazu, besonders im Krankheitsfall.“ Alle Gesprächsangebote sind freiwillig, nicht konfessions- oder religionsgebunden und unterliegen der Schweigepflicht.

Mit Pfarrer Oliver Mathias Leslie und Pastoralreferent Dietmar Denzler von der katholischen Kirche und Pfarrer Ulrich Bahr von der evangelischen Kirche sind drei Hauptamtliche in der Krankenhausseelsorge tätig; dazu die Seelsorger aus der Region, die über den Mitarbeiter am Empfang des Klinikums angefordert werden können.

Pfarrer Ulrich Bahr betont: „Wir sind sehr dankbar für den Kurs, der von Anfang an auf großes Interesse gestoßen ist. Der Forchheimer Besuchsdienst wird sich künftig auch mit dem Besuchsdienst der Klinik in Ebermannstadt gemeinsam treffen für Austausch und Fortbildung.“

Kontakt ökumenischer Besuchsdienst: Pfarrer Ulrich Bahr, ulrich.bahr@elkb.de, Tel. 09131 43467

Forchheim – Seit Januar 2019 ist das Fresenius Multifiltrate Pro Dialyse-Gerät auf der Intensivstation des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz im Einsatz. Dadurch können Patienten, die im Rahmen der Intensivtherapie früher bei akutem Nierenversagen in andere Krankenhäuser verlegt werden mussten, jetzt im Klinikum in Forchheim dialysiert werden. Bei diesem Verfahren wird das Blut durch Stoffaustausch an einer semipermeablen Membran gereinigt. Dr. Judith Neglein, Oberärztin der Intensivstation am Klinikum, ist erleichtert: „Die Verlegung von Patienten, die in einem kritischen Zustand sind, ist nicht einfach. Für den Patienten ist es sehr vorteilhaft, wenn das Nierenversagen, das im Rahmen einer schweren Erkrankung auftreten kann, sofort behandelt werden kann.“

70 Prozent dieser Form des Nierenversagens sind reversibel. Es kann nach großen und komplizierten Operationen, vor allem bei vorbestehendem Nierenschaden, auftreten. Ebenso ist bei anderen schweren Erkrankungen wie z.B. Bauchspeicheldrüsenentzündung, Lungenentzündung oder Blutvergiftungen anderer Ursache ein Versagen der Nieren möglich. Infolge eines akuten Nierenversagens kann in kurzer Zeit  eine lebensbedrohliche Situation eintreten, da der Körper den Elektrolythaushalt nicht mehr ausbalancieren kann und viele Stoffwechselprodukte nicht mehr ausgeschieden werden können. Eine rasche Dialyse kann die Nierenfunktion ersetzen. Mit dem modernen Verfahren der Citratdialyse können auch frisch operierte Patienten dialysiert werden, ohne dass ein hohes Risiko einer Nachblutung besteht.

Das neue Dialyse-Gerät wird nicht in der ambulanten Dialysetherapie angewandt, sondern ist ausschließlich der Intensivtherapie vorbehalten. Bisher konnten laut Oberärztin Judith Neglein. etliche Patienten mit dem neuen Gerät erfolgreich behandelt werden.

Forchheim  – Über den Beschluss des Kabinetts der Bayerischen Staatsregierung vom 9. Juli 2019, dass das Bauvorhaben „Ergänzungsmaßnahmen“ mit Fördermitteln in Höhe von 20,4 Mio. Euro des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz  in das Krankenhausbauprogramm 2020 aufgenommen wurde, freut sich der Geschäftsführer des Klinikums, Sven Oelkers.

„Die Aufnahme in das Bauprogramm ist eine Bestätigung unseres Vorhabens die Akut- und Intensivfälle in Forchheim zu bündeln und die Leistungen der beiden fusionierten Häuser Klinikum Forchheim und Klinik Fränkische Schweiz fokussiert und spezialisiert anbieten zu können“, sagt er. „Die Klinikfusion war ein notwendiger Schritt. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Die Umsetzung des medizinischen Konzeptes im Rahmen des Zusammenschlusses beider Kliniken kann nur mit einer baulichen Erweiterung einhergehen. Konkret werden in Forchheim die Notaufnahme und Intensivstation erweitert. Beide Bereiche haben die räumlichen Kapazitätsgrenzen längst erreicht. Damit die interventionelle Kardiologie von Ebermannstadt nach Forchheim ziehen kann, werden zwei neue Kathederlabore in Forchheim gebaut. Auch in den Funktionsbereichen und Personalumkleiden wird es Erweiterungen geben.

Nach Erhalt des Förderbescheids umfassen die nächsten Schritte die Ausschreibungen der einzelnen Maßnahmen. Der Baubeginn soll 2020 erfolgen. Landrat des Landkreises Forchheim Dr. Herman Ulm und Oberbürgermeister Stadt Forchheim Dr. Uwe Kirschstein freuen sich, dass es die geplanten Maßnahmen am Standort Forchheim zügig umgesetzt werden können mit dem Ziel einer klaren Profilbildung des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz und einer Erweiterung des Spektrums der medizinischen Versorgung in Stadt und Landkreis Forchheim. 

Hintergrund

Zum 1.1.2019 fusionierten das Klinikum Forchheim (225 Betten) und die Klinik Fränkische Schweiz (85 Betten +120 Betten Geriatrische Rehabilitation und Pflegezentrum) zum Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz mit zwei Gesellschaftern, Landkreis Forchheim und städtische Stiftung. Mit mehr als 1.000 Mitarbeitern ist das Klinikum der zweitgrößte Arbeitgeber im Landkreis.

Forchheim – Bereits 1966 besangen die Rolling Stones in ihrem Song „Mother’s little helper“, wie die gestresste Mutter Zuflucht nimmt zur beruhigenden Wirkung der „kleinen gelben Pille“ mit dem Wirkstoff Diazepan, besser bekannt unter dem Markennamen Valium®. Mit dieser musikalischen Einlage begann der Arzneimittel- und Dopingexperte Prof. Dr. Fritz Sörgel seinen Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe der Freunde und Förderer des Klinikums Forchheim e.V. mit dem Titel „Doping – Schneller, höher, weiter in Sport und Gesellschaft“.

Amphetamine, Methylphenidat und Modafinil heißen heutzutage die „kleinen Helfer“ – Stimulanzien und stimulans-ähnliche Substanzen, die die geistige Leistungsfähigkeit steigern sollen. Der Wunsch das eigene Potential durch Einnahme von Substanzen aller Art zu steigern sei nicht nur Spitzensportlern vorbehalten, so Prof. Sörgel. Als Beispiel zieht er den 1996 verstorbenen ungarischen Mathematiker Paul Erdös heran, der sich auf dem Gebiet der Kombinatorik, Graphen- und Zahlentheorie einen Namen gemacht hat. Dieser wettete 1979 um 500 Dollar, dass er es schaffen würde 30 Tage ohne Aufputschmittel durchzuhalten. Er verzichtete auf Kaffee, Koffeintabletten und Amphetamine und gewann die Wette. Erdös meinte aber, diese Wette hätte die Mathematik um einen Monat zurückgeworfen, da er während dieser Zeit keinen Gedanken zu Papier gebracht habe.

Arzneimittelmissbrauch versus Doping

Auch bei Turnierschachspielern, Künstlern und Kampffliegern ist die Einnahme von Stimulanzien, Antidementiva, Antidepressiva und Betablockern – gegen Lampenfieber! – weit verbreitet. Prof. Sörgel warnt davor, diesen Arzneimittelmissbrauch zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit als „Doping“ zu bezeichnen. Der Begriff „Doping“ sei die Bezeichnung für die Einnahme von verbotenen Substanzen beziehungsweise Methoden, allein zur Steigerung von sportlichen Leistungen. Schlagwörter wie „Doping fürs Haar“ seien zu vermeiden, fordert der Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Heroldsberg.

Erfolgreich bis zum Tod

Wie weit Spitzensportler bereit sind zu gehen erläutert der Wissenschaftler anhand vom „Goldman-Dilemma“. 1982 stellte der US-amerikanische Arzt und Publizist Bob Goldman 198 Eliteathleten die Frage, ob diese bereit wären eine Substanz einzunehmen, die sportlichen Erfolg garantiert, aber innerhalb von fünf Jahren den eigenen Tod zur Folge hätte. Die Hälfte der Befragten bejahte diese. Dabei werden die Methoden des Dopings immer drastischer: Um beim Blutdoping das mit roten Blutkörperchen angereicherte Eigenblut im Flugzeug zu transportieren wurde den Athleten vor Antritt des Fluges bis zu ein Liter Blutkonzentrat in den Kreislauf infundiert. Nach der Landung wurde es wieder abgezapft. Der Sportler ist Transporteur des Eigenblutkonzentrats mit unvorhersehbaren Folgen für seine Gesundheit. Die neueste Entwicklung scheint der Einsatz von Kobalt zu sein. Das Schwermetall hat in geringen Mengen den gleichen Effekt wie das Blutdoping-Mittel Epo. Die Doping-Kontrolleure scheiterten bisher an folgendem Problem: „Sie können nur das finden, was sie suchen“, erklärt Prof. Sörgel, und „Jeder Einsatz von Doping ist vom Wissensstand in der Chemie abhängig.“ Zum ersten Mal würden jetzt „Non-target-Screenings“ bei der Dopingkontrolle angewandt, die es erlauben Aussagen über unbekannte, unerwartete Substanzen in der Probe zu treffen.

Die hochkarätige Zuhörerschaft – darunter zwei ehrenamtliche Dopingkontrolleure, ein Vertreter der Dopingbeauftragten des Bayerischen Triathlon Verbands – stellte Fragen zu vergangenen Dopingfällen, wie denen von Lance Armstrong und Jan Ulrich. Stefan Pohl wies darauf hin, dass die Nationale Anti Doping Agentur NADA Programme aufgelegt habe mit dem Ziel in Sportvereinen Kinder, Eltern und Trainer für das Thema zu sensibilisieren und vor den Gefahren der Leistungsmanipulation zu schützen.

Klinikumsgeschäftsführer Sven Oelkers überreichte zum Dank für den Vortrag ein kleines Geschenk.

Forchheim – Im Klinikcheck punktet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz beim Einsetzen von künstlichen Hüftgelenken. Das Krankenhaus belegt in der ersten Performance-Gruppe den dritten Platz von insgesamt 27 Kliniken, die diese Leistung anbieten, und zählt damit zu den „Top-Performern“. Für die Eingruppierung ausschlaggebend sind zwei Komponenten – die Daten aus der externen stationären Qualitätssicherung und der Routine- und Abrechnungsdaten der AOK. Die Platzierung innerhalb einer der fünf Gruppen gibt Aufschluss über die Fallzahlen. Dr. Uwe Lehmann, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Forchheim, unterstreicht: „Die Eingruppierung spiegelt die langjährige kontinuierliche Verbesserung der einzelnen Abläufe von der OP-Vorbereitung bis zur Nachsorge wieder und die Umsetzung der regelmäßig durchgeführten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen in allen beteiligten Bereichen.“

Nach wissenschaftlichen Kriterien haben die Forscher PD Dr. Martin Emmert und Prof. Oliver Schöffski von der Universität Nürnberg-Erlangen am Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement in Zusammenarbeit mit einer Tageszeitung insgesamt 43 Kliniken im Umkreis von 50 Kilometern um Nürnberg anhand von öffentlich zugänglichen Qualitätsberichten, Abrechnungsdaten der AOK, Fallzahlen und Daten zur Patientenzufriedenheit der „Weissen Liste“ bewertet.

Vierzehn Leistungsbereiche

Dabei werden 14 Leistungsbereiche mit insgesamt 295 veröffentlichungspflichtigen Indikatoren bewertet, von Hüft-und Knieoperationen, Geburtshilfe, Brustkrebs-Operationen, Eingriffe an der Halsschlagader, am Herzen und an der Gallenblase bis zur Behandlung von Prostatabeschwerden. Der Klinikcheck wurde 2016 eingeführt und veröffentlicht jährlich ab Anfang Juni die Ergebnisse. Nicht alle Leistungen bietet das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz an. Da die Daten, die der Studie zugrunde liegen, in einem Zeitraum vor 2018 erhoben wurden, bilden sie neuere Entwicklungen nicht ab. So erzielte das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz seit Einführung der roboterarmassistierten Chirurgie bei Kniegelenkersatz-Operationen im April 2018 bei einer internen Befragung gute Ergebnisse. Die Mako®-Patienten waren sechs Wochen nach der OP wesentlich zufriedener mit ihrer neu erlangten Beweglichkeit als die herkömmlich Operierten.

Forchheim – Durch Beschluss der Bayerischen Landesärztekammer vom Mai 2019 erhielt die Internistin und Diabetologin Dr. Elisabeth Dewald die volle Befugnis, Ärzte in der Zusatzweiterbildung im Schwerpunktfach Diabetologie am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz auszubilden.

Diese 18-monatige Weiterbildung muss nachgewiesen werden, um die Prüfung Diabetologie (WO 2004) nach den Richtlinien der Bayerischen Landesärztekammer abzulegen.

Vor allem für niedergelassene Ärzte bietet diese Weiterbildungsmöglichkeit am Klinikum Forchheim die Chance, ihre jungen Nachwuchsärzte schwerpunktmäßig zu fördern und deren Ausbildungsspektrum zu vergrößern.

Dr. Elisabeth Dewald reichte den Antrag im Oktober 2018 ein, sie musste einen detaillierten Lehrplan erarbeiten sowie die fachliche Kompetenz neben weiteren logistischen Voraussetzungen darlegen. Nach Prüfung durch die Bayerische Landesärztekammer und Vorstandsbeschluss wurde die Befugnis erteilt. Inhaltlich orientiert sich die Weiterbildung an der zweijährigen Zusatzqualifizierung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) mit dem gesamten Spektrum aller Grundlagen, Therapieformen und Begleiterkrankungen des Diabetes mellitus.

Laut Statistik (2017) des Bayerischen Amtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sind im Landkreis Forchheim knapp 10.600 ambulante Patienten mit Diabetes mellitus ansässig. Im Vergleich zu anderen Regierungsbezirken in Bayern weist Oberfranken die größte Dichte von Erkrankten auf. Vier Diabetologen sind im Landkreis in diabetologisch orientierten Hausarztpraxen in Forchheim und in Ebermannstadt tätig.

Forchheim – Bei einem Unfall, einer Krankheit oder altersbedingt ist es manchmal nicht mehr möglich, seine Angelegenheiten selbst zu regeln. Enge Angehörige oder Ehepartner haben nach derzeitigem Gesetzesstand nicht automatisch die gesetzliche Vollmacht und das Amtsgericht muss einen Betreuer, also eine Art amtlichen Vormund, bestellen. Notar Martin Reiß erläuterte im Rahmen der Vortragsreihe der Freunde und Förderer des Klinikums Forchheim e.V. drei Verfügungen, die Vorsorge treffen sollen gegen eine Fremdbestimmung im Krankheitsfall. Die Bestuhlung im Konferenzsaal des Klinikums reichte nicht aus, um den mehr als 100 Interessierten einen Platz bieten zu können.

Betreuungsrecht

Ist ein Erwachsener nicht mehr geschäftsfähig und kann daher seine Angelegenheiten nicht mehr selbst besorgen, wird für ihn auf Antrag oder von Amts wegen vom zuständigen Amtsgericht (Betreuungsgericht) ein Betreuer bestellt (§ 1896 BGB), der dann unter Aufsicht des Gerichts den Betreuten rechtlich vertritt. Betreuer kann eine natürliche Person (z.B. Angehöriger oder Berufsbetreuer), eine Behörde oder ein Betreuungsverein sein. Eine gesetzliche Vollmacht des Ehegatten besteht nicht.

Dabei soll der Betreuer nach den Wünschen des Betreuten ausgewählt werden und handeln. Es ist möglich, diese „Wünsche“ in einer Betreuungsverfügung (§ 1901 a BGB) bereits in gesunden Tagen festzuschreiben – typischer Inhalt: Wer soll Betreuer werden, wer nicht? Welches Heim (welches nicht)? Die Betreuung ändert nichts an der Geschäftsfähigkeit des Betreuten in lichten Momenten. Mit Ausnahme bei angeordnetem Einwilligungsvorbehalt liegt also keine Entmündigung vor.

Martin Reiß zählte die Nachteile einer gesetzlichen Betreuung auf, insbesondere die Schwerfälligkeit bei der Entscheidung über Unternehmensführung und über Grundstücke, die der erforderlichen Überwachung des Betreuers und der Genehmigung durch das Betreuungsgericht geschuldet sei. Für den Betreuten seien Schenkungen und Übergaben – beispielsweise die Hofübergabe – praktisch unmöglich, so der Notar.

Vorsorgevollmacht

Will man eine Betreuung vermeiden, kann man über eine Vorsorgevollmacht einen Bevollmächtigten bestellen. Dieser entscheidet dann aufgrund dieser Vollmacht für den Geschäftsunfähigen, so dass kein Betreuer benötigt wird. In der Vollmacht kann man über die Grenzen des Betreuungsrechtes hinaus festlegen, was der Bevollmächtigte darf. Typischerweise enthalten ist eine Generalvollmacht, aber auch die Befugnis zur Entscheidung über persönliche Angelegenheiten des Vollmachtgebers, etwa ob an ihm eine Operation durchgeführt werden oder er in ein Heim oder eine Anstalt eingeliefert werden darf. Die Vollmacht kann an eine oder mehrere Personen erteilt werden. Eine Vollmacht sollte aber nur erteilt werden, wenn man dem Bevollmächtigten uneingeschränkt vertraut. Soll der Bevollmächtigte auch Grundstücksgeschäfte tätigen können, oder hat der Vollmachtgeber eine Firma, muss die Vollmacht mindestens notariell beglaubigt werden. Eine Bankvollmacht muss entweder beglaubigt oder bei der Bank direkt erteilt werden.

Patientenverfügung

Auf ein Sterben in Würde konzentriert sich eine Patientenverfügung. Der Patient kann Anordnungen treffen, ob er/sie am Lebensende unter Ausschöpfung aller Mittel der modernen Medizin am Leben erhalten werden will, oder ob eine „Lebensverlängerung um jeden Preis“ abgelehnt wird. Gerade wenn die Situation nicht eindeutig ist, kann so Sicherheit für alle Beteiligten – Ärzte und Angehörige – geschaffen werden. Wenn das Gesetz auch keine besondere Form fordert, fördert eine schriftliche Niederlegung unter fachlicher Beratung doch die Rechtsklarheit. Damit die Patientenverfügung umgesetzt werden kann, sollte eine Vertrauensperson gleichzeitig als Bevollmächtigter oder Betreuer bestellt werden. Von eigenen Formulierungen, wie „Ich möchte nicht an Maschinen angeschlossen werden“ rät der Notar ab, da sie oft unerwartete Risiken und Nebenwirkungen haben können.

Er gab Ratschläge, wie man im Internet Informationen zu diesen drei Arten der Verfügung erhält und empfahl die Beratung durch einen Anwalt oder Notar, insbesondere dann, wenn Immobilien im Spiel seien, ein großes Vermögen oder eine Unternehmensnachfolge.

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Zuhörer viele Fragen: Wo soll eine Verfügung aufbewahrt werden, damit diese bei einem Unfall gefunden werden kann? Welche Pflichten entstehen den Bevollmächtigten/Betreuern aus der Willenserklärung des Vollmachtgebers?

Forchheim – Auch dieses Jahr beteiligt sich das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz an der Aktion „Saubere Hände“. Händehygiene ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen persönlichen Gesundheitspflege, aber auch eine vorbeugende Maßnahme zum Schutz von Patienten, Personal und Angehörigen vor Ansteckung mit Erregern.

Svenja Schmitt, Schülerin der Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege erklärt, wie die Händedesinfektion korrekt durchgeführt wird:

Mit einer ausreichenden Menge an Händedesinfektionsmittel wird die gesamte Handfläche innen und außen benetzt. Auch Fingerkuppen und Fingerzwischenräume müssen eingerieben werden. Mindestens 30 Sekunden Zeit nimmt das Einreiben der Hände in Anspruch. Svenja Schmitt, die sich während ihrer Arbeit mehrmals täglich die Hände vor und nach Patientenkontakt desinfiziert, achtet besonders darauf, dass auch wirklich alle Hautpartien benetzt sind. Am Aktionsstand in der Eingangshalle des Klinikums überprüft Hygienefachkraft Annette Drummer mit einer UV-Lampe, ob auch die gesamte Haut mit dem Desinfektionsmittel befeuchtet wurde. Unter der Schwarzlichtlampe leuchten die Hautpartien, die mit Desinfektionsmittel benetzt wurden, hellblau.

Die deutschlandweite Kampagne „Aktion Saubere Hände“ setzt sich seit 2008 in Zusammenarbeit mit der WHO für Qualitätssicherung und verbesserte Hygienestandards auf der Basis von internationaler Forschungsarbeit und nationaler Hygieneleitlinien ein.

Für das Krankenhauspersonal werden fünf Situationen aufgezeigt, in der eine Händedesinfektion notwendig wird, um sich selbst und andere vor potentiell krankmachenden Erregern zu schützen.

  • Vor dem Patientenkontakt
  • Vor aseptischen (keimfreien) Tätigkeiten, wie Verbandswechsel, Umgang mit intravenösen Medikamenten
  • Nach Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien, wie Urin oder Erbrochenem
  • Nach Patientenkontakt
  • Nach Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarer Umgebung des Patienten, beispielsweise mit dem Nachttisch des Patienten

Für die Umsetzung dieser Maßnahmen erhält das teilnehmende Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ein Zertifikat. Geschäftsführer Sven Oelkers richtet sich an Angehörige und Verwandte, die Patienten im Klinikum besuchen: „Unterstützen Sie den Heilungsprozess Ihrer Lieben und wenden Sie die Händedesinfektion vor und nach Patientenkontakt konsequent an!“

Korrekte Händedesinfektion

Forchheim – Fast genau dreißig Jahre nach ihrem ersten Arbeitstag im alten Forchheimer Krankenhaus am 17. April 1989 übernimmt Oberärztin Gabriele Egelseer ab Mai 2019 die Leitung der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz. Die Fachärztin für Allgemeinchirurgie hat sich auf Schilddrüsenoperationen und laparoskopische Eingriffe spezialisiert. Ihre Erfahrungen bei der Behandlung von kindlichen Leistenbrüchen und in der Kinderchirurgie, die es im Krankenhaus in der Bamberger Straße noch gab, kommen ihr zugute, wenn die Unfallopfer Kinder sind.

Die Forchheimerin, die jahrelang als Notärztin im Einsatz war, hat sich vorgenommen: „Die Notaufnahme des Klinikums ist immer das Aushängeschild eines Hauses. Zusammen mit meinem Team möchte ich unsere Abläufe optimieren, damit die Patienten bestmöglich versorgt sind.“ Gabriele Egelseer ist enthusiastisch, dass sie die geplante bauliche Erweiterung der Notaufnahme mitgestalten darf. Zum Neuanfang wünscht sie sich eine gute, konstruktive Zusammenarbeit mit allen Abteilungen im Haus und in Ebermannstadt sowie mit Geschäftsführer Sven Oelkers. Dieser hebt hervor, dass Gabriele Egelseer die Abläufe und Strukturen im Haus sehr gut kenne. Er sichert Unterstützung bei der Umsetzung dieser herausfordernden Aufgabe zu, um eine bestmögliche Patientenversorgung zu gewährleisten, und wünscht Gabriele Egelseer viel Erfolg.

Herr Dr. Lehmann, seit rund einem Jahr wenden Sie ein roboterarmassistiertes Operationsverfahren beim Kniegelenkersatz an. Welche Vorteile entstehen daraus für den Patienten?

Dr. Uwe Lehmann: Mit dem MAKOplastie®, mit der wir bereits mehr als 100 Patienten operiert haben, können wir viel präziser – auf 1/10 Millimeter genau – das Prothesenbett sägen. Vorher wird die Prothese exakt positioniert und zu Beginn der Operation noch eine Feinabstimmung der Bänderspannung vorgenommen. Bei einer Befragung unserer Mako®-Patienten sechs Wochen nach der OP waren diese wesentlich zufriedener mit ihrer neu erlangten Beweglichkeit. In einer englischen Vergleichsstudie von 40 herkömmlich Operierten und 40 Patienten mit Mako®-Knietotalendoprothese wiesen Letztere weniger postoperative Schmerzen auf, konnten nach kürzerer Zeit das gestreckte Bein heben und haben ihren Krankenhausaufenthalt um fast 30 Prozent verkürzt. Knapp hundert wissenschaftliche Studien und unabhängige Prothesenregisterdaten zeigen bessere funktionelle Ergebnisse und niedrigere Revisionsraten, erforderten also weniger häufig einen Folgeeingriff.

Wie funktioniert diese neue Technologie?

Dr. Uwe Lehmann: Zuerst wird eine spezielle Planungs-Computertomografie (CT) angefertigt, die die individuelle Anatomie des Patienten erfasst. Das daraus resultierende 3D- Modell dient als Planungsgrundlage der Prothese. Während der Operation nutzt der Operateur die roboterarmunterstützte Technologie zum Sägen des Prothesenbetts. Bei einer Abweichung von der Planung stoppt der Sägevorgang automatisch. Keine Bänder- oder Nervenstrukuren können beschädigt werden.

Müssen gesetzlich Krankenversicherte für diese Operation zuzahlen?

Dr. Uwe Lehmann: Nein, es entstehen keine zusätzlichen Kosten für gesetzlich oder privat versicherte Patienten.

Danke für das Gespräch!

MAKO Patienteninformationsveranstaltung

Forchheim 8. April 2019 – Sven Oelkers freut sich, dass zwei Mitarbeiter, die bereits im Klinikum Forchheim gelernt haben, in führende Positionen aufgerückt sind. Lena Obenauf leitet die Endoskopie und Marco Nimmerrichter wird stellvertretender Stationsleiter der Unfallchirurgie.

Der Geschäftsführer unterstreicht: „Wir versuchen, dass das hier erworbene Wissen innerhalb unseres Hauses weitergegeben wird. Das ist uns gelungen.“
Lena Obenauf hat bereits während ihrer Ausbildung in der Endoskopie gearbeitet. Der Chefarzt der Inneren Medizin, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, lobt das hohe Engagement und Fachwissen, mit dem sich Lena Obenauf als stellvertretende Leitung in der Endoskopie bewährt hat.
Marco Nimmerrichter interessiert sich mehr für die Chirurgie: „Bei den Internisten muss man erst suchen, in der Chirurgie ist die Verletzung offensichtlich!“ Außerdem sei die Arbeit auf der Unfallchirurgie zielorientiert, weil man den Erfolg während des Patientenaufenthaltes wahrnehmen könne, sagt der Gesundheits- und Krankenpfleger. Der ärztliche Direktor Jürgen Gschossmann weist auf das kleine Jubiläum hin – seit zehn Jahren ist Marco Nimmerrichter für das Klinikum tätig.

Forchheim, 3. April 2019 – Ein parteiübergreifender Vorschlag zur doppelten Widerspruchslösung bei der Organspende soll mehr Patienten helfen ein Spenderorgan zu bekommen. Die Rede ist vom doppelten Widerspruch: Einerseits kann jemand, der nicht Spender sein möchte, sich in einem Bundesregister eintragen lassen. Andererseits können auch Angehörige der Organspende widersprechen. Zeitgleich zur Vorlage des Gruppenantrags zur Widerspruchslösung ist am 1. April 2019 das Gesetz für bessere Strukturen in der Organspende (GZSO) in Kraft getreten.

Durch das Gesetz soll die Zahl der Organspenden erhöht und so mehr Menschenleben gerettet werden. Krankenhäuser sollen mehr Zeit und Geld für Organtransplantationen bekommen. Transplantationsbeauftragte haben mehr Zeit und Befugnisse, Krankenhäuser werden angemessen vergütet und Empfänger haben die Möglichkeit Angehörigen des Spenders in einem anonymisierten Schreiben zu danken.

Transplantationsbeauftragter am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ist Chefarzt Prof.  Dr. Jürgen Gschossmann. Er begrüßt die Initiative zur doppelten Widerspruchslösung: „Es gibt einen großen Mangel an Spenderorganen, die wir Patienten zuführen können, die ohne eine Organspende nicht überleben können. Jedes Jahr versterben in Deutschland tausende von Patienten wegen Organmangel.“ Eine doppelte Widerspruchslösung fordere jeden auf, sich – unabhängig von der persönlichen Entscheidung – Gedanken zu diesem wichtigen Thema zu machen, so Gschossmann.

Im Rahmen der Vortragsreihe der Freunde und Förderer des Klinikums Forchheim e.V. referiert Prof. Dr. Gschossmann am 25. November 2019 zur Widerspruchslösung bei der Organspende im Klinikum in Forchheim. Interessierte sind willkommen. Der Eintritt ist frei.

Kommentar zu Änderungen bei der Organspende

Forchheim, 28. März 2019 – Vorsichtig drückt Moritz Mayr das Infrarot-Fieberthermometer in die Ohrmuschel des Patienten. 36,8 °Celsius meldet er an Schwester Waltraud und entfernt die Einmalplastikschutzkappe. Der Elfjährige begleitet einen Vormittag lang Gesundheits- und Krankenpfleger bei ihrer Arbeit im Klinikum im Rahmen der Aktion Girls-und Boys-Day. Ziel der bundesweiten Aktion ist es, Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 Berufe und Studienfächer erkunden zu lassen, in denen das jeweils eigene Geschlecht noch unterrepräsentiert ist.

Eigentlich möchte Moritz Rettungssanitäter werden: „Ich helfe gerne Menschen und als Sanitäter weiß man nicht, was auf einen zukommt.“ Außerdem reize es ihn, dass er im Rettungswagen bei Rot über die Ampel fahren darf, fügt er schmunzelnd hinzu. Der Rettungssanitäter muss einen ausführlichen Lehrgang, der 520 Stunden umfasst, absolvieren. Viele Hilfsorganisationen wie die Malteser oder der Arbeiter-Samariter-Bund und private Rettungsdienstschulen bieten den Kurs an. Ein Schnupperpraktikum im Rettungswagen gibt es nicht, weil dieser jederzeit für eine Einsatzfahrt bereit sein muss. Daher hat sich der Eggolsheimer Mittelschüler für das Klinikum in Forchheim entschieden und weil seine Tante hier schon einmal Patientin war. In der Notaufnahme trifft er auf Clemens Stein, der sich vom Rettungsdienst Nürnberg innerhalb von drei Jahren zum Notfallsanitäter ausbilden lässt. Ein Notfallsanitäter ist der Verantwortliche in einem Rettungswagen. Der Beruf ist die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst. Clemens Stein durchläuft während seiner Ausbildung Praktika in verschiedenen Abteilungen in Krankenhäusern und arbeitet zurzeit in der Notaufnahme in Forchheim.

Schwester Waltraud bringt Moritz anschließend bei, wie er Patientenbetten vorsichtig um die Ecke lenkt. Eine Frau hat einen Schlaganfall erlitten und muss jetzt im Bett in die Schlaganfalleinheit zur Überwachung gefahren werden. Neben Fiebermessen hilft der Junge auch die Manschette zum Blutdruckmessen anzulegen. Es gibt den systolischen und den diastolischen Wert, erklärt Schwester Waltraud. Außerdem zeigt sie, wie der Blutzucker gemessen wird: Mit einem kleinen Piekser wird ein Blutstropfen aus dem Finger erzeugt, der anschließend auf den Zuckergehalt überprüft wird. Moritz ist zurückhaltend: „Ich hätte Angst, dass ich beim Pieksen etwas anderes treffen würde.“

Am Ende des halbtägigen Praktikums ist der Junge erschöpft von den vielen neuen Eindrücken. Ob er einmal Rettungssanitäter werden möchte oder doch lieber Pflegefachmann weiß er noch nicht.

Neue Pflegeausbildung an der Berufsfachschule für Krankenpflege

Demnächst bildet die Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum in Forchheim nicht mehr zum Gesundheits- und Krankenpfleger aus, sondern zum Pflegefachmann oder zur –fachfrau. Die Ausbildung ruht auf zwei Säulen: dem theoretischen Unterricht in der Berufsfachschule für Krankenpflege und den praktischen Lernerfahrungen im Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz und anderen Einsatzorten.

Die Vergütung entspricht den Vorgaben des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst (TVöD). Im ersten Ausbildungsjahr beträgt das Gehalt rund 1.140 Euro/Monat.

Forchheim 18.03.2019 – Die Neuwahlen des Vorstandes, der für drei Jahre gewählt wird, standen auf der Tagesordnung der Mitgliederhauptversammlung des Fördervereins des Klinikums Forchheim nachdem der alte Vorstand satzungsgemäß entlastet wurde.

Herbert Wolfrum als Geschäftsführer und Alt-OB Franz Stumpf als Rechnungsprüfer traten nicht mehr an. Der erste Vorsitzende Franz Streit bedankte sich sehr herzlich. Franz Stumpf habe außerordentliche Verdienste für das Klinikum Forchheim erbracht. Herbert Wolfrum habe sich durch seine absolute Verlässlichkeit und sein Verständnis für größere Zusammenhänge ausgezeichnet. Er sei bestens im Haus vernetzt. Wolfrum war von 2001 bis zu seiner Pensionierung stellvertretender Geschäftsführer des Klinikums Forchheim und ebenso lang ist er im Vorstand des Fördervereins aktiv. Oliver Amon, Prokurist am Klinikstandort Forchheim, wurde zum neuen Geschäftsführer des Vereins gewählt und Alexander Brehm, Vorstand der Volksbank Forchheim e.G., ist neuer Revisor. Die beiden Rechnungsprüfer – neben Alexander Brehm prüft Gerhard Käding – gehören nicht dem Vorstand an, da sie diesen kontrollieren. Alle anderen Vorstandsmitglieder wurden per Akklamation in ihrem Amt bestätigt. Franz Streit und Dr. Uwe Kirschstein bleiben erster und zweiter Vorsitzender, die Finanzen hütet Schatzmeister Sven Oelkers, Andreas Rudl engagiert sich als Schriftführer. Beisitzer sind Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, Dr. Bernhard Drummer und Dr. Wolfgang Dratz.

Mobil zwischen den Standorten
Franz Streit berichtete über die Aktivitäten des Fördervereins und warb für kommende Fachvorträge. Insbesondere der Vortrag von Prof. Dr. Fritz Sörgel, Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Heroldsberg, am 24. Juni zum Thema „Doping – eine Plage des Sports und ihre gesellschaftlichen Folgen“ zeige, dass sich der Verein am Puls der Zeit bewege. Er dankte Alexander Brehm stellvertretend für die Volksbank dafür, dass diese dem Förderverein für die Dauer von vier Jahren ein Elektroauto, ein Smart fourtwo EQ, zur Verfügung stelle. Das Auto sei für Mitarbeiterfahrten und zum „Sprung zwischen den Klinikstandorten Forchheim und Ebermannstadt“ gedacht, erläuterte Alexander Brehm und unterstrich die regionale Verantwortung der Volksbank.
Abschließend legte Franz Streit dar, dass eine Zusammenlegung des Fördervereins Forchheim und der Fördergesellschaft in Ebermannstadt vorerst nicht angedacht sei, da die Vereine sehr unterschiedlich strukturiert seien.

Krankenhausplanungsausschuss bestimmt weitere Fusionsschritte
Klinikumgeschäftsführer Sven Oelkers zeigte die weiteren Schritte des Zusammenschlusses der beiden Kliniken auf. Wesentlich für die Umsetzung des medizinischen Konzeptes sei die Bewilligung der beantragten Baumaßnahmen am Standort Forchheim im bayerischen Krankenhausplanungsausschuss. Durch den Umbau können Akutbereiche nach Forchheim verlegt werden und die psychosomatische Abteilung wird in Ebermannstadt ausgebaut. Geplant ist der Umzug der interventionellen Kardiologie – die Behandlung von Erkrankungen des Herzens – von Ebermannstadt nach Forchheim und die Einrichtung von zwei Herzkatheterlaboren. Derzeit ist in Ebermannstadt neben den 67 internistischen Betten Platz für 60 geriatrische Betten und 18 Betten für die Psychosomatik. Diese Abteilung soll auf 36 Betten erweitert werden, wenn die Kardiologie in Forchheim angesiedelt ist.
Von den veranschlagten 25 Mio. Euro Baukosten seien 22 Mio. Euro förderfähig, erklärt Sven Oelkers, d. h. diese können durch Drittmittel finanziert werden.

Forchheim –Das Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz hilft gemeinsam mit der Apotheke am Klinikum und der Marien-Apotheke vor Ort, indem hier Sachspenden für die Diabetesbehandlung gesammelt werden. Über das Forchheimer Engagement für das Projekt „Insulin zum Leben“ berichtet die Deutsche Apotheker Zeitung in ihrer Online-Ausgabe.

„Murakoze“ heißt „Danke“ auf Kinyarwanda, einer Bantusprache, die in Ruanda, Kongo und Uganda gesprochen wird, und dieses Wort hört Projektleiterin Heidrun Schmidt-Schmiedebach sehr oft, denn in diesen Ländern ist lebensnotwendiges Insulin oft Mangelware. Viele Diabetiker können sich das lebenserhaltende Hormon nicht leisten   und Hilfsmittel zur Diabetesbehandlung sind rar. Seit Ende des Jahres 2018 engagiert sich das Klinikum unter der Federführung von Diabetologin Dr. Elisabeth Dewald für das Projekt.

Apotheker Andreas Rudl erklärt: „„Es geht in dem Projekt darum, dass man haltbares Insulin, welches in Deutschland nicht mehr in den Handel gebracht werden kann, nachdem es die Apotheke einmal verlassen hat, noch einem guten Zweck zuführt.“ Die Apotheke am Klinikum Forchheim und die Marienapotheke bieten in diesem Zusammenhang den Service an, das Insulin und die Hilfsmittel zu sammeln, auf Brauchbarkeit zu überprüfen und anschließend an die zentrale Sammelstelle von „Insulin zum Leben“ in Rastatt zu schicken. Er freue sich über das Mitwirken weiterer Apotheken, unterstreicht er.

Dr. Elisabeth Dewald, die die Teilnahme an dem Projekt in Forchheim initiiert hat, bittet daher um Mithilfe: „Wenn Sie nicht mehr benötigtes, haltbares Insulin oder auch Teststreifen für Blutzuckermessgeräte oder andere Hilfsmittel für Diabetiker haben, werfen sie dies nicht weg, sondern bringen sie es zu uns – das Insulin am besten direkt aus der Kühltasche/Kühlschrank, damit die Kühlkette nicht so lange unterbrochen wird“.

Die Spenden  – verschlossene Insulinpatronen, Durchstechflaschen, Einmalpens, Teststreifen zu allen Blutzuckermessgeräten, Pennadeln, Lanzetten, wenn möglich, in Originalverpackung und mit einer Haltbarkeit von mindestens noch vier Monaten usw. – nimmt sowohl Dr. Elisabeth Dewald im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, Krankenhausstraße 10, in Forchheim entgegen als auch die Apotheke am Klinikum und die Marien-Apotheke in der Gerhart-Hauptmann-Str. 19, von hier aus werden sie weitergeleitet an eine zentrale Sammel- und Versandstelle. Von dort gelangen sie

in Länder wie der Dem. Rep. Kongo, Ruanda und Uganda als auch nach Peru, Bolivien und Gambia.

Forchheim – Aufgerufen von der Felix Burda Stiftung, der Stiftung LebensBlicke und dem Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. steht der Monat März im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Unter dem Motto „Es gibt kein zu jung für Darmkrebs. Rede mit Deiner Familie!“ engagieren sich Medien, Gesundheitsorganisationen und Kliniken für die Vorsorge. Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz informiert.

Nach Prostata- bzw. Brustkrebs sind bösartige Neubildungen des Dickdarms und des Mastdarms die zweithäufigste Krebserkrankung laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch Institut. Deutschlandweit erkranken jährlich 73.000 Menschen an dem kolorektalen Karzinom, das im Colon (Dickdarm) und/oder im Mastdarm entsteht und 95 Prozent aller bösartigen Darmtumore ausmacht. Noch beunruhigender ist, dass Darmkrebs auch die zweithäufigste Krebstodesursache darstellt. Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, ärztlicher Direktor in Forchheim und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum, erklärt warum: „Bei vielen wird das kolorektale Karzinom erst diagnostiziert, wenn es sich schon in fortgeschrittenen Stadien (III und IV) befindet. Leider gibt es keine charakteristischen Symptome – Patienten klagen über allgemeine abdominelle Beschwerden oder Änderung der Stuhlgewohnheiten – so dass viele sich zu spät untersuchen lassen. Einige leiden auch an Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Müdigkeit oder allgemeiner Leistungsminderung.“

Im Wachstumsstadium III und IV liegt die Wahrscheinlichkeit des Patienten die nächsten fünf Jahre zu überleben bei rund 60 Prozent beziehungsweise acht Prozent.

Früherkennung durch Darmspiegelung

Karzinome entwickeln sich fast immer aus Wucherungen, die sich in der Schleimhaut des Dickdarms bilden, sogenannten Darmpolypen. Aber nicht alle Polypen entwickeln sich zu einem Krebs – und wenn, dauert es viele Jahre. Eine Möglichkeit zur Vorbeugung ist die Darmspiegelung (Koloskopie), bei der Polypen entfernt werden können. Die Darmspiegelung stellt die wichtigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs dar. Gastroenterologe (Magen-, Darmspezialist) Prof. Gschossmann untersucht dabei den Darm mit Hilfe eines schlauchartigen Instruments, dem Endoskop. Während der Untersuchung können die Polypen entfernt werden und so die Entstehung des Kolonkarzinoms drastisch reduziert werden. Obwohl die Untersuchung selbst nur 20 bis 30 Minuten dauert, sollte man sich zwei Tage Zeit nehmen, weil vorher der Darm mittels einer Abfuhrlösung gereinigt werden muss und hinterher benötigt man Ruhe.

Was passiert bei einer Darmspiegelung?

Die Spiegelung kann ambulant vorgenommen werden. Durch ein kurz vor der Behandlung verabreichtes Beruhigungsmittel empfinden die meisten Patienten die Koloskopie als schmerzfrei. Über den After wird das flexible Endoskop, bei dem Bild und Licht mittels Videochip übertragen werden, in den Dickdarm eingeführt. Der Arzt lässt Kohlendioxid in den Darm strömen, damit sich dieser weitet und die Darmschleimhaut gut sichtbar ist. Im Vergleich zu Luft hat Kohlendioxid hat den Vorteil, dass es schneller wieder ausgeatmet werden kann und den Darm verlässt. Diese Eigenschaft vermindert Blähungen nach der Untersuchung.

Nun schiebt der Experte das Endoskop, das sich von außen steuern lässt, bis an die Grenze von Dickdarm zu Dünndarm oder auch in das Ende des Dünndarmes vor. Bei der Sigmoidoskopie wird nur der erste Teil des Dickdarms untersucht, deshalb ist eine Koloskopie effektiver und im Sinne einer vollständigen Beurteilung des Dickdarms stets zu bevorzugen. Beim langsamen Herausziehen des Gerätes betrachtet der Gastroenterologe die Darmschleimhaut. Die kleine Kamera, die sich an der Spitze des Endoskops befindet, überträgt die Bilder auf einen Monitor. Gestielte Polypen können mit einer Elektroschlinge, die am Endoskop befestigt ist, abgetrennt werden. Flache Polypen werden erhöht durch das Einspritzen von Medikamenten und werden dann ebenfalls mit der Elektroschlinge entfernt.

„Die Vorsorgekoloskopie ist der Goldstandard der Vorsorgeuntersuchungen“, erklärt Prof. Gschossmann und empfiehlt diese routinemäßig gemäß der Vorsorgeempfehlungen durchführen zu lassen. Wenn diese vom Patienten abgelehnt wird, bleiben als 2. Wahl alternative Untersuchungsverfahren wie die Sigmoidoskopie oder der jährlich durchzuführende fäkale Bluttest (Test auf verstecktes Blut im Stuhl).

Risikofaktoren

Ungünstige Ernährungsgewohnheiten erhöhen das Darmkrebsrisiko, wie z.B. zu fettreiche und faserarme Kost. Ebenso in der Diskussion befinden sich stark gesalzenes, gepökeltes oder geräuchertes als möglichen Auslöser für Darmkrebs. Rauchen und Bewegungsarmut sind ebenfalls negative Faktoren.

Prävention

Ein gesunder Lebensstil mit normalem Körpergewicht und regelmäßiger körperlicher Aktivität gilt als optimale primäre Vorsorge. In einer Studie mit 150.000 untersuchten Personen hat sich ein um 40 Prozent reduziertes Erkrankungsrisiko ergeben, wenn die Probanden pro Woche sieben Stunden zügig spazieren gegangen sind.

Forchheim – TV-Oberfranken hat Christopher Uttenreuther, der sein Körpergewicht halbiert hat, vor und nach seiner operativen Adipositas-Therapie begleitet und sendet am Donnerstag, den 28. Februar 2019, um 18.30 Uhr in der Sendung „TVO Vital“ zum ersten Mal seine Erfolgsgeschichte. Danach wird sie in der Mediathek unter www.tvo.de veröffentlicht.

Im Tausch gegen 117 kg Körpergewicht hat Christopher Uttenreuther Vieles bekommen: Nach Jahren der Arbeitslosigkeit hat der 32-Jährige seit September 2018 einen Arbeitsplatz als Landschaftsgärtner in Erlangen. Er ist mit Sarah Loskarn (25) zusammen, die er in der Adipositas-Selbsthilfegruppe kennengelernt hat. Beide erwarten in sieben Wochen ein Kind und die Hochzeitsplanungen haben begonnen.

Der Gaiganzer hatte es schwer – im wahrsten Sinne des Wortes – denn vor etwas mehr als einem Jahr wog er 233 kg. Alles hatte er schon versucht: Bereits als 6-Jähriger machte er die erste Kur mit dem Ziel abzunehmen. Es folgte eine Odyssee an gescheiterten Versuchen. Der Jugendliche probierte mit Diäten und Sport sein Gewicht im Zaum zu halten, aber es half nicht. Seine Freundin bringt es auf den Punkt: „Abnehmen ist Kopfsache, aber wenn man erst einmal im Teufelskreis aus Versagensangst und Resignation steckt, ist es sehr schwer einen Ausweg zu finden.“

Begleiterkrankungen und operativer Eingriff

Der leitende Oberarzt der Allgemeinchirurgie, Dr. Michael Sturm, erklärt: „Wir haben die lange Leidensgeschichte von Herrn Uttenreuther gesehen und wussten, dass er die Grenze überschritten hat, ab der er es alleine nicht mehr schaffen kann.“ Viele Begleiterscheinungen, die Adipositas mit sich bringt, fanden die Mediziner vor, wie Bluthochdruck, Diabetes und nächtliches Aussetzen der Atmung. Nach eineinhalb Jahren Vorbereitungszeit entschied sich der junge Mann auf Anraten des Adipositas-Teams am Klinikum Forchheim zu einer Magenteilresektion (Magenschlauch ), das heißt, dass von dem Magen, der vorher rund 3.000 ml Volumen fasste, ein Teil mit 2.800 ml Volumen operativ entfernt wird. Neben der geringeren Aufnahmefähigkeit des Magens vermindert sich beim Patienten auch schlagartig das Hungergefühl, denn die Zellen, welche die Produktion der Magensäure stimulieren, werden ebenfalls zum Teil entfernt. Es gibt Hinweise darauf, dass nach einer Sleeve-Gastrektomie der Magen geringere Mengen des sogenannten Hungerhormons „Ghrelin“ produziert und dadurch der Appetit zusätzlich reduziert wird. Gleichzeitig werden appetitzügelnde Botenstoffe freigesetzt. Dazu gehören beispielsweise „GLP-1“ und „Peptid YY“.

Körperlich belastbar und stabil

Christopher Uttenreuther, der im Dezember 2017 operiert wurde, ist jetzt in der Stabilisierungsphase. Sein Körpergewicht halbierte sich auf 116 kg. Er ist körperlich belastbar und schafft es locker, die Treppen bis zum zweiten Stock des Klinikums zu steigen, ohne außer Atem zu kommen. Der behandelnde Arzt Michael Sturm unterstreicht, dass der Patient nach der Operation nicht allein gelassen werden darf, sondern dass ein individuelles Ernährungskonzept konsequent eingehalten werden müsse. Er freut sich mit dem Familienvater, dass dieser einen Arbeitsplatz gefunden hat, bei dem auch körperliche Belastung gefordert wird. Für Christopher Uttenreuther ist es ein Erfolgserlebnis, dass er seine Kleidung in normalen Bekleidungsgeschäften kaufen kann und nicht nur aus dem Katalog: „Ich trage jetzt Größe XL, vorher war es Größe 6XL!“ Seine alte Hose – Größe 78 – hat er sich aufbewahrt

Adipositas

Zwei Drittel aller Männer (67 Prozent) und die Hälfte aller Frauen (53 Prozent) sind übergewichtig. Nach Angabe der „Studie zur Gesundheit Erwachsener“ des Robert-Koch-Instituts sind ein Viertel der Erwachsenen stark übergewichtig, also adipös. Der Wert, der als Indikator für Fettleibigkeit dient, ist der Body Mass Index (BMI), der sich aus dem Körpergewicht in kg geteilt durch die Körpergröße in m zum Quadrat errechnen lässt. Bei einem BMI größer als 30 spricht man von Fettleibigkeit. Diese nimmt überproportional zu, so dass die Weltgesundheitsorganisation bereits von einer Pandemie – einer länder- und kontinentübergreifenden Ausbreitung der Krankheit –  spricht. Für das Jahr 2030 geht die Organisation von 3,3 Mrd. Übergewichtigen weltweit aus. Zum Vergleich: 1980 waren 750 Mio. Menschen übergewichtig.

Forchheim – Erneut wurde das Ernährungsteam am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz von der ESPEN (European Society of Parenteral and Enteral Nutrition) für die Teilnahme am „nutritionDay“ am 15. November 2018, einem Aktionstag zu Erfassung ernährungsmedizinischer Situationen in Kliniken und Pflegeheimen, ausgezeichnet. Die Idee von nutritionDay ist es, teilnehmenden Krankenhäusern nach Beantwortung von Fragebögen ein strukturiertes Feedback über die Qualität der klinischen Ernährungstherapie zu geben. Mit dieser Rückmeldung sollen die Beteiligten auch für das Thema Mangelernährung sensibilisiert werden.

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz punktete im weltweiten Vergleich mit seinen Therapiemaßnahmen der Mangelernährung. Ernährungsmedizinerin Dr. Elisabeth Dewald freut sich über die Auszeichnung: „Die schnelle Erfassung und Behandlung der Mangelernährung ist ein wesentlicher Schwerpunkt der Ernährungstherapie am Klinikum in Forchheim. Wir versuchen, die körperliche Konstitution unserer Patienten zu verbessern, das Immunsystem zu stärken und den Muskelabbau zu verhindern, wie es bei langen Liegezeiten oft der Fall ist.“ Die Behandlung von Mangelernährung ist schon seit Jahren ein etablierter Schwerpunkt in Diagnostik und Therapie am Klinikum Forchheim.

Folgen der Mangelernährung

Die Folgen einer Mangelernährung für stationäre Patienten sind schwerwiegend: signifikant erhöhte Komplikationsraten im Therapieverlauf der Grunderkrankung, längere Liegedauer im Krankenhaus, aber auch eine erhöhte Rate für Letalität wurden in Studien nachgewiesen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Mangelernährung sind komplex: schwerwiegende, meist chronische Erkrankungen wie Tumorleiden, Schlaganfälle mit Schluckstörungen oder Demenzerkrankungen führen dazu, dass die Betroffenen mengenmäßig nicht mehr genügend Nahrung zu sich nehmen können, Gewicht verlieren und Muskelmasse abbauen, was wiederum zu einer zunehmenden Schwächung des Körpers und des Immunsystems führt. Erschwerend kommen dann noch Faktoren wie Appetitverlust, schlechter Zahnstatus vor allem bei älteren Patienten, soziale Isolation oder eine nötige, komplexe Medikamenteneinnahme hinzu.

Screening-Verfahren 

Um diese Risikopatienten schnell und gezielt zu erfassen und die nötige Therapie einzuleiten, gibt es am Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz schon seit Jahren ein etabliertes Screening-Verfahren zur Erfassung einer Mangelernährung. In der sich anschließenden Ernährungstherapie für Risikopatienten arbeiten Pflegekräfte, Ärzte, Klinikküche und das Ernährungsteam eng zusammen, erstellen Ernährungspläne, spezielle Kostformen werden angeboten, hochkalorische Trinknahrung wird eingesetzt, parenterale und enterale Ernährung sind ein weiterer Behandlungsschwerpunkt des Ernährungsteams.

Das Ernährungsteam am Klinikum Forchheim:
• Oberärztin Dr. Elisabeth Dewald, Internistin, Diabetologin, Ernährungsmedizin, Leitung des Ernährungsteams
• Sabine Lamprecht, Ernährungsberaterin DKL/DGE, Diätassistentin, Diabetesberaterin DDG
• Dominik Schrenker, Diabetesberater DDG, Diätassistent
• Petra Thomas, Sekretariat

Forchheim – Seit Ende des Jahres 2018 engagiert sich das Klinikum Forchheim –
Fränkische Schweiz gemeinsam mit der Apotheke am Klinikum und der Marien-
Apotheke unter der Federführung von Diabetologin Dr. Elisabeth Dewald für das Projekt „Insulin zum Leben“. In Entwicklungsländern ist lebensnotwendiges Insulin oft Mangelware, für viele Menschen unerschwinglich und Hilfsmittel zur Diabetesbehandlung sind rar.

Apotheker Andreas Rudl erläutert: „In Deutschland darf ein Medikament, welches einmal die Apotheke verlassen hat, nicht an einen anderen Patienten erneut abgegeben werden.“ Durch diese Regelung wird das lebensnotwendige Insulin weggeworfen, wenn ein Diabetiker zum Beispiel eine andere Insulinart benötigt. Angebrochene Verpackungen landen ebenfalls mit dem wertvollen Inhalt im Müll.

In Entwicklungsländern herrscht dagegen ein Mangel an Insulin. Eine Insulinflasche kostet ca. 50% und mehr eines durchschnittlichen Monatseinkommens, Hilfsmittel wie Blutzuckermessgeräte sind Luxusgegenstände.
Elisabeth Dewald, die die Teilnahme an dem Projekt in Forchheim initiiert hat, bittet daher um Mithilfe: „Wenn Sie nicht mehr benötigtes, haltbares Insulin oder auch Teststreifen für Blutzuckermessgeräte haben, werfen sie dies nicht weg, sondern bringen sie es zu uns – das Insulin am besten direkt aus der Kühltasche/Kühlschrank, damit die Kühlkette nicht so lange unterbrochen wird“.

Die Spenden (verschlossene Insulinpatronen, Durchstechflaschen, Einmalpens, Teststreifen zu allen Blutzuckermessgeräten, Pennadeln, Lanzetten, wenn möglich, in Originalverpackung und mit einer Haltbarkeit von mindestens noch vier Monaten)
nimmt sowohl Dr. Elisabeth Dewald im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz, Krankenhausstraße 10, in Forchheim entgegen als auch die Apotheke am Klinikum und die Marien-Apotheke in der Gerhart-Hauptmann-Str. 19, von hier aus werden sie weitergeleitet an eine zentrale Sammel- und Versandstelle.

Ein erstes Paket, vollgepackt mit Insulin und Hilfsmitteln, konnte vom Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz gemeinsam mit der Apotheke am Klinikum sowie der Marienapotheke bereits im Dezember verschickt werden.

Die Projektleiterin von „Insulin zum Leben“ Heidrun Schmidt-Schmiedebach setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die Spenden in Länder wie Peru, Bolivien, Ecuador, Gambia, Kongo, Ruanda, Tansania, Uganda, Bulgarien, Seychellen, Russland, Indien, Malediven, Usbekistan, Kambodscha und auf die Philippinen gelangen. Sie wurde 2011 für ihr Engagement mit dem Ersten Thomas-Fuchsberger-Preis ausgezeichnet.

Forchheim – 50 Tröster-Teddys hat die Kinderhilfe Eckental dem Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz überreicht, die vom Familienhotel Friedrichshof in Obertrubach gesponsert sind.

Ein Aufenthalt im Krankenhaus ist für Kinder manchmal mit Schmerzen oder Angst vor der Behandlung verbunden. Lindernd wirkt es sich aus, wenn ein Kuscheltier aufmunternd zur Seite steht. Sven Oelkers, Geschäftsführer des Klinikums, sagt: „Wir freuen uns, dass wir die Tröster-Teddys haben. Für die Behandlung sind die Kuscheltiere sehr hilfreich zum Trösten und Beruhigen. Wir danken dem Familienhotel Friedrichshof für die Spende! Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Teddys bei den kleinen Patienten lange einen Platz im Kinderzimmer haben.“

Corinna Steffl von der Kinderhilfe Eckental ergänzt: „Für uns ist es ein gutes Gefühl, wenn eine Mutter bei uns anruft, um einen Knuddel-Ralphi nachzubestellen, der genauso aussieht, wie der, den ihr Kind bei einem Krankenhausaufenthalt vor fünf Jahren bekommen hat. Dann wissen wir, dass der Tröster-Teddy gut angekommen ist und lieb gewonnen wurde.“

Mit dem „Knuddel-Ralphi“ unterstützt die Kinderhilfe Eckental seit Jahren kranke und verletzte Kinder, die notfallmäßig behandelt werden müssen. Die Organisation stattet öffentliche oder gemeinnützige Krankenhäuser und Rettungsdienste mit Tröster-Teddys aus, organisiert Clownvisiten auf den Krankenstationen und unterstützt Kinderheime und Kinderhospiz mit Materialien (z.B. Bücher, Lernmittel, Spiel- und Bastelmaterial).

Forchheim – Dr. Norbert Sperke, Leiter der Fachabteilung für Neurochirurgie am Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz, erklärt: „Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen oder anderweitig ein Missverhältnis von Belastung und Belastbarkeit der Wirbelsäule verursachen, werden im Laufe ihres Lebens mit großer Wahrscheinlichkeit an chronischen Rückenschmerzen leiden.“ Diese Schmerzen können nur bedingt medikamentös erfolgreich behandelt werden, wobei bis zu einem gewissen Grad die Physiotherapie hilfreich ist. Je nach Ursache der Beschwerden kann dann eine operative Behandlung sinnvoll sein.

Bei dem im Folgenden beschriebenen minimal-invasiven Operationsverfahren wird die Schmerzweiterleitung blockiert. Die Ursache des Schmerzes – der Verschleiß der Wirbelsäule – kann allerdings nur bedingt behoben werden. Wenn eine arthrotische Veränderung der Facettengelenke (kleine Wirbelgelenke) Schuld an der dauerhaften Pein ist, punktiert Norbert Sperke mit einer dünnen Nadel das Wirbelgelenk und injiziert eine schmerzreduzierende Medikamentenkombination. Dr. Sperke beschreibt das Problem: „Die Injektion muss alle sechs bis acht Wochen neu gesetzt werden. Wenn der Patient gleichzeitig gerinnungshemmende Medikamente einnimmt, müssen diese vorher abgesetzt werden und der Quick-Wert, der die Geschwindigkeit der Blutgerinnung angibt, erhöht sich. Das Thromboserisiko steigt dann für den Patienten und das erneute Einstellen des Quick-Wertes ist umständlich. Ich möchte meinen Patienten nachhaltig helfen.“
Deshalb verödet der Spezialist für rückenmarksnahe zentrale Schmerztherapie jetzt den schmerzleitenden Nerv mithilfe eines Gerätes, das ein wenig an einen Küchenmixer erinnert.

Kombination aus Hitze und Rotation
Durch einen minimalinvasiven Zugang wird unter Röntgenkontrolle ein etwa bleistiftdickes Instrument an das Gelenk geführt. Zuerst wird ein Kirschner-Draht durch einen 5 bis 10 mm langen Schnitt auf den zu behandeln Punkt gesetzt. Ein sogenannter Dilator – eine Röhre, die aussieht wie eine Kugelschreiberhülle, wird über den Kirschner-Draht gestülpt. Sie schafft Platz für die kleine Fräse, die das Gewebe an der Gelenkkapsel abträgt. Eine Narkose ist notwendig, weil der Eingriff schmerzhaft ist.
„Durch die Kombination aus Hitze und Rotation besteht eine höhere Chance auf eine langfristige Besserung“, erläutert der Neurochirurg.
Der Vorteil gegenüber der herkömmlichen thermischen Methode bestehe darin, dass ein Wiederzusammenwachsen der Schmerznerven verhindert werde, weil das entstehende Narbengewebe an der Gelenkskapsel die erneute Verbindung erschwere.

Seit zwei Jahren verbreitet sich diese Methode in den Vereinigten Staaten. Dr. Sperke ist überzeugt, dass sich die sogenannte Rotacapsulation auch in Deutschland durchsetzen wird: „Ich finde schon, dass es sich bei dem Verfahren um eine Revolution handelt“, sagt der Neurotraumatologe, der für die Spineart Academy, die weltweit bereits von mehr als 400 Neurochirurgen besucht wurde, Schulungen und Operationsdemonstrationen durchführt.
Im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz wird diese Leistung als kassenärztliche Leistung angeboten.

Forchheim – Laut einer Studie der DAK-Gesundheit zu den guten Vorsätzen für das Jahr 2019 wird der Wunsch nach einer gesünderen Ernährung von 49 Prozent der Befragten geäußert. Dr. Elisabeth Dewald, Internistin, Ernährungsmedizinerin und Diabetologin am Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz, erläutert die zehn Regeln der Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) für eine vollwertige, ausgewogene Ernährung

  1. Lebensmittelvielfalt genießen – Wählen Sie überwiegend pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Getreide und Kartoffeln, denn diese liefern viele Nährstoffe, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Kein Lebensmittel allein enthält alle Nährstoffe. Deshalb ist es sinnvoll, die pflanzlichen Lebensmittel durch tierische Lebensmittel wie Milch, Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier zu ergänzen und zu kombinieren. Je abwechslungsreicher Sie essen, desto besser.
  2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag“ – Essen Sie mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag. Dazu gehören auch Hülsenfrüchte, wie Linsen, Kichererbsen und Bohnen sowie (ungesalzene) Nüsse. Zum Thema Fruchtsäfte regt Dr. Dewald an, den Saft direkt zur Mahlzeit zu sich zu nehmen, weil er dann geringer verstoffwechselt wird. Zwischen den Mahlzeiten getrunken, werden die Kalorien des Saftes dagegen voll aufgenommen und das begünstigt wiederum eine Gewichtszunahme.
    Eine Übersichtsstudie aus den USA hat ergeben, dass für Vitamintabletten bei ausgewogener Ernährung kein Benefit nachgewiesen werden kann. Eindeutig positiv bei Gefäßerkrankungen wirkt sich dagegen der Verzehr von Obst, Gemüse und Salat aus.
  3. Vollkorn wählen – Bei Getreideprodukten wie Brot, Nudeln, Reis und Mehl ist die Vollkornvariante die beste Wahl, weil es länger sättigt, mehr Nährstoffe enthält und die darin vorkommenden Ballaststoff senken das Risiko für Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Dickdarmkrebs und Herz- und Kreislauferkrankungen.
    Vollkorn ist allerdings nicht für jedermann geeignet: Bei akuten Entzündungen des Darmes, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder Reizdarm ist es nicht empfohlen.
  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen – Milch und Milchprodukte (Joghurt und Käse) können täglich konsumiert werden, Fisch ein- bis zweimal pro Woche und Fleisch nicht mehr als 300 bis 600 g pro Woche. Vermehrter Verzehr von rotem Fleisch erhöht das Risiko für Dickdarmkrebs um 30 Prozent.
  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen – Bevorzugen Sie pflanzliche Öle wie zum Beispiel Rapsöl oder Olivenöl. Vermeiden Sie versteckte Fette, die oft in Wurst, Gebäck, Süßwaren, Fast Food und Fertigprodukten enthalten sind.
  6. Zucker und Salz einsparen – Mit Zucker gesüßte Getränke und Lebensmittel sind nicht empfehlenswert, da sie meist nährstoffarm sind und unnötige viele Kalorien enthalten sowie das Kariesrisiko erhöhen. Würzen Sie kreativ mit Kräutern und Gewürzen und reduzieren Sie den Anteil salzreicher Lebensmittel.
  7. Am besten Wasser trinken – Dr. Dewald empfiehlt ca. 1,5 Liter Wasser pro Tag. Damit ist nicht „Aquavit“ gemeint, denn alkoholische Getränke sind kalorienreich und bergen gesundheitliche Risiken. Mineralwasser kann je nach Inhaltsstoffen ein wichtiger Lieferant von Calcium und Magnesium sein.
  8. Schonend zubereiten – Garen Sie Lebensmittel so lange wie nötig und so kurz wie möglich, mit wenig Wasser und wenig Fett. Vermeiden Sie beim Braten, Grillen, Backen und Frittieren das Verbrennen von Lebensmitteln, hier können sich krebserregende Stoffe bilden.
  9. Achtsam essen und genießen – Lassen Sie sich Zeit, denn ein Sättigungsgefühl tritt erst 15 bis 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit ein.
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben – Vollwertige Ernährung und körperliche Aktivität gehören zusammen. Pro Tag 30 bis 60 Minuten moderate körperliche Aktivität fördern Ihre Gesundheit und helfen Ihnen dabei, Ihr Gewicht zu regulieren.

Die Ernährungsmedizinerin zeigt ganz einfache Tricks, wie man die Lebensmittelmenge richtig einschätzen kann. Eine Portionsgröße entspricht in etwa der Menge, die auf eine Handfläche passt, also zum Beispiel eine kleine Orange oder ein mittelgroßer Apfel.

Dr. Dewald stellt auch den neuen Food Scanner zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung vor, welches im vergangenen Jahr vom bayerischen Ernährungsministerium vorgestellt wurde. Mittels Infrarotmessung kann festgestellt werden, ob ein Lebensmittel bereits verdorben ist oder nicht.

Generell gilt: Genuss statt Menge, um die „healthy life years“ zu verlängern, die Jahre ohne Krankheit. Eine falsche Ernährung kann zu Übergewicht führen mit Folgeerkrankungen wie Diabetes, erhöhte Infektanfälligkeit, erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Thrombose, Herzinfarkt sowie Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden.

Folgende Kurse bietet das Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz am Standort Forchheim, Krankenhausstraße 10, zum Thema Ernährung an. Info und Anmeldung für alle Kurse bei Ernährungs- und Diabetesberaterin Sabine Lamprecht unter 0 91 91-610 -784.

Der Kurs „Abnehmen ganz einfach“ ist geeignet für Personen mit leichtem bis mittlerem Übergewicht (BMI 25 bis unter 35) und zeigt, worauf es beim Abnehmen ankommt und wie das Wunschgewicht langfristig gehalten werden kann.
Der Kurs ist zertifiziert und wird von vielen Krankenkassen bezuschusst.
Termine: 22.01.; 05.02.; 12.02.; 19.02.; 12.03.; 19.03.; 02.04.; 09.04. jeweils von 17.30 – 19.00 Uhr:

Essen und Trinken für Zwei? So geht´s!
Abwechslungsreiche Ernährung für Mutter und Kind.
Termine: 07.02. + 14.02.2019 von 17.30 – 19.00 Uhr

Nahrungsmittelallergien beim Kind – wie kann ich vorbeugen?
Termine: 28.02.2019 von 17.30 – 19.00 Uhr

Ambulante Ernährungsberatung
Wir erfüllen die von den gesetzlichen Krankenkassen geforderte Anbieterqualifikation für ambulante Ernährungsberatungen in Einzel- und Gruppenschulungen. Dieses Angebot gilt für alle Krankheitsbilder und steht allen Interesssenten offen. Unser Spektrum umfasst die gesamte Bandbreite ernährungsbedingter Probleme von Übergewicht, Diabetes, Magen-Darmerkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten bis hin zu Mangelernährung und Ernährung bei Krebs.

Forchheim/Ebermannstadt – Was Arbeitgeber in ihrer Region wertvoll macht, wissen die dort lebenden Menschen am besten. Das Marktforschungsinstitut ServiceValue hat im Auftrag der Zeitschrift WirtschaftsWoche die Bewohner von 106 Landkreisen und 34 kreisfreien Städten in der Region Süd befragt, wie sie den Wert von insgesamt 3804 regionalen Arbeitgebern für das Gemeinwohl beurteilen. Für den Landkreis Forchheim gaben die 100 Befragten dem Klinikum Forchheim und der Klinik Fränkische Schweiz die besten Noten auf die Frage „Was sind die wertvollen Arbeitgeber Ihrer Region?“, so dass beide Krankenhäuser die ersten beiden Plätze belegen.

Der Geschäftsführer der beiden Kliniken, Sven Oelkers, freut sich über das Ergebnis welches den Mitarbeitern in beiden Häusern gilt: „Wir sind sehr stolz, dass das Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz im Landkreis als Arbeitgeber für das Gemeinwohl so geschätzt wird und danken für die Anerkennung. Es zeigt, was die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen tagtäglich für einen tollen Einsatz für unsere Patienten bringen und dass den Menschen eine erstklassige medizinische Versorgung in Wohnortnähe sehr wichtig ist.“

Die Berichterstattung mit der Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgte am 07.01.2019 online unter dem Titel „Der Süden hat die größte Weltkonzerndichte“. https://www.wiwo.de/erfolg/trends/wiwo-ranking-wertvolle-arbeitgeber-der-sueden-hat-die-groesste-weltkonzerndichte/23834418.html

Pro Landkreis wurden 100 Einwohner gebeten, die aus ihrer Sicht „wertvollsten Arbeitgeber für das Gemeinwohl der Region“ anzugeben und auf einer Skala von 0 bis 5 zu bewerten.
Bei der Befragung war es nicht relevant, ob die Befragten zufällig selbst Mitarbeiter der Unternehmen waren oder ob sie überhaupt Einblick in die Unternehmensstrukturen hatten. Die Außenwirkung beziehungsweise das Image des Arbeitgebers standen im Mittelpunkt. Manchmal spielten auch die Bekanntheit und der Ruf als großer Arbeitgeber eine Rolle.

Die Ergebnisse zeigen, dass Einrichtungen wie die Lebenshilfe, Feuerwehr, Kliniken, Behindertenwerkstätten und Pflegeheime einen hohen Stellenwert in den Augen der Menschen vor Ort haben.

Das Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz ist mit rund 980 Mitarbeitern der zweitgrößte Arbeitgeber im Landkreis Forchheim.

Forchheim – „Gut“ bis „Sehr gut“ bewerteten die meisten der Patienten die Leistungen des Klinikums Forchheim bei einer Patientenumfrage Mitte Dezember 2018. „Eine erfreulich hohe Rücklaufquote von fast 75 Prozent zeigt das Interesse der Patienten an der Befragung“, unterstreicht Geschäftsführer Sven Oelkers. Die Fragen befassen sich mit der Zufriedenheit des Patienten mit den ärztlichen Leistungen, mit den Leistungen des Pflegepersonals und nicht direkt dem Heilungsprozess zuzuordnenden Leistungen, wie Küche und Hygiene. Abschließend kann der Patient angeben, ob er das Klinikum weiterempfehlen würde und es gibt Platz für Kommentare. Auf der Zufriedenheitsskala bedeutet eine eins „sehr zufrieden“, eine fünf „unzufrieden“.

Bei den Ärzten und dem Pflegepersonal fühlte sich ein Großteil der Patienten sehr gut aufgehoben. Auf die jeweils erste Frage „Wie beurteilen Sie die medizinische/fachliche Betreuung durch die Ärzte/das Pflegepersonal?“ gaben sie im Durchschnitt eine glatte eins, eine Verbesserung zum Vorjahr um 0,22 Punkte beziehungsweise 0,07 Punkte bei der Pflege.

Nur eine zwei gab es auf die Frage nach den Wartezeiten für Patienten. Eine konsequente Berücksichtigung dieser wichtigen Facette der Behandlung wird in Zukunft zu einem besseren Ergebnis führen, sagt Geschäftsführer Sven Oelkers.

Sternchen für die Küche
Daheim schmeckt’s am besten! – Naturgemäß reagieren die Patienten auf die Frage „Waren Sie mit dem Essen zufrieden?“ etwas zurückhaltender. Diese Thematik erhielt aber die meisten persönlichen Kommentare, wie „Essen sehr gut“. Hier vergaben die Patienten die Note 1,7, fast 9 Prozent besser als im vergangenen Jahr (1,86).

Die stellvertretende Küchenleitung Andrea Rittmayer freut sich über die gute Bewertung: „Alle Gerichte werden hier im Haus täglich frisch zubereitet. Es werden bevorzugt regionale Lieferanten ausgesucht, um dem Patienten eine ausgewogene Ernährung anbieten zu können. Denn Frische und Qualität stehen im Krankenhaus Forchheim an erster Stelle.“
Diese Tatsache sei in der heutigen Zeit leider nicht mehr selbstverständlich. Immer öfter würden Krankenhäuser von Zentralküchen beliefert, erläutert die gelernte Köchin.

Insgesamt bietet das Küchenteam drei Hauptkostformen an: Vollkost, leichte Kost und fleischfreie Kost. Zudem werden Patienten mit speziellen Ernährungsproblemen – insbesondere aufgrund von onkologischen, geriatischen, gastroenterologischen oder stoffwechselbedingten Erkrankungen – von einem geschulten Ernährungsteam betreut und auf die für sie bestimmte Kostform eingestellt.

Menüassistenten helfen bei der Auswahl
Im Rahmen der festgelegten Kostform bestimmt der Patient am Tag vorher, was er am nächsten Tag zu Essen wünscht. Eine Menüassistentin hilft bei der Auswahl – Kaiserbrötchen oder Mehrkornbrötchen? Eines oder zwei? – und tippt die gewünschten Speisen und Beilagen auf dem Tablet ein. Auch Sonderwünsche sind im Rahmen der täglichen Speiseplanung für das Küchenteam kein Problem.

Ausbaufähiger Internetempfang
Neben sehr vielen freundlichen und lobenden Worten ist ein weiterer Punkt, der von den Patienten im Kommentarfeld angesprochen wurden, der ausbaufähige Internetempfang im Krankenhaus. „Die Rückmeldungen werden ernst genommen und verfolgt“, sagt Sven Oelkers. „Aufgrund der letztjährigen Umfragen haben wir einen Warmgetränkeautomaten im Eingangsbereich aufgestellt und die Patienten-TV-Geräte am Bett durch neue ersetzt. Die Beispiele zeigen, dass die Hauptthemen erfolgreich im Sinne der Patienten umgesetzt werden. Auch zum Ergebnis der aktuellen Umfrage und dem Thema Internetgeschwindigkeit kann man so viel verraten, dass an dem Thema intensiv gearbeitet wird, um die Geschwindigkeit zu verbessern“, teilt Sven Oelkers mit.

Forchheim – Jedes Jahr ziehen die Sternsinger am 6. Januar von Haustür zu Haustür und sammeln für Not leidende Kinder in der ganzen Welt. Am 4. Januar 2019 erschienen sie im Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz. 

Wofür stehen eigentlich die Zahlen und Buchstaben am Türstock? 

20*C+M+B+19. Das aktuelle Jahr, in dem Fall 2019, steht getrennt am Anfang und am Ende. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Zugleich ist er Zeichen für Christus. Die Buchstaben C+M+B stehen für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Die drei Kreuze bezeichnen den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Mit diesen Zeichen segneten die Sternsinger die Kapelle im Klinikum in Forchheim. Der Gottesdienst wurde über den hauseigenen Fernsehkanal in die Patientenzimmer übertragen.

Forchheim – Prof. Li He, Präsidentin der chinesischen Schlaganfallgesellschaft der Provinz Sichuan, besuchte Ende Dezember 2018 das Klinikum Forchheim, um sich über die telemedizinische Schlaganfallversorgung im Schlaganfallnetzwerk zu informieren.

Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz verfügt als Mitglied im Netzwerk neben der zertifizierten Telestroke Unit unter der Leitung von Barbara Willaczek damit über ein erweitertes Behandlungsspektrum. Im Beisein von Dr. Lorenz Breuer,
STENO-Projektleiter und Oberarzt am Universitätsklinikum Erlangen, informierte sie sich über die Funktionsweise der „Telemedizinischen Konsultation“.

Die Neurologin Li He praktiziert am West China Hospital der Sichuan Universität in Chengdu, der Provinzhauptstadt mit 14,42 Mio. Einwohnern. Das Krankenhaus verfügt über 4.300 Betten, versorgt Patienten im Umkreis von 100 km und ist das Zweitbeste in einem Ranking der Fudan University. Der wissenschaftliche und technologische Einfluss des Krankenhauses steht an erster Stelle in China.

Begleitet wurde Prof. Li He von Hongjun He, der für die Stiftung Deutsch-Chinesischer Technologieaustausch (DCTA) in Düsseldorf arbeitet. Die Stiftung koordiniert und fördert Vorträge, Fachtagungen, die Vorführung von neuartigen Behandlungsmethoden und Materialien und unterstützt Kooperationsprojekte in beiden Ländern.
Honjun He vergleicht Bayern mit Sichuan: „Es ist dort auch bergig wie hier.“ In ländlichen, medizinisch teils unterversorgten Gebieten könnte auch in Sichuan mithilfe der Telemedizin die räumliche Distanz zwischen Patienten und Arzt oder zwischen zwei Ärzten überbrückt werden. Schlaganfälle können so schnell diagnostiziert und therapiert werden. Bei einem Schlaganfall – einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn oder einer Hirnblutung – ist schnelle und kompetente Hilfe lebenswichtig. Durch Telemedizin wird die Expertise zum Patienten gebracht.

Schlaganfall-Einheit
Das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz verfügt über eine von deutschlandweit über 300 zertifizierten Stroke Units. Konkret handelt es sich dabei um eine von deutschlandweit 13 telemedizinisch vernetzten Stroke Units (Telestroke Unit). Die Stroke Unit-Zertifizierung und Rezertifizierung durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) erfolgt regelmäßig in dreijährigen Abständen.
Auf der Telestroke Unit unter der Leitung von Oberärztin Barbara Willaczek, die in der Klinik für Innere Medizin angesiedelt ist, arbeitet ein interdisziplinäres Behandlungsteam aus Fachärzten für Innere Medizin, speziell geschultem Pflegepersonal (Stroke Nurses), Sprach- und Schlucktherapeuten, Ernährungstherapeuten, Physio- und Ergotherapeuten sowie Sozialpädagoginnen. Die neurologische Expertise steht in Form von täglichen Visiten eines neurologischen Facharztes zur Verfügung. Rund um die Uhr steht darüber hinaus ein Experte aus den drei STENO-Zentren Erlangen, Bayreuth und Nürnberg via Telemedizin zur Verfügung.

Foto v.l.n.r. Hongjun He (Deutsch-Chinesischer Technologieaustausch (DCTA) Stiftung), Dr. Lorenz Breuer (Universitätsklinikum Erlangen), Prof. Li He (West China Hospital Chengdu, Sichuan Provinz), Dr. Barbara Willaczek, Prof. Dr. Jürgen Gschossmann

Eine Schule für Eltern bietet seit Neuestem das Klinikum Forchheim, die den werdenden Eltern die Unsicherheit vor diesem Lebensereignis – der Geburt des eigenen Kindes –  nehmen soll.

Die „Schule“ umfasst Kurse zum Beckenboden, Geburtsvorbereitung, Rückbildung, Säuglingspflege sowie Schwangerschaftsgymnastik und eignet sich für werdende Mütter und – je nach Ausrichtung – für Paare, die Eltern werden oder gerade geworden sind.

Neben Kooperationspartnerinnen, die diese Kurse in den Räumen des Forchheimer Klinikums anbieten, haben die Hebammen des Forchheimer Kreißsaals zusammen mit Kolleginnen aus der Physiotherapie und unserem Kinderzimmer einen Kurs für „beckenbodenorientierte Schwangerschaftsgymnastik“ entwickelt. Der Kurs beinhaltet u.a. physiotherapeutische Beckenboden-, Körper- und Atemübungen, die Phasen der Geburt, körperliche Vorgänge unter der Geburt, Möglichkeiten der Schmerzbewältigung, außerdem Informationen über das Betreuungskonzept nach der Geburt.

Geburtsvorbereitungskurse im Klinikum Forchheim

(immer donnerstags von 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr – 7 Abende, Info u. Anmeldung unter Tel. 09545/70708) 

Säuglingspflegekurs für werdende Eltern im Klinikum Forchheim

(2 x Montagabend von 18:30 Uhr bis 20:30 Uhr, Info u. Anmeldung unter Tel. 09191/610-646 oder 09191/14389).

Rückbildungskurse im Klinikum Forchheim

(immer donnerstags von 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr – 7 Abende, Info u. Anmeldung unter Tel. 09545/70708)

Schwangerschaftsgymnastik mit Schwerpunkt Beckenboden im Klinikum Forchheim

(mittwochs, 15:00-17:00 Uhr, Info u. Anmeldung unter Tel. 09191/610-208)

„Beckenbodentraining nach der Geburt“ im Klinikum Forchheim

(8 x dienstags 17:00 – 18:10 Uhr, Info u. Anmeldung unter Tel. 09191/729806 oder 0157/82743656)

„Rektusdiastase Ade – Stabile Mitte“ im Klinikum Forchheim

Übungen, die einer Rektusdiastase vorbeugen, das ist ein Auseinanderstehen (mehr als zwei Zentimeter) der geraden Bauchmuskeln, meist eine Folge von Schwangerschaft und Geburt. Sie prädestiniert zu Bauchwandbrüchen.

(6 x dienstags 18:30 – 19:30 Uhr, Info u. Anmeldung unter Tel. 09191/729806 oder 0157/82743656)

Das Klinikum Forchheim ehrte in einer Feierstunde langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verabschiedete einige in den Ruhestand. Krankenhausdirektor Sven Oelkers unterstrich in seiner Ansprache den Wandel in den Pflegeberufen.
Anschließend dankte die stellvertretende Krankenhausdirektorin Margit Hallmann mit sehr persönlichen Worten für die langjährige Unterstützung. Sie händigte Urkunden des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen aus, sowie einen zusätzlichen Scheck des Klinikums, Blumen und süße Kleinigkeiten.

Zum 40-jährigen Dienst-Jubiläum
Die Jubilarinnen – Christina Hippmann, Barbara Meiler und Helene Zimmermann – absolvierten die Ausbildung im alten Forchheimer Krankenhaus. Alle drei wurden im unmittelbaren Anschluss an die Ausbildung übernommen und haben daher ihre 40-jährige Dienstzeit ausschließlich am Klinikum Forchheim erbracht. Christina Hippmann übernahm nach dem Umzug in das neue Krankenhausgebäude die pflegerische Leitung der Inneren Station. Barbara Meiler hat sich als Allrounderin in der Radiologie einen Namen gemacht; sie ist in allen Bereichen versiert, angefangen vom konventionellen Röntgen über CT, MRT und Angiographie. Helene Zimmermann unterstützt das Team der Gynäkologischen Abteilung.

Zum 25-jährigen Dienstjubiläum
Miriam Pircher, die eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Laboratoriums-Assistentin absolvierte, zeichnet sich durch umfangreiches und breit gefächertes technisches Verständnis aus, welches bei der Umstellung auf immer neuere und moderne Geräte im hauseigenen Labor erforderlich ist.
Krankenpflegerin Simone Pister wechselte mit dem Umzug des Krankenhauses auf die Wahlleistungsstation. Sie betreut seitdem nicht nur internistische Patienten sondern auch Patienten der chirurgischen Fachrichtungen.
Angelika Schrüfer wählte als zweite Berufsausbildung den Beruf der Krankenschwester. Sie ist heute auf der Station Allgemeinchirurgie tätig. Die gelernte Arzthelferin Ingrid Stirnweiß unterstützt als Chefarztsekretärin Chefarzt Dr. Klaus Swoboda in der Radiologie.

Zur Verabschiedung in den Ruhestand
Die vier „Ruheständler“ haben zusammengerechnet 140 Jahre Dienst im Krankenhaus erbracht. Theresia Herbst und Marie-Luise Beck waren beim Abschluss der Schullaufbahn zu jung, um eine Krankenpflegeausbildung beginnen zu können. So fing Luise Beck im Alter von 15 Jahren als Stationsgehilfin am Krankenhaus an, während Theresia Herbst eine hauswirtschaftliche Berufsfachschule besuchte. In den Jahren 1972 bis 1975 besuchten beide die Krankenpflegeschule, die damals noch unter der Leitung der Mallersdorfer Schwestern stand – eine Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen. Theresia Herbst war bis zum Ruhestand auf der Station Allgemeinchirurgie aktiv, Marie-Luise Beck auf der Inneren Station.

Johanna Drummer begann 1991 als teilzeitbeschäftigte Krankenschwester auf der Internen Männerstation ihre Tätigkeit für das Forchheimer Krankenhaus und wurde im Jahr 2000 zur Stationsleitung der chirurgischen Privatstation ernannt. Später übernahm sie die Leitung der Wahlleistungsstation

Stephan Dorn geht nach 31 Jahren Dienst im Krankenhaus Forchheim in den Ruhestand. Die Frage, ob er wieder einen Pflegeberuf ergreifen würde, wenn er noch einmal von vorne anfangen könne, bejaht der Leiter der Station Orthopädie und Unfallchirurgie: „Der Dank der Patienten und das Lächeln sind mir wertvoll. Es gab nur wenige Momente in meinem Berufsleben, in denen ich mich überfordert gefühlt habe. Dramatische Augenblicke werde ich nicht vergessen: Eine schwer verletzte junge Frau wurde eingeliefert. Sie ist mir auch deshalb in Erinnerung geblieben, weil es für sie gut ausgegangen ist.“

Auf dem Foto (@Klinikum Forchheim) v.l.n.r.: Margit Hallmann, Christina Hippmann, Barbara Meiler, Helene Zimmermann, Ingrid Stirnweiß, Luise Beck, Angelika Schrüfer, Simone Pister, Theresia Herbst, Miriam Pircher, Johanna Drummer, Stephan Dorn, Sven Oelkers.

Alle Jahre wieder besucht der Bischof von Myra – der heilige Nikolaus, alias Stephan Dorn – mit seinen himmlischen Begleitern – den Engeln Lena Bundgaard (22) und Sophia Niewandt (20) – die Patienten. Auf dem Foto sind sie auf der Station 13.

Die Qualität des Endoprothesenzentrums Forchheim unter der Leitung von PD Dr. med. Uwe Lehmann (Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie) wurde am 3. Dez. 2018 erneut durch das Internationale Zertifizierungsinstitut für Management und Personal „ClarCert“ auf Herz und Nieren geprüft.

Das Endoprothesenzentrum Forchheim wurde 2013 durch das Klinikum Forchheim in Kooperation mit der Gemeinschaftspraxis medikon von Dr. med. Franz Roßmeißl und Jürgen Waibel gegründet. Seitdem hat sich das Endoprothesenzentrum auf die Diagnose von Gelenkerkrankungen und den Ersatz durch künstliche Knie- und Hüftgelenke spezialisiert. Großer Wert wird dabei auch auf die Behandlung nach der Operation gelegt, d.h. Physiotherapie, Rehabilitation und Nachsorge sind wichtige Bestandteile des Gesamtkonzepts.

Das Zentrum wurde erstmals vor vier Jahren erfolgreich als EndoProthetikZentrum zertifiziert. Auch das diesjährige Überwachungsaudit verlief sehr erfolgreich. Zwölf Stunden lang durchleuchtete der Auditor Dr. med. Hans-Udo Gramlich sämtliche Facetten des Endoprothesenzentrums. Dabei konnte er im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses einige kleinere Verbesserungspotenziale aufzeigen. Hervorgehoben wurden die exzellente Zusammenarbeit aller Beteiligten und die daraus resultierende optimale Patientenversorgung.

Besonders beeindruckt zeigte sich Dr. Gramlich vom Einsatz des roboterarmassistierten Chirurgiesystems „MAKO“. Das Endoprothesenzentrum Forchheim spielt in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle in Deutschland, da es zu den bisher erst fünf Kliniken in Deutschland gehört, die dieses innovative System einsetzen. Vor dem Eingriff wird dabei zuerst ein dreidimensionales Computertomogramm angefertigt, mit dem dann eine patientenspezifische Planung vorgenommen wird. Die Roboterarm-unterstützte Chirurgie erlaubt es, die Prothese mit außerordentlich hoher Präzision in minimalinvasiver Technik zu implantieren. Durch den perfekten Sitz der Prothese profitieren die Patienten von einer schnelleren Rehabilitation und verbessertem funktionellen Ergebnis im Vergleich zur herkömmlichen Operationstechnik.

Forchheim/Ebermannstadt – Sven Oelkers wurde von der Gesellschafterversammlung zum Geschäftsführer der Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz gGmbH bestellt.

Die Betriebsgesellschaft – das kleine „g“ steht für gemeinnützig – wird laut einem Beschluss von Stadt- und Kreisrat zum 1. Januar 2019 gebildet. Unter ihrem Dach entsteht ein neues Krankenhaus „Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz“ mit zwei Standorten in Forchheim und Ebermannstadt. Ziel des Verschmelzens der beiden Häuser ist es, sich auf das jeweilige Leistungsangebot zu spezialisieren und das Spektrum der medizinischen Versorgung im Landkreis zu erweitern.

Zunächst steht die bauliche Erweiterung am Klinikum Forchheim an, um das medizinische Fusionskonzept umsetzen zu können. Bis zur Umsetzung der baulichen Struktur bleiben die medizinischen Angebote in der vorhandenen Form an beiden Standorten erhalten.

Nach der baulichen Anpassung werden in der Klinik in Ebermannstadt die Bereiche Psychosomatik, Akutgeriatrie und Palliativmedizin weiter ausgebaut. Forchheim übernimmt die interventionellen kardiologischen und komplexen gastroenterologischen Fälle.

Sven Oelkers freut sich über die Ernennung zum Geschäftsführer als Zeichen des Vertrauens: „Wir bieten ein klares medizinisches Konzept an beiden Standorten, welches noch weiter ausgebaut wird.“ Der 41-Jährige ist bereits seit 2016 Klinikdirektor des Klinikums Forchheim und Mitglied der Arbeitsgruppe „Klinikfusion“, bestehend aus Oberbürgermeister und Landrat, zwei Juristen, je einem Vertreter aus Kreis- und Stadtrat und Vertretern des Betriebs- und Personalrats und den Geschäftsführern der Kliniken.

Die Allgemeinchirurgische Abteilung am Klinikum Forchheim lud ein zum 8. Expertenworkshop Hernienchirurgie und 37 Chef- und Oberärzte aus ganz Deutschland kamen vom 22. bis 23. November 2018 in die Königsstadt. Unter einer „Hernie“ versteht man das Austreten von Eingeweiden aus der Bauchhöhle, umgangssprachlich als „Bruch“ bezeichnet. Es gibt äußere und innere Hernien, die häufigste äußere Hernie ist der „Leistenbruch“, die häufigste innere der „Zwerchfellbruch“

Der zweitägige Workshop untergliederte sich in Fachvorträge am Donnerstag und Live-Operationen am Freitag. Die Operationen erfolgten minimalinvasiv, also mit sogenannter Schlüssellochtechnik über einen hochmodernen 3D-Videoturm. Die Teilnehmer konnten mithilfe der Datenübertragung und speziellen 3D- Brillen das Vorgehen im Operationssaal ebenfalls live in 3D-Optik mit verfolgen. Chefarzt Dr. Bernhard Drummer führte  laparoskopische (per Bauchspiegelung) Eingriffe bei Hiatushernien (Zwerchfellbruch) durch. In einem Fall war nahezu der komplette Magen durch die Bruchlücke von seiner ursprünglichen Lage im Bauchraum in den Brustraum verlagert. Im Anschluss operierte der leitende Oberarzt Dr. Michael Sturm einen Leistenbruch und einen sogenannten Rezidivleistenbruch (bereits in offener Technik voroperiert) ebenfalls in minimal invasiver Technik und im 3D- Bildmodus. Die Videolaparoskopie in 3D-Technik wird am Klinikum Forchheim bereits seit fünf Jahren angeboten und durchgeführt.

Prof. Dr. Wolfgang Steurer, Viszeralchirurg am Krankenhaus in Leonberg bei Stuttgart, nahm zum ersten Mal am Hernienworkshop teil. Der Bauchspezialist sieht die Vorteile der kleinen Expertenrunde: „Auf den kleinen Meetings kann man ganz offen über Themenbereiche sprechen. Das geht auf großen Kongressen nicht. Hier erhält man gute Tipps. Wie machen es die Kollegen?“ Hilfreich empfindet er die 3D-Sicht auf die Operationsbilder aus der Bauchhöhle. Wolfgang Steurer informierte sich auch über die Fortschritte auf dem Gebiet der Kunststoffnetze, die verhindern sollen, dass erneut eine Hernie auftritt. Hier ist die Allgemeinchirurgische Abteilung unter der Leitung von Chefarzt Dr. Bernhard Drummer federführend in der Entwicklung neuer Materialien.

Erstmalig wurden hier neue, speziell für die Versorgung von „Zwerchfellbrüchen“ angefertigte Netze eingesetzt.

Rechtzeitig zur Abschaltung des analogen Kabelfernsehens am 22. November 2018 hat das Klinikum Forchheim 254 neue Fernseher inklusive Ersatzgeräten für die Patientenzimmer angeschafft.

Über ein Netzwerkkabel, das gleichzeitig Strom liefert, empfangen die Fernseher digital und geben das Fernsehprogramm in HD-Qualität wieder. Neben den Fernsehkanälen wählen die Patienten über das Touch-Screen auch die weiteren Angebote: Radio, Life-Schaltung auf die Gottesdienste, die in der hauseigenen Kapelle abgehalten werden, sowie den Klinik-Informationskanal.

Ein Patient lobt: „Ich bin schon zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres im Klinikum. Besonders die viel bessere Bildqualität habe ich sofort bemerkt.“ Wer nicht ganz auf Filme-on-demand verzichten möchte, kann sich einen WLAN-Zugang im Klinikum buchen.

Krankenhausdirektor Sven Oelkers unterstreicht: „Wir möchten unseren Gästen den Aufenthalt im Klinikum so angenehm wie möglich gestalten. Die Anforderungen an die Entertainment-Ausstattung in Krankenhäusern werden immer größer. Da wollen wir auch Wegbereiter sein und unseren Patienten entsprechend hochwertige Leistungen anbieten.“

Zum 1. November 2018 wurde Dr. Judith Neglein zur Oberärztin auf der Intensivstation ernannt. Krankenhausdirektor Sven Oelkers und Chefarzt Dr. Ulrich von Hintzenstern gratulieren.

Seit Oktober 2018 strahlt der Sender RTL eine Serie aus, „Der nächste, bitte! Die neue Arztserie aus dem echten Leben.“ Am Montag, den 5. November, wurde in der Sendung eine Entbindung am Klinikum Forchheim gezeigt. Die Sendung kann auf www.tvnow.de gesehen werden:

https://www.tvnow.de/rtl/der-naechste-bitte/kommt-der-nachwuchs-wie-geplant/player?utm_source=RTL&utm_medium=link&utm_campaign=Ganze_Folgen&utm_term=der-naechste-bitte

Das Fernsehteam begleitete die Schwangere aus dem Landkreis Forchheim zur Voruntersuchung am errechneten Geburtstermin und bei der Entbindung von einer Tochter.

Die Vorgängersendung „Hebammen im Einsatz“ legte den Fokus auf die werdenden Mütter, während die Serie „Der nächste, bitte!“ den Berufsalltag von Ärzten, Hebammen und Therapeuten zeigt – von der klassischen Erkältung über den doppelten Beinbruch bis hin zur Schönheits-OP. Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Forchheim, sagt: „Unser Klinikum ist das Erste, das die Produktionsfirma als Drehort für eine Geburt ausgewählt hat. Mit unserem erfahrenen Team aus Ärzten und Hebammen war unsere Patientin und ihr Kind zu jedem Zeitpunkt bestens versorgt.“

Das natürlichste der Welt – die Geburt

Die diensthabende Hebamme beschreibt den Geburtsvorgang: „Um 1:00 Uhr nachts hatte sich das Ziehen im Bauch in so kräftige regelmäßige Wehen verwandelt, dass die Patientin ein Schmerzmittel wünschte. Sie bekam eine Schmerzinfusion. Die Wehen waren jetzt sehr häufig, alle 2 Minuten. Der Muttermund hatte sich schon etwas geöffnet, deshalb wurde die Kamerafrau informiert. Die Herztöne des Babys, die per CTG-Gerät abgehört wurden, waren gleichmäßig. Beim Kind zeichnete sich kein Geburtsstress ab. Um ca. 2:30 Uhr platzte die Fruchtblase. Dann ging alles schnell: Die Wehen waren jetzt sehr stark und drückten das kindliche Köpfchen so fest auf den Muttermund, dass dieser sich vollständig öffnete. Das Baby, das bisher alles gut mitgemacht hatte, war wohl in diesem Moment etwas überfordert und die Gebärende musste ganz gezielt tief in den Bauch atmen, um so ihrem Baby bei jeder Wehe eine große Portion Sauerstoff zu schicken. Eine gute Überwachung von Mutter und Kind war wichtig.“ Um 3.51 Uhr erblickte das kleine Mädchen das Licht der Welt.

Bewerbung und Casting
Die Hauptakteurin hatte sich während der Hochzeitsvorbereitungen die Sendung „Hebammen im Einsatz“ angeschaut und als sie schwanger wurde, bewarb sie sich bei RTL. Nach einem erfolgreichen Casting stand fest, dass ihre Entbindung gefilmt wird. Die 31-Jährige wählte das Klinikum Forchheim, weil die Strecke von ihrem Zuhause und diesem Krankenhaus am kürzesten ist.

Ab der 36. Schwangerschaftswoche

Das Klinikum Forchheim nimmt Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche auf. Ab diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft ist eine komplikationslose Entbindung sehr wahrscheinlich. Lediglich ein Prozent der rund 700 Neugeborenen, die pro Jahr im Klinikum geboren werden, wird in eine Kinderklinik in der Nähe verlegt.

Anfang Oktober beginnt das Schuljahr für die Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Forchheim. 21 Teilnehmer haben sich im diesjährigen Schuljahr für die dreijährige Ausbildung in der Krankenpflege entschieden.

Diese findet an der Berufsfachschule in Blockform statt: Theoretischer Unterricht mit Lerneinheiten zu Gesundheits- und Krankenpflege und berufsbezogenen Grundlagen aus den Bereichen Medizin, Recht und Politik wechselt sich ab mit praktischen Einsätzen auf den verschiedenen Stationen im Klinikum Forchheim. Weitere Einsätze in der praktischen Ausbildung finden in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Klinikum am Michelsberg in Bamberg und bei einem ambulanten Pflegedienst in Forchheim statt.

Teilnehmer mit unterschiedlichen Werdegängen

Katharina Zurek gibt im ersten Kurs Unterricht in Gesundheits- und Krankenpflege. Sie unterweist in der Körperpflege des Patienten und demonstriert harnableitende Maßnahmen. Die diesjährigen Teilnehmer weisen sehr heterogene Werdegänge auf, findet sie: „Einige haben einen Mittelschulabschluss und eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung, andere haben gerade das Abitur bestanden. Studienabbrecher und Pflegefachhelfer sind auch dabei.“ Die Gesundheits- und Pflegepädagogin findet es gut, dass die unterschiedlichen Erfahrungen der Teilnehmer in die Gruppe einfließen. Die Berufsfachschule verfügt über 45 Ausbildungsplätze, die sich auf drei Kurse mit rund 15 Auszubildenden pro Kurs verteilen. Katharina Zurek sieht die Vorteile der Berufsfachschule im Einzugsgebiet der Fränkischen Schweiz. Als vergleichsweise kleine Schule seien die Plätze schnell vergeben, sagt sie.

Peter (19) aus Hallerndorf möchte sich nach einem siebenmonatigen Pflegepraktikum in Bamberg als Gesundheits- und Krankenpfleger ausbilden lassen. Der erste Eindruck nach zwei Wochen Unterricht: „Hier lernt man in schulischer Form, warum man bestimmte Tätigkeiten als Pfleger macht. Dieses Hintergrundwissen hat mir gefehlt.“ Nach der Ausbildung möchte Peter ein Medizinstudium beginnen oder sich weiter zum Intensivpfleger oder Rettungssanitäter ausbilden lassen. Am meisten gefällt ihm das Fach Anatomie, weil der Unterricht gut gestaltet und der Lernstoff nachvollziehbar ist.

Ende November beginnt der erste Praxisblock, bei dem die theoretisch erworbenen Kenntnisse umgesetzt werden können. Schwerpunkt wird die Vitalzeichenerhebung und die Mobilisation sein.

Ausbildungsvergütung

Die Weiterbildungsmöglichkeiten nach Abschluss der Ausbildung in der Krankenpflege in der Krankenpflege sind mannigfaltig. Durch Fachweiterbildungen – beispielsweise in der Onkologie oder Anästhesie/Intensivmedizin, Krankenhaushygiene, Qualitätsmanagement oder in der psychiatrischen Pflege – kann man Zusatzqualifikationen erlangen oder ein Studium in den Bereichen Gesundheits- und Pflegepädagogik, Public Health oder Pflegemanagement absolvieren. Die Ausbildungsvergütung entspricht den Vorgaben des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst und beträgt im ersten Schuljahr bereits 1.091, ab März 2019 1.141 Euro brutto pro Monat.

Ab dem 1. Januar 2019 übernimmt Daniela Leuker die Leitung der Station Orthopädie und Unfallchirurgie. Krankenhausdirektor Sven Oelkers gratuliert. Der jetzige Stelleninhaber geht in den Ruhestand.

„Wie stellt man während der Schwangerschaft fest, ob ein ungeborenes Kind einen Gendefekt hat?“ Das war die schwerste Frage in der Abschlussprüfung, kommentiert eine der Schülerinnen der Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Forchheim. Mit dem mündlichen Teil endet die staatliche Prüfung in der Krankenpflege. Alle elf Absolventinnen und Absolventen haben bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche: Sechs von ihnen werden als Gesundheits- und Krankenpfleger vom Klinikum Forchheim übernommen. Ein Absolvent wird auf der Intensivstation übernommen, eine Absolventin auf einer internistischen Station, drei auf der Wahlleistungsebene und ein Absolvent geht in die Ambulanz.

Bei der Zeugnisverleihung gratulierte Krankenhausdirektor Sven Oelkers den Schülern zum Erfolg. Er freue sich, dass mehr als die Hälfte der Absolventen im Haus bleibe, so Oelkers. Für diejenigen, die erst einmal in anderen Krankenhäusern Erfahrung sammeln möchten, stünde die Tür immer offen: „Dank der Kooperation mit der Universitätsklinik Erlangen bieten wir auch die Fachweiterbildung zum OP-Pfleger an“, warb er für diesen Beruf.

Der Prüfungsvorsitzende der Regierung von Oberfranken, Medizinaldirektor und Experte für Krankenhaushygiene Bernhard Grüner, überreichte den examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger/innen ihr Prüfungszeugnis und beglückwünschte sie zu ihrer Berufswahl. Fünf Schüler/innen – Carl Göttler, Sophia Hammerand, Dominik Kaiser, Franziska Siegmund und Lea Wolf– nahmen von der Schulleitung eine Anerkennungs-Urkunde, die von der Regierung von Oberfranken für einen hervorragenden Abschluss der Berufsfachschule ausgestellt wurde, entgegen

Praktisch mit dem Beruf vertraut werden

Die Ausbildung an der Berufsfachschule findet in Blockform statt: Theoretischer Unterricht mit Lerneinheiten zu Gesundheits- und Krankenpflege und berufsbezogenen Grundlagen aus den Bereichen Medizin, Recht und Politik wechselt sich ab mit praktischen Einsätzen auf den verschiedenen Stationen im Klinikum Forchheim. Weitere Einsätze in der praktischen Ausbildung finden in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Klinikum am Michelsberg in Bamberg und bei einem ambulanten Pflegedienst in Forchheim statt. Der theoretische und fachpraktische Unterricht richtet sich nach den Lehrplanrichtlinien des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus für die Berufsfachschulen für Krankenpflege Die staatliche Prüfung umfasst jeweils einen schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil.

Die Berufsfachschule verfügt über 45 Ausbildungsplätze, die sich auf drei Kurse mit rund 15 Auszubildenden pro Kurs verteilen.

Hervorragende Vergütung

Die Weiterbildungsmöglichkeiten nach Abschluss der Ausbildung in der Krankenpflege in der Krankenpflege sind mannigfaltig. Durch Fachweiterbildungen – beispielsweise in der Onkologie oder Anästhesie/Intensivmedizin, Krankenhaushygiene, Qualitätsmanagement oder in der psychiatrischen Pflege – kann man Zusatzqualifikationen erlangen oder ein Studium in den Bereichen Gesundheits- und Pflegepädagogik, Public Health oder Pflegemanagement absolvieren. Die Ausbildungsvergütung entspricht den Vorgaben des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst und beträgt im ersten Schuljahr bereits 1.091, ab März 2019 1.141 Euro brutto pro Monat. Ein Gesundheits- und Krankenpfleger, der die Berufsausbildung gerade abgeschlossen hat, verdient nach TVöD Pflege (2018) 35.020 Euro brutto pro Jahr (inklusive Jahressonderzahlung, Entgeltgruppe P 7, Stufe 2), ein Stationsleiter erhält nach zehn Jahren als Gesundheits- und Krankenpfleger im öffentlichen Dienst 54.842 Euro (inklusive Jahressonderzahlung, Entgeltgruppe P 12, Stufe 5). Samstags-/Sonntags-/Feiertagszuschläge, Schichtzulage und Zuschläge für Nachtarbeit kommen je nach Leistung hinzu.

Seit Schulbeginn im September strömen vor allem Kinder zur Schule. Eine Schule für Eltern bietet seit Neuestem das Klinikum Forchheim, die den werdenden Eltern die Unsicherheit vor diesem Lebensereignis – der Geburt des eigenen Kindes –  nehmen soll.

Der Kurs wird vom Klinikum Forchheim angeboten, weil zahlreiche schwangere Frauen keinen Platz in einem Geburtsvorbereitungskurs einer niedergelassenen Hebamme finden konnten. Laut einer Erhebung des Forchheimer Landratsamtes bräuchte der Landkreis – gemessen an den Geburten (2015: 1.015) – doppelt so viele niedergelassene Hebammen wie die gemeldeten 16.  Der Chefarzt der Frauenklinik, Dr. Stefan Weingärtler, und die leitende Hebamme, Petra Loher-Fischer, hoffen mit dem Angebot des Klinikums zur Entlastung der freiberuflichen Hebammen im Landkreis beizutragen.

Zu Beginn erläutert die Kinderkrankenschwester die erste Zeit mit dem Neugeborenen. Das Wichtigste sei die innere Zweisamkeit zwischen Mutter und Kind, das Bonding. Sie zeigt das richtige Anlegen an die Brust und erklärt, dass es bis zum Milcheinschuss drei bis vier Tage dauern kann.

Vorbeugendes Beckenbodentraining

Breitbeinig steht die Physiotherapeutin Ecatarina Heidel in der nächsten Stunde auf der Matte. Mit dem Körpergewicht auf den vorderen Zehenballen lässt sie sanft das Becken kreisen. Dies sind Übungen für das Beckenbodentraining nach der Geburt, denn durch die Schwangerschaft und Geburt ist dieser belastet und das kann später zu Senkung oder Inkontinenz führen.

Die Hebammen Martina Steck, Anne Bedruna, Grazyna Kuderewski, Dagmar Maier und Lisa Hubert klären über den Geburtsvorgang auf: „Ohne Wehen kommt kein Kind.“ Um sich die Dauer einer Wehe vorstellen zu können halten alle Teilnehmerinnen einen Eiswürfel in einer Hand – eine Minute lang. Langsam beginnt die Handinnenfläche zu schmerzen… Dann gibt es zwei Minuten Pause.

Hilfreich bei großen Wehenschmerzen ist eine bestimmte Atemtechnik, die die Anwesenden ausprobieren. Bei der sogenannten „Pferdeatmung“ wird geschnaubt und durch die Lippen gepustet.

Für die Schwangeren in der 30. Bis 32. Schwangerschaftswoche bietet die Elternschule eine gute Gelegenheit die meisten der elf Hebammen persönlich kennen zu lernen.

Geburtszeitpunkt richtet sich nach dem Kind, nicht nach dem Dienstplan

Das Klinikum Forchheim nimmt Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche auf. Pro Jahr werden von rund 700 Neugeborenen lediglich sechs bis acht in eine Kinderklinik in der Nähe verlegt. Nur 23 Prozent der Kinder werden mit einem Kaiserschnitt zur Welt gebracht, ein vergleichsweise niedriger Prozentsatz.

Die Elternschule dauert 5 mal 2 Stunden, jeweils mittwochs von 15.00 bis 17.00 Uhr und wird nach Bedarf angeboten. Der Kurs kostet 30 Euro. Er findet im Klinikum Forchheim statt, Raum 1520

Die Anmeldung erfolgt werktags von 08.00 bis 16.00 Uhr über die Telefonnummer 09191-610- 208

E-Mail: Elternschule@klinikum-forchheim.de

Auf dem Foto erläutert Hebamme Anne Bedruna den Geburtsvorgang.

Seit Anfang September 2018 übernimmt der katholische Pastoralreferent Dietmar Denzler (51) gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen, Pfarrer Ulrich Bahr (55), die Krankenhausseelsorge am Klinikum Forchheim.

Die Klinikseelsorge ist fest in der christlichen Tradition verwurzelt und geht auf die  „sieben Werke der Barmherzigkeit“ zurück, die Jesus im Matthäusevangelium nennt. Eines davon ist „Kranke besuchen“ – nicht zuletzt als Zeichen dafür, dass Gott mit Menschen mit-leidet.

Der Pastoralreferent Dietmar Denzler arbeitet in den Pfarreien St. Martin, Verklärung Christi und in Kersbach. Dort übernimmt er Seelsorgeaufgaben, wie Beerdigungen, Pfarrbriefe und, Gottesdienste und Religionsunterricht. Der gebürtige Bamberger ist verheiratet, seine Töchter sind 15 und 13 Jahre alt und er wohnt in Nürnberg. Dietmar Denzler unterstreicht die ökumenische Herangehensweise an die Krankenhausseelsorge: „Das Menschliche kommt zuerst.“ Er stehe für alle Menschen als Gesprächspartner zur Seite, egal welcher Religion diese angehörten, so Denzler.

Die Gottesdienste am Klinikum hält Dietmar Denzler abwechselnd mit Pfarrer Dr. Leslie Oliver Mathias, der weiterhin die Messfeiern abhalten wird.

Ulrich Bahr arbeitet seit 2012 als Pfarrer an der Christuskirche in Forchheim und betreut seelsorgerlich die Orte im Norden Forchheims. Vorher war er Gemeindepfarrer in Erlangen und wechselte dann in den Schuldienst. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Söhne. Eine Viertelstelle widmet er dem Klinikum Forchheim und der Klinik Fränkische Schweiz in Ebermannstadt.

Ein Gespräch kann helfen

Die Aufgaben der Klinikseelsorge sind breit gefächert. Zuallererst bieten beide Seelsorger den Patienten, Angehörigen und Mitarbeitern des Klinikums unabhängig von der Konfession Zeit für Einzelgespräche an, in denen alles zur Sprache kommen kann, was den Betroffenen gerade bewegt. Manchmal tut es schon gut, eine Sorge oder Angst nur ausgesprochen zu haben, im besten Falle kann ein Gespräch helfen, die Veränderungen zu bewältigen, die eine Erkrankung mit sich bringt, und dabei auch Fragen wie der nach dem Sinn des Leidens nachzugehen. Die geistige Haltung, die religiöse Dimension bringt jeder Gesprächspartner selber mit. Nach christlichem Verständnis ist jeder Mensch als Ebenbild Gottes ein einzigartiges Individuum. Um dem gerecht zu werden, orientiert sich Bahr an der Methode der personenzentrierten Gesprächsführung des US-amerikanischen Psychotherapeuten Carl Rogers.  Die Grundhaltung sei der Versuch, sich in die besondere Situation des Kranken und seine damit verbundenen Empfindungen einzufühlen, diese ihm sozusagen zu spiegeln, erläutert der gebürtige Bamberger. Darin liege die Chance zu einem reflektierten Umgang mit der Situation.

Gemeinsam mit Dietmar Denzler will Ulrich Bahr im kommenden Winter einen Kurs für ehrenamtliche Klinikseelsorger auf die Beine stellen. In der Klinik Fränkische Schweiz in Ebermannstadt besteht bereits ein „Besuchskreis“.

Alle Gespräche unterliegen dem Seelsorgegeheimnis

„Wenn gewünscht, dann kommen wir“, sagt Ulrich Bahr. Er weist darauf hin, dass alle Gespräche dem Seelsorgegeheimnis unterliegen. Worte, Gesten und Rituale können dabei helfen, Leid zu tragen: Eine Segnung, ein gemeinsames Gebet oder Andachten und Gottesdienste. „Für katholisch Gläubige bringe ich gerne die Kommunion ans Bett. Für die Krankensalbung wird ein priesterlicher Dienst vermittelt. Diese Praxis wird schon im Jakobusbrief des Neuen Testamentes erwähnt“,  ergänzt Dietmar Denzler. So findet jede Woche donnerstags ab 18.30 Uhr in der Kapelle ein halbstündiger evangelischer Gottesdienst statt. Die katholischen Gottesdienste sind am Mittwoch und Samstag jeweils um 18 Uhr. Alle Gottesdienste werden auf Kanal 31 in die Patientenzimmer übertragen.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde ernannte Krankenhausdirektor Dipl.-Kfm. Sven Oelkers Herrn Dr. med.Tobias Schmieger ab 01.09.2018 zum Oberarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie. 

Ebenso wurden aus der Fachabteilung für Anästhesie und Intensivmedizin Frau Dr. med. Andrea Neumann und Frau Dr. med. (Univ. Pécs) Ágnes Ujváriné Porkoláb, zum 01.09.2018 zu Funktionsoberärztinnen ernannt.

Herr Oelkers bedankte sich für die bisher geleistete Arbeit und hofft weiterhin auf großes Engagement.

Im Bild von links nach rechts:
Krankenhausdirektor Dipl.-Kfm. Sven Oelkers, FOÄ Dr. med. (Univ. Pécs) Ágnes Ujváriné Porkoláb, Chefarzt Dr. med. Ulrich von Hintzenstern, FOÄ Dr. med. Andrea Neumann, OA Dr. med. Tobias Schmieger, Chefarzt Dr. med. Bernhard Drummer

Seit März 2018 arbeiten die Operateure, Chefarzt PD Dr. med Uwe Lehmann, Dr. med. Franz Roßmeißl, Oberärzte Dr. med Wolfgang Müller und Maximilian Baier sowie Jürgen Waibel beim Einsetzen von Kniegelenken unter Zuhilfenahme eines Roboterarms. PD Dr. Uwe Lehmann, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie zog mittels einer Patientenumfrage einen ersten Vergleich zwischen einer Mako-Knietotalendoprothese mit einer konventionellen Knietotalendoprothese. Bei einer Totalendoprothese wird das Kniegelenk zur Gänze ersetzt.

Bei dieser Technologie handelt es sich um eine Computertechnologie für endoprothetische Eingriffe, die in Deutschland erst an fünf Standorten im Einsatz ist. Einer der Standorte ist das Endoprothesenzentrum am Klinikum Forchheim. Im Vorfeld des Eingriffs wird eine spezielle Planungs-Computertomografie (CT) angefertigt, die die individuelle Anatomie des Patienten erfasst. Das daraus resultierende 3D- Modell dient als Planungsgrundlage der Prothese.

Während der Operation nutzt der Operateur die roboterarmunterstützte Technologie zum Sägen des Prothesenbetts. Dabei werden Punkte am offenen Knie gemessen und die Daten an einen Computer übertragen. Ein Medizinproduktspezialist, der für jede Operation eigens nach Forchheim reist, und die gesamte Operation begleitet, plant mit dem Operateur die exakte Positionierung der Prothese und nimmt die Feinabstimmung der Bänderspannung vor. Diese Technologie verspricht eine höhere Präzision und Patientensicherheit. Die Genauigkeit der Säge beträgt ein 1/10 Millimeter und ein Grad. Bei einer Abweichung von der Planung stoppt der Sägevorgang automatisch. Keine Bänder- oder Nervenstrukuren können beschädigt werden. Diese verspricht eine höhere Präzision und Patientensicherheit.

Beweglicher als die herkömmlich Operierten

Bis dato wurden bei 31 Operationen die Roboterarm-Technologie eingesetzt. Davon beteiligten sich 25 Patienten an der Umfrage und beantworteten u.a. die Fragen

  • Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis Ihrer Operation?
  • Wie zufrieden sind Sie mit der Beweglichkeit?
  • Wie zufrieden sind Sie nun mit Ihrer Lebenssituation gegenüber vor der Operation?

Die Kontrollgruppe stellen 25 Patienten, die auf konventionelle Weise operiert wurden. Die Patienten wurden frühestens sechs Wochen nach der OP befragt, um einen stabilen Eindruck vom Wohlbefinden zu erhalten. Die Antworten variieren wie die Schulnoten von 1 bis 6, wobei 1 die beste Note ist („sehr zufrieden“) und 6 die schlechteste.

Beide befragten Gruppen gaben an, dass sie sehr zufrieden mit dem Ergebnis sind (Note 1,7). Bei der Frage nach der Beweglichkeit zeigte sich aber, dass die Mako-Operierten wesentlich zufriedener (Note 2,1) mit ihrem Zustand waren als die herkömmlich operierten (Note 2,8). Auch bei der Lebenssituation zeigten die Mako-Patienten optimistischer: Sie waren vier Zehntel glücklicher als die Kontrollgruppe (Note 2,0).

Digitalisierung 4.0 – Andreas Schwarz auf Sommertour

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz überzeugte sich anlässlich der Präsentation der Umfrageergebnisse am Forchheimer Klinikum von der Methode: „Nach der heutigen Erfahrung steht für mich fest: Falls ich einmal ein neues Kniegelenk brauchen sollte, würde ich mich auf jeden Fall mit dieser OP-Methode im Klinikum Forchheim operieren lassen“, äußerte er sich. Auf seiner Sommertour besuchte Andreas Schwarz das Klinikum als dritte Station und war bei einer roboterarmgestützten Operation im OP-Saal dabei. Er ist zurzeit in seinem Wahlkreis unterwegs, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen, was die Menschen bewegt, wo der Schuh drückt und wofür er sich in Berlin einsetzen muss. Er fasst zusammen: „Heute konnte ich hautnah erleben, was Digitalisierung 4.0 bedeutet. Für eine Operation wird man auch in Zukunft immer einen Chirurgen brauchen, aber auch im OP sind der technische Fortschritt und die entsprechende Fortbildung unaufhaltsam.“

Informationsveranstaltung in Erlangen

Auf einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, den 26. September, um 18.30 Uhr im Haus der Kirche Kreuz&Quer, Bohlenplatz 1 in Erlangen demonstriert Dr. Uwe Lehmann an einem Kunstknochen, wie der Roboterarm beim Aussägen des Prothesenbetts funktioniert.

Zum zweiten Mal beteiligt sich das Klinikum Forchheim an der Aktion „Saubere Hände“. Händehygiene ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen persönlichen Gesundheitspflege, aber auch eine vorbeugende Maßnahme zum Schutz von Patienten und pflegebedürftigen Personen vor Ansteckung mit Erregern in Krankenhäusern, Arztpraxen, Altenheimen oder in der ambulanten Versorgung.

Die deutschlandweite Kampagne „Aktion Saubere Hände“ setzt sich seit 2008 für Qualitätssicherung und verbesserte Hygienestandards auf der Basis von internationaler Forschungsarbeit und nationaler Hygieneleitlinien ein. In diesem Jahr fokussiert die „Aktion Saubere Hände“ auf das Krankenhauspersonal.

In den Informationsbroschüren werden fünf Situationen für das Krankenhauspersonal definiert, in der eine Händedesinfektion notwendig wird:

  • Vor dem Patientenkontakt
  • Vor aseptischen (nicht keimfreien) Tätigkeiten, wie Verbandwechsel, Spritzen setzen
  • Nach Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien, wie Urin oder Erbrochenes
  • Nach Patientenkontakt
  • Nach Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarer Umgebung des Patienten beispielsweise mit dem Nachttisch des Patienten

Die Händedesinfektion dient einerseits als Schutz des Patienten selbst vor der Kolonisation mit Erregern und andererseits zum Schutz des Personals und der erweiterten Patientenumgebung vor potentiell pathogenen (krankmachenden) Erregern, Schutz nachfolgender Patienten.

Hygienefachkraft Annette Drummer zeigt gemeinsam mit Daniel Petraschka, Arzt für Krankenhaushygiene am Deutschen Beratungszentrum für Hygiene, an einem Stand in der Eingangshalle des Klinikums Forchheim, wie man die Hände richtig desinfiziert. Mithilfe einer UV-Lampe wird überprüft, ob auch die gesamte Haut mit dem Desinfektionsmittel befeuchtet wurde. Dabei stellte sich heraus, dass trotz des Tragens von Einmalhandschuhen die Hände nicht hundertprozentig geschützt sind. Unter der Lampe zeigte sich, dass das Desinfektionsmittel durch poröse Stellen des Handschuhs dringen konnte und dann im UV-Licht hell leuchtete. Konsequenterweise muss man sich also sogar nach dem Tragen von Einmalhandschuhen die Hände desinfizieren.

Für die Umsetzung dieser Maßnahmen erhält das teilnehmende Klinikum Forchheim ein Zertifikat.

Krankenhausdirektor Sven Oelkers ist sich sicher: „Durch die Teilnahme an der „Aktion Saubere Hände“ machen wir erneut auf diese wichtige und einfach anzuwendende Hygienemaßnahme aufmerksam. Es freut mich, dass sich so viele Mitarbeiter am Stand informiert haben. Durch die UV-Licht-Kontrolle kann man für sich selbst überprüfen, ob man die Hände richtig mit Desinfektionsmittel benetzt hat.“

Auf Einladung von Martin Schmid fand die diesjährige Tagung der Krankenhausgeschäftsführer aus Oberfranken im Klinikum Forchheim statt. Die Herren über fast 5.000 Krankenhausbetten und eine Dame besprachen Themen zur Datenschutzgrundverordnung und zum Krankenhausbudget.

Zentraler Diskussionspunkt war der G-BA-Beschluss zur stationären Notfallversorgung. Demnach sind 628 Kliniken deutschlandweit künftig ohne Zuschläge, weil nach einem gestuften System der stationären Notfallversorgung nur noch 1.120 statt bisher 1.748 Krankenhäuser zusätzliches Geld für Personal und Einrichtungen für die Behandlung von Notfällen bekommen. Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenkassen und Krankenhäuser in Deutschland.

Auf dem Gruppenfoto (@Klinikum Forchheim) v.l.n.r.:

Markus Hochmuth, stv. Vorstand Kliniken Hochfranken; Hermann Dederl, Vorstandsvorsitzender Kliniken Hochfranken; Emil Etzel, Verwaltungsdirektor Leopoldina Krankenhaus Schweinfurt; Stephan Kolck, Geschäftsführer Haßberg Kliniken; Martin Schmid, Geschäftsführer Klinikum Fichtelgebirge; Axel Fleischmann, Leiter GB 2 Klinikum Bayreuth; Katja Bittner, Vorstand Bezirkskliniken Oberfranken; Sven Oelkers, Krankenhausdirektor Klinikum Forchheim; Udo Kunzmann, Geschäftsführer Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH; Uwe Möller-Ühlken, Geschäftsführer Klinik Fränkische Schweiz

Lena Obenauf ist seit 1. August 2018 stellvertretende Teamleiterin der Endoskopie-Abteilung. Krankenhausdirektor Sven Oelkers gratuliert.

Zur Forchheimer „fünften Jahreszeit“ geht es auf dem Annafest feucht-fröhlich zu. Übermäßiger Alkoholkonsum kann aber zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen. Wir fragten Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Ärztlicher Direktor am Klinikum Forchheim.

Klinikum Forchheim: Herr Professor Gschossmann, woran erkennt man eine Alkoholvergiftung?

Prof. Dr. Gschossmann: Der oder die Betroffene leidet unter starken Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma und natürlich ist der starke Alkoholgeruch ein untrügliches Zeichen.

Wie wird die Alkoholvergiftung behandelt?

Prof. Dr. Gschossmann: Der Alkohol muss vom Körper abgebaut werden. Wenn der Vergiftete in der Klinik ankommt, hat der Alkohol in der Regel den Magen bereits verlassen – ein Magenauspumpen ist daher nicht sinnvoll. Während der Ausnüchterung überwachen wir den Patienten.

Wie kann man eine Alkoholvergiftung vorbeugen?

Prof. Dr. Gschossmann: Das ist ganz einfach! Ein maßvoller Umgang mit diesem Genussmittel ist meine beste Empfehlung!

Was sind die Langzeitschäden bei Alkoholmissbrauch?

Prof. Dr. Gschossmann: Letztendlich ist Alkohol ein Zellgift. Auf Dauer werden die Organe geschädigt. Das kann zu Schäden an der Leber und im Gehirn führen, aber auch das Herz kann betroffen sein.

Vielen Dank für die Antworten!

Bei 40 bis 50 Prozent der Frauen kommt es im Laufe des Lebens zu einer Überlastung des Beckenbodensytems. Dabei senken sich Blase, Gebärmutter, Scheide und Enddarm durch die Dehnung des Bindegewebes, welches Halt verschaffen sollte. Oft ist dadurch die Funktion von Blase oder Darm gestört.

Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, erläutert in einem Vortrag der Freunde und Förderer des Klinikums Forchheim e.V., wie es zu Harn- beziehungsweise Stuhlinkontinenz bei Frauen kommt: „Bereits bei jungen Frauen können durch die Schwangerschaften und Geburten Schäden im Beckenbodenbereich auftreten. In jungen Jahren kann der Körper diese Schäden noch ganz gut kompensieren. Kommen aber im Laufe der Jahre noch starke körperliche Belastung, Bindegewebsschwäche und der schon ab dem 40. Lebensjahr einsetzende Hormonmangel hinzu, zeigen sich gerade ab diesem Alter die Folgen wie Harn- oder Stuhl-Inkontinenz.“

Zum Beispiel kann es bei schwerem Heben, Husten oder Niesen – also Belastungen die einen höheren Druck im Bauchraum erzeugen – kommt es zu einem unwillkürlichen Harnverlust, ein Tabuthema, welches den Betroffenen meist peinlich ist. Als Stuhlinkontinenz wird das Unvermögen bezeichnet, den Stuhlgang willentlich zu kontrollieren

Beckenbodenorientierte natürliche Geburtshilfe

Während der Schwangerschaft und Geburt ist die Beckenbodenmuskulatur besonders großen Belastungen ausgesetzt. Dr. Stefan Weingärtler versucht mit seinem Team durch eine beckenbodenorientierte natürliche Geburtshilfe die Spätfolgen zu vermeiden.

Bereits eine Schwangerschaft an sich und die Geburt eines Kindes stellen eine enorme Belastung für den Beckenboden dar. Durch gezielte Übungen schon während der Schwangerschaft kann man Verletzungen und Schäden entgegenwirken. Bei einer Geburt können Gebärhaltung, Geburtsdauer und Vermeidung traumatisierender Interventionen die Funktion des Beckenbodens positiv beeinflussen. Nicht zuletzt ist es im Wochenbett wichtig, die Mütter zu einer konsequenten Rückbildungsgymnastik hinzuführen. Dabei helfen schonende Übungen, die Rückbildung der Gebärmutter zu unterstützen, die Bauchmuskulatur zu straffen, die Rückenmuskulatur zu entlasten und wieder ein Gefühl für den Beckenboden zu entwickeln.

Im Rahmen der Vortragsreihe der Freunde und Förderer des Klinikums Forchheim e.V. sprach der Urologe Dr. med. Torsten Rith über die „Blasenschwäche“ beim Mann, genauer: über die verloren gegangene Fähigkeit, Urin verlustfrei in der Harnblase zu speichern und selbst Ort und Zeitpunkt der Entleerung zu bestimmen sowie über die durch eine Schwäche des Blasenmuskels bedingte Unfähigkeit, die Harnblase vollständig zu entleeren.

Die Symptome sind vielfältig: Einerseits kann das Wasserlassen selbst problematisch sein, wenn etwa der Harnstrahl abgeschwächt ist oder der Vorgang viel länger dauert als normalerweise. Andererseits bereitet das Speichern des Urins Schwierigkeiten: vermehrtes nächtliches Wasserlassen, überfallartiger, unwillkürlicher Harndrang und Brennen beim Wasserlassen sind einige der Krankheitszeichen. Gesundheitsschädigend entwickelt sich die Erkrankung dann, wenn der Urin gar nicht mehr ablaufen kann: eine Harnverhaltung ist äußerst schmerzhaft, eine Überlaufblase und ein folgender Harnstau können zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen.

Vergrößerung der Prostata
Die häufigste Ursache für diese Beschwerden ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata, an der die Hälfte aller Männer über fünfzig leiden. Mit fortschreitendem Alter nimmt die Zahl der Betroffenen noch weiter zu. Das gutartige Bindegewebe drückt dabei die Harnröhre zu. Mit zunehmender Enge gelingt es dem Blasenmuskel immer weniger, den Urin vollständig zu entleeren.

Medikamentöse und operative Therapien
Nach einer ausführlichen Diagnostik, bei der auch eine Tumorbildung ausgeschlossen wird, bieten sich medikamentöse oder operative Therapien an. Sogenannte Alpha-Blocker lockern die Muskulatur um die Harnröhre, der Übergang von der Blase in die Harnröhre weitet sich. Dadurch wird der Harnstrahl kräftiger und die Blase kann sich wieder besser entleeren. Fünfalpha-Reduktase-Hemmer lassen das Bindegewebe in der Prostata innerhalb eines halben Jahres schrumpfen, dadurch wird die Harnröhre wieder weiter. Das unwillkürliche Zusammenziehen des Blasenmuskels wird durch die Einnahme von Anticholinergika unterdrückt. Die im Klinikum Forchheim am häufigsten angewandte operative Therapie ist ein minimal-invasiver Eingriff durch die Harnröhre. Bei der Transurethralen Resektion der Prostata, die zu den häufigsten urologischen Operationen gehört und allein in Deutschland 75.000 Mal pro Jahr durchgeführt wird, wird das erkrankte Gewebe aus der Prostata abgetragen. Abschließend wird das abgehobelte Gewebe ausgespült. Bis zu vier Tage nach der Operation wird die Wundfläche über einen Katheter gespült. Nach sechs bis acht Wochen hat sich die Schleimhaut der Harnröhre wieder erholt, so dass nun zwischen Blase und Schließmuskel eine kugelförmig erweiterte Harnröhre innerhalb der Prostata vorliegt.

„Die transurethrale Resektion ist der Goldstandard in der operativen Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung“, betont Dr. Rith.

Der Erfolg dieser Behandlung ist sofort spürbar: Da das Abfluss-Hindernis augenblicklich beseitigt ist, wird der Harnstrahl um bis zu 120 Prozent kräftiger. Die Drang- und Einengungs-Symptome verschwinden und die Blasen-Entleerung ist dauerhaft verbessert.

Berlin – Stellvertretend für sein Team wurde Marco Reich, der IT-Leiter des Klinikums Forchheim, zum zweiten Mal als hervorragender Digital Leader aus dem Mittelstand geehrt für das Konzept der digitalen Prozessoptimierung im Klinikum Forchheim.

Der IDG-Verlag, der unter anderem die Zeitschrift Computerwoche herausgibt, und der globale IT-Dienstleister Dimension Data zeichneten am 28. Juni Deutschlands beste Digitalisierungsprojekte 2018 aus. Bei dem Wettbewerb konnte sich das Klinikum Forchheim in der Kategorie „Gesellschaft digital darstellen“ erfolgreich gegen global agierende Unternehmen wie Comdirect bank AG und Lufthansa Innovation Hub behaupten und erzielte den ersten Platz.

 Alle Patientendaten mit einem Klick
Ziel des IT-Teams ist es, die Prozesse im Klinikum Forchheim zu optimieren, um erfolgreich die Digitalisierung als Mittel zur Verbesserung der Patientenversorgung und Effizienzsteigerung zu nutzen: So werden Daten wie Laborwerte, Vitalzeichen und Medikationen während des Krankenhausaufenthaltes in der sogenannten „Patientenkurve“ digital gesammelt und sind mobil für die Visite verfügbar. Der behandelnde Arzt muss nicht mehr zum Computer laufen, denn er hat alle Daten am Visitenwagen vor sich. Das aufwendige Suchen von Daten entfällt.

Auch bei der Wunddokumentation – wie entwickelt sich eine Wunde im Laufe des Krankenhausaufenthaltes? – werden die Bilder jetzt mit Hilfe von iPad Minis aufgenommen und in der elektronischen Patientenakte gespeichert.

Wenn alle Patientendaten – auch die Patientenaufklärung – gleich zu Beginn ab der Aufnahme digital im Krankenhausinformationssystem zur Verfügung stehen, verbessert dies den gesamten weiteren Behandlungsverlauf, weil die Informationen schneller und lesbar verfügbar sind. Die sinnlose oder teilweise Digitalisierung von Daten gilt es zu vermeiden – wie beispielsweise wenn Patientenakten erst nach der Entlassung eingescannt werden – denn das bringt nur Mehraufwand für alle Beteiligten.

EMRAM Stufe 6
Die Grenzen der Digitalisierung sind für das IT-Team noch nicht in Sicht: „Um den Mehrwert der Digitalisierung zu verstehen muss man sich darauf einlassen neue Wege zu gehen, da nicht das Ziel entscheidend ist, sondern die spannende Reise dahin,“ sagt Marco Reich. Ein weiterer Meilenstein könnte das Erreichen der EMRAM Stufe 6 sein. Dieses Electronic Medical Record Adoption Model der Firma HIMSS bewertet die IT-Systeme in Krankenhäusern, genauer: die Verwendbarkeit der IT-Implementierung von elektronischen Patientenakten und gilt als Leitlinie für abgestimmte Krankenhausprozesse. Erst zwei Kliniken in Deutschland haben die Stufe 6 erreicht.

Krankenhausdirektor Sven Oelkers sagt: „Wir freuen uns über die erneute Auszeichnung unseres IT-Leiters Herrn Reich und die sehr gute Arbeit des ganzen IT-Teams im Rahmen der voranschreitenden Digitalisierung im Klinikum Forchheim. Durch die Digitalisierung werden alle an der Behandlung unserer Patienten beteiligten Berufsgruppen entlastet, da unnötige Doppeleingaben und Erfassungen entfallen und die Behandler immer die aktuellen Informationen zum Behandlungsfall zur Verfügung haben. Das kommt unseren Patienten und Mitarbeitern zugute.“

Foto @ IDG Vogt

Prof. Dr. Eberhard Kuon, ärztlicher Leiter der Klinik Fränkische Schweiz in Ebermannstadt, hielt im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Freunde und Förderer des Klinikums Forchheim e.V einen Vortrag zu den „Herausforderungen der Palliativmedizin“.

Wunschdenken und Realität
Die Lebenserwartung von 65-Jährigen liegt in unserer Gesellschaft der Hochbetagten bei 82–85 Jahren. Umgekehrte fühlten sich 65–85-Jährige durchschnittlich 10 Jahre jünger als ihr kalendarisches Alter. Die Öffentlichkeit schaue auf hochbetagte Marathonläufern, Weltumseglern und Bergbesteiger und Gesellschaft wie moderne Medizin vermittelten nicht selten, chronische Erkrankungen wie Schmerz, Krebs und Demenz, vielleicht auch Alter und Tod müssten idealerweise durch immer höhere Anstrengungen und Fertigkeiten beherrschbar werden.

Diese Sichtweise erschwere den gesellschaftlichen Blick auf essentielle Wünsche am Lebensende: Der in Deutschland in 76% geäußerte Wunsch, zu Hause zu sterben zu dürfen, erfüllt sich nur in 20%. 77% der Deutschen versterben tatsächlich in Krankenhaus oder Seniorenzentrum.

Alter und Lebenserwartung
Kuons Credo an eine sinnhafte Lebens“erwartung“ unabhängig von Lebensjahren lautet: Zufrieden altert, wer realistisch träumt. In der Notwendigkeit und Fähigkeit, die medizinische Machbarkeit einer Heilung infrage zu stellen, evtl. eine Endlichkeit wahrzunehmen und Lebensziele den individuellen Gegebenheiten anzupassen, eröffnen sich neue positive Möglichkeiten einer individualisierten palliativen Betreuung.

Palliative Betreuung
Ziel dieser Cura palliativa („palliare“ = mit einem Mantel bedecken) ist es, die Lebensqualität von Patienten und deren Familien zu verbessern, die mit Problemen im Zuge einer solchen lebensbedrohenden Erkrankung einhergehen, diese zu beschützen, aufzufangen, zu tragen, zu begleiten, mitzufühlen, zu lindern, und ggf. Unausweichliches zuzulassen.

Cicely Saunders als Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin legte Fokus ihres Tuns doch auf das Leben: „Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind. Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig und wir werden Alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben sondern auch bis zuletzt leben können.“

Unwillkommener Gast
Kuon empfiehlt in diesem Sinne, zur Schicksals- und Angstbewältigung, die gängige Einstellung zu einer lebensbedrohenden Erkrankung zu überdenken, Leben und Zukunft gedanklich nicht erst mit deren Überwindung beginnen zu lassen, sondern sie als unwillkommenen Gast zuzulassen, gleichwohl jedoch „Herr im Hause zu bleiben“, Selbstwert und gesellschaftliche Integration durch freie Handlungsfähigkeit zu erhalten.

Unverzichtbar – Familie und Freunde
Durch zunehmende ambulante und stationäre Angebote, Hospizdienste und vor allem den unschätzbaren Einsatz unzähliger Ehrenamtlicher hat sich die Situation schwerkranker Patienten in den letzten Jahren sicherlich deutlich gebessert, insbesondere hinsichtlich ihres Wunsches einer häuslichen Versorgung. Allerdings bleibe eine beschützende Sterbebegleitung ureigenste Aufgabe aller Ärztinnen und Ärzte und könne nicht spezialisierten Palliativmedizinern übereignet werden. Allerdings solle man sich bewusst machen: „Welche Kompetenzen erwarten wir von einer Person, die einen unheilbar kranken Menschen, der uns nahesteht, begleitet, die Koordination beteiligter Dienste organisiert und sich gleichzeitig menschlich kompetent – körperlich, seelisch, sozial, spirituell – um seine Bedürfnisse und Autonomie bemüht?“

Die Antwort fällt einfach aus: Familie und Freunde sind unverzichtbar.

Lebensträume verwirklichen
Die palliative Versorgung hilft dabei, mit etwas Glück das nächste Lebensjahr trotz Widrigkeiten bewusster und gut zu leben! Ein Streben nach Digitalisierung, am Ende Videobetreuung hingegen sei kaum vereinbar mit den Werten der Palliativmedizin. Nichts kann das persönliche Gespräch, die Berührung ersetzen. Sonne im Herzen, eine gewisse Resilienz, Kontakte zu Familie und Freunden, Offenheit, Ehrlichkeit und realistische Lebensträume – bei deren Umsetzung kranke Menschen nicht zu lange warten sollten – sind von unschätzbarem Wert und … sinnvolle Ziele auch für uns noch Gesunde?

Den „Krankenhauskeim“ gibt es nicht
Forchheim – Sie heißen methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA), ESBL oder MRGN und haben eines gemeinsam: Sie sind gegen eine oder auch mehrere Antibiotikagruppen resistent und können – wenn sie sich in einem Krankenhaus ausbreiten – bei schwer kranken Patienten mit abgeschwächter Immunabwehr verheerende Folgen haben.

Daniel Petraschka, Arzt für Krankenhaushygiene am Deutschen Beratungszentrum für Hygiene, stellte im Rahmen der Vortragsreihe des Fördervereins des Klinikums die gefährlichsten Bakterienstämme vor und zeigte auf, wie man sich selbst sowie Patienten und Mitarbeiter im Krankenhaus davor schützen kann.

Händewaschen nicht vergessen
Eines stellte er vorweg klar: Die Keime mögen zwar multiresistent sein, aber gegen handelsübliches Desinfektionsmittel mit 60 bis 80 Prozent Alkohol ist kein Keim gewachsen. „Jeder Keim ist tot“, versichert er. Der Kinderspruch „Nach dem Klo und vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen!“ behält seine Bedeutung. Wer sich in ein Krankenhaus begibt, sollte sich gleich beim Betreten die Hände desinfizieren, um nicht von außen Keime einzuschleppen, und auch wieder beim Verlassen, weil der Besucher/Patient/Mitarbeiter im Gebäude mit Keimen in Berührung gekommen sein könnte. Vor dem Anfassen von Wunden und Kathetern ist die Händedesinfektion obligatorisch.

Häufige Antibiotikaverwendung in der Tiermedizin begünstigt die Ausbreitung
„Der Krankenhauskeim“ existiere auch so in dieser Form nicht, so Petraschka, da die Keime von außen eingeschleppt werden. So fanden sich auf Proben von rohem Fleisch aus dem Einzelhandel unterschiedlich hohe Raten von MRSA oder auch sogenannten ESBL-Bakterien, die sonst in ihrer natürlichen, nicht resistenten Form auch bei uns Menschen vorkommen können. Ein Problem dabei ist, dass sich durch die häufige Verwendung von Antibiotika in der Tiermedizin diese resistenten Keime auch dort ausgebreitet haben. Auch Reisende können aus fernen Ländern unliebsame Souvenirs in Form von ESBL-Keimen mitbringen. Den Indienrückkehrer sollte man daher nur mit Vorsicht busseln, denn bei einem Zungenkuss wechseln bis zu 80 Millionen Bakterien ihre Heimstätte.

Patientenüberprüfung bei Aufnahme ins Klinikum
Um die fatale Ausbreitung des Keimes im Krankenhaus zu vermeiden werden Patienten bei der Aufnahme überprüft. War der Patient im Urlaub im Ausland? Hat er einen längeren Krankenhausaufenthalt hinter sich? Bestehen Vorerkrankungen? Bei Verdacht werden dann Körperregionen wie Nase, Rachen oder auch der Darm auf resistente Keime untersucht.

Das Klinikum Forchheim nimmt außerdem schon seit längerem am Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) teil. Die Überwachung der Infektionen in Kliniken läuft über das Nationale Referenzzentrum, welches zum Robert-Koch-Institut gehört.

Hygienemaßnahmen am Klinikum Forchheim
Im Anschluss stellte Dr. Andrea Neumann, Fachärztin und hygienebeauftragte Ärztin der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, die aktuellen Hygienemaßnahmen am Klinikum Forchheim vor. Überall im Gebäude – auch im Eingangsbereich – befinden sich berührungsfreie Desinfektionsmittelspender für Besucher. Außerdem wird der Verbrauch von Händedesinfektionsmittel auf den einzelnen Stationen überprüft und das Personal konstant geschult. Seit 2017 nimmt das Klinikum auch an der „Aktion Saubere Hände“ teil. Die Arbeit der „Aktion Saubere Hände“ stützt sich auf ein ganzes Bündel von Präventionsstrategien, von Fortbildungen für medizinisches Personal, Compliancebeobachtungen bis zur Übermittlung des Händesdesinfektionsmittelverbrauchs an das Nationale Referenzzentrum.

Einmalkittel für isolierte Patienten
Eine weitere Verbesserung wurde in der Isolation eingeführt: Dabei werden gefährdete Patienten zur Vermeidung der Erregerübertragung isoliert in einem Einzelzimmer untergebracht. Zur Schutzbekleidung derjenigen, die das Isolationszimmer betreten, gehören ein Kittel, Mundschutz und Handschuhe. Seit einiger Zeit verwendet das Klinikum Forchheim Einmalkittel, die nach Benutzung weggeworfen werden. Dies ist hygienischer als Kittel, die gewaschen werden müssen. Desweiteren werden die Isolationen nicht mehr streng nach Erreger durchgeführt, sondern die Isolationsmaßnahmen werden je nach Streupotential der Erreger individuell für jeden Patienten festgelegt, um unnötige Isolationen zu vermeiden.

Gefahr aus der Waschschüssel
Aufwändig war in der Vergangenheit auch das sogenannte „antiseptische“ Waschen und Haarewaschen von Patienten, die auf der Intensivstation isoliert werden müssen und bei denen einen Sanierung der multiresistenten Erreger durchgeführt wird. Im Wasser der Waschschüssel konnten Erreger übertragen werden. Jetzt verwendet das Forchheimer Krankenhaus das System „Waschen ohne Wasser“. Dabei werden mit einer speziellen Tränklösung imprägnierte Waschhandschuhe und Waschhauben, verwendet Ein Nach – und Ausspülen mit Wasser ist nicht mehr erforderlich.

Antibiotika-Verbrauch
Schließlich beteiligt sich das KIinikum an einem gemeinsamen Projekt des Universitätsklinikum Freiburg und der Deutsche Gesellschaft für Infektiologie, das den Antibiotika-Verbrauch von 166 Kliniken einschließlich der Universitätskliniken überprüft, davon 95 Häuser mit weniger als 400 Betten. 70 Prozent der teilnehmenden Häuser mit weniger als 400 Betten verbrauchen mehr Antibiotika als das Klinikum Forchheim. Die Universitätskliniken haben einen noch höheren Verbrauch, weil hier schwerstkranke Patienten liegen, die einen höheren Bedarf haben.

Der Antibiotika-Verbrauch sagt aber noch nichts über die richtige Verwendung aus. Das Team des Antibiotic-Stewardship-Programms, bestehend aus den beiden Ärztinnen Andrea Neumann und Agnes Porkolab, hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Verordnungsqualität von Antiinfektiva am Klinikum weiter zu verbessern, die Patientenversorgung zu optimieren und die Entwicklung von weiteren Resistenzen zu verhindern.

Am Ende durften die Zuhörer die Desinfektion ihrer eigenen Hände durchführen und mittels einer UV-Lampe überprüfen. Im Licht der Lampe leuchteten nicht desinfizierte Stellen der Hand – etwa am Daumen und an den Fingerspitzen – dunkler, da das Desinfektionsmittel mit einer leuchtenden Substanz versetzt war.

 

Foto (@Klinikum Forchheim): Dr. Andrea Neumann prüft mithilfe von Schwarzlicht die Hände eines Zuhörers

Forchheim – Laut dem unabhängigen F.A.Z- Institut rangiert das Klinikum Forchheim unter den 400 besten Kliniken unter 2567 untersuchten Krankenhäusern in Deutschland.

Wenn Patienten sich für ein Krankenhaus entscheiden, fragen 76 Prozent nach der Empfehlung ihres Arztes. Nahezu gleichauf folgt die eigenständige Suche nach Informationen zur Güte des Krankenhauses (71 Prozent).
Ziel der Studie war es, aus Patientenbewertungen und aus objektiven Bewertungskriterien, die in Form von Qualitätsberichten vorliegen, eine Rangfolge zu erstellen, die dem Patienten bei der Wahl eines Krankenhauses helfen kann.
Krankenhausdirektor Sven Oelkers ist stolz auf das gute Abschneiden des Klinikums: „Mein Dank gilt allen Mitarbeitern, die zu diesem herausragenden Ergebnis beigetragen haben. Jeder hat seinen Anteil eingebracht. Es freut mich, dass die gesamte Behandlung der Patienten in unserem Haus gewürdigt wurde.“
Aus den Qualitätsberichten wurden die Kennzahlen zu den Kriterien Kompetenz, Pflegequalität, Services und Kontrolle entnommen.

   

Die Patientenbewertungen wurden aus drei Bewertungsportalen extrahiert: Die Weisse Liste der Bertelsmann Stiftung mit mehr als einer Million Patientenrückmeldungen, der Klinikführer der Techniker Krankenkasse, der 800.000 Versicherte online befragt hat, und das Online-Portal klinikbewertungen.de, dass laut eigener Aussage einem Bekanntheitsgrad von 20 Prozent in der Gesamtbevölkerung hat. Die drei Bewertungsquellen wurden gleich gewichtet. Hier flossen die Dimensionen Gesamtzufriedenheit/Weiterempfehlung, medizinische Versorgung, Organisation und Service, und sonstige Kriterien, wie Behandlungsergebnis, Information und Kommunikation, Qualität der Beratung, in die Bewertung ein. Die Studie verwendete Daten, die bis zum Februar 2018 veröffentlicht wurden

Der Mittelwert aus emotionaler und sachlicher Beurteilung ergibt den Gesamtwert. Das Krankenhaus mit der höchsten Punktzahl erhält den Wert 100 und alle anderen Werte werden darauf anteilig umgerechnet. Der Punktwert lässt sich damit als „Prozent vom Besten“ lesen. Das Klinikum Forchheim hat die Punktzahl 75,2 erreicht und wird als eine der besten Kliniken in Deutschland vom F.A.Z.-Institut ausgezeichnet.

Mit der Goldnetz-Methode starke Blutungen therapieren
Forchheim – Wenn die Monatsblutungen bei Frauen zu stark sind, wurde in der Vergangenheit oft die Gebärmutter entfernt. Seit März 2018 wendet Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Frauenklinik am Klinikum Forchheim, eine organerhaltende Methode an, bei der die blutungsverursachende Gebärmutterschleimhaut mithilfe einer Goldnetz-Elektrode verödet wird.

Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Die Folgen von exzessiven Perioden mit einer Dauer von sieben Tagen oder mehr, bei denen der monatliche Blutverlust doppelt so hoch ist wie bei normalen Blutungen, sind Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Laut der Firma Hologic – einem Hersteller von diagnostischen Produkten, medizinischen Bildgebungssystemen und chirurgischen Artikeln für die Frauenheilkunde – leiden rund 20 Prozent aller Frauen zwischen 30 und 49 Jahren an zu starken Regelblutungen und fühlen sich in ihrer Mobilität und Lebensqualität beeinträchtigt. Ursächlich können organische Veränderungen im Bereich der Gebärmutter sein oder hormonelle Störungen. Selten sind auch Bluthochdruck, Nieren- und Herzerkrankungen sowie Blutgerinnungsstörungen dafür verantwortlich. Die Therapie orientiert sich an der Ursache.

Verödung in 90 Sekunden ohne Schnitt
Nach einer Gewebeprobeentnahme, Untersuchung auf Polypen oder Myome und Ausschluss einer bösartigen Veränderung der Gebärmutterschleimhaut kann die sogenannte Endometriumablation angewandt werden. Stefan Weingärtler erklärt: „Ohne einen einzigen Schnitt wird die Gebärmutterschleimhaut in nur 90 Sekunden verödet. Eine hormonelle oder chirurgische Vorbehandlung ist nicht notwendig. Den Vorteil gegenüber der herkömmlichen Endometriumablation mit einer Rollerwalze sehe ich in der Sicherheit, Systematik und dem Zeitgewinn. Die „Goldnetz-Methode“ geht schneller und ist schonender.“ Das Goldnetz selbst ist in der Ausdehnung und Länge variabel, so dass es sich individuell an die Gebärmutter anpasst. Nach dem Eingriff wird es wieder entfernt. Der Eingriff wird in der Regel stationär durchgeführt.

Abgeschlossener Kinderwunsch
Die Methode ist nur für Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch geeignet und auch bei Hochrisikopatienten mit Blutgerinnungsstörungen und Herzerkrankungen durchführbar.

Fünf Frauen haben sich bereits am Klinikum Forchheim für diese Behandlungsform entschieden. Ein halbes Jahr nach der Operation wird der Gynäkologe ein erstes Fazit ziehen können. „Diese Methode der Verödung erscheint mir bis dato sicherer, weil vorher getestet wird, dass keine Verletzungen vorhanden sind. Sie ist schonender und problemloser durchführbar“, schlussfolgert Stefan Weingärtler.

 

Foto (@Hologic)

Gelenkverletzungen und Verschleiß – Therapie vom Erhalt bis zum Ersatz

Heroldsbach/Poppendorf – Der Speisesaal der Gaststätte Dippacher, der rund 100 Gästen Platz bietet, war voll belegt als die Operateure des Endoprothesenzentrums Forchheim, die Chirurgen Dr. Uwe Lehmann und Maximilian Baier (beide Klinikum Forchheim) sowie die Orthopäden Dr. Franz Roßmeißl und Jürgen Waibel (beide Medikon Forchheim) zum Thema „Gelenke – Verletzungen und Verschleiß“ referierten. Eine „Endoprothese“ ist laut Lexikon ein Implantat, das dauerhaft im Körper verbleibt und das geschädigte Gelenk ganz oder teilweise ersetzt. Am häufigsten betroffen sind Hüftgelenke, aber auch Kniegelenke werden im Endoprothesenzentrum ersetzt.

Endoprothesenzentrum Forchheim
Oberarzt Maximilian Baier stellte zuerst das Endoprothesenzentrum Forchheim vor, eine Kooperation des Klinikums Forchheim mit der orthopädischen Gemeinschaftspraxis Medikon.

Seit 2012 vergibt eine Kommission – EndoCert – der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie ein Zertifikat, um die Qualität der endoprothetischen Versorgung zu kontrollieren und zu verbessern. Die zertifizierten Einrichtungen weisen ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung vor. Das Endoprothesenzentrum Forchheim wurde im Dezember 2017 erfolgreich rezertifiziert. Es ist eine etablierte Einrichtung, die über die Landkreisgrenzen Renommee erlangt hat, denn im Klinikum Forchheim werden bereits seit mehr als 20 Jahren Gelenke an Knie, Hüfte und anderen Gelenken eingesetzt. Das Zentrum konnte für das Jahr 2017 230 endoprothetische Operationen nachweisen.

Was ist ein EndoProthetikzentrum (EPZ)?
Wesentlich für die Auszeichnung als EPZ ist die Anzahl der Operationen – mehr als 100 endoprothetische Operationen pro Jahr – und die Erfahrung der sogenannten Hauptoperateure: Beide müssen jährlich mindestens je 50 Endoprothesen am Knie- oder Hüftgelenk implantieren.

Weitere Faktoren, die in die Bewertung des Zentrums einfließen, sind unter anderen das Qualitätsmanagement und die präoperative Planung, Optimierung der Physiotherapie, präoperative Gangschule, Standards im OP, Optimierung der Sprechstunden, Wartezeitmessung, Aufklärungsgespräche sowie Kooperationsvereinbarungen mit der Gefäßchirurgie und Radiologie.

Endoprothetische Versorgung des Hüftgelenks
Im Anschluss erläuterten Dr. Roßmeißl und Facharzt Waibel die Endoprothetische Versorgung des Hüftgelenks.

In diesem Vortrag wurden neben der Indikationsstellung für die Operation die verschiedenen Prothesenmodelle und Verankerungstechniken mit ihren Vor- und Nachteilen dargestellt.

Nachkorrekturen sind passé
Schließlich ging Chefarzt Dr. Lehmann auf die neueste Entwicklung durch roboterarm-assistiertes Operieren ein: ein System mit einer verbesserten, auf den Patienten individuell abgestimmten Planung durch eine 3D-Computertomographie, die während der Operation eine dynamische Balancierung der Weichteile und damit optimierte Platzierung des Implantats erlaubt. Bei diesem neuen, im Klinikum Forchheim verwendeten Verfahren, wird quasi die Hand des Operateurs geleitet wie bei einem Spurassistenten im Auto. Uwe Lehmann ist überzeugt: „Mit Hilfe einer roboterarm-unterstützten Chirurgie implantieren wir mit außerordentlich hoher Präzision und Nachkorrekturen gehören der Vergangenheit an!“

DAS KLINIKUM FORCHHEIM FÜHRT DIE ROBOTERARMASSISTIERTE GELENKERSATZOPERATION EIN

Forchheim, 23. März 2018. Das Klinikum Forchheim investiert in roboterarmassistierte Operationstechnik zur Implantation von Gelenkprothesen

Mit der Investition in die neue Technologie zur Implantation von Vollprothesen und Teilprothesen für das Knie erweitert Forchheim sein Leistungsspektrum. Die Klinik folgt damit dem Trend, dass eine Roboterunterstützung des Operateurs in Zukunft weiter zunehmen wird. Das hochmoderne roboterarmassistierte Chirurgieverfahren Mako von Stryker revolutioniert die Durchführung von Gelenkersatzoperationen, indem Operateure besser planbare chirurgische Ergebnisse mit höherer Genauigkeit erreichen. Patienten profitieren dabei von einem noch sichereren und minimalinvasiven Eingriff und einer schnelleren Erholung.

Das Team vom Endoprothesenzentrum Forchheim ist überzeugt: „Seit über 10 Jahren implantieren wir Knieendoprothesen in navigierter Technik. Als innovatives Zentrum wollen wir unseren Patienten die bestmögliche und qualitativ hochwertigste medizinische Versorgung bieten. Diesem Anspruch werden wir in der Endoprothetik mit dem Mako-System gerecht.“

In der endoprothetischen Versorgung verfügt das Endoprothesenzentrum Forchheim über ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung. Dafür wurde es in diesem Jahr als Endoprothesenzentrum nach dem bundesweiten EndoCert-System rezertifiziert. Am 23. April 2018 stellt Oberbürgermeister Dr. Uwe Kirschstein gemeinsam mit den Operateuren um 18:30 Uhr den neuen Mako-OP-Roboter im Klinikum Forchheim vor. Die Veranstaltung erfordert keine vorherige Anmeldung und ist kostenfrei.

Kontakt:
Klinikum Forchheim der Vereinigten Pfründnerstiftungen
Akademisches Lehrkrankenhaus der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Franka Struve / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Krankenhausstraße 10
91301 Forchheim
Tel. +49 9191 610 253
E-Mail: Franka.Struve(at)klinikum-forchheim.de
www.klinikumforchheim.de

Über das Endoprothesenzentrum Forchheim (endoFO)

Das Endoprothesenzentrum Forchheim (endoFO) ist eine Kooperation zwischen dem Klinikum Forchheim (Klinik für Orthopädie & Unfallchirurgie) und dem Medikon Forchheim. Die Operateure im Endoprothesenzentrum verfügen über ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung im Bereich der Endoprothetik. Dies wurde durch die erfolgreiche EndoCert Rezertifizierung 2018 wiederholt nachgewiesen.

Über MAKO / Stryker
Durch eine CT-basierte 3D-Modellierung der Knochenanatomie können Operateure das MAKO-System dazu nutzen, einen personalisierten Operationsplan zu erstellen und die Implantatgröße und -ausrichtung anhand der individuellen Patientenanatomie ermitteln. Das MAKO-System ermöglicht den Operateuren zudem, den Operationsplan während des Eingriffs virtuell zu verändern, und unterstützt sie bei der Knochenresektion. Die Vorteile dieses Operationsverfahrens sind Präzision, Gelenkschonung und eine schnellere Rehabilitation

Symposium Frauenklinik Forchheim „Geburtshilfe im Wandel – beckenbodenorientierte Geburtshilfe“

Rund 70 Hebammen und Interessierte aus ganz Bayern folgten der Einladung des Klinikums Forchheim zur Tagung „Geburtshilfe im Wandel – beckenbodenorientierte Geburtshilfe in Forchheim“.

Dr. Stefan Weingärtler, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum, Frauenarzt Dr. Wolfram Wasserfaller, die leitende Hebamme Petra Loher-Fischer und Bali Schreiber, Heilpraktikerin und Körpertherapeutin erläuterten verschiedene Blickwinkel auf das Thema.

 Überlastetes Beckenbodensystem

Bei 40 bis 50 Prozent der Frauen kommt es im Laufe des Lebens zu einer Überlastung des Beckenbodensytems. Dabei senken sich Blase, Gebärmutter, Scheide und Enddarm durch die Dehnung des Bindegewebes, welches Halt verschaffen sollte. Oft ist dadurch die Funktion von Blase oder Darm gestört. Die enorme Belastung für den Beckenboden durch die Schwangerschaft legt bei vielen Frauen den Grundstein für spätere Beschwerden, die vielleicht erst zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auftreten.

Dr. Weingärtler erklärt: „Immer öfter suchen uns schon junge Frauen mit Beschwerden, wie Senkung und Inkontinenz, kurz nach Geburt auf, weil sie nicht warten wollen, ob die Beschwerden von alleine wieder verschwinden. Schon einfache Maßnahmen wie Beckenbodengymnastik oder Pessare können dabei eine reversible Verbesserung hervorrufen. Letztendlich wollen wir aber schon während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett verschiedene Faktoren berücksichtigen, um diesen Problemen vorzubeugen. Dies sehen wir als Ziel einer beckenbodenorientierten Geburtshilfe, ohne dabei die Sicherheit für Mutter und Kind zu vernachlässigen. Ein Kaiserschnitt kann dieses Problem nicht lösen, so dass wir unser Ziel in einer möglichst natürlichen Geburtshilfe sehen. Z. B. zeigte sich bei einer Befragung der führenden Beckenboden-Therapeuten Deutschlands, welchen Geburtsweg sie selbst wählen würden, dass über 80 % eine natürliche Geburt einem Kaiserschnitt vorziehen würden.“

Nachdem der leitende Oberarzt Dr. Wasserfaller die anatomischen Grundlagen ungünstiger und günstiger Gebärhaltungen in verschiedenen Geburtsphasen dargestellt hatte, ging Petra Loher-Fischer auf Fakten, Chancen und Hilfen der „Geduldigen Geburtshilfe“ ein. Das Bewusstsein darüber, wie lange eine normale Geburt eigentlich dauert und welche Einflüsse sie begünstigen und welche störend sind, bietet eine gute Grundlage für die Entscheidung, wann und mit welchen Mitteln man die Gebärende sinnvoll bei ihrer Geburt unterstützen kann.

Petra Loher-Fischer freut sich: „Das ist das erste Mal, dass wir am Klinikum eine Tagung zur beckenbodenorientierten Geburtshilfe anbieten. Der Austausch unter den Kolleginnen und die vielen praktischen Tipps, die wir aufgezeigt haben, sind für alle Beteiligten ein Gewinn.“

Ärzte des Klinikums führen das Projekt „FO Schüler retten Leben“ weiter

Forchheim – Ärzte der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin des Forchheimer Klinikums führen derzeit unter Koordination ihres Chefarztes Dr. Ulrich von Hintzenstern ein Projekt des Rotary Clubs Forchheim an den sechs weiterführenden Schulen der Stadt fort. Am Forchheimer Ehrenbürg-Gymnasium demonstrierte die Anästhesistin Dr. Franka Billes zusammen mit Dr. Péter Pálffy und Pamela Meisner (beide vom RC FO) an Wiederbelebungspuppen, wie eine Herzdruckmassage durchgeführt wird. Franka Billes warnt: „Man kann nur eines falsch machen – nämlich nichts zu machen!“ Es sei auch nicht schlimm, wenn es knacken würde, weil eine Rippe gebrochen sei. Für einen Menschen mit Herzstillstand geht es um Leben oder Tod, sodass eine gebrochene Rippe in diesem Zusammenhang keine Rolle spielt, so Billes.

Wird einem Menschen bei einem Herzstillstand nicht innerhalb von fünf Minuten mit einer Herzdruckmassage geholfen, sinken seine Überlebenschancen auf ein Minimum. Bereits nach drei Minuten treten irreversible neurologische Schäden auf. Der Rettungsdienst kann praktisch nie innerhalb dieser kurzen Zeitspanne vor Ort sein. Entscheidend für das spätere Schicksal des Patienten ist daher die Laienreanimation, d.h. die Versorgung bis zum Eintreffen von professionellen Helfern.

12-Jährige sind kräftemäßig bereits in der Lage mithilfe ihres eigenen Körpergewichts den Brustkorb eines Erwachsenen mit Herzstillstand mindestens fünf Zentimeter tief einzudrücken. Die 90 Schüler der siebten Jahrgangsstufe des Gymnasiums üben im Anschluss selber an den Puppen die einzelnen Schritte: Hinter den drei Verben „Prüfen, 112 Rufen, Drücken“ verbirgt sich die Kurzanleitung was man tun muss, wenn ein Mensch plötzlich einen Herz-Kreislaufstillstand hat. Zuerst wird geprüft, ob die Person kontaktfähig ist und atmet. Wenn nicht, sollte man den Notruf 112 wählen und schließlich 100-mal pro Minute die Mitte des Brustkorbes kraftvoll bis zum Eintreffen der Sanitäter drücken. Um sich diesen Rhythmus einzuprägen, schallt „Stayin‘ alive“ von den Bee Gees durch den Klassenraum.

Franka Billes beantwortet zum Schluss noch Fragen zur Mund-zu-Mund-Beatmung: „Menschen mit Herzstillstand sehen nicht schön aus: Manchmal läuft das Gesicht blau an, die Lippen sind blau und Schaum tritt aus.“ Viele Ersthelfer ekeln sich daher vor einer Beatmung. Franka Billes rät grundsätzlich von einer Beatmung durch Laien ab: „Die allerwenigsten Menschen können diese Methode effektiv anwenden. Entscheidend ist die kontinuierliche Herzdruckmassage bis zum Eintreffen von Sanitätern!“

Jürgen Gschossmann ist Professor

Jürgen Gschossmann wurde am 12.1.2018 vom Präsidenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. Joachim Hornegger, zum Professor ernannt. Der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Forchheim, der 2002 an der Universität Essen habilitiert wurde und seitdem die akademische Bezeichnung Privatdozent trägt, publizierte gemeinsam mit Kollegen zahlreiche Fachbeiträge. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit sind neben funktionellen Magen-Darmerkrankungen wie Reizdarm oder Dyspepsie endoskopische Fragestellungen und zuletzt vermehrt auch Themen aus der täglichen klinischen Patientenversorgung. Mit Stolz berichtet er über die Veröffentlichung seiner Studie in der „Zeitschrift für Gastroenterologie“ der Deutschen Fachgesellschaft für Magen-Darm Erkrankungen, welche Titelbild einer Monatsausgabe war.

Prof. Dr. Gschossmann (51) wurde in Augsburg geboren, ist verheiratet und hat zwei Söhne und vier Töchter. Er hat sein Medizinstudium an der Universität Regensburg begonnen. Es folgten Stationen u.a. an der TU München, der Universität in Newcastle upon Tyne/GB, an der Mayo Clinic in Rochester/ USA und ein praktisches Jahr an der Universität Zürich. Nach dem Examen begann Professor Gschossmann 1994 im Zentrum für Innere Medizin an der Universität Essen seine berufliche Laufbahn. 1995 erfolgte die Promotion mit „Summa cum laude“ an der Universität München. Es folgten Aufenthalte in Los Angeles/USA und von 2002 bis 2008 am Inselspital der Universität Bern, wo Gschossmann zum leitenden Oberarzt und Ko-Leiter des Endoskopiezentrums und in die Klinikleitung berufen wurde. Im Juni 2008 bewarb er sich erfolgreich um die Position des Chefarztes und Leiter des Fachbereiches für Innere Medizin des akademischen Lehrkrankenhauses der Universität Erlangen am Klinikum Forchheim.

Degenerative Veränderungen am Knie – Ursachen und Therapiemöglichkeiten, ein Vortrag von Dr. Uwe Lehmann

Stühle mussten noch herbeigeschafft werden als Dr. Uwe Lehmann, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Forchheim, im zum Bersten vollen Konferenzsaal des Krankenhauses über „Degenerative Veränderungen am Knie“ referierte.
Zuerst skizzierte der Orthopäde die Anatomie des Kniegelenkes und seine Aufgabe als Scharnier- und Drehgelenk. Die biomechanischen Veränderungen einer Fehlstellung der Beinachse durch ein X- oder O-Bein werden aufgezeigt.

Diese Achsenfehlstellung ist neben dem Alter, Gewicht und anderen Faktoren wie beruflicher Beanspruchung, Gelenkentzündung und Verletzungen und Unfälle eine der Ursachen für den Gelenkverschleiß. Dieser kann sowohl den Meniskus, den halbmondförmigen Knorpel im Kniegelenk, betreffen als auch die Bänder sowie das Knorpelgewebe, das den Knochen umhüllt.

Die Symptome für eine Schädigung des Gelenkes sind eine Abnahme der zurückgelegten Gehstrecke und Gelenkbeweglichkeit, Schmerzen zu Beginn eines Bewegungsablaufes – beispielsweise beim Loslaufen oder Aufstehen, Zunahme an Schmerzmitteleinnahme und Nacht- und Ruheschmerzen.

Umstellungsosteotomie

Um das Gelenk zu erhalten, bietet sich bei einer Fehlstellung eine sogenannte Umstellungsosteotomie an, bei der der Knochen durchtrennt wird, um ihn in der korrigierten Position wieder zusammenwachsen zu lassen.
Je nach Größe des Schadens an der Gelenkfläche müssen Teile oder das ganze Gelenk durch Implantate, die dauerhaft im Körper verbleiben, ersetzt werden. Chefarzt Dr. Lehmann zeigte anhand von Röntgenaufnahmen die verschiedenen Prothesen: Die Schlittenprothese ersetzt lediglich die Gelenkoberfläche des Kniegelenkes je nach Verschleiß oder Fehlstellung an der Innen – oder Außenseite während eine Totalendoprothese das gesamte Gelenk ersetzt.
Auf einem Bild sahen die Zuhörer eine Kombination eines künstlichen Hüftgelenkes mit einer Kniegelenksprothese. Der Orthopäde erläutere die verschiedenen Modelle der „Modularen Sonderprothese“, die gleichzeitig Hüft- und Kniegelenksersatz ist.

Fortschritte in der Endoprothetik

Abschließend skizzierte der Experte kurz die Fortschritte des Gelenkflächenersatzes und der Röntgentechnik, die für die Planung der zu implantierenden Prothesen unerlässlich ist. Nachdem Knieprothesen in großer Fallzahl erfolgreich seit Beginn der 50 er Jahre eingesetzt wurden, kamen zur Planung noch analoge Röntgenfilme zum Einsatz, die dann in den 70 er Jahren digitale Röntgenspeicherfolien und elektronische Festkörperdetektoren (CCD´s) ablösten und daher auch eine digitale Planung durch speziell entwickelte Softwareprogramme erforderten. Navigierte Operationstechniken, speziell in der Endoprothetik hielten in den 90 er Jahren Einzug mit einer Weiterentwicklung zu navigierten Werkzeugen am Anfang des 20. Jahrhunderts. Einen Meilenstein stellt die neueste Entwicklung durch roboterarmassistiertes Operieren mit dem Mako-Sytem dar, mit einer verbesserten, auf den Patienten individuell abgestimmte Planung durch eine 3D-Computertomographie, die während der Operation eine dynamische Bilanzierung und damit optimierte Platzierung des Implantats erlaubt. Bei diesem neuen, demnächst im Klinikum Forchheim verwendeten Verfahren, wird quasi die Hand des Operateurs geleitet wie bei einem Spurassistenten im Auto.

Ein Beitrag vom TV-Oberfranken zum Thema Adipositas und Übergewicht.

Klinikum Forchheim nimmt teil an Freder1k-Studie des Helmholtz-Zentrum München zur Früherkennung von Typ-1-Diabetes

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, die bei Kindern immer mehr zunimmt. Bundesweit erkranken jährlich zwischen 2.100 und 2.300 Kinder bis zum Alter von 15 Jahren daran. Bestimmte Antikörper richten sich fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe – gegen die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse – und zerstören diese. Die Ursachen sind nur teilweise bekannt: „Früher haben wir gedacht, es gäbe den einen Auslöser für Diabetes, davon sind wir abgekommen. Wir wissen heute, dass es ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren ist“, sagt Professor Annette-Gabriele Ziegler, Direktorin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München. Sowohl genetische Faktoren, Umweltbedingungen und als auch Reaktionen des Immunsystems sind an der Entstehung von Typ-1-Diabetes beteiligt.

Kostenfreies Screening
Seit dem 1. Januar 2018 beteiligt sich das Klinikum Forchheim an der „Freder1k-Studie“, einer Früherkennungsuntersuchung von Neugeborenen, die die genetische Komponente analysiert. Bei diesem europaweit einmaligen Projekt des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz-Zentrum München haben Eltern die Möglichkeit, ihr Kind im Zusammenhang mit dem regulären Neugeborenen-Screening kostenfrei auf das Risiko, Typ-1-Diabetes zu entwickeln, untersuchen zu lassen. Der leitende Oberarzt der Frauenklinik, Dr. Wolfram Wasserfaller, ist überzeugt: „Wir unterstützen diese Studie selbstverständlich gerne, um es den betroffenen Familien zu ermöglichen, sich mittels Schulungen und einer optimalen Betreuung auf die spätere Krankheit vorzubereiten. Je früher diese schwerwiegende und lebensdominierende Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die späteren Begleitmöglichkeiten.“

Zwei Blutstropfen reichen
Bei dem Test wird anhand von zwei Blutstropfen aus der Ferse oder aus der Nabelschnur des Babies bestimmt, ob Risikogene vorliegen. Kinder, die diese Risikogene tragen und an Diabetes erkranken, haben meist keine Verwandten mit Diabetes. Das heißt, die Erkrankung kann jeden treffen. Das Screening ist geeignet für Kinder bis zum Alter von vier Monaten.

Das Klinikum Forchheim sendet die Blutstropfen ein. Bei unauffälligen Testergebnissen erhalten die Eltern keine Nachricht. Wenn das Neugeborene die Typ-1-Diabetes-Risikogene aufweist, werden die Eltern innerhalb von zwölf Wochen nach der Blutentnahme vom Arzt oder vom Institut für Diabetesforschung kontaktiert. Laut Helmholtz Zentrum München entwickeln von hundert Kindern mit Risikogenen etwa zehn bis zum sechsten Geburtstag ein frühes Stadium des Typ-1-Diabetes.

Positive Resonanz
Die Untersuchung ist freiwillig und wird von den Eltern sehr positiv aufgenommen, zumal den Neugeborenen für die Untersuchung kein zusätzlicher Stress zugemutet wird, sondern die Blutentnahme im Rahmen des üblichen Neugeborenen-Screenings erfolgt. 92 Prozent der im Januar 2018 Geborenen nehmen an der Untersuchung teil.

Prof. Dr. med. Jürgen Gschossmann löst Dr. med. Klaus Swoboda als ärztlichen Direktor des Klinikums Forchheim ab

Forchheim – Seit dem 1. Januar 2018 ist PD Prof. Dr. Jürgen Gschossmann, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, der neue ärztliche Direktor des Klinikums. Er löst damit Dr. Klaus Swoboda, Chefarzt der Radiologie, ab, der dieses Amt zehn Jahre innehatte.

Jürgen Gschossmann vertritt als ärztlicher Direktor die leitenden Ärzte des Klinikums, wurde von diesen vorgeschlagen und vom Stiftungsausschuss der städtischen Pfründnerstiftung für die nächsten drei Jahre ernannt. Er gehört somit der Betriebsleitung des Klinikums an.

Der neue ärztliche Direktor ist enthusiastisch: „Ich danke für den Vertrauensbeweis meiner Chefarztkollegen und freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Krankenhausleitung in diesen für das Klinikum Forchheim so spannenden Zeiten.“

Dr. Klaus Swoboda hat sich insbesondere um die Krankenhaushygiene verdient gemacht. „Im bundesweiten Vergleich liegt das Klinikum Forchheim im untersten Drittel bei der Anzahl der postoperativen Infektionen. Dieser Erfolg ist auf unsere gemeinsamen Anstrengungen zwischen Schwestern, Pflegern, Ärzten und Klinikleitung zurückzuführen“, erläutert er.

Krankenhausdirektor Sven Oelkers dankt Klaus Swoboda für die gute Zusammenarbeit und gratuliert Jürgen Gschossmann zur Wahl: „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit!“

Dem ärztlichen Direktor obliegt die Sicherstellung der medizinischen Versorgung: Aufsicht über die Leitung des Pflegedienstes in ärztlichen Belangen, Überwachung der Durchführung aufsichtsbehördlicher Anordnungen im medizinischen Bereich und die Wahrung der gesetzlichen Verpflichtungen, Sicherstellung der Krankenhaushygiene sowie Planung und Koordinierung des ärztlichen Aufnahmedienstes und der Unterbringung der Patienten im Krankenhaus.

Jürgen Gschossmann (51) wurde in Augsburg geboren, ist verheiratet und hat zwei Söhne und vier Töchter. Er hat sein Medizinstudium an der Universität Regensburg begonnen. Es folgten Stationen u.a. an der TU München, der Universität in Newcastle upon Tyne/GB, an der Mayo Clinic in Rochester/ USA und ein praktisches Jahr an der Universität Zürich. Nach dem Examen begann Gschossmann 1994 im Zentrum für Innere Medizin an der Universität Essen seine berufliche Laufbahn. 1995 erfolgte die Promotion mit „Summa cum laude“ an der Universität München. Es folgten Aufenthalte in Los Angeles/USA und von 2002 bis 2008 am Inselspital der Universität Bern, wo Gschossmann zum leitenden Oberarzt und Ko-Leiter des Endoskopiezentrums und in die Klinikleitung berufen wurde. Im Juni 2008 bewarb er sich erfolgreich um die Position des Chefarztes und Leiter des Fachbereiches für Innere Medizin des akademischen Lehrkrankenhauses der Universität Erlangen am Klinikum Forchheim.

Dr. Klaus Swoboda (62) ist in Herrsching am Ammersee aufgewachsen und besuchte das Max-Born-Gymnasium in Germering. An der Uni Regensburg studierte er vorklinische Medizin, dann setzte er sein Studium am Klinikum Rechts der Isar in München fort. Von 1981 bis 1983 war Klaus Swoboda als Wehrpflichtiger Stabsarzt bei der Bundeswehr. Es folgten Assistenzarzttätigkeiten (Inneres und Röntgendiagnostik) in Regensburg und in Straubing, Facharztprüfung für Radiologische Diagnostik 1991 und von 1992 bis 1996 Oberarzt am Klinikum Passau. Am 1. November 1996 erfolgte die Anstellung als Chefarzt für die neu gegründete Röntgen-Abteilung am Krankenhaus Forchheim. Seit 2008 ist er hier auch Ärztlicher Direktor. Dr. Klaus Swoboda ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

Ernährungsteam am Klinikum Forchheim erhält Zertifikat

Forchheim – Im November 2017 nahm das Ernährungsteam am Klinikum Forchheim zum ersten Mal am weltweit stattfindenden „nutritionDay“, einem Aktionstag zu Erfassung ernährungsmedizinischer Situationen in Kliniken und Pflegeheimen, teil und erhielt dafür von der ESPEN (European Society of Parenteral and Enteral Nutrition) ein Zertifikat.

Die Behandlung von Mangelernährung ist schon seit Jahren ein etablierter Schwerpunkt in Diagnostik und Therapie am Klinikum Forchheim. Mit einer Prävalenz von über 25% der stationär liegenden Patienten stellt die Mangelernährung ein gleichwertig relevantes Problem wie die Behandlung von Übergewicht / Adipositas dar.

Die Ursachen für eine Mangelernährung sind komplex: schwerwiegende, meist chronische Erkrankungen wie z.B. Tumorleiden, Schlaganfälle mit Schluckstörungen, Demenzerkrankungen, führen dazu, dass die Betroffenen mengenmäßig nicht mehr genügend Nahrung zu sich nehmen, Gewicht verlieren und Muskelmasse abbauen, was wiederum zu einer zunehmenden Schwäche des Körpers und des Immunsystems führt.
Erschwerend kommen dann noch Faktoren wie Appetitverlust, schlechter Zahnstatus v.a. bei älteren Patienten, soziale Isolation oder eine nötige, komplexe Medikamenteneinnahme u.a. hinzu.

Die Folgen einer Mangelernährung für die Patienten sind schwerwiegend: signifikant erhöhte Komplikationsraten im Therapieverlauf der Grunderkrankung, längere Liegedauer im Krankenhaus, aber auch eine erhöhte Rate für Letalität wurde in Studien nachgewiesen.

Um diese Risikopatienten schnell und gezielt zu erfassen und die nötige Therapie einzuleiten, gibt es am Klinikum Forchheim schon seit Jahren ein etabliertes Screening-Verfahren bei stationärer Aufnahme.
In der sich anschließenden Ernährungstherapie für Risikopatienten arbeiten Pflegekräfte, Ärzte, Klinikküche und das Ernährungsteam eng zusammen, erstellen Ernährungspläne, spezielle Kostformen werden angeboten, hochkalorische Trinknahrung wird eingesetzt, parenterale und enterale Ernährung sind ein weiterer Behandlungsschwerpunkt des Ernährungsteams.

Im internationalen Vergleich schnitt das Klinikum Forchheim mit seinen Therapiemaßnahmen der Mangelernährung überdurchschnittlich gut ab, wie die Auswertung der klinikeigenen Daten im Benchmarking ergab.

Audit-Ergebnis bestätigt erneut hohe Qualität im Klinikum Forchheim

Forchheim – Das Klinikum Forchheim hat das Qualitätsmanagement-Audit mit Bravour bestanden. Ziel des Qualitätsmanagements am Klinikum ist eine kontinuierliche Verbesserung der Strukturen, Prozesse und Ergebnisse im gesamten Krankenhaus. Im Mittelpunkt steht die bestmögliche Patientenversorgung unter den von Gesetzgeber und Kostenträger vorgegebenen Rahmenbedingungen.

Die Erst-Zertifizierung nach DIN ISO 9001 wurde bereits im Jahr 2004 durchgeführt. Eine erneute Zertifizierung findet alle drei Jahre statt. Dazwischen wird der Qualitätsstatus durch jährliche Überwachungsaudits bewertet. Bei einem Audit untersuchen speziell geschulte Auditoren, ob Prozesse, Anforderungen und Richtlinien die geforderten Standards erfüllen.

Beim Überwachungsaudit am 11. Januar 2018 wurden einen Tag lang Mitarbeiter aus vielen Bereichen des Klinikums hinsichtlich der praktischen Umsetzung des Qualitätsmanagements von zwei Auditoren, Beate Micheler und Dr. Matthias Faber, der Firma DEKRA Certification GmbH auf Herz und Nieren geprüft. Durch das große Engagement aller Beteiligten konnte nahtlos an die guten Leistungen des Vorjahres angeknüpft werden. Krankenhausdirektor Sven Oelkers dankte den Mitarbeitern für ihren Einsatz während der Vorbereitung auf das Überwachungsaudit sowie für ihre Leistung während des Audits.

Das deutsche Krankenhauswesen kämpft derzeit mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beschreibt Dr. Ulrich v. Hintzenstern, Qualitätsmanagementbeauftragter des Klinikums Forchheim, die Lage. Er sieht das Klinikum Forchheim im Vorteil, weil es sich konsequent an ökonomischen Kriterien orientiert und gleichzeitig ein ausgefeiltes Qualitätsmanagementsystem etabliert hat.

Beate Micheler und Dr. Matthias Faber äußerten sich anerkennend über das Qualitätsmanagementsystem des Klinikums und gratulierten zum bestandenen Audit.

Um eine möglichst große Transparenz zu gewährleisten, werden sämtliche Anregungen bzw. Kritikpunkte der beiden Auditoren sowie die besonders positiv hervorgehobenen Aspekte aus dem Auditbericht ins Intranet des Klinikums gestellt, sodass die Mitarbeiter von jedem PC des Klinikums aus Zugriff darauf haben.

Sternsinger der Kirchengemeinde Don Bosco im Klinikum Forchheim

Pfarrer Heinz Weierstraß und die Sternsinger der Kirchengemeinde Don Bosco waren im Klinikum Forchheim.
Die Gesänge und Segnung der Sternsinger wurde von der Kapelle im Klinikum in alle Patientenzimmer übertragen, so dass alle Patienten teilnehmen konnten. Die Sternsinger Aktion 2018 steht in diesem Jahr unter dem Thema Kinderarbeit in Indien.
In keinem Land dieser Welt arbeiten so viele Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen.

Marco Reich als „CIO des Jahres 2017“ ausgezeichnet

München – Marco Reich, der IT-Leiter des Klinikums Forchheim, wurde unter die zehn besten IT-Leiter Deutschlands für den Mittelstand gewählt. Das Klinikum Forchheim ist das einzige Krankenhaus, dem die Ehrung dieses Jahr zuteilwurde und reiht sich damit ein in die Liste der anderen Preisträger: Gerry Weber International AG, Autoscout24, Mytoys Group und vielen anderen.

CIO des Jahres 2017

Was ist ein CIO? Der Begriff stammt aus dem englischsprachigen Raum und steht für Chief Information Officer. Der Leiter Informationstechnologie nimmt die Aufgaben des strategischen und operativen Managements der IT wahr.

Den Preis „CIO des Jahres“ hat der Verlag IDG Business Media GmbH in München ausgelobt, der die Zeitschrift Computerwoche und das CIO-Magazin herausgibt. Mit der Auszeichnung werden die Köpfe hinter Digitalisierungsprozessen in Unternehmen gewürdigt, die innovative Projekte, neue Produkte und den damit verbundenen Wandel erfolgreich umsetzen. Die Preisverleihung fand am 23. November 2017 im Hotel „Bayerischer Hof“ statt.

Digitalisierung zum Patientenwohl

Marco Reich zählt zu den erfolgreichsten CIOs, weil er die Digitalisierung als Mittel zur Verbesserung der Patientenversorgung und Effizienzsteigerung zu nutzen weiß.

Er erklärt: „Es macht wenig Sinn, die Patientenakte erst bei der Entlassung digital zu archivieren, nur um gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen oder Lagerräume einzusparen. Wir müssen schon von Anfang an einen digitalen Workflow abbilden – eben bei der Aufnahme der Patienten ins Klinikum.“ Die Vorteile, die allein die digitale Patientenaufklärung hat, liegen auf der Hand: Die Fragen, beispielsweise nach Vorerkrankungen oder Allergien können auf mobilen Geräten stark vergrößert werden und alle hier erfassten Informationen sind im Krankenhausinformationssystem schnell für jeden einsehbar.

Während des Krankenhausaufenthaltes werden Daten wie Laborwerte, Vitalzeichen, Medikationen und vieles mehr, in der sogenannten „Patientenkurve“ digital gesammelt und sind ebenfalls mobil für die Visite verfügbar. Der behandelnde Arzt muss nicht mehr zum Computer laufen, denn er hat alle Daten am Visitenwagen vor sich. Das aufwendige Suchen von Daten entfällt. Auch bei der Wunddokumentation – wie entwickelt sich eine Wunde im Laufe des Krankenhausaufenthaltes? – werden die Bilder jetzt mit Hilfe von iPad Minis aufgenommen und in der elektronischen Patientenakte gespeichert.

Datensicherheit beim Zugriff der Mitarbeiter auf digitale Informationen

Beim Zugriff der Mitarbeiter auf das Krankenhausinformationssystem liegt der Schwerpunkt auf der Datensicherheit. So muss sich jeder Mitarbeiter persönlich anmelden. Dieser Mehraufwand wird mithilfe einer schnellen Kartenanmeldung und intelligenten Authentifizierung ausgeglichen.

Dies sei erst der Anfang, versichert Marco Reich: „Ich will nicht nur Papier sparen, sondern Arbeitsabläufe nachhaltig optimieren, so dass mehr Zeit für die Patientenversorgung bleibt.“ Das Klinikum hat auch bereits über externe Kommunikation Mehrwerte generiert, sei es über die digitale Datenübertragung aus dem Rettungswagen oder über die Möglichkeit einer zusätzlichen Patientenakte, in der Termine vereinbart bzw. Dokumente wie u.a. Arztbriefe aufgerufen werden können. Mit seinem vierköpfigen Team und externen Beratern arbeitet er bereits an der Umsetzung.

Krankenhausdirektor Sven Oelkers freut sich über die verdiente Auszeichnung für Marco Reich: „Gerade der Bereich IT und Digitalisierung stellt eine der großen aktuellen Herausforderungen für die Kliniken dar. Die Expertise von Herrn Reich und seinem Team in Verbindung mit unserer modernen Infrastruktur unterstützt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der optimalen und hochwertigen Versorgung unserer Patienten.“

(Foto: @IDG Foto Vogt)

Knochen – weich wie Butter bei 30 ° C

Ebermannstadt – Es wird gebohrt, gehämmert, geschraubt und gesägt. Es geht hier allerdings nicht um ein Möbelstück aus Holz, sondern um den menschlichen Knochenapparat.
Im vollbesetzten Saal der Klinik Fränkische Schweiz trug Chefarzt Dr. Uwe Lehmann, Leiter der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, gemeinsam mit Oberarzt Maximilian Baier vom Klinikum Forchheim, sowie den Fachärzten Jürgen Waibel, Dr. Andreas Wetzler und Dr. Franz Roßmeißl, alle Medikon – Zentrum für Orthopädie und Chirurgie – vor zum Thema Gelenkverletzungen und –verschleiß, Therapie vom Erhalt bis zum Ersatz.

Uwe Lehmann stellte die Möglichkeiten auf dem neuesten Stand der Technik vor bei der Behandlung von Frakturen und Arthrose im Hüftgelenk. Anschaulich beschrieb er die Anatomie der Hüfte mit Gefäßen, Lymphsystem, Muskeln, Bändern und Faszien.

Frakturen

Bei einem Bruch der Hüftpfanne, der meist durch eine hohe Gewalteinwirkung wie beispielsweise einem Verkehrsunfall herbeigeführt wird, unterteilen die Ärzte auch heute noch die Art der Fraktur nach der Letournel-Judet-Klassifikation. Ziel der konservativen wie operativen Behandlung ist die anatomische Wiederherstellung der Gelenkfläche, um eine Arthrose, die lokal nach einem Unfall auftreten kann, zu vermeiden. Bei einer Schenkelhalsfraktur hängt die Behandlungsmöglichkeit, d.h. Gelenkerhalt oder -ersatz vom Alter und der noch vorhandenen Mobilität des Patienten ab. Unterhalb des Schenkelhalses gelegene Frakturen können in der Regel durch eigens dafür entwickelte Implantate stabilisiert werden.

Bei Osteoporose – „Knochenschwund“ – der meist Frauen betrifft, ist der Knochen derart brüchig, dass selbst dafür vorgesehene Spezialimplantate an ihre Grenzen stoßen, so dass die Verstärkung durch Knochenzement zur Anwendung kommt. „Weich wie Butter bei 30° C“, beschreibt Lehmann diesen Zustand.

Arthrose

Bei der Hüftgelenksarthrose, dem Verschleiß der Knorpeloberfläche von Hüftpfanne und Hüftkopf, bleibt oft nur der Einsatz einer Hüftprothese als Option. Lehmann lässt eine künstliche Gelenkpfanne mit einer Kappenprothese unter den Zuschauern kursieren. Sie glänzt golden und ist schwer, die nur in seltenen Fällen, und nur auf ausdrücklichen Wunsch bei jüngeren Patienten eingesetzt werden.

Üblicherweise besteht ein künstliches Hüftgelenk aus einer Pfanne mit einem Einsatz als Gelenkflächenersatz, die im Hüftknochen verankert wird, und dort einwächst. In den Oberschenkelknochen wird ein Prothesenschaft implantiert, auf den ein Kopf aufgesteckt wird, der sich dann in der Pfanne als Kugelgelenk bewegt.

Auf den gezeigten Röntgenaufnahmen wirft das Metall der Prothesen einen Schatten. Einige der Aufnahmen zeigen ziemlich viel Metall von Patienten, die sich bei bereits liegenden Prothesen Frakturen zugezogen haben, die je nach Situation individuell versorgt wurden. „Willkommen im Heavy-Metal-Club!“, schmunzelt Lehmann. Auch bei Brüchen oder Arthrosen der Schulter-, Ellenbogen-, Daumen- und Sprunggelenke haben sich eigens dafür entwickelte Prothesen bewährt.

Endoprothetik-Zentrum Forchheim

Im Anschluss stellte Oberarzt Maximilian Baier das Endoprothetik-Zentrum Forchheim vor, das sich auf den künstlichen Ersatz von Gelenken spezialisiert hat. Ihm gehören Chefarzt Dr. Uwe Lehmann, Leitender Oberarzt Dr. Wolfgang Müller und Oberarzt Maximilian Baier an sowie Dr. Franz Roßmeißl und Jürgen Waibel, beide Medikon. Um als Endoprothetik-Zentrum anerkannt zu werden hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie das Zentrum erstmalig 2013 zertifiziert. Deutschlandweit gibt es 2017 bereits 525 zertifizierte Kliniken. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal stellt die Anzahl der durchgeführten Operationen und der zur Verfügung stehenden Hauptoperateure dar, die eine langjährige Erfahrung im Umgang mit künstlichem Gelenkersatz aufweisen. Hier steht die Kooperation von Klinikum Forchheim und Medikon-Gemeinschaftspraxis sehr gut da: Zum Ende des Jahres 2017 wurde das Endoprothetik-Zentrum rezertifiziert und beweist erneut seinen hohen Qualitätsstandard.

„Ernährungsempfehlungen für die besten Jahre“

Unter diesem Motto stand ein Vortrag, den Oberärztin Elisabeth Dewald vom Klinikum Forchheim bei den Seniorinnen und Senioren des Betreuten Wohnens im „Jahnpark“ in Forchheim hielt. Der Informationsnachmittag fand auf Einladung von Edeltraud Zeitler-Pänke, Leiterin des Betreuten Wohnens, statt. Das Thema stieß auf großes Interesse der Bewohner und so war auch der vorweihnachtlich geschmückte Vortragssaal mit Zuhörern gut gefüllt. Nach einem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen nahm die Referentin die Zuhörer mit auf eine interessante Vortragsreise. Anhand von vielen praktischen Beispielen wurde den Anwesenden vermittelt, wie man sich auch und gerade im Alter so ernähren kann, dass Gesundheit und Vitalität möglichst lange erhalten bleiben und gestärkt werden. Spannende Fragen und eine rege Diskussion am Ende des Vortrages rundeten einen gelungenen Informationsnachmittag ab.

„Schlauchmagen, Magenband, Bypass & Co. – was wann warum in der chirurgischen Adipositastherapie?“

Forchheim – Im Rahmen der Vortragsreihe des Fördervereins des Klinikums Forchheim sprach der leitende Oberarzt der Allgemeinchirurgie, Dr. Michael Sturm, über die chirurgische Adipositastherapie.

Zwei Drittel aller Männer (67 Prozent) und die Hälfte aller Frauen (53 Prozent) sind übergewichtig. Nach Angabe der „Studie zur Gesundheit Erwachsener“ des Robert-Koch-Instituts sind ein Viertel der Erwachsenen stark übergewichtig, also adipös. Der Wert, der als Indikator für Fettleibigkeit dient, ist der Body Mass Index (BMI), der sich aus dem Körpergewicht in kg geteilt durch die Körpergröße in m zum Quadrat errechnen lässt. Bei einem BMI größer als 30 spricht man von Fettleibigkeit. Diese nimmt überproportional zu, so dass die Weltgesundheitsorganisation bereits von einer Pandemie – einer länder- und kontinentübergreifenden Ausbreitung der Krankheit – spricht. Für das Jahr 2030 geht die Organisation von 3,3 Mrd. Übergewichtigen weltweit aus. Zum Vergleich: 1980 waren 750 Mio. Menschen übergewichtig.

Wenig Bewegung und hochkalorische Nahrungsmittel
Die Ursachen für diese Entwicklung sind multifaktoriell unter anderem in der Abnahme der körperlichen Aktivität, Zunahme an hochkalorischer Nahrung und psychischen, sozialen und genetischen Faktoren begründet.

Therapien
Eine operative Adipositas-Therapie kommt für Menschen mit einem BMI ab 40 infrage oder einem BMI von 35, wenn bereits Folgeerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Bluthochdruck etc.) vorliegen. Neben der multimodalen, konservativen Therapie, die eine Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensumstellung zum Ziel hat, stellte der Spezialist auch die operativen Verfahren vor. Je nach Wirkweise unterteilen sich diese in restriktiv, d.h. sie schränken die Nahrungsaufnahme ein, und in malabsorptiv, d.h. sie vermindern die Verdauung, oder in eine Kombination der beiden Verfahren. Beispielhaft schilderte er die Vorgehensweise bei Magenband, Schlauchmagen und Magenbypass.

Beim operativen Eingriff „Schlauchmagen“ werden beispielsweise mindestens 1000 ml des Magenvolumens entfernt. Die Schlauchmagenbildung führt zur Aufnahme geringerer Nahrungsmengen und dadurch zu einem raschen Gewichtsverlust. Das Hungergefühl ist vermindert. Der Magen bleibt in seiner Funktion erhalten. Nachteil: Das Verfahren kann nicht rückgängig gemacht werden.

Nicht jeder ist geeignet
Nicht jeder Patient mit einem BMI von 40 kg/m² oder ab BMI 35 kg/ m², wenn bereits übergewichtsabhängige Nebenerkrankungen bestehen, ist für ein operatives Verfahren geeignet. Weitere Kriterien zur Auswahl der Patienten sind Motivation und Leidensdruck, Bereitschaft zur Ernährungsumstellung und Nachsorge und die Bereitschaft zur dauerhaften Einnahme von Supplementen, das sind Nahrungsergänzungsmittel.

Ein für alle Patienten pauschal zu empfehlendes Verfahren existiert nicht. Die Verfahrenswahl erfolgt gemeinsam mit dem Patienten und dem Behandlungsteam unter Berücksichtigung von BMI, Alter, Ernährungsverhalten, Geschlecht, Begleiterkrankungen (Medikamenteneinnahme), Adhärenz und Beruf.

Adipositaszentrum Oberfranken

Dr. Michael Sturm stellte auch das Adipositaszentrum Oberfranken am Klinikum Forchheim vor. Besonders wichtig ist die Behandlung im Team.

Durch das Adipositasmanagement am Klinikum erfolgen Informations- und Aufklärungsgespräche sowie Koordination des MMK (multimodale konservative Therapie). Das umfangreiche Leistungsspektrum des Ernährungs-/ Diabetesteam wurde vorgestellt, es werden z.B. Einzel- und Gruppenschulungen zur konservativen Ernährungstherapie /Adipositastherapie angeboten.

Eine Gesundheitsmanagerin /Personaltrainerin bietet ein Bewegungstraining bei Adipositas an.

Eine Kooperation mit der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Klinik Fränkische Schweiz Ebermannstadt unter der Leitung von Chefärztin Prof. Dr. (TR) Yesim Erim befindet sich im Aufbau.

Es besteht im Rahmen eines vom Bundesgesundheitsministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes eine Kooperation mit dem Lehrstuhl Klinische Psychologie und Psychotherapie der Otto- Friedrich-Universität-Bamberg.

Somit wird das gesamte Spektrum der konservativen und operativen Therapie angeboten.

Eine wichtige, tragende Säule stellt weiterhin die Selbsthilfegruppe Adipositas dar, die seit über zehn Jahren als einzige im Umkreis Oberfranken am Klinikum existiert.

Im Oktober 2017 wurde eine weitere SHG-Gruppe in Bamberg gegründet.

Die regelmäßigen SHG-Treffen zum allgemeinen Informations- und Erfahrungsaustausch finden jeden 3. Donnerstag im Monat um 19:30 Uhr im Klinikum Forchheim, Konferenzraum U101 und jeden 1. Dienstag im Monat um 19:30 Uhr in Bamberg, im Bürgerhaus Am Rosmarinweg 1 (neben der Brose-Arena) statt.

Infos und Terminänderungen unter:
www.adipositas-shg-forchheim-bamberg.de
www.facebook.com/adipositas.shg.forchheim.bamberg/
Die SHG organisiert auch spezielle VHS- Kurse für Wasser-/ Sitzgymnastik, Info unter:

Wassergymnastik:
https://www.facebook.com/events/156703068307236/?ti=cl

Sitzgymnastik:
https://www.facebook.com/events/532811197079477/?ti=cl

Das Klinikum Forchheim bietet eine Adipositassprechstunde an, jeweils Dienstag und Donnerstag von 8:00-15:00 Uhr.

Anmeldung unter der Nummer 09191/601201

Forchheim – Für insgesamt 350 Jahre Dienst im Klinikum Forchheim wurden zwölf Mitarbeiter geehrt. Zwei langjährige Mitarbeiterinnen wurden in den Ruhestand verabschiedet. Krankenhausdirektor Sven Oelkers hebt in seiner Dankesrede hervor, dass es nicht selbstverständlich sei, einem Arbeitgeber in einer schnelllebigen Zeit so lange treu zu sein. Er unterstreicht: „Sie tragen das Wissen des Unternehmens in sich und geben es an die Jüngeren weiter. Dafür danken wir.“

Margit Hallmann, stellvertretende Krankenhausdirektorin, wählte für ihre Laudatio ein Zitat vom Automobilbauer Henry Ford: „Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ein Erfolg.“ Hallmann sieht in der langen Betriebszugehörigkeit eine Auszeichnung für das Klinikum, da es für ein angenehmes Betriebsklima und einen guten Zusammenhalt spräche. Sie würdigt die Fachkompetenz und Freundlichkeit der Geehrten gegenüber den Patienten im Krankenhaus. Daher werde bei Umfragen auch stets die angenehme Atmosphäre im Klinikum angeführt neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung.

Auch Schwester Gabriele Gärtner wünschte im Namen des Personalrates alles Gute und viel Gesundheit.

Für das 40-jährige Dienstjubiläum wurden mit einer Urkunde des Freistaates Bayern, einem Geldbetrag, Pralinen und Blumen geehrt:
Monika Nagengast, Christine Betz, Rita Sell und Christa Stiller.

Für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit erhielten Anerkennung:
Ilona Eberwein, Silvia Kraus, Anja Schwarzmann, Reinhold Dittrich, Radojka Neubauer, Kerstin Lindenberger, Petra Backer und Herwig Assländer.

In den Ruhestand nach 44 Jahre Arbeit für das Klinikum wurde Monika Kraus verabschiedet und Anna Rußler nach 46 Jahren.

 

Auf dem Foto v. l. n. r. Margit Hallmann, Monika Nagengast, Herwig Assländer, Radojka Neubauer, Silvia Kraus, Reinhold Dittrich, Christine Betz, Anna Rußler, Kerstin Lindenberger, Monika Kraus, Rita Sell, Ilona Eberwein, Anja Schwarzmann, Christa Stiller, Petra Backer, Sven Oelkers (@Klinikum Forchheim)

Das EndoProthetikZentrum Forchheim beweist erneut seinen hohen Qualitätsstandard

Forchheim – Die Qualität des EndoProthetikZentrum Forchheims unter der Leitung von Dr. Uwe Lehmann, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, wurde Anfang November erneut durch das Internationale Zertifizierungsinstitut für Management und Personal „ClarCert“ auf Herz und Nieren geprüft.

Bereits ein halbes Jahr nach der Gründung im August 2013 wurde das Zentrum erfolgreich als EndoProthetikZentrum zertifiziert. Initiiert wurde dieses damals durch das Klinikum Forchheim in Kooperation mit der Gemeinschaftspraxis medikon von Dr. Franz Roßmeißl und Jürgen Waibel. Seitdem hat sich das EndoProthetikZentrum auf die Diagnose von Gelenkerkrankungen und den Ersatz durch künstliche Knie- und Hüftgelenke spezialisiert. Dabei wird zusätzlich sowohl ein großer Fokus auf die einer OP nachfolgenden Rehabilitation als auch auf die Nachsorge gelegt.

Das Ergebnis des zweiten Wiederholaudits steht zum heutigen Zeitpunkt noch aus. Rückblickend auf zwei erfolgreiche Audittage kann das EndoProthetikZentrum stolz auf sich sein. Es zeigten sich vereinzelt kleinere organisatorische Verbesserungspotentiale, jedoch genau das ist das Ziel eines solchen Audits. Es geht nicht nur darum eine gute Qualität aufzuweisen, sondern diese kontinuierlich weiterzuentwickeln, um den Patienten eine optimale Versorgung zu garantieren. Der leitende Fachexperte Dr. Hans-Udo Gramlich beendete das Audit mit einem „guten Bauchgefühl“ und betonte in seinem Abschlussgespräch die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten und die daraus resultierende bestmögliche Patientenversorgung.

Röntgenstrahlen und Hochfrequenzanregung im magnetischen Feld – Physik für Fortgeschrittene

Forchheim – Wie werden die Erkenntnisse aus der Physik praktisch umgesetzt in der Medizintechnik? Dieser Frage gingen Elftklässler des Forchheimer Ehrenbürg Gymnasiums nach, als sie Ende Oktober 2017 die Radiologie des Klinikums Forchheim besuchten. Im Anschluss an den Besuch erarbeiten die zehn Schüler des wissenschaftspropädeutischen Seminars unter der Leitung von Physiklehrer Rainer Martin ein selbstgewähltes Thema in der Physiksemesterarbeit.

Der Leiter der Radiologie, Chefarzt Dr. Klaus Swoboda, testete gleich zu Beginn den Wissenstand der Schüler: Ausbreitungsgeschwindigkeit und Energiegehalt der Röntgenstrahlen? Röntgenspektrum? Die Schüler der Partnerschule der Siemens AG waren gut vorbereitet und wussten die Antwort.

Bildgebende Verfahren – Von Röntgen bis zum MRT

Der Rundgang folgte der chronologischen Entwicklung der bildgebenden Verfahren in der Medizin. Am 8. November 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg die unsichtbaren, nach ihm benannten Strahlen. Die verschieden dichten Gewebe eines bestrahlten Organismus absorbieren die Röntgenstrahlen unterschiedlich stark. Dichtes Gewebe, beispielsweise Knochen, taucht als Schatten auf. Die ersten Bilder wurden mithilfe eines fluoreszierenden Schirms sichtbar gemacht. Später kam der Röntgenfilm, dann die Röntgenspeicherfolien zum Einsatz. Heute werden fast ausschließlich elektronische Festkörperdetektoren (CCD´s) verwendet, um die Bilder digital weiter verarbeiten zu können.

Die Schüler fragten nach der Strahlenbelastung der Mitarbeiter im Klinikum. Dr. Swoboda antwortete, dass diese heutzutage sehr gering sei. Der zulässige Grenzwert von 20 Millisievert (mSv) bei beruflich strahlenexponierten Erwachsenen sei am Klinikum Forchheim nie erreicht worden. 70 betroffene Mitarbeiter würden jährlich mit einem Filmdosimeter überwacht.

Scheibchenweise Computertomographie

Eine Weiterentwicklung der Röntgendiagnostik ist die Computertomographie. Diese basiert ebenfalls auf Röntgenstrahlung. Dabei nimmt ein schmaler Röntgenstrahl das Gewebe von allen Seiten auf. Mithilfe großer, moderner Rechner kann die Information detailgetreu eindeutig sichtbar gemacht werden. Die Aneinanderreihung der „Scheibchen“ kann in ein dreidimensionales Bild umgesetzt werden.

Auch die Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs nutzt Röntgenstrahlen zur Sichtbarmachung. Der Chefarzt war überzeugt, dass keine andere Methode so gute Ergebnisse zur Früherkennung liefere wie die Mammographie.

Die Magnetresonanztomographie macht sich eine andere Eigenschaft des menschlichen (und tierischen) Gewebes nutzbar: Der unterschiedlich hohe Wasser- und Protonenanteil in verschiedenen Gewebestrukturen. Das wechselhafte Verhalten der Wasserstoffprotonen in Magnetfeldern ist die Grundlage dieses bildgebenden Verfahrens. Es ergänzt die anderen Verfahren und eignet sich besonders zur Sichtbarmachung von Gelenken und Weichteilerkrankungen.

Eine Jugendliche fragte nach den Kontrastmitteln, die im Klinikum verwendet werden. Hier verwies der Radiologe auf Jod für die Röntgendiagnostik und auf Gadolinium, ein Element, das zu den seltenen Erden zählt.

Am Ende zeigten sich alle Schüler sichtlich beeindruckt von der Anwendung der bildgebenden Verfahren in der Praxis. Ein Schüler (16 Jahre) konnte sich noch nicht entscheiden, ob er seine Arbeit lieber über „Radioaktivität“ schreiben möchte oder über die „Röntgentechnik“.

Anlässlich des Weltdiabetestages referierte Oberärztin Dr. Elisabeth Dewald zum Thema
„Mit Diabetes im Krankenhaus“

Die Diabetologin und Ernährungsmedizinerin am Klinikum Forchheim berichtet einleitend über die stark ansteigende Anzahl von Menschen mit Diabetes mellitus nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Mittlerweile spricht die Fachwelt von einem sich ausbreitenden „Diabetes-Tsunami“.

Umso mehr ist es das Bestreben neben der Prävention, diese Erkrankung mit all ihren Facetten möglichst schnell zu erkennen und bestmöglich zu behandeln.

Dass die Behandlung des Diabetes keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt die Tatsache, dass erst im Jahr 1921 durch die beiden Forscher Frederick Grant Banting und Charles Herbert Best die Entdeckung des Insulins gelang und damit der bahnbrechende Erfolg in der Behandlung dieser Erkrankung.

Als einer der ersten Patienten erhielt der fünfjährige „Teddy“ Theodore Ryder damals das zum Überleben notwendige Hormon. Zu diesem Zeitpunkt wog das Kind 12,5 kg und wäre an der Erkrankung verstorben, hätte es nicht die Entdeckung des Insulins gegeben. Nach wenigen Monaten kam er zur vollen Genesung und schrieb an den Forscher:
„Sehr geehrter Hr. Dr. Banting, ich wünschte, sie könnten mich jetzt sehen. Ich bin jetzt ein properer Junge geworden, mir geht es gut und ich kann auf Bäume klettern…“. Im Alter von 76 Jahren nach einem erfüllten Leben verstarb er ohne wesentliche Folgeerkrankungen seines Diabetes.

Die Entwicklung der Diabetesmedikamente nahm dann ab den 60er Jahren stark zu, seit 1975 ist die Insulinpumpe im Einsatz, seit 1982 kann Insulin gentechnisch im Labor hergestellt werden, weitere neue Medikamente und Hilfsmittel folgten.

Trotz aller Fortschritte in der Behandlung des Diabetes kann ein Krankenhausaufenthalt manchmal nicht vermieden werden – sei es wegen einer entgleisten diabetischen Stoffwechsellage oder auch wegen einer anderen Erkrankung oder einer anstehenden Operation.

Dies bedeutet für Menschen mit Diabetes eine Veränderung ihrer täglichen Gewohnheiten, manche Diabetesmedikamente müssen z.B. vor einer Operation abgesetzt werden, Insulinmengen müssen angepasst werden, Infektionen und Therapeutika können den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben, Nüchtern-Phasen erfordern eine Anpassung der Diabetestherapie. Zudem ist aus Studien bekannt, dass Menschen mit Diabetes ein höheres Risiko für Komplikationen haben und dadurch auch die Verweildauer in der Klinik länger wird.

Um als Patient mit Diabetes selbst gut auf einen geplanten stationären Aufenthalt in der Klinik vorbereitet zu sein, empfiehlt Dr. Dewald, sich im Vorfeld schon mit dem Hausarzt oder dem mitbehandelnden Diabetologen abzusprechen, die entsprechenden Unterlagen für die Klinik bereitzuhalten und das eigene Diabetes-Equipment in die Klinik mitzunehmen.

Die Auswahl einer geeigneten Klinik für Diabetiker erleichtert ein von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vergebenes Zertifikat, das für jeweils drei Jahre Gültigkeit besitzt, danach muss sich die Klinik einer erneuten Prüfung ihrer Qualitätsstandards unterziehen.

Das Klinikum Forchheim besitzt dieses Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet“ bereits seit 2014, im Oktober 2017 wurde die Klinik als eine der ersten Kliniken in dieser Sparte erfolgreich rezertifiziert.

Neben einer Diabetologin stehen den Patienten im Klinikum Forchheim auch eine Diabetesberaterin sowie eine Diätassistentin und diabetesversierte Pflegekräfte zur Verfügung, um die bestmögliche Versorgung von Diabetespatienten zu erziehlen.

Nach dem Vortrag fragten sich die interessierten Zuhörer, warum Diabetes in der öffentlichen Wahrnehmung noch zu wenig Beachtung fände, obwohl es eine Erkrankung mit so weitreichenden Folgen sei. Dr. Dewald antwortete, dass es sich um eine Krankheit handele, die nicht weh tue, die häufig als „das bisschen Alterszucker“ verharmlost werde und die oft gleichgesetzt werde mit Verlust von Lebensqualität.
Diabetestherapie bedeute aber in erster Linie Eigenverantwortlichkeit der Betroffenen in Kombination mit den heute so vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten.
Therapieerfolg und der Erhalt der Lebensqualität durch Vermeidung der Folgeschäden sind der Lohn.

Die Schlaganfall-Einheit am Klinikum Forchheim dient als Muster für chinesische Krankenhäuser

Forchheim – Erneut besuchte eine neunköpfige Delegation aus den chinesischen Provinzen Shandong, Sichuan und Anhui das Klinikum Forchheim. Sie nahmen an einem zweitägigen Workshop zum Thema „Telemedizinische Schlaganfallbehandlung“ unter Leitung von Oberarzt Dr. Lorenz Breuer am Universitätsklinikum Erlangen teil.

In ländlichen, medizinisch teils unterversorgten Gebieten der drei genannten chinesischen Provinzen soll mithilfe der Telemedizin die räumliche Distanz zwischen Patienten und Arzt oder zwischen zwei Ärzten überbrückt werden. Schlaganfälle können so schnell diagnostiziert und therapiert werden. Bei einem Schlaganfall – einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn, oder einer Hirnblutung – ist schnelle und kompetente Hilfe lebenswichtig.
Der Workshop hatte zum Ziel die Möglichkeiten der Telemedizin zur Verbesserung der flächendeckenden Schlaganfallversorgung in China zu eruieren. Die Delegationsteilnehmer erarbeiteten gemeinsam mit den deutschen Gastgebern, nötige Schritte für die Etablierung von Telemedizinischen Schlaganfall-Netzwerken in ihren Regionen.

Um eine genauere Vorstellung von einer telemedizinisch angebundenen Klinik zu bekommen, besuchte die Gruppe das Klinikum Forchheim. Oberärztin Barbara Willaczek, die die Forchheimer Stroke Unit (engl. für Schlaganfall-Einheit) aufgebaut hat und leitet, begrüßte dieses Mal auch fünf Fachärzte aus den Anhui Provincial-, Bingzhou Peoples- und West China-Hospital unter den Delegationsteilnehmern. Diese informierten sich vor Ort über die Funktionsweise des Telekonsils und über die weitere Behandlung von Schlaganfallpatienten vor Ort. Die „Telemedizinische Konsultation“ erfolgt über eine schnelle Internetverbindung, welche das Klinikum Forchheim bei Bedarf rund um die Uhr mit einem der drei Schlaganfallzentren in Erlangen, Nürnberg oder Bayreuth verbindet. Dort ist dann jeweils ein in der Behandlung von Schlaganfällen erfahrener Neurologe zugeschaltet.

Dem “Weg des Schlaganfalls“ folgend besichtigten die chinesischen Gäste die Notfallambulanz, die Radiologie, den Telemedizinraum und die Stroke Unit des Klinikum Forchheim . Sie zeigten sich besonders beeindruckt von dem „Stroke Angel“-System bei dem sog. NIDA-Pads und NIDA-Arrivalboards zum Einsatz kommen, Der Rettungsdienst gibt die Patientendaten und erste medizinische Informationen bei Einsätzen bereits direkt nach dem ersten Kontakt mit dem Patienten in ein NIDA-pad ein (NIDA = Notfall-Informations- und Dokumentations-Assistent). Diese werden elektronisch in die Notaufnahme des Klinikums Forchheim übermittelt, so dass das Krankenhauspersonal bereits vor dem Eintreffen des Patienten über diesen informiert und auf seine Behandlung vorbereitet ist.

Neben der Schlaganfallversorgung interessierten sich die Gäste besonders für die wirtschaftlichen Daten des Klinikums Forchheim, die Krankenhausdirektor Sven Oelkers vorstellte. Des Weiteren zeigten sie sich begeistert von der hellen Architektur des Krankenhauses, so dass Sven Oelkers die Daten des Architekturbüros, welches das Gebäude geplant hat, mit auf den Weg nach China gab.

Schlaganfall-Einheit

Die Stroke Unit-Zertifizierung und Re-zertifizierung durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) erfolgt regelmäßig in dreijährigen Abständen. Das Klinikum Forchheim verfügt über eine von deutschlandweit über 300 zertifizierten Stroke Units. Konkret handelt es sich dabei um eine von deutschlandweit 13 telemedizinisch vernetzten Stroke Units (Telestroke unit).

Auf der Telestroke Unit unter der Leitung von Oberärztin Barbara Willaczek, die auf Station 22 angesiedelt ist, arbeitet ein interdisziplinäres Behandlungsteam aus Fachärzten für Innere Medizin, speziell geschultem Pflegepersonal (Stroke Nurses), Sprach- und Schlucktherapeuten, Ernährungstherapeuten, Physio- und Ergotherapeuten sowie Sozialpädagoginnen. Die neurologische Expertise steht in Form von täglichen Visiten eines neurologischen Facharztes und mittels Teleneurologie zur Verfügung.
Via Telekonsil kann rund um die Uhr ein in der Schlaganfallbehandlung erfahrener Neurologe aus den drei Schlaganfallzentren Erlangen, Bayreuth und Nürnberg zugeschaltet werden.

Foto v.l.n.r. Yuyou Zhu (Anhui Provincial Hospital), Ke Song (Geschäftsführer People’s Hospital of Boxing County), Guoping Wang (Anhui Provincial Hospital), Bo Zhou (Binzhou People’s Hospital), Lei Wu (Anhui Provincial Hospital), Dr. Lorenz Breuer (Universitätsklinikum Erlangen), Liu Huarong (Changsha 8th Hospital, Hunan Provinz), Dr. Barbara Willaczek, Dr. Ling Zhang (West China Hospital Chengdu, Sichuan Provinz), Dr. Jürgen Gschossmann, Sven Oelkers, Yuezhi Hou (Geschäftsführer People’s Hospital of Zhanhua District), Wang He (Deutsch-Chinesischer Technologieaustausch (DCTA) Stiftung), Zhonggong Wang (Binzhou People’s Hospital) und Longlong Liu (Binzhou People’s Hospital) (Foto@Klinikum Forchheim)

Die ersten 100 Tage

Forchheim – Dr. Stefan Weingärtler leitet seit Anfang August 2017 als Chefarzt die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Forchheim. Es ist an der Zeit, die ersten hundert Tage Revue passieren zu lassen.

Herr Dr. Weingärtler, wie waren die ersten 100 Tage als Chefarzt?
Anstrengend. Ich war viel mit Papierkram beschäftigt. Aber es macht auch viel Spaß. Ich habe viel Zuspruch erhalten, Viele haben mir gratuliert. Es macht Spaß, selber zu organisieren und eigene Ideen einzubringen.

Was haben Sie bereits umgesetzt?
Prinzipiell wollte ich nicht alles Bewährte über den Haufen werfen. Ich habe die Zertifizierung des Beckenbodenzentrums auf den Weg gebracht. Bei 40 bis 50 Prozent der Frauen kommt es im Laufe des Lebens zu einer Überlastung des Beckenbodensytems. Dabei senken sich Blase, Gebärmutter, Scheide und Enddarm durch die Dehnung des Bindegewebes, welches Halt verschaffen sollte. Oft ist dadurch die Funktion von Blase oder Darm gestört. Währen der Schwangerschaft und Geburt ist die Beckenbodenmuskulatur besonders großen Belastungen ausgesetzt. Daher versuche ich mit beckenbodenorientierter natürlicher Geburtshilfe Spätfolgen zu vermeiden.
Außerdem hat die Personalsituation meine Zeit gebunden, denn die neuen Mitarbeiter müssen eingearbeitet werden.
Zudem habe ich mich für eine Namenänderung meines Fachbereiches stark gemacht. Anstatt „Gynäkologie – abgeleitet von griechisch gyné, Frau – und Geburtshilfe“ sollte man für beide Begriffe die deutsche Bezeichnung verwenden, also „Frauenheilkunde und Geburtshilfe“. Wir nennen uns jetzt auch „Frauenklinik am Klinikum Forchheim“ anstatt „Abteilung“, weil ich der Meinung bin, dass wir uns vor den umliegenden Kliniken nicht verstecken müssen und unser Licht nicht unter den Scheffel stellen wollen.

Was sind Ihre Pläne?
Mein primäres Ziel ist die Zertifizierung des Beckenbodenzentrums. Die Anforderungen umfassen einen bestimmten Operationskatalog und qualifizierte Physiotherapieangebote.
Ich muss die Unterlagen einreichen.
Zusammen mit der Physiotherapie und den Hebammen will ich zudem ein Konzept erarbeiten, um den Schwangeren und Wöchnerinnen in der Klinik die Beckenbodenproblematik näher zu bringen. Wir wollen ein Bewusstsein für den Beckenboden schon um die Geburt, bereits in der Klinik erwecken.

Am 10. März 2018 laden wir Hebammen aus Ober- und Mittelfranken zu einem Symposium zu diesem Thema nach Forchheim ein. Schließlich plane ich bei der Welt- Kontinenzwoche, im Juni 2018 eine Veranstaltung zum Thema Beckenbodenzentrum. Bis dahin möchte ich noch in Forchheim die sakrale Neuromodulation einführen, einem Therapieverfahren zur Behandlung komplexer Blasen- und Darmfunktionsstörungen. Dazu wird ein Generator (ähnlich einem Herzschrittmacher) und zwei Elektroden am Kreuzbein implantiert, ein sogenannter „Blasenschrittmacher“. Ziel ist es, eine Spezialklinik für Dranginkontinenzprobleme zu etablieren. Unsere Klinik führt auch als eine von bisher wenigen Kliniken CESA/VASA Operationen durch, bei der die hinteren Haltebänder des Beckenbodens ersetzt werden, um die Organe (Blase, Gebärmutter, Scheide) wieder in ihre korrekte Position zu bringen, damit die Funktion und damit die Kontinenz wieder hergestellt ist. Wir nehmen dabei an einer Studie zu dem Thema teil und haben Anfragen erhalten, ein internationales Ausbildungszentrum zu werden.

Schließlich ist eine regelmäßig stattfindende „Tumorkonferenz“ gemeinsam mit der Onkologie angedacht: Der Strahlentherapeut, der Onkologe oder Internist, der Chirurg und ich als Frauenarzt besprechen dabei konkrete Fälle von zu behandelnden Patienten.

Vielen Dank für das Gespräch!

In einem Werbespot steht das Adipositas-Zentrum am Klinikum Forchheim im Mittelpunkt. Der Schwerpunkt der konservativen Therapie liegt in der Vermittlung von Ernährungsgrundlagen in Einzel- oder Gruppenschulungen durch Ernährungsberaterin Sabine Lamprecht. Eine Oberärztin betreut parallel die Adipositas-Patienten internistisch und ernährungsmedizinisch, durch diagnostische Maßnahmen wird der Diätverlauf überwacht und gesteuert. Besteht trotz Ausschöpfung aller konservativen Maßnahmen keine Möglichkeit der ausreichenden Gewichtsreduktion, stehen verschiedene operative Maßnahmen zur Verfügung. Chefarzt Dr. Bernhard Drummer und der leitende Oberarzt, Dr. Michael Sturm, bieten das gesamte Spektrum der adipositasrelevanten Operationsverfahren an, von Magenbypass über Schlauchmagen bis zum Magenband.

Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) zeichnet das Klinikum Forchheim erneut aus

Berlin/ Forchheim 10.11.2017 – Jährlich werden etwa zwei Millionen Diabetespatienten in einer Klinik behandelt. Sie wollen sicher sein, dass ihre Grunderkrankung kompetent berücksichtigt wird, auch wenn sie sich etwa wegen eines Eingriffs an Hüfte oder Herz in eine Klinik begeben, die über keine diabetologische Fachabteilung verfügt. Sie möchten sich darauf verlassen können, dass ihr Blutzuckerspiegel bedarfsgerecht überwacht wird, die Narkose auf ihre Diabetes-Erkrankung abgestellt ist oder Notfallequipment für den Fall einer Blutzucker-Entgleisung bereitsteht. Diesen Patienten bietet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) mit dem Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)“ eine nützliche Orientierung: So hilft das Zertifikat Ärzten und Patienten bei der Wahl der richtigen Klinik. Als eine der ersten Einrichtungen in Deutschland hat die DDG das Klinikum Forchheim erneut zertifiziert.

Bei einer Behandlung im Krankenhaus ist es wichtig, bei jedem Patienten die genaue Vorgeschichte, Grunderkrankungen oder Allergien zu erfassen. Bei Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, ist dies besonders bedeutend. Das neue Zertifikat „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)“ hat das Ziel, die Qualität der Behandlung für Menschen mit der Nebendiagnose Diabetes zu verbessern und damit ein Defizit in der stationären Behandlung zu beheben. Drei der zu erfüllenden Kriterien sind besonders wichtig: Es muss ein diabetologisch versierter Arzt zur Verfügung stehen, Pflegekräfte müssen diabetologisch geschult sein und es muss gewährleistet sein, dass die Blutzuckerwerte bei jedem Patienten geprüft werden.

Als eine der ersten Kliniken in Deutschland erhält das Klinikum Forchheim dieses Zertifikat zum zweiten Mal ausgestellt.

Oberärztin Dr. Elisabeth Dewald erklärt: „Wir haben an unserer Klinik ein routinemäßiges Screening auf erhöhte Glukosewerte. Bei jedem neu aufgenommenen Patienten wird sofort Blut abgenommen und die Blutzuckerwerte werden bestimmt.“ Damit werden nicht nur die Diabetes-Patienten klar identifiziert, sondern auch die, deren Diabetes bislang unentdeckt geblieben ist. DDG-Präsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland bilanziert: „das Klinikum Forchheim hat eine fächerübergreifende Diabetes-Kompetenz.

Die standardisierten Abläufe sind vorbildlich. Das ist eine Klinik, die die Nebendiagnose Diabetes ihrer Patienten ernst nimmt und bestmöglich berücksichtigt.“ Davon profitieren vor allem die Patienten. Denn ein gut eingestellter Diabetes trage dazu bei, die Komplikationen wie Nierenversagen, Lungenentzündung und Wundheilungsstörungen zu verhindern.

Interessant ist das neue Zertifikat für alle Krankenhäuser und Reha-Kliniken in Deutschland. Die zertifizierte Klinik darf den Titel „Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)“ für drei Jahre tragen, danach muss sie sich rezertifizieren lassen. Weitere Informationen zum Zertifikat, ein Antragsformular und eine Checkliste finden sich unter www.ddg.info oder können bei der DDG Geschäftsstelle angefordert werden.

 

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft:

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) gehört mit über 9000 Mitgliedern zu den großen medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien.

Ziel ist eine noch wirkungsvollere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der Millionen von Menschen in Deutschland betroffen sind.

Kontakt für Journalisten:

Pressestelle DDG
Anna Julia Voormann
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-552, Fax: 0711 8931-167
voormann@medizinkommunikation.org
www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Deutsche Diabetes Gesellschaft
Geschäftsstelle
Albrechtstr. 9
10117 Berlin
Tel.: 030 3116937-26
Fax: 030 3116937-20
info@ddg.info
www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

„NutritionDay worldwide“ am 9. November – auch das Klinikum Forchheim ist mit dabei

NutritionDay ist ein weltweites Projekt mit der Zielsetzung, ein Bild über Ernährungsrisikofaktoren, Ernährungsstatus, Ernährungspraxis und Therapieerfolg in Kliniken, Intensivstationen und Pflegeheimen zu erhalten. Anhand von anonymisierten Fragebögen wird strukturiert nach Symptomen einer möglichen Mangelernährung bei Patienten gesucht. Eine gezielte Therapie der Mangelernährung kann somit schnell und effektiv eingeleitet werden. Der Therapieverlauf wird nach 30 Tagen erneut mittels Fragebögen kontrolliert und ausgewertet. Diese Datenerhebung erfolgt einmal jährlich, inzwischen in 63 Ländern weltweit.

Das Klinikum Forchheim mit seinem Ernährungsteam nimmt heuer erstmals an dieser weltweiten Studie teil.

Oberärztin Dr. Elisabeth Dewald, die das Ernährungs- und Diabetesteam am Klinikum Forchheim leitet, erläutert die Wichtigkeit dieses Themas: „Mitgebrachte oder erworbene Mangelernährung ist ein häufig festzustellendes Problem bei Patienten in Kliniken oder Pflegeheimen. Durch die rasche Diagnosestellung einer Mangelernährung, eine adäquate Therapieeinleitung und Betreuung durch ein Ernährungsteam kann der Genesungsverlauf der Patienten nachgewiesen deutlich verbessert werden. Auch die Liegedauer in der Klinik kann verkürzt werden.“ Ein routinemäßiges Screening auf Mangelernährung und die sich anschließende individuelle Therapie bilden bereits seit Jahren einen Schwerpunkt in der ernährungsmedizinischen Behandlung der Patienten am Klinikum Forchheim. Die Teilnahme am nutritionDay und die sich anschließende Zertifizierung sind für das Klinikum Forchheim ein weiteres Qualitätssicherungsmerkmal in der Behandlung der Patienten.

Klinikum Forchheim ist neuer Partner von „Wir für Gesundheit“

Das Netzwerk „Wir für Gesundheit“ wächst weiter: Neuer Partner ist Klinikum Forchheim, in denen die PlusCard-Tarife des Debeka Krankenversicherungsvereins a.G. ab sofort auch gelten.

PlusCard-Inhaber haben bei einer stationären Behandlung in der Klinikum Forchheim je nach Tarif Anspruch auf ein Einbett- oder Zweibettzimmer, mit oder ohne Chefarztbehandlung. „Ein hoher Anspruch an medizinischer Qualität und Komfort sind Voraussetzungen, um Partnerklinik bei „Wir für Gesundheit“ zu sein“, sagt Silvio Rahr, Geschäftsführer der Wir für Gesundheit GmbH. „Die Klinikum Forchheim erfüllt alle Kriterien, daher freue ich mich sehr, dass sie nun unserem Netzwerk angehört.“

„Wir freuen uns, dass das Netzwerk unseren hohen medizinischen Qualitätsstandard bestätigt hat und dass die Inhaber der PlusCard ab sofort davon profitieren können“, sagt Sven Oelkers, Krankenhausdirektor des Klinikums Forchheim.

Neben Privatpatienten-Komfort bietet die PlusCard den Versicherten weitere Services, wie die medizinische Zweitmeinung und den kostenlosen Facharzt-Terminservice (0800 800 53 00). In der Vorteilswelt von „Wir für Gesundheit“ erhalten PlusCard-Inhaber Sonderkonditionen bei mehr als 200 Partnern aus den Bereichen Sport, Freizeit, Familie und Gesundheit.

Die PlusCard enthält eine betriebliche Krankenzusatzversicherung, die das Netzwerk „Wir für Gesundheit“ gemeinsam mit dem Debeka Krankenversicherungsverein a. G. entwickelt hat. Arbeitgeber können diese für ihre Mitarbeiter bereits ab fünf Euro im Monat pro Person abschließen. Mit diesem Benefit-Baustein aus dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement ermöglichen Unternehmen ihren Mitarbeitern Privatpatientenkomfort und mehr und positionieren sich als verantwortungsvolle Arbeitgeber. Mit der Option PlusCard Family können PlusCard-Inhaber zudem ihre gesamte Familie absichern. Damit stehen auch allen Familienmitgliedern die Leistungen der PlusCard zur Verfügung.

Weitere Informationen über das Netzwerk, alle Partnerkliniken und die PlusCard-Tarife von „Wir für Gesundheit“ finden Sie im Internet unter: www.wir-fuer-gesundheit.de.

Pressekontakt:
Wir für Gesundheit GmbH
Anja Blau
Leiterin Kommunikation und Marketing
Tel.: 030 – 688 32 94 52 Mobil: 0152 – 54 77 77 98
www.wir-fuer-gesundheit.de

Forchheim – Als „Bruch“ oder „Hernie“ bezeichnet man den Austritt von Weichteilen aus der Bauchhöhle. Rund drei Prozent der Bevölkerung erleiden einen Bruch, wobei Männer hiervon neunmal häufiger betroffen sind als Frauen. Drei Viertel aller Brüche sind Leistenbrüche, gefolgt von Narben- und Nabelbrüchen. Deutschlandweit werden jährlich 220.000 Hernienoperationen durchgeführt. Es ist der häufigste chirurgische Eingriff. Am Klinikum Forchheim werden pro Jahr 250 bis 270 Patienten mit Bauchwandbrüchen behandelt.

Optisch sieht ein Bruch aus wie eine Beule. Er tut nicht weh und man kann die Schwellung zurückdrücken. Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen ist etwas eingeklemmt und eine Notoperation ist unausweichlich.

Brüche sind seit mehr als 2000 Jahre v. Chr. dokumentiert. Bereits im Mittelalter wurde das Problem des Bauchwandbruches erkannt. Zu der damaligen Zeit war aufgrund der fehlenden Narkosemöglichkeiten eine operative Versorgung noch nicht möglich und man half sich mit Bruchbändern, die den Bruch zurückdrängen sollen.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind so vielseitig wie die verschiedenen Klassifikationen. „Bruch ist nicht gleich Bruch“, erläutert der Chefarzt der Allgemeinchirurgie am Klinikum Forchheim, Dr. Bernhard Drummer: „Für die gute Behandlung ist es entscheidend, ein maßgeschneidertes Therapiekonzept anzuwenden (Tailored approach).“ Beim sogenannten offenen Verfahren wird die Bruchpforte – der Riss in der Bauchwandschicht – mit einer Naht verschlossen oder Kunststoffnetze eingebracht. Ein Pionier des minimalinvasiven Verfahrens ist Dr. Bernhard Drummer, der bereits 1993 die bayernweit erste laparoskopische Operation einer Leistenhernie im Forchheimer Krankenhaus durchführte, indem er ein Netz mithilfe einer Bauchspiegelung platzierte (Schlüssellochchirurgie). 1999 gelang ihm in Hof die erste laparoskopische Narbenhernienversorgung deutschlandweit.

Seit 1994 gibt Drummer sein Know-How weiter. Jährlich lädt er Chef- und Oberärzte zur zweitägigen Fortbildung nach Forchheim ein. Für die Vorträge und Life-Operationen zum Thema „HernienOPs“ im November haben sich bereits 38 Chef- und Oberärzte aus ganz Deutschland angemeldet. In Vorträgen informiert Dr. Bernhard Drummer über sein Fachgebiet. Der kostenlose Vortrag „Leistenbruch und Co.“ findet am Montag, den 23. Oktober, um 19 Uhr im Konferenzsaal des Klinikums statt. Interessierte sind willkommen.

25. Sept. 2017 – Knapp 100 meist weibliche Zuhörer folgten der Einladung des Vereins zurFörderung und Unterstützung des Klinikums Forchheim e.V. zu einem Vortrag von Chefarzt Dr. Stefan Weingärtler, der seit August 2017 die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Forchheim leitet, mit dem Titel „Brustkrebs – Diagnose und Therapie“.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Im Schnitt trifft es jede 9. Frau in ihrem Leben. In den letzten Jahren wurden große Fortschritte im Bereich der Diagnostik und Medikation erzielt, so dass eine frühzeitige Entdeckung bösartiger Tumore erfolgt. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Während die Häufigkeit der Diagnose Brustkrebs – auch aufgrund verbesserter Diagnoseverfahren – konstant ansteigt, bleibt die Anzahl der brustkrebsbedingten Todesfälle konstant. Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert Koch Instituts liegt die durchschnittliche Fünfjahresüberlebensrate bundesweit bei 86 bis 90 Prozent, wenn der Krebs behandelt wird.

Der frühzeitigen Entdeckung des Mammakarzinoms, das sich an der Brustdrüse oder den Milchgängen bildet, steht entgegen, dass dieser Tumor nicht weh tut und daher manchmal erst von der Erkrankten bemerkt wird, wenn eine „murmelartige“ Erhärtung im Brustgewebe ertastet werden kann.

Ein bildgebendes Verfahren gibt weiteren Aufschluss über die Art der Gewebeveränderung: Bei der Mammographie wird die Brust geröntgt, bei der Mamma-Sonographie kommt ein Utraschallgerät zum Einsatz oder eine Magnet-Resonanz-Mammographie wird angefertigt.

Wenn nach einer Gewebeprobenentnahme und –analyse eine gutartige Gewebeveränderung ausgeschlossen werden kann, ist das weitere Vorgehen für den behandelnden Arzt in Leitlinien verbindlich festgelegt: Zuerst erfolgt eine Klassifizierung des Mammakarzinoms nach Größe, Befall der Lymphknoten und Metastenbildung. Die anschließende Therapie sieht entweder eine operative Entfernung des befallenen Gewebes, eine Strahlentherapie oder systemische Therapien vor, die über die Blutbahn wirken und somit den gesamten Körper beeinträchtigen, wie die Chemotherapie. Meist kommt eine Kombination der Therapieformen zur Anwendung.

Risikofaktoren für eine erhöhte Neigung an Mammakarzinom zu erkranken sind Adipositas, Brustkrebserkrankung in der Familie, keine Kinder, Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut und Mastopathie 2. und 3. Grades.

Dr. Stefan Weingärtler empfiehlt einen Besuch beim Frauenarzt zur Brustkrebsfrüherkennung. Für Frauen ab 30 übernehmen alle Krankenkassen die Kosten für die Untersuchung einmal pro Jahr.

Kontakt: Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Forchheim
Tel: 09191 610 208; E-Mail: gynaekologie@klinikum-forchheim.de; www.klinikum-forchheim.de

Forchheim – Anästhesist Dr. Christoph Grimm führte am 20. September ein Megacode- Training mit fünf Ärzten im Klinikum Forchheim durch. Beim Megacode-Training handelt es sich um Schulungs-. und Übungsmaßnahmen zum strukturierten Vorgehen bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Anstatt wie bisher Einzelmaßnahmen an Modellen zu üben, werden beim MegacodeTraining die Wiederbelebungsmaßnahmen verknüpft und der Ablauf wird „wie im Ernstfall“ eingeübt.
Christoph Grimm beschreibt: „Als Instrukteur bediene ich das Übungsphantom, also die Übungspuppe „Resusci-Anne“, gebe Anweisungen und koordiniere die Maßnahmen. Manchmal setzen wir auch noch einen externen Beobachter ein, der am Ende des Szenarios den Teilnehmern ein entsprechendes Feedback gibt.“
Defibrillator gibt Anweisungen
Der Dummy, die Resusci-Anne, ist eine Ganzkörperpuppe aus Kunststoff mit komprimierbarem Brustkorb und simulierten Atemwegen. Mithilfe des automatisierten externen Defibrillators üben die Mediziner neben der Herzdruckmassage die Behandlung von defibrillierbaren Störungen mittels Stromstößen. Nachdem die Elektroden korrekt angebracht sind, führt das handliche Gerät eine Rhythmusanalyse des Patienten durch und wenn die Anweisung „Patient nicht berühren“ erscheint, gibt der Defibrillator den Schock nach kurzem akustischen Countdown frei und der Helfer kann die Defibrillation auslösen. Das Praktische an diesem Gerät ist, dass es ständig Anweisungen gibt: Wurde die Herzdruckmassage noch nicht begonnen, fordert das Gerät auf mit den Kompressionen zu beginnen. Der Ersthelfer drückt nicht fest genug? Dann gibt eine Stimme den Befehl: „Fester drücken!“ Auf diese Art und Weise gehen die Teilnehmer stressfrei die Simulation durch und sind im Ernstfall gewappnet mit der Kenntnis des gut strukturierten Ablaufs der Wiederbelebung.
Dr. Grimm erläutert: „Das Megacode Training kommt bei den Teilnehmern sehr gut an, denn diese profitieren davon, dass sie etwas ausprobieren können ohne dem Patienten zu schaden. Allerdings sind die Einweisungen in die Geräte vorher zwingend notwendig und natürlich müssen die Geräte, wie der automatisierte externe Defibrillator im Notfall vorhanden sein, damit die Teilnehmer diesen dann auch sicher bedienen können.“

Als einziger Arzt am Klinikum bietet Dr. Grimm aus der Anästhesieabteilung die Schulung am Klinikum an. Für Ärzte und Studenten im Praktischen Jahr ist die Übung freiwillig, für Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege verpflichtend. Für angehende Notfallmediziner ist ebenfalls eine zertifizierte Megacodesituation im Rahmen des Basiskurses vorgeschrieben. Die maximal 10 Plätze für das Megacode-Training sind heiß begehrt. Die Schulung wird mehrmals pro Jahr für Mitarbeiter des Klinikums und Berufsschüler der Krankenpflegeschule angeboten und durchgeführt.

19 neue Schülerinnen im Alter von 16 bis 20 Jahren begannen am 2. Oktober 2017 die dreijährige Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Berufsfachschule für Krankenpflege am Klinikum Forchheim. Sophie (19) ist sich nach Abitur und Freiwilligendienst in einem Bamberger Kindergarten bei ihrer Berufswahl sicher: „Gesundheits- und Krankenpflegerin ist der Beruf, den ich machen möchte. Der medizinische Bereich interessiert mich sehr und ich mag es, Mitmenschen zu helfen. Außerdem bin ich in einer tollen Klasse. Die erste Woche war super!“ Nach der Erledigung von Formalitäten und einer Führung durch das Klinikum gestalten die Schüler ein Kursplakat, um sich besser kennen zu lernen. Neben Grundlagen der Anatomie, Hygiene und Pflege stehen auch Kommunikation, Recht, Politik und Wirtschaft auf dem Stundenplan im ersten Jahr. Viele Schülerinnen freuen sich auf den praktischen Einsatz auf den Pflegestationen im Klinikum, der in fünf Wochen beginnt. Einige haben bereits Pflegepraktika absolviert, um für sich selbst zu überprüfen, ob der Beruf der Richtige für sie ist. Der Unterricht dauert in der Regel von 8.00 bis 15.45 Uhr, nur am Freitag ist schon um viertel vor eins Schulschluss. Voraussetzung für die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger ist ein Mittlerer Schulabschluss. Lisa (16) wurde durch Freunde auf den Beruf aufmerksam. Außerdem arbeitet ihre Nachbarin im Klinikum und hat ihr die Berufsfachschule für Krankenpflege empfohlen.

Forchheim – „Von der hohen Qualität und den strukturierten Abläufen beeindruckt“, zeigten sich der stellvertretende Gesundheitsminister der chinesischen Provinz Shandong, Dong Zhao, und Geliang Xu, der Geschäftsführer und Ärztliche Direktor des Anhui Provincial Hospital in Hefei, die sich am 12. September auf einer Stippvisite im Klinikum Forchheim die Notfallambulanz, die Radiologie und die Schlaganfall-Einheit ansahen.

Die sechsköpfige Delegation informierte sich am Universitätsklinikum Erlangen und im Klinikum Forchheim über die telemedizinische Schlaganfallversorgung.

Ein Schlaganfall ist eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn, die umgehend ärztlich behandelt werden muss. Das Zeitfenster zwischen Symptombeginn und Beginn einer zugelassenen Thrombolysetherapie beträgt nur 4,5 Stunden! Um schnelle und kompetente Hilfe auch im ländlichen Raum zu gewährleisten gründete sich vor zehn Jahren das „Schlaganfallnetzwerk mit Telemedizin in Nordbayern“, kurz STENO. Seit der Gründung des Netzwerkes ist das Klinikum Forchheim Mitglied in diesem Verbund. Unter Koordination des Universitätsklinikums Erlangen werden derzeit 18 Krankenhäuser der Regel- und Schwerpunktversorgung in Mittel-, Ober- und Unterfranken sowie Thüringen mit den überregionalen Schlaganfallzentren der Region in Bayreuth, Erlangen und Nürnberg vernetzt.

Mit einer Fläche von 157.000 km² – mehr als doppelt so groß wie Bayern – und 591 Einwohnern/km² hat die Provinz Shandong ebenfalls einen hohen Anteil an ländlicher Bevölkerung, dessen Schlaganfallversorgung mit weiten Wegen verbunden ist.

Während eines Telekonsils wird modernste telemedizinische Technik eingesetzt, die durch Wissenschaftler des Kopfklinikums der Universität Erlangen in Zusammenarbeit mit Firmen aus der Metropolregion entwickelt und konfiguriert wurde. So wird beispielsweise dem Klinikum Forchheim eine bestimmte Datenbandbreite garantiert zur Verfügung gestellt, um gleich nach der Aufnahme des Schlaganfallpatienten in Forchheim eine videogesteuerte neurologische Fernuntersuchung durchführen und alle zusätzlichen Untersuchungsbefunde, wie z.B. Schädel-Computertomographien oder Kernspinaufnahmen, austauschen zu können.

Vor Ort überzeugten sich die Besucher von der Qualität der telemedizinischen Versorgung von Schlaganfallpatienten im Klinikum Forchheim. In einem Rundgang durch das Haus stellte Oberärztin Barbara Willaczek, die die Forchheimer Schlaganfalleinheit von Anfang an aufgebaut hat und seit Jahren leitet, die einzelnen Stationen der Versorgung der betroffenen Patienten vor.

Foto v.l.n.r. Hefeng Bai (Gesundheitsministerium), Ling Zhu (Anhui Provincial Hospital) Jinquan Wang (Übersetzer, Anhui Provincial Hospital), Dr. Lorenz Breuer (Universitätsklinikum Erlangen), Dr. Jürgen Gschossmann (Klinikum Forchheim), Sven Oelkers (Klinikum Forchheim), Dong Zhao, Geliang Xu und Hui Zhang (Gesundheitsministerium) Foto@Mateusz Scibor

Der Prüfungsvorsitzende der Regierung von Oberfranken, Dr. Reinhard Schuberth, gratulierte den zwölf Absolventen, die ihr Examen in der Gesundheits- und Krankenpflege erfolgreich bestanden haben. Der leitende Medizinaldirektor überreichte den examinierten Gesundheits- und Krankenpfleger/innen ihr Prüfungszeugnis. Vier Schüler/innen – Laura Berner, Anna-Sophia Krappmann, Vanessa Lampret und Markus Schmitt – nahmen von der Schulleitung eine Anerkennungs-Urkunde, die von der Regierung von Oberfranken für einen hervorragenden Abschluss der Berufsfachschule ausgestellt wurde, entgegen. Die Ausbildung besteht einerseits aus dem Unterricht in der Krankenpflegeschule mit Lerneinheiten zu Gesundheits- und Krankenpflege und berufsbezogenen Grundlagen z. B. aus den Bereichen Medizin, Recht und Politik, andererseits aus den praktischen Einsätzen auf den verschiedenen Stationen im Klinikum Forchheim (Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe, Intensivstation, u. a.), in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Klinikum am Michelsberg in Bamberg und in der ambulanten Krankenpflege.
Alle Absolventen haben bereits einen Vertrag für ein anschließendes Beschäftigungsverhältnis oder besuchen eine weiterführende Schule.

Auf dem Foto. Absolventen v.l.n.r. Vanessa Lampret, Sandra Hofmann, Susanne Lopatkin, Denise Scheidt, Beate Schwindt, Tina Leibinger, Ramona Eckert, Anna-Sopia Krappmann, Jürgen Neubauer, Andreas Friedrich, Markus Schmitt, Laura Berner

Das Klinikum Forchheim optimiert den Zugriff auf das Krankenhausinformationssystem durch eine schnelle Authentifizierung mit Hilfe einer Single Sign On Lösung.
Diese Verbesserung des Anmeldeprozesses hilft uns damit mehr Zeit für die Patientenversorgung zu haben.

Mit einem Akkuschrauber befestigt Andrea Zimmermann das zweite Bild an der Decke im Aufwachraum. Insgesamt sechs Bilder sollen in Zukunft den frisch Operierten beim Wiedererlangen ihres Bewusstseins helfen. Sie sind direkt über den Patientenbetten angebracht. Vor fünf Jahren hatte die Künstlerin ihre Idee vorgestellt, jetzt kann sie realisiert werden. „Krankenhausdirektor Sven Oelkers war offen für meine Vorschläge“, erklärt die Weilersbacherin. Dabei war es nicht einfach ein Datum zu finden, an dem die Bilder angebracht werden können, denn der Aufwachraum ist stets belegt.

Dr. Ulrich von Hintzenstern, Chefarzt der Fachabteilung Anästhesie und Intensivmedizin, hat das Projekt unterstützt: „Es ist inzwischen wissenschaftlich belegt, dass sich Kunst günstig auf den Genesungsprozess auswirken kann. Kunst im Klinikum Forchheim beeinflusst auf emotionaler Ebene über Formen und Farben das Wohlbefinden der Patienten positiv. Dadurch wird das Immunsystem gestärkt und somit der Heilungsprozess verbessert. Für die Patienten, die in ihren Betten durch diese Räume in den Operationssaal oder Aufwachraum geschoben werden, wirkt die Wand- und Deckenkunst therapeutisch, indem sie eine Atmosphäre schafft, die Geborgenheit vermittelt, Freude und Lebenskraft ausstrahlt.“

Räume mit Kunst aufzuwerten ist das Metier von Andrea Zimmermann. Bereits bei der Fassadengestaltung des Ärztehauses sorgte sie mit mintgrünen Farbelementen für ein frisches Erscheinungsbild und im Innenbereich des medikon Zentrums für Orthopädie und Chirurgie schafft die Farbgebung ein angenehmes Arbeitsklima.

Die Grüntöne der Ärztehausfassade hat sie in ihren abstrakten Bildern wieder aufgenommen zusammen mit vielen Gelb- und Orangetönen. Diese spiegeln die Farben wieder, die in der Schleuse zum Operationssaal verwendet wurden. Die Farbgestaltung der Räume vor dem Operationssaal ist ebenfalls ein Werk von Andrea Zimmermann.

In den letzten 14 Jahren hat sie mehr als 200 Arztpraxen mit Kunstobjekten ausgestattet, im OP-Bereich und in Zahnarztpraxen auch über Kopf, damit die Patienten etwas zu sehen haben. „Ich montiere jedes Bild selbst“, sagt sie und klappt die Stehleiter zusammen.

Verabschiedung von Dr. Engelbert Heimerl, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe

Am Freitag, den 28. Juli 2017, wurde Dr. Engelbert Heimerl in den Ruhestand verabschiedet. Krankenhausdirektor Sven Oelkers dankte für die langjährige Arbeit im Klinikum Forchheim und wünschte viel Glück und Gesundheit für die Zukunft. Engelbert Heimerl war seit 2008 für das Klinikum tätig. Er geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Die Zusammenarbeit im Forchheimer Klinikum war außerordentlich kollegial.“ Neuer Chefarzt wird Dr. Stefan Weingärtler, der bis dato leitender Oberarzt am Klinikum war. Er spezialisierte er sich in der Perinatalmedizin sowie in seiner Passion, der konservativen und operativen Behandlung von Beckenbodenproblemen. Der neue leitende Oberarzt ist ab dem 1. September 2017 Dr. Wolfram Wasserfaller.

 

Auf den Fotos v.l.n.r. (1876): Dr. Ulrich von Hintzenstern, Dr. Jürgen Gschossmann, Dr. Bernhard Drummer, Dr. Engelbert Heimerl, Dr. Uwe Lehmann, Bürgermeister Franz Streit, Silke Heimerl

Das Klinikum Forchheim rüstet die neue Laborstraße für die Klinische Chemie auf

Ein Schritt in die falsche Richtung und schon stürzte Sabine Stöcklein (68) über die unachtsam abgestellten Schuhe im Hausflur. Mit einem Oberschenkelhalsbruch wurde sie in die Notfallambulanz des Klinikums Forchheim eingeliefert. Die Patientin wurde für eine Operation vorbereitet als der hohe Blutverlust der hüftgelenksnahen Fraktur zu einer Anämie führte. Blutkonserven mussten dringend bereit gestellt werden. In dieser Situation ist eine effiziente Zusammenarbeit des Kliniklabors mit der Notfallambulanz lebenswichtig.

Im hauseigenen Labor sind neun medizinisch-technische Laboratoriumsassistenten (MTLAs) beschäftigt. Das Labor ist rund um die Uhr besetzt. Seit Ende Juni 2017 komplettieren zwei neue Geräte die Laborstraße: der Autoanalyzer Cobas 6000 und der Orthovision Analyzer, das neueste Modell der Messgerätetechnologie für Blutbanken. Der Orthovision Analyser führt eine blutgruppenserologische Diagnostik durch und überprüft die Verträglichkeit vom Blut von Sabine Stöcklein mit dem Erythrozyten-Konzentrat, der „Blutkonserve“. Bei einzigartigen und unvorhersehbaren Anforderungen kann der Mitarbeiter der Blutbank mithilfe des neuen Gerätes besser reagieren. Eine bessere Patientenversorgung wird ermöglicht.

Der zweite Neuzugang, der Autoanalyzer Cobas 6000, automatisiert die Bestimmung aller gängigen Parameter wie Elektrolyte-, Nieren-, Fett-. Leber- und Herzwerte, die aus Blut- und Urinproben generiert werden. Pro Jahr fertigt das Labor mehr als 500.000 Einzelanalysen an. Die Proben werden im Haus durch ein Rohrpostsystem ins Labor geschickt.

Der Durchsatz liegt bei 1.000 Tests pro Stunde. Notfallanforderungen, wie die dringend benötigten Werte für die bevorstehende Operation von Sabine Stöcklein, stellen immer eine besondere Herausforderung dar. Bei dem neuen Gerät besteht die Möglichkeit eine „Eilprobe“ in den Routineablauf einzubringen. Notfallproben und Routinetests können also ohne Unterbrechung oder Rückstau an einem einzigen Analysesystem bearbeitet werden. Nach zehn Minuten liefert es die ersten Werte. In Hochphasen können die Patientenwerte noch schneller geliefert werden.

Die Blutröhrchen zur Blutabnahme wurden ebenfalls angepasst. Liane Bläß (36), medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin, erläutert: „Wir benötigen nur noch kleine Mengen an Blutproben. Dies hat den großen Vorteil für den Patienten, dass während eines stationären Aufenthaltes weniger Blut abgenommen werden muss.“

Auch für die Labormitarbeiter bringen die beiden Geräte Erleichterung: „Bei den Routineüberprüfungen geht es jetzt wesentlich schneller“, schildert Bläß die Vorteile.

Über Schulterschmerzen, ihre Ursachen und Behandlungsmethoden referierte der Oberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Maximilian Baier, am 15. Mai 2017 im Klinikum Forchheim. Der Einladung des Vereins der Freunde und Förderer e.V. des Klinikums Forchheim waren mehr als 100 Interessierte gefolgt.

Nach einem Überblick über den Aufbau des Schultergelenks, erläuterte er die Diagnostik. Beginnend mit Funktionstests wird mit Hilfe von Röntgen-, Ultraschallaufnahmen, Computertomographie (3 D Rekonstruktion) und Magnetresonanztomographie die Ursache des Defektes eingekreist. Ist eine Sehne abgerissen oder handelt es sich um einen Knochenbruch? Sind Weichteilstrukturen verletzt?

Ursachen
Die Ursachen für eine Einschränkung der Beweglichkeit sind mannigfaltig: Frakturen, Muskelverletzungen, Arthrose, Verschleiß. Beim Impingement-Syndrom (engl. „Zusammenstoß“) bereitet es dem Patienten Schmerzen, wenn er den Arm zwischen 60 und 120 Grad anhebt. Ursächlich können eine Schleimbeutelentzündung, Sporn des Acromion (ein Knochenvorsprung des Gräteneckknochens), ein Kalkdepot oder eine Verletzung der Rotatorenmanschette sein.

In diesem Zusammenhang stellte Maximilian Baier auch einen alten Bekannten vor: Was als „Schäufela“ vom Schwein auf dem Teller landet, heißt in der Fachmedizin „Musculus supraspinatus“ – der Obergrätenmuskel – und spielt zusammen mit dem kleinen runden Muskel, Untergrätenmuskel und Unterschulterblattmuskel eine wichtige Rolle, denn diese bilden zusammen die Rotatorenmanschette, die den Kopf des Oberarmknochens in der Gelenkpfanne hält.

Behandlung
Wenn ein Sehnenabriss diagnostiziert wurde, ist es notwendig, die Sehne so schnell wie möglich wieder am Knochen zu befestigen. Dies geschieht in der Regel mit einer speziellen Knotentechnik sowie mit Dübeln, an denen Fäden zum Nähen fixiert sind.

Beim Bruch des Oberarmknochens halten winkelstabile Platten aus Titan den Knochen und den Oberarmkopf zusammen. Schwierig wird es, wenn ein Knochen osteoporös ist. Hier kommen Schrauben zur Anwendung, die innen hohl sind. Durch den Hohlraum wird Zement eingespritzt, der innerhalb von zehn Minuten im Knochen erhärtet und den Schrauben damit Halt gibt. Verschiedene Prothesen werden eingesetzt, wenn nicht mehr genügend Knochensubstanz da ist oder wenn der Bruch so komplex ist, dass die Funktionsfähigkeit des Knochens nicht mehr hergestellt werden kann.

Oberstes Ziel ist für Maximilian Baier die Wiederherstellung der vollen Beweglichkeit des Schultergelenkes, „wenn dies vom Patienten so gewünscht wird.“ Er wies darauf hin, dass bei einer Schulterverletzung die Ausdauer des Patienten erforderlich sei, um in monatelanger Arbeit mit Physiotherapeuten das Gelenk wieder einsatzfähig zu machen.

Als Vorbeugemaßnahme empfahl er Sport, insbesondere Brust- und Kraulschwimmen.

Ansprechpartnerin
Carina Batz
Sekretariat der Geschäftsführung
Tel. 09191/610-223
Mail carina.batz(at)klinikum-forchheim.de

Ende April 2017 besuchten 16 Schülerinnen und Schüler aus dem 6. bis einschließlich 10. Jahrgang das Klinikum Forchheim, um der Frage nachzugehen: Wie funktioniert ein Krankenhaus? Eine Mehrzahl der Schüler besucht das Herder-Gymnasium in Forchheim, einer das Kaiser-Heinrich-Gymnasium in Bamberg. Ein Schüler geht auf das Ehrenbürg-Gymnasium. Der Besuch ist Bestandteil des Enrichment-Programms des Herder-Gymnasiums, welches im Rahmen der regionalen Begabtenförderung Oberfranken besonders leistungsfähigen Schülern zur Verfügung steht. Das Enrichment-Programm, das von Studienrätin Marion Meier betreut wird, bietet den Schülern mehrere Projekte pro Jahr, die eine zusätzliche Bereicherung zum Regelschulunterricht bieten. „Das kann auch ein Theaterbesuch in Bamberg mit Blick hinter die Kulissen sein“, erläuterte Marion Meier, die am Herder-Gymnasium Deutsch und Religion unterrichtet. Auf das Klinikum Forchheim ist sie durch den Chefarzt der Fachabteilung Anästhesie und Intensivmedizin, Dr. Ulrich von Hintzenstern, aufmerksam geworden. Dieser leitet das Projekt „Forchheimer Schüler retten Leben“ des Rotary Clubs Forchheim. In den Schulen werden Schüler unterrichtet, einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen und einen Notruf sowie eine Herzdruckmassage vorzunehmen.

Das straffe Programm des Klinikbesuchs sah einen Streifzug durch die Innere Medizin, Haustechnik, Labor, Küche, Röntgenabteilung, Physiotherapie und Krankenpflegeschule vor. Zur Begrüßung erläuterte Krankenhausdirektor Sven Oelkers die betriebswirtschaftlichen Abläufe eines Krankenhauses. Er ging auf die Einführung der Fallpauschalen nach dem Klassifizierungssystem German Diagnosis Related Groups (G-DRG) ein, nach denen ein Krankenhaus die medizinischen Leistungen pro Behandlungsfall mit den Krankenkassen verrechnen kann. Dieses Finanzierungssystem löste 2004 die kostendeckenden Pflegesätze ab.

Chefarzt der Inneren Medizin, PD Dr. Jürgen Gschossmann, zeigte den Umfang seiner Fachabteilung auf: In 100 Betten werden pro Jahr über 4.000 Patienten stationär behandelt, über 1.000 ambulant. Dabei liegen die Schwerpunkte auf der Diagnostik und Therapie der Magen-, Darm-, Leber-, und Stoffwechselerkrankungen und auf Krankheiten des Herz-, Kreislauf- und Gefäßsystems. In der Endoskopieabteilung erklärte er wie ein Endoskop bei einer Magenspiegelung funktioniert.

Im Keller des Klinikums führte der technische Leiter, Thomas Müller, durch die Anlagen zur Wasseraufbereitung, Klimaregulierung, Heizung und Stromversorgung. So benötigt man zum Sterilisieren der Geräte ein speziell aufbereitetes „vollentsalztes Wasser“, mit einer geringen Wasserhärte und einer sehr geringen Leitfähigkeit. Sechs Brunnen im Außenbereich versorgen das Klinikum mit Wasser. Zwei Blockheizkraftwerke liefern Strom und Wärme. Die Notstromversorgung wird durch einen Generator und eine zusätzliche Sicherheitsstromversorgung gesichert.

Im hauseigenen Labor sind neun medizinisch-technische Laboratoriumsassistenten (MTLAs) beschäftigt. Das Labor ist rund um die Uhr besetzt. In der Nacht und am Wochenende ist nur ein Mitarbeiter für alle Arbeitsplätze zuständig. Hier demonstrierte die MTLA Liane Bläß den COBAS 6000, ein Gerät zur klinisch-chemischen Analyse der Blut- und Urinproben, das bis zu 170 Tests pro Stunde durchführen kann und das in neun Minuten für eine dringend benötigte Notfalldiagnostik Werte bestimmen kann. Sebastian fragte: „Sind die Werte aus den Analysen im Computer sicher? Kann ein Häcker an das Datenmaterial herankommen?“ Liane Bläß antwortete, dass die Ärzte hausintern natürlich an die Befunde herankommen müssen, diese seien aber passwortgeschützt. Außerdem sei der Server abgesichert und mit zwei Firewalls gegen Angriffe geschützt. Pro Jahr fertigt das Labor mehr als 500.000 Einzelanalysen an. Die Proben werden im Haus durch ein Rohrpostsystem ins Labor geschickt. Schwangerschaften, Nierenwerte, Herz- und Leberwerte werden hier geprüft. Ein Gerinnungsanalyser gibt Auskunft über die Gerinnungsneigung des Blutes. Dies ist besonders bei Operationen wichtig. Auch die Blutkonserven lagern gekühlt im Labor, ein Festbestand an Frischplasma wird bei – 35 Grad Celsius tiefgefroren. „Welches ist die seltenste Blutart?“ fragte ein Schüler. Darauf antwortete Liane Bläß, dass 0negativ zwar eine der seltenen Blutgruppen sei, aber für alle Patienten verwendet werden könne, deshalb sei die Nachfrage nach dieser Blutgruppe besonders hoch. Weitere seltene Blutgruppen seien Anegativ und Bnegativ und ABnegativ.

In dem Flur vor der Küche schlug den Schülern ein appetitanregender Geruch nach Schweinegulasch entgegen. Das Mittagessen wurde auf einem Portionierband stationsweise verteilt. Die Küchenleiterin Maria Schütz erklärte den Großküchenbetrieb. Täglich können die Patienten unter fünf verschiedenen, warmen Mittagsgerichten auswählen, wobei vegane, vegetarische sowie Nahrungsmittel-Intoleranzen und sonstige Vorlieben genauso berücksichtigt werden müssen wie besondere Zubereitungen für Diabetiker und Adipositas-Patienten.

„Wer ist der große Bruder von den UV-Lichtstrahlen?“, fragte der Chefarzt der Radiologie, Dr. Klaus Swoboda. Dies sind die Röntgenstrahlen, die auch gefährlicher für die Menschen sind als das UV-Licht. Auf der Röntgenaufnahme eines Rucksacks erkannten die Kinder und Jugendlichen deutlich eine riesige Schere und einen Schlüsselbund, welche vorher hineingesteckt worden waren. Im Anschluss demonstrierte der Chefarzt die Funktionsweise eines MRT-Gerätes. Besonderes Interesse löste das Verbot aus, während der Untersuchung metallische Gegenstände mit in die Röhre hinein zu nehmen. „Was ist, wenn ein Patient eine Metallpatte als Knochenersatz im Körper hat?“ „In der Regel kein Problem“, antwortete der Radiologe, denn seit ca. 20 Jahren werden nur noch MR-taugliche Osteosyntheseplatten verwendet.

Dr. Bernhard Drummer, Chefarzt der Allgemeinchirurgie, zeigte die Ausbildung zum Chirurgen auf. Nach dem Abitur folgt ein sechsjähriges Studium und weitere sechs Jahre Weiterbildungszeit bis zum Facharzt für Allgemeinchirurgie. Man müsse sich bewusst sein, wenn man sich für diesen wunderschönen, interessanten und abwechslungsreichen Beruf entscheidet, dass hier im Allgemeinen ein 8-Stunden-Tag eher selten sei, so Drummer. Auch Dienstzeiten in der Nacht und an Sonn- und Feiertagen gehörten selbstverständlich dazu.
„Der Operationssaal ist der tägliche Arbeitsplatz. Das bedarf anfänglich einer gewissen Gewöhnung. Man trägt OP-Haube, Maske, Schutzkleidung und Gummihandschuhe, so dass man schon etwas ins Schwitzen kommt. Auch an die Gerüche, die gelegentlich bei Darmoperationen oder Eiter bei Infektionen auftreten, muss man sich erst gewöhnen“, erklärte er.

Florian fragte wie man das aushält, wenn Operationen sehr lange dauern. Dr. Drummer konnte hier beruhigen, da sich jeder mit der Zeit daran gewöhnt. Auch wenn es völlig normal ist, dass junge Kolleginnen und Kollegen in der ersten Zeit schon Kreislaufprobleme bekommen und mal kollabieren. Er riet: „Chirurg zu sein, sollte kein normaler Beruf sein, sondern eine Berufung. Egal welcher Beruf erlernt wird, sollte er in erster Linie Spaß machen und einen erfüllen, dann werden gewisse Unannehmlichkeiten, wie Nachtdienst, Arbeit am Wochenende und anfallende Mehrarbeit zur Nebensache.“

An einem drastischen Beispiel illustrierte der Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie PD Dr. Uwe Lehmann seine Arbeit. Bei einem Autounfall – an seiner vorherigen Wirkungsstätte Hannover – hatte sich das Opfer das Becken derart gebrochen und zerrissen, dass auch die Gefäße und Nervenstränge zum rechten Bein durchtrennt wurden. Der Mann drohte zu verbluten, so dass sich die damaligen Ärzte zu einer Amputation des Beines und der betroffenen Beckenhälfte entschlossen.

In der Physikalischen Therapie beschrieb Physiotherapeutin Birgit Grau:
„Die Physiotherapie ist ein sehr vielseitiger und umfangreicher Beruf. Deswegen spezialisieren sich die Therapeuten und nehmen stetig an Fortbildungen teil. Je nach Krankheitsbild zieht sich die Behandlungszeit des Patienten über mehrere Tage, Wochen oder Monate hin. So verlässt ein Patient nach einer Hüft- bzw. Knie-OP das Haus schon nach etwa 10 Tagen. Bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen (z. B. Schlaganfall) dauert die Behandlung oft sehr viel länger. Die Ausbildung zum Physiotherapeuten dauert drei Jahre in Vollzeitunterricht.“

Zum Abschluss besuchten die Schüler die Krankenpflegeschule. Die Schulleiterin Simone Rehberg führte durch die Unterrichtsräume. Sie zeigte zwei Patientenpuppen, an denen beispielsweise das Pulsmessen und Spritzengeben geübt werden kann. Zudem informierte sie über die Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, die einen mittleren Bildungsabschluss z. B. Realschule oder einen Mittelschulabschluss  in Kombination mit einer 1-jährigen Ausbildung in der Krankenpflegehilfe oder Altenpflegehilfe voraussetzt.

Abigail (15), die mit dem Gedanken spielt, Ärztin zu werden, gefiel die Führung durch das Klinikum Forchheim sehr. „Ich habe bereits ein Praktikum im Organisationsbereich des Nordklinikums in Nürnberg absolviert. Aber hier erhält man einen richtig guten Überblick.“ Besonders die Vorträge über die Innere Medizin, Endoskopie und Chirurgie fand sie spannend. Auch Max (13) war fasziniert: „Ich habe einen anderen Eindruck vom Krankenhaus bekommen. Ich dachte, dass man als Arzt mehr Freizeit hat und nicht so viel arbeiten muss.“

Eine Schülerin überreichte Dr. Ulrich von Hintzenstern einen Präsentkorb und Marion Meier bedankte sich für die Führung und dafür, dass sich die Chefärzte Zeit genommen hätten.

Ansprechpartnerin
Carina Batz
Sekretariat der Geschäftsführung
Tel. 09191/610-223
Mail carina.batz(at)klinikum-forchheim.de

Mit der Radsaison startet wieder Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“

Zwei Räder reichen aus. Das Fahrrad ist weltweit das Fortbewegungsmittel Nummer 1. Auch die Mitmachaktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ unterstützt radfahrbegeisterte Beschäftigte.

Vor fast genau 200 Jahren, am 12. Juni 1817, absolvierte Karl Freiherr von Drais seine Jungfernfahrt mit der Laufmaschine, dem Vorläufer des heutigen Fahrrades. Seine Erfindung war Start einer Erfolgsgeschichte: Nach einer Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Verbrauchs- und Medienanalyse nutzen zwei Drittel aller Deutschen das Fahrrad. Allein bei der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ radeln jährlich bayernweit rund 50.000 Menschen zur Arbeit, bundesweit sind es über 150.000.

Online-Anmeldung jetzt möglich
Die Mitmachaktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ startete auch in dieses Jahr bereits wieder am 1. Mai und läuft bis zum 31. August. Die Anmeldung für die gemeinsame Aktion von AOK und Allgemeinem Deutschen Fahrradclub (ADFC) ist online unter www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de möglich. „Wer sich auf dem Weg zur Arbeitsstelle auf sein Fahrrad setzt, fährt gesund und günstig“, erklärt Peter Weber von der AOK in Bamberg. Um die eigene Fitness zu steigern, genügt bereits eine halbe Stunde Bewegung am Tag. Am besten ist es, die Bewegung in den Alltag einzubauen und dazu eignet sich das Radeln zur Arbeit besonders gut. Und letztlich spart das Radeln als günstige Alternative zum Autofahren auch Spritkosten.

Auftakt am Klinikum Forchheim
Die erste öffentlichkeitswirksame Veranstaltung in den Landkreisen Forchheim und Bamberg findet am Forchheimer Krankenhaus statt. Direktor Sven Oelkers hebt hervor: „Das Thema Gesundheit ist natürlich wichtig im Klinikum. Das betrifft unsere Patienten aber natürlich auch unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Ich freue mich, dass unsere Mitarbeiter sich an der Aktion beteiligen und somit auch für die eigene Gesundheit etwas tun.“

Teilnahmebedingungen denkbar einfach
Nach der Online-Anmeldung haben die Teilnehmer ab dem 1. Mai vier Monate Zeit, an mindestens 20 Tage den Weg zur Arbeit mit dem Rad zurückzulegen. „Auch Pendler können sich an der Aktion beteiligen, da das Radeln bis zum Bahnhof oder Pendlerparkplatz bereits gewertet wird“, erläutert Frank Wessel vom ADFC Forchheim. Wer mitmachen will, sollte sich möglichst mit Kolleginnen und Kollegen seines Betriebes zu einem Team mit bis zu vier Personen zusammenschließen. Selbstverständlich können größere Betriebe mehrere Teams anmelden. Findet sich kein Team, können auch Einzelfahrer teilnehmen. „Aber auch im Team radelt natürlich jeder seine eigene Strecke“, so Frank Wessel. Im sogenannten Aktionskalender werden die Radtage festgehalten. Die Teilnehmer führen die Liste online. Bei Bedarf gibt es bei jeder AOK-Geschäftsstelle auch einen Papier-Aktionskalender. Wer seinen Aktionskalender mit den „Radtagen“ online unter www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de pflegt oder ihn bis zum 18. September bei der AOK abgibt, hat die Chance auf einen der vielen gesponserten Gewinne, die alljährlich unter den erfolgreichen Teilnehmern verlost werden. Zu den Preisen gehören Urlaubsreisen sowie praktisches Zubehör fürs Fahrrad. Die Gewinne werden von Unternehmen gestiftet und sind nicht aus Beiträgen finanziert.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml übernimmt erneut die Schirmherrschaft. Der DGB Bayern und die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. unterstützen die gemeinsame Initiative von ADFC und AOK im Freistaat. Beide Partner sind von Anfang an dabei. Die vbw fördert die Initiative finanziell.

Am vergangenen Mittwoch ist der 2. Abnehmkurs im Klinikum Forchheim erfolgreich zu Ende gegangen. Die Teilnehmer haben über 8 Wochen insgesamt 45 kg abgespeckt.

„Schade, dass es schon vorbei ist, es hat uns Spaß gemacht, wir haben viel gelernt“, so der einhellige Tenor der Kursteilnehmer.

„Das ist ein schöner Erfolg, denn gesunde Gewichtsabnahme soll Freude und einen langfristigen Erfolg bringen“, so die Kursleiterin und Ernährungsberaterin des Klinikums Sabine Lamprecht.

Der nächste Abnehmkurs findet ab dem 15.05.2017 (bis zum 17.07.2017) über 8 Abende, jeweils montags von 17.00 – 18.30 Uhr im Klinikum Forchheim statt. Es sind noch Restplätze frei. Anmeldung unter Telefon: 09191 / 610 – 784

In Anlehnung an den jährlichen internationalen Tag der Händehygiene der WHO „Clean Care ist Safer Care“ für Patientensicherheit und Infektionsschutz, widmet sich der Händehygienetag am 5. Mai 2017 dem Thema Antibiotikaresistenzen. 2017 nehmen 1029 bettenführende Einrichtungen – Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken – deutschlandweit teil. Das Klinikum Forchheim beteiligt sich erstmalig an der „Aktion Saubere Hände“. Mehr Infos finden Sie hier.

Händehygiene ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen persönlichen Gesundheitspflege, aber auch eine vorbeugende Maßnahme zum Schutz von Patienten und pflegebedürftigen Personen vor Ansteckung mit Erregern in Krankenhäusern, Arztpraxen, Altenheimen oder in der ambulanten Versorgung. Die deutschlandweite Kampagne „Aktion Saubere Hände“ setzt sich seit 2008 für Qualitätssicherung und verbesserte Hygienestandards auf der Basis von internationaler Forschungsarbeit und nationaler Hygieneleitlinien ein. Die Arbeit der „Aktion Sauber Hände“ stützt sich auf ein ganzes Bündel von Präventionsstrategien, von Fortbildungen für medizinisches Personal bis zur gezielten Installation von Händedesinfektionsmittelspendern. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen erhalten teilnehmende Gesundheitseinrichtungen ein Zertifikat.

In der Eingangshalle des Klinikums Forchheim zeigt daher Hygienefachkraft Annette Drummer an einem Stand Interessierten, wie man die Hände richtig desinfiziert. Mithilfe von Schwarzlicht wird überprüft, ob auch die gesamte Haut mit dem Desinfektionsmittel benetzt wurde.

Die „Aktion Saubere Hände“ zieht die Patienten selbst („patient empowerment“) mit ein: Mit den zur Verfügung stehenden Materialien werden die Patienten eingeladen aktiv auf das medizinische Personal zuzugehen wenn sie Fragen zur Händedesinfektion haben. Die Patienten sind ein Teil des Behandlungsteams und sie werden in ihrer Kompetenz den eigenen Gesundungsprozess zu gestalten unterstützt. Die Aktion verdeutlicht die Indikationen der Händedesinfektion und beschreibt, welche Infektionen durch eine konsequente Umsetzung beim Patienten, Mitarbeitern und Besuchern der Händedesinfektion vermeidbar sind.

Die Erreger – meist bakterieller Art – gegen die es nur noch ein eingeschränktes Therapiespektrum gibt, weil sie Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt haben, sind im klinischen Alltag zur Herausforderung geworden, da sie im Falle einer Infektion die Behandlung mit konventionellen Medikamenten und Therapien erheblich erschweren könne. Um ihre Verbreitung zu verhindern ist eine gewissenhafte und gründliche Händehygiene in Krankenhäusern unabdingbar.

Wasser marsch! Einmal im Monat muss am Klinikum Forchheim der Sprinklertest durchgeführt werden. Dabei wird die Funktionsfähigkeit der Durchfluss- wächter überprüft, die auf der zentralen Brandmeldeanlage anzeigen, wo ein Sprinkler sich öffnet, beziehungsweise die hitzeempfindlichen Ampullen im Sprinkler geplatzt sind. Dies ist die erste Aufgabe für Lara Reichert und Jacqueline Bernd (beide 14 Jahre alt), die beim Girls-Day am 27. April mitmachen und einen Platz im Technikbereich des Krankenhauses gefunden haben. Für die beiden ist es das erste Mal, dass sie am Girls-Day teilnehmen. Die Anmeldeblätter wurden in der Schule ausgeteilt.

Ziel der bundesweiten Aktion ist es, Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 Berufe und Studienfächer erkunden zu lassen, in denen das jeweils eigene Geschlecht noch unterrepräsentiert ist.

Unterwegs mit den Mädchen

Der technische Leiter des Klinikums, Thomas Müller, erklärt: „Die Sprinkleranlage ist mit der integrierten Leitstelle in Bamberg verbunden. Diese Verbindung mussten wir unterbrechen, sonst steht gleich die Feuerwehr vor dem Eingang.“ Für die beiden Schülerinnen der Georg-Hartmann-Realschule stehen für diesen Tag weitere Tests an: der Notstromtest und die Störungsmeldung, wenn ein Leuchtmittel kaputt gegangen ist. Später werden die beiden Freundinnen die Filter der Lüftungsanlage tauschen und kleine Reparaturen ausführen. Lara freut sich: „Es ist spannend!“

Unterwegs mit den Jungen 

Bei den Jungens, Tom Maltenberger (12 Jahre alt) und Maikel Gräfner (13) steht zuerst Grundsätzliches auf dem Tagesprogramm: Das richtige Händewaschen. Die beiden Schüler der Mittelschule Kirchehrenbach haben sich im Rahmen des Boys-Day für den Bereich Gesundheits- und Krankenpflege entschieden. Der erste Eindruck von Maikel ist positiv: „Mir macht es Spaß mit Menschen zu arbeiten. Ich habe auch schon ein Praktikum im Gerhardinger Kinderhaus in Forchheim gemacht. Man lernt echt viel dazu.“ Er kann sich sehr gut vorstellen, im Klinikum als Krankenhelfer anzufangen, sagt er. Auch für Tom kommt die Ausbildung zum Krankenpfleger infrage.

Unter der Anleitung von Stephan Dorn, Stationsleiter der Unfallchirurgie, haben die beiden bereits bei einem Patienten die Grundwäsche vorgenommen einschließlich einer erfrischenden Einreibung.  Einer weiteren Patientin haben sie beim Frühstück mit dem Essen geholfen. Im Laufe des Tages werden die beiden Klassenkameraden unter Aufsicht in der Notaufnahme einen Verband anlegen.

Stephan Dorn freut sich über so viel Interesse: „Sie wissen, was sie wollen und das wollen wir unterstützen. Die beiden haben die Aufgaben, die wir ihnen gegeben haben, gleich sehr gut umgesetzt. Andere wissen nicht mal, was ein Waschlappen ist. Toll gemacht!“ lobt er.
Im Anschluss zeigt er die Krankenpflegeschule des Klinikums und erklärt, wie man sich dort anmelden kann.

Niesen, Juckreiz, laufende oder verstopfte Nase. Nicht nur diese Symptome treiben Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, die Tränen in die Augen. Es könnte auch eine Bindehautentzündung sein, die mit dieser allergischen Reaktion einhergeht. Die Lebensqualität der Betroffenen ist eingeschränkt durch Schlafstörungen und Atemwegsprobleme.  Aktivitäten im Freien können nur nach einem kräftigen Regenschauer genossen werden.

Begriffe Heuschnupfen
Der Begriff „Heuschnupfen“ beschreibt die allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut, die saisonal auftritt, wenn Pflanzenpollen umherfliegen. Sie ist ursächlich für die genannten Beschwerden und geht meist einher mit weiteren Erkrankungen, wie Asthma und Entzündung der Nasennebenhöhle. Die gute Nachricht ist: Blüten- und Gräserpollen treten nur zu bestimmten Monaten oder in bestimmten Gebieten auf.

Heuschnupfen entsteht, wenn das Abwehrsystem bei einem ersten Kontakt die Pflanzenpollen für einen Feind hält. Irrtümlicherweise! Bei einem wiederholten Kontakt hat der Körper Abwehrzellen gebildet und beginnt den Kampf. Die typischen Anzeichen der Kampfhandlung – Rötung, Jucken, Niesen, laufende Nase – sollen die Durchblutung fördern und Fremdstoffe aus dem Körper schaffen.

Genetisch festgelegt mit variierenden Symptomen
Die Neigung auf bestimmte Stoffe (Allergene) allergisch zu reagieren wird vererbt. Allerdings variiert die Schwere der Symptome mit dem Auftreten äußerer Einflüsse. So gehen Wissenschaftler davon aus, dass eine Zunahme der Hygiene mit erhöhter Allergieneigung einhergeht, weil Studien gezeigt haben, dass Kinder, die in engem Kontakt mit Tieren und Blüten aufwachsen, seltener unter Allergien leiden. Schadstoffe, beispielsweise durch Luftverschmutzung potenzieren die Aggressivität von Allergenen.

Therapiemöglichkeiten
Chefarzt PD Dr. Jürgen Gschossmann vom Klinikum Forchheim beschreibt die drei Wege der Therapie: Meidung des Allergie auslösenden Stoffes, Behandlung mit akut wirksamen Medikamenten und/oder eine Desensibilisierung. Er rät: „Die Desensibilisierung ist langfristig angelegt und soll nachhaltig eine Verbesserung bringen. Sie dauert ca. drei Jahre und sollte möglichst frühzeitig nach der Diagnose begonnen werden.“

Generell empfiehlt der Internist den Kontakt mit Allergenen zu minimieren. Je nach Beschwerdeintensität kann es so weit kommen, dass Betroffene nach einem Aufenthalt im Freien die Kleidung wechseln sollten bevor sie das Schlafzimmer betreten und die Haare vor dem Schlafengehen waschen sollten.

„Unter den Medikamenten sind Kortikoide (Cortison) am effektivsten“, bestätigt Gschossmann. „Sie dürfen aber nur zeitlich begrenzt angewandt werden“, warnt er, „sonst besteht die Gefahr langfristiger Komplikationen wie zum Beispiel Osteoporose oder Diabetes mellitus.“ Nasensprays zum Abschwellen der Nasenschleimhaut helfen nur kurzfristig.

Bei der Immuntherapie, die eine Desensibilisierung zum Ziel hat, wird der Körper des Patienten mit abgeschwächten Allergenen über einen langen Zeitraum konfrontiert. Während der positive Effekt für einzelne Allergene bewiesen ist, ist der Wirkmechanismus ist noch nicht ausreichend erforscht.

Für den April sagt der Pollenflugkalender Pollen der Platane, Eiche, Rotbuche und von Gräsern voraus. Durch die globale Erwärmung verlängert sich die Pollensaison in weiten Teilen Europas, so dass mit einem Anstieg der Zahl der Betroffenen zu rechnen ist.

Ab dem 7. April 2017 bietet das Klinikum Forchheim wöchentlich ein Bewegungs-training für adipöse Menschen mit einem Bodymassindex von 40 kg/m².

Übungsleiterin Laura Drummer wendet das sogenannte High Intensity Interval Training (HIIT) an, eine Trainingsmethode, die aus hochintensiven Intervallen in Kombination mit langsamen Regenerationsphasen besteht. Dieses Zusammenspiel von Belastungs- und Erholungsphasen sorgt für einen messbaren Körperfettabbau, der inzwischen auch durch wissenschaftliche Studien belegt wurde.

HIIT ist ein kurzes und leistungsforderndes Trainingssystem, das mit seiner Intensität noch bessere Ergebnisse erzielen kann, als ein langes und monotones Cardio-Training. Während der Stoffwechsel nach regulärem Ausdauertraining schnell wieder herunterfährt, verbrennt man nach Ende einer kurzen, aber intensiven Trainingseinheit, dem HIIT, über Stunden weiter mehr Energie – durch den Nachbrenneffekt.

Bei der erstmaligen Teilnahme erfolgt die Messung des aktuellen Gewichtes, die Messung der Vitalwerte, sowie eine Bioimpedanzmessung, das ist die Zusammensetzung des Körpers aus Wasser, fettfreier Masse und Fettmasse.

Die Zertifizierung des Kurses als Präventionskurs wurde bei den Krankenkassen beantragt. Das Bewegungstraining wird anerkannt als Teil des Multimodalen konservativen Therapiekonzeptes (MMK), welches von den Krankenkassen bei Adipositas gefordert wird.

Termin: jeden Freitag, von 16 bis 17 Uhr
Ort: Klinikum Forchheim, Kursraum 1520 1. Stock, ausgeschildert
Kosten: je 10er-Karte 80 Euro
Einstieg ist jederzeit möglich

Anmeldung über Sekretariat Allgemeinchirurgie Frau Friedel. Tel.: 09191/610201

Zu einer Fortbildungsveranstaltung „Innere Medizin – Update kompakt“ waren Ärzte und Apotheker am 5. April ins Klinikum Forchheim geladen.

Die Oberärztin der Stabsstelle für Diabetologie, Dr. Elisabeth Dewald, zeigte Neuigkeiten in der Diabetologie anhand von aktuellen Fallbeispielen auf.

Markus Britting, Oberarzt der Fachabteilung Innere Medizin, brachte die Anwesenden auf den neuesten Stand bei der Behandlung von Asthma und chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD).

Über die Duale Plättchentherapie und neue Leitlinien in der HerzinsuffizienzTherapie referierte Prof. Dr. Dr. Anil-Martin Sinha, Chefarzt der Abteilung für Kardiologie, Nephrologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin des Sana Klinikums Hof.

Organisator und Moderator war der Chefarzt der Fachabteilung Innere Medizin, PD Dr. Jürgen Gschossmann.

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern wurde die Anerkennung als jährliche Fortbildung beantragt im Rahmen der Disease-Management-Programme (DMP) für chronisch Kranke.

Im Klinikführer der Techniker Kranken-kasse (TK), der Anfang April 2017 hier aktualisiert wurde, trumpft das Klinikum Forchheim auf mit einer hohen Patientenzufriedenheit im Vergleich zu anderen Krankenhäusern mit 150 bis 299 Betten in einem Radius von 100 km.

Der Klinikführer basiert auf Ergebnissen der neuesten Umfrage unter 815.000 Versicherten der Krankenkasse aus dem Jahr 2015. 159.000 Versicherte (19 Prozent) haben sich daran beteiligt. Insgesamt konnten 34.029 Fragebogen aus dem ganzen  Bundesgebiet ausgewertet werden. Auf diese Weise wurden 1136 Kliniken erfasst. Für das Klinikum Forchheim erhielt die Krankenkasse Antworten von 73 Befragten. Der Fragebogen mit insgesamt 40 Fragen ging auf sechs Bereiche ein, die der/die Versicherte bewerten konnte: Allgemeine Zufriedenheit, Behandlungsergebnis (Vergleich Gesundheitszustand vor und nach der Behandlung), Medizinisch-Pflegerische Versorgung, Information und Kommunikation, Organisation und Unterbringung und ein Bereich, der sich Patientensicherheitskultur nennt. Darunter sind Fragen zusammengefasst, die sich dem Gefühl  des Patienten „in sicheren Händen“ zu sein, widmen.
Als Kategorisierung der unterschiedlichen Krankenhäuser hat die TK die Anzahl der Betten an einem Standort herangezogen. Das Klinikum Forchheim hat 225 Betten.

Hohe Zufriedenheit mit der Behandlung
In allen sechs Leistungsbereichen schnitt das Klinikum Forchheim besser ab als  der Durchschnitt aller Krankenhäuser in der Kategorie 150 bis 299 Betten. So erreichte es bei der Zufriedenheit mit dem Behandlungsergebnis 85,3 von 100 möglichen Punkten, während alle Krankenhäuser dieser Größe lediglich 80,6 Punkte erhielten.
Auch den direkten Vergleich mit Einrichtungen in der Umgebung braucht das Forchheimer Krankenhaus nicht zu scheuen: Im Vergleich zu einem Haus in der gleichen Kategorie erhielt das Klinikum eine bessere Bewertung in den Bereichen Zufriedenheit mit dem Behandlungsergebnis, Medizinisch-Pflegerische Versorgung und Organisation und Unterbringung. Bei der Patientensicherheit lag das Klinikum 5,8 Prozentpunkte (85,9 %) vor einem Krankenhaus in der Region.

Zitat Krankenhausdirektor Sven Oelkers: „Wir freuen uns, dass unser Klinikum wiederholt so gut abschneidet. Neben der internen Befragung wird das Ergebnis nun auch durch diese externe unabhängige Befragung bestätigt.
Diese sehr positive Rückmeldung von Patienten ist eine hohe Anerkennung für die Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche sich tagtäglich für unsere Patienten einsetzen.

Wie lässt sich ein Mangel an Hausärzten in den ländlichen Gebieten des Landkreises Forchheim vorbeugen?

Dieser Frage geht seit Herbst letzten Jahres eine Arbeitsgruppe „Wohnortnahe Hausarztversorgung“ unter Leitung von Sven Oelkers, Krankenhausdirektor des Klinikums Forchheim, nach. Als Resultat trafen sich Vertreter der beiden Kliniken Forchheim und Fränkische Schweiz mit 17 niedergelassenen Hausärzten aus der Region am 29. März 2017 in der St. Gereonskapelle, um einer Kooperationsvereinbarung zu unterschreiben, die Gründung des Weiterbildungsverbundes Allgemeinmedizin Landkreis Forchheim.

In seinem Grußwort zitierte Landrat Hermann Ulm die Statistik der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, wonach in den kommenden fünf Jahren nahezu ein Drittel der heute im Landkreis tätigen 85 Hausärzte das Rentenalter erreiche. Die Einwohnerzahl werde weiter wachsen und die Bürgerinnen und Bürger überproportional altern. Internistin Beate Reinhardt aus Effeltrich, Delegierte des Bayerischen Hausärzteverbandes warnt: „Es ist fünf vor zwölf, dass etwas getan werden muss. Kein Arzt ist ein so guter Koordinator wie der Hausarzt.“

Koordinator unterstützt die Organisation der Weiterbildung 

Ziel des Verbundes ist, es den Landkreis attraktiver für angehende Hausärzte zu gestalten, indem ihnen die Organisation der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin zum großen Teil abgenommen wird. Die Weiterbildung besteht aus verschiedenen Stationen, die teils in Krankenhäusern, teils bei niedergelassenen Ärzten absolviert werden müssen. Mithilfe eines Rotationsplanes stehen nun die Stellen während der fünfjährigen Weiterbildung  zum Facharzt von Anfang an fest. Die junge Ärztin oder der junge Arzt muss nicht den Wohnort wechseln, die Vergütung ist fest vereinbart. Während der gesamten Zeit steht ein  Ansprechpartner für die Planung zur Verfügung, der die Komplettlösung koordiniert.

Im Forchheimer Klinikum sind zurzeit 31 Weiterbildungsassistenten tätig, davon drei zur Allgemeinmedizin. Das Klinikum wird für den Verbund zwei Stellen zur Verfügung stellen, die Klinik Fränkische Schweiz eine.

Ein Monitor der Firma Baby-Smile wird gegenüber dem Aufzug zum Kreißsaal und der Neugeborenenstation aufgehängt. Hier werden die fotografierten Babys gezeigt.

Pro Jahr erblicken rund 650 Kinder im Klinikum Forchheim das Licht der Welt, davon kommen 28 Prozent per Kaiserschnitt. Eine Quote, die unter dem bundesweiten Durchschnitt von 31,8 Prozent liegt.

Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche werden in die geburtshilfliche Abteilung des Klinikums aufgenommen. Die Anmeldung erfolgt in der Regel ab der 34. Schwangerschaftswoche.

Der Vorsitzende Franz Streit ehrte im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Vereins der Freunde und Förderer des Klinikums Forchheim am 20. März 2017 Jutta Rudl und Chefarzt Dr. med. Klaus Swoboda.

Jutta Rudl, Inhaberin der Apotheke am Klinikum und der Marien-Apotheke, ist seit 1997 Mitglied im Förderverein, seit 1998 im Vorstand. Von 2004 bis 2016 war sie die Stellvertreterin des Vorsitzenden. Sie sagt: „Als zweite Vorsitzende habe ich mich gefreut, dass es uns möglich ist, das Personal des Klinikums bei den Fort- und Weiterbildungen zu unterstützen.“ Als Mitglied im Förderverein sei man immer informiert gewesen über den Fortschritt des Klinikums.

Dr. med. Klaus Swoboda, Chefarzt der Radiologie, ist fast 20 Jahre lang Mitglied des Fördervereins. Er erinnert sich: „Der damalige geschäftsführende Direktor Reinhard Hautmann hatte mich als Mitglied geworben. Als Schriftführer trat ich 2004 die Nachfolge von Herrn Chefarzt  Dr. med. Wolfgang Hartmann, Anästhesie an, das war noch im „alten Krankenhaus“.“

Der Verein zur Förderung und Unterstützung des Klinikum Forchheim e.V. besteht seit 1995. Vereinsziel ist es dazu beizutragen, die medizinische Leistung des Krankenhauses auf dem jeweils aktuellen Stand zu halten, und somit auch das Image dieser Einrichtung in der Öffentlichkeit anhaltend positiv zu prägen.

Seit dem 01. März 2017 verfügt das Klinikum Forchheim über eine Babygalerie.

Hier kommen Sie zu unserer Babygalerie.

Dem Krankenhausdirektor Sven Oelkers ist das Thema Qualität sehr wichtig. Seiner Meinung nach kann sich das Klinikum Forchheim langfristig nur erfolgreich weiterentwickeln, wenn es gelingt, das hohe Niveau im Klinikum Forchheim kontinuierlich weiter zu steigern. Sein Ziel ist es, gemeinsam mit den Mitarbeitern an Problemlösungen zu arbeiten und diese dann in die Praxis umzusetzen.

Seit 2004 ist das Klinikum nach der Dienstleistungsnorm DIN ISO 9001 zertifiziert. Kürzlich stand die Qualität im Klinikum wieder auf dem DEKRA-Prüfstand. Nach dem Rezertifizierungsaudit vor einem Jahr fand das erste Überwachungsaudit statt. Dank des großen Engagements aller Beteiligter konnte nahtlos an die gute Leistungen des Vorjahres angeknüpft werden.

Die DEKRA-Auditoren bestätigten wiederum das hohe Qualitätsniveau des Klinikums. Somit hat der neue Krankenhausdirektor „sein“ erstes Audit erfolgreich bestanden. Aber ähnlich wie im Fußball gilt: „Nach dem Audit ist vor dem Audit“ bzw. „Auch wer schon sehr gut ist, kann immer noch ein Stück besser werden!“

Seit November 2016 ist ein mobiler C-Bogen mit 3D-Bildgebung in der Unfallchirurgie und Orthopädie im Forchheimer Klinikum im Einsatz. Der Name rührt von der Form des bildgebenden Medizingerätes her, denn es sieht aus wie ein C-förmiger Bogen.

Privatdozent Dr. Uwe Lehmann beschreibt die Vorteile des fahrbaren Röntgengerätes: „Der C-Bogen stellt einen Quantensprung im bildgebenden Verfahren dar. Man kann das Gerät während der Operation in Echtzeit verwenden und überprüfen, ob die Implantate da liegen wo sie geplant waren. Beispielsweise kann ich während des Eingriffes korrigieren, wenn die Schrauben bei einem Sprunggelenksbruch noch nicht optimal platziert sind. Dem Patienten bleibt ein möglicher Folgeeingriff erspart, die radiologische Abteilung es Hauses gewinnt Ressourcen, da die dreidimensionale Darstellung bereits während der Operation erfolgte.

Krankenhausdirektor Sven Oelkers betont: „Wir investieren in die moderne Infrastruktur, um den Ärzten eine bestmögliche Diagnostik und Behandlung der Patienten zu ermöglichen.“

Funktionsweise
Über den C-förmigen Bogen sind die Röntgenquelle und der Röntgendetektor fest miteinander verbunden. Der Bogen kann aus fast jedem Winkel Röntgenbilder des Patienten erstellen, weil er horizontal, vertikal sowie um die Schwenkachsen bewegt werden kann. Wie bei der Digitalkamera die Lichtreflexionen digital wiedergegeben werden können, können die Detektoren mithilfe der Flat-Panel-Technologie die Röntgenstrahlen digital darstellen. Es entstehen verzerrungsfreie Bilder und eine verbesserte Bildqualität. Der C-Bogen bietet neben den konventionellen großen zweidimensionalen Bildern insbesondere dreidimensionale Bilder in mehr als 4.000 Graustufen und in den Maßen 16 cm x 16 cm x 16 cm, deutlich größer und detaillierter als ein bislang auf dem Markt vorhandenes vergleichbares Produkt.

Anwendung findet der C-Bogen vor allem während operativer Eingriffe zur Rekonstruktion von Gelenken und an der Wirbelsäule. In 1 – 2 Minuten entsteht das dreidimensionale Bild, welches sich der Operateur auf dem Bildschirm ansehen kann.

Ab Dezember 2016 wird eine Erweiterung des NIDA-Pads am Klinikum Forchheim im Einsatz sein, das NIDA-Arrivalboard. Diese Informationstafel im Bereich der Liegendanfahrt für den Rettungsdienst ermöglicht die schnelle Übertragung der Daten vom Tablet am Einsatzort in die Notaufnahme des Klinikums. Protokolle müssen nicht mehr ausgedruckt werden, wichtige Details, wie Bilder oder ein vor Ort geschriebenes EKG werden ebenfalls elektronisch übertragen und stehen den diensthabenden Ärzten vor dem Eintreffen zur Verfügung.

Maximilian Baier, Oberarzt der Abteilung Unfallchirurgie und Orthopädie, erklärt: „Früher haben wir die Patientendaten erst bei Übergabe vom Rettungswagen in die Notaufnahme erhalten, jetzt erhalten wir sie realtime, direkt vom Notfallort. Wenn zum Beispiel jemand nach einem Autounfall im Autowrack eingequetscht ist, können wir uns auf dem Monitor in der Notaufnahme die Fotos vom Unfallort ansehen und können die Verletzungen viel besser einschätzen.“

Krankenhausdirektor Sven Oelkers ist enthusiastisch: „Die Verbindung zwischen den digitalen Systemen des Rettungsdienstes und denen des Klinikums stellt einen Quantensprung für alle drei Seiten dar: für den Patienten, den Rettungsdienst und für das Klinikum! Die Daten, die wir dank NIDA in der Notaufnahme erhalten, sind zu hundert Prozent vollständig und elektronisch integriert, unnötige Ausdrucke entfallen. Die Abläufe werden für alle wesentlich beschleunigt.“

Die Patienten werden vom Rettungswagen aus direkt in der Notaufnahme angemeldet. Die Dringlichkeit der Versorgung wird ebenso auf der Informationstafel angekündigt wie die voraussichtliche Ankunftszeit. So können Räume und medizinische Geräte geplant werden und vor dem Eintreffen des Patienten vorbereitet werden. Fachpersonal kann hinzugezogen werden. Wurde ein angekündigter Patient schon einmal im Klinikum Forchheim behandelt, kann die Notaufnahme im Vorfeld seine Akte einsehen und sich über wichtige Details informieren, wie beispielsweise Vorgeschichte, Diagnose und Medikamenteneinnahmen.

„Für die Mitarbeiter war die Einarbeitung einfach, denn sie müssen lediglich die übermittelten Daten interpretieren. Die Umstellungen in der Notaufnahme, die sich durch die Neuerung dieser Datenübertragung ergaben, soll durch die Planbarkeit der eintreffenden Notfallpatienten auch helfen die Abläufe zu optimieren“, erläutert Sven Oelkers.

Die Daten aus dem NIDA-Pad sind kompatibel mit dem Krankenhausinformationssystem des Klinikums Forchheim. Die Investition in die Ausrüstung mit dem NIDA-Arrivalboard betrug 10.000 Euro. Die Herstellerfirma des tragbaren Rechners, die medDV GmbH aus Pohlheim implementierte das vernetzte System.